Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Gemeinschaftsschutz und Elimination

Stand: 12.04.2021

Wie können Personen gegen Masern geschützt werden, die (noch) nicht geimpft werden dürfen?

Für Personen, die (noch) keine Impfung gegen Masern mit dem Lebendimpfstoff erhalten dürfen, wie Säuglinge < 6 Monate, Schwangere oder Personen mit bestimmten Beeinträchtigungen des Immunsystems, ist es besonders wichtig, dass ihre Umgebung einen sicheren Schutz gegen Masern aufweist. Hierzu gehören insbesondere Familienangehörige.

Um alle, die (noch) nicht geimpft werde können, wirksam gegen Masern zu schützen, muss ein Gemeinschaftsschutz aufgebaut werden. Dies ist der Fall, wenn mindestens 95% in der Bevölkerung immun sind. Mathematische Modelle haben gezeigt, dass sich dann das Masernvirus nicht mehr weiter in der Bevölkerung verbreiten kann.

Stand: 28.02.2020

Ist ein Gemeinschaftsschutz vor Masern überhaupt möglich, wenn nicht jede Impfung zur Immunität führt?

Für viele Länder in der Europäischen WHO-Region konnte gezeigt werden, dass ein flächendeckender Gemeinschaftsschutz gegen Masern möglich ist. Hier konnten die Masern durch hohe Impfquoten bereits eliminiert werden.

Weltweit gilt, dass mindestens 95% der Bevölkerung gegen Masern immun sein müssen, um einen Gemeinschaftsschutz auszubilden und die Masern zu eliminieren. Mit nur einer Masern-Impfung könnte dieses Ziel nicht erreicht werden, da hiermit nur ca. 92% der Geimpften gegen Masern geschützt sind. Mit einer zweiten Masern-Impfung sind etwa 98-99% geschützt.

siehe auch FAQ Warum können die Masern ausgerottet werden, wenn 95% in der Bevölkerung immun sind?

Stand: 28.02.2020

Warum können die Masern ausgerottet werden, wenn 95% in der Bevölkerung immun sind?

Wenn die Übertragung einer Infektion wirksam gestoppt werden soll, muss eine ausreichende Immunität in der Bevölkerung vorhanden sein. Wie hoch der Schwellenwert für eine ausreichende Immunität sein muss, ergibt sich aus epidemiologischen Modellen und Berechnungen. Diese gehören seit Jahrzehnten zum anerkannten Stand der Wissenschaft.

Für die Berechnung dieses Schwellenwertes ist die Basisreproduktionszahl R0 ein wesentlicher Wert. R0 gibt an, wie viele weitere Personen eine erkrankte Person in einer gänzlich ungeschützten Bevölkerung anstecken würde. Der R0-Wert für die Masern liegt bei etwa 12-18. Das heißt, eine Person mit Masern kann in einer gänzlich ungeschützten Bevölkerungsgruppe bis zu 18 weitere Personen anstecken. Die Übertragung kann erst gestoppt werden, wenn weniger als eine Person angesteckt wird (Nettoreproduktionszahl R <1).

Es wurde für die Masern ein Schwellenwert von 95% berechnet. Ist diese Immunität erreicht, ist ein wirksamer Gemeinschaftsschutz aufgebaut.

Weitere wichtige Parameter sind Größe und Dichte der Bevölkerung (höheres Risiko in Städten), das Alter der Geimpften, Häufigkeit der Einträge der Masernviren sowie die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus auf eine nicht immune Person trifft.

Stand: 28.02.2020

Was bedeutet eigentlich Elimination der Masern und Röteln?

Die Europäische Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO-EURO) verfolgt das Ziel, die Masern und Röteln zu eliminieren. Die Elimination der Masern und Röteln ist entsprechend der Definition der WHO erreicht, wenn alle Mitgliedsstaaten der WHO-EURO eine Unterbrechung der endemischen Transmission der Viren für mind. 36 Monate mit Hilfe eines qualitativ hochwertigen Surveillance-Systems nachweisen können.

Unter einer endemischen Transmission wird eine kontinuierliche Übertragung derselben Virusvariante über 12 Monate oder länger verstanden. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Elimination ist also der Nachweis, dass alle in einem Jahr beobachteten Infektionsketten einer bestimmten Virusvariante kürzer als 12 Monate andauern und damit eine endemische Transmission unterbrochen wurde. Gelingt dies 3 Jahre hintereinander, kann die Regionale Verifizierungskommission der WHO den Status der Elimination für diesen Staat aussprechen. Auch wenn in einem Land viele Masern- oder Rötelnfälle auftreten, kann der Status der Elimination weiter Bestand haben, so lange die Infektionsketten kürzer als 12 Monate sind.

Ziel des Globalen Impfaktionsplans (GVAP), der von den 194 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsversammlung verabschiedet wurde, ist die Elimination der Masern und Röteln in mindestens fünf der sechs WHO Regionen bis zum Jahr 2020.

Stand: 28.02.2020

Auf Basis welcher Daten wird in Deutschland der Status der Masern und Röteln Elimination überprüft?

Nach Infektionsschutzgesetz werden in Deutschland alle Masern- und Rötelnfälle zeitnah und fortlaufend erhoben. Im Nationalen Referenzzentrum für Masern Mumps und Röteln am Robert Koch-Institut wird die Genotypisierung (Feintypisierung) der zirkulierenden Virusvarianten durchgeführt.

Auf Basis der Informationen aus diesen beiden Datenquellen wird versucht, Transmissionsketten (kontinuierliche Übertragung einer Virusvariante) in Deutschland nachzuvollziehen. Die Dauer der Transmissionsketten gibt Auskunft über den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen zur Erreichung der Elimination (siehe FAQ Was bedeutet eigentlich Elimination der Masern und Röteln). Ferner werden zum Beispiel Daten zu Impfquoten in verschiedenen Regionen Deutschlands, Daten zur Migration nach Deutschland und Daten zu durchgeführten Maßnahmen zur Eindämmung von Masernausbrüchen analysiert.

Jedes Jahr beurteilt die Nationale Verifizierungskommission am Robert Koch-Institut die aktuellen epidemiologischen Daten hinsichtlich des Standes der Elimination der Masern und Röteln in Deutschland und verfasst Berichte an die WHO und an das Bundesministerium für Gesundheit.

Stand: 28.02.2020

Wie ist der aktuelle Stand der Elimination von Masern und Röteln in Deutschland?

Für das Jahr 2016 wurde für Deutschland das erste Mal nachgewiesen, dass die Masern-Transmissionsketten rechtzeitig innerhalb von 12 Monaten unterbrochen wurden. In den Folgejahren konnte jedoch wiederum eine rechtzeitige Unterbrechung einer endemischen Transmission der Masern, die grundsätzlich von der Nationalen Verifizierungskommission vermutet wird, nicht bewiesen werden. Nach Ansicht der Regionalen Verifizierungskommission der europäischen WHO Region reichten dafür die zur Verfügung gestellten Daten sowie die Qualität der Daten für die Masern nicht aus.

Hingegen sprach die europäische WHO Region Deutschland im Dezember 2020 den Status der Elimination der Röteln zu. Nach einer erneuten Analyse der eingereichten Daten für die Jahre 2017 bis 2019 sah es die Regionale Verifizierungskommission der europäischen WHO Region als ausreichend belegt an, dass die endemische Transmission der Röteln für mehr als 36 Monate unterbrochen worden war.

Stand: 12.04.2021

Wie ist der aktuelle Stand der Elimination in der europäischen WHO-Region?

Die Regionale Verifizierungskommission der europäischen WHO-Region gibt jährlich einen Bericht über den Stand der Elimination in den Staaten der europäischen WHO-Region heraus (Berichte dieser Kommission zu allen Staaten der europäischen WHO-Region).

Für das Jahr 2018 haben bereits 33 der 53 Staaten der europäischen WHO-Region den Status der Elimination für die Masern wie auch für Röteln erreicht. Vier Staaten konnten im Jahr 2018 einen bereits erhaltenen Eliminationsstatus allerdings nicht mehr aufrechterhalten. 12 Staaten konnten bisher die Elimination weder für Masern noch für Röteln nachweisen, darunter auch Deutschland. Aktuellere Berichte der Regionalen Verifizierungskommission liegen bisher noch nicht vor. Der Status der Elimination der Röteln für Deutschland wurde jedoch bereits im EpiBrief 1/2021 der WHO publiziert (Seite 6; siehe Link: https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/496907/WHO-EpiBrief-1-2021-eng.pdf).

Stand: 12.04.2021

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.