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Zielgruppeneinstiege

Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Influenza impfen?

In Deutschland werden Impfungen nicht zentral zum Beispiel in Form eines Impfregisters dokumentiert. Zur Bestimmung von Impfquoten gegen die saisonale Influenza werden deshalb Daten aus telefonischen Befragungen, Abrechnungs­daten und Haushalts­befragungen herangezogen. Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen, dass sich in der Saison 2015/16 nur 35% der Personen ab 60 Jahre impfen ließen (Rieck et al. in Epid Bull 1/2017).

Nach einer in 2012 bis 2014 durchgeführten Studie lag der Anteil geimpfter Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger waren, bei 11% (Bödeker B et al. in BMC Public Health 2015; 15:1308). Diese Angaben decken sich mit Abrechnungs­daten der Kassenärztlichen Vereinigungen, nach denen in 2010 10% und 2014 11% der Schwangeren gegen Influenza geimpft waren (Bätzing-Feigenbaum J et al. in Versor­gungs­atlas-Bericht 06/2017).

In einer 2010 durchgeführten Studie unter niedergelassenen Ärzten sagten 61%, dass sie sich regel­mäßig gegen saisonale Influenza impfen lassen (Boehmer M et al. im Gesundheitswesen 2014). Im Rahmen einer Befragung an zwei Universitäts­kliniken gaben 56% der Ärzte und Ärztinnen, 35% des Pflege­personals und 27% der therapeutischen Berufe an, in der Saison 2015/16 gegen Influenza geimpft worden zu sein (Epid Bull 47/2016).

Insgesamt sind die Impf­quoten in den empfohlenen Zielgruppen in Deutschland weiterhin als zu niedrig einzustufen. Dies gilt im besonderen Maße für medizinisches Personal und Schwangere. Ziel­vorgaben der Europäischen Union, die eine Impfquote von 75% bei älteren Personen bis 2014/15 vorsehen, werden von Deutschland bisher nicht annähernd erreicht.

Stand: 11.09.2017

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