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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Herpes zoster

Stand: 17.7.2018

Was ist Herpes zoster?

Herpes zoster, auch unter dem Begriff Gürtelrose bekannt, wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst, das bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, die Varizellen (Windpocken) verursacht. Nach Abklingen der Varizellen verbleibt das Virus ein Leben lang in Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Herpes zoster wieder auftreten (sog. Virus-Reaktivierung).

Typisch für den Herpes zoster ist zunächst ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen, am häufigsten an Rumpf und Brustkorb, aber auch am Kopf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (sog. Postherpetische Neuralgie) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten.

Stand: 05.05.2014

Wer kann an Herpes zoster erkranken?

Prinzipiell kann jeder, der an Varizellen erkrankt war, auch an Herpes zoster erkranken. Die Krankheit tritt in allen Altersgruppen auf, am häufigsten sind über 50-Jährige betroffen. Außerdem haben Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ein höheres Risiko, an Herpes zoster zu erkranken.

Ein Herpes zoster wird nicht durch Kontakt zu einem an Varizellen oder an Herpes zoster Erkrankten ausgelöst. Personen, die allerdings keine Varizellen durchgemacht haben und nicht gegen Varizellen geimpft sind, können sich bei einem Patienten mit Herpes zoster durch Kontakt mit den infektiösen Herpes-zoster-Bläschen mit dem Varizella-zoster-Virus anstecken und zunächst an Varizellen erkranken.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des RKI auf der Basis von Daten der Gesetzlichen Krankenversicherungen jährlich deutlich mehr als 400.000 gesetzlich Krankenversicherte an Herpes zoster und etwa 5% von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Die jährliche Erkrankungsrate liegt im Alter von 50 Jahren bei ca. 6 pro 1.000 Personen und steigt bis zum Alter von 90 Jahren auf 13 Fälle pro 1.000 Personen an.

Stand: 05.05.2014

Gibt es eine Impfempfehlung der STIKO gegen Herpes zoster?

In Deutschland sind zwei unterschiedliche Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen und verfügbar: ein Lebendimpfstoff (Zostavax®) und ein Totimpfstoff mit Wirkverstärker (Shingrix®). Während für den Lebendimpfstoff nur eine Impfdosis erforderlich ist, muss der Totimpfstoff in zwei Impfdosen im Abstand von 2 Monaten verabreicht werden.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Lebendimpfstoff wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) derzeit nicht als Standardimpfung empfohlen (Epidemiologisches Bulletin 34/17 und Epidemiologisches Bulletin 36/17). Zur Impfung mit dem Totimpfstoff liegt noch keine abschließende Bewertung durch die STIKO vor.

Nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung kann eine Impfung im Einzelfall sinnvoll sein. Da die Impfung derzeit nicht in der aktuellen Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) aufgeführt ist und damit keine Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen darstellt, ist die Kostenerstattung vor der Impfung zu klären.

Der Lebendimpfstoff ist nicht für Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet. Das heißt Patienten, die an einer Immunschwächekrankheit leiden oder mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem beeinträchtigen (z.B. nach einer Organtransplantation), können nicht mit dem Herpes-zoster-Lebendimpfstoff geimpft werden.

Stand: 17.07.2018

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