18. Juli 2017

RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle in­for­mie­ren wir Sie über Neuig­keiten zu aktu­ellen In­fek­tions­schutz­the­men des Ro­bert Koch-In­sti­tuts.

In­fek­tions­epi­de­mio­lo­gisches Jahr­buch 2016 veröffent­licht

Infektionsepidemiologisches Jahrbuch für 2016

Das Infektions­epi­de­mio­lo­gische Jahr­buch melde­pflich­ti­ger Krank­heiten für das Jahr 2016 wurde auf der Inter­net­seite des Robert Koch-Instituts veröffentlicht. Das Jahr­buch ent­hält detail­lier­te Infor­ma­tio­nen und Aus­wer­tun­gen des Robert Koch-Instituts zu den rund 60 bun­des­weit mel­de­pflich­ti­gen Infek­tions­krank­heiten.

Wei­te­re In­for­ma­tionen:
www.rki.de/jahrbuch
Inter­ak­tive Daten­ab­frage: https://survstat.rki.de

Ände­run­gen des In­fek­tions­schutz­gesetzes

DEMIS-Schmuckbild

Am 7. Juli 2017 hat der Bundes­rat dem Gesetz zur Moder­ni­sie­rung der epi­de­mio­lo­gi­schen Über­wa­chung über­trag­barer Krank­hei­ten zu­ge­stimmt. Das Gesetz bildet die Grund­lage für zahl­reiche Ver­bes­se­rungen im Melde­sys­tem für In­fek­tions­krank­hei­ten. Die zen­trale Rege­lung soll die elek­tro­ni­sche Mel­dung von Laboren und Ärz­tinnen und Ärzten an das Gesund­heits­amt ermög­lichen. Dadurch sollen die Mel­dun­gen schneller, voll­stän­diger und mit weni­ger Auf­wand erfolgen können.

Wei­te­re In­for­ma­tionen:
Gesetzes­text: http://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2017/0401-0500/0455-17.html
Presse­mitteilung des BMG mit Zusammen­fassung weiterer relevanter Ände­rungen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2017/3-quartal/gesetze-und-verordnungen.html
Deutsches Elek­tro­ni­sches Melde- und In­for­ma­tions­sys­tem für den In­fek­tions­schutz (DEMIS): www.rki.de/demis

EHEC-Er­kran­kun­gen im Ver­ei­nig­ten König­reich

EHEC O157, EM-Aufnahme

Das Ver­ei­nig­te König­reich infor­miert über einen Aus­bruch von E. coli O157 Durch­fall­erkran­kungen in Folge eines "Tough Mudder"-Wett­kampfs am 17. und 18. Juni 2017 in Schott­land. Laut den schottischen Ge­sund­heits­behör­den haben etwa 10.000 Teil­neh­mer (die meisten aus dem Ver­einig­ten König­reich) an dem Wett­kampf teil­ge­nom­men. Bei 5 schotti­schen Teil­neh­mern wurde E. coli O157 labor­diagnos­tisch nach­ge­wiesen. Wahr­schein­lich sind die Infek­tio­nen auf die Schlamm­expo­sition zurück­zu­führen; bis­herige Unter­su­chun­gen deuten darauf hin, dass es sich um kein lebens­mittel-asso­zi­iertes Er­eig­nis handelt.

Wei­te­re In­for­ma­tionen:
https://toughmudder.co.uk/events/2017-scotland
http://www.hps.scot.nhs.uk/enviro/wrdetail.aspx?id=73849&wrtype=2
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_EHEC.html

Influenza A(H7N9) in China

Henne und Hahn

Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat seine Risiko­ein­schätzung zu humanen Fällen mit Influenza A(H7N9)-In­fek­tion in China zum 7. Mal ak­tua­li­siert. Seit 2013 sind 1.548 labor­bestätigte humane Erkran­kun­gen an Influenza A(H7N9) bestätigt worden (Stand 27.06.2017). Die Erkran­kungs­häu­fung seit Oktober 2016 war die bisher stärkste der 5 Wellen, mit 48% aller bisher berich­te­ten humanen Fälle. Diese hohe Fall­zahl ist höchst­wahr­schein­lich auf eine weitere Ver­brei­tung des Virus im Geflügel und eine ent­sprechend hö­here Umwelt­kon­ta­mi­na­tion auf Geflügel­märkten zurück­zu­führen. Es gibt weiter­hin keine Hin­weise für eine fort­ge­setzte Mensch-zu-Mensch-Über­tra­gung. Das ECDC empfiehlt Rei­sen­den in die betrof­fe­nen Gebiete Chinas, auf den Besuch von Geflügel­märkten und -farmen zu ver­zichten, Kontakt zu Geflü­gel zu ver­meiden und nur aus­reichend durch­gegarte Le­bens­mittel zu sich zu nehmen.

Obwohl das Risiko als sehr gering ein­ge­schätzt wird, können einzelne impor­tierte Fälle (z. B. durch Reise­rück­kehrer aus China, die sich dort mit Influenza A(H7N9) infiziert haben) auch in Deutsch­land nicht grund­sätzlich aus­ge­schlossen werden. Deshalb sollten Ärzte bei Patienten, die sich mit einer akuten respi­ra­to­rischen Sympto­matik vor­stellen, auch nach einer Reise­anam­nese in den letzten zehn Tagen vor Er­kran­kungs­beginn fragen.

Weitere Informationen:
https://ecdc.europa.eu/en/publications-data/influenza-ah7n9-virus-china-implications-public-health-7th-update-3-july-2017
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/AviaereInfluenza/InfluenzaA_H7N9.html

Aus­schrei­bung von Konsi­liar­laboren

Wissenschaftlerinnen bei der Laborarbeit  © RKI

Zum wei­te­ren Aus­bau infek­tions­epi­demio­lo­gi­scher Netz­werke und zur Fort­ent­wick­lung effek­ti­ver Prä­ven­tions- und Bekämp­fungs­strate­gien bei In­fek­tions­krank­heiten sind für das Robert Koch-Institut aus­gewie­sene Fach­exper­tise und labor­diagnos­tische Erfah­rung erfor­derlich, die durch Natio­nale Referenz­zentren (NRZ) und Konsiliar­labore (KL) er­bracht werden. Im Epi­de­mio­lo­gi­schen Bulletin 26/2017 wurden die Lei­tun­gen des KL für Lepto­spirose und des KL für Myko­plasmen ausge­schrie­ben. Interes­sierte, leistungs­fähige Insti­tu­tionen werden ge­beten, bis zum 30. Juli 2017 ein Konzept für das jewei­lige KL einzu­reichen.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/26_17.pdf?__blob=publicationFile
www.rki.de/nrz-kl

Neu­be­ru­fung von Kon­si­liar­labo­ren

Laboranalyse © RKI

Zum 1. Juli 2017 wurden nach öffent­li­cher Aus­schrei­bung und Aus­wahl­ver­fah­ren fol­gen­de Leiter von Kon­si­liar­la­bo­ren (KL) neu be­ru­fen:
- Herr Prof. Dr. Chris­tian Dros­ten an der Charité - Uni­ver­si­täts­me­di­zin Berlin als Lei­ter des KL für Corona­viren
- Herr Prof. Dr. Hart­mut Hengel am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frei­burg als Leiter des KL für Her­pes-simplex-Virus (HSV) und Vari­cella-Zoster-Virus (VZV)

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen:
www.rki.de/nrz-kl

Epikurs@RKI: Modul "Aus­brüche unter­suchen"

Lupe

Vom 27. bis 29. November 2017 findet das Modul "Ausbrüche untersuchen" des Epi­kurs@RKI am Robert Koch-Insti­tut statt. Die Ver­an­stal­tung richtet sich an Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter des Öffent­lichen Ge­sund­heits­dienstes, die im Bereich In­fek­tions­schutz tätig sind. Anmelde­schluss ist der 31. August 2017.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen:
www.rki.de/epikurs