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Schutzimpfung gegen Affenpocken: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 22.6.2022

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Affenpocken unter www.rki.de/affenpocken-faq.

Für wen ist die Impfung gegen Affenpocken empfohlen?

Die Impfung gegen Affenpocken wird aktuell nur bestimmten Personengruppen empfohlen. Eine Impfung anderer Bevölkerungsgruppen ist, basierend auf der aktuellen Risiko-Nutzen-Bewertung, nicht notwendig und nicht empfohlen.

Die STIKO empfiehlt die Impfung mit Imvanex (Modified Vaccinia Ankara, Bavaria-Nordic [MVA-BN]) (Verlinken STIKO-Empfehlung)

a) für die Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach Affenpockenexposition von asymptomatischen Personen im Alter ≥18 Jahre. Hierzu zählen:

  • Enge körperliche Kontakte über nicht intakte Haut oder über Schleimhäute (z. B. sexuelle Kontakte, zwischenmenschliche Kontakte von Familienangehörigen) oder längerer ungeschützter face-to-face-Kontakt <1m mit einer an Affenpocken erkrankten Person (z. B. Haushaltskontakte).
  • Nach engem Kontakt ohne ausreichende persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, FFP2-Maske/medizinischer Mund-Nasenschutz und Schutzkittel) zu einer Person mit einer bestätigten Affenpockenerkrankung, ihren Körperflüssigkeiten oder zu kontaminiertem potenziell infektiösen Material (z. B. Kleidung oder Bettwäsche von Erkrankten) in der medizinischen Versorgung.
  • Personal in Laboratorien mit akzidentiell ungeschütztem Kontakt zu Laborproben, die nichtinaktiviertes Affenpockenmaterial enthalten; insbesondere, wenn Virusanreicherungen in Zellkulturen vorgenommen werden.

b) als Indikationsimpfung von Personen mit einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko (z. B. während eines Affenpockenvirus-Ausbruchs). Hierzu zählen:

  • Derzeit Männer ≥18 Jahre, die Sex mit Männern haben (MSM) und dabei häufig die Partner wechseln.
  • Personal in Speziallaboratorien, das gezielte Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben, die Orthopockenmaterial enthalten, ausübt und nach individueller Risikobewertung durch den Sicherheitsbeauftragten als infektionsgefährdet eingestuft wird.

Stand: 21.06.2022

Wie sollte geimpft werden?

Die Grundimmunisierung für Personen ≥18 Jahre, die in der Vergangenheit keine Pockenimpfung erhalten haben, erfolgt mit 2 Impfstoffdosen Imvanex (MVA-BN) im Abstand von mindestens 28 Tagen (1 Impfstoffdosis je 0,5ml). Auch wenn der Impfabstand von 28 Tagen überschritten wurde, muss die Impfserie nicht neu begonnen werden. Bei Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden sind, reicht eine 1-malige Impfstoffgabe aus. Die Impfung erfolgt subkutan.

Die Impfung soll auch bei Personen mit Immundefizienz erfolgen. Immungeschwächte Personen, die zuvor bereits gegen Pocken geimpft wurden, sollen 2 Auffrischimpfungen erhalten. Die 2. Auffrischungsimpfung darf nicht früher als 28 Tage nach der 1. Impfstoffdosis erfolgen.

Stand: 22.06.2022

Ist eine postexpositionelle Impfung mit Imvanex auch noch länger als 14 Tage nach Exposition möglich?

Die STIKO empfiehlt Personen nach Affenpockenexposition eine postexpositionelle Prophylaxe (PEP) mit dem Impfstoff Imvanex. Die Impfung soll möglichst frühzeitig in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach Exposition verabreicht werden, aber nur solange die Person noch keine Symptome aufweist. Bis zu 4 Tage nach Exposition kann durch die Impfung eine Infektion verhindert werden. Wird die 1. Impfstoffdosis erst im Zeitraum von >4 bis 14 Tage nach Exposition verabreicht, kann die Erkrankung zwar nicht verhindert, aber die Schwere der Symptomatik noch reduziert werden.

Sind bis 14 Tage nach Exposition keine Symptome aufgetreten (Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Hauteffloreszenzen), die auf eine Affenpockeninfektion hinweisen, ist davon auszugehen, dass es nicht zu einer Ansteckung kam. Es ist zu diesem Zeitpunkt ohne weiteres möglich und ggf. ratsam eine Impfung mit Imvanex gegen Affenpocken anzubieten, wenn die Person zu einer der Gruppen gehört für die eine Indikationsimpfung empfohlen ist.

Stand: 21.06.2022

Wie soll mit der postexpositionellen Impfung verfahren werden, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Exposition Symptome auftreten?

Treten bei einer Person im Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach Affenpockenexposition Symptome auf, die mit einer Affenpockeninfektion vereinbar sind, sollte keine postexpositionelle Prophylaxe mit Imvanex mehr durchgeführt werden. Generell sollten Impfungen bei akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen unterbeleiben. Die Impfung mit Imvanex hat keinen therapeutischen Effekt und ist daher nicht mehr indiziert. Treten Symptome unmittelbar oder innerhalb weniger Tage nach Verabreichen der Impfung auf, so hat die Impfung keinen Nutzen aber auch keinen Schaden.

Stand: 21.06.2022

Wann ist man nach Impfung vor der Infektion geschützt?

Man kann davon ausgehen, dass der Impfschutz ab 14 Tagen nach Verabreichung der 2. Impfstoffdosis besteht. Einschränkend muss man jedoch festhalten, dass eine Impfung aus verschiedensten Gründen niemals einen 100%-igen Schutz vor einer Erkrankung vermittelt.

Stand: 21.06.2022

Welcher Impfstoff ist zum Schutz vor Affenpocken verfügbar?

Der Impfstoff Imvanex ist zum Schutz vor Pocken seit 2013 in Deutschland zugelassen. Dieser Impfstoff schützt nach den vorliegenden Studiendaten auch vor einer Affenpockeninfektion. In den USA ist der Impfstoff unter dem Namen Jynneos und in Kanada unter dem Namen Imvamune auch bereits seit mehreren Jahren gegen Affenpocken zugelassen. Eine kurzfristige Indikationserweiterung ist in Europa in Vorbereitung.

Es handelt sich bei Imvanex um einen im Menschen nicht vermehrungsfähigen Lebendimpfstoff, der auf einem abgeschwächten Kuhpockenvirus (modifiziertes Vaccinia-Virus Ankara (MVA-Impfstoff) beruht. Die STIKO empfiehlt den Impfstoff zum Schutz vor Affenpocken, obwohl der Impfstoff für diese Indikation bisher nicht zugelassen ist.

Stand: 21.06.2022

Ist man vor Affenpocken geschützt, wenn man bereits gegen Pocken geimpft wurde?

Man geht davon aus, dass Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, aufgrund einer Kreuzimmunität auch einen Schutz gegen Affenpocken aufweisen. Trotz der mit der Zeit nachlassenden Wirkung der Pockenimpfung, schätzt man auf der Basis von Studienergebnissen, dass eine vorangegangene Pockenimpfung einen Schutz von 85 % gegenüber Affenpocken vermittelt. Vor schweren Krankheitsverläufen ist man noch besser geschützt. Die STIKO empfiehlt daher für Personen, die bereits gegen Pocken geimpft sind, nur eine 1-malige Impfung mit Imvanex. Diese Impfung boostert die Impfantwort.

Stand: 21.06.2022

Wer ist gegen Pocken geimpft worden?

Die Pockenimpfung war bis in die 1970/1980er Jahre eine Pflichtimpfung in Deutschland. In der Regel wurde im frühen Kindesalter <2 Jahren und im späten Kindesalter >12 Jahren gegen Pocken geimpft. Nachdem 1970 der letzte Pockenfall bei einem Menschen in Afrika aufgetreten war, wurde die routinemäßige Pockenimpfung eingestellt. In den westlichen Bundesländern war das 1976 der Fall und in den östlichen Bundesländern 1982. Das bedeutet, dass die Mehrheit der Bevölkerung unter 50 Jahren nicht mehr gegen Pocken geimpft wurde. Wer sich nicht sicher ist, ob er in der Kindheit geimpft wurde, kann prüfen, ob eine Pockennarbe am Oberarm besteht, die eine erfolgreiche Pockenimpfung nachweist. Bei Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine 1-malige Impfung mit Imvanex zum Schutz vor Affenpocken aus.

Stand: 21.06.2022

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