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Zielgruppeneinstiege

Klinische Aspekte (Stand: 16.9.2020)

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Ist man nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion immun?

Derzeit gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken.  Erste Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die das Virus in Labortesten neutralisieren können. Unklar ist jedoch noch, wie robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird und ob es möglicherweise von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt. Die Erfahrungen mit anderen Coronavirus-Erkrankungen wie SARS und MERS deuten darauf hin, dass ein zumindest partieller Immunstatus  bis zu drei Jahre anhalten könnte. Um diesen Aspekt für COVID-19 Erkrankungen genau bewerten zu können, sind serologische Längsschnittstudien erforderlich, die den Immunstatus von Rekonvaleszenten über einen längeren Zeitraum beobachten.

Stand: 22.04.2020

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren und Kindern bekannt?

Informationen dazu sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar, Abschnitt "Schwangere, Kinder und Jugendliche".

Umfangreiche Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft, darunter FAQ und Kreißsaal-Empfehlungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Verfügung.

Auch Kinder und Jugendliche, die die empfohlenen Maßnahmen umsetzen können, sollten einen Abstand von mindestens 1,5 Metern halten, die Hygieneregeln beachten und wo erforderlich eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen (AHA-Regeln, siehe auch “Welchen Vorteil bringt „Abstand halten“ bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?“). Kranke Kinder und Jugendliche sollen zu Hause bleiben, bei Bedarf ärztlich behandelt und bei Verdacht auf das Vorliegen einer COVID-19-Infektion getestet werden.

Stand: 16.09.2020

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die ABO-Blutgruppe einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 haben kann. Dies  betrifft sowohl die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Die Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung zeigen allerdings keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert.

Eine große genetische Studie aus Kiel konnte eine Assoziation zwischen dem Gen für die ABO-Blutgruppe einer Person und dem Krankheitsverlauf bei COVID-19-Erkrankungen feststellen: Personen mit der Blutgruppe A hatten in dieser Studie eine höhere Wahrscheinlichkeit, ein Lungenversagen zu entwickeln, Personen mit Blutgruppe 0 waren weniger häufig betroffen. Vermutet wird ein Zusammenhang mit bestimmten genetischen Faktoren, die auf den Genen codiert sind, die auch die Blutgruppe bestimmen. Eine Studie aus China stellte fest, dass Personen mit Blutgruppe A eine größere Wahrscheinlichkeit haben, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, als Personen mit Blutgruppe 0. Allerdings haben Untersuchungen aus den USA deutlich gemacht, dass der Zusammenhang zwischen Blutgruppe und Verlauf einer COVID-19-Erkrankung nicht mehr nachweisbar ist, wenn man andere Erkrankungen oder Risikofaktoren ebenfalls betrachtet. Eine weitere Studie aus der Türkei zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Infektion beim Vorliegen der Blutgruppe A erhöht scheint, dass aber bei Infizierten die Blutgruppe keinen Einfluss auf den Verlauf hat. Welche Faktoren im Einzelnen dazu beitragen können, dass die Blutgruppe eine Rolle bei Infektion und Verlauf spielen, ist nicht geklärt. Hier besteht weiter Forschungsbedarf.

Stand: 08.07.2020

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung?

Nur ein Teil der COVID-19-Erkrankungen verläuft schwer. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Superinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Verschiedene spezifische Therapieansätze  – darunter experimentelle Wirkstoffe wie Remdesivir, Camostat und bereits zugelassene Medikamente wie Lopinavir/Ritonavir, Favipiravir, Chloroquin/Hydrxychloroquin – werden derzeit im Rahmen von Studien geprüft. Der STAKOB veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19 ebenso wie die verschiedenen Fachgesellschaften.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

Stand: 26.05.2020

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