Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zum Einsatz von Cookies

Mit dem Klick auf "Erlauben" erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihren Aufenthalt auf der Seite anonymisiert aufzeichnen. Die Auswertungen enthalten keine personenbezogenen Daten und werden ausschließlich zur Analyse, Pflege und Verbesserung unseres Internetauftritts eingesetzt. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Masernerkrankung

Stand: 28.02.2020

Wie verläuft eine Masernerkrankung?

Masern beginnen in der Regel mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und Kopfschmerzen, begleitet von weißen bis blau-weißen Flecken an der Mundschleimhaut. Am 2. – 4. Tag nach Auftreten dieser ersten Symptome steigt das Fieber weiter an und es bildet sich der für die Masern typische Hautausschlag aus mit bräunlich-rosafarbenen Flecken, die im Gesicht und hinter den Ohren beginnen und sich danach am ganzen Körper ausbreiten. Der Ausschlag bleibt ca. 3 - 4 Tage bestehen und klingt dann, meist mit begleitender Schuppung, ab. Das Fieber sinkt in der Regel ab dem 5. - 8. Krankheitstag. Neben diesen typischen Symptomen können als Komplikationen der Masernerkrankung zusätzlich Durchfall, Mittelohrentzündung und Lungenentzündung auftreten (siehe FAQ Welche Risiken und Komplikationen gehen mit einer Masernerkrankung einher?). Bei Personen, die aus verschiedenen Gründen nur über eine Teilimmunität verfügen (z.B. in den ersten Tagen nach einer Impfung) können die Symptome schwächer ausfallen. Eine Masernerkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität, d.h. man ist lebenslang vor einer erneuten Masernerkrankung geschützt.

Stand: 28.02.2020

Wie ansteckend sind Masern und wie kann man sich anstecken?

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionen des Menschen. Sie führen bereits nach kurzem Kontakt mit Erkrankten zu einer Infektion. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der Anfangsphase der Erkrankung, in der meist nur unspezifische Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten oder eine Bindehautentzündung vorliegen. Nahezu alle Infizierten erkranken (siehe FAQ Wie verläuft eine Masern-Erkrankung?).

Die Viren werden in der Regel durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen oder seltener auch aerogen über Tröpfchenkerne (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.

Ein direkter Kontakt ist nicht für die Übertragung der Masern erforderlich. Masernviren wurden noch nach 2 Stunden in der Luft eines Raumes nachgewiesen, in dem sich ein an Masern Erkrankter aufgehalten hatte. Personen, die sich in den gleichen Räumen aufgehalten hatten wie ein an den Masern Erkrankter, infizierten sich mit Masern, ohne dass ein direkter Kontakt stattgefunden hatte.

Stand: 28.02.2020

Wie lange ist eine an den Masern erkrankte Person ansteckend?

Eine an Masern erkrankte Person ist bereits ansteckend, ehe der (für Masern typische) Hautausschlag (Exanthem) zu sehen ist. Eine Ansteckungsgefahr besteht bereits 4 Tage vor Auftreten des Hautausschlags bis 4 Tage danach und ist unmittelbar vor Auftreten des Hautausschlages am größten. Zu diesem Zeitpunkt bestehen meist nur unspezifische Krankheitsanzeichen wie Schnupfen, Husten, Fieber oder Bindehautentzündung.

Stand: 28.02.2020

Wie lange dauert es bis die Erkrankung ausbricht?

In der Regel vergehen zwischen dem Kontakt mit Masernviren und dem Auftreten des für Masern typischen Hautausschlags 13 bis 14 Tage. Manchmal zeigt sich der Hautausschlag auch schon nach 7 Tagen, selten erst nach 21 Tagen. Die ersten Beschwerden einer Masernerkrankung treten ungefähr 10 bis 12 Tage nach der Ansteckung auf und äußern sich durch unspezifische Symptome, wie Schnupfen, Husten, Bronchitis, Fieber und Bindehautentzündung. Drei bis fünf Tage später folgt der für Masern typische Hautausschlag.

Stand: 28.02.2020

Welche Risiken und Komplikationen gehen mit einer Masernerkrankung einher?

Die häufigsten Komplikationen einer Masernerkrankung sind (bakterielle) Mittelohrentzündungen (bei 7-9% der an Masern Erkrankten), Durchfälle (8%) und Lungenentzündungen (1-6%). Säuglinge, Kleinkinder sowie Erwachsene über 20 Jahre haben ein höheres Risiko, bei einer Masernerkrankung Komplikationen zu erleiden.

Sehr viel seltener können Komplikationen wie eine Gehirnentzündung oder die subakute sklerosierende Panenzephalitits (SSPE) auftreten. Die Gehirnentzündung tritt in etwa bei 1 von 1.000 erkrankten Personen 4-7 Tage nach Auftreten des Masernhautausschlages auf. Die SSPE tritt durchschnittlich erst 6-8 Jahre nach der Infektion auf und verläuft immer tödlich. Es kommt durchschnittlich zu 4-11 SSPE-Fällen pro 100.000 Masernerkrankungen. Kinder, die mit < 5 Jahren an Masern erkranken, haben ein deutlich höheres SSPE-Erkrankungsrisiko.

Besonders schwer und bisweilen tödlich können die Masern bei Patienten mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche verlaufen.

Auch in Deutschland sterben jährlich etwa 3-7 Personen aufgrund der Masern (Daten der Todesursachenstatistik).

Durch eine Maserninfektion kann das Immunsystem langanhaltend (bis zu einem Jahr oder sogar länger) geschwächt sein. In dieser Zeit besteht eine erhöhte Gefahr für weitere Infektionen.

Stand: 28.02.2020

Kann man Masern behandeln?

Es gibt keine ursächliche Behandlung von Masern. Lediglich Krankheitssymptome wie Fieber oder Schmerzen können durch entsprechende Medikamente gelindert werden. Bakterielle Folgeinfektionen, die als Masernkomplikationen vorkommen können (wie z.B. Mittelohr- oder Lungenentzündung; siehe FAQ Welche Risiken und Komplikationen gehen mit einer Masernerkrankung einher?), können durch Antibiotika behandelt werden.

In Ländern mit häufigem Vitamin-A-Mangel kann die Gabe hoher Vitamin A-Dosen die Sterblichkeit und Komplikationsrate einer Masernerkrankung in der Bevölkerung verringern. Daher wird in diesen Ländern eine zweimalige Vitamin A-Gabe bei Masernerkrankung empfohlen. In Ländern wie Deutschland, in denen ein Vitamin-A-Mangel praktisch kaum vorkommt, hat eine routinemäßige Vitamin-A-Gabe keinen Einfluss auf den Verlauf einer akuten Masernerkrankung.

Stand: 28.02.2020

Welche Altersgruppen erkranken besonders häufig an Masern und warum?

Insgesamt treten in Deutschland seit einigen Jahren etwa 40% bis 50% der Masernerkrankungen bei Personen im Alter von über 20 Jahren auf. Bezogen auf alle Personen der spezifischen Altersgruppe (Inzidenz) sind Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr besonders stark betroffen.

Die Gründe für das Auftreten der Masern in den verschiedenen Altersgruppen sind vielfältig:

  • Der Schutz, der durch die mütterlichen Antikörper verliehen wird, hält nur 3 bis 4 Monate nach der Geburt an. Säuglinge können erst ab dem Alter von 11 Monaten (bei Aufnahme in der Kita oder im Rahmen eines Ausbruches bereits ab 9 Monaten) geimpft und damit vor der Erkrankung geschützt werden.
  • Kleinkinder werden oft später als von der Ständigen Impfkommission empfohlen geimpft, daher ist der Schutz auch bei Ein- bis Zweijährigen oftmals unzureichend.
  • Obwohl die Impfungen gegen Masern seit 1970 bzw. 1973 und die zweimalige Masernimpfung für Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland seit 1991 bundesweit empfohlen werden, wurde diese Empfehlung bis zum Anfang der 2000er Jahre nur schleppend und auch Nachholimpfungen nicht immer umgesetzt. So besteht auch bei etwa 15% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, noch keine ausreichende Immunität gegen Masern.

Stand: 28.02.2020

Wie häufig treten Masernerkrankungen in Deutschland auf?

Die Anzahl der Masernfälle ging seit 2001 aufgrund steigender Impfquoten von rund 6.040 Fällen auf einen historischen Tiefstand von 123 Fällen im Jahr 2004 zurück.

Seit einigen Jahren jedoch schwankt die Fallzahl der übermittelten Masernfälle von Jahr zu Jahr und zum Teil erheblich:

20152016201720182019
2.465325924544514

Die Masern zeigen in fast jedem Jahr einen typischen saisonalen Verlauf mit den höchsten Erkrankungszahlen im ersten Halbjahr eines Jahres. In einigen Bundesländern treten die Masern nur noch selten auf, wie in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt. Andere Bundesländer wie Berlin, Bayern oder Nordrhein-Westfalen sind häufiger betroffen.

Seit 2001 besteht nach Infektionsschutzgesetz die Verpflichtung, den Verdacht auf eine Masernerkrankung, die akute Erkrankung oder einen Todesfall aufgrund von Masern über die zuständigen kommunalen Gesundheitsämter und Landesgesundheitsämter an das Robert Koch-Institut zu melden. Eine Übersicht über die Anzahl der an das RKI übermittelten Masernfälle ist über die webbasierte Abfrage [email protected] möglich (www.rki.de/survstat).

Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der tatsächlichen Erkrankungen mit der Meldepflicht unterschätzt wird, da ein Teil der Erkrankten vermutlich nicht vom Arzt behandelt, die Erkrankung nicht als Masern erkannt und nicht jede akute Erkrankung gemeldet wird.

Stand: 28.02.2020

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.