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Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19

Gesamtstand: 9.9.2021

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu COVID-19 und Impfen unter www.rki.de/covid-19-faq-impfen.

Virus und Epidemiologie (Stand: 23.7.2021)

Was bedeutet ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen?

Wenn die COVID-19-Fallzahlen exponentiell ansteigen, bedeutet das, dass sie sich immer innerhalb eines festen Zeitraums verdoppeln. Dieser Zeitraum wird dann als die Verdopplungszeit des exponentiellen Anstiegs bezeichnet: je kürzer es dauert, bis sich die Fallzahlen verdoppelt haben, desto rasanter ist der Anstieg an Fallzahlen.

Gerade bei niedrigen Fallzahlen wird das exponentielle Wachstum leicht unterschätzt, weil es – bei einer niedrigen Ausgangsposition mit nur vergleichsweise wenigen Fällen – länger dauert, bis der steile Anstieg sichtbar wird. Ab diesem Zeitpunkt wird es aber immer schwieriger, den Anstieg der Fallzahlen zu bremsen. Das ist vergleichbar mit einem Wagen, der einen Berg hinunterrollt: Er rollt langsam los, wird dann aber immer schneller und schließlich unkontrollierbar.

Ein sehr vereinfachtes Rechenbeispiel: Angenommen, an einem bestimmten Tag Y liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 5 und liegt 14 Tage später bei 10. Dann hätte sich die 7-Tage-Inzidenz innerhalb von 14 Tagen verdoppelt. Würden sich die Zahlen in dem Tempo weiterentwickeln – sich also alle 14 Tage verdoppeln – würde sie 6 Wochen nach Tag Y bei 40 und wiederum sechs Wochen später – also 12 Wochen nach Tag Y - bei 320 liegen.

Das exponentielle Wachstum verläuft bei Infektionskrankheiten jedoch in der Regel nicht so gleichmäßig. Es wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst – allen voran inwieweit Maßnahmen eingehalten und Öffnungen vorangetrieben werden und wie sich die Impfquote entwickelt. Durch das Einhalten von Maßnahmen (siehe Warum sind bei SARS-CoV-2 weiterhin besondere Maßnahmen erforderlich?) und Erhöhung der Impfquote können Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden – die Verdopplungszeit verlängert sich. Umgekehrt kann sich die Verdopplungszeit noch mehr verkürzen und die Fallzahlen noch rasanter zunehmen, wenn Maßnahmen vernachlässigt werden.

Stand: 23.07.2021

Was ist über den Erreger und die Krankheit bekannt?

Informationen zu SARS-CoV-2 (offizielle Bezeichnung des Virus) und COVID-19 (offizielle Bezeichnung der Erkrankung durch das Virus) sind im Steckbrief zu COVID-19 zusammengefasst. Informationen zu den besorgniserregenden Virusvarianten (VOC) sind auch auf der dazugehörigen Übersichtseite unter www.rki.de/covid-19-varianten zu finden.

Stand: 30.06.2021

Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland, wie schätzt das RKI die Lage ein und welche Empfehlungen gibt es für die Fachöffentlichkeit?

Das RKI analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Dazu zählen unter anderem die offiziellen Meldedaten (u.a. Fall- und Todeszahlen, geografische Verteilung, zeitlicher Verlauf, betroffene Altersgruppen, Hospitalisierungen, Ausbrüche), aber auch Informationen aus bereits bestehenden Surveillance-Systemen (für akute Atemwegserkrankungen oder zu Laborergebnissenz) und aus Projekten und Studien, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie - auch in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - durchgeführt werden. Auch die Impfquoten, Impfdurchbrüche, die Anzahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen und die Zahl der durchgeführten Labortests auf SARS-CoV-2 in den in Deutschland an der freiwilligen Erfassung teilnehmende Labore werden erfasst. Auch eine Erfassung zirkulierender Virusvarianten bei sequenzierten Proben findet statt. Darüber hinaus arbeitet das Institut eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen zusammen - auf nationaler und internationaler Ebene.

Auf dieser Basis erstellt das RKI einen Situationsbericht und Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit, um die Weiterverbreitung des Virus zu verlangsamen.

Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar. Sie werden kontinuierlich an die Lage angepasst.

Stand: 20.07.2021

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist sie für die Bewertung der Lage?

Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt.

Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0 (auch: Basisreproduktionszahl), der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn die gesamte Bevölkerung empfänglich für das Virus ist (weil es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt), noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. R0 ist eine Größe, die für eine bestimmte Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt spezifisch ist, es kann somit kein allgemeingültiger Wert angegeben werden.

Beim SARS-CoV-2-Wildtyp wurden für die entsprechenden Bevölkerungen R0 zwischen 2,8 und 3,8 geschätzt, das heißt jeder Infizierte würde, wenn keine Infektionsschutzmaßnahmen befolgt werden, im Mittel zwischen drei und vier Personen anstecken. Die so genannten "besorgniserregenden Virusvarianten" weisen eine höhere Übertragbarkeit auf. Ohne Gegenmaßnahmen (wie Kontaktreduktion, Befolgen der AHA+L-Regeln und der Impfung) würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst dann sinken, wenn ein sehr großer Teil der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können.

Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t). Es gilt:

  • Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R unter 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Bei SARS-CoV-2 ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten.

Bis zum 16.7 wurden im Situationsbericht zwei R-Werte geschätzt. Der sensitivere 4-Tage-R-Wert bildete zeitnah den Trend der Anzahl von Neuerkrankungen ab. Er reagierte jedoch empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen – wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen oder verzögerte Übermittlung verursacht werden können - was besonders bei insgesamt kleineren Zahlen an Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen kann. Der stabilere 7-Tage-R-Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert bildet Trends zuverlässiger ab, bezieht sich dabei jedoch auf ein Infektionsgeschehen, das etwas länger zurückliegt als beim 4-Tage-R-Wert. Aufgrund der höheren Schwankungen wurde die Ausweisung des 4-Tage-R-Wertes seit dem 17.7. eingestellt. Der 7-Tage-R-Wert wird weiterhin täglich veröffentlicht.

Weitere Informationen zum mathematischen Verfahren hinter der Schätzung des R-Werts und Beispielrechnungen sind hier abrufbar.

Unter www.rki.de/covid-19-nowcasting werden Beispielrechnungen und beide R-Werte mit Prädiktionsintervallen als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt und täglich aktualisiert.

Stand: 20.07.2021

Welchen Zusammenhang gibt es generell zwischen erhöhten Testzahlen und erhöhten Fallzahlen?

Testen ist essenzieller Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie: Testen ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Zahl und Verteilung von infizierten Personen in Deutschland. Dies ist Grundlage für eine Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor Überlastung unseres Gesundheitssystems. Die Anzahl der nachgewiesenen SARS-CoV-2 Infektionen hängt generell vom Vorkommen dieser Infektionen in der Bevölkerung, der Teststrategie und der Anzahl der durchgeführten Tests ab. Die Testkriterien werden an die jeweilige epidemiologische Lage angepasst (siehe Nationale Teststrategie und Flussschema).

Eine Ausweitung der Testindikationen oder eine Erhöhung der Zahl durchgeführter Tests kann zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Infizierte (auch ohne oder mit nur sehr milden Symptomen) erkannt werden. Das heißt aber nicht, dass umgekehrt die beobachteten steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären wären (siehe auch "Werden die Meldedaten durch mehr Tests und die wachsende Anzahl an Schnelltests verzerrt?").

Stand: 30.06.2021

Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?

Viele Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen, verbreiten sich in der kälteren Jahreszeit besser. Zu den beitragenden Faktoren gehört besonders die Tatsache, dass man mehr Zeit und mit mehr Menschen in Innenräumen verbringt, die aufgrund der niedrigeren Außentemperaturen auch häufig nicht so gründlich gelüftet werden. In Innenräumen ist die Übertragungswahrscheinlichkeit deutlich höher. Zusätzliche Faktoren könnten beitragen, wie die längere Überlebensdauer mancher Viren lbei niedriger Temperatur, die geringere UV-Strahlung, die geringere Luftfeuchtigkeit oder die trockeneren (und damit anfälligeren) Schleimhäute der Menschen, aber auch die Tatsache, dass man mehr Zeit und mit mehr Menschen in Innenräumen verbringt. Eine Saisonalität ist daher bei Atemwegserregern, aber auch bei vielen gastrointestinalen Erregern, ein weit verbreitetes, bekanntes Phänomen und wurde auch bei schon früher bekannten, anderen humanen Coronaviren beobachtet, die im Allgemeinen nur leichte Atemwegserkrankungen hervorrufen.

Vermutlich spielen die Faktoren, die zur Saisonalität beitragen, auch bei SARS-CoV-2 eine verstärkende Rolle. Allerdings wurde generell eine Verbreitung von SARS-CoV-2 in fast allen Ländern der Erde unabhängig von der Jahreszeit beobachtet, weil in einer Pandemie grundsätzlich so viele Menschen leicht empfänglich für eine Infektion mit dem dann neuartigen, pandemischen Erreger sind. Auch in Deutschland kam es im Sommer zu Übertragungen und Ausbrüchen. Daher ist es auch in der wärmeren Jahreszeit äußerst wichtig, die AHA+L-Regeln zu beachten.

Weitere Informationen dazu sind im Steckbrief zu COVID-19 zu finden (Abschnitt „Besondere Aspekte“).

Stand: 20.07.2021

Welche Rolle spielen die besorgniserregenden Varianten?

Aktuelle Informationen zu besorgniserregenden Varianten in Deutschland und weltweit sind unter www.rki.de/covid-19-varianten abrufbar. Die bisher ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen und empfohlenen Verhaltensregeln (u.a. AHA+L, Kontaktreduktion) schützen auch vor Ansteckungen mit solchenVarianten. Entscheidend ist, dass die Verhaltensregeln konsequent umgesetzt werden. Zum Impfschutz vor einer Erkrankung durch Virusvarianten siehe die FAQ zu COVID-19 und Impfen , u.a. "Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?".

Eine Übersicht über die Varianten und die Empfehlungen des RKI im Hinblick auf die Varianten ist unter www.rki.de/covid-19-varianten zu finden. Ab der 29. KW 2021 werden die Informationen zu den Varianten jeden Donnerstag im Situationsbericht des RKI zu COVID-19 veröffentlicht. Die zuvor wöchentlich publizierten Berichte zur Verbreitung von Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland sind zu finden unter www.rki.de/covid-19-voc-berichte.

Jedes Laboratorium in Deutschland, welches SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln. Dort wird zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung gestellt: Deutscher elektronischer Sequenzdaten-Hub, kurz DESH.

Stand: 20.07.2021

Was bedeutet eine 7-Tage-Inzidenz von Null?

Generell gilt: Bei der 7-Tage-Inzidenz handelt es sich um eine Momentaufnahme, die sich wieder ändern kann. Es könnten z.B. Fälle aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen oder einem asymptomatischen Krankheitsverlauf noch nicht erkannt oder bereits vom Gesundheitsamt erfasste Fälle aufgrund des Meldeverzuges noch nicht an das RKI übermittelt worden sein (siehe auch „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“). Durch Mobilität kann es außerdem zu einem erneuten Eintrag von Infektionen kommen. Das Virus ist durch die Maßnahmen und Impfungen nicht vollkommen verschwunden und gerade bei nur leichten Krankheitszeichen wird nicht immer, wie eigentlich empfohlen, ein Test durchgeführt. Daher kann SARS-CoV-2 unerkannt weiter zirkulieren und weiterhin – insbesondere bei nicht vollständig geimpften Personen im höheren Alter – auch schwere Erkrankungen und Ausbrüche verursachen. Für eine generelle Entwarnung ist es deswegen in der derzeitigen Situation zu früh. Auch in Kreisen mit einer Inzidenz von Null oder einer niedrigen Inzidenz sollten daher die AHA+A+L-Regeln beachtet werden. Generell sind für Maßnahmen-Entscheidungen die Kommunen oder Bundesländer zuständig.

Das RKI-Stufenkonzept ControlCOVID soll als Hilfestellung verstanden werden und die Entwicklung von Öffnungsplänen für den Einsatz bevölkerungsbezogener antiepidemischer Maßnahmen möglichst evidenzbasiert unterstützen.

Stand: 30.06.2021

Fallzahlen und Meldungen (Stand: 23.7.2021)

Welche Aussagekraft hat die 7-Tage-Inzidenz, wenn immer mehr Menschen gegen COVID-19 geimpft sind?

Um die aktuelle Situation einschätzen zu können, betrachtet und bewertet das RKI verschiedene Indikatoren (siehe www.rki.de/covid-19-situationsbericht). Ein zentraler – jedoch nicht der einzige – Indikator ist die Entwicklung der Fallzahlen. Sie wird dargestellt als 7-Tage-Inzidenz, das bedeutet die Anzahl der innerhalb der letzten 7 Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. Die 7-Tage-Inzidenz gibt die Geschwindigkeit an, mit der sich die Infektionen verbreiteten. Weitere wichtige Indikatoren sind die Anzahl der hospitalisierten Fälle, als Maß für die Krankheitsschwere und die Anzahl der Fälle, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, als Maß für die Belastung des Krankenversorgungssystems. Die verschiedenen Indikatoren bilden unterschiedliche Aspekte des Pandemiegeschehens ab. Sie hängen zusammen und werden immer gemeinsam betrachtet. Allerdings kann sich ihre jeweilige Bedeutung im Verlauf der Pandemie und bei neuen Rahmenbedingungen ändern.

Bislang stand bei politischen Entscheidungen die 7-Tage-Inzidenz im Fokus. Generell gilt: Je mehr Fälle auftreten, desto mehr schwere Verläufe (Krankenhauseinweisungen/ITS) und Todesfälle werden – mit etwas Zeitverzug – registriert. Gleichzeitig steigt die Belastung des Gesundheitssystems. Eine steigende 7-Tage-Inzidenz geht dieser Entwicklung voraus. Es ist der früheste aller Indikatoren. Die 7-Tage-Inzidenz ist daher auch weiter wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren.

Aktuell steigt die Grundimmunität in der Bevölkerung durch Impfungen an. Insbesondere die Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben, sind zum großen Teil durch Impfungen geschützt. Derzeit verbreitet sich das Virus vor allem in jüngeren Altersgruppen, die zwar in der Regel seltener schwer an Corona erkranken, allerdings trotzdem nicht von schweren Verläufen ausgenommen sind. Das bedeutet, dass - wenn mehr jüngere Menschen betroffen sind - etwas höhere Inzidenzen nicht automatisch zu vielen Krankenhauseinweisungen führen und das Gesundheitssystem nicht sofort an seine Grenzen stößt. Die Bedeutung der 7-Tage-Inzidenz nimmt damit ab, die Bedeutung der Indikatoren Hospitalisierungen und ITS-Behandlungen nimmt zu. Welche Indikatoren ausschlaggebend für Maßnahmen ist, bleibt jedoch eine politische Entscheidung (im Infektionsschutzgesetz ist auch nicht nur die Inzidenz aufgeführt).

Eine wachsende Grundimmunität in der Bevölkerung bedeutet nicht, dass die 7-Tage-Inzidenz vernachlässigt werden kann. Noch sind viele Millionen Menschen in Deutschland noch gar nicht oder nicht vollständig geimpft, für Kinder unter 12 Jahren ist noch keine Impfung zugelassen. Zudem schützt die Impfung nicht 100 %. Somit können sich auch Geimpfte infizieren (schwere Verläufe sind in solchen Fällen jedoch selten) und das Virus unter Umständen weitergeben – daher sind die AHA+A+L-Regeln auch für Geimpfte weiter empfohlen.

Je höher die 7-Tage-Inzidenz ist, desto schneller steigen die Fallzahlen (siehe FAQ Was bedeutet ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen?) und desto schwieriger wird es, Kontakte nachzuverfolgen und die Infektionszahlen niedrig zu halten. Auch deswegen sollten die Fallzahlen und Inzidenzen möglichst niedriggehalten werden. Im Übrigen: Auch Jüngere können schwer an COVID-19 erkranken oder lang andauernde Gesundheitseinschränkungen („Long Covid“) entwickeln . Bei sehr hohen Inzidenzen steigt auch die Zahl dieser Beeinträchtigungen und schweren Verläufe, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Dazu kommen immer mehr Kontaktpersonen, die unter Quarantäne gestellt werden und damit am Arbeitsplatz fehlen. Die vom RKI empfohlenen Maßnahmen (siehe ControlCovid und Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2021/2022) haben weiter das Ziel, die Infektionszahlen gerade im Hinblick auf den Herbst und Winter so niedrig wie möglich zu halten.

Stand: 23.07.2021

Wo gibt es die aktuellen Fallzahlen und Inzidenzen?

Die an das RKI übermittelten Fallzahlen und die daraus berechneten 7-Tage-Inzidenzen in Deutschland werden - nach Bundesland und Landkreisen - grafisch und tagesaktuell in einem Dashboard dargestellt ( https://corona.rki.de ). Sie sind auch im Situationsbericht zu finden. Eine tagesaktuelle Tabelle nach Bundesland ist auch unter www.rki.de/covid-19-fallzahlen abrufbar. Eine Excel-Tabelle aller vom RKI berichteten Fälle, Todesfälle und Inzidenzen seit Beginn der Pandemie ist abrufbar unter www.rki.de/covid-19 > Daten zum Download.

Es werden nur COVID-19-Fälle veröffentlicht, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Werden im Laufe der Infektion mehrere Laboruntersuchungen durchgeführt, werden diese an das Gesundheitsamt gemeldet und dort zu einem COVID-19-Fall zusammengefasst.

Bei der Übermittlung der Fälle von den Gesundheitsämtern über die zuständigen Landesbehörden bis ans RKI kann es zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen, sowohl bei den reinen Fallzahlen als auch bei den 7-Tage-Inzidenzen (siehe auch „Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“).

Bei den Fällen in den letzten 7 Tagen und der 7-Tage-Inzidenz liegt das Meldedatum beim Gesundheitsamt zugrunde, also das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat (also nicht das Datum, an dem ein Fall im RKI übermittelt wird).

Weltweite Fallzahlen sind auf den Internetseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) abrufbar.

Stand: 05.07.2021

Was ist alles meldepflichtig?

Meldepflichtig sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) der Verdacht auf eine Erkrankung, eine Erkrankung und der Tod in Bezug auf COVID-19 sowie der Nachweis des Erregers SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist (siehe www.rki.de/covid-19-meldepflicht ). Dies gilt auch für Leiter von Einrichtungen (wie Schulen und Altenpflegeheime, siehe § 36 Abs. 1 IfSG), wenn in diesen Einrichtungen Antigennachweise durchgeführt werden, diese positiv sind und wenn ein Arzt nicht hinzugezogen wurde, da bei einem positiven Antigennachweis grundsätzlich von einem relevanten Erkrankungsverdacht im Sinne des IfSG auszugehen ist.Was die zur Meldung verpflichteten Personen melden müssen – falls die Informationen vorliegen - wird hier genauer beschrieben. Die Meldepflicht wurde am 12.07.2021 erweitert für Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern, die dem zuständigen Gesundheitsamt auch melden müssen, wenn ein Patient oder eine Patientin mit Bezug auf COVID-19 in ein Krankenhaus aufgenommen wird.

Ein direkter Erregernachweis z.B. durch eine PCR, weist in der Regel auf eine akute Infektion hin und muss daher gemeldet werden. Dies gilt auch für patientennahe Schnelltests auf SARS-CoV-2 (z.B. Antigennachweise). Die Meldepflicht für positive Erregernachweise besteht für Labore, aber auch für Ärzte, die Infektionserregerdiagnostik z.B. in ihrer Praxis durchführen.

Bei einem indirekten Erregernachweis sollte folgendes beachtet werden: Mit den derzeit am Markt befindlichen serologischen Tests kann bei einmaliger Untersuchung noch nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt. Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion festgestellt werden (Abstand der beiden Tests maximal 30 Tage), kann dies auf eine akute Infektion hinweisen. Der Nachweis von IgM-Antikörpern und der Nachweis von IgG-Antikörpern in getrennten Tests, kann ebenfalls bei entsprechender Beurteilung durch das Labor unter Berücksichtigung der verwendeten Tests, ein Hinweis auf eine akute Infektion sein. Der einmalige Nachweis von IgM lässt nicht sicher auf eine akute Infektion schließen. Die Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen (siehe auch „Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Test gibt es?“).

Seit 01.01.2021 haben gemäß § 14 Abs. 8 IfSG alle Labore verpflichtend das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) für die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen zu nutzen.

Die Meldepflicht ermöglicht dem Gesundheitsamt die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen. Die Daten werden am Gesundheitsamt zusammengeführt, validiert und an die zuständigen Landesbehörden und von dort ans RKI übermittelt. Die Gesundheitsämter ermitteln zusätzlich für die gemeldeten Fälle sehr viele weitere Informationen, z.B. ob der Fall geimpft war, welche Symptome er/sie hatte, ob und welche Risikofaktoren vorliegen, ob das Infektionsfeld bekannt ist, wo sich der Fall infiziert haben könnte und ob der Fall zu einem größeren Ausbruch gehört. Gemäß Falldefinition werden nur Fälle veröffentlicht, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild) (siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“).

Stand: 20.07.2021

Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?

Die Ärztin oder der Arzt, aber auch andere zur Meldung verpflichtete Personen wie z.B. Leiter von Einrichtungen (z.B. Schulen, Pflegeheime), der bei einer Person den Verdacht auf COVID-19 stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) melden (siehe dazu die "Empfehlungen zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19"). Auch das Labor, das SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Isolierung der betroffenen Person, Ermittlung von Kontaktpersonen) einleiten kann. Der Meldeweg vom Arzt oder anderen Meldepflichtigen zum Gesundheitsamt läuft derzeit noch routinemäßig per Fax, selten per Telefon oder E-Mail. Seit Mitte Juni 2020 haben Labore die Möglichkeit, Erregernachweise von SARS-CoV-2 elektronisch an das zuständige Gesundheitsamt zu melden (erste Ausbaustufe des Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystems für den Infektionsschutz DEMIS). Für Labore muss die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen seit dem 01.01.2021 verpflichtend über DEMIS erfolgen.

COVID-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden, allerdings ohne Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich und auch am Wochenende. Allerdings kann es bei der Übermittlung der Fälle auch zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen. Siehe dazu auch „Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“.

Dabei können – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen bzw. vom Gesundheitsamt ermittelt werden können – auch zusätzliche Informationen übermittelt werden, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist oder geimpft ist. Die Daten werden vom RKI ausgewertet und dargestellt (siehe Dashboard und Situationsberichte). In vielen Fällen sind die Informationen aber nicht vollständig, weil sie zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vorliegen, nicht Inhalt der Meldung sind und von den Gesundheitsämtern erst ermittelt werden müssen. Bei COVID-19 kann es vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen erst einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen, diese Information zum Verlauf aber den Gesundheitsämtern nicht immer vorliegt. Damit insbesondere die Informationen zur Hospitalisierung von COVID-Fällen schneller und vollständiger beim Gesundheitsamt vorliegen, wurde die Meldepflicht für Krankenhauseinweisungen mit Bezug zu COVID-19 erweitert. Siehe auch  "Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?" und "Wie werden Todesfälle erfasst?".

In den Statistiken des RKI werden nur Fälle veröffentlicht, die die Referenzdefinition erfüllen. Das sind COVID-19-Fälle, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Fälle, bei denen lediglich eine positiver Antigennachweis vorliegt, erfüllen nicht die Referenzdefinition.

Stand: 20.07.2021

Werden die Meldedaten durch mehr Tests und die wachsende Anzahl an Schnelltests verzerrt?

Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der positive Befund bei einem Antigenschnelltest als Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung meldepflichtig an das Gesundheitsamt. Die an die Gesundheitsämter gemeldeten Daten werden an das RKI gemäß Falldefinition übermittelt. In den Lageberichten und anderen Datenpublikationen (z.B. Dashboard) des RKI werden jedoch nur die mit PCR bestätigten COVID-19-Fälle ausgewiesen (nach Referenzdefinition). Nur PCR-bestätigte Fälle gehen in die Inzidenzberechnung des RKI ein.

Sowohl die Meldedaten als auch die durch das RKI erfassten Testzahlen liefern aktuell keine Hinweise darauf, dass der zunehmende Einsatz von Antigentests seit dem Frühjahr 2021 zu den seit KW6/2021 stark gestiegenen Fallzahlen führte. Das Infektionsgeschehen hat zwischen Februar und Ende April 2021 tatsächlich zugenommen (siehe Grafik).

Testzahlen: Die Anzahl der PCR-Tests, die insgesamt durchgeführt wurden, blieb zwischen Februar und Anfang Mai 2021 konstant bei etwa 1,2-1,3 Mio. Tests pro Woche (in KW 11 und 12 etwas mehr). In diesem Zeitraum hat sich der Anteil der positiven PCR-Tests von 6 % auf 11 % erhöht.

Meldedaten: Die Anzahl an übermittelten Fällen (nicht gleichzusetzen mit der Anzahl positiver PCR-Tests, da manche Fälle mehrfach getestet werden) ist zwischen Februar und Mitte April ebenfalls deutlich gestiegen. Der Anteil der Fälle, bei denen einem positiven PCR-Test ein positiver Antigentest voranging, hat laut der am RKI erfassten Meldedaten in diesem Zeitraum ebenfalls leicht zugenommen. Allerdings handelt es sich nur um eine leichte Zunahme von 4 % (einschl. KW 9) auf 6 % der übermittelten Fälle in KW 17. Das heißt, nur einem vergleichsweise kleinen Teil der neu übermittelten Fälle ist ein positiver Antigentest vorausgegangen.

Aus den dem RKI nach IfSG vorliegenden Daten lässt sich aktuell keine Verzerrung der Anzahl PCR-positiver Testergebnisse durch eine übergroße oder stark ansteigende Anzahl von positiven Antigentests nachweisen. Einschränkend muss gesagt werden, dass über die Vollständigkeit der den Gesundheitsämtern gemeldeten positiven Antigennachweise keine Aussage gemacht werden kann.

Stand: 06.05.2021

Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise und den Angaben des RKI-Dashboards?

Generell gilt: Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen. Diese sind mit ausschlaggebend für die Bewertung der Situation vor Ort. Die örtlichen Behörden entscheiden auch darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Das RKI-Dashboard bietet eine Übersicht über die COVID-19-Fälle in Deutschland nach Bundesland zur Verfügung. Die Zahlen, die für einen Landkreis im Dashboard aktuell angezeigt werden, können jedoch von den Zahlen, die die lokalen Behörden für den Landkreis aktuell kommunizieren, abweichen.

Diskrepanzen zwischen den berichteten Inzidenzen der Landkreise und den Daten des Dashboards können verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können sie durch den Übermittlungsverzug bedingt sein (z.B. wenn das Gesundheitsamt bereits Fälle an die zuständige Landesbehörde übermittelt hat, diese aber noch nicht vom Land an das RKI übermittelt worden sind, siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“). In anderen Fällen kann das auch an einem anderen Datenstand liegen (das RKI verwendet den Datenstand jeweils 0 Uhr, möglicherweise nutzen die Landebehörden/Gesundheitsämter einen anderen zeitlichen Rahmen).

Die 7-Tage-Inzidenz basiert auf dem Meldedatum der Fälle, das ist der Zeitpunkt, an dem der Fall dem Gesundheitsamt bekannt wird. Durch den Übermittlungsverzug kann es zu einer Unterschätzung der 7-Tage-Inzidenz kommen, insbesondere bei dynamischen Entwicklungen, da noch nicht alle Daten vollständig vorliegen.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden die Daten aufgrund des großen Informationsbedürfnisses tagesaktuell veröffentlicht. Die Daten werden automatisiert und elektronisch übermittelt. Die anschließende Qualitätskontrolle kann dazu führen, dass Datensätze im Verlauf ergänzt oder korrigiert werden. Es kann zum Beispiel sein, dass dadurch Fälle und Todesfälle wieder aus der Berichterstattung fallen und so auch negative Differenzen zum Vortag entstehen. Die Korrektur der Daten erfolgt immer auf Ebene des Gesundheitsamtes.

Stand: 02.12.2020

Warum sind die Fallzahlen am/nach dem Wochenende geringer als an Arbeitstagen?

In der Regel werden an Samstagen und Sonntagen weniger COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt als an anderen Tagen. Das führt dazu, dass an Sonntagen und Montagen meist deutlich geringere Fallzahlen vom RKI berichtet werden als an anderen Wochentagen.
Dies hat mehrere Gründe: Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen einen Arzt auf, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an das RKI übermitteln. Gemäß IfSG ist sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 27.10.2020

Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?

Gesundheitsämter ermitteln nicht nur im Rahmen der Umgebungsuntersuchung Kontaktpersonen, die sich bei dem Fall angesteckt haben könnten, sondern erheben auch, wo sich ein Fall selbst angesteckt haben könnte (Quellensuche). Die betroffenen Personen werden hierfür vom Gesundheitsamt eingehend befragt, ob sie innerhalb der 14 Tage vor ihrem Symptombeginn Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und wenn ja, ob sich dieser Kontakt im Haushalt, am Arbeitsplatz oder in einer medizinischen Einrichtung zugetragen hat. Diese Informationen lassen sich nicht immer ermitteln, sie liegen nur für einen Teil der Fälle vor.

Das wahrscheinliche Infektionsumfeld wird ebenfalls erhoben und in die Meldesoftware eingegeben.Tatsächlich ist es in der Praxis für Gesundheitsämter und Betroffene oft sehr schwer, den exakten Infektionsort zu bestimmen. Die Inkubationszeit ist mit bis zu 14 Tagen sehr variabel und die Symptome beginnen schleichend und sind oft unspezifisch. Übertragungen können auch von Personen ausgehen, die (noch) keine Symptome zeigen. In den 14 Tagen vor Symptombeginn kann sich ein COVID-19-Fall an vielen möglichen Orten und Umständen angesteckt haben. Eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände ist daher für sehr viele Einzelfälle nicht möglich. Die Angaben hierzu im Meldewesen sind daher nur mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.

Gemäß Infektionsschutzgesetz soll auch übermittelt werden, ob die COVID-19-Fälle in einer für den Infektionsschutz relevanten Einrichtung betreut, untergebracht oder tätig sind. Dabei wird zwischen verschiedenen Arten von Einrichtungen unterschieden (z.B. betreut oder tätig in einer Gemeinschaftseinrichtung, einer medizinischen Einrichtung oder einer Gemeinschaftsunterkunft. Auch diese Daten erscheinen im Situationsbericht. Da Angaben zu Betreuung, Unterbringung und Tätigkeit bei einem Teil der Fälle fehlen, sind die Anteile der Fälle mit einer Betreuung, Unterbringung oder Tätigkeit in den einzelnen Einrichtungen als Mindestangaben zu verstehen. Betreuung oder Tätigkeit in einer Einrichtung ist nicht gleichbedeutend mit einem Infektionsort in derselben. Aus den Angaben zur Einrichtung kann also nicht direkt auf das wahrscheinliche Infektionsumfeld geschlossen werden – die Angaben sollen vielmehr das Gesundheitsamt frühzeitig in die Lage zu versetzen, nach Auftreten des Falls in diesen Einrichtungen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen und z.B. durch Betretungs- oder Tätigkeitsverbote oder auch Schließungen die weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern.

Da eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände für sehr viele Einzelfälle nicht möglich ist, ist die Aufarbeitung von COVID-19-Ausbruchsgeschehen umso wichtiger. Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Fällen, ob weitere Fälle auftreten. Solche Ausbruchsgesehen werden den Landesbehörden und dem RKI ebenfalls übermittelt. Die bisherigen Daten zeigen, dass Ausbrüche in vielfältigen Settings in Deutschland stattfinden und dass daher ein breiter Präventionsansatz mit Beachtung der AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften) in allen Lebenswelten essenziell ist, um COVID-19-Ausbrüche zu verhindern. Auswertung von Ausbrüchen sind im Epidemiologischen Bulletin 38/2020 abrufbar. Aktuelle Daten sind auf der Webseite verfügbar: www.rki.de/covid-19-ausbruchsdaten.

Für die zielgerichtete Prävention von COVID-19-Infektionen und -Ausbrüchen ist es wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen sich Infektionsübertragungen besonders leicht ereignen und Ausbrüche entstehen.

Die Ausweisung von Ausbrüchen dient in erster Linie der Erleichterung der Arbeit im Gesundheitsamt und besseren Zusammenarbeit zwischen beteiligten Gesundheitsämtern. Wie Ausbrüche in den Gesundheitsämtern als solche gekennzeichnet werden, ist sehr unterschiedlich und hängt von den Gegebenheiten vor Ort sowie der Charakteristika der Ausbrüche ab. Manchmal kann es sinnvoll sein, einen größeren Ausbruch in mehrere kleinere Cluster zu unterteilen, sodass die absolute Anzahl der übermittelten Ausbrüche nicht immer aussagekräftig ist.

Auch bei Ausbruchsgeschehen wird erfasst, in welchem Infektionsumfeld sie sich ereignen. Dabei kann zwischen Wohnstätten, Übernachtungen, Arbeitsplatz, Ausbildungsstätten, medizinischen Behandlungseinrichtungen, Betreuungseinrichtungen, Freizeit, Speisestätten, Verkehrsmitteln, und sonstigen unterschieden werden. Es sind jeweils weitere Unterteilungen möglich. Allerdings sind auch diese Angaben mit Vorsicht zu interpretieren: Die Zuordnung ist nicht immer eindeutig. Trotz der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten werden nicht alle Settings abgedeckt, in denen es zu Ausbrüchen kommt. Die Gesundheitsämter haben zudem bei hohem Aufkommen von Fällen häufig nicht die Kapazität, detaillierte Informationen zu Ausbrüchen zu erheben und zu übermitteln.

Viele Erkenntnisse zu besonderen Übertragungsrisiken werden nicht direkt aus dem Meldewesen- Surveillancedaten gewonnen, sondern aus der aktiven Beteiligung des RKI an Ausbruchsuntersuchungen, beispielsweise in Tirschenreuth.

An einzelnen Ausbruchsgeschehen können Übertragungswege manchmal im Rahmen von Studien genauer nachvollzogen werden

Für weitere Informationen siehe auch „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?“.

Stand: 20.07.2021

Wie werden Todesfälle erfasst?

In die Statistik des RKI gehen die COVID-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Das Risiko an COVID-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist es in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2-Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind („gestorben an“), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war („gestorben mit“) werden derzeit erfasst. Generell liegt es immer im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben an bzw. mit COVID-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird „verstorben an der gemeldeten Krankheit“ angegeben.

Verstorbene, die zu Lebzeiten nicht auf COVID-19 getestet wurden, aber in Verdacht stehen, an COVID-19 verstorben zu sein, können post mortem auf das Virus untersucht werden.

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist (siehe auch "Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?").

Stand: 02.12.2020

Weiß man, wie viele COVID-19-Patienten in ein Krankenhaus eingewiesen werden, wie viele aktuell auf Intensivstationen behandelt werden und wie viele die akute Infektion überstanden haben?

Wie viele COVID-19-Fälle aktuell in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, kann über die Meldedaten erfasst werden und wird täglich im Situationsbericht veröffentlicht. Donnerstags ist die Zahl der pro Woche ins Krankenhaus eingewiesenen Patienten auch für verschiedene Altersgruppen abrufbar. Allerdings liegen die Daten aktuell nicht immer vollständig vor. Mit der am 12. Juli 2021 in Kraft getretenen Verordnung wird sich aber die Vollständigkeit dieser Informationen weiter erhöhen (siehe "Wie funktioniert der Meldeweg, was ist alles meldepflichtig und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?").

Im DIVI-Intensivregister von RKI und DIVI wird u.a. die Zahl intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle erfasst: Das Register stellt tagesaktuell dar, wie viele Patienten sich deutschlandweit in intensivmedizinischer Behandlung befinden, wie viele davon beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele Patienten gestorben sind. Die Zahlen werden im Situationsbericht zusammengefasst. Ausführliche Tagesreports, Karten, Ländertabellen und Zeitreihen sind unter www.intensivregister.de abrufbar.  

Informationen zu Krankenhausaufenthalten können aber auch über andere Surveillancesysteme des RKI erfasst werden, z.B. durch die Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (ICOSARI). Seit 2015 werden am RKI – zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen – zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den Influenza-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Diagnosen von Patientinnen und Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege (SARI-Diagnosen) und SARI-Fälle mit zusätzlicher COVID-19 Diagnose. Ein ICOSARI-Kurzbericht ist jeden Donnerstag im Situationsbericht zu finden. Detailliertere Auswertungen sind u.a. im Epidemiologischen Bulletin 41/2020 publiziert.

Daten darüber, ob ein Patient die akute Infektion überstanden hat, werden nicht offiziell erhoben. Das RKI schätzt die Zahl dieser Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard ( https://corona.rki.de ) und im Situationsbericht  zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Angaben, ob ein COVID-19-Fall verstorben ist und ob Angaben zur Hospitalisierung vorliegen. In Abhängigkeit von Erkrankungsbeginn bzw. Meldedatum feste Zeitintervalle addiert, wobei angenommen wird, dass der Großteil der Personen in diesem Zeitraum bereits wieder genesen ist. Der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen berücksichtigt jedoch nicht, ob ggf. Spätfolgen der Erkrankung vorliegen, weil diese Daten nicht regulär im Meldesystem erfasst werden.

Stand: 20.07.2021

Was ist der Unterschied zwischen den COVID-19-Meldedaten nach IfSG und SARS-CoV-2-Nachweisen aus dem Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza?

Bei den SARS-CoV-2-Meldedaten nach IfSG handelt es sich um alle Infektionen in ganz Deutschland, die im Labor bestätigt, an die Gesundheitsämter gemeldet und ans RKI übermittelt wurden. Diese Zahlen sind die vom RKI täglich publizierten Fallzahlen für Deutschland (siehe auch "Was ist alles meldepflichtig?" und "Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?" sowie www.rki.de/covid-19-fallzahlen oder das Dashboard).

Die virologische Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) hingegen erfolgt seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit einem kleinen Teil der niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland (gut 100 primärversorgende Arztpraxen, so genannte Sentinelpraxen). Diese Arztpraxen werden gebeten, wöchentlich von maximal drei ihrer Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen Nasen- und Rachenabstriche durchzuführen und an das RKI einzusenden. Somit wird nur eine kleine Stichprobe aus der deutschen Bevölkerung erfasst. Im RKI werden die eingesandten Nasen- und Rachenabstriche auf verschiedene respiratorische Erreger untersucht, darunter auf Influenzaviren und seit Mitte Februar auch auf SARS-CoV-2. Ziel ist es, die zirkulierenden respiratorischen Viren zu erfassen und daraus Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung zu ziehen. Die Ergebnisse werden wöchentlich auf der AGI-Homepage unter https://influenza.rki.de, aber auch jeden Donnerstag im Situationsbericht zu COVID-19 veröffentlicht.

Stand: 16.11.2020

Warum bilden sich die COVID-19-Wellen bisher nicht bei GrippeWeb ab?

GrippeWeb ist ein Online-Portal des Robert Koch-Instituts, das 2011 online ging und die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland direkt aus der Bevölkerung beobachtet ( https://grippeweb.rki.de ). Derzeit melden etwa 6.500 bis 8.500 Teilnehmende pro Woche. GrippeWeb gehört zu den syndromischen Überwachungssystemen. Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die idealerweise wöchentlich online melden, geben an, ob sie in der abgelaufenen Woche eine neu aufgetretene Atemwegserkrankung hatten mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber, oder ob dies nicht der Fall war.

Es werden bei GrippeWeb folgende Definitionen benutzt:

  • Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber ODER Husten ODER Halsschmerzen;
  • grippeähnliche Erkrankungen (influenza-like illness; ILI) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber UND (Husten ODER Halsschmerzen). Somit gehören alle ILI auch zu den ARE.

Eine Vielzahl von Atemwegserregern kann diese Symptome hervorrufen, SARS-CoV-2 ist dabei nur einer davon: den allermeisten Menschen ist gar nicht bekannt, welcher Erreger ihre Erkrankung hervorgerufen hat. GrippeWeb-Teilnehmer werden daher auch nicht gefragt, welcher Erreger ihre Atemwegserkrankung hervorgerufen hat. Auch wenn ein ARE-Betroffener den auslösenden Erreger kennt, kann dieser nicht eingegeben werden.

Die "COVID-19-Wellen" wie z.B. die "erste" Welle im März/April 2020 oder die "zweite Welle" im Herbst/Winter 2020/2021 können über die Meldedaten, die das RKI erreichen, gut abgebildet werden. Hierbei handelt es sich um sehr spezifische, laborbestätigte Befunde. Bei GrippeWeb hingegen stellen sich diese COVID-19-Wellen nicht gut dar, da SARS-CoV-2 nur einer von vielen Atemwegserregern ist und die COVID-19-Wellen daher schlicht "untergehen". Allerdings lassen sich die Wirkungen der Maßnahmen in GrippeWeb sehr gut verfolgen, da durch die Einhaltung der AHA(+L)-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen und Lüften) von vielen Bürgerinnen und Bürgern, ganz allgemein das Ansteckungsrisiko für viele Atemwegserkrankungen deutlich reduziert wird. Daher wurden z.B. in der kalten Jahreszeit 2020/2021 deutlich niedrigere ARE-Raten in GrippeWeb beobachtet als in den Jahren vor der Pandemie.

Stand: 30.06.2021

Wieso unterscheidet sich die Anzahl der COVID-19 Fälle aus dem ICOSARI-Krankenhaus-Sentinel von der Anzahl Intensivpatienten mit COVID-19 aus dem DIVI-Intensivregister?

ICOSARI (ICD-10-Code basierte Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen) ist ein System des RKI zur syndromischen Surveillance von akuten Atemwegserkrankungen (siehe Fachwörterbuch Infektionsschutz, „Syndromische Surveillance”, Seite 124) und berichtet analog zu anderen Systemen der syndromischen Surveillance auf Bevölkerungsebene (GrippeWeb) und auf Arztebene (AGI/SEED) seit 2017 über neu aufgetretene Atemwegserkrankungen bzw. Neuaufnahmen im Krankenhaus (siehe auch Influenza-Saisonbericht 2018/19). Diese Surveillance-Systeme werden in Ergänzung zum Meldesystem und dem DIVI-Intensivregister geführt.

Im Rahmen des ICOSARI-Krankenhaus-Sentinels berichtet das RKI über wöchentliche Neuaufnahmen von Patienten mit einer schweren akuten respiratorischen Infektion (SARI-Patienten) in ca. 70 Sentinel-Krankenhäusern (etwa 5-6% der Krankenhaus-Patienten mit einer SARI in Deutschland). Ziel ist die Bewertung der Krankheitsschwere von schweren akuten respiratorischen Erkrankungen einschließlich COVID-19-Erkrankungen und Influenza sowie die Ermittlung der Krankheitslast im stationären Sektor nach Saison bzw. nach Kalenderwoche. Im DIVI-Intensivregister sollen dagegen tagesgenau die momentan in ca. 1.300 Akutkrankenhäusern intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Patienten und beatmeten Patienten abgebildet werden. Mit Hilfe der Echtzeiterfassung soll deutschlandweit die Auslastung der Intensivstationen mit COVID-19-Patienten bewertet werden.

Stand: 18.11.2020

Klinische Aspekte (Stand: 20.5.2021)

Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?

Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxen, Fieberambulanzen, bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117), nach einem Test fragen und den ärztlichen Anweisungen folgen.

Sollte sich Ihr Zustand während der ersten Woche Ihrer COVID-19-Erkrankung nicht verbessern oder sich verschlechtern, wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin.

In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 03.05.2021

Können auch junge Personen ohne Vorerkrankungen an COVID-19 erkranken?

Auch jüngere Personen ohne Vorerkrankungen und Kinder können schwer an COVID-19 erkranken oder Spätfolgen erleiden. In der ersten COVID-19 Welle in Deutschland wurden insbesondere Fälle in den jüngeren Altersgruppen (0 bis 39 Jahre) auch ohne bekannte Risikofaktoren stationär aufgenommen (siehe JoHM S11/2020 zur Krankheitsschwere der ersten COVID Welle).

Sollte sich Ihr Zustand während der ersten Woche Ihrer COVID-19-Erkrankung nicht verbessern oder sich verschlechtern, wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin. In Notfällen (z.B. akute Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 03.05.2021

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Informationen zu Risikogruppen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar.

Siehe auch Hilfestellung für COVID-19-Risikogruppen, Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Hinweise für ambulante Pflegedienste.

In der Publikation zur Krankheitsschwere der ersten COVID-19-Welle in Deutschland (JoHM S11/ 2020) finden sich Hinweise zu Erkrankungsschwere und besonders betroffenen Gruppen.

Stand: 09.03.2021

Ist man nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion immun?

Informationen zur Immunität nach einer SARS-CoV-2-Infektion sind im Steckbrief abrufbar.

Stand: 06.10.2020

Wer gilt laut rechtlichen Verordnungen als vollständig geimpft bzw. genesen?

(Die COVID-19-Impfung schützt vor COVID-19. Auch durch eine COVID-19-Erkrankung kann man einen Schutz vor COVID-19 aufbauen. Für den Status „Geschützt“ gelten verschiedene Bedingungen. Diese werden u.a. in der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (§ 2 Nummer 3 und 5 SchAusnahmV) festgelegt.

Demnach gelten in Deutschland folgende Personen als geschützt:

  • Personen, die mit einem in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoff geimpft wurden und bei denen nach Gabe der letzten Impfstoffdosis mindestens 14 Tage vergangen sind. Je nach Impfstoff sind für die Erlangung des vollständigen Impfschutzes eine (Vektor-basierter Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International) oder zwei Impfdosen (Vektor-basierter Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca sowie mRNA-Impfstoff Spikevax von Moderna oder Comirnaty von BioNTech, inkl. heterologes Impfschema) notwendig. Eine aktuelle Liste von in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen wie auch Informationen zur notwendigen Anzahl an Impfdosen sind auf den Internetseiten des PEI zu finden: https://www.pei.de/impfstoffe/covid-19
  • Personen, die eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben und einmalig mit einem COVID-19-Impfstoff geimpft wurden (FAQ Wie sollten Personen geimpft werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten?).
  • Personen, die einmal geimpft wurden, nach der ersten Impfstoffdosis eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben und eine weitere Impfstoffdosis erhalten haben.
  • Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, die weniger als 6 Monate zurückliegt. Der Nachweis einer gesicherten, durchgemachten Infektion muss durch einen direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion erfolgen.
  • Personen, die einmal geimpft wurden und nach der ersten Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, die weniger als 6 Monate zurückliegt. Die Infektion muss durch einen direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion nachgewiesen werden.

Die rechtlichen Verordnungen werden von politischen Akteur:innen verabschiedet und sind getrennt von den Empfehlungen der STIKO zu sehen, die als unabhängiges Expert:innengremium agieren und Impfempfehlungen mit Blick auf den Nutzen für das Individuum und die gesamte Bevölkerung ausspricht (siehe auch FAQ zum Impfschema und 8. Aktualisierung der STIKO-Empfehlung).

In Bezug auf die genaue Schutzdauer nach vollständiger COVID-19 Impfung liegen aktuell noch keine belastbaren Daten vor. Ob und wann zu einem späteren Zeitpunkt eine Auffrischimpfung nötig ist, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, ist noch nicht klar (siehe FAQ Muss eine COVID-19-Impfung zu einem späteren Zeitpunkt aufgefrischt werden?). Die STIKO wird sich dazu äußern, sobald entsprechende Evidenz vorliegt. Die Dauer der Wirksamkeit der Impfstoffe hängt u.a. davon ab, inwiefern die Impfwirkung über Zeit nachlässt und welche Varianten von SARS-CoV-2 in Deutschland dominant werden. Bei manchen Varianten ist von einer eingeschränkten Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe auszugehen (Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?).

Tabelle 1: Status „Geschützt“ durch Impfung (vgl. auch https://www.pei.de/impfstoffe/covid-19)

Immu­nität durchImpf­ung mit einem der zu­ge­lassenen Impf­stoffeVoll­ständig ge­impftRicht­iger Impf­ab­stand laut Zulassung bzw. EmpfehlungVoll­ständ­iger Schutz

Impfung

Comirnaty (BioNTech/Pfizer)2 Impfdosen3-6 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Spikevax (Moderna)2 Impfdosen4-6 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax)Jeweils 1 Impfdosis (insgesamt 2 Impfdosen)4 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Vaxzevria (AstraZeneca) 2 Impfdosen4-12 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Vaxzevria (AstraZeneca) gefolgt von Comirnaty oder Spikevax
(heterologes Impfschema, siehe FAQ)
Jeweils 1 Impfdosis (insgesamt 2 Impfdosen)Ab 4 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
COVID-19 Vaccine Janssen (Janssen-Cilag International)1 Impfdosis-14 Tage nach Impfung

Tabelle 2: Status „Geschützt“ durch Durchlaufen der Infektion und ggf. spätere Impfung

Immu­nität durchNachweis der InfektionZeitpunkt InfektionImpfung Vollständiger Schutz
Infektion mit SARS-CoV-2 und einmalige Impfungdirekter Erreger­nachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion -In der Regel ab 6 Monate nach Diagnose, ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglichSofort nach Impfung
Infektion mit SARS-CoV-2 direkter Erreger­nachweis (PCR) zum Zeitpunkt der InfektionLiegt weniger als 6 Monate zurück-Für 6 Monate nach Diagnose

Stand: 09.09.2021

Was ist über COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen bekannt?

Informationen zu Kindern und Jugendlichen sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar, Abschnitt "Kinder und Jugendliche".

Stand: 16.11.2020

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren bekannt?

Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft sind im Steckbrief zu COVID-19 im Abschnitt „Demografische Faktoren, Symptome und Krankheitsverlauf“ abrufbar. Umfangreiche Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft darunter FAQ und Kreißsaal-Empfehlungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Verfügung.

Stand: 26.04.2021

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Es zeigt sich zunehmend, dass die ABO-Blutgruppe einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 haben kann. Dies betrifft sowohl die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Die biologischen Mechanismen hinter diesem möglichen Zusammenhang sind vielschichtig: Einerseits könnten blutgruppendefinierende Antikörper direkt an das SARS-CoV-2-Virus binden und damit eine Infektion verhindern. Andererseits könnten blutgruppenspezifische Proteine (Antigene), die auch auf anderen Körperzellen gebildet werden, sowie weitere Gewebefaktoren das Risiko für schwerere Erkrankungsverläufe erhöhen.
Insgesamt wird der Einfluss der ABO-Blutgruppe auf die Schwere einer COVID-19-Erkrankung als sekundär bewertet. Entscheidend sind vor allem andere Risikofaktoren wie Vorerkrankungen und der rechtzeitige Beginn einer entsprechenden medizinischen Behandlung.

Stand: 27.04.2021

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung?

Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) beim Robert Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19 ebenso wie die verschiedenen Fachgesellschaften.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

Stand: 27.11.2020

Infektionsschutzmaßnahmen (Stand: 13.8.2021)

Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 weiterhin besondere Maßnahmen erforderlich?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein nach wie vor vergleichsweise neues Virus, das sehr ansteckend ist, eine – vor allem bei zunehmendem Alter bzw. bestimmten Vorerkrankungen - schwer verlaufende Krankheit (COVID-19) verursachen kann und bei einem großen Teil der Infizierten auch zu länger anhaltenden Folgen führen kann (siehe dazu auch den FAQ- Abschnitt "gesundheitliche Langzeitfolgen"). Eine zielgerichtete Therapie steht noch nicht zur Verfügung. Aufgrund der hohen Übertragbarkeit und der Tatsache, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung noch keinerlei Immunschutz gegen das Virus hat, kann es rasch zu hohen Fallzahlen mit schweren Erkrankungen, Todesfällen und einer Belastung des Gesundheitswesens kommen. Darüber hinaus können neue Virus-Varianten entstehen. Solche neuen Varianten können noch leichter als die bisherigen Varianten übertragen werden und unter Umständen häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führen. Zwar steigt der Anteil der Bevölkerung, der entweder schon einmal infiziert war oder vollständig gegen das Virus geimpft wurde, jedoch ist der Anteil der nicht immunen Bevölkerung immer noch groß. Für Kinder unter 12 Jahre gibt es bislang zudem noch keine zugelassenen Impfstoffe. Im Herbst und Winter kann sich das Virus auch wieder leichter verbreiten (siehe "Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?"). Schließlich muss auch bedacht werden, dass in großen Teilen der Welt die Impffortschritte noch nicht so groß sind, so dass es dort zu hohen Inzidenzen und der kontinuierlichen Möglichkeit von Einträgen – auch neuer besorgniserregender Varianten - nach Deutschland kommen kann.

Diese Konstellation erfordert, dass die empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen bis auf weiteres weitergeführt werden müssen, um die Fallzahlen in Deutschland so niedrig wie möglich zu halten. Dazu gehört, den Anteil der Bevölkerung mit vollständiger Impfung weiter zu erhöhen, aber auch, dass weiter Testangebote wahrgenommen und die klassischen Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter (Isolation Infizierter, Quarantäne von Kontaktpersonen) fortgesetzt werden. Darüber hinaus sollte man in jeder Situation – in erster Linie in Innenräumen - die Basismaßnahmen AHA + A + L (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, Nutzung der Corona-Warn-App und Lüften) weiter beachten, Kontakte reduzieren und bei Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion 5-7 Tage zu Hause bleiben.

Die Bewältigung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es ist notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, um die Inzidenzen niedrig zu halten.

Wie in Abhängigkeit verschiedener epidemiologischer Indikatoren bei Entspannung eine schrittweise Rücknahme der COVID-19-bedingten Maßnahmen – bzw. im umgekehrten Fall eine Verschärfung der Maßnahmen – aussehen aussehen könnte, beschreibt das RKI-Stufenkonzept ControlCOVID. Es soll als Hilfestellung verstanden werden. Siehe dazu auch "Was bedeutet eine 7-Tage-Inzidenz von Null?".

Stand: 28.07.2021

Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?

Zu den wichtigsten Maßnahmen in der Bevölkerung zählen Kontakte reduzieren, die AHA+L-Regeln beachten (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Masken tragen und lüften) und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleiben. Diese Maßnahmen schützen auch vor Ansteckung mit den besorgniserregenden Varianten. Auch die Corona-Warn-App ist ein zusätzlicher, wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung. Umfassende Informationen zu Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit. Zur Rolle der Impfung bei der Ansteckungsvermeidung siehe die FAQ zu COVID-19 und Impfen, u.a. "Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?".

Stand: 30.06.2021

Welche Rolle spielen die Impfungen gegen COVID-19, Impfungen im Rahmen der Pandemie und was gilt es beim Impfen zu beachten?

In Deutschland wurde Ende Dezember mit Impfungen gegen COVID-19 begonnen. Antworten rund um das Thema, darunter zur Impfempfehlung der STIKO, zu Zugang und Verteilung, zum Impfquotenmonitoring und zur Wirksamkeit bei besorgniserregenden Varianten sind in den FAQ zu COVID-19 und Impfen und COVID-19-Impfseite des RKI zu finden.

Stand: 02.03.2021

Welchen Vorteil bringt Abstand halten bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?

Die Beschränkung sozialer Kontakte soll Übertragungsketten und die Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland verlangsamen. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2. Siehe auch „Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 weiterhin besondere Maßnahmen erforderlich?“.

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ("OP-Maske") in der Öffentlichkeit zu beachten?

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt weiterhin das generelle Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS, "OP-Maske") in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Baustein, um den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren und somit Risikogruppen zu schützen. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein relevanter Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt, d.h. zu einem Zeitpunkt vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen bzw. auch wenn keine Krankheitszeichen bemerkt werden.

In Situationen, in denen nicht auszuschließen ist, dass empfängliche Personen (z.B. nicht oder nicht vollständig Geimpfte oder Personen mit einem Risiko für ein schlechteren Impfschutz) anwesend sind, ist das generelle Tragen von MNS durch alle Personen notwendig. Dies betrifft die Übertragung insbesondere in Innenräumen im öffentlichen Bereich, wenn mehrere Menschen zusammentreffen, sich länger aufhalten bzw. wenn verstärkt Aerosole (z.B. durch Singen) entstehen oder der physische Abstand von mindestens 1,5 m nicht immer eingehalten werden kann (z. B. Einkaufssituation, Schulen, Arbeitsplatz, öffentliche Verkehrsmittel).

In Außenbereichen ist das Infektionsrisiko grundsätzlich wesentlich geringer, insbesondere wenn der Abstand von 1,5m eingehalten wird. Hier ist das Tragen von MNS in der Regel nur in bestimmten Situationen sinnvoll, z. B. wenn der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, längere Gespräche und gesichtsnahe Kontakte erfolgen, oder in unübersichtlichen Situationen mit Menschenansammlungen.

Das Bedecken von Mund und Nase im öffentlichen Raum kann vor allem dann im Sinne einer Reduktion der Übertragungen wirksam werden, wenn in der jeweiligen Situation möglichst viele Personen einen MNS tragen. Dadurch werden auch Personen geschützt, welche Risikogruppen angehören (kollektiver Fremdschutz).

Das Tragen eines MNS trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen (Fremdschutz). Wichtig ist hierbei, dass Mund und Nase bedeckt sind und die Maske an den Rändern möglichst dicht anliegt. Das Tragen eines MNS kann auch zum Schutz des Trägers beitragen (Eigenschutz).

Das situationsbedingte generelle Tragen von MNS in der Bevölkerung ist ein wichtiger Baustein, um Übertragungen zu reduzieren (AHA-Regeln). Der Einsatz von Masken kann andere zentrale Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolierung von Infizierten, die Einhaltung der physischen Distanz von mindestens 1,5 m und von Hustenregeln und Händehygiene, sowie die Notwendigkeit des Lüftens nicht ersetzen, sondern ergänzt diese.

Eine Übersicht über die verschiedenen Maskenarten, ihre Eigenschaften und Verwendungszweck sowie Hinweise zur Handhabung und Pflege von Masken gibt auch das BfArM. Die BZgA stellt Informationen für Bürger zum Thema zur Verfügung.

Für weitere Informationen siehe auch „Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum als weitere Komponente zur Reduktion der Übertragungen von COVID-19“, die FAQ „Welche Funktionen bzw. Einsatzbereiche haben FFP2-Masken außerhalb des Arbeitsschutzes?“ sowie die FAQ der BAuA: „Können viruzid/antiviral ausgestattete Mund-Nase-Bedeckungen und andere Masken bedenkenlos getragen werden?“.

Stand: 13.08.2021

Welche Funktion bzw. Einsatzbereiche haben FFP2-Masken außerhalb des Arbeitsschutzes?

Welche Masken sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften getragen werden?
In bestimmten Situationen soll eine OP-Maske (Mund-Nasen-Schutz, MNS) oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) getragen werden. Hierzu verweisen wir auf die jeweiligen Länderhygieneverordnungen bzw. die weiteren örtlichen Vorgaben.

In welchen Situationen werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?
Das Tragen von FFP2-(bzw. FFP3-)Masken durch geschultes Personal wird u.a. im medizinischen Bereich im Rahmen des Arbeitsschutzes vorgeschrieben. Grund dafür kann z.B. eine patientennahe Tätigkeit mit erhöhtem Übertragungsrisiko durch Aerosolproduktion (z.B. bei einer Intubation) sein. Siehe hierzu auch die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des ad-Hoc Arbeitskreises „Covid-19“ des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Wie werden FFP2-Masken im Arbeitskontext getragen?
Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend (d.h. passend zur Gesichtsform und abschließend auf der Haut) getragen wird. Im Rahmen des Arbeitsschutzes wird der Dichtsitz der Maske durch den sogenannten FIT-Test sichergestellt. Beim korrekten Einsatz von FFP2-Masken besteht ein erhöhter Atemwiderstand, der die Atmung erschwert. Deswegen sollte vor dem Tragen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden, um Risiken für den Anwender individuell medizinisch zu bewerten. Gemäß den Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause). Dies minimiert die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand. Weiterhin sollten FFP2-Masken bestimmungsgemäß nicht mehrfach verwendet werden, da es sich i.d.R. um Einmalprodukte handelt.

Was ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von FFP2-Masken bekannt?
FFP2-Masken kamen bisher zweckbestimmt und zielgerichtet im Rahmen des Arbeitsschutzes zum Einsatz. Daher wurden außerhalb des Gesundheitswesens noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z.B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt. In Untersuchungen mit Gesundheitspersonal wurden Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben.

Was muss bei dem Einsatz von FFP2-Masken bei Laien beachtetet werden?
Bei der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien als „medizinische Maske“ muss sichergestellt sein, dass A) die Medizin- und Pflegebereiche prioritär mit FFP2-Masken versorgt werden, B) die individuelle gesundheitliche Eignung sichergestellt ist und C) der Dichtsitz und die korrekte Handhabung gewährleistet ist.

Was sollte beim Einsatz von FFP2-Masken bei Risikogruppen beachtet werden?
Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen. Das Tragen von FFP2-Masken durch Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollte möglichst ärztlich begleitet werden. Die Anwender*innen sollten über das korrekte und ggf. einmalige Tragen, die Handhabung und die Risiken aufgeklärt werden. Zudem sollten die für die Träger*innen vertretbaren Tragedauern unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festgelegt werden, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren.

Was muss im Zusammenhang mit der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien zusätzlich berücksichtigt werden?
Bisher wurden keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den möglichen Effekt einer solchen Maßnahme gemacht.

Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutzes hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben.

Im Kontext der allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen stellt das Tragen von Masken eine wichtige Einzelmaßnahme da, die alleine weniger effektiv ist als in der Kombination mit weiteren Maßnahmen. Deshalb sollte das Tragen von Masken keinesfalls dazu führen, dass andere Komponenten der AHA+L-Regeln vernachlässigt werden oder Risiken sogar bewusst in Kauf genommen werden. Risiken wie z.B. die Erhöhung der Personendichte in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung, oder die Wahrnehmung nicht zwingend erforderlicher persönlicher Kontakte sollten nicht aufgrund der Maske in Kauf genommen werden.

Siehe auch die FAQ “Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes („medizinische Maske“) in der Öffentlichkeit zu beachten?

Siehe auch die Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen, medizinischen Gesichtsmasken sowie partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP-Masken).

Es ist zudem nicht auszuschließen, dass es bei fortschreitendem Infektionsgeschehen wie zu Beginn der Pandemie zu Engpässen in der Versorgung mit FFP2-Masken im Gesundheitswesen kommen könnte. Siehe auch die Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie sowie der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) zur Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel in Bayern.

Stand: 13.08.2021

Ist der Einsatz von Visieren anstatt eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) im öffentlichen Raum sinnvoll?

Die Verwendung von Visieren anstelle von MNS (siehe "Was ist beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ("OP-Maske“) in der Öffentlichkeit zu beachten?") wird von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen. Gemäß den Hinweisen des BfArM zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen, medizinischen Gesichtsmasken sowie partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP-Masken) muss die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren.

Durch das Bedecken von Mund und Nase können gemäß BfArM die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten i.d.R. maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen.

Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zu MNS angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist.

Zusätzlich möchten wir auf die Zuständigkeit der Länder bezüglich der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen zur Infektionsprävention hinweisen.

Unbenommen bleibt hiervon der bestimmungsgemäße Einsatz von Visieren in Verbindung mit Atemschutz insbesondere bei aerosolproduzierenden Maßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens als Teil der persönlichen Schutzausrüstung.

Stand: 18.06.2021

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen (siehe Steckbrief zu COVID-19 > Übertragungswege). In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder ggf. auch bei körperlicher Aktivität. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum, wo es z. T. zu hohen Infektionsraten kam. Auch schwere körperliche Arbeit bei mangelnder Lüftung hat, beispielsweise in fleischverarbeitenden Betrieben, in der Vergangenheit zu hohen Übertragungsraten geführt. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist es daher ratsam, derartige Situationen zu vermeiden.

Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen abgereichert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 m und außerhalb von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen werden daher auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren.

Siehe dazu auch „Was ist beim Lüften zu beachten?“ und „Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?“.

Stand: 28.07.2021

Was ist beim Lüften zu beachten?

Umfangreiche Informationen und Hinweise zur Lüftung und zu zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen zur Reduktion von Aerosolen in Innenräumen gibt die mit dem RKI abgestimmte Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA). Hier werden auch Hinweise aufgeführt zu sogenannten CO2-Ampeln, die in Räumen mit hoher Personenbelegung, wie z.B. in Schulen, relativ einfach einen groben Anhaltspunkt für eine gute oder schlechte Lüftung geben können.

Zudem haben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen erarbeitet, wie sich durch richtiges Lüften das Infektionsrisiko in Schulen reduzieren lässt (siehe Infografik).
Siehe auch „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“ und "Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?".

Stand: 28.07.2021

Was bringen Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?

Generell ist das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in z.B. kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1,5 m erfolgen. Solche Aerosole können am besten durch regelmäßiges Lüften bzw. bei verschiedenen raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen reduziert bzw. entfernt werden (siehe auch „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“). Das Umweltbundesamt gibt eine umfangreiche Einschätzung zum Thema Lüftung, Lüftungsanlagen und mobile Luftreiniger an Schulen.

Zu beachten ist, dass auch beim Einsatz von derartigen Geräten weitere Maßnahmen, z.B. das Einhalten von Abstandsregeln oder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes („OP-Maske“), eingehalten werden müssen. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Einsatz solcher Geräte nicht zu einem Gefühl der falschen Sicherheit führt, und dass die empfohlenen infektionspräventiven Maßnahmen (AHA+L-Regeln) weiterhin umgesetzt werden.

Stand: 28.07.2021

Was ist aus Sicht des Infektionsschutzes im Schulumfeld zu beachten?

Die S3-Leitlinie „Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen“ und Empfehlungen des RKI zu Präventionsmaßnahmen und Testkriterien für Schulen sind hier abrufbar. Zum Thema Lüften und Luftreinigungsgeräte siehe auch „Was ist beim Lüften zu beachten?“ und „Was bringen mobile Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte?

Ausführungen zu Epidemiologie von COVID-19 im Schulumfeld sind im Epidemiologischen Bulletin 13/2021 erschienen.

Stand: 28.07.2021

Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?

Die innere Leichenschau kann wertvolle Erkenntnisse liefern, die zum Verständnis der COVID-19-Erkrankung beitragen. Sie kann aber auch nicht in allen Fällen abschließende Gewissheit geben.

Der Umgang mit infektiösen Verstorbenen ist in den Seuchen- und Infektionsalarmplänen, den Bestattungsgesetzen der Bundesländer und der Information 214-021 der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung  „Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen“ geregelt .

Das RKI hat "Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen, die beim Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen zu beachten sind" veröffentlicht. Diese Empfehlungen richten sich an Ärztinnen/Ärzte, die eine äußere Leichenschau vornehmen und an sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter.

Weitere Informationen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen finden Sie in den entsprechenden Hinweisen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Stand: 15.05.2020

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der COVID-19-Pandemie beachten, welche Verpflichtungen haben Arbeitgeber?

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Rechte und Pflichten bei der Arbeit sind beim zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu finden. Das BMAS gibt auch arbeitsmedizinische Empfehlungen zum Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Auch das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) stellt Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Verfügung.

Stand: 27.07.2020

Was ist bei Reisen zu beachten?

Das Bundesministerium für Gesundheit stellt auf seiner Internetseite aktuelle Informationen zur Coronavirus-Einreiseverordnung und Antworten auf häufig gestellte Fragen zu digitaler Einreiseanmeldung, Nachweispflicht und Quarantäne zur Verfügung.

Bundesministerium für Gesundheit, Auswärtiges Amt und Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat prüfen fortlaufend, inwieweit Gebiete im Ausland als Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete einzustufen sind. Die Liste wird auf den Seiten des RKI veröffentlicht: www.rki.de/covid-19-risikogebiete.

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtige Amt gegeben. Das Robert Koch-Institut gibt hier keine Empfehlungen und bietet keine reisemedizinische Beratung an.

Stand: 28.07.2021

Müssen auch vollständig geimpfte Personen bei Einreise aus Virusvariantengebieten in Quarantäne?

Das Auftreten und die Zirkulation neuer besorgniserregender SARS-CoV-2-Varianten (variants of concern, VOC) in Deutschland wird vom RKI fortlaufend überwacht.

Zum Schutz vor dem Eintrag bestimmter Virusvarianten nach Deutschland wird in der Coronavirus-Einreiseverordnung (EinreiseV) festgelegt, dass Menschen, die aus Virusvariantengebieten nach Deutschland einreisen, 14 Tage abgesondert werden sollen. Aktuelle Virusvariantengebiete wurden wegen der dortigen Verbreitung der Gamma (P.1) Variante definiert. In § 4 Abs. 2 Satz 5 EinreiseV werden Ausnahmen von der Absonderungspflicht formuliert (Stand 30.07.2021). Eine Ausnahme bestünde z.B. für vollständig geimpfte Personen, wenn eine hinreichende Wirksamkeit des erhaltenen Impfstoffs gegen diejenige Variante festgestellt wurde, wegen der die Einstufung als Virusvariantengebiet erfolgt ist.

Zur sicheren Bewertung der Wirksamkeit der in der EU zugelassenen Impfstoffe gegen Gamma liegen aktuell nicht genügend Daten vor. Weitere Informationen finden Sie unter: Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?).  

Aktuell liegt daher eine Feststellung gemäß § 4 Abs. 2 Satz 5 Nr. 2 EinreiseV (Zweite Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung vom 30. Juli 2021) durch das RKI nicht vor. Daher greift die dort formulierte Ausnahme von der Absonderungspflicht bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet aufgrund von einer Impfung aktuell nicht.

Das heißt, dass auch vollständig geimpfte Menschen, die aktuell aus den definierten Virusvariantengebieten einreisen, bei Einreise nach Deutschland 14 Tage in Quarantäne gehen müssen.

Das RKI empfiehlt im Übrigen auch im Kontaktpersonenmanagement bei Einzelfällen, bei denen bereits bekannt ist, dass es sich um eine Exposition gegenüber den Virusvarianten Beta (B.1.351) oder Gamma (P.1) handelt, auch bei vollständig geimpften sowie genesenen Kontaktpersonen immer eine Quarantäne.

Stand: 04.08.2021

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen, Gegenstände oder in der Umwelt mit SARS-CoV-2 anzustecken?

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich. Informationen zur Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 Viren in der Umwelt gibt das Umweltbundesamt (UBA). Das RKI hat keine Aufgaben in dem Bereich.

Stand: 14.01.2021

Welche Empfehlungen gibt es für den Umgang mit Haustieren?

Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Stand: 27.04.2020

Kontaktpersonen und Quarantäne (Stand: 9.9.2021)

Was versteht man unter Isolierung, was unter Quarantäne und welchen Zweck haben diese?

Eine Isolierung oder Quarantäne soll durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers, z.B. des SARS-CoV-2 Virus, verhindern.
Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2 Infektion. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung sowohl häuslich (siehe Flyer für Patienten und Angehörige) als auch stationär erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach bestimmten Kriterien, i.d.R. wenn von einer Weiterverbreitung nicht mehr auszugehen ist.
Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Einreisende aus Risikogebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen (siehe auch das Merkblatt für häusliche Quarantäne).

Siehe auch "Wann und wie lange muss man in Quarantäne?".

Stand: 09.09.2021

Wann und wie lange muss man in Quarantäne?

Eine Quarantäne (häusliche Absonderung) wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich (z.B. mit SARS-CoV-2) angesteckt hat und dadurch zu einer Verbreitung des Krankheitserregers beitragen könnte. Das RKI gibt Empfehlungen u.a. zu Priorisierungskriterien, Definition enger Kontaktpersonen sowie zur Dauer der Quarantäne (siehe Kontaktpersonen-Nachverfolgung (KP-N) bei SARS-CoV-2-Infektionen).

Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung und Aufhebung der Quarantäne obliegt im Einzelfall dem zuständigen Gesundheitsamt.

Eine Quarantäne ist nach aktueller Datenlage nur dann nicht erforderlich, wenn die Kontaktperson vollständig gemäß den Empfehlungen der STIKO geimpft wurde, innerhalb der letzten 6 Monate eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht hat („Genesene“) oder als genesene Person eine Impfstoffdosis gemäß STIKO-Empfehlung erhalten hat und es sich um keine Exposition gegenüber den Virusvarianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) handelt.

Stand: 09.09.2021

Was wird empfohlen bei Personen, die als genesen gelten?

Bei Personen, die nachweislich eine molekulardiagnostisch nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion hatten und wieder als genesen gelten, kann nach aktuellem Kenntnisstand von einer partiellen Immunität ausgegangen werden. Eine erneute Ansteckung und ein damit einhergehendes Übertragungsrisiko auf andere Personen kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Eine Anordnung von Quarantäne für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland ist auf Ebene des Bundeslandes geregelt (siehe Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer).

Wird ein früherer laborbestätigter SARS-CoV-2-Fall zu einer Kontaktperson, ist aufgrund der aktuellen Datenlage nur dann keine Quarantäne erforderlich, wenn der Kontakt innerhalb von sechs Monaten nach dem ersten PCR-Nachweis zur Diagnose der vorherigen SARS-CoV-2-Infektion erfolgte.

Genesene Personen, die entweder beruflich oder privat einen engen Kontakt zu ungeimpften Risikogruppen haben (z.B. Tätigkeit in einem Pflegeheim oder Pflege von älteren Familienangehörigen), sollten in diesem Fall wenn möglich die berufliche Tätigkeit bzw. ihren privaten Umgang mit Risikogruppen für 14 Tage nach dem letzten Kontakt zu dem Fall einstellen.

Unabhängig von diesem grundsätzlichen Vorgehen, ist bei Einzelfällen, bei denen bereits bekannt ist, dass es sich um eine Exposition gegenüber den Virusvarianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) handelt, eine Quarantäne genesener Kontaktpersonen immer empfohlen.

Entwickelt die Kontaktperson Symptome, so muss sie sich in eine Selbstisolierung begeben und eine zeitnahe Testung veranlassen. Bei positivem Test wird die Person wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation).

Zum Vorgehen bei geimpften Personen siehe "Müssen zweimalig geimpfte Personen bei Kontakt mit Erkrankten in Quarantäne gehen?“.

Stand: 09.07.2021

Wie funktioniert die Corona Warn-App?

Seit dem 16.06.2020 ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar. Die App wird vom Robert Koch-Institut für die Bundesregierung herausgegeben. Ein zentraler Bestandteil der Bekämpfung jeder Pandemie ist das Unterbrechen der Infektionsketten. Die Corona-Warn-App kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten und die zentrale Arbeit der Gesundheitsämter beim Nachverfolgen der Kontakte unterstützen. Das RKI nimmt bei der Corona-Warn-App eine Doppelrolle ein: Es leistet einen fachlichen Beitrag bei der Ausgestaltung der App und ist als Herausgeber auch dafür verantwortlich, die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sorgfältig zu prüfen. 

Weitere Informationen, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen und aktuelle Kennzahlen der App (z.B. Downloadzahlen) sind unter www.rki.de/covid-19-warnapp und www.coronawarn.app/de abrufbar.

Stand: 16.09.2020

Was ist ein Containment Scout?

Um Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, ist es essentiell, Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen. Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig.

Um Gesundheitsämter dabei zu unterstützen, hat das Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Robert Koch-Instituts seit Frühjahr 2020 schrittweise zunächst rund 500, im Verlauf über 1.500 so genannte Containment Scouts eingestellt. Dies können z.B. Studierende der Medizin, der Gesundheitswissenschaften oder anderer Fächer bzw. andere geeignete Personen sein, die, befristet für die Dauer der Containment Scout Initiative, vor Ort in den Gesundheitsämtern arbeiten. Sie sollen insbesondere dabei helfen, Kontaktpersonen schneller und effektiver nachzuverfolgen. Da die Aufgabenverteilung den Gesundheitsämtern obliegt, können Containment Scouts zudem Aufgaben wie beispielsweise die Betreuung von Beratungshotlines zu COVID-19 übernehmen.

Die ersten Scouts haben im April 2020 ihren Dienst vor Ort angetreten. Zusätzlich zu den fest einem Gesundheitsamt zugewiesenen Containment Scouts werden seit Mai 2020 zudem mobile Containment Scouts eingestellt, die – bei Bedarf und unter Koordination des RKI oder des jeweiligen Bundeslandes - kurzfristig besonders überlastete Gesundheitsämter unterstützen.

Im Februar 2021 wurde vom Bundesministerium für Gesundheit entschieden, die zunächst bis Juni 2021 befristete Maßnahme bis März 2022 zu verlängern und die Personalstellen auf bundesweit bis zu 2.500 Containment Scouts auszubauen, um eine kontinuierliche Unterstützung der Gesundheitsämter bis einschließlich der kommenden Wintersaison 2021/22 zu gewährleisten.

Stand: 05.03.2020

Wie geht man bei Ausbruchsuntersuchungen vor?

COVID-19-Ausbrüche wurden bislang unter anderem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, fleischverarbeitenden Betrieben, Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Asylsuchendenunterkünften) und in Kirchensettings beobachtet. Ausbruchsgeschehen werden durch das zuständige Gesundheitsamt untersucht, bei Bedarf unterstützt durch die oberen Landesbehörden oder das Robert Koch-Institut.

Das Robert Koch-Institut stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen sowie zu Prävention und Management in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende gibt es spezielle Empfehlungen.

Stand: 13.11.2020

Diagnostik (Stand: 20.7.2021)

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Tests gibt es?

Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis (z.B. Genomnachweis mittels PCR, Antigennachweise, Virusisolierung):

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen kann die Ergebnismitteilung länger dauern.

In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. In Einzelfällen konnte virales Erbmaterial bis zum Tag 42 nach Symptombeginn nachgewiesen werden. Der Nachweis von SARS-CoV-2 ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich; zur Wertung der Aussagekraft bzw. der Bedeutung dieser Nachweise für die Beantwortung klinischer Fragestellungen fehlen umfassende Untersuchungen.

Antigen-Test: Antigen-Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein in respiratorischen Probenmaterialien. Kommerziell verfügbare Antigen-Tests sind je nach Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter point of care test (POCT), Einzeltest) oder als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen geeignet. Antigentests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT) eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie). Informationen zur Bewertung der Ergebnisse aus Antigen-Tests sind zu finden in den Hinweisen zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2. Eine Liste von Antigen-Tests stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereit. Das BfArM hat die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung erteilt, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2, im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird die Rolle von Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung beschrieben (siehe dazu auch „Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?“ ).

Virusanzucht: Für Forschungszwecke spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle, da sie zur Einschätzung der Infektiosität des Patienten herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3). In publizierten Forschungsstudien konnte infektiöses Virus z.B. aus Rachenabstrichen bis Tag 9 (leichte Erkrankung) bzw. bis Tag 20 (schwere Erkrankung) nach Symptombeginn angezüchtet werden.

Indirekte Nachweise erfassen die Reaktion des Körpers auf die Infektion (Immunsystem, z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist derzeit insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2 spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörperteste sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Die vorliegenden Validierungsdaten von Antikörpernachweisen reichen noch nicht aus, um einen einmaligen IgM-Nachweis zur Feststellung einer aktuellen Infektion als ausreichend betrachten zu können. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Bildgebende Diagnostik: Zur Ergänzung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krankheitsverläufen auch eine radiologische/bildgebende Diagnostik der Atemwege erfolgen.

Tests zur Detektion einer Infektion mit SARS-CoV-2 sowie zum Nachweis von Antikörpern gehören zu den sog. In-vitro-Diagnostika (IVD). Das erstmalige Inverkehrbringen von IVD auf dem deutschen Markt ist nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) anzeigepflichtig. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) betreibt dafür die Datenbank "In-vitro-Diagnostika-Anzeigen (MPIVDA)", in welcher auch Daten von Corona-Tests erfasst werden.

Stand: 27.04.2021

Können PCR-Pooltestungen eine Alternative zu Antigen-Schnelltests im Rahmen von Screeninguntersuchungen bei Personen sein, die die AHA+L-Regeln nur unzureichend einhalten können und für die noch keine Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung steht (z.B. Kinder in Kitas und Schulen)?

Die Nationale Teststrategie sieht im Gesundheitswesen sowie in verschiedenen beruflichen Umfeldern bzw. Lebensbereichen Testungen auf SARS-CoV-2 vor. Im Oktober 2020 wurde die Nationale Teststrategie um den Einsatz von professionell durchgeführten Antigen-Tests erweitert, die auf dem Nachweis viraler Proteine basieren. Seit Ende Februar 2021 stehen zudem auch Antigen-Tests für die Laienanwendung (Selbsttests) zur Verfügung. Antigentests kommen unter anderem im Rahmen von Testkonzepten in Schulen/Kindertagesstätten oder Unternehmen zur Anwendung.

Die PCR-Testung ist als empfindlichste (sensitivste) und genaueste (spezifischste) Methode der Goldstandard für den Nachweis von SARS-CoV-2 (siehe auch „Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Tests gibt es?“). Grundsätzlich gilt deshalb, dass die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion mittels PCR-Testung erfolgt (siehe dazu auch die Referenzdefinition). Aufgrund der Komplexität des Verfahrens stehen PCR-Testkapazitäten nicht unbegrenzt zur Verfügung. Es gilt also, die vorhandenen Testkapazitäten bestmöglich und effizient zu nutzen, ohne diese zu überlasten.

Um PCR-Testkapazitäten im Rahmen breiterer Anwendungen entlasten zu können, wurden für ergänzende Fragestellungen (etwa im Rahmen von Screenings) Antigentests eingeführt. Der Vorteil von Antigentests ist eine schnelle Durchführbarkeit direkt vor Ort mit geringeren fachlichen Anforderungen, die allerdings mit einer im Vergleich zur PCR niedrigeren Sensitivität und Spezifität verbunden ist. Aspekte der Vortestwahrscheinlichkeit (also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der getestet werden soll, wirklich infiziert ist) sind daher bei der Interpretation besonders zu beachten. Der Einsatz von Antigentests ist dort vorgesehen, wo sie einen zusätzlichen Nutzen zur Vermeidung der Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 darstellen, so z.B. als Screeningmaßnahme von symptomfreien Personen, die ansonsten nicht getestet würden. Dies kann unter Einhaltung der AHA+L-Regeln dazu beitragen, die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei Kontakt zu reduzieren. Hierbei sind daher auch die Risiken einer nicht erkannten Infektion zu bedenken.

Für strukturierte Testkonzepte in Bereichen, in denen die AHA+L-Regeln nur unzureichend angewendet/ eingehalten werden können und in denen Impfungen noch nicht möglich sind (etwa in Kitas und Schulen), kann die im Vergleich zu Antigentests höhere Sensitivität und Spezifität von PCR-Testungen genutzt werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu reduzieren, in Abhängigkeit von den vorhandenen Kapazitäten. Ein Vorteil der PCR-Testung gegenüber den Antigentests ist, dass eine SARS-CoV-2 Infektion bereits erkannt werden kann, bevor die infizierte Person für andere Personen ansteckend ist, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Infektionseintrages in die Gruppe verringert werden kann. Aufgrund der üblicherweise klar definierten Gruppen von Personen, die in Kitas und Schulen zueinander Kontakt haben, kann als ressourcen-schonendes Vorgehen eine Analyse mittels eines geeigneten und validierten PCR-Pooling-Verfahrens erfolgen (siehe dazu auch die Informationen unter www.schulministerium.nrw/lolli-tests). Das Pooling-Verfahren mit anschließender PCR-Testung ermöglicht die Verwendung von Probenmaterial, welches bei Antigentesten nur unzureichende Ergebnisse liefert. Es sollte aber in einer Form durchgeführt werden, die eine Probenverdünnung weitestgehend minimiert oder anderweitig einen Sensitivitätsverlust. Das durchführende Labor muss durch geeignete qualitätssichernde Maßnahmen eine ausreichende Sensitivität und Spezifität nachweisen können.

Bei ausreichenden PCR-Testkapazitäten und guter Logistik sind daher geeignete PCR-Pooltestungen im Rahmen der Testkonzepte bei Kita- und Schulgruppen (die die AHA+L-Regeln nur unzureichend /einhalten können und noch keine Schutzimpfung erhalten können) eine weitere Möglichkeit, ein regelmäßiges und niedrigschwelliges Testangebot bereitzustellen. Siehe dazu auch den Artikel im Epidemiologischen Bulletin 26/2021.

Stand: 01.07.2021

Welche Anforderungen werden an Antigen-Tests gestellt?

Aktuell wird eine Vielzahl von Antigen-Tests für den Nachweis von SARS-CoV-2 angeboten.
Antigen-Tests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie).

Die auf dem Markt verfügbaren Tests unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit. Es ist daher hilfreich, Informationen zur Eignung von entsprechenden Tests zu kennen.
Die Eignung von Tests zum direkten Erregernachweis ist grundsätzlich abhängig von:

  1. dem geplanten Anwendungsbereich/ der Zweckbestimmung des Tests (engl. Intended use) wie z.B. der zeitnahen Erkennung von symptomatisch und/ oder asymptomatisch Infizierten; dem Einsatz zum Schutz besonders gefährdeter Personen im Rahmen von Reihenuntersuchungen usw.
  2. der Anwendbarkeit/ Praktikabilität des Tests im Rahmen des geplanten Anwendungsbereiches und dem Ort der Durchführung (z.B. im Rahmen eines Labors oder am Ort der Patientenversorgung (engl. Point of Care; POC)
  3. der angestrebten Aussage des Testergebnisses unter Berücksichtigung der Risiken eines falsch negativen oder falsch positiven Ergebnisses im Rahmen seiner Anwendung, etwa

    a) der (diagnostischen) Bedeutung des Ergebnisses im Hinblick auf die Behandlung oder
    b) der Bedeutung des Ergebnisses für die Steuerung infektionspräventiver Maßnahmen (etwa einer Isolierung im Krankenhaus oder häusliche Absonderung)

    und schließlich

    den in entsprechenden Untersuchungen ermittelten konkreten Leistungsparametern des Tests wie
    • analytische Sensitivität und Spezifität (z.B. unter Bezug auf einen Goldstandard)
    • klinische Sensitivität und Spezifität (unter Berücksichtigung der angestrebten Aussage und in der praktischen Anwendung des Testes im jeweiligen Anwendungsbereich )

Mindestkriterien für Antigentests werden durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegt. Testsysteme, die diese Kriterien erfüllen, sind gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 TestVO (Testverordnung) erstattungsfähig. Diese Mindestkriterien werden in der Zukunft weiter an den fortschreitenden Stand des Wissens und der Technik angepasst werden.

Eine Liste von Antigentests, die gemäß Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und dementsprechend erstattungsfähig sind, wird durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt und kann unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html aufgerufen werden. Diese Liste wird kontinuierlich dem wachsenden Kenntnisstand angepasst und dementsprechend fortlaufend aktualisiert. Erste herstellerunabhängige Evaluierungssstudien deuten darauf hin, dass zwischen verschiedenen kommerziell erhältlichen Testsysteme erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Eine vergleichende Evaluierung der Sensitivität von Tests verschiedener Hersteller stellt das PEI zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter https://diagnosticsglobalhealth.org/ sowie auf der Internetseite des Konsiliarlaboratoriums für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das BfArM hat die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung erteilt, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien erfolgen. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2. Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird die Rolle von Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung beschrieben.

Die Hinweise für die Fachöffentlichkeit zur Testung auf SARS-CoV-2 finden sich unter www.rki.de/covid-19-diagnostik, weitere Informationen finden sich im Zusammenhang mit der Nationalen Teststrategie.

Stand: 30.06.2021

Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?

Hinweise dazu sind im Epidemiologischen Bulletin 8/2021 zu finden, u.a. zur Aussagekraft positiver und negativer Ergebnisse von Antigentests sowie Schlussfolgerungen dazu, siehe auch Faktenbox auf Seite 8. Im Epidemiologischen Bulletin 17/2021 wird u.a. eingegangen auf Praktikabilität und Akzeptanz von Patientinnen und Patienten selbst abgenommenen Proben.

Stand: 27.04.2021

Wann sollte ein Arzt eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Die Teststrategie zur Laboruntersuchung auf eine SARS-CoV-2 Infektion wird konsequent weiterverfolgt. Die Testkriterien werden fortlaufend an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst: Die Testkriterien dienen als Empfehlungen, die individuelle Entscheidungen liegt bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Das RKI hat ein Flussschema erstellt, das Ärztinnen und Ärzten Hilfestellungen für die Verdachtsabklärung, zu ergreifende Schutzmaßnahmen und Veranlassung einer Diagnostik auf SARS-CoV-2 gibt.

Die Kriterien für die Testindikation zur Erreichung der aufgeführten Ziele können in drei Kategorien unterschieden werden, 1. Vulnerabilität der betroffenen Person oder deren Kontaktpersonen; 2. die klinische Symptomatik; 3. die Expositionswahrscheinlichkeit einmal individuell und dann grundsätzlich basierend auf der Häufigkeit von COVID-19-Fällen in der Region. Das RKI empfiehlt eine Testung aller Personen, die bestimmte Testkriterien erfüllen.

Zur Testindikation siehe auch Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Stand: 09.03.2021

Wie wird die Anzahl an Labortests in Deutschland erfasst?

In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Laboren, die den PCR-Nachweis auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion anbieten und durchführen können. Die Anzahl der durchgeführten Tests wird in Deutschland jedoch nicht zentral erfasst.

Die Anzahl der durchgeführten Tests – sowohl der negativen wie auch der positiven – ist zentral, um zu erkennen, ob z.B. ein Anstieg der Fallzahlen auf vermehrtes Testen zurückgeführt werden kann oder ob tatsächlich mehr Fälle auftreten. Deshalb führt das RKI die Daten von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und klinischen und ambulanten Laboren zusammen-insgesamt mehr als 200 Teilnehmer. Die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland wird immer donnerstags im Situationsbericht veröffentlicht (siehe Erfassung der SARS-CoV-2 Testzahlen in Deutschland).

Stand: 20.07.2021

Was bedeutet die Positivenquote?

Die Positivenquote bezeichnet den Anteil der positiven Befunde (Nachweis einer akuten SARS-CoV-2-Infektion) an der Gesamtzahl der durchgeführten Tests. Eine niedrige Quote zeigt, dass sehr sensitiv getestet wird und auch Personen mit leichten Symptomen erfasst werden. Die Positivenquote ist also ein Maßstab für die Breite der Teststrategie.

Wichtig ist: es handelt sich bei den Tests nicht (!) um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Würde eine repräsentative Stichprobe getestet, so würde mit steigender Gesamtzahl der durchgeführten Tests auch die Zahl der positiven Befunde in gleichem Maße ansteigen – die Positivenquote bliebe konstant. Die Teststrategie hat aber das Ziel, Infektionen zu erkennen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen: Fälle mit stärkeren Symptomen oder eindeutigerem Kontakt zu bereits bestätigten COVID-19-Fällen werden eher getestet als andere. Wird diese Strategie nun in Richtung auf sensitiveres Testung verändert, so dass beispielsweise auch asymptomatische Personen im Umfeld von bestätigten COVID-19 Fällen getestet werden, kommt es typischerweise zu einer sinkenden Positivenquote. Das heißt, es wird zwar ein größerer Anteil der Infektionen nachgewiesen, die Menge der zu testenden Personen steigt aber stärker als die Zahl der positiven Befunde.

Stand: 16.09.2020

Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?

Generell wird die Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests neben deren Qualitätsmerkmalen und der Qualität von Probennahme, Transport, Durchführung und Befundung auch von der Verbreitung einer Erkrankung/eines Erregers in der Bevölkerung beeinflusst (positiver und negativer Vorhersagewert). Je seltener eine Erkrankung ist und je ungezielter getestet wird, umso höher sind die Anforderungen an die Sensitivität (= die Empfindlichkeit) und die Spezifität (die Zielgenauigkeit des Tests, also wie wahrscheinlich es ist, dass nur der gesuchte Erreger sicher erkannt wird) der zur Anwendung kommenden Tests.

Ein falsch-positives Testergebnis bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. Aufgrund des Funktionsprinzips von PCR-Tests und hohen Qualitätsanforderungen liegt die analytische Spezifität bei korrekter Durchführung und Bewertung bei nahezu 100%.
Im Rahmen von qualitätssichernden Maßnahmen nehmen diagnostische Labore an Ringversuchen teil. Die bisher erhobenen Ergebnisse spiegeln die sehr gute Testdurchführung in deutschen Laboren wider (siehe www.instand-ev.de ).

Die Herausgabe eines klinischen Befundes unterliegt einer fachkundigen Validierung und schließt im klinischen Setting Anamnese und Differentialdiagnosen ein. In der Regel werden nicht plausible Befunde in der Praxis durch Testwiederholung oder durch zusätzliche Testverfahren bestätigt bzw. verworfen (siehe auch: www.rki.de/covid-19-diagnostik ).

Bei korrekter Durchführung der Teste und fachkundiger Beurteilung der Ergebnisse geht das RKI demnach von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht.

Stand: 06.01.2021

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll? 

Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen und Erfüllung der Testkriterien durchgeführt werden. Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann. Für Ausnahmen siehe Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Zum Umgang mit einer Warnmeldung durch die Corona-Warn-App siehe die Antworten auf häufig gestellte Fragen unter www.rki.de/covid-19-warnapp und die Empfehlungen für niedergelassene Ärzte zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" bei der Corona-Warn-App.

Stand: 03.11.2020

Warum sind Genomsequenzierungen wichtig?

Bei der Sequenzierung eines Genoms wird die Reihenfolge der Erbgut-Bausteine bestimmt. Die Genomsequenz eines Erregers ist eine Art mikrobieller genetischer Fingerabdruck und ermöglicht es, die Spur eines Erregers nachzuverfolgen. Die Genomsequenzierung wird bei SARS-CoV-2, wie bei anderen Erregern, je nach Fragestellung stichprobenartig oder anlassbezogen durchgeführt, um Veränderungen im Erbgut festzustellen. Derartige Veränderungen (Mutationen) sind bei Viren und Bakterien nicht ungewöhnlich, sie führen nicht automatisch zu einer Änderung der Erreger-Eigenschaften. Die Bedeutung einer Mutation muss mit anderen Methoden geklärt werden. Eine Genomsequenzierung ist aufwändiger als ein PCR-Test und dauert bei SARS-CoV-2 einschließlich der Auswertung bei optimalen Abläufen etwa zwei bis drei Arbeitstage im Labor.

Genomsequenzierungen werden in Deutschland an verschiedenen Stellen durchgeführt. Ansprechpartner sind Nationale Referenzzentren oder Konsiliarlabore, die für bestimmte Erreger benannt werden; das Konsiliarlabor für Coronaviren ist an der Charité in Berlin angesiedelt. Auch das Robert Koch-Institut als nationales Public Health Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder entsprechend befähigte private Labore.

Die Sequenzdaten für die Analyse von Diversität und Evolution von SARS-CoV-2 in Deutschland werden aus verschiedenen Quellen am RKI zusammengeführt (Erläuterungen siehe "Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2", Abschnitt "Molekulare Surveillance"). Das RKI stellt zur Übermittlung von Sequenzdaten eine technische Plattform zur Verfügung, welche von allen sequenzierenden Laboren in Deutschland verwendet werden kann: der Deutsche elektronische Sequenzdaten-Hub (DESH). Jedes Laboratorium in Deutschland, welches SARS-CoV-2 sequenziert, ist laut der Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtet, dem RKI die Sequenz- und zugehörige Metadaten zu übermitteln.

Bei der integrierten molekularen Surveillance werden die Genomsequenzen der Krankheitserreger systematisch analysiert, mit den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz verknüpft und die Ergebnisse fortlaufend bewertet. Damit können z.B. Ausbruchsgeschehen und Übertragungsketten oder die Ausbreitung in bestimmten Altersgruppen besser erkannt bzw. bewertet werden. Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von wichtigen Erregereigenschaften anhand der Genomsequenzen; bei SARS-CoV-2 etwa das Auftreten neuer Erreger-Varianten oder die Eignung (Passfähigkeit) von diagnostischen Tests oder von Impfstoffen. Die integrierte molekulare Surveillance ist Bestandteil einer nachhaltigen und international vergleichbaren Überwachung von Infektionskrankheiten.

Stand: 02.03.2021

Gesundheitliche Langzeitfolgen (Stand: 23.7.2021)

Warum ist es wichtig, längerfristige Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion besser zu verstehen?

Wissenschaftliche Studien und Überblicksarbeiten zeigen, dass wir nicht nur die akuten Folgen einer Infektion, sondern auch die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen der SARS-COV-2-Pandemie insgesamt verstehen müssen. Nur so können wir die von längerfristigen gesundheitlichen Folgen betroffenen Menschen entsprechend ihren Bedürfnissen unterstützen und unser Gesundheitssystem, aber auch die Gesellschaft als Ganzes, auf zukünftige Krisen besser vorbereiten.
Im Folgenden werden die FAQ zu möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion beantwortet. Nicht angesprochen werden hier die indirekten gesundheitlichen Folgen der Pandemie, wenngleich auch diese im Blickpunkt wissenschaftlicher Analysen stehen und noch breitere Bevölkerungsgruppen betreffen können (bspw. aufgrund von erhöhter Stressbelastung, verändertem Gesundheitsverhalten oder Verzicht auf die Inanspruchnahme von Früherkennungsangeboten oder medizinischer Versorgung aufgrund von Kontaktbeschränkungen).

Stand: 20.05.2021

Was ist Long COVID?

Die längerfristigen gesundheitlichen Schäden einer COVID-19-Erkrankung, bezeichnet meistens durch die Begriffe „Long COVID“, „Post-COVID-19-Syndrom“ oder „post-acute COVID-19“, umfassen Beeinträchtigungen von körperlicher und psychischer Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, die im Zusammenhang mit der in der Vergangenheit stattgefundenen COVID-19-Erkrankung stehen. Die Beeinträchtigungen tauchen entweder in der akuten Erkrankungsphase auf und bleiben längerfristig bestehen, oder sie treten erst im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Infektion auf. Eine einheitliche klinische Definition gibt es bislang noch nicht, weil über sehr unterschiedliche Symptome berichtet wird, die allein oder auch in Kombination auftreten und von sehr unterschiedlicher Dauer sein können.

Bei der Definition von Long COVID hilft eine zeitliche Unterteilung in 3 Phasen, die auf eine Empfehlung des britischen Nationalen Instituts für Gesundheit und klinische Exzellenz (NICE) zurückgeht: akute COVID-19-Krankheitsphase (COVID-19-Symptome bis 4 Wochen nach vermuteter oder nachgewiesener akuter COVID-19-Erkrankung), subakute Krankheitsphase (fortbestehende COVID-19-Symptome Woche 4 bis Wochen 12 nach Symptombeginn) und „Post-COVID-19-Syndrom“ (Symptome, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung oder auch danach aufgetreten sind, mehr als 12 Wochen nach Erkrankung noch vorliegen und nicht anderweitig erklärt werden können), siehe dazu auch das entsprechende Review in Nature Medicine. Der Begriff „Long COVID“ wird häufig verwendet, um Gesundheitsprobleme und Symptome zu beschreiben, die jenseits der akuten Krankheitsphase von 4 Wochen fortbestehen oder auch neu auftreten. Somit umfasst „Long COVID“ sowohl im Anschluss an eine COVID-19-Erkrankung 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das oben definierte „Post-COVID-19-Syndrom“.

Der Einfachheit halber verwenden wir in dieser FAQ den Begriff der „gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19“ und beziehen uns auf Anzeichen und Symptome, die sich während oder nach einer COVID-19-Erkrankung entwickeln, längere Zeit anhalten und nicht durch eine anhaltende Infektion (PCR nachgewiesen) oder alternative Diagnose erklärt sind. Menschen, die nach einer COVID-19-Erkrankung an so definiertem Long COVID leiden, sind nicht ansteckend.

Stand: 23.07.2021

Wie gut gesichert ist das aktuelle Wissen über die gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19?

Da COVID-19 als Krankheitsbild erst seit etwas mehr als einem Jahr bekannt ist, sind die Ursachen von COVID-19-Langzeitfolgen, das Risikoprofil der Betroffenen und die unterschiedlichen Symptomkomplexe und Krankheitsverläufe noch nicht vollständig erforscht. Es ist aktuell noch nicht möglich sicher abzuschätzen, wie lange längerfristige Auswirkungen von COVID-19 andauern können, wie gut sie therapierbar sind und wie groß der Anteil der Betroffenen ist, der bleibende Auswirkungen mit sich tragen wird. Besonders über die gesundheitlichen Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen ist noch wenig bekannt. Sämtliche in dieser FAQ gestellten Fragestellungen werden in nationalen und internationalen Studien fortlaufend untersucht.

Stand: 20.05.2021

Welche Symptome haben Menschen mit gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19?

Zu den häufigsten bislang in Patientenforen berichteten oder in Studien beobachteten Symptomen gehören Müdigkeit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, kognitive Beeinträchtigungen (sog. Gehirnnebel, engl.brain fog“), depressive Verstimmungen, Schlaf- und Angststörungen. Weitere genannte Symptome sind Herzklopfen und Herzstolpern (selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge), Brustschmerzen, und Haarausfall. Auch neu aufgetretene Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) sowie das Auftreten von Thromboembolien sind jenseits der akuten Infektions- bzw. Krankheitsphase beobachtet worden (siehe dazu das entsprechende Review in Nature Medicine). Einige Betroffene nennen ausschließlich Müdigkeit/Erschöpfung oder Beschwerden der oberen Atemwege, während andere eine Kombination von Symptomen und Organbeschwerden nennen. Bei einigen Erkrankten entwickelt sich ein Symptomkomplex, der demjenigen des Chronischen Erschöpfungssyndroms (Chronic Fatigue Syndrom) ähnlich sieht.
International aber auch in Deutschland sind wissenschaftliche Studien angelaufen, die bald ein besseres Verständnis hierzu liefern werden. So werden in Deutschland über das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) im Rahmen des vom BMBF geförderten Nationalen Pandemie Kohorten Netzes (NAPKON) Erwachsene mit SARS-CoV-2-Infektion im Hinblick auf Folgeerkrankungen und gesundheitsbezogene Lebensqualität weiter beobachtet (NAPKON-POP/COVIDOM Studie).

Stand: 20.05.2021

Wie häufig treten gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19 auf? Sind auch Erkrankte mit milden Verläufen betroffen?

Unterschiedliche Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Schätzungen für den Anteil der COVID-19 Erkrankten, die an langfristigen Auswirkungen der Krankheit leiden. Der tatsächliche Anteil kann noch nicht verlässlich geschätzt werden. Allerdings kann bei schwer an COVID-19 Erkrankten der Anteil von Betroffenen mit Langzeitfolgen offenbar deutlich höher sein. Langzeitfolgen können auch Erkrankte mit zunächst milden oder sehr milden COVID-19-Verläufen entwickeln. Eine deutsche Studie fand, dass etwa 1 von 10 Personen mit zunächst geringen oder keinen Symptomen auch Monate nach der akuten Erkrankung noch Symptome wie z.B. Atembeschwerden, Schlaflosigkeit, Geschmacksstörungen und Müdigkeit hatten. Dieselbe Studie fand, dass gesundheitliche COVID-19-Langzeitfolgen auch junge gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen betreffen können.

Stand: 14.07.2021

Welche Menschen haben ein erhöhtes Risiko gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19 zu entwickeln?

Personen, die schwer an COVID-19 erkrankten, leiden vermutlich häufiger an längerfristigen Symptomen als Personen, die zunächst einen milden Verlauf hatten. Allerdings können auch Erkrankte mit zunächst milden oder sehr milden COVID-19-Verläufen langfristige gesundheitliche Symptome bzw. Symptomkomplexe entwickeln.
In einer Studie aus England mit ca. 4.000 Probanden konnte festgestellt werden, dass Personen, die während der COVID-19-Erkrankung an Durchfall litten, deren Geruchssinn eingeschränkt war und bei denen nur wenige Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden konnten, häufiger unter gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 litten. Auch zählen ein hohes Alter, Adipositas sowie Vorerkrankungen der Lunge und des Herzens zu Risikofaktoren. Frauen (unabhängig vom Alter) sind überdurchschnittlich stark von Fatigue (Erschöpfung) betroffen.

Stand: 20.05.2021

Können Kinder auch gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 entwickeln?

Auch Kinder können von gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 betroffen sein. Wie ausgeprägt und wie häufig sie betroffen sind, ist allerdings noch unklar. Es gibt Studien, z.B. eine amerikanische, die bei Kindern keine solchen Langzeitfolgen finden. In einer italienischen Studie mit 129 Kindern, die an COVID-19 erkrankt waren, berichteten mehr als die Hälfte der Kinder mehr als 4 Monate nach der akuten Erkrankung über mindestens ein anhaltendes Symptom, wobei 42,6% der Kinder durch die Symptome bei täglichen Aktivitäten beeinträchtigt waren. Wie auch bei Erwachsenen waren die Symptome Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Atembeschwerden besonders häufig. Eine englische Studie berichtet, dass Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren im Vergleich zu Erwachsenen seltener unter Langzeitfolgen litten (ca. 7% der 2-16-Jährigen litten nach 12 Wochen noch an Symptomen). Eine schweizer Studie fand, dass etwa 2% der nachweislich an COVID-19 erkrankten Kindern an gesundheitlichen Langzeitfolgen litten. In Deutschland wird unter anderem im Rahmen des Post COVID-19 Surveys der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zu gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen geforscht.

In der Diskussion um COVID-19 bei Kindern wird international seit Beginn der Pandemie über seltene besonders schwere Fälle berichtet. In diesen Fällen müssen Kinder ca. 2 Wochen nach ihrer COVID-19-Erkrankung oder nach dem Kontakt mit einer infizierten Person aufgrund einer starken entzündlichen Immunreaktion (dem sogenannten Multisystem inflammatory syndrome in children (MIS‐C) oder auch Pediatric inflammatory multisystemic syndrome (PIMS)) intensivmedizinisch behandelt werden. Betroffene Kinder leiden u.a. an hohem Fieber, Schmerzen, Erbrechen, Ausschlag und Müdigkeit. Die genauen Zusammenhänge zwischen MIS-C und COVID-19 sind noch nicht geklärt (siehe dazu auch Informationen bei der WHO und den CDC).

Stand: 20.05.2021

Wie kann man als Einzelperson den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 vorbeugen?

Hierzu ist noch wenig bekannt. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand ist die beste Möglichkeit das Vermeiden einer SARS-CoV-2-Infektion durch die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen.

Stand: 20.05.2021

Wo finden Betroffene weitere Informationen?

Weitere Informationen

Wo gibt es weitere Informationen?

Informationen über das neuartige Coronavirus für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Informationen für Bürger, darunter die AHA+L-Regeln, Informationen zum Impfen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), sind unter www.infektionsschutz.de (BZgA) und www.zusammengegencorona.de (BMG) zu finden.

Hotlines für Bürger bieten unter anderem das BMG, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Bundesländer und Krankenkassen an.

Stand: 06.01.2021

Stand: 09.09.2021

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