Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe

Stand: 30.1.2019

Wie ist die aktuelle Situation?

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI (AGI, siehe auch "Was ist die Arbeitsgemeinschaft Influenza?") veröffentlicht während der Grippesaison jeden Mittwoch einen Wochenbericht auf der AGI-Internetseite https://influenza.rki.de. Dort sind unter dem Menüpunkt "Diagramme" auch die Influenza-Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz und Informationen zu Virusnachweisen verfügbar – beides wird täglich aktualisiert (siehe auch "Wie wird die Grippeaktivität in Deutschland erfasst?“). Außerhalb der Grippesaison erstellt die AGI Monatsberichte, nach Abschluss der Grippesaison Saisonberichte, die ebenfalls auf den AGI-Seiten abrufbar sind.

Über die europäische Situation berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemeinsam mit dem europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO Euro) in Wochenberichten. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht regelmäßig Updates zum weltweiten Influenza-Geschehen.

Stand: 25.09.2019

Wann spricht man von Grippesaison, wann von Grippewelle?

Als Grippesaison wird der Zeitraum bezeichnet, in dem Influenzaviren hauptsächlich zirkulieren. Das ist auf der nördlichen Halbkugel üblicherweise zwischen der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) und der 20. Kalenderwoche (Mitte Mai).

Als Grippewelle wird der Zeitraum erhöhter Influenza-Aktivität bezeichnet. Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert.

Für den Beginn einer Grippewelle hat die Arbeitsgemeinschaft Influenza (siehe auch "Was ist die Arbeitsgemeinschaft Influenza im RKI?") eine virologische Definition entwickelt. Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im RKI werden kontinuierlich Proben von Patienten mit Grippesymptomen untersucht. Das Referenzzentrum prüft, ob die Erkrankungen durch Erkältungsviren (z.B. Rhinoviren, respiratorische Synzytialviren) oder durch Influenzaviren ausgelöst wurden. Stark vereinfacht kann man sagen: Wenn in jeder fünften Patientenprobe tatsächlich Influenzaviren nachgewiesen werden – die so genannte Positivenrate also bei etwa 20 % liegt – hat die Grippewelle begonnen (siehe auch "Wie wird die Grippe-Aktivität in Deutschland erfasst?", Abschnitt Virologische Surveillance). Zum Höhepunkt der Grippewelle werden bei Patienten mit Grippesymptomen dann die meisten Erkrankungen durch Influenzaviren verursacht.

Stand: 25.09.2019

Warum treten Grippewellen immer im Winter auf?

Influenzaviren sind bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft stabiler. Außerdem wird vermutet, dass die Schleimhaut der oberen Atemwege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion und das Immunsystem im Winter weniger schlagkräftig ist als im Sommer. Ein weiterer Faktor könnte auch sein, dass man sich im Winter längere Zeit zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhält. Schließlich muss für das Entstehen einer Grippewelle erstens eine genügend große Anzahl an empfänglichen Personen in der Bevölkerung vorhanden sein und zweitens (bei den oben genannten Bedingungen) ein genügend großer Eintrag an infektiösen Patienten in die empfängliche Bevölkerung erfolgen.

Die Grippewelle in Europa beginnt häufig in den südwestlichen Ländern Europas (zum Beispiel Spanien, Portugal) und setzt sich dann über Mitteleuropa nach Osteuropa fort.

In den sehr seltenen Fällen einer Influenzapandemie durch ein völlig neues Virus kann eine Grippewelle auch außerhalb des Winters kommen (siehe Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pandemie).

Stand: 25.09.2019

Welche saisonalen Grippeviren kommen bei Menschen vor?

Die saisonale Influenza wird seit Jahrzehnten von insgesamt vier Influenza-Subtypen oder –Linien verursacht: Bei Influenza Typ A die beiden Subtypen H1N1 und H3N2 (siehe "Wofür steht das H und N bei Influenza-A-Viren?"), außerdem die beiden Influenza-B-Linien B-Victoria und B-Yamagata. Von diesen vier Gruppen zirkulieren weltweit verschiedene Varianten. Von Saison zu Saison unterscheidet sich, welche Gruppe - und welche Variante davon - am häufigsten vorkommt. Referenzlaboratorien auf der ganzen Welt, in Deutschland das Nationale Referenzzentrum für Influenza im RKI, untersuchen kontinuierlich die zirkulierenden Influenzaviren und übermitteln ihre Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation, die auf dieser Basis etwa die aktuell am besten passenden Varianten der vier Virusgruppen für den Influenza-Impfstoff der kommenden Grippesaison empfiehlt (siehe Häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung).

Stand: 25.09.2019

Wofür stehen das H und das N bei Influenza A-Viren?

Die Oberfäche von Influenzaviren ist von den Proteinen Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) bedeckt, mit deren Hilfe das Virus in die Körperzellen eindringt, sich darin vermehrt und die neuen Viren wieder aus der Zelle freisetzt. Vom Hämagglutinin sind 18 Varianten bekannt (H1 bis H18), von der Neuraminidase 11 (N1 bis N11). Die verschiedenen Subtypen der Influenza A-Viren werden nach den Oberflächenproteinen benannt: Die saisonale Influenza wird seit Jahrzehnten durch die Subtypen A(H1N1) und A(H3N2) ausgelöst. Auf elektronenmikroskopischen Aufnahmen von Influenzaviren sind Hämagglutinin und Neuraminidase als Stacheln ("Spikes") auf der Oberfläche zu erkennen, jeder “Stachel“ besteht aus drei H- bzw. vier N-Molekülen. Schematische Darstellungen von Influenzaviren sind auf der Internetseite der CDC zu finden.

Stand: 25.09.2019

Kann man den Verlauf einer Grippesaison vorhersagen?

Der Verlauf einer Grippesaison lässt sich nicht vorhersagen. Es ist offen, in welcher Häufigkeit die einzelnen Influenzavirus-Subtypen oder Linien in der Grippesaison auftreten werden (siehe Frage "Welche saisonalen Grippeviren kommen bei Menschen vor?"). Auch die Zahl der Influenzaerkrankungen wie auch die Zahl der influenza-bedingten Todesfälle kann von Saison zu Saison stark schwanken. Die Einschätzung der Schwere einer Grippewelle ist erst nach der Saison möglich.

Die Influenza-Aktivität kann in verschiedenen Regionen der Welt sehr unterschiedlich verlaufen, und es lässt sich zum Beispiel von einem schweren Verlauf in einem Staat nicht auf einen ähnlichen Verlauf in einem anderen Staat schließen. Allerdings können Hinweise über eine bevorstehende Saison im eigenen Land gewonnen werden, wenn in Nachbarländern die Grippewelle schon begonnen hat. Im Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza wird deshalb auch regelmäßig über die Situation in Europa berichtet.

Stand: 25.09.2019

Wie wirken sich die verschiedenen Grippeviren auf die Grippewellen aus?

Die vier Subtypen bzw. Linien von Grippeviren (siehe auch die Frage "Welche saisonalen Grippeviren kommen bei Menschen vor?") haben viele Gemeinsamkeiten, und alle vier können das ganze Spektrum von relativ leichten zu schwereren Krankheitsverläufen und sogar Todesfällen verursachen. In mancher Hinsicht unterscheiden sich die Viren jedoch:

  • Influenza A(H1N1): Während der Influenza-Pandemie 2009 trat erstmals Influenza A (H1N1)pdm09 auf, die so genannte Schweinegrippe, und zirkuliert seitdem auch saisonal in Deutschland, zuletzt deutlich in der Saison 2018/19. Bei Grippewellen, in denen Influenza A(H1N1)pdm09-Viren dominierten, war bislang zu beobachten, dass es auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und Todesfällen gekommen ist, insbesondere beim Vorliegen von Grundkrankheiten. Insgesamt sind solche schweren Verläufe bei jungen Menschen aber selten.
  • Influenza A(H3N2): Bei Grippewellen, in denen Influenza A(H3N2)-Viren dominierten, waren in der Vergangenheit besonders ältere und hochbetagte Menschen von schweren Krankheitsverläufen betroffen (jüngstes Beispiel: Saison 2016/17). In solchen Saisons wird meist auch eine deutliche Übersterblichkeit beobachtet (siehe auch "Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?" und "Wie viele Menschen sterben jährlich an Influenza?"). A(H3N2)-Viren scheinen sich auch am schnellsten zu verändern (siehe auch "Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?"). Das bedeutet, dass die A(H3N2)-Komponente im saisonalen Grippeimpfstoff häufig angepasst werden muss – und dass viele Menschen nach wenigen Jahren erneut an den dann leicht veränderten Viren erkranken können.
  • Influenza B: Influenza B-Viren zirkulieren zeitlich oft später als Influenza A-Viren und verursachen damit eine insgesamt längere Grippewelle. Bei Typ B-Viren gibt es eine Yamagata- und eine Victoria-Linie. Bei dominanter Influenza B-Victoria-Viruszirkulation fällt auf, dass ältere Kinder (fünf bis 14 Jahre) häufiger erkranken. An Yamagata-Viren scheinen mehr Personen in den Altersgruppen ab 35 Jahre zu erkranken (z.B. während der Saison 2017/18).

Eine Übersicht der in den jeweiligen Saisons zirkulierenden Grippeviren und Exzessmortalität ist tabellarisch im Kapitel "Influenza-assoziierte Todesfallschätzungen" des Influenza-Saisonberichts dargestellt.  

Stand: 25.09.2019

Warum verlaufen die Grippewellen unterschiedlich schwer?

Die Grippewellen unterscheiden sich sehr deutlich darin, wie viele Menschen in einer Saison an Grippe erkranken, wie viele davon im Krankenhaus behandelt werden müssen oder sogar sterben. Besonders viele Menschen werden dann krank, wenn das Virus sich genetisch verändert hat und in der Vorsaison nicht schon ein großer Anteil der Bevölkerung mit dem Virus Kontakt hatte und damit gegen das Virus immun ist.

Kompliziert wird es durch die verschiedenen Subtypen, die zirkulieren (A(H3N2), A(H1N1), B, siehe dazu auch die Frage "Wie wirken sich die verschiedenen Grippeviren auf die Grippewellen aus?"). Wenn sich zum Beispiel das H3N2-Virus nicht sehr verändert, ist es nach einer schweren H3N2-dominierten Welle relativ unwahrscheinlich, dass es im folgenden Jahr wieder eine schwere H3N2-Welle gibt, da viele Menschen aufgrund einer durchgemachten Infektion vergleichsweise gut geschützt sind. Die Schwere einer Grippewelle hängt also wesentlich von der Grundimmunität der Bevölkerung und den jeweils in den Vorjahren zirkulierten Subtypen ab.

Der Einfluss der Impfung auf den Verlauf und die Schwere einer Grippewelle ist begrenzt. Zum einen ist die Impfquote vergleichsweise gering (etwa ein Viertel der Bevölkerung ist geimpft), und die Wirksamkeit der Impfung ist nicht optimal (etwa 50% der Geimpften sind geschützt). Die Wirksamkeit der Impfung schwankt zudem von Saison zu Saison und ist auch unterschiedlich je nach Alter der Geimpften und Influenzatyp bzw. -subtyp. Dennoch ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza-Erkrankung (siehe Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung).

Niedrige Temperaturen und kalte Luft können zwar die Ausbreitung von Influenzaviren begünstigen (siehe auch: "Wann beginnt eine Grippewelle?"), auf die Schwere und den Verlauf einer Grippewelle hat das Wetter jedoch praktisch keinen Einfluss.

Stand: 25.09.2019

Ist beim Karnevalfeiern das Gripperisiko erhöht?

Generell kann jeder enge persönliche Kontakt mit einem Erkrankten (selbst bei leichter Symptomatik) zu einer Infektion mit Influenzaviren führen, ob beim Karneval, bei anderen Großveranstaltungen oder dort, wo Menschen eng beisammen sind (siehe auch die Frage "Wie steckt man sich mit Influenzaviren an?"). Es gibt aber keine wissenschaftlichen Belege, dass die Feierlichkeiten in Karnevalshochburgen die Grippewelle beschleunigen oder verstärken.

Beherzigen sollte man immer - nicht nur im Karneval - die üblichen Empfehlungen zum Infektionsschutz, über die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Internetseite www.infektionsschutz.de informiert. Menschen mit Grundkrankheiten, Schwangere und über 60 Jahre alte Personen sollten bei Bedarf mit ihrem Arzt sprechen, sie sollten auf jeden Fall eine Grippeschutzimpfung haben (siehe auch die Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung). Für die Einschätzung der Gesundheitssituation vor Ort und die Bewertung etwaiger Gesundheitsrisiken bei Veranstaltungen sind die Gesundheitsämter zuständig.

Stand: 01.02.2018

Was ist die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI)?

Die AGI ist ein Netzwerk von rund 700 Haus- und Kinderärzten, die zusammen etwa ein Prozent der Bevölkerung versorgen. Sie teilen dem Robert Koch-Institut das ganze Jahr über freiwillig und ehrenamtlich wöchentlich die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen in ihrer Praxis mit. Auf dieser Grundlage ermitteln die Experten im RKI die Krankheitslast durch akute Atemwegsinfektionen in der Bevölkerung – speziell durch Influenza. Diese so genannten AGI-Sentinelpraxen bilden das Rückgrat der Influenza-Surveillance in Deutschland. Interessierte Praxen sind herzlich willkommen, sich zu beteiligen (Informationen dazu unter https://influenza.rki.de/Sentinelpraxis.aspx). Auch das Nationale Referenzzentrum für Influenza im Robert Koch-Institut beteiligt sich mit der virologischen Surveillance an der Arbeitsgemeinschaft Influenza.

Stand: 25.09.2019

Wie wird die Grippe-Aktivität in Deutschland erfasst?

Für die Einschätzung der Grippe-Aktivität sind mehrere Datenquellen erforderlich, die zusammen bewertet werden müssen. Die aktuellen Daten werden in Wochenberichten (im Sommer monatlich) auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlicht, einige Datenquellen täglich aktualisiert (unter dem Menüpunkt Diagramme). Die Einschätzung der Schwere einer Grippewelle ist erst nach der Saison möglich, der Influenzasaisonbericht erscheint üblicherweise im September.

Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz: Labore müssen gemäß Infektionsschutzgesetz Influenzavirus-Nachweise an die zuständigen Gesundheitsämter melden. Diese ermitteln weitere Informationen zum Patienten und übermitteln die Daten dann über die Landesgesundheitsbehörden an das Robert Koch-Institut. Üblicherweise nehmen Ärzte nur bei einem sehr kleinen Teil von Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen Proben aus den Atemwegen und lassen es in einem Labor testen. Seit der Influenzapandemie im Jahr 2009 wurden von Jahr zu Jahr mehr Personen untersucht, allerdings sehr unterschiedlich von Region zu Region. Für die Abschätzung der Krankheitslast sind die Daten deshalb nur bedingt geeignet, sie enthalten aber wichtige Einzelfall-Informationen, zum Beispiel zu Krankheitsverlauf und Impfstatus. Auch von Influenzaausbrüchen mit mehreren Erkrankten, zum Beispiel in Altersheimen oder in Krankenhäusern, erfahren die Gesundheitsämter durch Influenzameldungen und können dann bei der Eindämmung des Ausbruchs unterstützen.  

Krankheitslast/ARE-Aktivität: Um die Krankheitslast auf Bevölkerungsebene zu bestimmen, melden rund 500 Haus- und Kinderarztpraxen der Arbeitsgemeinschaft Influenza dem Robert Koch-Institut wöchentlich die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen – fachliche Bezeichnung: akute respiratorische Erkrankungen, ARE – und als Bezugsgröße die Zahl aller Patienten der Praxis mit. Damit kann die Krankheitslast durch ARE bestimmt werden (ARE-Aktivität).

Praxisindex: Die ARE-Aktivität wird zum einen als Praxisindex dargestellt. Der Praxisindex zeigt, wie viel mehr Patienten die Praxis während einer Grippewelle aufsuchen als in einem vergleichbaren Zeitraum ohne Grippewelle. Dafür wird für jede Arztpraxis die ARE-Aktivität in einem Zeitraum ohne Grippewelle (Herbst) berechnet und als Normalniveau angesehen. Dieses Normalniveau wird für jede Praxis auf den Wert 100 (Prozent) eingestellt, mit Sicherheitsabstand auf den Wert 115. Wenn die ARE-Aktivität in der Praxis den Wert 115 überschreitet, handelt es sich um eine erhöhte ARE-Aktivität – je nach Höhe des Werts wird die Aktivität als geringfügig, moderat, deutlich oder stark erhöht ausgewiesen. Ein Praxisindex von 200 während der Grippewelle bedeutet also praktisch doppelt so viele Arztbesuche aufgrund einer akuten respiratorischen Erkrankung wie im Herbst.

AGI-Karte: Die ARE-Aktivität wird während der Grippesaison außerdem in Form einer Karte für jede Woche räumlich aufgeschlüsselt und auf der Startseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlicht. Die Karte gibt einen Eindruck des regionalen Verlaufs der ARE-Aktivität, erlaubt aber aufgrund der Datendichte (Zahl der Sentinelpraxen) keine Beurteilung der lokalen Situation. Die Karte zeigt die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen. Wenn die Erhöhung der ARE-Aktivität hauptsächlich durch Influenzaviren verursacht wird und nur wenige andere Atemwegserreger nachgewiesen werden, stellt die ARE-Karte also die Grippe-Aktivität dar.

Konsultationsinzidenz: Die ARE-Daten werden auch als sogenannte Konsultationsinzidenz dargestellt. Das ist die geschätzte Zahl an Patienten mit einer akuten Atemwegserkrankung, die eine Arztpraxis aufsuchen, pro 100.000 Einwohner in der jeweiligen Altersgruppe pro Woche.

Die AGI-Ärzte berichten außerdem die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Arbeitsunfähigkeiten (oder Pflegebedürftigkeit) aufgrund einer ARE-Diagnose.

Virologische Surveillance: Das Nationale Referenzzentrum für Influenza im Robert Koch-Institut nimmt im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Influenza die Aufgabe der virologischen Surveillance wahr. Etwa 150 AGI-Arztpraxen senden dem Referenzzentrum überwiegend Nasenabstriche von Patienten mit typischen Influenzasymptomen. Der Anteil der Proben, in denen Influenzaviren nachgewiesen werden (die sogenannte Positivenrate), ist eine wichtige Information für die Einschätzung der bundesweiten Influenza-Aktivität. Sie ist aber auch wichtig für Ärzte, weil sie eine Einschätzung ermöglicht, wie zuverlässig eine Diagnose anhand von klinischen Symptomen gestellt werden kann. An der Positivenrate orientiert sich auch die Definition der AGI für den Beginn der Grippewelle (siehe auch "Wann spricht man von Grippesaison, wann von Grippewelle?"). Auch das Erbgut der Viren wird untersucht – so wird zum Beispiel überwacht, wie sich diese Viren genetisch verändern (siehe Frage "Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?") und wie gut der Impfstoff zu den zirkulierenden Viren passt.

Onlineportal GrippeWeb: Seit 2011 fragt das RKI über ein Onlineportal die Bevölkerung in ganz Deutschland direkt nach akuten Atemwegserkrankungen, einschließlich grippeähnlichen Symptomen (GrippeWeb, https://grippeweb.rki.de). Je mehr Teilnehmer sich registrieren und die wöchentliche Frage nach einer akuten Atemwegserkrankung beantworten, umso zuverlässiger kann der saisonale Verlauf von Atemwegserkrankungen im Allgemeinen und grippeähnlichen Erkrankungen im Besonderen verfolgt werden. Zudem helfen die Daten, den Anteil der Erkrankten abzuschätzen, die einen Arzt aufsuchen.

Krankenhaussurveillance ICOSARI: Seit 2015 werden am RKI zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den Influenza-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Entlassungsdiagnosen von Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege.

Stand: 25.09.2019

Wie viele Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Influenza?

Nach jeder Grippesaison wird die Gesamtzahl der über das erwartete Maß hinausgehenden Arztbesuche aufgrund akuter Atemwegserkrankungen geschätzt. Diese Gesamtzahl entspricht vermutlich in etwa der Zahl der Patienten, die mit einer Influenza-Erkrankungen zum Arzt gehen.

Saisonale Influenzawellen verursachen in Deutschland jährlich zwischen einer und sieben Millionen zusätzliche Arztkonsultationen, in Jahren mit starken Grippewellen auch deutlich mehr.

Daten des RKI-Bürgerportals GrippeWeb deuten darauf hin, dass jeder zweite Erkrankte mit typischen Grippesymptomen zum Arzt geht. Demnach erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und 14 Millionen Menschen an Influenza, bisweilen auch mehr. Die Zahl der Infektionen während einer Grippewelle - nicht jeder Infizierte erkrankt - wird auf 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung geschätzt, in Deutschland wären das 4 bis 16 Millionen Menschen.

Stand: 25.09.2019

Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?

Die influenzabedingte Sterblichkeit (Mortalität) kann durch statistische Verfahren aus der Zahl der Gesamttodesfälle oder aus der Zahl der als „Pneumonie oder Influenza“ kodierten Todesfälle geschätzt werden. Dieser Ansatz wird gewählt, weil bei weitem nicht alle mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle als solche erkannt oder gar labordiagnostisch bestätigt werden. Die Zahl der mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle wird – vereinfacht dargestellt – als die Differenz berechnet, die sich ergibt, wenn von der Zahl aller Todesfälle, die während der Influenzawelle auftreten, die Todesfallzahl abgezogen wird, die (aus historischen Daten berechnet) aufgetreten wäre, wenn es in dieser Zeit keine Influenzawelle gegeben hätte. Das Schätz-Ergebnis wird als sogenannte Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) bezeichnet. In Deutschland wird, wie in vielen anderen Ländern, die Zahl der Gesamttodesfälle für die Schätzung verwendet. Das Schätz-Verfahren ist im Epidemiologischen Bulletin in den Ausgaben 10/2011 und 3/2015 ausführlich erläutert.

Todesfälle mit Influenza werden im Rahmen der Meldepflicht für Influenzavirus-Nachweise an das RKI übermittelt. Diese Daten sind jedoch keine Grundlage für Hochrechnungen. Nicht bei allen Todesfällen wird auf Influenzaviren untersucht, zudem wird der Tod nach einer Influenzainfektion meist durch eine anschließende bakterielle Lungenentzündung verursacht, so dass die Influenzaviren häufig nicht mehr nachweisbar sind. Die offizielle Todesursachenstatistik ist ebenfalls nicht aussagekräftig, sie beruht auf den Angaben auf dem Totenschein, auf dem die Influenza praktisch nie als Todesursache eingetragen wird, sondern zum Beispiel die bakterielle Lungenentzündung oder eine vorbestehende Grunderkrankung wie Diabetes oder eine Herz-Kreislauferkrankung, die die Wahrscheinlichkeit eines schweren bzw. tödlichen Krankheitsverlaufs erhöht.

Stand: 25.09.2019

Wie viele Menschen in Deutschland sterben jährlich an Influenza?

Das höchste Risiko für schwere Verläufe und Todesfälle haben ältere Menschen. Die Zahl der Todesfälle kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken, von mehreren hundert bis über 20.000.

Für manche Grippesaisons ergibt die Schätzung keine Übersterblichkeit oder Exzess-Mortalität (siehe Frage "Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?"). In solchen Saisons werden aber immer laborbestätigte Influenza-Todesfälle im Rahmen der Meldepflicht für Influenzavirus-Nachweise an das RKI übermittelt, meist mehrere hundert. Für die Schätzung einer Exzessmortalität jedoch ist in diesen Saisons die Differenz zu der für diesen Zeitraum erwarteten Gesamtmortalität ohne Influenzaviruszirkulation zu klein. Die Zahl der dem RKI übermittelten Influenza-Todesfälle gemäß Infektionsschutzgesetz der vergangenen Grippesaison und eine Übersicht der geschätzten Todesfälle der vergangenen Jahre ist im jährlichen Influenza-Saisonbericht enthalten, der üblicherweise im September veröffentlicht wird.

Stand: 25.09.2019

Wie ist das Krankheitsbild der Influenza?

Die Influenza-typische Symptomatik (influenza-like illness, kurz ILI) ist oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen gekennzeichnet. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch. Als Faustregel gilt: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit den genannten Symptomen, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik (wie bei Erkältungs­krank­hei­ten) und ein Drittel entwickelt gar keine Symptome. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen, kann in Abhängigkeit von Komplikationen und Risikofaktoren jedoch auch deutlich länger sein. Zu den besonders betroffenen Gruppen siehe RKI-Ratgeber.

Influenzabedingte Todesfälle werden meist durch eine bakterielle Lungen­entzündung verursacht, nachdem die Influenza­viren die Lunge vorgeschädigt haben. Es gibt auch virale Lungenentzündungen – in diesen Fällen kann das Influenzavirus direkt und ohne bakterielle Super-Infektion zu einer schweren Erkrankung oder sogar zum Tod führen (siehe auch RKI-Ratgeber, Abschnitt Klinische Symptomatik).

Stand: 16.12.2016

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Influenza-Erkrankung?

Eine Erkältung wird oft als "grippaler Infekt" bezeichnet, hat mit der echten Grippe (Influenza) jedoch nichts zu tun. Eine Influenza-Erkrankung wird durch Influenzaviren ausgelöst. Sie kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krank­heits­ge­fühl, verbunden mit Muskel- und/oder Kopf­schmer­zen und Reizhusten, einhergehen (siehe "Wie ist das Krank­heits­bild der Influenza?"). Sie kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen. Gegen die Grippe kann man sich impfen lassen und im Erkrankungsfall stehen spezifische antivirale Arzneimittel für die Therapie zur Verfügung (siehe FAQ zur Grippeschutzimpfung).

Erkältungen dagegen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (z.B. Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Zu den Symptomen zählen Hals­schmer­zen, Schnupfen und Husten, seltener auch erhöhte Temperatur oder Fieber. In Einzel­fällen, etwa bei immunsupprimierten Menschen und Klein­kin­dern, kann jedoch auch eine Erkältung zu schweren Komplikationen führen. Impfstoffe gegen Erkältungsviren gibt es nicht.

Es ist oft nicht möglich, Influenza und Erkältung anhand der Symptome zu unterscheiden. Für Ärzte ist es daher auch wichtig zu wissen, welche Viren gerade in der Bevölkerung zirkulieren. Mitten in der Grippewelle ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient an Grippe erkrankt ist, auch bei milder Symptomatik hoch. Informationen zu zirkulierenden Atemwegsviren sind auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) abrufbar. Für Hinweise, wann eine Labordiagnostik empfohlen wird, siehe Frage "Wie kann eine Influenza-Erkrankung diagnostiziert werden?"  

Stand: 25.09.2019

Wie steckt man sich mit Influenzaviren an?

Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch virushaltige Tröpfchen, wenn sie insbesondere beim Husten oder Niesen von Erkrankten ausgeschieden werden und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von empfänglichen Personen gelangen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind.

Stand: 25.09.2019

Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten und wie lange sind Patienten ansteckend?

Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage. Das ist die Zeitspanne, die durchschnittlich vergeht, bis nach einer Infektion mit Influenzaviren die ersten Symptome wie Fieber oder Muskelschmerzen auftreten.

Ein Erkrankter kann prinzipiell andere Menschen infizieren, solange er vermehrungsfähige Viren ausscheidet, wobei die Menge der ausgeschiedenen Viren mit der Stärke der Symptome korreliert, das heißt zu Beginn der Erkrankung mehr und bei nachlassender Symptomatik immer weniger. Dies ist im Mittel nach vier bis fünf Tagen ab Auftreten der ersten Symptome der Fall. Eine längere Ausscheidungsdauer ist aber möglich, vor allem bei Immunsupprimierten und schwerer Erkrankten. Bei Patienten im Krankenhaus, die häufig chronische Vorerkrankungen und einen schweren Verlauf haben, ergab eine Studie z.B. eine mittlere Ausscheidungsdauer von sieben Tagen. Eine Virusausscheidung schon vor Symptombeginn ist möglich.

Stand: 06.09.2018

Wie kann eine Influenza-Erkrankung diagnostiziert werden?

Während der Grippewelle können Ärzte aufgrund klinischer Merkmale und Symptome relativ zuverlässig die Erkrankung diagnostizieren, ohne dass zusätzliche Labortests durchgeführt werden müssen. In Einzelfällen können frühzeitige Laboruntersuchungen aber Therapieentscheidungen unterstützen, wenn sich z.B. Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf vorstellen, die eventuell keine typische Influenzasymptomatik entwickeln (z.B. ältere Menschen, Personen mit chronischen Vorerkrankungen wie Diabetes oder Patienten unter immunsupprimierender Therapie). Wichtig ist die Erregerdiagnostik auch bei respiratorischen Ausbrüchen in Alters- und Pflegeheimen.

In diesen Fällen können Influenzaviren mit der so genannten PCR-Methode zuverlässig nachgewiesen und charakterisiert werden. Dabei werden charakteristische Abschnitte im Erbgut des Virus nachgewiesen. Zur Diagnose sollte ein Rachen- oder Nasenabstrich möglichst rasch nach Beginn der Erkrankung von einem Arzt entnommen und an ein Labor eingesandt werden. Im Rahmen der virologischen Influenzaüberwachung der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) werden außerdem auch vor dem Beginn, im Verlauf und am Ende der Erkrankungswelle systematisch Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen labordiagnostisch untersucht (siehe auch die Fotogalerie zur Influenzavirus-Diagnostik und –Charakterisierung)

In Einzelfällen kann für den behandelnden Arzt eine schnelle Diagnostik durch einen Influenza-Schnelltest (Antigentest) hilfreich sein – etwa, um zu entscheiden, ob ein Patient mit einer Vorerkrankung rasch ein Grippemedikament einnehmen sollte. Wenn der Schnelltest während der Grippewelle positiv ausfällt, kann man davon ausgehen, dass eine Influenzaerkrankung vorliegt (hohe Spezifität). Der Test erkennt Influenzaerkrankungen jedoch nicht immer zuverlässig: wenn das Testergebnis also negativ ausfällt, kann man nicht sicher sein, dass tatsächlich keine Influenzaerkrankung vorliegt (mäßige Sensitivität).

Stand: 25.09.2019

Was sollte man tun, wenn man befürchtet, an einer Influenza erkrankt zu sein?

Bei einer akuten Atemwegserkrankung, der eine Influenza zugrunde liegen könnte, sollten vor allem folgende Personengruppen eine Ärztin oder einen Arzt ansprechen, wenn:

  • eine chronische Erkrankung oder Schwangerschaft vorliegt, oder die Betroffenen sehr jung (Kinder unter zwei Jahren) oder schon älter (über 60 Jahre) sind;
  • ein schweres Krankheitsgefühl oder –verlauf auftritt.

Auf dem Weg zur Praxis sollte enger Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden. Grundsätzlich sollten beim Husten oder Niesen Mund beziehungsweise Nase bedeckt sein. Empfohlen wird, in den Ärmel zu husten oder zu niesen (siehe auch Frage "In welchen Situationen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung zum Schutz vor akuten respiratorischen Infektionen sinnvoll?"). Es sollten Einmaltaschentücher verwendet werden. Allgemeine Verhaltenshinweise sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abrufbar (www.infektionsschutz.de).

Stand: 30.01.2020

Was sollten an Influenza Erkrankte beachten?

Betroffene sollten (enge) Kontakte zu anderen Menschen möglichst vermeiden oder mindestens zwei Meter Abstand halten. Vor allem zu Kindern, chronisch Kranken, Schwangeren und älteren Leuten sollte der Kontakt minimiert werden. Die besonders gute Einhaltung einer persönlichen Hygiene ist wichtig, insbesondere häufiges Händewaschen. Erkrankte sollte in den Ärmel husten oder niesen, nicht in die Hand. Es sollten Einwegtaschentücher verwendet und am besten in einen Mülleimer oder Behälter entsorgt werden, damit die Taschentücher nicht zur "Virenschleuder" werden. Während der akuten Phase der Erkrankung sollte man zu Hause bleiben. Der Partner sollte, wenn möglich, in einem anderen Zimmer schlafen. Regelmäßiges Lüften ist sinnvoll, denn frische Luft ist wichtig für das Immunsystem und verringert die Zahl der potentiell erregerhaltigen feinsten Tröpfchen in der Luft. Regelmäßiges Fiebermessen hilft, um Veränderungen der Symptome, insbesondere Verschlechterungen, frühzeitig festzustellen. Wenn die Beschwerden zunehmen, sollte der Arzt (erneut) konsultiert werden, dies gilt insbesondere für Kinder, chronisch Kranke, Schwangere und ältere Menschen.

Stand: 25.09.2019

Was sollte man tun, wenn man Kontakt zu Erkrankten hat?

Das Risiko einer Ansteckung mit einem Influenza-Virus ist bei engen Kontakten größer als bei flüchtigen Begegnungen. Als enge Kontaktpersonen werden Menschen bezeichnet, die mit Erkrankten im selben Haushalt leben, die Patienten ohne adäquaten Schutz pflegen oder sonstigen engen Kontakt mit Erkrankten hatten. Gerade für Haushaltskontakte lässt sich eine Übertragung nur begrenzt vermindern, z.B. durch getrenntes Schlafen oder die räumlich/zeitlich getrennte Einnahme der Mahlzeiten. Weitere Hinweise sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abrufbar (https://www.bzga.de/themenschwerpunkte/infektionsschutz/).

Stand: 20.09.2016

In welchen Situationen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung zum Schutz vor akuten respiratorischen Infektionen sinnvoll?

Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung signifikant verringert, ist nicht wissenschaftlich belegt (kein Eigenschutz).
Nur in besonderen Situationen, z.B. bei der Pflege von erkrankten Personen, kann ein Mund-Nasen-Schutz das Infektionsrisiko des Pflegenden reduzieren.

Dagegen kann es sinnvoll sein, dass an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Personen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen. Dadurch kann das Risiko einer Übertragung auf andere Personen durch Tröpfchen verringert werden (Fremdschutz). Für die optimale Wirksamkeit ist es aber wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern respiratorischer Infektionen sind eine korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes (ca. ein Meter) von krankheitsverdächtigen Personen, ergänzt durch eine gute Händehygiene.

Stand: 29.01.2020

Was sollte man übers Impfen wissen?

Informationen zur Impfung gegen Influenza sind in eigenen Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Grippeschutzimpfung zu finden. Die fachlichen Informationen sind unter www.rki.de/influenza-impfung zu finden. Detaillierte Informationen zu allen in Deutschland zugelassenen Impfstoffen sind auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts/Bundesinstitut und Impfstoffe und biologische Arzneimittel abrufbar unter www.pei.de/influenza-impfstoffe. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert unter www.impfen-info.de über die Grippeschutzimpfung und stellt Materialien zur Verfügung. 

Stand: 25.09.2019

Was kann man außer der Influenzaimpfung noch tun, um eine Grippeerkrankung zu vermeiden?

Kein Impfstoff schützt 100 Prozent der Geimpften. Bei Untersuchungen zur Wirksamkeit der Impfung waren durchschnittlich 40 bis 60 von 100 geimpften Personen vor einer (labordiagnostisch bestätigten) Grippe geschützt. Die Wirksamkeit der Impfung gegen eine laborbestätigte Influenza wird jährlich vom RKI untersucht und im Saisonbericht veröffentlicht. Vor allem Personengruppen, deren Immunsystem schwächer ist - zum Beispiel ältere Menschen - sprechen auf die Impfung weniger gut an (siehe auch Häufig gestellte Fragen zur saisonalen Influenzaimpfung).

Zusätzlich zur Grippeschutzimpfung sollten daher weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Ansteckungsrisiko mit Influenzaviren zu verringern. Dazu gehört zum Beispiel das Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Beispielsweise könnten Großeltern den Besuch bei ihren Enkelkindern verschieben, wenn diese gerade eine akute Atemwegserkrankung haben. Regelmäßiges gründliches Händewaschen kann das Risiko einer Atemwegsinfektion ebenfalls vermindern.

Stand: 25.09.2019

Welche spezifische Therapie steht zur Verfügung?

Zur ursächlichen Behandlung der Influenza stehen die Neu­ra­mi­ni­da­se­hemmer Oseltamivir (Tamiflu(R)), Zanamivir (Relenza(R)) und Peramivir (Alpivab (R)) zur Verfügung. Der aktuelle wissen­schaft­liche Stand zu Thera­pie­mög­lich­kei­ten bei Influenza ist in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt (2016; 113 (47)) zusammengefasst.

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im Robert Koch-Institut wird die Empfindlichkeit der in Deutschland zirkulierenden Influen­za­viren gegenüber antiviralen Wirkstoffen überwacht. Über die Ergebnisse wird in den Influenza-Wochen­be­richten und im Saisonbericht der Arbeits­ge­mein­schaft Influenza kontinuierlich informiert.

Stand: 25.09.2019

Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?

Als Mutationen werden Veränderungen im Erbgut bezeichnet, die in unterschiedlichem Ausmaß bei allen Mikroben vorkommen. Bei Influenzaviren können Mutationen besonders leicht entstehen: Sie gehören zur Gruppe der so genannten RNA-Viren, bei denen die üblichen Kopierfehler beim Vermehren der Erbsubstanz nicht repariert werden. Vor allem das Oberflächenmolekül Hämagglutinin (H oder HA) verändert sich stetig in geringem Umfang (Antigendrift, siehe "Was bedeuten das H und das N bei Influenza-A-Viren?"). Hämagglutinin ist für die Erkennung durch das Immunsystem entscheidend. Durch die Antigendrift entstehen regelmäßig neue Varianten, die es erforderlich machen, den Impfstoff gegen die saisonale Influenza jeden Winter neu anzupassen (siehe "Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung"). Zu Mutationen, die eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen ein Medikament verursachen können, siehe "Welche spezifische Therapie steht zur Verfügung?".

Eine Besonderheit von Influenzaviren ist, dass ihr Erbgut in einzelnen Abschnitten vorliegt. Diese Erbgutsegmente können bei gleichzeitiger Infektion einer Wirtszelle mit zwei unterschiedlichen Influenzaviren ausgetauscht werden. Die entstehenden "Virusnachkommen" können wegen des neuen "Bauplans" im Erbgut andere Kombinationen von (Oberflächen-)Eiweißmolekülen tragen (Antigenshift oder Reassortment).

Die Überwachung der genetischen Eigenschaften von Influenzaviren wird in Deutschland insbesondere im Nationalen Referenzzentrum für Influenza durchgeführt, das am Robert Koch-Institut angesiedelt ist. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza informiert regelmäßig darüber.

Stand: 25.09.2019

Wo kann man sich weiter informieren?

Zuständig für Gesundheitsschutz sind die Bundesländer, für Maß­nah­men vor Ort die Gesundheitsämter. Bei besonderen akuten Geschehen werden häufig Hotlines eingerichtet. Informationen für Bürger zur Influenza und zur Influenzaimpfung bietet die Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung an, unter www.impfen-info.de und www.infektionsschutz.de. Die bundesweite Informations-Plattform für die Fachöffentlichkeit ist www.rki.de/influenza.

Vom RKI erstellte Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt es auch zu den Themen Grippeschutzimpfung, Influenzapandemie und zoonotischen Influenza (Vogelgrippe). Die Einstiegsseite zu allen Informationen über Influenza, zoonotische Influenza und Influenzapandemie ist auf den RKI-Seiten in der Rubrik Infektionskrankheiten A-Z zu finden.

Stand: 25.09.2019

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.