13. Februar 2017

RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über Neuigkeiten zu aktuellen Infektionsschutzthemen des Robert Koch-Instituts.

Ausschreibung von Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboren

Wissenschaftlerinnen bei der Laborarbeit  © RKI

Zum weiteren Ausbau infektionsepidemiologischer Netzwerke und zur Fortentwicklung effektiver Präventions- und Bekämpfungsstrategien bei Infektionskrankheiten sind für das Robert Koch-Institut ausgewiesene Fachexpertise und labordiagnostische Erfahrung erforderlich, die durch Nationale Referenzzentren (NRZ) und Konsiliarlabore (KL) erbracht werden.

Im Epidemiologischen Bulletin wurden die Leitungen des NRZ für Clostridium difficile sowie des KL für Bordetellen, des KL für Herpes-simplex-Virus und Varicella-Zoster-Virus und des KL für Coronaviren ausgeschrieben. Interessierte, leistungsfähige Institutionen werden gebeten, bis zum 12. März 2017 ein Konzept für das NRZ bzw. das jeweilige KL einzureichen.

Ausschreibung des NRZ und der KL:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/05_17.pdf?__blob=publicationFile

Weitere Informationen zu NRZ und KL finden Sie hier:
www.rki.de/nrz-kl

Das RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit aviärer Influenza A(H7N9) in China und zum Vogelgrippegeschehen bei Vögeln mit Influenza A(H5N8) bzw. A(H5N5) in Deutschland

Männliche Reiherente

Ende März 2013 berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über das Auftreten eines neuen Vogelgrippevirus A(H7N9) bei drei Patienten im Osten Chinas. Bis zum 24. Januar 2017 haben sich nachweislich mehr als 1.000 Menschen mit Influenza A(H7N9) infiziert, die meisten davon in China. Bislang sind mindestens 350 Menschen gestorben. Einzelne Fälle wurden von China aus auch nach Hong Kong, Macao, Taiwan, Kanada und Malaysia importiert. Laut WHO gibt es bisher keine Hinweise auf eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung, ein Infektionsrisiko besteht am ehesten bei Kontakt mit infizierten Vögeln oder dem Besuch von Geflügelmärkten in China.
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/AviaereInfluenza/InfluenzaA_H7N9.html


Für die zurzeit in Deutschland und Europa bei Wildvögeln oder in Geflügelbeständen nachgewiesenen Vogelgrippeviren A(H5N8) bzw. A(H5N5) sind bisher weltweit keine humanen Erkrankungen beobachtet worden, trotzdem können diese aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen sind Übertragungen auf den Menschen jedoch unwahrscheinlich. Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden.

Das Robert Koch-Institut hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hochpathogene) aviäre Influenza A/H5 veröffentlicht. Danach sind besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Personen empfohlen, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs hochpathogener aviärer Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln hatten oder haben können. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht.
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/AviaereInfluenza/A_H5N8/Influenza_A_H5N8.html
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/AviaereInfluenza/Empfehlungen_1.html


Weitere Informationen zu aviärer Influenza und Links finden Sie hier:
http://www.rki.de/vogelgrippe
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_zoonotisch.html

Wirksamkeit der saisonalen Influenzaimpfung

Influenzaviren vom Subtyp A/H1N1, elektronenmikroskopische Aufnahme, koloriert. Quelle: RKI

Im Rahmen der virologischen Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) wurde eine bundesweite Test-negative Fall-Kontroll-Studie bei ambulant behandelten Patienten mit einer akuten Atemwegserkrankung (ARE) mit grippetypischen Symptomen (influenza-like illness; ILI) durchgeführt. Die Ergebnisse beruhen auf Daten von 1.368 ILI-Patienten aus 126 AGI-Sentinelpraxen mit einem Erkrankungsbeginn zwischen der Woche 43/2016 und 5/2017. Insgesamt wurden 516 ILI-Patienten mit einer labordiagnostisch gesicherten Influenza-A(H3N2)-Infektion („Fälle“) und 852 ILI-Patienten mit einem negativen Test auf Influenza-Viren („Kontrollen“) in die Studie eingeschlossen. Die vorläufige Impfeffektivität des saisonalen Influenzaimpfstoffs gegen A(H3N2) lag im multivariablen, für Altersgruppe und Erkrankungswoche adjustierten, Modell bei 41% (95%-Konfidenzintervall: 6% bis 63%) für alle Altersgruppen. Eine niedrigere Impfeffektivität bei Personen ab 60 Jahren deutete sich an, kann zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der Datenlage jedoch nicht valide bestimmt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Bericht zur Impfeffektivität: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/06/Tabelle.html

Informationen zur aktuellen Situation bei ARE/Influenza siehe Wochenbericht der AGI des RKI für die KW 5 2017: https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2016_2017/2017-05.pdf

Untersuchung eines Keuchhusten-Ausbruchs bei Kindern mit hohen Impfquoten in Kiel

Kleinkind erhält Schutzimpfung. Quelle: Dmitry Naumov - Fotolia

Im Jahr 2016 wurden dem Robert Koch-Institut deutlich mehr Keuchhustenfälle übermittelt als in den Jahren davor (etwa 22.000 labordiagnostisch bestätigte Fälle in 2016, rund 14.000 Fälle in 2015 und 16.500 Fälle in 2014). Keuchhusten verläuft zyklisch, basierend auf Daten aus den östlichen Bundesländern traten die letzten Höhepunkte in den Jahren 2007 und 2012 auf.

Im Epidemiologischen Bulletin 6/2017 wird über einen Keuchhusten-Ausbruch bei Kindern in Kiel berichtet, der dort von November 2015 bis März 2016 stattfand. Die Schlussfolgerung: Altersgerechte Impfungen hätten einen großen Teil der Fälle in diesem Ausbruch vermeiden können. Ärzte und der öffentliche Gesundheitsdienst sollten gerade auch in Ausbruchssituationen auf die Nachholung von Impfungen hinwirken.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/06_17.pdf?__blob=publicationFile
http://www.rki.de/pertussis
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/Pertussis/Pertussis.html
http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/keuchhusten/

Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen

Titelblatt des Bundesgesundheitsblatts.

Gefäßkatheter sind ein häufiger Bestandteil medizinischer Behandlung. Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen und bei denen die Erreger in die Blutbahn gelangen (Bakteriämie), gehören zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Bakterien in der Blutbahn führen häufig zu einer Sepsis.
Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) hat ihre 2002 erschienenen Empfehlungen zur Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen, aktualisiert. Die neue Empfehlung ist in zwei Teile gegliedert. Die beiden Teile ("Nichtgetunnelte zentralvenöse Katheter" und "Periphervenöse Verweilkanülen und arterielle Katheter") sowie zwei informative Anhänge sind in der Februar-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Tabelle_Gefaesskath_Rili.html
http://www.rki.de/krinko
http://www.rki.de/krankenhaushygiene

Fortbildungsveranstaltung für den ÖGD, 29. - 31. März 2017, Berlin

Auszubildende machen Notizen.

Vom 29. bis 31. März 2017 findet in Berlin die Fortbildungsveranstaltung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst statt. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, der Medizinal-, veterinärmedizinischen und chemischen Untersuchungsämter, an die Hygienebeauftragten der Krankenhäuser sowie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer staatlicher Einrichtungen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Service/Veranstaltungen/OeGD-Fortbildung_2017.html
http://www.bfr.bund.de/de/veranstaltung/fortbildungsveranstaltung_fuer_den_oeffentlichen_gesundheitsdienst_2017-199424.html