RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

15. September 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Allgemeine aktuelle Einordnung

Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche auf etwas höherem Niveau stabilisiert. Der R-Wert liegt aktuell um 1. Auffällig ist, dass sich in den letzten Wochen vermehrt jüngere Personen infiziert haben, so dass die 7-Tage-Inzidenz in jüngeren Altersgruppen deutlich höher ist als in älteren Altersgruppen.

Bundesweit gibt es Ausbruchgeschehen in verschiedenen Landkreisen, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis. Hinzu kommt, dass COVID-19-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden.

Die aktuelle Entwicklung muss weiter sorgfältig beobachtet werden. Der im Moment zu beobachtende Rückgang des Anteils der Verstorbenen unter den berichteten Fällen ist vornehmlich durch den relativ hohen Anteil an jüngeren Menschen unter den neu diagnostizierten Fällen zu erklären, von denen relativ wenige schwer erkranken und versterben. Eine erneute Zunahme der Neuinfektionen muss dennoch vermieden werden. Insbesondere gilt es zu verhindern, dass, wie zu Beginn der Pandemie, wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen erkranken. Sollten sich diese Bevölkerungsgruppen wieder vermehrt infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden.

Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung im Sinne des Infektionsschutzes engagiert, z.B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt. Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.


1. Quartalsbericht der Corona-KiTa-Studie

Im Mai 2020 startete das Forschungsprojekt „Corona-KiTa“. Die Studie widmet sich der Frage der Herausforderungen und Bewältigung der Kindertagesbetreuung (KiTa) während der Corona-Pandemie sowie der Frage, welche Rolle (KiTa-)Kinder bei der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Jetzt ist der erste Quartalsbericht erschienen.

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Virologische Basisdaten, SARS-CoV-2

Auf folgender Seite wurden die bisher bekannten virologischen Basisdaten zu SARS-CoV-2 zusammengestellt:

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Empfehlung zu Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen

Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen und für den öffentlichen Gesundheitsdienst wurden um den Abschnitt „Verlegung/externe medizinische Betreuung von Bewohnern ohne bekannte SARS-CoV-2-Infektion“ ergänzt.

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Empfehlung zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2

Die Empfehlungen zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 wurden überarbeitet.

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Optionen zur vorzeitigen Tätigkeitsaufnahme von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei relevantem Personalmangel

Das Dokument ersetzt das Dokument „Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei Personalmangel". Der Fokussierung liegt auf einer Situation mit relevantem Personalmangel. Für alle anderen Situationen gelten die Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen unter www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst. Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Risikogebiete auf unserer Internetseite.

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Rollout von DEMIS-SARS-CoV-2

Mit dem Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) wird das existierende Meldesystem für Infektionskrankheiten gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) weiterentwickelt und verbessert. Insbesondere wird – beginnend bei den Meldenden (Ärztinnen und Ärzte, Labore, andere) – eine durchgängig elektronische Informationsverarbeitung ermöglicht. Dadurch soll der Aufwand für die Meldenden und die zuständigen Behörden reduziert werden und Informationen zu auftretenden Infektionskrankheiten können künftig schneller bei den Verantwortlichen in den Gesundheitsämtern, den zuständigen Landesbehörden und am RKI vorliegen. Die wöchentlich aktualisierte Karte des Rollouts von DEMIS-SARS-CoV-2 in den Gesundheitsämtern ist ab sofort online verfügbar.

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Beitragsreihe zu COVID-19 im Journal of Health Monitoring: Special Issue zu sozialer Ungleichheit und COVID-19 erschienen

Special Issue S7/2020 untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und COVID-19. Datengrundlage der Analysen sind COVID-19-Meldedaten aus Deutschland sowie die internationale Forschungsliteratur.
Die Ausgabe ist über die RKI-Internetseite www.rki.de/journalhealthmonitoring kostenlos zugänglich.

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Herausforderungen im Umgang mit MRE in außerklinischen Intensivpflege-Wohngemeinschaften

Erfahrungsbericht und Ergebnisse einer Prävalenzerhebung zu multiresistenten Erregern im Stadtgebiet Jena: Die Zunahme von Patienten mit Intensivpflegebedarf führte in den letzten Jahren zur Etablierung einer neuen Versorgungsform, der außerklinischen Intensivpflege (AKI), welche im häuslichen Umfeld oder in sogenannten Wohngemeinschaften stattfindet. Anlass für die im Epidemiologischen Bulletin 37/2020 publizierte Untersuchung multiresistenter Erreger in einer AKI war die zeitgleiche Meldung von Nachweisen des multiresistenten gramnegativen Erregers 4MRGN Acinetobacter baumannii bei zunächst drei Bewohnern einer WG im Stadtgebiet Jena.

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Aktuelle Situation zu autochthonen menschlichen Infektionen mit dem West-Nil-Virus in Deutschland 2020

Nach Erkenntnissen des Friedrich-Loeffler-Instituts zirkulierte das West-Nil-Virus (WNV) in diesem Sommer erneut in mehreren ostdeutschen Bundesländern bei Tieren. Auch beim Menschen sind WNV-Infektionen und -Erkrankungsfälle bekannt geworden. Ärzt*innen sollten (in Gebieten mit bekannter WNV-Zirkulation in Tieren) bei Personen mit ätiologisch unklaren Meningoenzephalitiden und bei örtlichen Häufungen von Patient*innen mit Fieber unklaren Ursprungs eine WNV-Diagnostik veranlassen. Wie im Epidemiologischen Bulletin 37/2020 berichtet, wird Personen, die ein hohes Risiko für schwere Verläufe bei WNV-Infektionen haben, ein Schutz vor Mückenstichen empfohlen.

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Die STIKO-App jetzt als Webversion!


Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und viele weitere wichtige Informationen rund um das Thema Impfen gibt es in Form einer kostenlosen App. Ab jetzt gibt es die App auch in einer Web-Version (www.STIKO-web-app.de), die sich besonders gut direkt am PC nutzen lässt. Außerdem haben wir die App/Webversion um zwei weitere Bereiche erweitert: Faktenblätter und Erklärfilme (www.rki.de/stiko-app).

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten:
www.rki.de/infektionsschutz

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Senden Sie uns eine E-Mail an [email protected]

Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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Robert Koch-Institut, Abt. für Infektionsepidemiologie, Seestr. 10, 13353 Berlin

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