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Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Infektionsschutzgesetz und Meldewesen

Stand: 25.01.2018

Wann besteht eine Meldepflicht für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)?

Labore müssen den Nachweis des Erregers der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nach § 7 Abs. 1 IfSG melden, soweit er auf eine akute Infektion hinweist.

Stand: 25.01.2018

Wie ist die Labordiagnostik einer FSME-Infektion gemäß den Leitlinien empfohlen?

Der Nachweis von FSME-spezifischen IgM- und IgG-Antikörpern im Blut oder Liquor ist beweisend für eine FSME-Infektion (siehe S3 Leitlinie unter http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-035.html und Holzmann H. Vaccine 2003;21:36-40). Isoliert auftretende oder nur leicht erhöhte FSME-spezifische IgM-Antikörper (ohne IgG-Antikörper) finden sich auch als Kreuzreaktion gegen andere Flaviviren oder bei anderweitigen Immunstimulationen und sichern daher alleine nicht die Diagnose. Bei Vorliegen alleiniger IgM-Antikörper sollte ca. 1–4 Wochen später eine erneute Bestimmung der IgG-Antikörper zur Diagnosesicherung erfolgen. In seltenen Fällen (z.B. bei Immundefekten/-suppression, Impfversagen) werden trotz einer FSME-Infektion keine IgM-Antikörper nachgewiesen. Dann sollte in einer zweiten Blutprobe nach >2 Wochen versucht werden, einen Konzentrationsanstieg der IgG-Antikörper nachzuweisen. Zusätzlich können die Bestimmung der intrathekalen Synthese FSME-spezifischer IgG-Antikörper im Liquor (Antikörper-Index), der FSME-RNA-Nachweis im Liquor mittels PCR oder die Bestimmung der Avidität von IgG-Antikörpern zur Diagnosesicherung unterstützend eingesetzt werden.

Stand: 25.01.2018

Werden im diagnostischen ELISA-Testverfahren Antikörper nach einer natürlichen FSME-Infektion sowie Antikörper gegen die unterschiedlichen FSME-Impfstämme Neudörfel bzw. K23 gleichermaßen erfasst?

Sowohl Antikörper gegen das FSME-Wildvirus als auch gegen beide FSME-Impfviren werden in allen kommerziellen diagnostischen Tests erfasst. Es besteht eine ausgeprägte Kreuzreaktivität.

Stand: 25.01.2018

Wie lange nach einer FSME-Infektion und einer FSME-Impfung lassen sich IgG- und IgM Antikörper nachweisen?

Nach einer FSME-Infektion können die diagnostisch wichtigen IgM-Antikörper in der Regel noch 6 bis 9 Monate - in Einzelfällen sogar bis zu 2 Jahre - nach der Infektion nachgewiesen werden.
Die IgG-Antikörper sind für die länger anhaltende Immunität verantwortlich und persistieren jahrelang.
Für die FSME-Diagnostik ist zudem bedeutsam, dass FSME-spezifische IgM-Antikörper auch nach der Impfung lange persistieren - in einer Studie konnten sie bei zwei Drittel der Geimpften noch nach 8 Monaten nachgewiesen werden (Hofmann et al. 1983. Infection; 11:164-6). Zudem kann es bei Auftreten anderer Infektionen durch eine polyklonale Stimulierung zu einem erneuten Anstieg von IgM-Antikörpern gegen FSME oder auch andere Erreger kommen, sofern der Patient schon einmal mit diesen Kontakt hatte (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-035.html).

Stand: 25.01.2018

Was ist zu beachten bei der diagnostischen Bewertung von Einzelfällen in Nicht-Risikogebieten?

Die Bewertung der serologischen Diagnostik einer akuten FSME-Infektion wird durch die potenzielle Kreuzreaktivität mit Antikörpern gegen andere Flaviviren erschwert. Zur Familie der Flaviviren gehören neben den FSME-Viren auch Dengue-Viren, Gelbfieber-Viren, West-Nil-Viren (WNV), und Japanische-Enzephalitis-Viren (JEV), wobei Antikörper gegen die letzten drei Erreger ebenfalls durch die jeweilige Schutzimpfung induziert sein können. In Gebieten, in denen das FSME-Virus bisher nicht oder nur sehr selten nachgewiesen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit einer falsch positiven Diagnostik erhöht. Daher sollte zusätzlich zur klinisch-labordiagnostischen Bestätigung auch ausgeschlossen werden, dass der Patient gegen Flaviviren geimpft wurde (FSME-Virus, Gelbfiebervirus, JEV, ggf. Denguevirus) oder sich vor kurzem oder auch in der Vergangenheit in Gebieten aufgehalten hat, in denen FSME-Viren oder andere Flaviviren endemisch sind. Für eine genaue Abklärung eines solchen Falles ist es ratsam, ein Expertenlaboratorium einzubeziehen; z.B. das FSME-Konsiliarlabor am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB), oder Labore am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bzw. dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.

Stand: 25.01.2018

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