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Schutzimpfung gegen Pertussis: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 25.06.2020

Wer sollte gegen Pertussis geimpft sein?

Die Pertussis-Impfung ist für alle Säuglinge und Kleinkinder wie in den aktuellen STIKO-Empfehlungen erläutert empfohlen.

Die STIKO empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Pertussis möglichst mit Kombinationsimpfstoffen durchzuführen, um dem Säugling Impftermine und Impfungen zu ersparen. Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird (2-, 3-, 5- oder 6-fach Impfstoffe), sind unterschiedliche Impfschemata zu verwenden.

Seit dem 25.06.2020 empfiehlt die STIKO bei Verwendung des 6-fach Impfstoffs für die Grundimmunisierung bei reifgeborenen Säuglingen das neue reduzierte 2+1-Impfschema. Reifgeborene Säuglinge erhalten somit drei 6-fach-Impfungen: Die ersten beiden Impfungen der 6-fach-Impfung im Alter von 2 und 4 Monaten (= 2 Dosen im Abstand von 2 Monaten zueinander), die dritte Impfung im Alter von 11 Monaten (+1 Dosis im Abstand von 6 Monaten zur zweiten Impfung). Um einen Langzeitschutz gegen Pertussis aufzubauen, ist es besonders wichtig, zwischen der zweiten und dritten Impfung einen Abstand von 6 Monaten einzuhalten und diesen Abstand nicht zu unterschreiten.
Bei diesem neuen Impfschema entfällt die bisherige Impfstoffdosis im 3. Lebensmonat (ehemals „3+1“-Schema).
Frühgeborene, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, sollen aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems die 6-fach-Impfung auch weiterhin nach dem bisher empfohlenen 3+1-Impfschema mit vier Impfstoffdosen geimpft werden und zwar im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten. Zwischen den ersten drei Impfstoffdosen soll jeweils ein Mindestabstand von 4 Wochen liegen; zwischen der dritten und vierten Impfstoffdosis ist ein Mindestabstand von 6 Monaten einzuhalten.

Bereits begonnene Impfserien unter Verwendung des 6-fach Impfstoffs, bei denen die ersten beiden Impfstoffdosen im Abstand von einem Monat verabreicht wurden, müssen nach dem 3+1-Schema beendet werden.
Für die 6-fach-Impfung nach dem 2+1-Schema stehen zurzeit die folgenden Impfstoffe zur Verfügung: Hexyon, Infanrix hexa und Vaxelis. Von den 5-fach-Impfstoffen ist nur Infanrix-IPV+Hib für ein 2+1-Impfschema zugelassen.
Die anderen 5-fach Impfstoffe sind nur unter Verwendung eines 3+1-Impfschemas zugelassen.

Die STIKO weist daraufhin, dass ein rechtzeitiger Beginn der Impfserie und das Einhalten der empfohlenen Impftermine für einen sicheren Impfschutz besonders wichtig sind.

Näheres siehe in den aktuellen Empfehlungen der STIKO und unter Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Impfschema.

Auffrischimpfungen sind im Vorschul- und Jugendalter empfohlen. Erwachsene sollten bei der nächsten fälligen Tetanus- und Diphtherie-Auffrischung zusätzlich gegen Pertussis geimpft werden. Um ihr neugeborenes Kind in den ersten Lebensmonaten vor einer Keuchhusten-Erkrankung zu schützen, sollen schwangere Frauen möglichst früh im dritten Trimenon gegen Pertussis geimpft werden. Wenn eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, soll die Impfung ins 2. Trimenon vorgezogen werden.

Stand: 25.06.2020

Sollten sich auch Erwachsene gegen Pertussis impfen lassen?

Alle Erwachsenen sollten einmalig gegen Pertussis geimpft werden. Die Pertussisimpfung sollte bei der nächsten fälligen Td-Impfung (Tetanus-Diphtherie-Impfung) als Tdap-Kombinationsimpfung verabreicht werden.

Um ihr neugeborenes Kind in den ersten Lebensmonaten vor Pertussis zu schützen, sollen Schwangere möglichst früh im 3. Trimenon gegen Pertussis geimpft werden. Wenn eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, soll die Impfung ins 2. Trimenon vorgezogen werden.

Zudem sollten enge Haushaltskontaktpersonen und Betreuer vor der Geburt eines Kindes, die in den letzten 10 Jahren keine Pertussisimpfung erhalten haben, (möglichst bis 4 Wochen vor der anstehenden Geburt) eine Pertussis-Impfung erhalten. Beschäftigten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen wird die Pertussisimpfung von der STIKO als Indikationsimpfung alle zehn Jahre empfohlen.

Durch die Impfung von Erwachsenen gegen Pertussis werden primär Pertussiserkrankungen bei den geimpften Personen selbst verhindert. Indirekt werden aber auch die Kontakte der geimpften Personen geschützt. Dies ist vor allem für Säuglinge von Bedeutung. Säuglinge können erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat gegen Pertussis geimpft werden und besitzen keinen natürlichen Nestschutz gegen die Krankheit. Deshalb ist die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft so wichtig. Der Impfschutz von Personen, die Säuglinge umgeben, bietet einen zusätzlichen Schutz.

Stand: 25.06.2020

Warum soll in der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft werden?

Durch eine Pertussis-Impfung während der Schwangerschaft kommt es zur Bildung von Antikörpern, die sowohl die werdende Mutter als auch das Neugeborene vor dieser Krankheit schützen.

Weltweit ist Pertussis trotz hoher Impfquoten bei Kindern eine häufige Erkrankung. In Deutschland werden jährlich rund 12.000 Pertussis-Erkrankungen an das Robert Koch-Institut übermittelt. Säuglinge sind besonders gefährdet. Bei ihnen kann eine Infektion zu Apnoen (Atemstillstand), Pneumonien (Lungenentzündungen), Otitiden (Ohrenentzündungen), Enzephalopathien (Funktionsstörungen des Gehirns) und bedingt durch eine extreme Lymphozytose (erhöhte Anzahl der Lymphozyten), auch zu Lungenhochdruck führen. Das Risiko für Krankheitskomplikationen ist im ersten Lebenshalbjahr am höchsten, wobei Säuglinge unter 2 Monaten den höchsten Anteil von schweren und in seltenen Fällen sogar tödlichen Verläufen aufweisen. Eine Impfung ist erst ab dem Alter von 2 Monaten möglich und erst nach mindestens zwei Impfstoffdosen wird ein ausreichender Schutz bei der Mehrzahl der Säuglinge aufgebaut. In Deutschland traten in den letzten Jahren bei Säuglingen bis zum Alter von 3 Monaten rund 200 Erkrankungen jährlich auf, die meisten Säuglinge müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei der Mehrzahl schwangerer Frauen in westlichen Ländern die Pertussis-spezifischen Antikörperkonzentrationen sehr niedrig sind, selbst wenn sie in den ein bis zwei Jahren vor der Schwangerschaft geimpft worden waren. Dies liegt daran, dass diese Antikörper nach der Impfung recht schnell abnehmen. Auch eine durchgemachte Erkrankung führt nicht zu einer anhaltenden Immunität. Daher ist ein Nestschutz für den Säugling in den ersten Lebensmonaten durch eine Übertragung von mütterlichen Pertussis-Antikörpern vor der Geburt sehr unwahrscheinlich. Eine Impfung während der Schwangerschaft führt dagegen zu hohen Antikörperkonzentrationen bei der werdenden Mutter und dem Neugeborenen. Eine Vielzahl von Studien haben belegt, dass Säuglinge von Müttern, die in ihrer Schwangerschaft eine Pertussis-Impfung erhalten hatten, deutlich seltener an Pertussis erkranken als Säuglinge von Müttern, die keine Impfung während der Schwangerschaft erhalten hatten. Die Effektivität der mütterlichen Impfung, in den ersten 2 bis 3 Lebensmonaten ihres Säuglings vor einer Pertussis zu schützen, lag in den meisten Studien bei ca. 90%.

Um ihr neugeborenes Kind in den ersten Lebensmonaten zuverlässig vor Pertussis zu schützen, sollen schwangere Frauen sich daher möglichst früh im dritten Trimenon gegen Pertussis impfen lassen. Wenn eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, soll die Impfung ins 2. Trimenon vorgezogen werden.

Literaturhinweis
Vygen-Bonnet S, Hellenbrand W, Garbe E, von Kries R, Bogdan C, Heininger U, et al. Safety and effectiveness of acellular pertussis vaccination during pregnancy: a systematic review. BMC Infect Dis. 2020;20(1):136.

Stand: 25.06.2020

Warum soll in jeder Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft werden?

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die in der Frühschwangerschaft oder 1-2 Jahre vor der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft worden waren, nur eine unzureichende, Pertussis-spezifische Antikörperkonzentration im Nabelschnurblut aufweisen. Der Säugling ist daher nicht ausreichend mitgeschützt. Andere Studien belegen, dass die mütterlichen Antikörper schon 12 Monate nach der Pertussis-Impfung wieder stark abgefallen sind und im Falle einer erneuten Schwangerschaft ohne Auffrischungs-Impfung für den passiven Schutz des Kindes nicht hoch genug wären. Daher sollte – wie auch in anderen Ländern empfohlen in jeder Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft werden.

Literaturhinweis

Vygen-Bonnet S, Hellenbrand W, Garbe E, von Kries R, Bogdan C, Heininger U, et al. Safety and effectiveness of acellular pertussis vaccination during pregnancy: a systematic review. BMC Infect Dis. 2020;20(1):136.

Stand: 26.03.2020

Wie sicher ist eine Impfung gegen Pertussis mit den zugelassenen Tdap-Impfstoffen in der Schwangerschaft?

Eine Pertussis-Impfung während der Schwangerschaft ist genauso sicher wie eine Impfung vor einer Schwangerschaft.

Bei schwangeren Frauen führt eine Impfung mit einem Tdap-Impfstoff zu einem ähnlichen Nebenwirkungsspektrum wie bei nicht schwangeren Frauen. Im Vordergrund stehen dabei lokale Nebenwirkungen wie Rötungen, leichte Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle, die häufiger vorkommen können. Auch systemische Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskel- und Gliederschmerzen oder Fieber können vorkommen, klingen aber nach wenigen Tagen wieder ab. Negative Effekte auf den Schwangerschaftsverlauf oder auf das Neugeborene wurden nicht beobachtet, weder in einer Vielzahl von Beobachtungsstudien noch in der Überwachung von Impfnebenwirkungen in Ländern, die wie England oder USA schon seit vielen Jahren Frauen in der Schwangerschaft impfen.

Literaturhinweis

Vygen-Bonnet S, Hellenbrand W, Garbe E, von Kries R, Bogdan C, Heininger U, et al. Safety and effectiveness of acellular pertussis vaccination during pregnancy: a systematic review. BMC Infect Dis. 2020;20(1):136.

Stand: 26.03.2020

Ist eine Impfung gegen Pertussis auch sicher, wenn sie in jeder Schwangerschaft erfolgt?

Frauen, die mehr als einmal schwanger werden, bekommen nach der neuen Empfehlung ggf. in kurzen Abständen eine Tdap-Impfung. In den verfügbaren Studien wurden schwangerschaftsbezogene und perinatale unerwünschte Nebenwirkungen nicht häufiger beobachtet, wenn in einer vorangegangenen Schwangerschaft bereits eine Tdap-Impfung verabreicht worden war. Auch wenn bereits kurz vor einer Schwangerschaft eine Tdap-Impfung erfolgte und dann nochmals in der Schwangerschaft, traten unerwünschte Nebenwirkungen wie Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle nicht häufiger auf als bei Frauen, deren letzte Tdap-Impfung länger zurück lag.

Literaturhinweis

Vygen-Bonnet S, Hellenbrand W, Garbe E, von Kries R, Bogdan C, Heininger U, et al. Safety and effectiveness of acellular pertussis vaccination during pregnancy: a systematic review. BMC Infect Dis. 2020;20(1):136.

Stand: 26.03.2020

Welche Möglichkeiten gibt es, ältere Kinder und Erwachsene, die keine Grundimmunisierung gegen Pertussis haben, gegen Pertussis zu impfen, nachdem der monovalente Impfstoff nicht mehr verfügbar ist?

Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO, die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung zu verabreichen (bei entsprechender Indikation als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung). Da ein monovalenter Pertussis-Impfstoff nicht mehr zur Verfügung steht, wird die Gabe von Kombinationsimpfstoffen zu den jeweiligen Impfterminen empfohlen. Eine einmalige Impfung mit einem Tdap-Impfstoff (Tetanus-, Diphtherie- und azellulärem Pertussisimpfstoff mit reduziertem Diphtherie- und Pertussis Antigengehalt) führt bei über 10-jährigen, ungeimpften Personen ohne Pertussis-Erkrankung in der Anamnese zu ähnlichen Antikörper-Antworten, wie sie nach einer Dosis eines Tdap-Impfstoffes bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Grundimmunisierung im Säuglings- und Kleinkindalter beobachtet wurden [1]. Diese Impfung ist im Rahmen der Zulassungen der verfügbaren ap-haltigen Kombinationsimpfstoffe (Tdap, Tdap-IPV (inaktivierter Poliomyelitisimpfstoff)) für ältere Kinder und Erwachsene auch möglich. Bei bestehender Indikation zur Pertussis-Impfung kann ein Tdap-Kombinationsimpfstoff verwendet werden, auch wenn in einem Zeitraum von weniger als 5 Jahren zuvor ein Td-haltiger Impfstoff verimpft worden ist. Verschiedene Studien [2-5] haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei der Impfung von tetanushaltigen Impfstoffen in Intervallen kürzer als 5 Jahre (ab 1 Monat) allenfalls geringfügig erhöht ist. Darauf wird auch in den Fachinformationen eines der ap-haltigen Kombinationsimpfstoffe (Covaxis®) hingewiesen.

Literatur

[1] Knuf M, Zepp F, Meyer C, Grzegowski E, Wolter J, Riffelmann M et al. Immunogenicity of a single dose of reduced-antigen acellular pertussis vaccine in a non-vaccinated adolescent population. S92 2006 March 15;24(12):2043-8.

[2] Beytout J, Launay O, Guiso N, Fiquet A, Baudin M, Richard P et al. Safety of Tdap-IPV given 1 month after Td-IPV booster in healthy young adults: A placebo-controlled trial. HumanVaccines 2009;5(5):in press.

[3] David ST, Hemsley C, Pasquali PE, Larke B, Buxton JA, Lior LY. Enhanced surveillance for vaccine-associated adverse events: dTaP catch-up of high school students in Yukon. Canada Communicable Disease Report 2005;31(11):117-26.

[4] Halperin SA, Sweet L, Baxendale D, Neatby A, Rykers P, Smith B et al. How Soon After a Prior Tetanus-Diphtheria Vaccination Can One Give Adult Formulation Tetanus-Diphtheria-Acellular Pertussis Vaccine? Pediatr Infect Dis J 2006 March;25(3):195-200.

[5] National Advisory Committee on Immunization (NACI). Interval Between Administration of Vaccines Against Diphtheria, Tetanus, and Pertussis. Canada Communicable Disease Report 2005;31(ACS-9):17-24.

Stand: 25.06.2020

Ist eine Erkrankung trotz Impfung möglich?

Impfungen stellen eine wirksame, sichere und kostengünstige Möglichkeit zur Verhinderung von Infektionskrankheiten dar. Wie bei anderen Methoden in der Medizin ist ihre Wirksamkeit nicht 100%ig. Persönliche Faktoren wie Alter, Geschlecht, Grunderkrankungen etc. sind für die individuelle Reaktion auf Impfungen entscheidend. Die sichere Wirksamkeit von Impfungen wird durch die Einhaltung des angegebenen Impfschemas ermöglicht. Die volle Wirksamkeit der Impfung ist erst nach Abschluss der Grundimmunisierung erreicht. Auffrischungsimpfungen sind erforderlich, um einem nach Jahren schwächer werdenden Immunschutz entgegen zu wirken. Es besteht aber trotz Impfung die Möglichkeit zu erkranken.

Stand: 14.11.2012

Wann besteht nach Impfung ein Schutz gegen Pertussis-Erkrankungen?

Der Pertussis-Impfstoff ist gut verträglich. Die komplette Impfserie mit einem Kombinationsimpfstoff für Säuglinge und Kleinkinder besteht aus drei Injektionen. Bereits nach der ersten Dosis besteht für Säuglinge ein um ca. 40% niedrigeres Erkrankungsrisiko als für ungeimpfte Säuglinge. Nach der zweiten Impfung steigt der Immunschutz auf >80% Nach Vollendung der Grundimmunisierung mit der dritten Impfung ist in über 90% der Fälle ein Immunschutz vorhanden. Es ist besonders wichtig, dass die Keuchhustenimpfung frühestmöglich begonnen wird, damit ein Impfschutz bei der Mehrzahl der Säuglinge ab dem 5. Lebensmonat besteht.

In den ersten Lebensmonaten kann ein Immunschutz bei Säuglingen nur durch die empfohlene Pertussisimpfung in der Schwangerschaft erreicht werden. Die mütterlichen Antikörper nehmen jedoch schnell ab, so dass dann erst nach den ersten beiden Impfdosen ab dem Alter von 5 Monaten wieder für die meisten Säuglinge ein Immunschutz erreicht wird. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass insbesondere Geschwisterkinder oder Familienangehörige, die Überträger des Keuchhustens sein können, ebenfalls vor der Erkrankung geschützt sind. So sollten in einer Familie mit einem Säugling alle Kontaktpersonen einen aktuellen Keuchhustenimpfschutz haben, damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Säugling ansteckt, gemindert wird.

Die STIKO empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Pertussis möglichst mit Kombinationsimpfstoffen durchzuführen, um dem Säugling Impftermine und Impfungen zu ersparen. Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird (2-, 3-, 5- oder 6-fach Impfstoffe), sind unterschiedliche Impfschemata zu verwenden.

Seit dem 25.06.2020 empfiehlt die STIKO bei Verwendung des 6-fach Impfstoffs für die Grundimmunisierung bei reifgeborenen Säuglingen das neue reduzierte 2+1-Impfschema. Reifgeborene Säuglinge erhalten somit drei 6-fach-Impfungen: Die ersten beiden Impfungen der 6-fach-Impfung im Alter von 2 und 4 Monaten (= 2 Dosen im Abstand von 2 Monaten zueinander), die dritte Impfung im Alter von 11 Monaten (+1 Dosis im Abstand von 6 Monaten zur zweiten Impfung). Um einen Langzeitschutz gegen Hib aufzubauen, ist es besonders wichtig, zwischen der zweiten und dritten Impfung einen Abstand von 6 Monaten einzuhalten und diesen Abstand nicht zu unterschreiten.
Bei diesem neuen Impfschema entfällt die bisherige Impfstoffdosis im 3. Lebensmonat (ehemals „3+1“-Schema).
Frühgeborene, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, sollen aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems die 6-fach-Impfung auch weiterhin nach dem bisher empfohlenen 3+1-Impfschema mit vier Impfstoffdosen geimpft werden und zwar im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten. Zwischen den ersten drei Impfstoffdosen soll jeweils ein Mindestabstand von 4 Wochen liegen; zwischen der dritten und vierten Impfstoffdosis ist ein Mindestabstand von 6 Monaten einzuhalten.

Bereits begonnene Impfserien unter Verwendung des 6-fach Impfstoffs, bei denen die ersten beiden Impfstoffdosen im Abstand von einem Monat verabreicht wurden, müssen nach dem 3+1-Schema beendet werden.
Für die 6-fach-Impfung nach dem 2+1-Schema stehen zurzeit die folgenden Impfstoffe zur Verfügung: Hexyon, Infanrix hexa und Vaxelis. Von den 5-fach-Impfstoffen ist nur Infanrix-IPV+Hib für ein 2+1-Impfschema zugelassen.
Die anderen 5-fach Impfstoffe sind nur unter Verwendung eines 3+1-Impfschemas zugelassen.

Die STIKO weist daraufhin, dass ein rechtzeitiger Beginn der Impfserie und das Einhalten der empfohlenen Impftermine für einen sicheren Impfschutz besonders wichtig sind.

Näheres siehe in den aktuellen Empfehlungen der STIKO und unter Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Impfschema.

Stand: 25.06.2020

Besteht nach durchgemachter Erkrankung ein lebenslanger Schutz?

Auch nach Pertussis-Erkrankung besteht keine lebenslange Immunität, sondern ein Schutz für maximal 10 bis 20 Jahre. Die erste Auffrischimpfung für Kinder und Jugendliche wird bereits im Vorschulalter empfohlen. Diese und weitere Empfehlungen zur Pertussis-Impfung finden Sie in unserem Epidemiologischen Bulletin Nr. 30/2006.

Stand: 25.06.2020

Kann eine Tdap-Kom­bina­tions­impfung auch dann verabreicht werden, wenn eine voran­ge­gan­gene Impfung mit Td-Komponente weniger als 5 Jahre zurück liegt?

Eine Tdap-Kombinationsimpfung kann auch dann verabreicht werden, wenn eine vorangegangene Td-haltige Impfung weniger als 5 Jahre zurück liegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass impfbedingte Nebenwirkungen nicht signifikant häufiger auftreten, wenn der zeitliche Abstand zwischen einer Td-haltigen Impfung und einer Tdap-Impfung geringer als fünf Jahre ist. Weitere Informationen: Epidemiologisches Bulletin 33/2009, S. 340

Stand: 05.03.2013

Sollen Personen mit engen Kontakten zu an Pertussis Erkrankten trotz vollständigem Impfstatus auch eine Chemoprophylaxe erhalten?

Für enge Kontaktpersonen ohne Impfschutz in der Familie, der Wohngemeinschaft oder in Gemeinschaftseinrichtungen besteht die Empfehlung einer Chemoprophylaxe mit Makroliden (s. Therapie). Geimpfte Kontaktpersonen sind vor der Erkrankung weitgehend geschützt, können aber vorübergehend mit Bordetellen besiedelt sein und damit eine Infektionsquelle darstellen. Daher sollten auch geimpfte enge Kontaktpersonen vorsichtshalber eine Chemoprophylaxe erhalten, wenn sich in ihrer Umgebung gefährdete Personen, wie z.B. ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Säuglinge oder Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grundleiden, befinden.

Stand: 14.12.2012

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