23. Januar 2017

RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über Neuigkeiten zu aktuellen Infektionsschutzthemen des Robert Koch-Instituts.

Neuberufung von Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboren

Wissenschaftlerinnen bei der Laborarbeit  © RKI

Zum 1. Januar 2017 wurden nach öffentlicher Ausschreibung und Auswahlverfahren folgende Leiterinnen und Leiter von Nationalen Referenzzentren (NRZ) bzw. Konsiliarlaboren (KL) neu berufen:

  • Herr Prof. Dr. Egbert Tannich am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin als Leiter des NRZ für tropische Infektionserreger
  • Frau Prof. Dr. Ulrike Wieland am Institut für Virologie der Uniklinik Köln als Leiterin des NRZ für Papillom- und Polyomaviren
  • Herr Prof. Dr. Jörg Hofmann an der Charité-Universitätsmedizin Berlin als Leiter des KL für Hantaviren
  • Herr PD Dr. Michael Hogardt am Universitätsklinikum Frankfurt der Johann Wolfgang Goethe-Universität als Leiter des KL für Mukoviszidose-Bakteriologie

Kontaktdaten der neuberufenen NRZ und KL:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/03_17.pdf?__blob=publicationFile

Weitere Informationen zu NRZ und KL finden Sie hier:
www.rki.de/nrz-kl

Impfquoten der Rotavirus-, Masern-, HPV- und Influenza-Impfung in Deutschland

Impfausweis

Immer weniger ältere Menschen lassen sich gegen Influenza impfen. Bei 15-jährigen Mädchen sind nach leichtem Anstieg der Impfquoten 30,5 % gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft. Zwei Drittel der Kleinkinder haben eine vollständige Rotavirus-Impfung erhalten. Pro Landkreis sind durchschnittlich 434 Zweijährige nicht vollständig und 65 Zweijährige gar nicht gegen Masern geimpft. Die neue Auswertung von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zeigt Defizite, Fortschritte und große regionale Unterschiede bei den Impfquoten. Die Studienergebnisse sind im Epidemiologischen Bulletin 1/2017 veröffentlicht. Die Ergebnisse der KV-Impfsurveillance schließen wichtige Informationslücken. Sie können mit dem etablierten Instrument der Impfquotenerfassung bei Schulanfängern nicht oder nicht in der erforderlichen Aktualität und Differenziertheit erhoben werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/01_17.pdf?__blob=publicationFile

Fachliche Anwendungshinweise zur Masern-Postexpositionsprophylaxe bei Risikopersonen

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Masernviren. Quelle: Hans R. Gelderblom, Freya Kaulbars. Kolorierung: Andrea Schnartendorff/RKI

Bei der Gabe von Immunglobulinen zur Verhinderung von Masern handelt es sich um eine Notfallmaßnahme. Sie ist indiziert für ungeschützte Personen mit hohem Komplikationsrisiko, für die eine aktive Immunisierung kontraindiziert ist und die Kontakt zu einem Masern-Erkrankten in der Ansteckungsphase hatten. Da das interventionelle Zeitfenster nach der Exposition kurz ist, muss die Indikation zur Immunglobulingabe so schnell wie möglich nach Kontakt erfolgen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bei kontraindizierter aktiver Immunisierung nach Masernexposition innerhalb von 6 Tagen eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen für folgende ungeschützte Personen mit hohem Komplikationsrisiko: 1. Säuglinge im Alter von < 6 Monaten, 2. empfängliche Schwangere und 3. immundefiziente Patienten. Im Epidemiologischen Bulletin 2/2017 gibt die STIKO detaillierte Hinweise zur Indikationsstellung und Durchführung der Postexpositionsprophylaxe (PEP) von Masern. Dabei geht sie auch auf den Sonderfall der Masern-PEP bei Säuglingen im Alter von 6 - 10 Monaten ein.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/02_17.pdf?__blob=publicationFile
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/34_16.pdf?__blob=publicationFile

Hinweis zur Influenzasaison 2016/2017

Influenzaviren vom Subtyp A/H1N1, elektronenmikroskopische Aufnahme, koloriert. Quelle: RKI

Obwohl die Influenzasaison 2016/2017 bereits begonnen hat, ist es noch immer sinnvoll, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Laut aktuellem Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut zirkulieren derzeit zu etwa 98% Influenza-A(H3N2)-Viren, die dafür bekannt sind, insbesondere bei älteren Menschen und kleinen Kindern schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verursachen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Risikogruppen, das sind Schwangere, Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit chronischen Krankheiten. Die Empfehlung betrifft aber insbesondere auch medizinisches und pflegerisches Personal. Durch eine Impfung dieser Personengruppen können nicht nur die Geimpften selbst, sondern auch die von ihnen betreuten Personen geschützt werden, die besonders vulnerabel für schwere Krankheitsverläufe sind. Nach der Impfung dauert es ca. 10 bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz gegen die Influenza-Viren aufgebaut hat.

Wie bereits aus vorherigen Saisons mit überwiegendem Vorkommen von Influenza-A(H3N2)-Viren bekannt, zeichnet sich auch in dieser Saison ab, dass weniger als die Hälfte der Geimpften vor einer Erkrankung mit Influenza geschützt ist. Trotzdem bleibt die Influenza-Impfung die beste Präventionsmaßnahme, um das Risiko einer Erkrankung zu vermindern. Für die Impfung spricht außerdem, dass bei Geimpften eine Erkrankung in der Regel milder und mit weniger Komplikationen verläuft. In der Grippewelle muss auch bei geimpften Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion eine Influenzaerkrankung in Betracht gezogen werden und es sollten ggf. weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden. Dies gilt insbesondere für Personen, bei denen ein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten ist.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Aktuelle Impfempfehlungen der STIKO:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/34_16.pdf?__blob=publicationFile

www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z > Influenza:
http://www.rki.de/influenza

Arbeitsgemeinschaft Influenza:
https://influenza.rki.de/

Informationsmaterial für Medizinisches Personal und andere Risikogruppen:
http://www.impfen-info.de/grippeimpfung

Putting Outbreaks into perspective: Public Health impact of outbreaks of communicable diseases for France and Germany

Weltkugel mit Flaggen der Länder. © Oleksiy Mark/iStockphoto

The Centre Virchow-Villermé for Public Health Paris-Berlin is organizing a conference on Global Health Issues with a particular French-German focus. This year, the conference is co-organized by the Robert Koch Institute and hosted again by the French Embassy in Berlin.

As transborder mobility of humans, animals, food and feed products increases, the threat of spreading dangerous pathogens and infectious diseases increases as well. Today, whether carried by an unaware traveler or an opportunistic vector, human pathogens can rapidly arrive anywhere in the world. However, these outbreaks and their consequences for countries such as Germany and France should be put into perspective: Although outbreaks of infectious diseases are very often associated with “ebola” or “zika”, viruses causing measles, influenza, acute gastroenteritis or tick borne encephalitis may have much greater Public Health impact for our living environment in France and Germany.

This conference, co-organized by the Robert Koch Institute, unites experts, political decision makers, journalists, students and the interested public to better understand the consequences of globalization on Public Health through a transdisciplinary Franco-German approach.

This conference takes place on 24 March, 2017 between 9:20 – 16:00 (registration starting at 9:00) at the Embassy of France in Berlin, Entrance Wilhelmstrasse 69, 10117 Berlin (admission only when registered previously (Identity card or Passport mandatory).

Click here for further information:
http://virchowvillerme.eu/expertise/workshops/

Click here for registration:
https://goo.gl/forms/miF37PcCifJNwxGj1