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Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19

Gesamtstand: 1.4.2021

Virus und Epidemiologie (Stand: 11.3.2021)

Was ist über den Erreger und die Krankheit bekannt?

Informationen zu SARS-CoV-2 (offizielle Bezeichnung des neuartigen Coronavirus) und COVID-19 (offizielle Bezeichnung der Erkrankung durch das neuartige Coronavirus) sind im Steckbrief zu COVID-19 zusammengefasst. Das Dokument wird fortlaufend aktualisiert.Informationen zu den besorgniserregenden Virusvarianten (VOC) sind auch auf der dazugehörigen Übersichtseite unter www.rki.de/covid-19-varianten zu finden.

Stand: 02.03.2021

Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland, wie schätzt das RKI die Lage ein und welche Empfehlungen gibt es für die Fachöffentlichkeit?

Das RKI analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Dazu zählen unter anderem die offiziellen Meldedaten (u.a. Fall- und Todeszahlen, geografische Verteilung, zeitlicher Verlauf, betroffene Altersgruppen, Hospitalisierungen, Ausbrüche), aber auch Informationen aus bereits bestehenden Surveillance-Systemen (z.B. zur Influenza) und aus Projekten und Studien, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie - auch in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - durchgeführt werden. Auch die Anzahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen und der in Deutschland insgesamt durchgeführten Labortests auf SARS-CoV-2 wird erfasst. Alle Informationen werden gemeinsam bewertet und im täglichen Situationsbericht veröffentlicht. Die aktuelle Risikobewertung ist unter www.rki.de/covid-19-risikobewertung abrufbar.

Im Zuge des Aufkommens neuer Virusvarianten wird die Surveillance aktuell weiter ausgebaut: Zirkulierende SARS-CoV-2-Viren werden in Deutschland zunehmend auf Ebene der Genombestimmung molekularbiologisch untersucht. Die Sequenzdaten werden aus verschiedenen Quellen am RKI zusammengeführt (siehe auch Deutscher elektronischer Sequenzdaten-Hub, kurz DESH) und gemeinsam mit den epidemiologischen Daten aus dem Meldesystem gemäß Infektionsschutzgesetz ausgewertet (Integrierte Molekulare Surveillance).

Darüber hinaus arbeitet das Institut eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen zusammen - auf nationaler und internationaler Ebene. Auf Basis all der genannten Informationen und Datenquellen erstellt das Institut Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um die Weiterverbreitung des Virus zu verlangsamen.

Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar. Sie werden kontinuierlich an die Lage angepasst. Fortlaufend aktualisierte Informationen zu Erreger und Erkrankung werden in einem Steckbrief zu COVID-19 zur Verfügung gestellt.

Stand: 09.03.2021

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist sie für die Bewertung der Lage?

Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt.

Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0 (auch: Basisreproduktionszahl), der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn die gesamte Bevölkerung empfänglich für das Virus ist (weil es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt), noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. R0 ist eine Größe, die für eine bestimmte Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt spezifisch ist, es kann somit kein allgemeingültiger Wert angegeben werden.

Bei SARS-CoV-2 wurden für die entsprechenden Bevölkerungen R0 zwischen 2,8 und 3,8 geschätzt, das heißt jeder Infizierte steckt im Mittel zwischen drei und vier Personen an. Die so genannten "besorgniserregenden Virusvarianten" weisen wahrscheinlich eine höhere Übertragbarkeit auf. Ohne Gegenmaßnahmen würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst dann sinken, wenn ein sehr großer Teil der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können. Dann ist die so genannte Herdenimmunität erreicht. Dieser Anteil der Bevölkerung, der bis zum Erreichen der Herdenimmunität notwendig ist, ist abhängig vom R0-Wert. Bei einem R0-Wert von 3 liegt diese Schwelle bei 67%, bei einem R0-Wert von 4 bei 75%.

Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t). Es gilt:

  • Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R unter 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Bei SARS-CoV-2 ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten.

Die Schätzung des R-Wertes basiert auf dem sogenannten Nowcasting, einem statistischen Verfahren, das die Entwicklung der Fallzahlen nach Erkrankungsbeginn darstellt und für die letzten Tage auch prognostiziert (mehr Informationen zur Methode, Beispielrechnungen und aktuelle Zahlen unter www.rki.de/covid-19-nowcasting ). Diese Prognose ist mit Unsicherheit behaftet, die sich auch in den zum R-Wert angegebenen Prädiktionsintervallen spiegelt. Nach Eingang weiterer Fallmeldungen am RKI wird der R-Wert im Verlauf für die zurückliegenden Tage angepasst und ggf. nach oben oder unten korrigiert.

Im täglichen Situationsbericht werden zwei R-Werte dargestellt. Zum einen der sensitivere 4-Tage-R-Wert. Dieser Wert bildet zeitnah den Trend der Anzahl von Neuerkrankungen ab und kann auf mögliche Trendänderungen hinweisen. Er reagiert jedoch empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen – wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können - was besonders bei insgesamt kleineren Anzahlen von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen kann. Zusätzlich gibt das RKI ein stabileres 7-Tage-R an, das sich auf einen längeren Zeitraum bezieht und daher weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Das 7-Tage-R bildet Trends zuverlässiger ab, bezieht sich dabei jedoch auf ein Infektionsgeschehen, das etwas länger zurückliegt als beim 4-Tage-R-Wert.

Technisch werden beide R-Werte auf der Basis des Nowcasting geschätzt. Das Nowcasting endet am Datum von vor 4 Tagen, da noch keine zuverlässige Aussage zur Anzahl der Neuerkrankungen der letzten 3 Tage gemacht werden kann.

Der sensitivere 4-Tage-R-Wert kann geschätzt werden durch Verwendung eines gleitenden 4-Tages-Mittels der durch das Nowcasting geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen. Er vergleicht dann die geglättete Anzahl eines Tages mit der entsprechenden Anzahl vor 4 Tagen. Die Infektionen zu diesen Neuerkrankungen liegen nochmal 4 bis 6 Tage davor, das heißt also vor 8 bis 13 Tagen. Der 4-Tage-R-Wert, der heute berichtet wird, bildet also das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis zwei Wochen ab. Analog dazu wird das 7-Tage-R durch Verwendung eines gleitenden 7-Tages-Mittel der Nowcasting-Kurve geschätzt. Schwankungen werden dadurch stärker ausgeglichen. Das 7-Tage-R vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert 4 Tage zuvor. Die Infektionen zu den Neuerkrankungen liegen 4 bis 6 Tage davor, das heißt also vor 8 bis 16 Tagen. Das 7-Tage-R bildet somit das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen ab. Für die Einschätzung der epidemiologischen Lage kommt dem 7-Tage-R-Wert eine höhere Bedeutung zu, da dieser weniger beeinflusst wird von tagesaktuellen Schwankungen der Zahl der gemeldeten und an das RKI übermittelten Fälle.

Beispiel:
(A) Berechnung R-Wert, der am 14. Mai im Lagebericht veröffentlicht wird. Dieser Wert basiert auf der geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen bis zum 10. Mai. Er berechnet sich als Summe der Neuerkrankungen zwischen den 4 Tagen vom 7. bis zum 10. Mai geteilt durch die Summe der Neuerkrankungen der 4 Tage vom 3. bis zum 6. Mai. Er bezieht sich damit auf die Neuerkrankungen vom 7. bis zum 10. Mai, die zugehörigen Infektionen liegen eine Inkubationszeit davor und damit 4 bis 6 Tage davor, das heißt also zwischen dem 1. und 6. Mai. Damit liegt das beschriebene Infektionsgeschehen 8 bis 13 Tage vor dem 14. Mai.

(B) Berechnung des 7-Tage-R-Werts, der am 14. Mai im Lagebericht veröffentlicht wird. Dieser Wert basiert auf der geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen bis zum 10. Mai. Er berechnet sich als Summe der Neuerkrankungen zwischen den 7 Tagen vom 4. bis zum 10. Mai geteilt durch die Summe der Neuerkrankungen der 7 Tage vom 30. April bis zum 6. Mai. Er bezieht sich damit auf die Neuerkrankungen vom 4. bis zum 10. Mai, die zugehörigen Infektionen liegen eine Inkubationszeit davor und damit 4 bis 6 Tage davor, das heißt also zwischen dem 28. April und dem 6. Mai. Damit liegt das beschriebene Infektionsgeschehen 8 bis 16 Tage vor dem 14. Mai.


Unter www.rki.de/covid-19-nowcasting werden Beispielrechnungen und beide R-Werte mit Prädiktionsintervallen als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt und täglich aktualisiert.

Stand: 11.03.2021

Welchen Zusammenhang gibt es generell zwischen erhöhten Testzahlen und erhöhten Fallzahlen?

Testen ist essenzieller Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie: Testen ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Zahl und Verteilung von infizierten Personen in Deutschland. Dies ist Grundlage für eine Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor Überlastung unseres Gesundheitssystems. Die Anzahl der nachgewiesenen SARS-CoV-2 Infektionen hängt generell vom Vorkommen dieser Infektionen in der Bevölkerung, der Teststrategie und der Anzahl der durchgeführten Tests ab. Die Testkriterien werden an die jeweilige epidemiologische Lage angepasst (siehe Nationale Teststrategie und Flussschema).

Eine Ausweitung der Testindikationen (z.B. für Reiserückkehrer) oder eine Erhöhung der Zahl durchgeführter Tests (z.B. im Rahmen von Ausbrüchen oder Studien) kann zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Infizierte (auch ohne oder mit nur sehr milden Symptomen) erkannt werden. Das heißt aber nicht, dass umgekehrt die beobachteten steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären wären, geschweige denn mit einem vermeintlich hohen Anteil an falsch-positiven Ergebnissen der PCR-Testung (für weitere Informationen siehe „Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?“).

Stand: 13.11.2020

Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?

Viele Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen, verbreiten sich in der kälteren Jahreszeit besser. Zu den beitragenden Faktoren gehören die niedrigeren Temperaturen (bei denen manche Viren länger überleben), weniger UV-Strahlung, der schlechtere Vitamin-D-Status der Bevölkerung, die geringere Luftfeuchtigkeit, die trockeneren (und damit anfälligeren) Schleimhäute der Menschen, aber auch die Tatsache, dass man mehr Zeit und mit mehr Menschen in Innenräumen verbringt. Eine Saisonalität ist daher bei Atemwegserregern, aber auch bei vielen gastrointestinalen Erregern, ein weit verbreitetes, bekanntes Phänomen und wurde auch bei anderen humanen Coronaviren beobachtet. Diese zirkulieren seit Jahren in der menschlichen Bevölkerung, führen aber im Allgemeinen nur zu leichten Atemwegserkrankungen („Erkältungen“).

Vermutlich spielen die Faktoren, die zur Saisonalität beitragen, auch bei SARS-CoV-2 eine Rolle. Allerdings wurde generell eine Verbreitung von SARS-CoV-2 in fast allen Ländern der Erde unabhängig von der Jahreszeit beobachtet, und auch in Deutschland kam es im Sommer zu Übertragungen und Ausbrüchen. Daher ist es auch in der wärmeren Jahreszeit äußerst wichtig, die AHA+L-Regeln zu beachten.

Weitere Informationen dazu sind im Steckbrief zu COVID-19 zu finden (Abschnitt „Besondere Aspekte“).

Stand: 11.03.2021

Welche Rolle spielen die neuen, besorgniserregenden Varianten?

Derzeit breiten sich neue, besorgniserregende Varianten auch in Deutschland aus, insbesondere die erstmals in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7. Sie ist noch ansteckender und wahrscheinlich noch gefährlicher als das bisherige SARS-CoV-2, und es ist davon auszugehen, dass die Ausbreitung von B.1.1.7 die Bekämpfung der Pandemie erschweren wird. Die bisher ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen und empfohlenen Verhaltensregeln (u.a. AHA+L, Kontaktreduktion) schützen auch vor Ansteckungen mit den besorgniserregenden Varianten. Entscheidend ist, dass die Verhaltensregeln konsequent umgesetzt werden. Auch die bislang zugelassenen Impfstoffe schützen nach derzeitigem Kenntnisstand vor COVID-19-Erkrankungen durch besorgniserregende Varianten (siehe auch FAQ zu COVID-19 und Impfen > Welchen Einfluss haben die neuen Varianten auf die SARS-CoV-2-Impfstoffe?)

Eine Übersicht über die Varianten und die Empfehlungen des RKI im Hinblick auf die Varianten ist unter www.rki.de/covid-19-varianten zu finden, umfangreiche Berichte zu ihrer Verbreitung in Deutschland unter www.rki.de/covid-19-voc-berichte.

Jedes Laboratorium in Deutschland, welches SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln. Dort wird zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung gestellt: Deutscher elektronischer Sequenzdaten-Hub, kurz DESH.

Stand: 02.03.2021

Fallzahlen und Meldungen (Stand: 31.3.2021)

Wo gibt es die aktuellen Fallzahlen und Inzidenzen?

Die an das RKI übermittelten Fallzahlen und die daraus berechneten 7-Tage-Inzidenzen in Deutschland werden - nach Bundesland und Landkreisen - grafisch und tagesaktuell in einem Dashboard dargestellt ( https://corona.rki.de ). Sie sind auch im täglichen Situationsbericht zu finden. Eine tagesaktuelle Tabelle nach Bundesland ist auch unter www.rki.de/covid-19-fallzahlen abrufbar. Eine Excel-Tabelle aller vom RKI berichteten Fälle, Todesfälle und Inzidenzen seit Beginn der Pandemie ist abrufbar unter www.rki.de/covid-19 > Daten zum Download.

Es werden nur COVID-19-Fälle veröffentlicht, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Werden im Laufe der Infektion mehrere Laboruntersuchungen durchgeführt, werden diese an das Gesundheitsamt gemeldet und dort zu einem COVID-19-Fall zusammengefasst.

Bei der Übermittlung der Fälle von den Gesundheitsämtern über die zuständigen Landesbehörden bis ans RKI kann es zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen, sowohl bei den reinen Fallzahlen als auch bei den 7-Tage-Inzidenzen (siehe auch „Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“).

Bei den Fällen in den letzten 7 Tagen und der 7-Tage-Inzidenz liegt das Meldedatum beim Gesundheitsamt zugrunde, also das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat (also nicht das Datum, an dem ein Fall im RKI übermittelt wird).

Weltweite Fallzahlen sind auf den Internetseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) abrufbar.

Stand: 09.03.2021

Was ist alles meldepflichtig?

Meldepflichtig sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) der Verdacht auf eine Erkrankung, eine Erkrankung und der Tod in Bezug auf COVID-19 sowie der Nachweis des Erregers SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist (siehe www.rki.de/covid-19-meldepflicht ). Dies gilt auch für Leiter von Einrichtungen (wie Schulen und Altenpflegeheime, siehe § 36 Abs. 1 IfSG), wenn in diesen Einrichtungen Antigennachweise durchgeführt werden, diese positiv sind und wenn ein Arzt nicht hinzugezogen wurde, da bei einem positiven Antigennachweis grundsätzlich von einem relevanten Erkrankungsverdacht im Sinne des IfSG auszugehen ist.

Ein direkter Erregernachweis z.B. durch eine PCR, weist in der Regel auf eine akute Infektion hin und muss daher gemeldet werden. Dies gilt auch für patientennahe Schnelltests auf SARS-CoV-2 (z.B. Antigennachweise). Die Meldepflicht für positive Erregernachweise besteht für Labore, aber auch für Ärzte, die Infektionserregerdiagnostik z.B. in ihrer Praxis durchführen.

Bei einem indirekten Erregernachweis sollte folgendes beachtet werden: Mit den derzeit am Markt befindlichen serologischen Tests kann bei einmaliger Untersuchung noch nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt. Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion festgestellt werden (Abstand der beiden Tests maximal 30 Tage), kann dies auf eine akute Infektion hinweisen. Der Nachweis von IgM-Antikörpern und der Nachweis von IgG-Antikörpern in getrennten Tests, kann ebenfalls bei entsprechender Beurteilung durch das Labor unter Berücksichtigung der verwendeten Tests, ein Hinweis auf eine akute Infektion sein. Der einmalige Nachweis von IgM lässt nicht sicher auf eine akute Infektion schließen. Die Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen (siehe auch „Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Test gibt es?“).

Seit 01.01.2021 haben gemäß § 14 Abs. 8 IfSG alle Labore verpflichtend das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) für die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen zu nutzen.

Die Meldepflicht ermöglicht dem Gesundheitsamt die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen. Die Daten werden am Gesundheitsamt zusammengeführt, validiert und an die zuständigen Landesbehörden und von dort ans RKI übermittelt. Gemäß Falldefinition werden nur Fälle veröffentlicht, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild) (siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“).

Stand: 09.03.2021

Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?

Die Ärztin oder der Arzt, aber auch andere zur Meldung verpflichtete Personen wie z.B. Leiter von Einrichtungen (z.B. Schulen, Pflegeheime), der bei einer Person den Verdacht auf COVID-19 stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) melden (siehe dazu die "Empfehlungen zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19"). Auch das Labor, das SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Isolierung der betroffenen Person, Ermittlung von Kontaktpersonen) einleiten kann. Der Meldeweg vom Arzt oder anderen Meldepflichtigen zum Gesundheitsamt läuft derzeit noch routinemäßig per Fax, selten per Telefon oder E-Mail. Seit Mitte Juni 2020 haben Labore die Möglichkeit, Erregernachweise von SARS-CoV-2 elektronisch an das zuständige Gesundheitsamt zu melden (erste Ausbaustufe des Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystems für den Infektionsschutz DEMIS). Für Labore muss die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen seit dem 01.01.2021 verpflichtend über DEMIS erfolgen.

COVID-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden, allerdings ohne Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich und auch am Wochenende. Allerdings kann es bei der Übermittlung der Fälle auch zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen. Siehe dazu auch „Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“.

Dabei können – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen – auch zusätzliche Informationen übermittelt werden, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist. Die Daten werden vom RKI ausgewertet und dargestellt (siehe Dashboard und Situationsberichte). In vielen Fällen sind diese Informationen aber nicht vollständig, weil sie zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vorliegen und von den Gesundheitsämtern erst ermittelt werden müssen. Bei COVID-19 kann es vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen erst einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen, diese Information zum Verlauf aber den Gesundheitsämtern nicht immer vorliegt. Siehe auch  "Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?" und "Wie werden Todesfälle erfasst?".

In den Statistiken des RKI werden nur Fälle veröffentlicht, die die Referenzdefinition erfüllen. Das sind COVID-19-Fälle, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Fälle, bei denen lediglich eine positiver Antigennachweis vorliegt, erfüllen nicht die Referenzdefinition.

Stand: 09.03.2021

Werden die Meldedaten durch die wachsende Anzahl an Schnelltests verzerrt?

Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der positive Befund bei einem Antigenschnelltest als Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung meldepflichtig an das Gesundheitsamt. Die an die Gesundheitsämter gemeldeten Daten werden an das RKI gemäß Falldefinition übermittelt. In den Lageberichten und anderen Daten-Publikationen (z.B. Dashboard) des RKI werden jedoch nur die mit PCR bestätigten Fälle ausgewiesen (nach Referenzdefinition).

Von allen positiven Antigennachweisen, die an das RKI übermittelt wurden, wurde bei 65% eine PCR-Bestätigung angegeben.

Der Anteil von allen die Referenzdefinition erfüllenden, also PCR-bestätigten Fälle, für die ein vorangehender positiver Antigentests vorliegt, lag in KW 5 bis einschließlich KW 9 konstant bei ca. 3,5%. Seit KW 10 steigt dieser Anteil leicht von 4,4% in KW 10 auf 5,5% in KW 11 und 6,0% in KW 12 an. Der Anstieg des Anteils der Antigennachweise kann jedoch nicht allein den deutlichen Fallzahlanstieg begründen. Während die COVID-19-Fallzahlen von KW 10 auf KW11 und KW 11 und KW 12 um über 20.000 Fälle angestiegen sind, ist die Anzahl der PCR-bestätigten Fälle, bei denen ein Antigennachweis angegeben wurde, nur um jeweils ca. 1.800 gestiegen.

Aus den dem RKI nach IfSG vorliegenden Daten lässt sich daher keine Verzerrung der Anzahl PCR-positiver Testergebnisse durch eine übergroße oder stark ansteigende Anzahl von positiven Antigentests nachweisen. Einschränkend muss gesagt werden, dass über die Vollständigkeit der den Gesundheitsämtern gemeldeten positiven Antigennachweise keine Aussage gemacht werden kann.

Stand: 31.03.2021

Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise und den Angaben des RKI-Dashboards?

Generell gilt: Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen. Diese sind mit ausschlaggebend für die Bewertung der Situation vor Ort. Die örtlichen Behörden entscheiden auch darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Das RKI-Dashboard bietet eine Übersicht über die COVID-19-Fälle in Deutschland nach Bundesland zur Verfügung. Die Zahlen, die für einen Landkreis im Dashboard aktuell angezeigt werden, können jedoch von den Zahlen, die die lokalen Behörden für den Landkreis aktuell kommunizieren, abweichen.

Diskrepanzen zwischen den berichteten Inzidenzen der Landkreise und den Daten des Dashboards können verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können sie durch den Übermittlungsverzug bedingt sein (z.B. wenn das Gesundheitsamt bereits Fälle an die zuständige Landesbehörde übermittelt hat, diese aber noch nicht vom Land an das RKI übermittelt worden sind, siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“). In anderen Fällen kann das auch an einem anderen Datenstand liegen (das RKI verwendet den Datenstand jeweils 0 Uhr, möglicherweise nutzen die Landebehörden/Gesundheitsämter einen anderen zeitlichen Rahmen).

Die 7-Tage-Inzidenz basiert auf dem Meldedatum der Fälle, das ist der Zeitpunkt, an dem der Fall dem Gesundheitsamt bekannt wird. Durch den Übermittlungsverzug kann es zu einer Unterschätzung der 7-Tage-Inzidenz kommen, insbesondere bei dynamischen Entwicklungen, da noch nicht alle Daten vollständig vorliegen.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden die Daten aufgrund des großen Informationsbedürfnisses tagesaktuell veröffentlicht. Die Daten werden automatisiert und elektronisch übermittelt. Die anschließende Qualitätskontrolle kann dazu führen, dass Datensätze im Verlauf ergänzt oder korrigiert werden. Es kann zum Beispiel sein, dass dadurch Fälle und Todesfälle wieder aus der Berichterstattung fallen und so auch negative Differenzen zum Vortag entstehen. Die Korrektur der Daten erfolgt immer auf Ebene des Gesundheitsamtes.

Stand: 02.12.2020

Warum sind die Fallzahlen am/nach dem Wochenende geringer als an Arbeitstagen?

In der Regel werden an Samstagen und Sonntagen weniger COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt als an anderen Tagen. Das führt dazu, dass an Sonntagen und Montagen meist deutlich geringere Fallzahlen vom RKI berichtet werden als an anderen Wochentagen.
Dies hat mehrere Gründe: Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen einen Arzt auf, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an das RKI übermitteln. Gemäß IfSG ist sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 27.10.2020

Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?

Gesundheitsämter ermitteln nicht nur im Rahmen der Umgebungsuntersuchung Kontaktpersonen, die sich bei dem Fall angesteckt haben könnten, sondern erheben auch, wo sich ein Fall selbst angesteckt haben könnte (Quellensuche). Die betroffenen Personen werden hierfür vom Gesundheitsamt eingehend befragt, ob sie innerhalb der 14 Tage vor ihrem Symptombeginn Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und wenn ja, ob sich dieser Kontakt im Haushalt, am Arbeitsplatz oder in einer medizinischen Einrichtung zugetragen hat. Diese Informationen lassen sich nicht immer ermitteln, sie liegen nur für einen Teil der Fälle vor.

Das wahrscheinliche Infektionsumfeld wird ebenfalls erhoben und in die Meldesoftware eingegeben. Die Daten und Entwicklungen werden dienstags im Situationsbericht veröffentlicht. Tatsächlich ist es in der Praxis für Gesundheitsämter und Betroffene oft sehr schwer, den exakten Infektionsort zu bestimmen. Die Inkubationszeit ist mit bis zu 14 Tagen sehr variabel und die Symptome beginnen schleichend und sind oft unspezifisch. Übertragungen können auch von Personen ausgehen, die (noch) keine Symptome zeigen. In den 14 Tagen vor Symptombeginn kann sich ein COVID-19-Fall an vielen möglichen Orten und Umständen angesteckt haben. Eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände ist daher für sehr viele Einzelfälle nicht möglich. Die Angaben hierzu im Meldewesen sind daher nur mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.

Gemäß Infektionsschutzgesetz soll auch übermittelt werden, ob die COVID-19-Fälle in einer für den Infektionsschutz relevanten Einrichtung betreut, untergebracht oder tätig sind. Dabei wird zwischen verschiedenen Arten von Einrichtungen unterschieden (z.B. betreut oder tätig in einer Gemeinschaftseinrichtung, einer medizinischen Einrichtung oder einer Gemeinschaftsunterkunft. Auch diese Daten erscheinen täglich im Situationsbericht. Da Angaben zu Betreuung, Unterbringung und Tätigkeit bei einem Teil der Fälle fehlen, sind die Anteile der Fälle mit einer Betreuung, Unterbringung oder Tätigkeit in den einzelnen Einrichtungen als Mindestangaben zu verstehen. Betreuung oder Tätigkeit in einer Einrichtung ist nicht gleichbedeutend mit einem Infektionsort in derselben. Aus den Angaben zur Einrichtung kann also nicht direkt auf das wahrscheinliche Infektionsumfeld geschlossen werden – die Angaben sollen vielmehr das Gesundheitsamt frühzeitig in die Lage zu versetzen, nach Auftreten des Falls in diesen Einrichtungen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen und z.B. durch Betretungs- oder Tätigkeitsverbote oder auch Schließungen die weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern.

Da eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände für sehr viele Einzelfälle nicht möglich ist, ist die Aufarbeitung von COVID-19-Ausbruchsgeschehen umso wichtiger. Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Fällen, ob weitere Fälle auftreten. Solche Ausbruchsgesehen werden den Landesbehörden und dem RKI ebenfalls übermittelt. Die bisherigen Daten zeigen, dass Ausbrüche in vielfältigen Settings in Deutschland stattfinden und dass daher ein breiter Präventionsansatz mit Beachtung der AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften) in allen Lebenswelten essenziell ist, um COVID-19-Ausbrüche zu verhindern. Auswertung von Ausbrüchen sind im Epidemiologischen Bulletin 38/2020 abrufbar und werden seit dem 20.10.2020 jeden Dienstag im Situationsbericht veröffentlicht. Die Daten sind auf der Webseite verfügbar: www.rki.de/covid-19-ausbruchsdaten.

Für die zielgerichtete Prävention von COVID-19-Infektionen und -Ausbrüchen ist es wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen sich Infektionsübertragungen besonders leicht ereignen und Ausbrüche entstehen.

Die Ausweisung von Ausbrüchen dient in erster Linie der Erleichterung der Arbeit im Gesundheitsamt und besseren Zusammenarbeit zwischen beteiligten Gesundheitsämtern. Wie Ausbrüche in den Gesundheitsämtern als solche gekennzeichnet werden, ist sehr unterschiedlich und hängt von den Gegebenheiten vor Ort sowie der Charakteristika der Ausbrüche ab. Manchmal kann es sinnvoll sein, einen größeren Ausbruch in mehrere kleinere Cluster zu unterteilen, sodass die absolute Anzahl der übermittelten Ausbrüche nicht immer aussagekräftig ist.

Auch bei Ausbruchsgeschehen wird erfasst, in welchem Infektionsumfeld sie sich ereignen. Dabei kann zwischen Wohnstätten, Übernachtungen, Arbeitsplatz, Ausbildungsstätten, medizinischen Behandlungseinrichtungen, Betreuungseinrichtungen, Freizeit, Speisestätten, Verkehrsmitteln, und sonstigen unterschieden werden. Es sind jeweils weitere Unterteilungen möglich. Allerdings sind auch diese Angaben mit Vorsicht zu interpretieren: Die Zuordnung ist nicht immer eindeutig. Trotz der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten werden nicht alle Settings abgedeckt, in denen es zu Ausbrüchen kommt. Die Gesundheitsämter haben zudem bei hohem Aufkommen von Fällen häufig nicht die Kapazität, detaillierte Informationen zu Ausbrüchen zu erheben und zu übermitteln.

Viele Erkenntnisse zu besonderen Übertragungsrisiken werden nicht direkt aus dem Meldewesen- Surveillancedaten gewonnen, sondern aus der aktiven Beteiligung des RKI an Ausbruchsuntersuchungen, beispielsweise in Tirschenreuth.

An einzelnen Ausbruchsgeschehen können Übertragungswege manchmal im Rahmen von Studien genauer nachvollzogen werden

Für weitere Informationen siehe auch „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?“.

Stand: 09.03.2021

Wie werden Todesfälle erfasst?

In die Statistik des RKI gehen die COVID-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Das Risiko an COVID-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist es in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2-Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind („gestorben an“), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war („gestorben mit“) werden derzeit erfasst. Generell liegt es immer im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben an bzw. mit COVID-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird „verstorben an der gemeldeten Krankheit“ angegeben.

Verstorbene, die zu Lebzeiten nicht auf COVID-19 getestet wurden, aber in Verdacht stehen, an COVID-19 verstorben zu sein, können post mortem auf das Virus untersucht werden.

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist (siehe auch "Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?").

Stand: 02.12.2020

Weiß man, wie viele COVID-19-Patienten im Krankenhaus und auf Intensivstationen behandelt werden und wie viele die akute Infektion überstanden haben?

Wie viele COVID-19-Fälle aktuell im Krankenhaus behandelt werden, kann über die Meldedaten erfasst werden und wird jeden Dienstag im Situationsbericht veröffentlicht. Allerdings liegen die Daten aktuell nicht immer vollständig vor (siehe "Wie funktioniert der Meldeweg, was ist alles meldepflichtig und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?" und Situationsbericht jeden Dienstag).

Im DIVI-Intensivregister von RKI und DIVI werden u.a. intensivmedizinisch behandelte COVID-19-Patienten erfasst: Das Register stellt tagesaktuell dar, wie viele Patienten sich deutschlandweit in intensivmedizinischer Behandlung befinden, wie viele davon beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele Patienten gestorben sind. Die Zahlen werden im täglichen Situationsbericht zusammengefasst. Ausführliche Tagesreports, Karten, Ländertabellen und Zeitreihen sind unter www.intensivregister.de abrufbar.  

Informationen zu Krankenhausaufenthalten können aber auch über andere Surveillancesysteme des RKI erfasst werden, z.B. durch die Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (ICOSARI). Seit 2015 werden am RKI – zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen – zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den Influenza-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Entlassungsdiagnosen von Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege. Ein ICOSARI-Kurzbericht ist jeden Donnerstag im Situationsbericht zu finden.

Daten darüber, ob ein Patient die akute Infektion überstanden hat, werden nicht offiziell erhoben. Das RKI schätzt die Zahl dieser Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard ( https://corona.rki.de ) und im Situationsbericht  zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Angaben, ob ein COVID-19-Fall verstorben ist und ob Angaben zur Hospitalisierung vorliegen. In Abhängigkeit von Erkrankungsbeginn bzw. Meldedatum feste Zeitintervalle addiert, wobei angenommen wird, dass der Großteil der Personen in diesem Zeitraum bereits wieder genesen ist. Der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen berücksichtigt jedoch nicht, ob ggf. Spätfolgen der Erkrankung vorliegen, weil diese Daten nicht regulär im Meldesystem erfasst werden.

Stand: 09.03.2021

Was ist der Unterschied zwischen den COVID-19-Meldedaten nach IfSG und SARS-CoV-2-Nachweisen aus dem Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza?

Bei den SARS-CoV-2-Meldedaten nach IfSG handelt es sich um alle Infektionen in ganz Deutschland, die im Labor bestätigt, an die Gesundheitsämter gemeldet und ans RKI übermittelt wurden. Diese Zahlen sind die vom RKI täglich publizierten Fallzahlen für Deutschland (siehe auch "Was ist alles meldepflichtig?" und "Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?" sowie www.rki.de/covid-19-fallzahlen oder das Dashboard).

Die virologische Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) hingegen erfolgt seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit einem kleinen Teil der niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland (gut 100 primärversorgende Arztpraxen, so genannte Sentinelpraxen). Diese Arztpraxen werden gebeten, wöchentlich von maximal drei ihrer Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen Nasen- und Rachenabstriche durchzuführen und an das RKI einzusenden. Somit wird nur eine kleine Stichprobe aus der deutschen Bevölkerung erfasst. Im RKI werden die eingesandten Nasen- und Rachenabstriche auf verschiedene respiratorische Erreger untersucht, darunter auf Influenzaviren und seit Mitte Februar auch auf SARS-CoV-2. Ziel ist es, die zirkulierenden respiratorischen Viren zu erfassen und daraus Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung zu ziehen. Die Ergebnisse werden wöchentlich auf der AGI-Homepage unter https://influenza.rki.de, aber auch jeden Donnerstag im Situationsbericht zu COVID-19 veröffentlicht.

Stand: 16.11.2020

Warum bilden sich die COVID-19-Wellen bisher nicht bei GrippeWeb ab?

GrippeWeb ist ein Online-Portal des Robert Koch-Instituts, das 2011 online ging und die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland direkt aus der Bevölkerung beobachtet ( https://grippeweb.rki.de ). Derzeit melden etwa 6.500 bis 8.500 Teilnehmende pro Woche. GrippeWeb gehört zu den syndromischen Überwachungssystemen. Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die idealerweise wöchentlich online melden, geben an, ob sie in der abgelaufenen Woche eine neu aufgetretene Atemwegserkrankung hatten mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber, oder ob dies nicht der Fall war.

Es werden bei GrippeWeb folgende Definitionen benutzt:

  • Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber ODER Husten ODER Halsschmerzen;
  • grippeähnliche Erkrankungen (influenza-like illness; ILI) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber UND (Husten ODER Halsschmerzen). Somit gehören alle ILI auch zu den ARE.

Eine Vielzahl von Atemwegserregern kann diese Symptome hervorrufen, und es ist so gut wie nie bekannt, welcher Erreger im Einzelfall zu der Atemwegserkrankung geführt hat. Auch eine Person mit COVID-19 würde normalerweise Symptome haben, die als ARE in GrippeWeb registriert würden. Eine Abfrage, ob bestimmte Atemwegserreger nachgewiesen wurden, ist im GrippeWeb-System bisher nicht enthalten. Auch wenn eine Person mit einer ARE seinen Erreger kennt, kann dieser nicht eingegeben werden.

Die "COVID-19-Wellen" (im März/April 2020 sowie im September/Oktober 2020) bilden sich bei GrippeWeb in den ARE- und ILI-Raten bisher eher nicht ab, da sich die COVID-19-Fallzahlen in einer Größenordnung bewegen, die deutlich unterhalb des "syndromischen Radars" liegt. Allerdings lassen sich die Wirkungen der Maßnahmen in GrippeWeb sehr gut verfolgen, da durch die Einhaltung der AHA(+L)-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen und Lüften) von vielen Bürgerinnen und Bürgern, ganz allgemein das Ansteckungsrisiko für viele Atemwegserkrankungen deutlich reduziert wird. Daher wurden z.B. in den letzten drei bis vier Monaten des Jahres 2020 deutlich niedrigere ARE-Raten in GrippeWeb beobachtet als in den Vorjahren.

Stand: 09.03.2021

Wieso unterscheidet sich die Anzahl der COVID-19 Fälle aus dem ICOSARI-Krankenhaus-Sentinel von der Anzahl Intensivpatienten mit COVID-19 aus dem DIVI-Intensivregister?

ICOSARI (ICD-10-Code basierte Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen) ist ein System des RKI zur syndromischen Surveillance von akuten Atemwegserkrankungen (siehe Fachwörterbuch Infektionsschutz, „Syndromische Surveillance”, Seite 124) und berichtet analog zu anderen Systemen der syndromischen Surveillance auf Bevölkerungsebene (GrippeWeb) und auf Arztebene (AGI/SEED) seit 2017 über neu aufgetretene Atemwegserkrankungen bzw. Neuaufnahmen im Krankenhaus (siehe auch Influenza-Saisonbericht 2018/19). Diese Surveillance-Systeme werden in Ergänzung zum Meldesystem und dem DIVI-Intensivregister geführt.

Im Rahmen des ICOSARI-Krankenhaus-Sentinels berichtet das RKI über wöchentliche Neuaufnahmen von Patienten mit einer schweren akuten respiratorischen Infektion (SARI-Patienten) in ca. 70 Sentinel-Krankenhäusern (etwa 5-6% der Krankenhaus-Patienten mit einer SARI in Deutschland). Ziel ist die Bewertung der Krankheitsschwere von schweren akuten respiratorischen Erkrankungen einschließlich COVID-19-Erkrankungen und Influenza sowie die Ermittlung der Krankheitslast im stationären Sektor nach Saison bzw. nach Kalenderwoche. Im DIVI-Intensivregister sollen dagegen tagesgenau die momentan in ca. 1.300 Akutkrankenhäusern intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Patienten und beatmeten Patienten abgebildet werden. Mit Hilfe der Echtzeiterfassung soll deutschlandweit die Auslastung der Intensivstationen mit COVID-19-Patienten bewertet werden.

Stand: 18.11.2020

Klinische Aspekte (Stand: 9.3.2021)

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Informationen zu Risikogruppen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar.

Siehe auch Hilfestellung für COVID-19-Risikogruppen, Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Hinweise für ambulante Pflegedienste.

In der Publikation zur Krankheitsschwere der ersten COVID-19-Welle in Deutschland (JoHM S11/ 2020) finden sich Hinweise zu Erkrankungsschwere und besonders betroffenen Gruppen.

Stand: 09.03.2021

Ist man nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion immun?

Informationen zur Immunität nach einer SARS-CoV-2-Infektion sind im Steckbrief abrufbar.

Stand: 06.10.2020

Was ist über COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen bekannt?

Informationen zu Kindern und Jugendlichen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar, Abschnitt "Kinder und Jugendliche".

Stand: 16.11.2020

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren bekannt?

Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft sind im Steckbrief zu COVID-19 im Abschnitt „Demografische Faktoren, Symptome und Krankheitsverlauf“ abrufbar. Umfangreiche Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft darunter FAQ und Kreißsaal-Empfehlungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Verfügung.

Stand: 16.11.2020

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die ABO-Blutgruppe einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 haben kann. Dies  betrifft sowohl die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Die Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung zeigen allerdings keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert.

Welche Faktoren im Einzelnen dazu beitragen können, dass die Blutgruppe eine Rolle bei Infektion und Verlauf spielen, ist nicht geklärt. Hier besteht weiter Forschungsbedarf.

Stand: 21.10.2020

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung?

Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) beim Robert Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19 ebenso wie die verschiedenen Fachgesellschaften.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

Stand: 27.11.2020

Infektionsschutzmaßnahmen (Stand: 9.3.2021)

Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 solche weitreichenden Maßnahmen erforderlich?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein neuartiges Virus, das sehr ansteckend ist, eine neue, teils schwer verlaufende Krankheit (COVID-19) verursacht und gegen das es keine oder nur begrenzte Immunität in der Bevölkerung gibt. Viele Eigenschaften des Virus sind noch nicht ausreichend bekannt, etwa wie Patienten optimal zu behandeln sind, welche Langzeitfolgen eine Erkrankung hervorrufen kann und wie häufig solche Langzeitfolgen sind. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf steigt mit zunehmendem Alter an - aber auch jüngere Erwachsene und Personen ohne Vorerkrankungen können schwer erkranken. Auch die mitunter sehr lange Dauer, für die manche Patienten künstlich beatmet werden müssen, unterscheidet COVID-19 von anderen akuten Atemwegserkrankungen. An Impfstoffen wird weltweit unter Hochdruck gearbeitet. Erste Impfstoffe sind bereits zugelassen, es steht jedoch noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung. Ende Dezember 2020 wurde in Deutschland mit ersten Impfungen begonnen (siehe Informationen zur COVID-19-Impfung, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen).  

Das Virus kann bereits übertragen werden, bevor die Infizierten die Symptome entwickeln oder bei sehr geringer Symptomatik – das macht es schwer, seine Ausbreitung zu kontrollieren. Es kommt auch immer wieder zu großen Ausbrüchen mit vielen Fällen, darunter auch sogenannte Superspreading-Ereignisse, bei denen sich viele Menschen auf einmal anstecken.

Eine Studie mit Daten von 10.000 hospitalisierten COVID-Patienten in Deutschland (Lancet Resp Med., 28.7.2020) und eine Auswertung der Daten im Journal of Health Monitoring vom 18.11.2020 zeigen, wie gefährlich es werden kann, wenn man sich mit SARS-CoV-2 infiziert.

Bei hohen Fallzahlen ist auch die Zahl der schweren Verläufe, der Patienten auf Intensivstationen und der Todesfälle sehr hoch. Damit das Gesundheitswesen in solchen Fällen nicht überlastet ist, werden planbare Operationen oft verschoben.

Bislang sind in Deutschland über 70.000 mit SARS-CoV-2 infizierte Personen gestorben - und das trotz der teils einschneidenden Gegenmaßnahmen in den vergangenen Monaten. Erste Auswertungen zur Übersterblichkeit in Deutschland veröffentlicht das Statistische Bundesamt: nach einer Hochrechnung sind im Januar 2021 18 % Menschen mehr verstorben als Durchschnitt der Vorjahre.

Die Bewältigung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es ist notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert. Ziel ist, die Zahl der Neuinfektionen auf ein Level zu bringen, mit dem Gesundheitsämter, Praxen und Kliniken umgehen können. Nur wenn jede und jeder Einzelne Kontakte reduziert, die AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken in bestimmten Situationen tragen und lüften, siehe auch „Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?“) einhält und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleibt, kann die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamt werden. Darüber hinaus werden – angepasst an die Situation - weitere Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung zu verlangsamen und eine weitere Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.

Siehe auch "ControlCOVIDStrategie und Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021".

Stand: 09.03.2021

Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?

Zu den wichtigsten Maßnahmen in der Bevölkerung zählen Kontakte reduzieren, die AHA+L-Regeln beachten (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Masken tragen und lüften) und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleiben.Diese Maßnahmen schützen auch vor Ansteckung mit den besorgniserregenden Varianten. Umfassende Informationen zu Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit.

Stand: 02.03.2021

Welche Rolle spielen die Impfungen gegen COVID-19, Impfungen im Rahmen der Pandemie und was gilt es beim Impfen zu beachten?

In Deutschland wurde Ende Dezember mit Impfungen gegen COVID-19 begonnen. Antworten rund um das Thema, darunter zur Impfempfehlung der STIKO, zu Zugang und Verteilung, zum Impfquotenmonitoring und zur Wirksamkeit bei besorgniserregenden Varianten sind in den FAQ zu COVID-19 und Impfen und COVID-19-Impfseite des RKI zu finden.

Stand: 02.03.2021

Welchen Vorteil bringt Abstand halten bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?

Die Beschränkung sozialer Kontakte soll Übertragungsketten und die Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland verlangsamen. Eine interaktive Grafik zum Effekt der Gruppenverkleinerung ist hier zu finden. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2. Siehe auch „Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 solche weitreichenden Maßnahmen erforderlich?“.

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes ("OP-Maske") in der Öffentlichkeit zu beachten?

Laut Bundesregierung soll in Bus und Bahn sowie in Geschäften eine OP-Maske (Mund-Nasen-Schutz, MNS) oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) getragen werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS, "OP-Maske") in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Baustein, um den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren und somit Risikogruppen zu schützen. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein relevanter Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt, d.h. zu einem Zeitpunkt vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen.

Eine teilweise Reduktion der unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen durch das Tragen von MNB/MNS könnte auf Populationsebene zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Dies betrifft die Übertragung im öffentlichen Raum, wo mehrere Menschen zusammentreffen und sich länger aufhalten (z.B. Arbeitsplatz) oder der physische Abstand von mindestens 1,5 m nicht immer eingehalten werden kann (z.B. Einkaufssituation, öffentliche Verkehrsmittel). Dies gilt auch bei Menschenansammlungen im Freien, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten wird. Das Tragen von MNB/MNS im öffentlichen Raum kann vor allem dann im Sinne einer Reduktion der Übertragungen wirksam werden, wenn möglichst viele Personen eine MNB/eines MNS tragen.

Das Tragen einer MNB/eines MNS trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen (Fremdschutz). Wichtig ist hierbei, dass Mund und Nase bedeckt sind und die Maske an den Rändern möglichst dicht anliegt. Für diesen Fremdschutz durch MNB gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Fremdschutzwirkung der MNB durch Ausatemventile reduziert wird. MNB mit Ausatemventil sind daher für die hier angestrebte Bestimmung grundsätzlich weniger geeignet. Der Eigenschutz durch MNB ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

MNB bestehen meist aus handelsüblichen, unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen und entsprechen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS). Sie sind jedoch i.d.R. keine Medizinprodukte und unterliegen nicht entsprechenden Prüfungen oder Normen. Beim Einsatz von MNB ist es essentiell, auf eine hygienisch einwandfreie Handhabung und Pflege zu achten.

Eine Übersicht über die verschiedenen Maskenarten, ihre Eigenschaften und Verwendungszweck sowie Hinweise zur Handhabung und Pflege von Mund-Nasen-Bedeckungen gibt auch das BfArM. Die BZgA stellt Informationen für Bürger zum Thema zur Verfügung.

Der Einsatz von MNB/MNS kann andere zentrale Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolation von Infizierten, die Einhaltung der physischen Distanz von mindestens 1,5 m und von Hustenregeln und Händehygiene, sowie die Notwendigkeit des Lüftens nicht ersetzen, sondern ergänzt diese. Das situationsbedingte generelle Tragen von MNB (oder von MNS, wenn die Produktionskapazität dies erlaubt) in der Bevölkerung ist ein weiterer Baustein, um Übertragungen zu reduzieren (AHA-Regeln).

Für weitere Informationen siehe auch „Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum als weitere Komponente zur Reduktion der Übertragungen von COVID-19“ sowie auch die FAQ „Welche Funktionen bzw. Einsatzbereiche haben FFP2-Masken außerhalb des Arbeitsschutzes?“.

Stand: 17.02.2021

Welche Funktion bzw. Einsatzbereiche haben FFP2-Masken außerhalb des Arbeitsschutzes?

Welche Masken sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften getragen werden?
Laut Bundesregierung soll in Bus und Bahn sowie in Geschäften eine OP-Maske (Mund-Nasen-Schutz, MNS) oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) getragen werden.

In welchen Situationen werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?
Das Tragen von FFP2-(bzw. FFP3-)Masken durch geschultes Personal wird u.a. im medizinischen und handwerklichen Bereich im Rahmen des Arbeitsschutzes vorgeschrieben. Grund dafür kann z.B. eine patientennahe Tätigkeit mit erhöhtem Übertragungsrisiko durch Aerosolproduktion (z.B. bei einer Intubation) sein. Siehe hierzu auch die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des ad-Hoc Arbeitskreises „Covid-19“ des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Wie werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?
Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend (d.h. passend zur Gesichtsform und abschließend auf der Haut) getragen wird. Im Rahmen des Arbeitsschutzes wird der Dichtsitz der Maske durch den sogenannten FIT-Test sichergestellt. Beim korrekten Einsatz von FFP2-Masken besteht ein erhöhter Atemwiderstand, der die Atmung erschwert. Deswegen sollte vor dem Tragen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden, um Risiken für den Anwender individuell medizinisch zu bewerten. Gemäß den Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause). Dies minimiert die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand. Weiterhin sollten FFP2-Masken bestimmungsgemäß nicht mehrfach verwendet werden, da es sich i.d.R. um Einmalprodukte handelt.

Was ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von FFP2-Masken bekannt?
FFP2-Masken kamen bisher zweckbestimmt und zielgerichtet im Rahmen des Arbeitsschutzes zum Einsatz. Daher wurden außerhalb des Gesundheitswesens noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z.B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt. In Untersuchungen mit Gesundheitspersonal wurden Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben.

Was muss bei dem Einsatz von FFP2-Masken bei Laien beachtetet werden?
Bei der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien als „medizinische Maske“ muss sichergestellt sein, dass A) die Medizin- und Pflegebereiche prioritär mit FFP2-Masken versorgt werden, B) die individuelle gesundheitliche Eignung sichergestellt ist und C) der Dichtsitz und die korrekte Handhabung gewährleistet ist.

Was sollte beim Einsatz von FFP2-Masken bei Risikogruppen beachtet werden?
Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen. Das Tragen von FFP2-Masken durch Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten. Die Anwender*innen sollten über das korrekte und ggf. einmalige Tragen, die Handhabung und die Risiken aufgeklärt werden. Zudem sollten die für die Träger*innen vertretbaren Tragedauern unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festgelegt werden, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren.

Was muss im Zusammenhang mit der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien zusätzlich berücksichtigt werden?
Bisher wurden keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den möglichen Effekt einer solchen Maßnahme gemacht.

Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutzes hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben.

Im Kontext der allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen stellt das Tragen von Masken eine wichtige Einzelmaßnahme da, die alleine weniger effektiv ist als in der Kombination mit weiteren Maßnahmen. Deshalb sollte das Tragen von Masken keinesfalls dazu führen, dass andere Komponenten der AHA+L-Regeln vernachlässigt werden oder Risiken sogar bewusst in Kauf genommen werden. Risiken wie z.B. die Erhöhung der Personendichte in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung, oder die Wahrnehmung nicht zwingend erforderlicher persönlicher Kontakte sollten nicht aufgrund der Maske in Kauf genommen werden.

Siehe auch die FAQ “Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes („medizinische Maske“) in der Öffentlichkeit zu beachten?

Siehe auch die Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen, medizinischen Gesichtsmasken sowie partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP-Masken).

Es ist zudem nicht auszuschließen, dass es bei fortschreitendem Infektionsgeschehen wie zu Beginn der Pandemie zu Engpässen in der Versorgung mit FFP2-Masken im Gesundheitswesen kommen könnte. Siehe auch die Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie sowie der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) zur Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel in Bayern.

Stand: 01.02.2021

Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?

Die Verwendung von Visieren anstelle von MNB (siehe "Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu beachten?") wird derzeit bereits von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen. Gemäß den Hinweisen des BfArM für Anwender zur Handhabung von „Community-Masken“ (MNB) muss die MNB richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass fest gewebte Stoffe in diesem Zusammenhang besser geeignet sind als leicht gewebte Stoffe.

Durch das Tragen einer MNB können gemäß BfArM die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten i.d.R. maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen.

Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist.

Zusätzlich möchten wir auf die Zuständigkeit der Länder bezüglich der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen zur Infektionsprävention hinweisen.

Unbenommen bleibt hiervon der bestimmungsgemäße Einsatz von Visieren in Verbindung mit Atemschutz insbesondere bei aerosolproduzierenden Maßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens als Teil der persönlichen Schutzausrüstung.

Stand: 04.09.2020

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen (siehe Steckbrief zu COVID-19 > Übertragungswege). In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder ggf. auch bei sportlicher Aktivität. Inwieweit es hier zur Übertragung kommen kann, ist noch nicht abschließend untersucht, jedoch ist es unter anderem zu Übertragungen von COVID-19 im Zusammenhang mit Chorproben und in einem Fitnesskurs gekommen. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist es daher ratsam, derartige Situationen zu vermeiden.

Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen abgereichert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen werden jedoch auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren.

Siehe dazu auch „Was ist beim Lüften zu beachten?

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Lüften zu beachten?

Umfangreiche Informationen und Hinweise zur Lüftung und zu zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen zur Reduktion von Aerosolen in Innenräumen gibt die mit dem RKI abgestimmte Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA).
Zudem haben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen erarbeitet, wie sich durch richtiges Lüften das Infektionsrisiko in Schulen reduzieren lässt (siehe Handreichung sowie Infografik).
Siehe auch "Können Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte andere Hygienemaßnahmen ersetzen?".

Stand: 21.10.2020

Können Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte andere Hygienemaßnahmen ersetzen?

Generell ist das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in z.B. kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1,5 m erfolgen. Solche Aerosole können am besten durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen reduziert bzw. entfernt werden (siehe auch „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“).

Gegenwärtig werden als mögliche Maßnahme unterschiedlichste (mobile) Geräte angeboten, welche eine Reinigung bzw. eine Desinfektion der Raumluft erwirken sollen. Durch den Einsatz dieser Geräte soll eine Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen verhindert werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Techniken und Konzepten, z.B. dem Einsatz von Luftfiltern bzw. Vernebelungs- oder Strahlungstechniken, sowie zur Effizienz des Luftaustausches sind u.a. in der Stellungnahme "Das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen lässt sich durch geeignete Lüftungsmaßnahmen reduzieren" des Umweltbundesamtes (UBA) zu finden. Die Kommission für Innenraumlufthygiene am UBA hat am 17.11.2020 zu Luftreinigern an Schulen Stellung genommen.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu betonen, dass selbst eine effiziente Abreicherung (Reduzierung) von Aerosolen in der Raumluft das Risiko einer Übertragung im Nahfeld, z.B. bei face-to-face Kontakt bei einem Abstand von < 1,5 m nicht effektiv verringern kann. Darüber hinaus sind einige wichtige Fragen noch ungelöst, wie z.B. die tatsächliche Wirksamkeit bei der praktischen Anwendung, die gesundheitliche Unbedenklichkeit der eingesetzten Substanzen bzw. Verfahren oder die ausreichende Verteilung eines desinfizierenden Agens bzw. der gefilterten/desinfizierten Luft im gesamten Raum. Auch das Risiko einer indirekten Übertragung über (durch Tröpfchen) kontaminierte Oberflächen kann durch den Einsatz solcher Geräte nicht reduziert werden (siehe auch „Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“).

Die falsche Annahme, dass bei Einsatz eines bestimmten Gerätes innerhalb eines Raumes auf weitere Maßnahmen z.B. die Einhaltung von Abstandsregeln oder das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden kann, sollte unbedingt vermieden werden. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Einsatz solcher Geräte nicht zu einem Gefühl der „falschen Sicherheit“ führt, und dass die empfohlenen infektionspräventiven Maßnahmen (AHA+L-Regel) weiterhin befolgt werden.

Stand: 24.11.2020

Was ist aus Sicht des Infektionsschutzes im Schulumfeld zu beachten?

Das RKI hat Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen in Schulen veröffentlicht. Zum Thema Lüften siehe auch „Was ist beim Lüften zu beachten?
SARS-CoV-2-Testkriterien für Schulen während der COVID-19-Pandemie sind hier zu finden.
Ausführungen zu Epidemiologie von COVID-19 im Schulumfeld sind im Epidemiologischen Bulletin 13/2021 erschienen.

Stand: 09.03.2021

Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?

Die innere Leichenschau kann wertvolle Erkenntnisse liefern, die zum Verständnis der COVID-19-Erkrankung beitragen. Sie kann aber auch nicht in allen Fällen abschließende Gewissheit geben.

Der Umgang mit infektiösen Verstorbenen ist in den Seuchen- und Infektionsalarmplänen, den Bestattungsgesetzen der Bundesländer und der Information 214-021 der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung  „Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen“ geregelt .

Das RKI hat "Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen, die beim Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen zu beachten sind" veröffentlicht. Diese Empfehlungen richten sich an Ärztinnen/Ärzte, die eine äußere Leichenschau vornehmen und an sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter.

Weitere Informationen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen finden Sie in den entsprechenden Hinweisen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Stand: 15.05.2020

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der COVID-19-Pandemie beachten, welche Verpflichtungen haben Arbeitgeber?

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Rechte und Pflichten bei der Arbeit sind beim zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu finden. Das BMAS gibt auch arbeitsmedizinische Empfehlungen zum Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Auch das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) stellt Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Verfügung.

Stand: 27.07.2020

Was ist bei Reisen zu beachten?

Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tage vor Einreise in einem durch AA, BMG und BMI eingestuften Risikogebiet aufgehalten haben, besteht grundsätzlich eine Pflicht zur unverzüglichen Absonderung gemäß den Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer (siehe auch die Informationen für Reisende). Zusätzlich ist seit dem 08. November 2020 eine Digitale Einreiseanmeldung (DEA) auszufüllen. Weitere Informationen zur Digitalen Einreiseanmeldung finden Sie auch auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete einzustufen sind. Daher kann es auch zu kurzfristigen Änderungen, insbesondere zu einer Erweiterung dieser Liste, kommen.

Informationen für Reisende u.a. in Risikogebiete gibt die Bundesregierung. Für weitere Informationen diesbezüglich siehe das Schreiben des BMG für Reisende sowie die FAQ des BMG zum Thema.

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtige Amt gegeben. Dieses hat eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen in Staaten außerhalb der EU/Schengen-Gebiete und teilweise auch einige Staaten/Regionen innerhalb der EU ausgesprochen. Das Robert Koch-Institut gibt hier keine Empfehlungen und bietet keine reisemedizinische Beratung an.

Stand: 01.03.2021

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen, Gegenstände oder in der Umwelt mit SARS-CoV-2 anzustecken?

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich. Informationen zur Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 Viren in der Umwelt gibt das Umweltbundesamt (UBA). Das RKI hat keine Aufgaben in dem Bereich.

Stand: 14.01.2021

Welche Empfehlungen gibt es für den Umgang mit Haustieren?

Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Stand: 27.04.2020

Kontaktpersonen und Quarantäne (Stand: 1.4.2021)

Was versteht man unter Isolierung, was unter Quarantäne und welchen Zweck haben diese?

Eine Isolierung oder Quarantäne soll durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers, z.B. des SARS-CoV-2 Virus, verhindern.
Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2 Infektion. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung sowohl häuslich (siehe Flyer für Patienten und Angehörige) als auch stationär erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach bestimmten Kriterien, i.d.R. wenn von einer Weiterverbreitung nicht mehr auszugehen ist.
Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen (siehe auch das Merkblatt für häusliche Quarantäne).

Siehe auch „Abwägung der Dauer von Quarantäne und Isolierung bei COVID-19“, EpidBull 39/2020.

Stand: 13.11.2020

Wann und wie lange muss man in Quarantäne?

Eine Quarantäne (häusliche Absonderung) wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich (z.B. mit SARS-CoV-2) angesteckt hat und dadurch zu einer Verbreitung des Krankheitserregers beitragen könnte. Bei Vorliegen mindestens einer der folgenden Situationen besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko und man wird als enge Kontaktperson eingestuft:

  1. Enger Kontakt (<1,5 m, Nahfeld) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (= Fall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske).
  2. Gespräch mit dem Fall (unabhängig von dessen Dauer) ohne adäquaten Schutz (= Fall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske).
  3. Gleichzeitiger Aufenthalt von Kontaktperson und Fall im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für länger als 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.

Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung und Aufhebung der Quarantäne obliegt im Einzelfall dem zuständigen Gesundheitsamt.

Das RKI empfiehlt für enge Kontaktpersonen eine häusliche Absonderung (Quarantäne) für 14 Tage - gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zu einer zu dem Zeitpunkt infektiösen Person. Eine Testung der engen Kontaktpersonen dient der frühen Erkennung von asymptomatischen Infektionen.

Am vierzehnten Tag sollte vor Entlassung aus der Quarantäne ein Antigentest durchgeführt werden und die Aufhebung der Quarantäne nur im Fall eines negativen Testergebnisses und ohne Erkrankungssymptome erfolgen. Wenn Symptome/Krankheitszeichen während der Quarantäne auftreten, muss das zuständige Gesundheitsamt informiert werden und eine diagnostische Klärung erfolgen.

Für weitere Informationen siehe auch RKI-Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen.

Stand: 01.04.2021

Was wird empfohlen bei Personen, die als genesen gelten?

Bei Personen, die nachweislich eine molekulardiagnostisch nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion hatten und wieder als genesen gelten, kann nach aktuellem Kenntnisstand von einer partiellen Immunität ausgegangen werden. Eine erneute Ansteckung und ein damit einhergehendes Übertragungsrisiko auf andere Personen kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Eine Anordnung von Quarantäne für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland ist auf Ebene des Bundeslandes geregelt (siehe Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer).

Wird ein früherer laborbestätigter SARS-CoV-2-Fall zu einer Kontaktperson, ist aufgrund der aktuellen Datenlage nur dann keine Quarantäne erforderlich, wenn der Kontakt innerhalb von 3 Monaten nach dem Nachweis der vorherigen SARS-CoV-2-Infektion erfolgte. Bei positivem Test wird die Person wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation).

Stand: 11.03.2021

Was versteht man unter Kontaktpersonennachverfolgung, was müssen Kontaktpersonen beachten?

Eine Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland soll so weit wie möglich verlangsamt und Krankheitsfälle verhindert werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen zu identifizieren und – je nach individuellem Infektionsrisiko – ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) zu beobachten. Enge Kontaktpersonen müssen in häusliche Quarantäne (siehe auch "Wann muss man in Quarantäne?").

Eine Testung enger Kontaktpersonen auf SARS-CoV-2 wird so früh wie möglich nach Identifikation empfohlen. Die Testung sollte möglichst mittels eines PCR-Nachweises erfolgen. Alternativ kann bei nicht symptomatischen Kontaktpersonen auch ein Antigentest durchgeführt werden. Zusätzlich sollte zur Früherkennung einer Virusausscheidung zwei Mal wöchentlich ein Antigentest bei der Kontaktperson erfolgen sowie abschließend am 14. Tag der Quarantäne. Bei positivem Ergebnis des Antigentests muss eine zeitnahe Information des Gesundheitsamtes erfolgen und das Ergebnis mittels eines PCR-Nachweises bestätigt werden. Bei positivem Test wird die Kontaktperson zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation). Sollten während der Quarantäne Symptome auftreten, muss das Gesundheitsamt umgehend informiert und eine weitere Diagnostik auf SARS-CoV-2 erfolgen.

Ein negatives Testergebnis jedweden Tests während der Quarantäne hebt das Gesundheitsmonitoring nicht auf und ersetzt oder verkürzt die Quarantäne nicht.

Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein laborbestätigter Fall war, ist aufgrund der aktuellen Datenlage nur dann keine Quarantäne erforderlich, wenn der Kontakt innerhalb von 3 Monaten nach dem Nachweis der vorherigen SARS-CoV-2-Infektion erfolgte. Zum Management von Kontaktpersonen gibt das RKI umfangreiche Empfehlungen.

Die bisweilen sehr zeitaufwändige Ermittlung und Beobachtung der Kontaktpersonen ist Aufgabe des zuständigen Gesundheitsamts. Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall auch das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Die Empfehlungen des RKI können durch das zuständige Gesundheitsamt unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele an die Situation vor Ort angepasst werden. Das Isolieren von Erkrankten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist seit Beginn des Corona-Geschehens in Deutschland eine zentrale Säule der Bekämpfungsstrategie (siehe auch www.rki.de/covid-19, Abschnitt „Strategie und Krisenpläne“).

Um Gesundheitsämter bei der Kontaktenachverfolgung zu unterstützen hat das Robert Koch-Institut im Frühjahr 2020 rund 500 so genannte Containment Scouts ausgebildet (siehe Frage „Was ist ein Containment Scout?“).

Stand: 01.04.2021

Wie funktioniert die Corona Warn-App?

Seit dem 16.06.2020 ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar. Die App wird vom Robert Koch-Institut für die Bundesregierung herausgegeben. Ein zentraler Bestandteil der Bekämpfung jeder Pandemie ist das Unterbrechen der Infektionsketten. Die Corona-Warn-App kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten und die zentrale Arbeit der Gesundheitsämter beim Nachverfolgen der Kontakte unterstützen. Das RKI nimmt bei der Corona-Warn-App eine Doppelrolle ein: Es leistet einen fachlichen Beitrag bei der Ausgestaltung der App und ist als Herausgeber auch dafür verantwortlich, die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sorgfältig zu prüfen. 

Weitere Informationen, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen und aktuelle Kennzahlen der App (z.B. Downloadzahlen) sind unter www.rki.de/covid-19-warnapp und www.coronawarn.app/de abrufbar.

Stand: 16.09.2020

Was ist ein Containment Scout?

Um Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, ist es essentiell, Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen (siehe „Was versteht man unter Kontaktpersonennachverfolgung, was müssen Kontaktpersonen beachten?"). Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig.

Um Gesundheitsämter dabei zu unterstützen, hat das Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Robert Koch-Instituts seit Frühjahr 2020 schrittweise zunächst rund 500, im Verlauf über 1.500 so genannte Containment Scouts eingestellt. Dies können z.B. Studierende der Medizin, der Gesundheitswissenschaften oder anderer Fächer bzw. andere geeignete Personen sein, die, befristet für die Dauer der Containment Scout Initiative, vor Ort in den Gesundheitsämtern arbeiten. Sie sollen insbesondere dabei helfen, Kontaktpersonen schneller und effektiver nachzuverfolgen. Da die Aufgabenverteilung den Gesundheitsämtern obliegt, können Containment Scouts zudem Aufgaben wie beispielsweise die Betreuung von Beratungshotlines zu COVID-19 übernehmen.

Die ersten Scouts haben im April 2020 ihren Dienst vor Ort angetreten. Zusätzlich zu den fest einem Gesundheitsamt zugewiesenen Containment Scouts werden seit Mai 2020 zudem mobile Containment Scouts eingestellt, die – bei Bedarf und unter Koordination des RKI oder des jeweiligen Bundeslandes - kurzfristig besonders überlastete Gesundheitsämter unterstützen.

Im Februar 2021 wurde vom Bundesministerium für Gesundheit entschieden, die zunächst bis Juni 2021 befristete Maßnahme bis März 2022 zu verlängern und die Personalstellen auf bundesweit bis zu 2.500 Containment Scouts auszubauen, um eine kontinuierliche Unterstützung der Gesundheitsämter bis einschließlich der kommenden Wintersaison 2021/22 zu gewährleisten.

Stand: 05.03.2020

Wie geht man bei Ausbruchsuntersuchungen vor?

COVID-19-Ausbrüche wurden bislang unter anderem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, fleischverarbeitenden Betrieben, Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Asylsuchendenunterkünften) und in Kirchensettings beobachtet. Ausbruchsgeschehen werden durch das zuständige Gesundheitsamt untersucht, bei Bedarf unterstützt durch die oberen Landesbehörden oder das Robert Koch-Institut.

Das Robert Koch-Institut stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen sowie zu Prävention und Management in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende gibt es spezielle Empfehlungen.

Stand: 13.11.2020

Diagnostik (Stand: 9.3.2021)

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Tests gibt es?

Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis (z.B. Genomnachweis mittels PCR, Antigennachweise, Virusisolierung):

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen kann die Ergebnismitteilung länger dauern.

In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. In Einzelfällen konnte virales Erbmaterial bis zum Tag 42 nach Symptombeginn nachgewiesen werden. Der Nachweis von SARS-CoV-2 ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich; zur Wertung der Aussagekraft bzw. der Bedeutung dieser Nachweise für die Beantwortung klinischer Fragestellungen fehlen umfassende Untersuchungen.

Antigen-Test: Antigen-Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein in respiratorischen Probenmaterialien. Kommerziell verfügbare Antigen-Tests sind je nach Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter point of care test (POCT), Einzeltest) oder als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen geeignet. Antigentests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT) eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie). Informationen zur Bewertung der Ergebnisse aus Antigen-Tests sind zu finden in den Hinweisen zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2. Eine Liste von Antigen-Tests stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereit. Das BfArM hat die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung erteilt, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2. (siehe dazu auch „Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?“ ).

Virusanzucht: Für Forschungszwecke spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle, da sie zur Einschätzung der Infektiosität des Patienten herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3). In publizierten Forschungsstudien konnte infektiöses Virus z.B. aus Rachenabstrichen bis Tag 9 (leichte Erkrankung) bzw. bis Tag 20 (schwere Erkrankung) nach Symptombeginn angezüchtet werden.

Indirekte Nachweise erfassen die Reaktion des Körpers auf die Infektion (Immunsystem, z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist derzeit insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2 spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörperteste sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Die vorliegenden Validierungsdaten von Antikörpernachweisen reichen noch nicht aus, um einen einmaligen IgM-Nachweis zur Feststellung einer aktuellen Infektion als ausreichend betrachten zu können. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Bildgebende Diagnostik: Zur Ergänzung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krankheitsverläufen auch eine radiologische/bildgebende Diagnostik der Atemwege erfolgen.

Tests zur Detektion einer Infektion mit SARS-CoV-2 sowie zum Nachweis von Antikörpern gehören zu den sog. In-vitro-Diagnostika (IVD). Das erstmalige Inverkehrbringen von IVD auf dem deutschen Markt ist nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) anzeigepflichtig. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) betreibt dafür die Datenbank "In-vitro-Diagnostika-Anzeigen (MPIVDA)", in welcher auch Daten von Corona-Tests erfasst werden.

Stand: 09.03.2021

Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?

Aktuell wird eine Vielzahl von Antigen-Tests für den Nachweis von SARS-CoV-2 angeboten.
Antigen-Tests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie).

Die auf dem Markt verfügbaren Tests unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit. Es ist daher hilfreich, Informationen zur Eignung von entsprechenden Tests zu kennen.
Die Eignung von Tests zum direkten Erregernachweis ist grundsätzlich abhängig von:

  1. dem geplanten Anwendungsbereich/ der Zweckbestimmung des Tests (engl. Intended use) wie z.B. der zeitnahen Erkennung von symptomatisch und/ oder asymptomatisch Infizierten; dem Einsatz zum Schutz besonders gefährdeter Personen im Rahmen von Reihenuntersuchungen usw.
  2. der Anwendbarkeit/ Praktikabilität des Tests im Rahmen des geplanten Anwendungsbereiches und dem Ort der Durchführung (z.B. im Rahmen eines Labors oder am Ort der Patientenversorgung (engl. Point of Care; POC)
  3. der angestrebten Aussage des Testergebnisses unter Berücksichtigung der Risiken eines falsch negativen oder falsch positiven Ergebnisses im Rahmen seiner Anwendung, etwa

    a) der (diagnostischen) Bedeutung des Ergebnisses im Hinblick auf die Behandlung oder
    b) der Bedeutung des Ergebnisses für die Steuerung infektionspräventiver Maßnahmen (etwa einer Isolierung im Krankenhaus oder häusliche Absonderung)

    und schließlich

    den in entsprechenden Untersuchungen ermittelten konkreten Leistungsparametern des Tests wie
    • analytische Sensitivität und Spezifität (z.B. unter Bezug auf einen Goldstandard)
    • klinische Sensitivität und Spezifität (unter Berücksichtigung der angestrebten Aussage und in der praktischen Anwendung des Testes im jeweiligen Anwendungsbereich )

Mindestkriterien für Antigentests werden durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegt. Testsysteme, die diese Kriterien erfüllen, sind gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 TestVO (Testverordnung) erstattungsfähig. Diese Mindestkriterien werden in der Zukunft weiter an den fortschreitenden Stand des Wissens und der Technik angepasst werden.

Eine Liste von Antigentests, die gemäß Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und dementsprechend erstattungsfähig sind, wird durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt und kann unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html aufgerufen werden. Diese Liste wird kontinuierlich dem wachsenden Kenntnisstand angepasst und dementsprechend fortlaufend aktualisiert. Erste herstellerunabhängige Validierungsstudien deuten darauf hin, dass zwischen verschiedenen kommerziell erhältlichen Testsysteme erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Eine vergleichende Evaluierung der Sensitivität von Tests verschiedener Hersteller stellt das PEI zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter https://diagnosticsglobalhealth.org/ sowie auf der Internetseite des Konsiliarlaboratoriums für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das BfArM hat die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung erteilt, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2.

Die Hinweise für die Fachöffentlichkeit zur Testung auf SARS-CoV-2 finden sich unter www.rki.de/covid-19-diagnostik, weitere Informationen finden sich im Zusammenhang mit der Nationalen Teststrategie.

Stand: 09.03.2021

Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?

Hinweise dazu sind im Epidemiologischen Bulletin 8/2021 zu finden, u.a. zur Aussagekraft positiver und negativer Ergebnisse von Antigentests sowie Schlussfolgerungen dazu, siehe auch Faktenbox auf Seite 8.

Stand: 09.03.2021

Wann sollte ein Arzt eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Die Teststrategie zur Laboruntersuchung auf eine SARS-CoV-2 Infektion wird konsequent weiterverfolgt. Die Testkriterien werden fortlaufend an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst: Die Testkriterien dienen als Empfehlungen, die individuelle Entscheidungen liegt bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Das RKI hat ein Flussschema erstellt, das Ärztinnen und Ärzten Hilfestellungen für die Verdachtsabklärung, zu ergreifende Schutzmaßnahmen und Veranlassung einer Diagnostik auf SARS-CoV-2 gibt.

Die Kriterien für die Testindikation zur Erreichung der aufgeführten Ziele können in drei Kategorien unterschieden werden, 1. Vulnerabilität der betroffenen Person oder deren Kontaktpersonen; 2. die klinische Symptomatik; 3. die Expositionswahrscheinlichkeit einmal individuell und dann grundsätzlich basierend auf der Häufigkeit von COVID-19-Fällen in der Region. Das RKI empfiehlt eine Testung aller Personen, die bestimmte Testkriterien erfüllen.

Zur Testindikation siehe auch Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Stand: 09.03.2021

Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?

Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art, sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxen, Fieberambulanzen, bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117), nach einem Test fragen und den ärztlichen Anweisungen folgen. In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 02.03.2021

Wie wird die Anzahl an Labortests in Deutschland erfasst?

In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Laboren, die den PCR-Nachweis auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion anbieten und durchführen können. Die Anzahl der durchgeführten Tests wird in Deutschland jedoch nicht zentral erfasst.

Die Anzahl der durchgeführten Tests – sowohl der negativen wie auch der positiven – ist zentral, um zu erkennen, ob z.B. ein Anstieg der Fallzahlen auf vermehrtes Testen zurückgeführt werden kann oder ob tatsächlich mehr Fälle auftreten. Deshalb führt das RKI die Daten von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und klinischen und ambulanten Laboren zusammen-insgesamt mehr als 200 Teilnehmer. Die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland wird immer Mittwochs im Situationsbericht veröffentlicht (siehe Erfassung der SARS-CoV-2 Testzahlen in Deutschland).

Stand: 20.11.2020

Was bedeutet die Positivenquote?

Die Positivenquote bezeichnet den Anteil der positiven Befunde (Nachweis einer akuten SARS-CoV-2-Infektion) an der Gesamtzahl der durchgeführten Tests. Eine niedrige Quote zeigt, dass sehr sensitiv getestet wird und auch Personen mit leichten Symptomen erfasst werden. Die Positivenquote ist also ein Maßstab für die Breite der Teststrategie.

Wichtig ist: es handelt sich bei den Tests nicht (!) um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Würde eine repräsentative Stichprobe getestet, so würde mit steigender Gesamtzahl der durchgeführten Tests auch die Zahl der positiven Befunde in gleichem Maße ansteigen – die Positivenquote bliebe konstant. Die Teststrategie hat aber das Ziel, Infektionen zu erkennen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen: Fälle mit stärkeren Symptomen oder eindeutigerem Kontakt zu bereits bestätigten COVID-19-Fällen werden eher getestet als andere. Wird diese Strategie nun in Richtung auf sensitiveres Testung verändert, so dass beispielsweise auch asymptomatische Personen im Umfeld von bestätigten COVID-19 Fällen getestet werden, kommt es typischerweise zu einer sinkenden Positivenquote. Das heißt, es wird zwar ein größerer Anteil der Infektionen nachgewiesen, die Menge der zu testenden Personen steigt aber stärker als die Zahl der positiven Befunde.

Stand: 16.09.2020

Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?

Generell wird die Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests neben deren Qualitätsmerkmalen und der Qualität von Probennahme, Transport, Durchführung und Befundung auch von der Verbreitung einer Erkrankung/eines Erregers in der Bevölkerung beeinflusst (positiver und negativer Vorhersagewert). Je seltener eine Erkrankung ist und je ungezielter getestet wird, umso höher sind die Anforderungen an die Sensitivität (= die Empfindlichkeit) und die Spezifität (die Zielgenauigkeit des Tests, also wie wahrscheinlich es ist, dass nur der gesuchte Erreger sicher erkannt wird) der zur Anwendung kommenden Tests.

Ein falsch-positives Testergebnis bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. Aufgrund des Funktionsprinzips von PCR-Tests und hohen Qualitätsanforderungen liegt die analytische Spezifität bei korrekter Durchführung und Bewertung bei nahezu 100%.
Im Rahmen von qualitätssichernden Maßnahmen nehmen diagnostische Labore an Ringversuchen teil. Die bisher erhobenen Ergebnisse spiegeln die sehr gute Testdurchführung in deutschen Laboren wider (siehe www.instand-ev.de ).

Die Herausgabe eines klinischen Befundes unterliegt einer fachkundigen Validierung und schließt im klinischen Setting Anamnese und Differentialdiagnosen ein. In der Regel werden nicht plausible Befunde in der Praxis durch Testwiederholung oder durch zusätzliche Testverfahren bestätigt bzw. verworfen (siehe auch: www.rki.de/covid-19-diagnostik ).

Bei korrekter Durchführung der Teste und fachkundiger Beurteilung der Ergebnisse geht das RKI demnach von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht.

Stand: 06.01.2021

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll? 

Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen und Erfüllung der Testkriterien durchgeführt werden. Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann. Für Ausnahmen siehe Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Zum Umgang mit einer Warnmeldung durch die Corona-Warn-App siehe die Antworten auf häufig gestellte Fragen unter www.rki.de/covid-19-warnapp und die Empfehlungen für niedergelassene Ärzte zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" bei der Corona-Warn-App.

Stand: 03.11.2020

Warum sind Genomsequenzierungen wichtig?

Bei der Sequenzierung eines Genoms wird die Reihenfolge der Erbgut-Bausteine bestimmt. Die Genomsequenz eines Erregers ist eine Art mikrobieller genetischer Fingerabdruck und ermöglicht es, die Spur eines Erregers nachzuverfolgen. Die Genomsequenzierung wird bei SARS-CoV-2, wie bei anderen Erregern, je nach Fragestellung stichprobenartig oder anlassbezogen durchgeführt, um Veränderungen im Erbgut festzustellen. Derartige Veränderungen (Mutationen) sind bei Viren und Bakterien nicht ungewöhnlich, sie führen nicht automatisch zu einer Änderung der Erreger-Eigenschaften. Die Bedeutung einer Mutation muss mit anderen Methoden geklärt werden. Eine Genomsequenzierung ist aufwändiger als ein PCR-Test und dauert bei SARS-CoV-2 einschließlich der Auswertung bei optimalen Abläufen etwa zwei bis drei Arbeitstage im Labor.

Genomsequenzierungen werden in Deutschland an verschiedenen Stellen durchgeführt. Ansprechpartner sind Nationale Referenzzentren oder Konsiliarlabore, die für bestimmte Erreger benannt werden; das Konsiliarlabor für Coronaviren ist an der Charité in Berlin angesiedelt. Auch das Robert Koch-Institut als nationales Public Health Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder entsprechend befähigte private Labore.

Die Sequenzdaten für die Analyse von Diversität und Evolution von SARS-CoV-2 in Deutschland werden aus verschiedenen Quellen am RKI zusammengeführt (Erläuterungen siehe "Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2", Abschnitt "Molekulare Surveillance"). Das RKI stellt zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung, welche von allen sequenzierenden Laboren in Deutschland verwendet werden kann: der Deutsche elektronische Sequenzdaten-Hub (DESH). Jedes Laboratorium in Deutschland, welches SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln.

Bei der integrierten molekularen Surveillance werden die Genomsequenzen der Krankheitserreger systematisch analysiert, mit den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz verknüpft und die Ergebnisse fortlaufend bewertet. Damit können z.B. Ausbruchsgeschehen und Übertragungsketten oder die Ausbreitung in bestimmten Altersgruppen besser erkannt bzw. bewertet werden. Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von wichtigen Erregereigenschaften anhand der Genomsequenzen; bei SARS-CoV-2 etwa das Auftreten neuer Erreger-Varianten oder die Eignung (Passfähigkeit) von diagnostischen Tests oder von Impfstoffen. Die integrierte molekulare Surveillance ist Bestandteil einer nachhaltigen und international vergleichbaren Überwachung von Infektionskrankheiten.

Stand: 02.03.2021

Weitere Informationen

Wo gibt es weitere Informationen?

Informationen über das neuartige Coronavirus für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Informationen für Bürger, darunter die AHA+L-Regeln, Informationen zum Impfen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), sind unter www.infektionsschutz.de (BZgA) und www.zusammengegencorona.de (BMG) zu finden.

Hotlines für Bürger bieten unter anderem das BMG, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Bundesländer und Krankenkassen an.

Stand: 06.01.2021

Stand: 01.04.2021

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