RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

19. Januar 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Aktuelle Informationen zu SARS-CoV-2/COVID-19 und anderen Infektionsschutzthemen

- Allgemeine aktuelle Einordnung –

Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen insgesamt zu stabilisieren, in einigen Regionen kann lokal ein Rückgang beobachtet werden.
Der R-Wert liegt aktuell um 1. Aufgrund der nach wie vor sehr hohen Zahl an infizierten Personen in Deutschland bedeutet dies eine hohe Zahl von täglichen Neuinfektionen.
Bundesweit gibt es in verschiedenen Kreisen Ausbrüche, die nach den an das RKI übermittelten Daten aktuell vor allem in Zusammenhang mit Alten- und Pflegeheimen, privaten Haushalten und dem beruflichen Umfeld stehen. Zusätzlich findet in zahlreichen Kreisen eine diffuse Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung statt, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln.
Ältere Personen sind aktuell sehr häufig von COVID-19 betroffen. Da sie auch häufiger schwere Erkrankungsverläufe erleiden, bewegt sich die Anzahl schwerer Fälle und Todesfälle weiterhin auf hohem Niveau. Diese können vermieden werden, wenn alle mit Hilfe der Infektionsschutzmaßnahmen die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus verlangsamen. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, z. B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt. Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden werden.
Am 19.12.2020 wurde im Vereinigten Königreich über eine neue Virusvariante (B.1.1.7) berichtet, für die es Hinweise auf eine leichtere Übertragbarkeit gibt. Es ist noch nicht abschließend geklärt, wie sich die neue Variante auf das Infektionsgeschehen in Deutschland auswirkt. Isolate dieser Linie sind weltweit in zahlreichen Ländern identifiziert worden. In Deutschland wurden dem RKI vereinzelt Fälle dieser Variante übermittelt. Es ist zu erwarten, dass weitere Fälle bekannt werden, die durch die Virusvariante bedingt sind. Die WHO berichtet außerdem von einer weiteren, neuen Virusvariante in Südafrika (B.1.351), die ebenfalls möglicherweise mit einer höheren Übertragbarkeit einhergeht. COVID-19 Fälle mit Isolaten dieser Linie wurden ebenfalls vereinzelt in Deutschland identifiziert.
In Brandenburg kam es in einigen Gesundheitsämtern zu einem Rückstau bei der Dateneingabe. Dies führt zum Teil zu starken Abweichungen zwischen lokalen und durch das RKI ausgewiesenen Inzidenzen und Fallzahlen.

Aktuelle Lage/Situationsberichte können hier eingesehen werden. Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Deutscher elektronischer Sequenzdaten-Hub (DESH)

Für die Planung von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 kommt der genauen Kenntnis der Eigenschaften von SARS-CoV-2, die die Basisreproduktionszahl und Mortalität bestimmen, eine zentrale Bedeutung zu. Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang Mutationen des Virus. Zum Beispiel wird für die bereits im Dezember identifizierte UK-Mutation des Virus von einer deutlich erhöhten Infektionswahrscheinlichkeit im Falle eines Kontaktes mit einer infizierten Person ausgegangen. Für eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie ist es daher entscheidend, einen detaillierten Überblick über die Ausbreitungsmuster spezifischer SARS-CoV-2-Mutationen zu erhalten und auch neue Mutation frühzeitig zu entdecken. Hierfür erweitert das Robert Koch-Institut aktuell die Systeme zur bundesweiten molekularen Surveillance.
Voraussetzung eines solchen Systems ist die Sequenzierung des Virengenoms und die Verknüpfung der dabei entstehenden Sequenzdaten mit den epidemiologischen Daten, die bereits über die Gesundheitsämter an das Robert Koch-Institut weitergeleitet werden. Das Robert Koch-Institut stellt zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung, welche von allen sequenzierenden Laboren in Deutschland verwendet werden kann. Einzelheiten zum Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub (DESH) werden auf der RKI Seite beschrieben.

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Digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung

Die Erhebung der Daten zur COVID-19-Impfung erfolgt in den Impfzentren und durch die Mobilen Impfteams. Autorisiertes Personal der Impfzentren und Impfteams können über die Webanwendung "Digitales Impfquotenmonitoring" die Daten eingeben und über eine gesicherte Internetverbindung täglich an die Bundesdruckerei übermitteln, wo im Auftrag des RKI die Daten zwischengespeichert und vom RKI täglich abgerufen werden. Tabelle und Abbildungen werden werktäglich bis mittags aktualisiert. Es kann vorkommen, dass Meldungen einzelner Bundesländer vervollständigt oder korrigiert werden. In diesen Fällen wird die Tabelle nachträglich aktualisiert.

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COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Aktualisierungen erfolgten in den Abschnitten Fragen zur STIKO Impfempfehlung, Durchführung der COVID-Impfung und Wirksamkeit und Sicherheit.
Neu hinzugekommen sind Antworten auf Fragen, welche Neuerungen und Aktualisierungen es in der aktuellen STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung gibt, sowie Hinweise zu COVID-19-Impfungen in Senioren- und Altenpflegeheimen.In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-impfen/ Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI). https://www.pei.de/DE/service/faq/faq-coronavirus-inhalt.html

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Neues Video im RKI YouTube Kanal zum Thema Impfen

PhD Martin Moder von der Wissenschaftskabarettgruppe Science Busters, erklärt diesmal detailliert und wissenschaftlich fundiert, warum der Mythos, dass die COVID-19-Impfung unfruchtbar macht, nicht stimmt. Dieses Gerücht nutzen derzeit ImpfgegnerInnen um Menschen zu verunsichern.

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Risikobewertung zu COVID-19

Änderungen gegenüber der Version vom 11.12.2020: Anpassung im Bereich Risikobewertung (Anpassung zur Beschreibung der Fallzahlentwicklung, Ergänzung um neue Virusvarianten unter "Allgemein" und "Übertragbarkeit")

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Informationen zu neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten in Großbritannien und Südafrika

Die Informationen zu den neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten wurden aktualisiert.

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Pressekonferenz, Zur Corona-Lage, 14.01.2021

Am 14.01. fand eine Pressekonferenz mit Prof. Lothar H. Wieler und Prof. Dirk Brockmann zur aktuellen Corona-Lage statt. Laut Dirk Brockmann sei es eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Änderung gegenüber der Version vom 6.1.2021: Wiederaufnahme Kontaktpersonennachverfolgung bei Flügen aus Virusvarianten-Gebieten unter 1.1. und 3.1.1.

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BMG: Regelungen für Einreisende nach Deutschland im Zusammenhang mit COVID-19

Die Regelungen wurden am 14.01. um die aktualisierte Einreiseverordnung ergänzt.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19

Die Abschnitte „Fallzahlen und Meldungen“ sowie „Infektionsschutzmaßnahmen“ sowie „Diagnostik“ wurden aktualisiert.

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Gesamt-Übersicht an Publikationen zu SARS-CoV-2 /COVID-19 mit RKI-Beteiligung

Eine Gesamt-Übersicht an Publikationen mit RKI-Beteiligung ist auf über folgenden Link erhältlich.
Es sind zwei neue Publikationen erschienen:
- Does the COVID-19 pandemic threaten global solidarity? Evidence from Germany - World Development Volume 140, April 2021, 105356; https://doi.org/10.1016/j.worlddev.2020.105356
- Real-time monitoring shows substantial excess all-cause mortality during second wave of COVID-19 in Europe, October to December 2020 - Eurosurveillance, Volume 26, Issue 2, 14/Jan/2021

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Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App

Das Update der Corona-Warn-App enthält ein Kontakt-Tagebuch. Nutzer*innen können darin freiwillig Begegnungen und Orte notieren. Wen habe ich in den letzten vierzehn Tagen getroffen? Welche Orte habe ich in den vergangenen zwei Wochen besucht? Für das Gesundheitsamt und das Auffinden von Infektionsketten sind dies wichtige Informationen. Aber wer kann sich schon so lange zurückerinnern? Das Kontakt-Tagebuch ist daher eine nützliche Gedächtnisstütze. Die Corona-Warn-App wird mit diesem neuen Feature zu einem aktiven täglichen Begleiter, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst. Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Risikogebiete auf unserer Internetseite.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/covid-19-warnapp

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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Robert Koch-Institut, Abt. für Infektionsepidemiologie, Seestr. 10, 13353 Berlin

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