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Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19

Gesamtstand: 19.5.2022

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu COVID-19 und Impfen unter www.rki.de/covid-19-faq-impfen.

Virus und Epidemiologie (Stand: 19.5.2022)

Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland?

Das RKI analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Dazu zählen unter anderem die offiziellen Meldedaten (u.a. Fall- und Todeszahlen, geografische Verteilung, zeitlicher Verlauf, betroffene Altersgruppen, Hospitalisierungen, Ausbrüche), aber auch Informationen aus bereits bestehenden Surveillance-Systemen (für akute Atemwegserkrankungen oder zu Laborergebnissen) und aus Projekten und Studien, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie - auch in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - durchgeführt werden. Auch die Impfquoten, Impfdurchbrüche, die Anzahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen und die Zahl der durchgeführten Labortests auf SARS-CoV-2 werden erfasst. Auch eine Erfassung zirkulierender Virusvarianten bei sequenzierten Proben findet statt. Darüber hinaus arbeitet das Institut eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen zusammen - auf nationaler und internationaler Ebene.

Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar. Sie werden kontinuierlich aktualisiert.

Stand: 17.03.2022

Wie zuverlässig sind die Meldedaten angesichts sehr hoher Fallzahlen?

Durch die sehr hohen Infektionszahlen während der Omikronwelle ist auch für Deutschland damit zu rechnen, dass die Infektionszahlen über das Meldewesen (IfSG) weniger gut erfasst werden. Das hat verschiedene Gründe: Unter anderem wird mit steigender Inzidenz die Untererfassung größer - mehr Infizierte ohne oder nur mit geringen Symptomen gehen erst gar nicht zum Test. Auch wegen begrenzter Laborkapazitäten wird nur noch ein Teil der Infizierten PCR-getestet werden und als Fall gezählt. Durch die hohe Belastung der Gesundheitsämter können auch nicht mehr alle Kontaktpersonen identifiziert oder Daten zu den Fällen nachrecherchiert werden. Der Diagnose- und Meldeverzug wird vermutlich größer. Daher ist davon auszugehen, dass die Sensitivität und Detailtiefe der einzelfallbasierten Datensätze des Meldewesens vorübergehend nachlassen werden, dass die auf den Meldedaten basierende 7-Tage-Inzidenz, 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und Angaben zum Impfstatus am Höhepunkt der Welle weniger vollständig sein werden.

Das RKI kann die Situation jedoch weiterhin gut einschätzen – insbesondere die Krankheitslast und Krankheitsschwere auf Bevölkerungsebene, die in der jetzigen Phase der Pandemie von besonderem Interesse ist. Neben den Meldedaten, die nach wie vor die Trends im Infektionsgeschehen abbilden, gewinnen dabei weitere Surveillancesysteme an Bedeutung. Dazu zählen insbesondere die syndromische und virologische Surveillance von Atemwegsinfektionen, die bereits seit vielen Jahren am RKI etabliert ist und deren Ergebnisse ebenfalls seit Pandemiebeginn in die Bewertung der COVID-19-Lage in Deutschland einfließen (siehe www.rki.de/covid-19-wochenbericht).


Die virologische Surveillance zeigt, welche verschiedenen Atemwegserreger aktuell zirkulieren, welche Altersgruppen sie betreffen und in welchem Verhältnis diese zu einander stehen.

Syndromische Surveillance: Mit GrippeWeb kann bevölkerungsbasiert die Aktivität akuter Atemwegsinfektionen geschätzt werden. Das Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza erfasst, wie viele Patientinnen und Patienten aufgrund von akuten Atemwegsinfektionen im ambulanten Bereich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Mit dem krankenhausbasierten Sentinel ICOSARI kann abgebildet werden, wie sich die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden, entwickeln. Diese Ergebnisse werden schon lange im COVID-19-Wochenbericht dargestellt.

Darüber hinaus kann speziell der Anteil von symptomatischen COVID-19-Patienten mit Arztbesuch, an den im Krankenhaus und auf der Intensivstation wegen akuter Atemwegserkrankungen behandelten Patienten und die Inzidenz von symptomatischen COVID-19-Fällen in Deutschland geschätzt werden. Diese Angaben werden ab dem 20.1.2022 im COVID-19-Wochenbericht ergänzt. Für die Belastung des intensivmedizinischen Bereichs gibt es weiterhin das DIVI-IntensivRegister.

Alle diese Instrumente vermitteln einen sehr guten Eindruck zum Trend symptomatischer Infektionen verschiedener Schweregrade der Erkrankung und zur Belastung des Gesundheitswesens. Sie ermöglichen in der Gesamtschau auch bei sehr hohen Inzidenzen in der Bevölkerung eine gute Bewertung der aktuellen epidemischen Lage in Deutschland.

Stand: 17.03.2022

Wie wird die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz berechnet?

Für die Berechnung wird die Anzahl COVID-19-Fälle genutzt, bei denen angegeben ist, dass sie hospitalisiert sind, mit einem Meldedatum in den letzten 7 Tagen bezogen auf 100.000 Personen. Folgende Aspekte sollten bei der Bewertung der Daten berücksichtigt werden.:

  • Zeitlicher Bezug:
    Die Daten werden nach Meldedatum und nicht nach Hospitalisierungsdatum ausgewiesen. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass Angaben zum Hospitalisierungsdatum nicht für jeden hospitalisierten COVID-19-Fall vorliegen, sondern teilweise von den Gesundheitsämtern nachermittelt werden müssen. Gleichzeitig zeigt sich für die vorhandenen Hospitalisierungsdaten, dass das Hospitalisierungsdatum und Meldedatum häufig eng beieinander liegen. Um eine vollständigere Darstellung der COVID-19-Hospitalisierungen zu erreichen, wird daher auf das Meldedatum zurückgegriffen. Bei der Bewertung der Daten sollte berücksichtigt werden, dass die betroffene Person bei Meldung noch gar nicht oder nur leicht erkrankt sein kann und sich eine schwere Erkrankung erst im Verlauf entwickelt. Wenn die Hospitalisierung mehr als 7 Tage nach der Meldung erfolgt, dann werden diese Fälle zum Berichtsdatum nicht in der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz erfasst, sondern werden nur bei rückblickender Betrachtung der Daten sichtbar.
  • Geografischer Bezug:
    Die Daten werden nach Meldelandkreis und nicht nach Hospitalisierungslandkreis ausgewiesen. Die Daten werden in der Regel von dem Gesundheitsamt an das RKI übermittelt, das für den Wohnort der betroffenen Person zuständig ist. Das bedeutet, dass die Daten keinen direkten Rückschluss auf die Krankenhausbelegung im jeweiligen Kreis zulassen.
  • Grund für die Hospitalisierung:
    Bei der Berechnung der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz wird der Grund für die Hospitalisierung nicht berücksichtigt, da diese Informationen nicht immer vollständig und valide vorliegen. Bei der Gruppe der hospitalisierten Personen handelt es sich bzgl. Aufnahmegründen und Verläufen um eine sehr heterogene Gruppe. Entscheidungen über die Aufnahme sind nicht immer an die Schwere der Erkrankung geknüpft (z.B. junge Kinder, ältere Erwachsene zur Beobachtung). Meldepflichtig gemäß Infektionsschutzgesetz ist jede Hospitalisierung in Bezug auf COVID-19. Das bedeutet, dass der Grund der Aufnahme in Zusammenhang mit der COVID-19-Erkrankung steht, aber ein direkter kausaler Zusammenhang zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht hergestellt werden muss. Dies soll eine niedrigschwellige, zügige und aufwandsarme Meldung gewährleisten. Wird bei Aufnahme der betroffenen Person jedoch deutlich, dass die Krankenhausaufnahme in keinem Zusammenhang mit der COVID-19-Diagnose steht, z.B. bei einem Verkehrsunfall, dann besteht keine Meldepflicht.
  • Sensitivität in Abhängigkeit von der Bevölkerungszahl:
    In Kreisen und Altersgruppen mit geringer Bevölkerungszahl können bereits Einzelfälle zu hohen Werten bei der Hospitalisierungsinzidenz führen, während in bevölkerungsreichen Kreisen und Altersgruppen eine hohe Anzahl hospitalisierter COVID-19-Fälle notwendig ist, um zu merkbaren Änderungen der Hospitalisierungsinzidenz zu führen.
  • Datenvollständigkeit, Meldeverzug und Datenvalidität:
    Angaben zur Hospitalisierung müssen von den Gesundheitsämtern ermittelt werden, wenn sie bei Meldung nicht vorliegen bzw. die Meldung bei Aufnahme ins Krankenhaus nicht durch die Krankenhäuser erfolgt. Bei erstmaliger Meldung des Falls ans Gesundheitsamt liegt zudem häufig noch kein schwerer Krankheitsverlauf vor, sondern dieser entwickelt sich erst im Verlauf der Erkrankung. In anderen Fällen wird die COVID-19-Erkrankung erst in Zusammenhang mit der Aufnahme ins Krankenhaus diagnostiziert. Der größte Teil des Verzugs, bis die Informationen zur Hospitalisierung am RKI vorliegen, ist auf den natürlichen Krankheitsverlauf sowie auf die Ermittlungs- und Dokumentationsverzüge zurückzuführen. Die Datenvollständigkeit bei den Angaben zur Hospitalisierung liegt bei über 80%, variiert aber sehr stark nach Landkreis und z.B. verwendeter Software. Die Übermittlung vom Gesundheitsamt an das RKI erfolgt in der Regel innerhalb eines Tages. Die Vollständigkeit der Variable gibt jedoch keinen Hinweis darauf, wie valide die Angaben sind, also z.B. ob eine Person, bei der bei initialer Meldung erfasst worden ist, dass sie nicht hospitalisiert ist, im Verlauf hospitalisiert wurde. Die Validität der Angaben ist auf RKI-Ebene durch Datenanalysen nicht auswertbar.
  • Der Zusammenhang zwischen der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbelegung hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. der Impfquote und dem damit selteneren Auftreten von schweren Krankheitsverläufen, aber auch der Teststrategie, wenn z.B. bei Screeninguntersuchungen vermehrt asymptomatische Fälle gefunden werden oder bestimmte Altersgruppen wie Kinder häufiger getestet werden. Ein Anstieg der 7-Tage-Inzidenz lässt nicht mehr mit demselben Verhältnis einen Anstieg der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbelegungen erwarten. Auch das Verhältnis von 7-Tage-Hospitalisierungsinzdenz und Belegung der Intensivstationen ist zueinander nicht konstant, da dieses u.a. von den betroffenen Altersgruppen und dem Anteil der Geimpften unter den SARS-CoV-2-Infektionen abhängt. Bei gleichbleibender Hospitalisierungsinzidenz, aber längeren Zeiten der Intensivbehandlung steigt die Belastung der Kapazität weiter an.

Ausführliche Informationen siehe "Hinweise zur Umsetzung der Meldepflicht bei Aufnahme einer Person in ein Krankenhaus in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)"

Stand: 02.05.2022

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R?

Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt.

Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0 (auch: Basisreproduktionszahl), der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn die gesamte Bevölkerung empfänglich für das Virus ist (weil es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt), noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. R0 ist eine Größe, die für eine bestimmte Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt spezifisch ist, es kann somit kein allgemeingültiger Wert angegeben werden.

Beim SARS-CoV-2-Wildtyp wurden für die entsprechenden Bevölkerungen R0 zwischen 2,8 und 3,8 geschätzt, das heißt jeder Infizierte würde, wenn keine Infektionsschutzmaßnahmen befolgt werden, im Mittel zwischen drei und vier Personen anstecken. Die so genannten "besorgniserregenden Virusvarianten" weisen eine höhere Übertragbarkeit auf. Ohne Gegenmaßnahmen (wie Kontaktreduktion, Befolgen der AHA+L-Regeln und der Impfung) würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst dann sinken, wenn ein sehr großer Teil der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können.

Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t). Es gilt:

  • Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R unter 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Bei SARS-CoV-2 ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten.

Weitere Informationen zum mathematischen Verfahren hinter der Schätzung des R-Werts und Beispielrechnungen sind hier abrufbar.

Unter www.rki.de/covid-19-nowcasting werden Beispielrechnungen und beide R-Werte mit Prädiktionsintervallen als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt und täglich aktualisiert.

Stand: 23.12.2021

Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?

Viele Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen, verbreiten sich in der kälteren Jahreszeit besser. Zu den beitragenden Faktoren gehört besonders die Tatsache, dass man mehr Zeit und mit mehr Menschen in Innenräumen verbringt, die aufgrund der niedrigeren Außentemperaturen auch häufig nicht so gründlich gelüftet werden. In Innenräumen ist die Übertragungswahrscheinlichkeit deutlich höher. Zusätzliche Faktoren könnten beitragen, wie die längere Überlebensdauer mancher Viren bei niedriger Temperatur, die geringere UV-Strahlung, die geringere Luftfeuchtigkeit oder die trockeneren (und damit anfälligeren) Schleimhäute der Menschen.

Vermutlich spielen die Faktoren, die zur Saisonalität beitragen, auch bei SARS-CoV-2 eine wichtige Rolle. Allerdings sind in einer Pandemie grundsätzlich so viele Menschen leicht empfänglich für eine Infektion mit dem dann neuartigen, pandemischen Erreger, so dass es auch es im Sommer zu Übertragungen und Ausbrüchen kommt.

Stand: 17.03.2022

Wann ist COVID-19 endemisch, und was bedeutet das?

Eine Krankheit ist dann endemisch, wenn sie in einer Region fortwährend auftritt. Beispiele sind viele virale Atemwegserkrankungen, die dabei aber nicht immer in der gleichen Häufigkeit nachzuweisen sind, sondern in (saisonalen) Wellen auftreten. Die durch COVID-19 hervorgerufene Pandemie war von heftigen Infektions- und Krankheitswellen geprägt und geht allmählich in ein endemisch-wellenförmiges Auftreten über. Dieser Übergang kann nicht eindeutig anhand eines „Schwellenwertes“ festgelegt werden und findet global auch nicht überall gleichzeitig statt.

Zudem ist zu beachten, dass „endemisch“ nicht bedeutet, dass SARS-CoV-2 harmlos wird: Ähnlich wie bei der Grippe wird es höchstwahrscheinlich auch weiterhin zu regionalen oder überregionalen Ausbrüchen und saisonalen Erkrankungswellen (insbesondere im Herbst und Winter) kommen, die auch mit schweren Verläufen und Todesfällen einhergehen. Vor allem in der älteren Bevölkerung und bei Menschen mit Grunderkrankungen ist auch in Zukunft mit schweren Verläufen zu rechnen. Daher könnten insbesondere in diesen Bevölkerungsgruppen wiederholte Impfungen erforderlich werden. Genauso ist es möglich, dass neue SARS-CoV-2-Varianten auftreten und/oder zeitweise auch wieder stärkere Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Eine Surveillance von SARS-CoV-2 und der verursachten Krankheitslast ist daher weiterhin notwendig, um Folgen abschätzen und frühzeitig reagieren zu können.

Die Entwicklung und Auswirkungen von SARS-CoV-2 lassen sich generell nicht vorhersagen. Viele Fachleute gehen jedoch davon aus, dass sich die Auswirkungen – ähnlich wie nach den Influenzapandemien des 20. Jahrhunderts – perspektivisch im Laufe der kommenden Jahre weiter reduzieren werden. Sicher ist: Das Virus wird ein Teil unseres Lebens bleiben. Darauf müssen sich alle einstellen.

Stand: 19.05.2022

Fallzahlen und Meldungen (Stand: 17.3.2022)

Was ist meldepflichtig?

Meldepflichtig sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) der Verdacht auf eine Erkrankung, eine Erkrankung und der Tod in Bezug auf COVID-19 sowie der Nachweis des Erregers SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist (siehe www.rki.de/covid-19-meldepflicht). Dies gilt auch für Leiter von Einrichtungen (wie Schulen und Altenpflegeheime, siehe § 36 Abs. 1 IfSG), wenn in diesen Einrichtungen Antigennachweise durchgeführt werden, diese positiv sind und wenn ein Arzt nicht hinzugezogen wurde, da bei einem positiven Antigennachweis grundsätzlich von einem relevanten Erkrankungsverdacht im Sinne des IfSG auszugehen ist. Was die zur Meldung verpflichteten Personen melden müssen – falls die Informationen vorliegen - wird hier genauer beschrieben. Die Meldepflicht wurde am 12.07.2021 erweitert für Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern, die dem zuständigen Gesundheitsamt auch melden müssen, wenn ein Patient oder eine Patientin mit Bezug auf COVID-19 in ein Krankenhaus aufgenommen wird.

Ein direkter Erregernachweis z.B. durch eine PCR, weist in der Regel auf eine akute Infektion hin und muss daher gemeldet werden. Dies gilt auch für patientennahe Schnelltests auf SARS-CoV-2 (z.B. Antigennachweise). Die Meldepflicht für positive Erregernachweise besteht für Labore, aber auch für Ärzte, die Infektionserregerdiagnostik z.B. in ihrer Praxis durchführen.

Seit 01.01.2021 haben gemäß § 14 Abs. 8 IfSG alle Labore verpflichtend das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) für die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen zu nutzen.

Stand: 17.03.2022

Wie funktioniert der Meldeweg?

Die Ärztin oder der Arzt, aber auch andere zur Meldung verpflichtete Personen wie z.B. Leiter von Einrichtungen (z.B. Schulen, Pflegeheime), der bei einer Person den Verdacht auf COVID-19 stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) melden (siehe dazu die "Empfehlungen zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19"). Auch das Labor, das SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldepflicht ermöglicht dem Gesundheitsamt, die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen.

Die Meldung muss dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Isolierung der betroffenen Person, Ermittlung von Kontaktpersonen) einleiten kann. Der Meldeweg vom Arzt oder anderen Meldepflichtigen zum Gesundheitsamt läuft derzeit noch routinemäßig per Fax, selten per Telefon oder E-Mail. Seit Mitte Juni 2020 haben Labore die Möglichkeit, Erregernachweise von SARS-CoV-2 elektronisch an das zuständige Gesundheitsamt zu melden (erste Ausbaustufe des Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystems für den Infektionsschutz DEMIS). Für Labore muss die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen seit dem 01.01.2021 verpflichtend über DEMIS erfolgen.

COVID-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden, allerdings ohne Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich und auch am Wochenende. Allerdings kann es bei der Übermittlung der Fälle auch zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen. Siehe dazu auch „Warum sind die Fallzahlen am und nach dem Wochenende geringer als an anderen Wochentagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen, die von den Landkreisen selbst kommunziert werden, und dem RKI-Dashboard?“.

Dabei können – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen bzw. vom Gesundheitsamt ermittelt werden können – auch zusätzliche Informationen übermittelt werden, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist oder geimpft ist. Die Daten werden vom RKI ausgewertet und dargestellt (siehe u.a. Dashboard, Situations- und Wochenberichte, COVID-19-Trends). In vielen Fällen sind die Informationen aber nicht vollständig, weil sie zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vorliegen, nicht Inhalt der Meldung sind und von den Gesundheitsämtern erst ermittelt werden müssen. Bei COVID-19 kann es vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen erst einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen, diese Information zum Verlauf aber den Gesundheitsämtern nicht immer vorliegt. Damit insbesondere die Informationen zur Hospitalisierung von COVID-Fällen schneller und vollständiger beim Gesundheitsamt vorliegen, wurde die Meldepflicht für Krankenhauseinweisungen mit Bezug zu COVID-19 erweitert. Siehe auch  "Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?" und "Wie werden Todesfälle erfasst?".

In den Statistiken des RKI werden nur Fälle veröffentlicht, die die Referenzdefinition erfüllen. Das sind COVID-19-Fälle, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Fälle, bei denen lediglich eine positiver Antigennachweis vorliegt, erfüllen nicht die Referenzdefinition.

Stand: 23.12.2021

Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen, die von den Landkreisen selbst kommunziert werden, und dem RKI-Dashboard?

Generell gilt: Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen. Diese sind mit ausschlaggebend für die Bewertung der Situation vor Ort. Die örtlichen Behörden entscheiden auch darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Das RKI-Dashboard bietet eine Übersicht über die COVID-19-Fälle in Deutschland nach Bundesland. Die Zahlen, die für einen Landkreis im Dashboard aktuell angezeigt werden, können jedoch von den Zahlen, die die lokalen Behörden für den Landkreis aktuell kommunizieren, abweichen.

Diskrepanzen zwischen den berichteten Inzidenzen der Landkreise und den Daten des Dashboards können verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können sie durch den Übermittlungsverzug bedingt sein (z.B. wenn das Gesundheitsamt bereits Fälle an die zuständige Landesbehörde übermittelt hat, diese aber noch nicht vom Land an das RKI übermittelt worden sind, siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“). In anderen Fällen kann das auch an einem anderen Datenstand liegen (das RKI verwendet den Datenstand jeweils 0 Uhr, möglicherweise nutzen die Landebehörden/Gesundheitsämter einen anderen zeitlichen Rahmen).

Die 7-Tage-Inzidenz basiert auf dem Meldedatum der Fälle, das ist der Zeitpunkt, an dem der Fall dem Gesundheitsamt bekannt wird. Durch den Übermittlungsverzug kann es zu einer Unterschätzung der 7-Tage-Inzidenz kommen, insbesondere bei dynamischen Entwicklungen, da noch nicht alle Daten vollständig vorliegen.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden die Daten aufgrund des großen Informationsbedürfnisses tagesaktuell veröffentlicht. Die Daten werden automatisiert und elektronisch übermittelt. Die anschließende Qualitätskontrolle kann dazu führen, dass Datensätze im Verlauf ergänzt oder korrigiert werden. Es kann zum Beispiel sein, dass dadurch Fälle und Todesfälle wieder aus der Berichterstattung fallen und so auch negative Differenzen zum Vortag entstehen. Die Korrektur der Daten erfolgt immer auf Ebene des Gesundheitsamtes.

Stand: 02.12.2020

Warum sind die Fallzahlen am und nach dem Wochenende geringer als an anderen Wochentagen?

In der Regel werden an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen weniger COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt als an anderen Tagen. Das führt dazu, dass an Sonntagen, Montagen und nach Feiertagen meist deutlich geringere Fallzahlen vom RKI berichtet werden als an anderen Wochentagen.
Dies hat mehrere Gründe: Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen einen Arzt auf und es werden keine Screenings am Arbeitsplatz, in der Schule und in Kitas durchgeführt, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass am Wochenende oder Feiertagen nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an das RKI übermitteln. Gemäß IfSG ist sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 23.12.2021

Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?

Gesundheitsämter ermitteln nicht nur im Rahmen der Umgebungsuntersuchung Kontaktpersonen, die sich bei dem Fall angesteckt haben könnten, sondern erheben auch, wo sich ein Fall selbst angesteckt haben könnte (Quellensuche). Die betroffenen Personen werden hierfür vom Gesundheitsamt eingehend befragt, ob sie innerhalb der 14 Tage vor ihrem Symptombeginn Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und wenn ja, ob sich dieser Kontakt im Haushalt, am Arbeitsplatz oder in einer medizinischen Einrichtung zugetragen hat. Diese Informationen lassen sich nicht immer ermitteln, sie liegen nur für einen Teil der Fälle vor.

Das wahrscheinliche Infektionsumfeld wird ebenfalls erhoben und in die Meldesoftware eingegeben.Tatsächlich ist es in der Praxis für Gesundheitsämter und Betroffene oft sehr schwer, den exakten Infektionsort zu bestimmen. Die Inkubationszeit ist mit bis zu 14 Tagen sehr variabel und die Symptome beginnen schleichend und sind oft unspezifisch. Übertragungen können auch von Personen ausgehen, die (noch) keine Symptome zeigen. In den 14 Tagen vor Symptombeginn kann sich ein COVID-19-Fall an vielen möglichen Orten und Umständen angesteckt haben. Eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände ist daher für sehr viele Einzelfälle nicht möglich. Die Angaben hierzu im Meldewesen sind daher nur mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.

Gemäß Infektionsschutzgesetz soll auch übermittelt werden, ob die COVID-19-Fälle in einer für den Infektionsschutz relevanten Einrichtung betreut, untergebracht oder tätig sind. Betreuung oder Tätigkeit in einer Einrichtung bedeutet jedoch nicht, dass die Infektion auch tatsächlich in der Einrichtung passiert ist. Aus den Angaben zur Einrichtung kann also nicht direkt auf das wahrscheinliche Infektionsumfeld geschlossen werden – die Angaben sollen vielmehr das Gesundheitsamt frühzeitig in die Lage zu versetzen, nach Auftreten des Falls in diesen Einrichtungen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen und z.B. durch Betretungs- oder Tätigkeitsverbote oder auch Schließungen die weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern.

Da eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände für sehr viele Einzelfälle nicht möglich ist, ist die Aufarbeitung von COVID-19-Ausbruchsgeschehen umso wichtiger. Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Fällen, ob weitere Fälle auftreten. Solche Ausbruchsgesehen werden den Landesbehörden und dem RKI ebenfalls übermittelt. Im Epidemiologischen Bulletin 38/2020 ist eine erste umfassendere Auswertung von Ausbrüchen abrufbar. Aktuelle Daten sind auf der Webseite verfügbar: www.rki.de/covid-19-ausbruchsdaten.

Stand: 17.03.2022

Wie werden Todesfälle erfasst?

In die Statistik des RKI gehen die COVID-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Das Risiko an COVID-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist es in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2-Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind („gestorben an“), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war („gestorben mit“) werden derzeit erfasst. Generell liegt es immer im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben an bzw. mit COVID-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird „verstorben an der gemeldeten Krankheit“ angegeben.

Verstorbene, die zu Lebzeiten nicht auf COVID-19 getestet wurden, aber in Verdacht stehen, an COVID-19 verstorben zu sein, können post mortem auf das Virus untersucht werden.

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist (siehe auch "Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?").

Stand: 02.12.2020

Wie viele COVID-19-Patienten werden in ein Krankenhaus eingewiesen, wie viele werden aktuell auf Intensivstationen behandelt?

Wie viele COVID-19-Fälle (neu) als hospitalisiert gemeldet wurden, kann über die Meldedaten erfasst werden und wird montags bis freitags u.a. im Situationsbericht, ausführlicher im Wochenbericht (Abschnitt Hospitalisierungen) und in den COVID-19-Trends (u.a. auch nach Bundesland und Altersgruppe) veröffentlicht. Allerdings liegen die Daten aktuell nicht immer vollständig vor (siehe auch "Wie wird die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz berechnet und was bei der Bewertung zu berücksichtigen?"). Das RKI hat keine Zahlen dazu, wie viele COVID-19-Patienten sich aktuell insgesamt im Krankenhaus befinden.

Im Intensivregister von RKI und DIVI wird u.a. die Zahl intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle erfasst: Das Register stellt u.a. tagesaktuell dar, wie viele Patienten sich deutschlandweit in intensivmedizinischer Behandlung befinden, wie viele davon beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele Patienten gestorben sind. Die Zahlen werden in den Situations- und Wochenberichten zusammengefasst. Ausführliche Tagesreports, Karten, Ländertabellen und Zeitreihen sind unter www.intensivregister.de abrufbar.  

Informationen zu Krankenhausaufenthalten können aber auch durch die Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (ICOSARI) erfasst werden. Seit 2015 werden am RKI – zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen – zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den ARE-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Diagnosen von Patientinnen und Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege (SARI-Diagnosen) und SARI-Fälle mit zusätzlicher COVID-19 Diagnose. Ein ICOSARI-Kurzbericht ist jeden Donnerstag im Wochenbericht zu finden.

Stand: 17.03.2022

Wie hoch ist die Zahl der Genesenen?

Das RKI schätzt die Zahl der Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard (https://corona.rki.de) und im Situations- bzw. Wochenbericht zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Angaben, ob ein COVID-19-Fall verstorben ist und ob Angaben zur Hospitalisierung vorliegen. In Abhängigkeit von Erkrankungsbeginn bzw. Meldedatum feste Zeitintervalle addiert, wobei angenommen wird, dass der Großteil der Personen in diesem Zeitraum bereits wieder genesen ist. Der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen berücksichtigt jedoch nicht, ob ggf. Spätfolgen der Erkrankung vorliegen (siehe FAQ-Abschnitt „Gesundheitliche Langzeitfolgen“), weil diese Daten nicht regulär im Meldesystem erfasst werden.

Stand: 17.03.2022

Infektionsschutzmaßnahmen (Stand: 4.5.2022)

Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 weiterhin besondere Maßnahmen erforderlich?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein nach wie vor vergleichsweise neues Virus, das sehr ansteckend ist, eine – vor allem bei zunehmendem Alter bzw. bestimmten Vorerkrankungen - schwer verlaufende Krankheit (COVID-19) verursachen kann und bei einem nennenswerten Teil der Infizierten auch zu länger anhaltenden Folgen führen kann (siehe dazu auch den FAQ-Abschnitt "gesundheitliche Langzeitfolgen"). Eine zielgerichtete Therapie steht noch nicht zur Verfügung. Aufgrund der hohen Übertragbarkeit und der Tatsache, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung immer noch keinen ausreichenden Immunschutz gegen das Virus hat, kann es rasch zu hohen Fallzahlen mit schweren Erkrankungen, Todesfällen und einer Belastung des Gesundheitswesens kommen. Darüber hinaus können neue Virus-Varianten entstehen. Solche neuen Varianten können noch leichter als die bisherigen Varianten übertragen werden und unter Umständen häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führen. Zwar steigt der Anteil der Bevölkerung, der entweder schon einmal infiziert war oder vollständig gegen das Virus geimpft wurde, jedoch ist der Anteil der nicht ausreichend immunen Bevölkerung immer noch groß. Für Kinder unter 5 Jahre gibt es bislang zudem noch keine zugelassenen Impfstoffe. Schließlich muss auch bedacht werden, dass in großen Teilen der Welt die Impffortschritte noch nicht so groß sind, so dass es dort zu hohen Inzidenzen und der kontinuierlichen Möglichkeit von Einträgen - auch neuer besorgniserregender Varianten - nach Deutschland kommen kann.

Diese Konstellation erfordert, dass die empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen bis auf weiteres weitergeführt werden müssen, um die Fallzahlen in Deutschland so niedrig wie möglich zu halten. Dazu gehört, den Anteil der Bevölkerung mit vollständiger Impfung weiter zu erhöhen, aber auch, dass weiter Testangebote wahrgenommen und die klassischen Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter (Isolation Infizierter, Quarantäne von Kontaktpersonen) fortgesetzt werden. Darüber hinaus sollte man in jeder Situation - in erster Linie in Innenräumen - die Basismaßnahmen AHA + A + L (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, Nutzung der Corona-Warn-App und Lüften) weiter beachten, Kontakte reduzieren und bei Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion 5-7 Tage zu Hause bleiben.

Die Bewältigung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es ist notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, um die Inzidenzen niedrig zu halten.

Stand: 02.05.2022

Wie kann ich mich und andere vor einer Ansteckung schützen?

Zu den wichtigsten Maßnahmen in der Bevölkerung zählen:

  • Kontakte reduzieren
  • die AHA+L-Regeln beachten (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Masken tragen und lüften)
  • und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleiben.

Diese Maßnahmen schützen auch vor Ansteckung mit den besorgniserregenden Varianten. Auch die Corona-Warn-App ist ein zusätzlicher, wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung. Umfassende Informationen zu Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit. Zur Rolle der Impfung bei der Ansteckungsvermeidung siehe die FAQ zu COVID-19 und Impfen, u.a. "Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?".

Stand: 30.06.2021

Was versteht man unter Isolierung bzw. Quarantäne und was sind die aktuellen Regelungen?

Eine Isolierung oder Quarantäne soll durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers, z.B. SARS-CoV-2, verhindern.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Personen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung sowohl häuslich als auch stationär erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung im stationären Bereich erfolgt nach bestimmten Kriterien, i.d.R. wenn von einer Weiterverbreitung nicht mehr auszugehen ist.

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden (in der Regel enge Kontaktpersonen von Erkrankten).

Die aktuellen Empfehlungen des Bundes zu Isolierung und Quarantäne bei SARS-CoV-2-Infektion und -Exposition sind unter www.rki.de/covid-19-absonderung abrufbar. Auf zusammengegencorona.de sind FAQ zum Thema Quarantäne und Isolation zu finden.

Stand: 04.05.2022

Welche Rolle spielen die Impfungen gegen COVID-19?

In Deutschland wurde Ende Dezember 2020 mit Impfungen gegen COVID-19 begonnen. Antworten rund um das Thema, darunter zur Impfempfehlung der STIKO, zu Zugang und Verteilung, zum Impfquotenmonitoring und zur Wirksamkeit bei besorgniserregenden Varianten sind in den FAQ zu COVID-19 und Impfen und COVID-19-Impfseite des RKI zu finden.

Stand: 02.03.2021

Was ist beim Tragen von medizinischen Masken zur Infektionsprävention von COVID-19 in der Öffentlichkeit zu beachten?

Warum wird das Tragen von Masken im Alltag empfohlen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS, "OP-Maske") in bestimmten Situationen in der Öffentlichkeit als einen wichtigen Baustein, um die Übertragung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung zu reduzieren. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein relevanter Anteil von Übertragungen vor dem Auftreten oder vor der Erkennung erster Krankheitszeichen und damit unbemerkt erfolgt.

Das Maskentragen zeigt dann die höchste Wirkung, d.h. eine Verringerung des Infektionsrisikos, wenn möglichst alle Personen im Raum eine medizinische Maske tragen (kollektiver Fremdschutz). Dadurch werden auch Personen geschützt, welche Risikogruppen angehören. Dieser Effekt ist wissenschaftlich belegt.

Das Tragen von Masken ist Teil eines Bündels von Infektionsschutzmaßnahmen und wirkt mit diesen zusammen. Deshalb sollte das Tragen von Masken -unabhängig von der Art der verwendeten Maske- keinesfalls dazu führen, dass die anderen AHA+L Regeln (Abstand, Hygienemaßnahmen und Lüften) vernachlässigt werden. Das Tragen von Masken darf auch nicht zu einer Erhöhung der Personendichte in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung oder zu unnötigen engen Kontakten verleiten.

Was sind medizinische Masken?

Der Begriff medizinische Maske wird im Kontext der COVID-19-Pandemie in einigen Verlautbarungen verwendet. Darunter wird i.d.R. entweder ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS, "OP-Maske") oder eine FFP-2 Atemschutzmaske (bzw. KN95 oder N95-Maske) zusammengefasst.

Welche Masken sind geeignet, um Übertragungen von SARS-CoV-2 im Alltag zu reduzieren?

Im Prinzip sind beide o.g. Maskenarten hierfür geeignet: Nach länderspezifischen Vorgaben bzw. Unternehmen- oder Einrichtungsspezifischen Bestimmungen soll in bestimmten Situationen ein MNS oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) getragen werden. Hierzu verweisen wir auf die jeweiligen Länderhygieneverordnungen bzw. die entsprechenden örtlichen Vorgaben.

FFP2-Masken haben eine höhere Filtrationswirkung, die auch in Modellstudien gezeigt werden kann. Ein möglicher größerer Effekt von FFP2-Masken im Vergleich zu MNS hinsichtlich der Reduktion von Transmissionen durch das Tragen von FFP2-Masken durch Laien in Alltagssituationen ist jedoch nicht belegt. Von entscheidender Bedeutung ist hier, dass die Maske die richtige Größe und Passform hat, die korrekte Trageweise durch den einzelnen Nutzer sowie ein durchgehender optimaler Sitz. Dies ist selbst bei Personal im Gesundheitswesen nicht immer sicher gewährleistet.

MNS und FFP2-Masken werden im Folgenden unter dem Begriff „Maske“ zusammengefasst.

In welchen Situationen wird das Tragen von Masken empfohlen?

  • In Situationen, in denen enger Kontakt zu Personen besteht, die nicht dem eigenen engen sozialen Kreis angehören.
  • In Innenräumen im öffentlichen Bereich, wenn Menschen zusammentreffen, sich länger aufhalten, insbesondere wenn der physische Abstand von mindestens 1,5 m nicht immer eingehalten werden kann (z.B. Einkaufssituation, Schulen, Arbeitsplatz, öffentliche Verkehrsmittel), ist das kontinuierliche Tragen besonders wichtig.
  • In Außenbereichen ist das Infektionsrisiko grundsätzlich wesentlich geringer, insbesondere wenn der Abstand von 1,5 m eingehalten wird. Hier ist das Tragen von Masken in der Regel nur in bestimmten Situationen sinnvoll, z.B. wenn der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, bei längeren Gesprächen und gesichtsnahen Kontakten, oder in unübersichtlichen Situationen mit Menschenansammlungen.
  • In Haushalten mit bekanntem Fall einer SARS-CoV-2-Infektion, starkem Verdacht einer SARS-CoV-2-Infektion oder Anwesenheit von Personen, die einen engen Kontakt mit einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall hatten.

Wie ist die Maske zu tragen?

In den o.g. Situationen sollten möglichst alle Personen eine Maske tragen. Wichtig für den infektionspräventiven Effekt ist das möglichst durchgehende Tragen der Maske während der gesamten Aufenthaltszeit in den betreffenden Räumlichkeiten bzw. Situationen mit erhöhten Übertragungsrisiko. Dabei wird die Maske eng anliegend und Mund und Nase umschließend getragen. Das Abnehmen der Maske sollte auf notwendige und möglichst kurzzeitige Situationen beschränkt werden.

Weiterführende Informationen zu FFP2-Masken:

In welchen Situationen werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?

Das Tragen von FFP2-(bzw. FFP3-)Masken durch geschultes Personal wird u.a. in medizinischen Arbeitsbereichen im Rahmen des Arbeitsschutzes vorgeschrieben. Grund dafür kann z.B. eine patientennahe Tätigkeit mit erhöhtem Übertragungsrisiko durch Aerosolproduktion (z.B. bei einer Intubation) sein. Siehe hierzu auch die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des ad-Hoc Arbeitskreises „Covid-19“ des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Wie werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?

Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend (d.h. passend zur Gesichtsform und abschließend auf der Haut) getragen wird. Im Rahmen des Arbeitsschutzes wird der individuelle Dichtsitz der Maske durch ein Prüfverfahren, den sogenannten FIT-Test, sichergestellt. Beim korrekten Einsatz von FFP2-Masken besteht ein erhöhter Atemwiderstand, der die Atmung erschwert. Deswegen sollte vor dem Tragen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden, um Risiken für den Anwender individuell medizinisch zu bewerten. Gemäß den Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, z.B. bei mittlerer Arbeitsschwere in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause). Dies minimiert die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand. Weiterhin sollten FFP2-Masken bestimmungsgemäß nicht mehrfach verwendet werden, da es sich i.d.R. um Einmalprodukte handelt.

Was ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen über und die gesundheitlichen Auswirkungen von FFP2-Masken bekannt?

FFP2-Masken kamen bisher zweckbestimmt und zielgerichtet im Rahmen des Arbeitsschutzes zum Einsatz. Daher wurden außerhalb des Gesundheitswesens noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z.B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt. In Untersuchungen mit Gesundheitspersonal wurden Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben.

Was muss bei dem Einsatz von FFP2-Masken bei Laien beachtetet werden?

Bei der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien im Alltag muss grundsätzlich die individuelle gesundheitliche Eignung geprüft und sichergestellt werden. Ferner ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass die Maske zur Gesichtsform und -größe passt und korrekt und enganliegend sitzt (z.B. ist ein Dichtsitz bei Bartträgern oft nicht möglich) Eine gezielte Unterweisung kann die korrekte Handhabung unterstützen.

Was sollte beim Einsatz von FFP2-Masken bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren beachtet werden?

Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen. Das Tragen von FFP2-Masken durch Personen, die diesen Gruppen angehören, sollte möglichst ärztlich begleitet werden. Die Anwenderinnen und Anwender sollten gut über das korrekte Tragen, die Handhabung und max. Nutzungsdauer der FFP2-Masken sowie Risiken und Limitationen aufgeklärt werden. Zudem sollten die für die Trägerinnen und Träger vertretbaren Tragedauern unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festgelegt werden, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren.

Weiterführende Literatur/weitere Information

Stand: 20.12.2021

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen (siehe Steckbrief zu COVID-19 > Übertragungswege). In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder ggf. auch bei körperlicher Aktivität. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum, wo es z. T. zu hohen Infektionsraten kam. Auch schwere körperliche Arbeit bei mangelnder Lüftung hat, beispielsweise in fleischverarbeitenden Betrieben, in der Vergangenheit zu hohen Übertragungsraten geführt. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist es daher ratsam, derartige Situationen zu vermeiden.

Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen abgereichert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 m und außerhalb von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen werden daher auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren.

Siehe dazu auch „Was ist beim Lüften zu beachten?“ und „Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?“.

Stand: 28.07.2021

Was ist beim Lüften zu beachten?

Umfangreiche Informationen und Hinweise zur Lüftung und zu zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen zur Reduktion von Aerosolen in Innenräumen gibt die mit dem RKI abgestimmte Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA). Hier werden auch Hinweise aufgeführt zu sogenannten CO2-Ampeln, die in Räumen mit hoher Personenbelegung, wie z.B. in Schulen, relativ einfach einen groben Anhaltspunkt für eine gute oder schlechte Lüftung geben können.

Zudem haben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen erarbeitet, wie sich durch richtiges Lüften das Infektionsrisiko in Schulen reduzieren lässt (siehe Infografik).
Siehe auch „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“ und "Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?".

Stand: 28.07.2021

Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?

Generell ist das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in z.B. kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1,5 m erfolgen. Solche Aerosole können am besten durch regelmäßiges Lüften bzw. bei verschiedenen raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen reduziert bzw. entfernt werden (siehe auch „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“). Das Umweltbundesamt gibt eine umfangreiche Einschätzung zum Thema Lüftung, Lüftungsanlagen und mobile Luftreiniger an Schulen.

Zu beachten ist, dass auch beim Einsatz von derartigen Geräten weitere Maßnahmen, z.B. das Einhalten von Abstandsregeln oder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes („OP-Maske“), eingehalten werden müssen. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Einsatz solcher Geräte nicht zu einem Gefühl der falschen Sicherheit führt, und dass die empfohlenen infektionspräventiven Maßnahmen (AHA+L-Regeln) weiterhin umgesetzt werden.

Stand: 28.07.2021

Was ist aus Sicht des Infektionsschutzes im Schulumfeld zu beachten?

Die S3-Leitlinie „Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen“ und Empfehlungen des RKI zu Präventionsmaßnahmen und Testkriterien für Schulen sind hier abrufbar. Zum Thema Lüften und Luftreinigungsgeräte siehe auch „Was ist beim Lüften zu beachten?“ und „Was bringen mobile Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?

Ausführungen zu Epidemiologie von COVID-19 im Schulumfeld sind im Epidemiologischen Bulletin 13/2021 erschienen.

Für weitere Informationen siehe die RKI-Internetseite „SARS-CoV-2: Prävention in Kitas und Schulen“.

Stand: 23.12.2021

Wie geht man bei Ausbruchsuntersuchungen vor?

Das Robert Koch-Institut stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen sowie zu Prävention und Management in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende gibt es spezielle Empfehlungen.

Jeden Donnerstag parallel zum Wochenbericht veröffentlicht das RKI eine Tabelle mit COVID-19-Fällen, die einem Ausbruch zugeordnet werden, nach Meldewoche und Infektionsumfeld.

Ausbruchsgeschehen werden in der Regel durch das zuständige Gesundheitsamt untersucht, bei Bedarf unterstützt durch die oberen Landesbehörden oder das Robert Koch-Institut.

Stand: 02.05.2022

Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?

Die innere Leichenschau kann wertvolle Erkenntnisse liefern, die zum Verständnis der COVID-19-Erkrankung beitragen. Sie kann aber auch nicht in allen Fällen abschließende Gewissheit geben.

Der Umgang mit infektiösen Verstorbenen ist in den Seuchen- und Infektionsalarmplänen, den Bestattungsgesetzen der Bundesländer und der Information 214-021 der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung  „Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen“ geregelt .

Das RKI hat "Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen, die beim Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen zu beachten sind" veröffentlicht. Diese Empfehlungen richten sich an Ärztinnen/Ärzte, die eine äußere Leichenschau vornehmen und an sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter.

Weitere Informationen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen finden Sie in den entsprechenden Hinweisen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Stand: 15.05.2020

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der COVID-19-Pandemie beachten, welche Verpflichtungen haben Arbeitgeber?

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Rechte und Pflichten bei der Arbeit sind beim zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu finden. Das BMAS gibt auch arbeitsmedizinische Empfehlungen zum Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Auch das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) stellt Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Verfügung.

Stand: 27.07.2020

Was ist bei Reisen zu beachten?

Siehe dazu die externen Informationen auf der RKI-COVID-Seite www.rki.de/covid-19, Abschnitt „Internationale Situation und Reiseverkehr“.

Stand: 17.03.2022

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen, Gegenstände oder in der Umwelt mit SARS-CoV-2 anzustecken?

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich. Informationen zur Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 Viren in der Umwelt gibt das Umweltbundesamt (UBA). Das RKI hat keine Aufgaben in dem Bereich.

Stand: 14.01.2021

Welche Empfehlungen gibt es für den Umgang mit Haustieren?

Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Stand: 27.04.2020

Klinische Aspekte (Stand: 25.3.2022)

Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?

Personen mit (leichten) Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxen, Fieberambulanzen, bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117), nach einem Test fragen und den ärztlichen Anweisungen folgen.

Sollte sich der Zustand während der ersten Woche einer akuten Atemwegserkrankung nicht verbessern oder sich verschlechtern, wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin.

In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 23.12.2021

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Informationen zu Risikogruppen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar.

Siehe auch Hilfestellung für COVID-19-Risikogruppen, Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Hinweise für ambulante Pflegedienste.

In der Publikation zur Krankheitsschwere der ersten COVID-19-Welle in Deutschland (JoHM S11/ 2020) sowie einer zweiten Publikation, in der auch die zweite, deutlich stärkere Welle untersucht wurde, finden sich Hinweise zu Erkrankungsschwere und zu besonders betroffenen Gruppen.

Stand: 23.12.2021

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung? Gibt es Therapiemöglichkeiten bei einer asymptomatischen SARS-CoV-2 Infektion?

Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB), die Fachgruppe COVRIIN beim Robert Koch-Institut sowie verschiedene Fachgesellschaften veröffentlichen regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

SARS-CoV-2-infizierte asymptomatische Personen sollen entsprechend der aktuellen Vorgaben zur Quarantäne und Isolation zu Hause bleiben (siehe "Was versteht man unter Isolierung bzw. Quarantäne und was sind die aktuellen Regelungen?"). Personen, die durch unterschiedliche Faktoren (z.B. Immunsuppression, Vorerkrankungen, fortgeschrittenes Alter, Adipositas) ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, sollten sich bei ihren Haus- oder Fachärzten melden, um die Indikation zur frühzeitigen antiviralen Therapie (z.B. mit SARS-CoV-2-spezifischen monoklonalen Antikörpern, Remdesivir oder oralen antiviralen Arzneimitteln) prüfen zu lassen und diese ggf. rechtzeitig einzuleiten. Bei vollständig geimpften Personen mit relevanten Risikofaktoren werden die Haus- oder Fachärzte sorgfältig prüfen, ob solche frühzeitige Behandlung trotz der Impfung indiziert ist, um eventuelle schwere Verläufe verhindern.

Stand: 25.03.2022

Diagnostik (Stand: 2.5.2022)

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen?

Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis. Ausführliche Angaben finden sich in den Hinweisen des RKI zur Testung auf SARS-CoV-2.

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen kann die Ergebnismitteilung länger dauern.

In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. In Einzelfällen konnte virales Erbmaterial bis zum Tag 42 nach Symptombeginn nachgewiesen werden.

(NAT) POCTs: Molekulardiagnostische Tests zum Nachweis von SARS-CoV-2 stehen auch im point-of-care-test-(POCT-)Format zur Verfügung. Methodisch basieren solche POCTs zum Nukleinsäurenachweis z. B. auf der PCR-, der NEAR- (nicking enzyme amplification reaction) oder der LAMP- (loop-mediated isothermal amplification) Technologie. Sensitivität und Spezifität variieren dabei und sind häufig, aber nicht immer mit der laborgestützten PCR-Diagnostik vergleichbar.

Antigen-Test: Antigen-Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein in respiratorischen Probenmaterialien. Kommerziell verfügbare Antigen-Tests sind je nach Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter point of care test (POCT), Einzeltest) oder als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen geeignet. Antigentests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT) eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie). Informationen zur Bewertung der Ergebnisse aus Antigen-Tests sind zu finden in den Hinweisen zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2. Eine Liste von Antigen-Tests stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereit. Das BfArM hat Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung erteilt, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Grenzen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2. Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird die Rolle von Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung beschrieben (siehe dazu auch „Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?“ und den Flyer und die Grafik "Wie gut ist ein Antigentest-Resultat?").

Virusanzucht: Für Forschungszwecke, etwa zur genauen Charakterisierung der Viren, spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle. Sie kann auch zur Einschätzung der noch vorhandenen Infektiosität des von einem Patienten ausgeschiedenen Virus herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3).

Indirekte Nachweise erfassen die Reaktion des Körpers auf die Infektion (Immunsystem, z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2 spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörperteste sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Tests zur Detektion einer Infektion mit SARS-CoV-2 sowie zum Nachweis von Antikörpern gehören zu den sog. In-vitro-Diagnostika (IVD). Das erstmalige Inverkehrbringen von IVD auf dem deutschen Markt ist nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) anzeigepflichtig. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) betreibt dafür die Datenbank "In-vitro-Diagnostika-Anzeigen (MPIVDA)", in welcher auch Daten von Corona-Tests erfasst werden.

Stand: 17.03.2022

Wann sind PCR-Pooltestungen sinnvoll?

Die PCR-Testung ist als empfindlichste (sensitivste) und genaueste (spezifischste) Methode der Goldstandard für den Nachweis von SARS-CoV-2 (siehe auch „Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen?“). Grundsätzlich gilt deshalb, dass die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion mittels PCR-Testung erfolgt (siehe dazu auch die Referenzdefinition). Aufgrund der Komplexität des Verfahrens stehen PCR-Testkapazitäten nicht unbegrenzt zur Verfügung. Es gilt also, die vorhandenen Testkapazitäten bestmöglich und effizient zu nutzen, ohne diese zu überlasten.

Um PCR-Testkapazitäten im Rahmen breiterer Anwendungen entlasten zu können, wurden für ergänzende Fragestellungen (etwa im Rahmen von Screenings) Antigentests eingeführt. Der Vorteil von Antigentests ist eine schnelle Durchführbarkeit direkt vor Ort mit geringeren fachlichen Anforderungen, die allerdings mit einer im Vergleich zur PCR niedrigeren Sensitivität und Spezifität verbunden ist. Aspekte der Vortestwahrscheinlichkeit (also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der getestet werden soll, wirklich infiziert ist) sind daher bei der Interpretation besonders zu beachten. Der Einsatz von Antigentests ist dort vorgesehen, wo sie einen zusätzlichen Nutzen zur Vermeidung der Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 darstellen, so z.B. als Screeningmaßnahme von symptomfreien Personen, die ansonsten nicht getestet würden. Dies kann unter Einhaltung der AHA+L-Regeln dazu beitragen, die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei Kontakt zu reduzieren. Hierbei sind daher auch die Risiken einer nicht erkannten Infektion zu bedenken.

Für strukturierte Testkonzepte in Bereichen, in denen die AHA+L-Regeln nur unzureichend angewendet/eingehalten werden können und in denen Impfungen noch nicht möglich sind (etwa in Kitas und Schulen), kann die im Vergleich zu Antigentests höhere Sensitivität und Spezifität von PCR-Testungen genutzt werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu reduzieren, in Abhängigkeit von den vorhandenen Kapazitäten. Ein Vorteil der PCR-Testung gegenüber den Antigentests ist, dass eine SARS-CoV-2 Infektion bereits erkannt werden kann, bevor die infizierte Person für andere Personen ansteckend ist, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Infektionseintrages in die Gruppe verringert werden kann. Aufgrund der üblicherweise klar definierten Gruppen von Personen, die in Kitas und Schulen zueinander Kontakt haben, kann als ressourcen-schonendes Vorgehen eine Analyse mittels eines geeigneten und validierten PCR-Pooling-Verfahrens erfolgen (siehe dazu auch die Informationen unter www.schulministerium.nrw/lolli-tests). Das Pooling-Verfahren mit anschließender PCR-Testung ermöglicht die Verwendung von Probenmaterial, welches bei Antigentesten nur unzureichende Ergebnisse liefert. Es sollte aber in einer Form durchgeführt werden, die eine Probenverdünnung weitestgehend minimiert oder anderweitig einen Sensitivitätsverlust. Das durchführende Labor muss durch geeignete qualitätssichernde Maßnahmen eine ausreichende Sensitivität und Spezifität nachweisen können.

Bei ausreichenden PCR-Testkapazitäten und guter Logistik sind daher geeignete PCR-Pooltestungen im Rahmen der Testkonzepte bei Kita- und Schulgruppen (die die AHA+L-Regeln nur unzureichend einhalten können und noch keine Schutzimpfung erhalten können) eine weitere Möglichkeit, ein regelmäßiges und niedrigschwelliges Testangebot bereitzustellen. Siehe dazu auch den Artikel im Epidemiologischen Bulletin 26/2021.

Stand: 17.03.2022

Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?

Die auf dem Markt verfügbaren Tests unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit.

Mindestkriterien für Antigentests werden durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegt. Testsysteme, die diese Kriterien erfüllen, sind gemäß Testverordnung erstattungsfähig.

Eine Liste von Antigentests, die gemäß Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und dementsprechend erstattungsfähig sind, wird durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt und kann unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html aufgerufen werden. Diese Liste wird kontinuierlich dem wachsenden Kenntnisstand angepasst und dementsprechend fortlaufend aktualisiert. Erste herstellerunabhängige Evaluierungssstudien deuten darauf hin, dass zwischen verschiedenen kommerziell erhältlichen Testsysteme erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Eine vergleichende Evaluierung der Sensitivität von Tests verschiedener Hersteller stellt das PEI zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter https://diagnosticsglobalhealth.org/ sowie auf der Internetseite des Konsiliarlaboratoriums für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das BfArM stellt darüber hinaus eine Liste nach §1 Satz 1 TestV der Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 bereit, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2. Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird die Rolle von Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung beschrieben.

Die Hinweise für die Fachöffentlichkeit zur Testung auf SARS-CoV-2 finden sich unter www.rki.de/covid-19-diagnostik, weitere Informationen finden sich im Zusammenhang mit der Nationalen Teststrategie.

Stand: 17.03.2022

Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?

Hinweise dazu sind im Epidemiologischen Bulletin 8/2021 zu finden, u.a. zur Aussagekraft positiver und negativer Ergebnisse von Antigentests sowie Schlussfolgerungen dazu, siehe auch Faktenbox auf Seite 8. Siehe dazu auch den Flyer und die interaktive Grafik „Wie gut ist ein Antigentest-Resultat?“.

Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird u.a. eingegangen auf Praktikabilität und Akzeptanz von Patientinnen und Patienten selbst abgenommenen Proben.Kommunikationsempfehlungen zur Verbesserung des Verhaltens bei der Verwendung von Antigen-Schnelltests und Selbsttests sind im Epidemiologischen Bulletin 20/2021 zu finden.

Stand: 23.12.2021

Wann sollte ein Arzt eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Die Testkriterien werden fortlaufend an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst: Die Testkriterien dienen als Empfehlungen, die individuelle Entscheidungen liegt bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Das RKI hat ein Flussschema erstellt, das Ärztinnen und Ärzten Hilfestellungen für die Verdachtsabklärung, zu ergreifende Schutzmaßnahmen und Veranlassung einer Diagnostik auf SARS-CoV-2 gibt.

Die Kriterien für die Testindikation zur Erreichung der aufgeführten Ziele können in drei Kategorien unterschieden werden, 1. Vulnerabilität der betroffenen Person oder deren Kontaktpersonen; 2. die klinische Symptomatik; 3. die Expositionswahrscheinlichkeit einmal individuell und dann grundsätzlich basierend auf der Häufigkeit von COVID-19-Fällen in der Region. Das RKI empfiehlt eine Testung aller Personen, die bestimmte Testkriterien erfüllen.

Zur Testindikation siehe auch Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Stand: 17.03.2022

Wie wird die Anzahl an Labortests in Deutschland erfasst?

In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Laboren, die den PCR-Nachweis auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion anbieten und durchführen können. Die Anzahl der durchgeführten Tests wird in Deutschland jedoch nicht zentral erfasst.

Die Anzahl der durchgeführten Tests – sowohl der negativen wie auch der positiven – ist zentral, um zu erkennen, ob z.B. ein Anstieg der Fallzahlen auf vermehrtes Testen zurückgeführt werden kann oder ob tatsächlich mehr Fälle auftreten. Deshalb führt das RKI die Daten von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und klinischen und ambulanten Laboren zusammen - insgesamt mehr als 200 Teilnehmer. Die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland wird alle zwei Wochen donnerstags im Wochenbericht veröffentlicht.

Außerdem nehmen im Rahmen der am RKI etablierten Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) etwa 70 Labore an der erweiterten ARS teil und übermitteln detailliertere (u.a. bundeslandbezogene) Daten zu SARS-CoV-2-Testungen (https://ars.rki.de/Content/COVID19/Main.aspx).

Siehe auch die Übersichtsseite zur Erfassung der SARS-CoV-2-Testzahlen in Deutschland: www.rki.de/covid-19-testzahlen

Stand: 02.05.2022

Warum sind Genomsequenzierungen wichtig?

Bei der Sequenzierung eines Genoms wird die Reihenfolge der Erbgut-Bausteine bestimmt. Die Genomsequenz eines Erregers ist eine Art mikrobieller genetischer Fingerabdruck und ermöglicht es, die Spur eines Erregers nachzuverfolgen oder genetische Variationen zu erkennen. Die Genomsequenzierung wird bei SARS-CoV-2, wie bei anderen Erregern, je nach Fragestellung stichprobenartig oder anlassbezogen durchgeführt, um Veränderungen im Erbgut festzustellen. Derartige Veränderungen (Mutationen) sind bei Viren und Bakterien nicht ungewöhnlich, sie führen nicht automatisch zu einer Änderung der Erreger-Eigenschaften. Die Bedeutung einer Mutation muss mit anderen Methoden geklärt werden. Eine Genomsequenzierung ist aufwändiger als ein PCR-Test und dauert bei SARS-CoV-2 einschließlich der Auswertung bei optimalen Abläufen etwa zwei bis drei Arbeitstage im Labor.

Genomsequenzierungen werden in Deutschland an verschiedenen Stellen von kompetenten Laboratorien durchgeführt. Ein zentraler Ansprechpartner ist das Konsiliarlabor für Coronaviren ist an der Charité in Berlin. Auch das Robert Koch-Institut als nationales Public Health Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder entsprechend befähigte private Labore.

Die Sequenzdaten für die Analyse von Diversität und Evolution von SARS-CoV-2 in Deutschland werden aus verschiedenen Quellen am RKI zusammengeführt (Erläuterungen siehe "Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2", Abschnitt "Molekulare Surveillance"). Das RKI stellt zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung, welche von allen sequenzierenden Laboren in Deutschland verwendet werden kann: der Deutsche elektronische Sequenzdaten-Hub (DESH). Jedes Laboratorium in Deutschland, welches SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln.

Bei der integrierten molekularen Surveillance werden die Genomsequenzen der Krankheitserreger systematisch analysiert, mit den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz verknüpft und die Ergebnisse fortlaufend bewertet. Damit können z.B. Ausbruchsgeschehen und Übertragungsketten oder die Ausbreitung in bestimmten Altersgruppen besser erkannt bzw. bewertet werden. Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von wichtigen Erregereigenschaften anhand der Genomsequenzen; bei SARS-CoV-2 etwa das Auftreten neuer Erreger-Varianten oder die Eignung (Passfähigkeit) von diagnostischen Tests oder von Impfstoffen. Die integrierte molekulare Surveillance ist Bestandteil einer nachhaltigen und international vergleichbaren Überwachung von Infektionskrankheiten.

Stand: 17.03.2022

Gesundheitliche Langzeitfolgen (Stand: 19.4.2022)

Warum ist es wichtig, längerfristige Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion besser zu verstehen?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass wir nicht nur die akuten Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion, sondern auch gesundheitliche Langzeitfolgen der Infektion ernst nehmen und besser verstehen müssen. Nur so können wir die von längerfristigen gesundheitlichen Folgen betroffenen Menschen entsprechend ihren Bedürfnissen unterstützen und unser Gesundheitssystem, aber auch die Gesellschaft als Ganzes, auf zukünftige Krisen besser vorbereiten.

Im Folgenden werden die FAQ zu möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion beantwortet. Nicht angesprochen werden hier die indirekten gesundheitlichen Folgen der Pandemie, wenngleich auch diese im Blickpunkt wissenschaftlicher Analysen stehen und noch breitere Bevölkerungsgruppen betreffen können (bspw. aufgrund von erhöhter Stressbelastung, verändertem Gesundheitsverhalten oder Verzicht auf die Inanspruchnahme von Früherkennungsangeboten oder medizinischer Versorgung aufgrund von Kontaktbeschränkungen).

Stand: 19.04.2022

Was ist Long-COVID/Post-COVID?

Im Zusammenhang mit einer vorangegangenen SARS-CoV-2-Infektion sind zahlreiche mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen beobachtet worden. Hierzu zählt eine Vielfalt körperlicher, kognitiver und psychischer Symptome, welche die Funktionsfähigkeit im Alltag und Lebensqualität negativ beeinflussen. Die Beeinträchtigungen treten entweder bereits in der akuten Erkrankungsphase auf und bleiben längerfristig bestehen, oder sie treten im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Infektion (wieder) auf. Dabei wird über sehr unterschiedliche Symptome berichtet, die allein oder auch in Kombination auftreten und von sehr unterschiedlicher Dauer sein können. Bislang lässt sich daher kein einheitliches Krankheitsbild abgrenzen. Zudem sind die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht geklärt, wobei Erkenntnisse hierzu dank intensiver Forschung fortlaufend hinzukommen. So gibt es mittlerweile u. a. Hinweise darauf, dass chronische Entzündungen und Verschlüsse der kleinen Gefäße (Mikrothromben), eine Aktivierung des Epstein-Barr-Virus sowie Autoimmunprozesse an der Entstehung gesundheitlicher Langzeitfolgen beteiligt sind. Personen mit längerfristigen gesundheitlichen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion sind in der Regel nicht ansteckend – es sei denn, es liegt erneut eine akute Infektion mit dem Virus bzw. einer der Virusvarianten vor (Reinfektion).

Der Begriff „Long-COVID“ wurde zunächst den in sozialen Medien durch Personen geprägt, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion über langanhaltende gesundheitliche Einschränkungen berichteten. Die bereits Ende 2020 veröffentlichte Leitlinienempfehlung des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) definiert „Long-COVID“ als gesundheitliche Beschwerden, die jenseits der akuten Krankheitsphase einer SARS-CoV-2-Infektion von 4 Wochen fortbestehen oder auch neu auftreten. Als Post-COVID-Syndrom werden Beschwerden bezeichnet, die noch mehr als 12 Wochen nach Beginn der SARS-CoV-2-Infektion vorhanden sind und nicht anderweitig erklärt werden können. Somit umfasst „Long-COVID“ sowohl im Anschluss an eine akute COVID-19-Erkrankung 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das „Post-COVID-19-Syndrom“. Auch die deutsche S1-Leitlinie zu Post-COVID/Long-COVID der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) nimmt eine zeitliche Abgrenzung in Anlehnung an NICE vor, benennt jedoch als weitere mögliche Manifestation von Long-COVID/Post-COVID auch die Verschlechterung vorbestehender Grunderkrankungen.

Im Oktober 2021 wurde nach einem wissenschaftlich fundierten Abstimmungsprozess eine vorläufige klinische Falldefinition von Post-COVID-19 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Gemäß dieser Definition werden unter dem Begriff Post-COVID-19-Zustand gesundheitliche Beschwerden zusammengefasst, die in längerem Abstand (in der Regel drei Monate) im Anschluss an eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion über längere Zeit fortbestehen und anderweitig nicht erklärbar sind. Dabei werden Symptome und gesundheitliche Einschränkungen berücksichtigt, die über mindestens zwei Monate anhalten oder auch wiederkehrend und in wechselnder Stärke auftreten. Da nach bisherigen Erkenntnissen auch milde oder gar symptomlose Verläufe einer SARS-CoV-2-Infektion mit entsprechenden Langzeitfolgen einhergehen können und gerade zu Anfang der Pandemie noch kein breites Testangebot verfügbar war, bezieht sich die klinische Falldefinition der WHO sowohl auf Personen mit Labornachweis einer SARS-CoV-2-Infektion, als auch auf Personen, für die eine Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus aufgrund von Krankheitssymptomen oder auch engen Kontakten zu nachweislich Infizierten als wahrscheinlich angesehen werden kann. Die WHO weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich weiterhin um eine vorläufige Falldefinition handelt, die in Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse fortlaufend aktualisiert werden muss. Darüber hinaus ist laut WHO aufgrund der eingeschränkten Datenlage noch unklar, inwieweit die vorgelegte Falldefinition auch auf Kinder und Jugendliche übertragbar ist.

In wissenschaftlichen Studien wird zunehmend die Falldefinition der WHO zugrunde gelegt. Der Einfachheit halber verwenden wir in dieser FAQ den Begriff der „gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion“, da in bisherigen Arbeiten nicht immer streng die Definition für Post-COVID-19 unter Beachtung der Zeitspanne von 12 Wochen nach Diagnose bzw. vermutetem Beginn einer SARS-CoV-2-Infektion eingehalten wird. Zudem werden in einigen Arbeiten Symptome im Zeitraum zwischen 4 und 12 Wochen nach Infektionsbeginn und jenseits der Grenze von 12 und mehr Wochen parallel betrachtet.

Stand: 19.04.2022

Welche Symptome haben Menschen mit gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19?

Eine Liste von gesundheitlichen Symptomen und Beschwerden, welche die Definitionskriterien des Post-COVID-19-Zustands nach bisherigem Wissensstand erfüllen, wurde von der WHO hinterlegt. Darüber hinaus wurde ein Core Outcome Set für Post-COVID in einem internationalen Delphi-Verfahren zwischen Expertinnen und Experten abgestimmt. Zu den in wissenschaftlichen Studien am häufigsten beobachteten Symptomen, die einzeln oder in Kombination auftreten können, gehören Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (sog. Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (sog. „brain fog“), Schlafstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen, psychische Probleme, wie z. B. depressive Stimmung und Angstsymptome, sowie Riech- und Schmeckstörungen (siehe auch Systematisches Review). Die Symptome sind mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität (Quelle 1, 2) und Einschränkungen der Funktionsfähigkeit im Alltag assoziiert. Bei einem Teil der Personen entwickelt sich infolge der SARS-CoV-2-Infektion zudem ein Symptomkomplex, der Ähnlichkeit mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrom, ME/CFS) aufweist. Die Ursachen für CFS/ME sind bislang ebenfalls ungeklärt, Immunreaktionen nach Virusinfektionen spielen nach bisherigen Erkenntnissen eine wichtige Rolle. Schwere chronische Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Funktionsfähigkeit und eine ausgeprägte Verschlechterung nach leichter körperlicher Belastung sind charakteristisch für das Krankheitsbild einer ME/CFS und haben bleibende Behinderungen bei der Ausübung von Alltagsfunktionen und Verluste an Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe zu Folge. Bislang ist unklar, wie groß der Anteil der so betroffenen Personen nach SARS-CoV-2-Infektion ist.

Abgesehen von sehr vielschichtigen gesundheitlichen Symptomen mehren sich Hinweise auf umschriebene Organkomplikationen und neu aufgetretene chronische nicht-übertragbare Krankheiten als mögliche Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion, auch bei Personen ohne schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion (siehe auch systematisches Review). Hierzu zählen bleibende Schädigungen der Lunge und damit einhergehende Verschlechterungen der Lungenfunktion, Einschränkungen der Nierenfunktion, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzmuskelentzündungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thromboembolien) und Diabetes mellitus. Auch eine Anfang 2022 publizierte Studie aus Deutschland berichtete signifikant häufigere zuvor nicht bekannte Multi-Organ-Schädigungen bei Erwachsenen im Alter von 45-74 Jahren mit überwiegend mildem Krankheitsverlauf nach gesicherter SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Die ursächlichen Zusammenhänge zu einer vorangegangenen SARS-CoV-2-Infektion sind hierbei noch nicht geklärt. Zum einen sind die Krankheitsmechanismen noch nicht aufgeklärt. Zum anderen müssen unerkannte Vorerkrankungen und Gesundheitsrisiken, aber auch veränderte Lebens- und Versorgungsbedingungen während der Pandemie in Betracht gezogen werden.

Stand: 19.04.2022

Wie häufig treten gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19 auf? Sind auch Erkrankte mit milden Verläufen betroffen?

Wie häufig gesundheitliche Langzeitfolgen nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten, kann noch nicht verlässlich geschätzt werden. Je nach Datenbasis, Falldefinition und Studienmethodik (wie z. B. der Dauer der Nachbeobachtungszeit, der Anzahl der erfassten Symptome und Gesundheitsprobleme oder dem Vorhandensein einer Kontrollgruppe) kommen unterschiedliche Studien zu sehr unterschiedlichen Schätzungen. So zeigt eine Bestandsaufnahme von 23 Übersichtsarbeiten und 102 Originalarbeiten, dass der Anteil von Erwachsenen mit gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion in Studien von Erwachsenen, die nicht wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden mussten, stark variierte und zwischen 7,5% und 41% lag. Bei Erwachsenen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten, wurden bei 37,6% gesundheitliche Langzeitfolgen berichtet.

Wichtig zu wissen ist, in welchem Ausmaß von Long-COVID/Post-COVID betroffene Menschen gesundheitsbedingte Einschränkungen ihrer alltäglichen Funktions- und Leistungsfähigkeit erleben. Nur so können Angebote zur psychosozialen Unterstützung, medizinischen Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen bedarfsgerecht angepasst werden. Die Datenlage hierzu ist noch lückenhaft. Basierend auf einer dreiwöchigen Online-Befragung in einer nicht repräsentativen Stichprobe von 338 medizinischen Rehabilitations-Einrichtungen (dies entspricht 31% aller Einrichtungen), welche von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) im September und Oktober 2021 durchgeführt wurde, hatten 7,1% der Reha-Patientinnen und Patienten eine Post-COVID-(Zusatz-)Diagnose. Darüber hinaus berichten einige Studien, dass Patientinnen und Patienten nach einer vorangegangenen COVID-19-Erkrankung z. T. über Wochen bis Monate arbeitsunfähig sind – unabhängig davon, ob ein Post-COVID-Zustand erkannt und diagnostiziert wurde. Analysen von ambulanten Versorgungsdaten in einer repräsentativen Stichprobe von Arztpraxen in Deutschland zeigten, dass 5,8% der Erwachsenen mit COVID-19-Diagnose mindestens 4 Wochen nach der Diagnosestellung noch krankgeschrieben waren. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden bereits für 132.153 Menschen Berufskrankheiten in Zusammenhang mit COVID-19 anerkannt (Stand 28.02.2022). Nach einer SARS-CoV-2-Infektion wird zudem eine häufigere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wegen körperlicher und psychischer Neuerkrankungen berichtet, sowie ein vermehrter Medikationsbedarf und eine höhere Sterblichkeit (siehe hierzu auch systematisches Review). Auch eine als Preprint erschienene umfassende Analyse von Daten der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zeigt, dass verschiedene körperliche und psychische Diagnose- und Symptomkomplexe bei Personen mit einer vorangegangenen COVID-19-Erkrankung deutlich häufiger dokumentiert wurden als bei Personen ohne eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion. Die Gruppenunterschiede waren für Erwachsene, aber auch für Kinder und Jugendliche statistisch signifikant, wobei absolute Häufigkeiten von neu diagnostizierten Erkrankungen bei Erwachsenen häufiger vorkamen. Darüber hinaus zeigt eine deutsche Kohortenstudie bei hospitalisierten COVID-19-Erkrankten eine 180-Tages-Mortalität von 30% und eine Re-Hospitalisierungsrate von 27%.

Stand: 19.04.2022

Sind Faktoren bekannt, die das Risiko für gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19 beeinflussen?

Nach bisherigen Erkenntnissen steigt das Risiko für Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion mit dem Schweregrad der COVID-19-Erkrankung. Darüber hinaus scheinen eine Reihe von vorbestehenden Erkrankungen und Gesundheitsrisken das Risiko für Langzeitfolgen von COVID-19 zu erhöhen. Beides ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche beschrieben. Eine umfassende medizinische Untersuchung von Erwachsenen mit COVID-19 über drei Zeitpunkte zeigte, dass das Risiko für gesundheitliche Langzeitfolgen bereits zum Zeitpunkt der SARS-CoV-2-Infektion erheblich variiert und besonders stark zunimmt, wenn einer der folgenden Faktoren vorliegt: hohe Viruslast, im Blut nachweisbare spezifischen Autoantikörper, labormedizinischer Nachweis einer früheren Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, vorbestehender Diabetes mellitus. Übereinstimmend ist in vielen Studien beobachtet worden, dass Mädchen und Frauen (insbesondere Frauen im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter) häufiger von Long-COVID/Post-COVID betroffen sind als Jungen und Männer dieser Altersgruppen. Unter Kindern und Jugendlichen scheinen die Teenager deutlich häufiger betroffen zu sein als jüngere Kinder, wohingegen sich bei Erwachsenen der Häufigkeitsgipfel für bislang bekannte Langzeitfolgen im jüngeren und mittleren Erwachsenalter zeigt. Einige bevölkerungsbezogene Studien zeigen, dass Angehörige von Gesundheitsberufen und Menschen in sozial benachteiligten Regionen besonders häufig von Langzeitfolgen einer COVID-Erkrankung betroffen sind, was allerdings bislang durch das deutlich höhere Infektionsrisiko zu erklärt werden scheint.

Stand: 19.04.2022

Können Kinder auch gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 entwickeln?

Auch Kinder und Jugendliche können von gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19-Erkrankung betroffen sein. Dabei unterscheidet sich die Art der Symptome, die bei Kindern und Jugendlichen beschrieben sind, nicht wesentlich von denjenigen, die für Erwachsene berichtet werden. Allerdings beziehen sich die bisherigen wissenschaftlichen Studien zu gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion überwiegend auf Erwachsene. Die Datenlage bei Kindern und Jugendlichen ist nach wie vor sehr eingeschränkt.

In der bislang größten Nachbeobachtung von Kindern und Jugendlichen mit Krankenhausbehandlung wegen COVID-19, hatten etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen auch mehrere Monate nach Entlassung noch mindestens ein gesundheitliches Problem. Bevölkerungsbezogene oder selbst selektionierte Stichprobenuntersuchungen, welche auch Kinder und Jugendliche mit leichteren oder wenig symptomatischen Verläufen einer COVID-19-Erkrankung einbeziehen, berichten hingegen ein geringeres Vorkommen von Symptomen, die über die akute Krankheitsphase von 4 Wochen nach Infektion bzw. nach Krankheitsbeginn hinaus noch vorliegen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zu entsprechenden Studien berichtet Häufigkeiten von 2%-3,5% bei überwiegend nicht hospitalisierten Kindern. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen stellt die Abgrenzung gesundheitlicher Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion von indirekten gesundheitlichen Folgen der Pandemie eine besondere Herausforderung dar. Tatsächlich wird in bisherigen Studien bei einem Vergleich von Kindern und Jugendlichen mit und ohne SARS-CoV-2-Infektion (Fall-Kontroll-Studien) sehr häufig kein Unterschied in der Häufigkeit einzelner betrachteter Symptome berichtet (siehe auch systematisches Review). Allerdings finden sich offenbar Unterschiede nach Art und Anzahl der betrachteten Symptome. In einer Meta-Analyse von Studien mit Kontrollgruppe wurde nach einer SARS-CoV-2-Infektion ein signifikant erhöhtes Risiko für kognitive Störungen, Kopfschmerzen, Geruchsverlust, Halsschmerzen und entzündete Augen berichtet. Kein Unterschied im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen ohne eine SARS-CoV-2-Infektion zeigte sich hingegen für Bauchschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Muskelschmerzen, Diarrhoe, Fieber, Schwindel und Atemnot. In der bislang größten Verlaufsbeobachtung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne SARS-CoV-2-infektion, der britischen CLoCk-Studie wiesen Kinder und Jugendliche nach SARS-CoV-2-Infektion häufiger multiple Symptome auf als diejenigen in der Vergleichsgruppe. Eine bislang als Preprint veröffentlichte Analyse von GKV-Daten in Deutschland zeigt, dass bei Kindern und Jugendlichen nach einer vorangegangenen COVID-19-Erkrankung die Inzidenz für verschiedene körperliche und psychische Diagnose- und Symptomkomplexe erhöht ist.

In der Diskussion um COVID-19 bei Kindern wird international seit Beginn der Pandemie auch über seltene besonders schwere Fälle berichtet, die ca. 2 Wochen nach einer akuten COVID-19-Erkrankung oder SARS-CoV-2-Infektion eine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Es handelt sich um eine starke entzündliche Immunreaktion (das sogenannte Multisystem inflammatory syndrome in children (MIS‐C) oder auch Pediatric inflammatory multisystemic syndrome (PIMS), siehe dazu auch aktuelle Ergebnisse der PIMS-Erfassung in Deutschland sowie weiterführende Informationen bei der WHO und den CDC). Betroffene Kinder leiden u.a. an hohem Fieber, Schmerzen, Erbrechen, Ausschlag und Müdigkeit. MIS-C oder auch PIMS stellen ein hochakutes Krankheitsbild überwiegend innerhalb von vier Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion dar. Durch den zeitlichen Kontext gehören diese Krankheitsbilder jedoch nicht zu gesundheitlichen Langzeitfolgen von Long-COVID und Post-COVID gemäß aktuellen Definitionen.

Als Grundlage für zukünftige Forschungsaktivitäten werden von international besetzten Arbeitsgruppen derzeit Falldefinitionen für Long-COVID/Post-COVID bei Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Entsprechend dieser zwischen Expertinnen und Experten konsentierten Forschungsdefinition werden als Long-COVID Symptome bezeichnet (darunter mindestens ein körperliches Symptom), die nach einer bestätigten Diagnose von COVID-19 weiter bestehen oder neu auftreten, das körperliche, psychische oder soziale Wohlbefinden beeinträchtigen, das tägliche Leben in mindestens einen Bereich beeinträchtigen (z. B. Schule, Zuhause oder Beziehungen) und die über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen nach Infektionsbeginn andauern.

Stand: 19.04.2022

Wie kann man als Einzelperson den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 vorbeugen?

Hierzu ist noch wenig bekannt. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand ist die beste Möglichkeit das Vermeiden einer SARS-CoV-2-Infektion durch die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen. Zunehmend gibt es auch Hinweise darauf, dass eine vollständige SARS-CoV-2-Schutzimpfung nicht nur vor schweren Verläufen einer COVID-19-Erkrankung schützt, sondern auch die Ausprägung von Long-COVID-Symptomen nach einer Durchbruchinfektion mildern kann. Auch ein positiver Einfluss einer Impfung nach stattgehabter Infektion und bei bereits bestehenden Long-COVID-Symptomen wird beobachtet. Allerdings ist auch hier der Kenntnisstand nicht abgeschlossen.

Stand: 19.04.2022

Wie gut gesichert ist das aktuelle Wissen über die gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19?

Da das Virus SARS-CoV-2 und COVID-19 als Krankheitsbild erst seit Anfang 2020 bekannt sind, sind die Ursachen von COVID-19-Langzeitfolgen, das Risikoprofil der Betroffenen und die unterschiedlichen Symptomkomplexe und Krankheitsverläufe noch nicht vollständig erforscht. Es ist daher aktuell noch nicht möglich sicher abzuschätzen, wie häufig Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. COVID-19-Erkrankung auftreten, ob es geeignete Frühwarnzeichen gibt (z. B. Veränderung bestimmter Blutwerte), welche Behandlung für wen gut geeignet ist, und wie groß der Anteil der Betroffenen ist, der bleibende Auswirkungen mit sich tragen wird. Besonders über die gesundheitlichen Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen und bei älteren Menschen ist bisher wenig bekannt.

International aber auch in Deutschland sind mittlerweile eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien angelaufen, um mögliche Langzeitfolgen nach einer COVID-19-Erkrankung oder SARS-CoV-2-Infektion besser zu verstehen und erkrankten Menschen eine gute gesundheitliche Versorgung und Unterstützung zu sichern (siehe Übersichtsarbeiten in BMJ und Science). So werden in Deutschland etwa über das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nationalen Pandemie Kohorten Netzes (NAPKON) Erwachsene mit SARS-CoV-2-Infektion im Hinblick auf Folgeerkrankungen und gesundheitsbezogene Lebensqualität weiter beobachtet. Zusätzliche Vorhaben zu Erforschung von Long-COVID werden im Rahmen eines aktuellen BMBF-Förderungsschwerpunktes gefördert. Zu gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen wird z.B. im Rahmen des Post-COVID-19 Surveys der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie geforscht. Darüber hinaus gibt es eine internationale Arbeitsgruppe zu Post-COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen (Pediatric International Long-COVID Care Collaboration), in der auch einige deutsche Forschungsgruppen vertreten sind.


In Deutschland wurde in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) „Long-COVID“ gegründet, um das vorhandene Wissen zu bündeln, Forschungsfragen zu formulieren und -aktivitäten zu fördern, Kommunikationsbedarfe und -angebote zu identifizieren und eine gute medizinische und soziale Versorgung für Betroffene sicherstellen zu können.

Stand: 19.04.2022

Was macht das RKI?

In die aktuell laufenden Verlaufsstudien des Corona-Monitorings am RKI wurden sowohl auf regionaler Ebene (CoMoLo) als auch auf bundesweiter Ebene (CoMoBu) Fragen zu Long-COVID eingebracht. Dies soll Vergleiche von Personen mit und ohne SARS-CoV-2-Infektion in Hinblick auf Symptome, Lebensqualität, Inanspruchnahme medizinischer Versorgung und gesundheitsbedingte Einschränkungen im Alltag ermöglichen. Darüber hinaus wurden Fragestellungen zu Long-COVID soweit wie möglich in verschiedene laufende epidemiologische Studien des RKI zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen eingebracht. Hierzu zählen die Studie „Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA) und die Nachbeobachtungsphase zur Corona-KiTa-Studie, zu welcher auch das Modul COALA zählt.

Da Krankheitsbild, zugrunde liegende Ursachen und Krankheitsverläufe von COVID-19-Langzeitfolgen nicht vollständig erforscht sind und ständig neue, zum Teil sehr heterogene Studienergebnisse hinzukommen, ist es wichtig, das vorhandene Wissen zu bündeln und in verständlicher Weise zusammenzufassen. Daher wird am RKI fortlaufend wissenschaftliche Evidenz zu Long-COVID zusammengeführt und in regelmäßig aktualisierte Dokumente zu COVID-19 auf der Homepage des RKI eingepflegt (Steckbrief, FAQs). Darüber hinaus wird am RKI derzeit eine umfassendere systematische Evidenzsynthese zu Long-COVID in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt. Über Vertreterinnen und Vertreter von Long COVID Deutschland wird auch die Perspektive von Personen einbezogen, die von Long-COVID betroffen sind. Mit dieser Bestandsaufnahme sollen Forschungslücken zu Long-COVID, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, identifiziert und eine Grundlage für gezielte fortlaufende Evidenzsynthesen („living rapid reviews“) geschaffen werden.

Darüber hinaus werden unter Beteiligung des RKI Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) genutzt, um Häufigkeit, Dauer und Beeinträchtigungsgrad von Long COVID in Deutschland bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. In Kooperation mit sechs Krankenkassen und wissenschaftlichen Partnern in der Versorgungsforschung konnte in einer ersten Analyse von Daten aus dem Jahr 2020 gezeigt werden, dass nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen noch Monate nach einer dokumentierten SARS-CoV-2-Infektion signifikant häufiger körperliche und psychische Gesundheitsprobleme neu diagnostiziert wurden als bei sorgfältig gematchen Vergleichspersonen ohne dokumentierte SARS-CoV-2-Infektion. Erste Studienergebnisse wurden als Preprint publiziert.

Auf der Grundlage dieser Arbeiten war das RKI in der zweiten Jahreshälfte 2021 aktiv an der Arbeit der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) zur Synthese von Forschungs- und Handlungsbedarf zu Long COVID beteiligt. Darüber hinaus konnte Ende 2021 mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit das Projekt „Postakute gesundheitliche Folgen von COVID-19“ (Projektlaufzeit: 01.12.2021–31.12.2023) am RKI aufgenommen werden. Im Fokus stehen dabei die folgenden Aufgaben: 1) Fortsetzung der Public Health Forschung zu Long-COVID insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Sekundärdaten auf Basis der Vorarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) der Dresdner Hochschulmedizin, dem Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin (InGef) und mehreren gesetzlichen Krankenkassen; 2) Ausbau der Zusammenarbeit zwischen RKI und Partnern in Public Health, Versorgungsforschung, klinischer und biomedizinischer Forschung zu Long-COVID auf nationaler und internationaler Ebene; 3) Aufbau einer Projekt-Website und Ausbau der Wissenschaftskommunikation zu Long-COVID am RKI in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem nationalen Gesundheitsportal des BMG.

Stand: 19.04.2022

Weitere Informationen

Wo gibt es weitere Informationen?

Informationen über SARS-CoV-2 für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Informationen für Bürger, darunter die AHA+A+L-Regeln, Informationen zum Impfen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), sind unter www.infektionsschutz.de (BZgA) und www.zusammengegencorona.de (BMG) zu finden.

Information zur Corona Warn App sind unter www.coronawarn.app abrufbar.

Hotlines für Bürger bieten unter anderem das BMG, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Bundesländer und Krankenkassen an.

Stand: 17.03.2022

Stand: 19.05.2022

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