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Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19

Gesamtstand: 31.1.2023

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu COVID-19 und Impfen unter www.rki.de/covid-19-faq-impfen.

Antworten auf häufig gestellt Fragen (FAQ) zu Long COVID unter www.rki.de/long-covid-faq.

Virus und Epidemiologie (Stand: 25.1.2023)

Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland?

Das RKI analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die COVID-19-Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Eine Übersicht zu Surveillance und Studien des RKI zur Lagebewertung ist im Epidemiologischen Bulletin 29/2022 erschienen. Dazu zählen unter anderem die offiziellen Meldedaten (u.a. Fall- und Todeszahlen, geografische Verteilung, zeitlicher Verlauf, betroffene Altersgruppen, Hospitalisierungen, Ausbrüche), aber auch Informationen aus bereits bestehenden Surveillance-Systemen (für akute Atemwegserkrankungen oder zu Laborergebnissen) und aus Projekten und Studien, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie - auch in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - durchgeführt werden. Auch die Impfquoten, Impfdurchbrüche, die Anzahl der COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen und die Zahl der durchgeführten Labortests auf SARS-CoV-2 werden erfasst, ebenso wie zirkulierende Virusvarianten. Darüber hinaus arbeitet das Institut eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen zusammen - auf nationaler und internationaler Ebene.

Alle Informationen und Dokumente, darunter das COVID-19-Dashboard, COVID-19-Wochenberichte und der Pandemieradar, sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar. Sie werden kontinuierlich aktualisiert.

Stand: 25.01.2023

Wann ist COVID-19 endemisch, und was bedeutet das?

Eine Krankheit ist dann endemisch, wenn sie in einer Region fortwährend auftritt. Beispiele sind viele virale Atemwegserkrankungen, die dabei aber nicht immer in der gleichen Häufigkeit nachzuweisen sind, sondern in (saisonalen) Wellen auftreten. Die durch das neuartige SARS-CoV-2 hervorgerufene COVID-19-Pandemie war von 2020 bis 2022 von heftigen Infektions- und Krankheitswellen geprägt. Inzwischen hatte der Großteil der Menschen – durch Impfung und/oder Infektion - Kontakt zum Virus und verfügt über ein gewisses Maß an Immunität. Das pandemische Geschehen geht allmählich in ein endemisch-wellenförmiges Geschehen über. Dieser Übergang kann nicht eindeutig anhand eines "Schwellenwertes" festgelegt werden und findet global auch nicht überall gleichzeitig statt und kann erst im Nachhinein beurteilt werden.

Zudem ist zu beachten, dass "endemisch" nicht bedeutet, dass SARS-CoV-2 harmlos wird: Ähnlich wie bei der Grippe wird es höchstwahrscheinlich auch weiterhin zu regionalen oder überregionalen Ausbrüchen und saisonalen Erkrankungswellen (insbesondere im Herbst und Winter) kommen, die auch mit schweren Verläufen und Todesfällen einhergehen. Vor allem in der älteren Bevölkerung und bei Menschen mit bestimmten Grund- und Vorerkrankungen ist auch in Zukunft mit schweren Verläufen zu rechnen. Daher könnten insbesondere in diesen Bevölkerungsgruppen wiederholte Impfungen erforderlich werden. Genauso ist es möglich, dass neue SARS-CoV-2-Varianten auftreten und/oder zeitweise auch wieder umfangreichere Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich sein könnten. Eine Surveillance von SARS-CoV-2 und der verursachten Krankheitslast ist daher weiterhin notwendig, um Folgen abschätzen und frühzeitig reagieren zu können (siehe Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland? und Wie gut kann das RKI die Zirkulation verschiedener respiratorischer Viren insbesondere in den Wintermonaten einschätzen?).

Die Entwicklung und Auswirkungen des SARS-CoV-2-Infektionsgeschehens lassen sich generell nicht vorhersagen. Viele Fachleute gehen jedoch davon aus, dass sich die Auswirkungen – ähnlich wie nach den Influenzapandemien des 20. Jahrhunderts – perspektivisch im Laufe der kommenden Jahre weiter reduzieren werden. Sicher ist: Das Virus wird ein Teil unseres Lebens bleiben und darauf müssen wir uns alle einstellen.

Stand: 25.01.2023

Wie gut kann das RKI die Zirkulation von SARS-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren insbesondere in den Wintermonaten einschätzen?

Zur Aktivität akuter Atemwegsinfektionen in Deutschland siehe den ARE-Wochenbericht, der in den Herbst- und Wintermonaten jeweils mittwochs auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlicht wird.

Um die Zirkulation von SARS-CoV-2, Influenza, RSV und anderen respiratorischen Viren einschätzen zu können, werden verschiedene Datenquellen ausgewertet. Neben den Meldedaten für COVID-19 und Influenza, die nach wie vor die Trends im Infektionsgeschehen abbilden, gewinnen weitere Surveillancesysteme an Bedeutung. Dazu zählen insbesondere die syndromische und virologische Surveillance von Atemwegsinfektionen, die bereits seit vielen Jahren am RKI etabliert sind (und deren Ergebnisse seit Pandemiebeginn in die Bewertung der COVID-19-Lage in Deutschland einfließen).

Die virologische Surveillance zeigt, welche verschiedenen Atemwegserreger aktuell zirkulieren, welche Altersgruppen sie betreffen und in welchem Verhältnis diese zueinander stehen.

Die syndromische Surveillance basiert auf drei sich ergänzenden Erhebungen:

  • Mit GrippeWeb kann bevölkerungsbasiert die Aktivität akuter Atemwegsinfektionen geschätzt werden.
  • Das Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza erfasst, wie viele Patientinnen und Patienten aufgrund von akuten Atemwegsinfektionen im ambulanten Bereich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Mit dem krankenhausbasierten Sentinel ICOSARI kann abgebildet werden, wie sich die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden, entwickelt.

Darüber hinaus wird im Rahmen der syndromischen Surveillance speziell der Anteil von symptomatischen COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit Arztbesuch, an den im Krankenhaus und auf der Intensivstation wegen akuter Atemwegserkrankungen Behandelten und die Inzidenz von symptomatischen COVID-19-Fällen in Deutschland geschätzt. Für die Belastung des intensivmedizinischen Bereichs durch COVID-19 gibt es weiterhin das Intensivregister.

Alle diese Instrumente erlauben einen sehr guten Eindruck zum Trend symptomatischer Infektionen verschiedener Schweregrade der Erkrankung und zur Belastung des Gesundheitswesens und ermöglichen eine gute Bewertung der epidemischen Lage in Deutschland.

Stand: 25.01.2023

Wie wird die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz berechnet?

Für die Berechnung wird die Anzahl der COVID-19-Fälle genutzt, bei denen angegeben ist, dass sie hospitalisiert sind, mit einem Meldedatum in den letzten 7 Tagen bezogen auf 100.000 Personen. Folgende Aspekte sollten bei der Bewertung der Daten berücksichtigt werden:

  • Zeitlicher Bezug:
    Die Daten werden nach Meldedatum und nicht nach Hospitalisierungsdatum ausgewiesen. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass Angaben zum Hospitalisierungsdatum nicht für jeden hospitalisierten COVID-19-Fall vorliegen, sondern teilweise von den Gesundheitsämtern nachermittelt werden müssen. Gleichzeitig zeigt sich für die vorhandenen Hospitalisierungsdaten, dass das Hospitalisierungsdatum und Meldedatum häufig eng beieinander liegen. Um eine vollständigere Darstellung der COVID-19-Hospitalisierungen zu erreichen, wird daher auf das Meldedatum zurückgegriffen. Bei der Bewertung der Daten sollte berücksichtigt werden, dass die betroffene Person bei Meldung noch gar nicht oder nur leicht erkrankt sein kann und sich eine schwere Erkrankung erst im Verlauf entwickelt. Es kommt zu vielen Nachmeldungen, sodass die Daten auch rückwirkend stark angepasst werden.
  • Geografischer Bezug:
    Die Daten werden nach Meldelandkreis und nicht nach Hospitalisierungslandkreis ausgewiesen. Die Daten werden in der Regel von dem Gesundheitsamt an das RKI übermittelt, das für den Wohnort der betroffenen Person zuständig ist. Das bedeutet, dass die Daten keinen direkten Rückschluss auf die Krankenhausbelegung im jeweiligen Kreis zulassen.
  • Grund für die Hospitalisierung:
    Bei der Berechnung der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz wird der Grund für die Hospitalisierung nicht berücksichtigt, da diese Informationen nicht immer vollständig und valide vorliegen. Bei der Gruppe der hospitalisierten Personen handelt es sich bzgl. Aufnahmegründen und Verläufen um eine sehr heterogene Gruppe. Entscheidungen über die Aufnahme sind nicht immer an die Schwere der Erkrankung geknüpft (z.B. junge Kinder, ältere Erwachsene zur Beobachtung). Meldepflichtig gemäß Infektionsschutzgesetz ist jede Hospitalisierung in Bezug auf COVID-19. Das bedeutet, dass der Grund der Aufnahme in Zusammenhang mit der COVID-19-Erkrankung steht, aber ein direkter kausaler Zusammenhang zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht hergestellt werden muss. Dies soll eine niedrigschwellige, zügige und aufwandsarme Meldung gewährleisten. Wird bei Aufnahme der betroffenen Person jedoch deutlich, dass die Krankenhausaufnahme in keinem Zusammenhang mit der COVID-19-Diagnose steht, z.B. nach einem Verkehrsunfall, dann besteht keine Meldepflicht.
  • Sensitivität in Abhängigkeit von der Bevölkerungszahl:
    In Kreisen und Altersgruppen mit geringer Bevölkerungszahl können bereits Einzelfälle zu hohen Werten bei der Hospitalisierungsinzidenz führen, während in bevölkerungsreichen Kreisen und Altersgruppen eine hohe Anzahl hospitalisierter COVID-19-Fälle notwendig ist, um zu merkbaren Änderungen der Hospitalisierungsinzidenz zu führen.
  • Datenvollständigkeit, Meldeverzug und Datenvalidität:
    Angaben zur Hospitalisierung müssen von den Gesundheitsämtern ermittelt werden, wenn sie bei Meldung nicht vorliegen bzw. die Meldung bei Aufnahme ins Krankenhaus nicht durch die Krankenhäuser erfolgt. Bei erstmaliger Meldung des Falls ans Gesundheitsamt liegt zudem häufig noch kein schwerer Krankheitsverlauf vor, sondern dieser entwickelt sich erst im Verlauf der Erkrankung. In anderen Fällen wird die COVID-19-Erkrankung erst in Zusammenhang mit der Aufnahme ins Krankenhaus diagnostiziert. Der größte Teil des Verzugs, bis die Informationen zur Hospitalisierung am RKI vorliegen, ist auf den natürlichen Krankheitsverlauf sowie auf die Ermittlungs- und Dokumentationsverzüge zurückzuführen. Die Datenvollständigkeit bei den Angaben zur Hospitalisierung liegt bei über 80%, variiert aber sehr stark nach Landkreis und z.B. verwendeter Software. Die Übermittlung vom Gesundheitsamt an das RKI erfolgt in der Regel innerhalb eines Tages. Die Vollständigkeit der Variable gibt jedoch keinen Hinweis darauf, wie valide die Angaben sind, also z.B. ob eine Person, bei der bei initialer Meldung erfasst worden ist, dass sie nicht hospitalisiert ist, im Verlauf hospitalisiert wurde. Die Validität der Angaben ist auf RKI-Ebene durch Datenanalysen nicht auswertbar.
  • Der Zusammenhang zwischen der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbelegung hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. von der Impfquote und dem damit selteneren Auftreten von schweren Krankheitsverläufen, aber auch von der Teststrategie, wenn z.B. bei Screeninguntersuchungen vermehrt asymptomatische Fälle gefunden werden oder bestimmte Altersgruppen wie Kinder häufiger getestet werden. Ein Anstieg der 7-Tage-Inzidenz lässt nicht mehr mit demselben Verhältnis einen Anstieg der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbelegungen erwarten. Auch das Verhältnis von 7-Tage-Hospitalisierungsinzdenz und Belegung der Intensivstationen ist zueinander nicht konstant, da dieses u.a. von den betroffenen Altersgruppen und dem Anteil der Geimpften unter den SARS-CoV-2-Infektionen abhängt. Bei gleichbleibender Hospitalisierungsinzidenz, aber längeren Zeiten der Intensivbehandlung steigt die Belastung der Kapazität weiter an.

Ausführliche Informationen siehe "Hinweise zur Umsetzung der Meldepflicht bei Aufnahme einer Person in ein Krankenhaus in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)".

Ein Vergleich der Meldedaten zur Hospitalisierung und der Ergebnisse aus der syndromischen Surveillance/ICOSARI (siehe "Wie gut kann das RKI die Zirkulation verschiedener respiratorischer Viren insbesondere in den Wintermonaten einschätzen?") ist im COVID-19-Wochenbericht dargestellt, Abschnitt "Ergebnisse aus den Surveillance-Systemen zu akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE)".

Stand: 25.01.2023

Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?

Es hat sich gezeigt, dass SARS-CoV-2 – ähnlich wie viele andere Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen – besonders im Herbst und Winter große Erkrankungswellen verursacht und daher auch künftig mit einem Anstieg der Fallzahlen in diesen Jahreszeiten zu rechnen ist. Allerdings nicht ausschließlich, denn durch reduzierte Maßnahmen und neue Virusvarianten ist es auch im Sommer 2022 zu einer hohen Anzahl an Infektionen gekommen.

Generell gilt: Viele Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen, verbreiten sich in der kälteren Jahreszeit besser, u.a. weil man mehr Zeit mit mehr Menschen in Innenräumen verbringt, die aufgrund der niedrigeren Außentemperaturen häufig nicht so gründlich gelüftet werden. In Innenräumen ist die Übertragungswahrscheinlichkeit deutlich höher. Weitere Faktoren können eine Rolle spielen, beispielsweise die längere Überlebensdauer mancher Viren bei niedriger Temperatur, die geringere UV-Strahlung, die geringere Luftfeuchtigkeit oder die trockeneren (und damit anfälligeren) Schleimhäute der Menschen.

Stand: 29.08.2022

Fallzahlen und Meldungen (Stand: 25.1.2023)

Was ist meldepflichtig?

Meldepflichtig bedeutet, dass eine Erkrankung gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Das Gesundheitsamt registriert diese Meldung, bewertet diese und ergreift bei Bedarf entsprechende Maßnahmen. Wenn eine Meldung der Falldefinition entspricht und übermittlungspflichtig ist, übermittelt das Gesundheitsamt die Daten an die Landesstelle und diese an das RKI. Das RKI zählt nur Fälle, die der Referenzdefinition entsprechen (siehe "Wie funktioniert der Meldeweg?").

COVID-19 ist auf mehrere Arten meldepflichtig. Die wichtigsten Wege sind:

  • Gemäß § 6 IfSG ist der Verdacht auf eine Erkrankung, eine Erkrankung und der Tod in Bezug auf COVID-19 meldepflichtig. Die Meldepflicht nach §6 gilt vor allem für Ärztinnen und Ärzte.
  • Gemäß § 7 IfSG ist der Nachweis des Erregers SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, meldepflichtig. Dies gilt z.B. für einen Nachweis durch eine PCR. Dies gilt auch für positive Schnelltests auf SARS-CoV-2, zum Beispiel Antigennachweise. Die Meldepflicht für positive Erregernachweise nach §7 besteht für Labore, aber auch für Ärztinnen und Ärzte, die Infektionserregerdiagnostik z.B. in ihrer Praxis durchführen.
  • Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäuser müssen dem zuständigen Gesundheitsamt auch melden, wenn ein Patient oder eine Patientin mit Bezug auf COVID-19 in ein Krankenhaus aufgenommen wird.

Stand: 29.08.2022

Wie funktioniert der Meldeweg?

Die Ärztin oder der Arzt, aber auch andere zur Meldung verpflichtete Personen wie z.B. Leitende von Einrichtungen (z.B. Schulen, Pflegeheime), die bei einer Person den Verdacht auf COVID-19 stellen, müssen dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) melden (siehe dazu die Empfehlungen zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19). Auch das Labor, das SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldepflicht ermöglicht dem Gesundheitsamt, die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen.

Die Meldung muss dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und ggf. Maßnahmen einleiten kann. COVID-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden, allerdings ohne Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen (siehe dazu auch "Warum sind die Fallzahlen am und nach dem Wochenende geringer als an anderen Wochentagen?" und "Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz" (DEMIS): www.rki.de/demis).

Mit der Meldung können auch zusätzliche Informationen übermittelt werden – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen bzw. vom Gesundheitsamt ermittelt werden können, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome, Impfstatus und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist. Die Daten werden vom RKI ausgewertet und dargestellt (siehe u.a. Dashboard, Pandemieradar, Wochenberichte). In vielen Fällen sind die Informationen aber nicht vollständig. Bei COVID-19 kann es z.B. vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Information zum Verlauf liegt aber den Gesundheitsämtern nicht immer vor. Damit insbesondere die Informationen zur Hospitalisierung von COVID-Fällen schnell und vollständig beim Gesundheitsamt vorliegen, wurde die Meldepflicht für Krankenhauseinweisungen mit Bezug zu COVID-19 erweitert.

In den Statistiken des RKI werden nur Fälle veröffentlicht, die die Referenzdefinition erfüllen. Das sind COVID-19-Fälle, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild).

Stand: 25.01.2023

Warum sind die Fallzahlen am und nach dem Wochenende geringer als an anderen Wochentagen?

Da am Wochenende weniger Arztbesuche, Labordiagnostik, Meldungen und Übermittlungen stattfinden, ist die Aussagekraft der tagesaktuellen Berichterstattung der Neuinfektionen am Wochenende und zu Beginn der Woche eingeschränkt. Am Wochenende ist die Übermittlung durch Gesundheitsämter gesetzlich nicht verpflichtend. Das RKI stellt daher sonntags keine aktuellen Fallzahlen mehr zur Verfügung.

Tagesaktuelle Schwankungen sollten generell - insbesondere zu Wochenbeginn - nicht überbewertet werden. Für die Beurteilung des Verlaufs ist die Betrachtung des Wochenvergleichs zielführender. Eine ausführliche Bewertung der epidemiologischen Situation erfolgt jeden Donnerstag im Wochenbericht des RKI.

Stand: 29.08.2022

Wie werden Todesfälle erfasst?

In die Statistik des RKI gehen die COVID-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Das Risiko an COVID-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist es in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2-Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind ("gestorben an"), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war ("gestorben mit"), werden derzeit erfasst. Generell liegt es immer im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben an bzw. mit COVID-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird "verstorben an der gemeldeten Krankheit" angegeben. Dies wird auch durch Obduktionen bestätigt: Daten aus dem deutschen Autopsie-Register beispielsweise zeigen, dass 86% der Fälle, bei denen vor oder nach Eintritt des Todes eine SARS-CoV-2-Infektion festgestellt wurde, aufgrund der COVID-19-Erkrankung verstorben sind (von Stillfried, Lancet Regional Health 2022).

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist.

Stand: 29.08.2022

Wie viele COVID-19-Patientinnen und -Patienten werden in ein Krankenhaus eingewiesen, wie viele werden aktuell auf Intensivstationen behandelt?

Wie viele COVID-19-Fälle (neu) als hospitalisiert gemeldet wurden, kann über die Meldedaten erfasst werden und wird u.a. montags bis freitags im Situationsbericht und Pandemieradar (u.a. auch nach Bundesland und Altersgruppe) und im Wochenbericht (Abschnitt Hospitalisierungen) veröffentlicht. Allerdings liegen die Daten aktuell nicht immer vollständig vor. Das RKI hat keine Zahlen dazu, wie viele COVID-19-Patienten sich aktuell insgesamt im Krankenhaus befinden.

Im Intensivregister von RKI und DIVI wird u.a. die Zahl intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle erfasst: Das Register stellt tagesaktuell dar, wie viele Patientinnen und Patienten sich deutschlandweit in intensivmedizinischer Behandlung befinden, wie viele davon beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele Patienten gestorben sind. Die Zahlen werden in den Situations- und Wochenberichten zusammengefasst. Ausführliche Tagesreports, Karten, Ländertabellen und Zeitreihen sind unter www.intensivregister.de abrufbar.  

Informationen zu Krankenhausaufenthalten können auch durch die Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (ICOSARI) erfasst werden. Seit 2015 werden am RKI – zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen – zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den ARE-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Diagnosen von Patientinnen und Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege (SARI-Diagnosen) und SARI-Fälle mit zusätzlicher COVID-19-Diagnose. Ein ICOSARI-Kurzbericht ist jeden Donnerstag auch im COVID-19-Wochenbericht zu finden.

Stand: 29.08.2022

Infektionsschutzmaßnahmen (Stand: 25.1.2023)

Wie kann ich mich und andere vor Ansteckung durch SARS-CoV-2 und vor anderen respiratorischen Viren in diesem Winter schützen?

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:

  • Bei Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion zu Hause bleiben, Kontakte reduzieren und bei unvermeidlichem Kontakt mit anderen Personen möglichst Maske tragen
  • Auf vollständigen Impfschutz gegen COVID-19 und Influenza achten
  • Bei vielen Menschen in Innenräumen Maske tragen, insbesondere wenn kein Abstand eingehalten werden kann
  • Regelmäßiges Stoßlüften

Stand: 25.01.2023

Was versteht man unter Isolierung bzw. Quarantäne und was sind die aktuellen Regelungen?

Eine Isolierung oder Quarantäne soll durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers, z.B. SARS-CoV-2, verhindern.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Personen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung sowohl häuslich als auch stationär erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung im stationären Bereich erfolgt nach bestimmten Kriterien, i.d.R. wenn von einer Weiterverbreitung nicht mehr auszugehen ist.

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden (in der Regel enge Kontaktpersonen von Erkrankten).

Die aktuellen Empfehlungen des Bundes zu Isolierung und Quarantäne bei SARS-CoV-2-Infektion und -Exposition sind unter www.rki.de/covid-19-absonderung abrufbar. Auf zusammengegencorona.de sind FAQ zum Thema Quarantäne und Isolation zu finden.

Stand: 29.08.2022

Welche Rolle spielen die Impfungen gegen COVID-19?

Informationen rund um das Thema, darunter die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO und Antworten auf häufig gestellte Fragen, sind auf der COVID-19-Impfseite des RKI zu finden.

Stand: 25.01.2023

Was ist beim Tragen von medizinischen Masken zur Infektionsprävention von COVID-19 und anderen akuten Atemwegsinfektionen in der Öffentlichkeit zu beachten?

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS, "OP-Maske") in Innenräumen, wenn sich viele Menschen im Raum aufhalten und kein Abstand eingehalten werden kann, um die Übertragung von SARS-CoV-2 und anderen akuten Atemwegsinfektionen in der Bevölkerung zu reduzieren.

Das Maskentragen zeigt dann die höchste Wirkung, d.h. eine Verringerung des Infektionsrisikos, wenn möglichst alle Personen im Raum, insbesondere jedoch Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion (bei unvermeidlichen Kontakten), eine medizinische Maske tragen. Auch wenn bei größeren Zusammenkünften in Innenräumen Masken getragen werden, muss regelmäßig gelüftet werden (durch Stoßlüften). Siehe auch „Wie kann ich mich und andere vor Ansteckung durch SARS-CoV-2 und andere Atemwegserregern schützen?

Weitere Informationen und eigene FAQ zu Masken, auch im Arbeitskontext, sind unter www.rki.de/covid-19-masken abrufbar.

Stand: 25.01.2023

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder ggf. auch bei körperlicher Aktivität. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum, wo es z.T. zu hohen Infektionsraten kam. Auch schwere körperliche Arbeit bei mangelnder Lüftung hat, beispielsweise in fleischverarbeitenden Betrieben, in der Vergangenheit zu hohen Übertragungsraten geführt.

Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen abgereichert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 m und außerhalb von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen werden daher auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren.

Siehe dazu auch "Was ist beim Lüften zu beachten?" und "Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?".

Stand: 29.08.2022

Was ist beim Lüften zu beachten?

Umfangreiche Informationen und Hinweise zur Lüftung, zu zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen sowie ergänzendem Einsatz mobiler Luftreiniger zur Reduktion von Aerosolen in Innenräumen gibt die mit dem RKI abgestimmte Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA). Hier werden auch Hinweise aufgeführt zu sogenannten CO2-Ampeln, die in Räumen mit hoher Personenbelegung, wie z.B. in Schulen, einen ungefähren Anhaltspunkt für eine gute oder schlechte Luftqualität geben können.

Zudem haben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen erarbeitet, wie sich durch richtiges Lüften das Infektionsrisiko in Schulen reduzieren lässt (siehe auch Infografik).

Stand: 29.08.2022

Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?

Das Umweltbundesamt gibt umfangreiche Informationen zum Thema Lüftung, Lüftungsanlagen und ergänzendem Einsatz mobiler Luftreiniger an Schulen. Insbesondere bei Letzteren ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Einsatz solcher Geräte nicht zu einem Gefühl der falschen Sicherheit führt.

Siehe auch "Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?" und "Was ist beim Lüften zu beachten?".

Stand: 25.01.2023

Wie geht man bei Ausbruchsuntersuchungen vor?

Das Robert Koch-Institut stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen sowie zu Prävention und Management in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende gibt es spezielle Empfehlungen.

Jeden Donnerstag parallel zum Wochenbericht veröffentlicht das RKI eine Tabelle mit COVID-19-Fällen, die einem Ausbruch zugeordnet werden, nach Meldewoche und Infektionsumfeld.

Ausbruchsgeschehen werden in der Regel durch das zuständige Gesundheitsamt untersucht, bei Bedarf unterstützt durch die oberen Landesbehörden oder das Robert Koch-Institut.

Stand: 02.05.2022

Klinische Aspekte (Stand: 25.1.2023)

Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?

Personen mit aktuen Atemwegserkrankungen sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxen, Fieberambulanzen, bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117), ggf. nach einem COVID-19-Test fragen und den ärztlichen Anweisungen folgen.

Sollte sich der Zustand während der ersten Woche einer akuten Atemwegserkrankung nicht verbessern oder sich verschlechtern, wenden Sie sich unbedingt an eine Arztpraxis. Bei unvermeidlichen Kontakten mit anderen Menschen kann das Tragen einer Maske helfen, diese nicht anzustecken.

In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 25.01.2023

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Informationen zu Risikogruppen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar. Darüber hinaus hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Liste der Impfindikationsgruppen, die auch Gruppen mit relevanten Begleiterkrankungen enthalten, veröffentlicht (abrufbar in der 1. Impfempfehlung, Tabelle 15, Seite 48). Eine Auswertung von RKI und gesetzlichen Krankenkassen zu den wichtigsten Vorerkrankungen für einen schweren COVID-19-Verlauf aus dem Jahr 2021 ist unter https://edoc.rki.de/handle/176904/8142.3 abrufbar. In der Publikation zur Krankheitsschwere der ersten COVID-19-Welle in Deutschland (JoHM S11/ 2020) sowie einer zweiten Publikation, in der auch die zweite, deutlich stärkere Welle untersucht wurde, finden sich Hinweise zu Erkrankungsschwere und zu besonders betroffenen Gruppen.

Siehe auch Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Hinweise für ambulante Pflegedienste.

Stand: 29.08.2022

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung? Gibt es Therapiemöglichkeiten bei einer asymptomatischen SARS-CoV-2-Infektion?

Personen, die durch unterschiedliche Faktoren (z.B. Immunsuppression, Vorerkrankungen, fortgeschrittenes Alter, Adipositas) ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, sollten sich bei ihren Haus- oder Fachärzten melden, um die Indikation zur frühzeitigen antiviralen Therapie (z.B. mit einem der oralen antiviralen Arzneimitteln) prüfen zu lassen und diese ggf. rechtzeitig einzuleiten. Bei vollständig geimpften Personen mit relevanten Risikofaktoren werden die Haus- oder Fachärzte sorgfältig prüfen, ob solche frühzeitige Behandlung trotz der Impfung indiziert ist, um eventuelle schwere Verläufe verhindern.

Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB), die Fachgruppe COVRIIN beim Robert Koch-Institut sowie verschiedene Fachgesellschaften veröffentlichen regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

Stand: 25.01.2023

Was ist Long COVID?

Im Zusammenhang mit einer vorangegangenen SARS-CoV-2-Infektion sind zahlreiche gesundheitliche Langzeitfolgen beobachtet worden, die auch als „Long COVID“ bezeichnet werden. Unter www.rki.de/long-covid-faq stellt das RKI Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema zur Verfügung. Siehe auch EpidBull 44/2022 „Long COVID – eine Herausforderung für Public Health und Gesundheitsforschung“.

Stand: 25.01.2023

Diagnostik (Stand: 25.1.2023)

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen?

Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis. Ausführliche Angaben finden sich in den Hinweisen des RKI zur Testung auf SARS-CoV-2.

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen oder am Wochenende kann die Ergebnismitteilung länger dauern. Für die zeitkritische Testung stehen besondere Testsysteme vor Ort zur Verfügung (s. (NAT) POCTs).

In der frühen Phase der Infektion sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. Der Nachweis des Virusgenoms im Rahmen einer akuten Infektion gelingt auch, wenn das Virus selbst nicht mehr infektiös ist.

(NAT) POCTs: Molekulardiagnostische Tests zum Nachweis von SARS-CoV-2 stehen auch im point-of-care-test-(POCT-)Format zur Verfügung. Methodisch basieren solche POCTs zum Nukleinsäurenachweis z. B. auf der PCR-, der NEAR- (nicking enzyme amplification reaction) oder der LAMP- (loop-mediated isothermal amplification) Technologie. Sensitivität und Spezifität variieren dabei und sind häufig, aber nicht immer mit der laborgestützten PCR-Diagnostik vergleichbar.

Antigen-Test: Antigen-Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein in respiratorischen Probenmaterialien. Kommerziell verfügbare Antigen-Tests sind je nach Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter point of care test (POCT), Einzeltest), als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen oder als Selbsttest (Anwendung durch Laien) verfügbar. Antigentests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der akuten Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT) eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Informationen zur Bewertung der Ergebnisse aus Antigen-Tests sind zu finden in den Hinweisen zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2. Eine Übersicht über Anforderungen sowie eine Liste von Antigen-Tests sind in der gemeinsamen Liste von Corona-Antigen-Schnelltests (Profitests, Point-of-Care (POC)-Tests) des Gesundheitssicherheits-ausschusses der Europäischen Union (Common RAT List des HSC) aufgenommen worden und auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts verlinkt.

Zur Anwendung von Antigentests siehe auch "Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?" und den Flyer und die Grafik "Wie gut ist ein Antigentest-Resultat?".

Virusanzucht: Für Forschungszwecke, etwa zur genauen Charakterisierung der Viren, spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle. Sie kann auch zur Einschätzung der noch vorhandenen Infektiosität des von einem Patienten ausgeschiedenen Virusmaterials herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3).

Indirekte Nachweise einer Infektion erfassen nicht den Erreger selbst, sondern die Reaktion des Körpers auf die Infektion (z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2-spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörpertests sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Tests zur Detektion einer Infektion mit SARS-CoV-2 sowie zum Nachweis von Antikörpern gehören zu den sog. In-vitro-Diagnostika (IVD). Das erstmalige Inverkehrbringen von IVD auf dem deutschen Markt ist nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) anzeigepflichtig. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) betreibt dafür die Datenbank "In-vitro-Diagnostika-Anzeigen (MPIVDA)", in welcher auch Daten von Corona-Tests erfasst werden.

Stand: 25.01.2023

Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?

Das RKI stellt dazu verschiedene Materialien und Informationen bereit. Im Epidemiologischen Bulletin 8/2021 etwa wurden die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 beschrieben. Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wurde die Rolle von Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung beschrieben. Kommunikationsempfehlungen zur Verbesserung des Verhaltens bei der Verwendung von Antigen-Schnelltests und Selbsttests sind im Epidemiologischen Bulletin 20/2021 zu finden. Siehe dazu auch den Flyer "Antigentests als ergänzende Maßnahme zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie".

Stand: 29.08.2022

Wann sollte ein Arzt eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Eine fundierte Diagnostik ist für Ärztinnen und Ärzte entscheidend, um die Betroffenen zu beraten und ggf. über die Therapie zu entscheiden.

Als Hilfestellung für Ärztinnen und Ärzte stehen Hinweise zur Testung von Patientinnen und Patienten auf SARS-CoV-2 sowie das Flussschema für die Verdachtsabklärung, Maßnahmen und Testkriterien zur Verfügung.

Stand: 29.08.2022

Wie wird die Anzahl an Labortests in Deutschland erfasst?

In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Laboren, die den PCR-Nachweis auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion anbieten und durchführen können. Die Anzahl der durchgeführten Tests – sowohl der mit negativem wie auch der mit positivem Ergebnis – ist wichtig, um zu erkennen, ob z.B. ein Anstieg der Fallzahlen auf vermehrtes Testen zurückgeführt werden kann oder ob tatsächlich mehr Fälle auftreten. Deshalb führt das RKI die Daten von insgesamt mehr als 250 Laboren (Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und klinischen und ambulanten Laboren) zusammen. Die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland wird alle zwei Wochen donnerstags im COVID-19-Wochenbericht veröffentlicht.

Außerdem nehmen im Rahmen der am RKI etablierten Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) etwa 70 Labore an der erweiterten ARS teil und übermitteln detailliertere (u.a. bundeslandbezogene) Daten zu SARS-CoV-2-Testungen (https://ars.rki.de/Content/COVID19/Main.aspx).
Siehe auch www.rki.de/covid-19-testzahlen.

Stand: 29.08.2022

Warum sind Genomsequenzierungen von SARS-CoV-2 wichtig?

Bei der Sequenzierung eines Genoms wird die Reihenfolge der Erbgut-Bausteine bestimmt. Die Genomsequenz eines Erregers ist eine Art mikrobieller genetischer Fingerabdruck, anhand dessen die Spur eines Erregers nachverfolgt oder genetische Variationen erkannt werden können. Die Genomsequenzierung wird bei SARS-CoV-2, wie bei anderen Erregern, je nach Fragestellung stichprobenartig oder anlassbezogen durchgeführt, um Veränderungen im Erbgut festzustellen. Derartige Veränderungen (Mutationen) sind bei Viren und Bakterien nicht ungewöhnlich. In manchen Fällen – nicht immer – verändern sie die Eigenschaften des Erregers. Eine Genomsequenzierung ist aufwändiger als ein PCR-Test und dauert bei SARS-CoV-2 einschließlich der Auswertung bei optimalen Abläufen etwa zwei bis drei Arbeitstage im Labor.

Genomsequenzierungen werden in Deutschland an verschiedenen Stellen von kompetenten Laboratorien durchgeführt. Ein zentraler Ansprechpartner ist das Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin. Auch das Robert Koch-Institut als nationales Public-Health-Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder entsprechend befähigte private Labore.

Die Sequenzdaten für die Analyse von Diversität und Evolution von SARS-CoV-2 in Deutschland werden am RKI aus verschiedenen Quellen zusammengeführt (Erläuterungen siehe "Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2", Abschnitt "Molekulare Surveillance"). Das RKI stellt zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung, welche von allen sequenzierenden Laboren in Deutschland verwendet werden kann: der Deutsche elektronische Sequenzdaten-Hub (DESH). Jedes Labor in Deutschland, das SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln.

Bei der integrierten molekularen Surveillance werden die Genomsequenzen der Krankheitserreger systematisch analysiert, mit den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz verknüpft und die Ergebnisse fortlaufend bewertet. Damit können z.B. Ausbruchsgeschehen und Übertragungsketten oder die Ausbreitung in bestimmten Altersgruppen besser erkannt bzw. bewertet werden. Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von wichtigen Erregereigenschaften anhand der Genomsequenzen; bei SARS-CoV-2 etwa das Auftreten neuer Erreger-Varianten oder die Eignung (Passfähigkeit) von diagnostischen Tests oder von Impfstoffen. Die integrierte molekulare Surveillance ist Bestandteil einer nachhaltigen und international vergleichbaren Überwachung von Infektionskrankheiten.

Stand: 25.01.2023

Stand: 31.01.2023

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