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Zielgruppeneinstiege

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Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Influenza impfen?

Zur Bestimmung von Impfquoten der saisonalen Influenzaimpfung werden vor allem Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und damit der gesetzlich Krankenversicherten (etwa 85% der Bevölkerung in Deutschland) der KV-Impfsurveillance herangezogen und durch Daten aus Online-Befragungen ergänzt.
Insgesamt sind die Impfquoten in den empfohlenen Zielgruppen in Deutschland zu niedrig. So werden die Zielvorgaben der Europäischen Union, wonach eine Impfquote von 75% bei älteren Menschen vorgesehen ist, in Deutschland nicht annähernd erreicht.

Ältere Menschen: Die Daten der -Impfsurveillance zeigen einen rückläufigen Trend seit den Saisons 2008/09 und 2009/10, in denen in Deutschland noch knapp die Hälfte aller Personen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft war. Mit der Saison 2012/13 stagnierten die Impfquoten zunächst auf einem Niveau, bei dem knapp 1/3 aller Personen ab 60 Jahre geimpft war. Ab der Saison 2018/19 wurde ein leichter Anstieg verzeichnet, der sich in der Saison 2019/20 mit einer bundesweiten Impfquote von 38,8% fortgesetzt hat. Auf Ebene der einzelnen Bundesländer ist die Spannweite nach wie vor groß, und es ist ein klarer Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Bundeländern zu erkennen: In der Saison 2019/20 ließen sich in westlichen Bundesländern 34,8% (Spannweite der KV-Regionen: 23,9% – 49,1%) der über-60-Jährigen impfen, in den östlichen Bundesländern waren es hingegen 57,1% (Spannweite: 52,9% – 62,0%).

Erwachsene mit impfrelevanten Grunderkrankungen: Auf Basis der KV-Impfsurveillance liegen in der Saison 2019/20 die Impfquoten für chronisch kranke Personen ab einem Alter von 18 Jahren bundesweit bei 32,3%.Auch hier liegt die Impfquote in den östlichen Bundesländern mit 49,2% (Spannweite: 44,8% – 54,0%) weit über der Impfquote von 28,8% (Spannweite: 20,4% – 40,4%) in den westlichen Bundesländern. Der zeitliche Verlauf der Impfquote über die Saisons ähnelt dem der Standardimpfung ab 60 Jahren, allerdings auf niedrigerem Niveau.

Schwangere: Die KV-Daten zeigen eine besonders geringe Impfquote bei Schwangeren. Sie lag in der Saison 2014/15 bei 9% und ist seit 2016/17 von 9,9% auf 16,6% in der Saison 2019/20 angestiegen. Auch bei den Schwangeren ist ein deutlicher Unterschied der Impfquoten zwischen westlichen und östlichen Bundesländern zu erkennen: In der Saison 2019/20 lag die Impfquote in den östlichen Bundesländern bei 22,1% und in den westlichen bei 15,3%.

Medizinisches Personal: Im Rahmen der OKaPII-Studie, einer bundesweiten Online-Befragung von Krankenhaus-Personal zur Influenza-Impfung des Robert Koch-Instituts, werden jährlich im Frühjahr Klinikmitarbeiter:innen zu ihrem Impfstatus befragt. Die Impfquote aller befragten Berufsgruppen ist in den vergangenen Jahren angestiegen. In der Ärzteschaft ist die Impfquote über alle Jahre am höchsten und lag in der Saison 2019/20 bei 79,3%. Damit konnte ein leichter Anstieg zur Vorsaison bzw. ein Unterschied von rund 20 Prozentpunkten zur Saison 2017/18 verzeichnet werden. Von den Mitarbeiter:innen des Pflegedienstes waren in der Saison 2019/20 46,7% gegen Influenza geimpft, was etwa der Impfquote der Vorsaison entspricht und im Vergleich zur Saison 2017/18 einen Anstieg von rund 16 Prozentpunkten bedeutet. Die Impfquote anderer Berufsgruppen lag in der Saison 2019/20 bei 48%.


Literatur:

Rieck T, Steffen A, Schmid-Küpke N, Feig M, Wichmann O, Siedler A: Impfquoten bei Erwachsenen in Deutschland – Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance und der Onlinebefragung von Krankenhauspersonal OKaPII. Epid Bull 2020;47:3-26 | DOI 10.25646/765

Steffen A, Rieck T, Siedler A. Monitoring of Influenza Vaccination Coverage among Pregnant Women in Germany Based on Nationwide Outpatient Claims Data: Findings for Seasons 2014/15 to 2019/20. Vaccines (Basel). 2021 May 11;9(5):485 | DOI 10.3390/vaccines9050485

Stand: 10.09.2021

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