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Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen

Stand: 24.10.2019

Was ist das Zikavirus?

Das Zikavirus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde erstmals 1947 von einem Affen im Zikawald in Uganda isoliert. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt überwiegend durch Mücken, aber auch eine sexuelle Übertragung und Übertragungen durch Transfusionen sind möglich. Infektionen in der Schwangerschaft können zu Fehlbildungen beim Fötus führen. Zikaviren zirkulieren in den tropischen und tropennahen subtropischen Regionen aller Kontinente.

Stand: 25.06.2019

Wie steckt man sich an?

In den meisten Fällen erfolgt eine Ansteckung durch den Stich infizierter Aedes-Mücken. Der Hauptüberträger ist die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreitet ist.

Auch eine sexuelle Übertragung ist möglich. Dabei unterscheiden sich die Zeiträume, in denen infizierte Männer und Frauen ansteckend sind, da Zikaviren länger in Sperma nachweisbar bleiben, als in anderen Körperflüssigkeiten (siehe WHO-Empfehlungen zur Verhinderung einer sexuellen Übertragung). Am häufigsten werden sexuelle Übertragungen von infizierten Männern auf weibliche Partner berichtet (siehe „Was sollten Reisende in Zika-Gebiete beachten, wie kann man sich vor einer Infektion schützen?“).

Zikaviren können von infizierten schwangeren Frauen über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Eine Ansteckung wurde in wenigen Einzelfällen über kontaminierte Blutprodukte berichtet. In Deutschland werden Reiserückkehrer aus Zika-Endemiegebieten mindestens 4 Wochen von der Blutspende zurückgestellt.

Stand: 25.06.2019

Was sind typische Symptome einer Zikavirus-Infektion?

Die meisten Zikavirus-Infektionen verlaufen ohne Symptome. Wenn Symptome auftreten, sind diese meistens mild und ähneln denen anderer tropischer, durch Mücken übertragener Infektionen (z.B. Denguefieber). Mögliche Symptome sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber.

In seltenen Fällen können neurologischen Komplikationen auftreten (z.B. Guillain-Barré Syndrom). Zikavirus-Infektionen während der Schwangerschaft können zu Fehlbildungen beim Fötus führen (z.B. Mikrozephalie).

Stand: 25.06.2019

Wie lässt sich eine Zikavirus-Infektion diagnostizieren?

Der Verdacht auf eine Zikavirus-Infektion ergibt sich vor allem für Reiserückkehrer aus Zika-Gebieten sowie für Sexualpartner solcher Reiserückkehrer mit entsprechenden Symptomen (siehe "Was sind typische Symptome einer Zikavirus-Infektion?" ). In den ersten Erkrankungstagen lässt sich eine Zikavirus-Infektion im Blut und im Urin direkt nachweisen, später über eine Antikörper-Diagnostik. Weitere Informationen zur Diagnostik und Empfehlungen dazu, für wen eine Laboruntersuchung auf eine Zikavirus-Infektion sinnvoll ist, finden Sie auf den Internetseiten des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin.

Stand: 25.06.2019

Welche Therapien gibt es gegen Zikavirus-Infektion?

Es gibt weder einen Impfstoff noch Medikamente, mit dem sich Zikavirus-Infektionen gezielt behandeln lassen. Die Krankheit wird symptomatisch behandelt.

Stand: 25.06.2019

Wo kommen Zikaviren vor?

Zikaviren zirkulieren in den tropischen und tropennahen subtropischen Regionen aller Kontinente. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren ist für Reisende vor allem dort hoch, wo größere Zikavirus-Ausbrüche bekannt sind.

Größere Ausbrüche beim Menschen wurden 2007 in Mikronesien, 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum und von 2015 bis 2017 in Mittel- und Südamerika registriert (siehe auch Zeitleiste der WHO). In den Ländern mit großen Ausbrüchen 2015-2017 sind die Erkrankungszahlen stark zurückgegangen. Im Oktober 2019 wurden vereinzelte offenbar autochthon durch Mücken übertragene Zikavirus-Infektionen in Südfrankreich bekannt. Die Betroffenen waren im August 2019 erkrankt (siehe hierzu auch eine Risikobewertung des ECDC vom 16.10.2019).

Für Reisende hängt das Risiko einer Infektion von dem aktuell bestehenden Risiko einer Übertragung durch Mücken im Reiseland ab. In einer Risikobewertung (Rapid Risk Assessment vom April 2019) des ECDC wird das Risiko, eine Infektion zu erwerben, während eines Ausbruchs als hoch bezeichnet; in anderen Zika-Gebieten als mittel bis niedrig.

Weitere Informationen über den aktuellen Kenntnisstand zur regionalen Zikavirus-Zirkulation sind auf den Webseiten der WHO und des CDC abrufbar.

Stand: 24.10.2019

Was sollten Reisende in Zika-Gebiete beachten, wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

  • Einen Impfstoff gegen Zikaviren gibt es nicht.
  • Reisemedizinische Beratung: Alle Reisenden in tropische Länder sollten sich vorher reisemedizinisch beraten lassen. Dies gilt insbesondere für Reisende mit Erkrankungen des Immunsystems oder schweren chronischen Erkrankungen und bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft.
  • Schutz vor Mückenstichen: Reisende sollten sich rund um die Uhr vor Mückenstichen schützen, zum Beispiel durch Insektenschutzmittel auf Haut und/oder Kleidung und Bettnetze. Dies gilt besonders im Freien, sowie in Räumen, die nicht klimatisiert oder nicht durch Netze geschützt sind.
  • Beratung zu Risiken der sexuellen Übertragung und einer Zikavirus-Infektion in der Schwangerschaft
    Alle Reisenden und ihre Sexualpartner sollten über das Risiko einer sexuellen Übertragung von Zikavirus informiert werden (siehe auch WHO-Empfehlung zur Verhinderung einer sexuellen Übertragung)
  • Frauen und ihren Partnern, die eine Schwangerschaft planen, wird empfohlen, sich vor einer möglichen Reise in ein Zika-Gebiet reisemedizinisch zur Situation vor Ort beraten zu lassen und mit ihrem Arzt mögliche Risiken und Konsequenzen einer Zikavirusinfektion zu besprechen. Mit einer Schwangerschaft sollte nach Empfehlungen der WHO für die Dauer der Reise und je nachdem, welcher Partner gereist ist, für folgende Zeiträume nach Reiseende gewartet werden:

    • Frauen sollten nach Rückkehr aus einem Zika-Gebiet mindestens 2 Monaten auf Sex verzichten, der zu einer Schwangerschaft führen kann, (also konsequent Verhütungsmittel und zur Verhinderung einer sexuellen Übertragung Kondome verwenden oder für diesen Zeitraum auf Sex verzichten)
    • Männliche Sexualpartner, die aus einem Zikagebiet zurückkehren, sollten –auch wenn sie keine Symptome haben- für eine Dauer von mindestens 3 Monaten korrekt und konsequent Kondome verwenden oder in diesem Zeitraum auf Sex verzichten, um eine sexuelle Übertragung zu verhindern und das Risiko einer Schwangerschaft zu vermindern.
    • Kehren beide Partner aus einem Zika-Gebiet zurück, sollte mit einer Schwangerschaft für mindestens 3 Monate gewartet werden. Das Paar sollte für eine Dauer von mindestens 3 Monaten korrekt und konsequent Kondome verwenden oder in diesem Zeitraum auf Sex verzichten, um eine sexuelle Übertragung zu verhindern.
    • Paare ohne Symptome, die nicht so lange warten möchten, haben die Möglichkeit sich ab dem 28. Tag nach Reiserückkehr serologisch testen zu lassen (Probeneinsendung ans Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin über den behandelnden Arzt)
  • Schwangeren Frauen wird empfohlen, von vermeidbaren Reisen in Zika-Gebiete abzusehen. Bei unvermeidbaren Reisen sollten sie sich vorher reisemedizinisch zur Situation vor Ort beraten lassen und auf ganztägigen konsequenten Mückenschutz achten.
    Schwangere Frauen, deren Sexualpartner aus einem Zikavirus-Gebiet zurückkehren, empfiehlt die WHO wegen der Möglichkeit sexueller Übertragung bis zum Ende der Schwangerschaft korrekt und konsequent Kondome verwenden oder für diesen Zeitraum auf Sex verzichten. Schwangere, bei denen die Möglichkeit einer Zikavirus-Infektion besteht, sollten ihren Gynäkologen darauf hinweisen, damit der Verlauf der Schwangerschaft entsprechend überwacht werden kann.

Eine Übersicht reisemedizinischer Beratungsstellen ist unter www.rki.de/reise zu finden.

Stand: 25.06.2019

Was sollten Reisende beachten, die aus einem Gebiet mit Zikavirus-Übertragung zurückkehren?

Stand: 25.06.2019

Wie groß ist die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Zikavirus zu infizieren?

Eine Ansteckung durch Mücken in Deutschland wurde bisher nicht beschrieben. Das Risiko für ein solches Ereignis wird bislang als sehr gering eingeschätzt. Der Hauptüberträger - die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) - kommt in Deutschland nicht vor.

Auch andere Aedes-Mücken können unter bestimmten Bedingungen Zikaviren übertragen. Dazu gehört auch die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die punktuell in einigen Orten in Süddeutschland vorkommt. Es ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob diese Mückenart das Zikavirus unter den in Deutschland herrschenden Bedingungen übertragen kann. Wenn es im Sommer eine größere Anzahl importierter Zikavirus-Fälle in Deutschland geben würde (siehe "Wie viele importierte Zikavirus-Fälle sind bislang in Deutschland gemeldet worden?"), wären einzelne Übertragungen in Gebieten, in denen die asiatische Tigermücke vorkommt in Deutschland in besonders warmen Sommermonaten nicht auszuschließen.

Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr kann es zu einzelnen Fällen durch sexuelle Übertragung durch zuvor in Zika-Gebieten infizierte Reisende kommen (Siehe auch „Wie steckt man sich an?“ und WHO-Empfehlung zur Verhinderung einer sexuellen Übertragung).

Stand: 25.06.2019

Wie viele importierte Zikavirus-Fälle sind bislang in Deutschland gemeldet worden?

Seit 2016 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Meldepflicht für Zikavirus-Infektionen. 2016 wurden 222 Zikavirus-Infektionen übermittelt, 2017 gingen die Zahlen deutlich zurück (68 Fälle). 2018 wurden 18 Fälle gemeldet, 2019 bislang 10 Fälle (Stand Oktober 2019). Da Zikavirus-Infektionen häufig symptomlos bleiben oder nur mit milden Symptomen einhergehen, ist jedoch auch nach Einführung der Meldepflicht von einer starken Untererfassung aller Zikavirus-Infektionen unter Reiserückkehrern auszugehen. Reiserückkehrer aus Gebieten mit nur geringer endemischer Übertragung werden auch bei Symptomen vermutlich meistens nicht auf Zikavirus-Infektion untersucht.

Stand: 23.10.2019

Wo kann man sich sonst informieren?

Auf den Internetseiten des RKI (www.rki.de/zika) und bei reisemedizinischen Beratungsstellen (Übersicht unter www.rki.de/reise). Bei Fragen zur Gesundheitssituation vor Ort im Landkreis sind Gesundheitsamt und Ärzte vor Ort Ansprechpartner.

Stand: 25.06.2019

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