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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Herpes zoster

Stand: 7.9.2017

Was ist Herpes zoster?

Herpes zoster, auch unter dem Begriff Gürtelrose bekannt, wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst, das bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, die Varizellen (Windpocken) verursacht. Nach Abklingen der Varizellen verbleibt das Virus ein Leben lang in Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Herpes zoster wieder auftreten (sog. Virus-Reaktivierung).

Typisch für den Herpes zoster ist zunächst ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen, am häufigsten an Rumpf und Brustkorb, aber auch am Kopf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (sog. Postherpetische Neuralgie) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten.

Stand: 05.05.2014

Wer kann an Herpes zoster erkranken?

Prinzipiell kann jeder, der an Varizellen erkrankt war, auch an Herpes zoster erkranken. Die Krankheit tritt in allen Altersgruppen auf, am häufigsten sind über 50-Jährige betroffen. Außerdem haben Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ein höheres Risiko, an Herpes zoster zu erkranken.

Ein Herpes zoster wird nicht durch Kontakt zu einem an Varizellen oder an Herpes zoster Erkrankten ausgelöst. Personen, die allerdings keine Varizellen durchgemacht haben und nicht gegen Varizellen geimpft sind, können sich bei einem Patienten mit Herpes zoster durch Kontakt mit den infektiösen Herpes-zoster-Bläschen mit dem Varizella-zoster-Virus anstecken und zunächst an Varizellen erkranken.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des RKI auf der Basis von Daten der Gesetzlichen Krankenversicherungen jährlich deutlich mehr als 400.000 gesetzlich Krankenversicherte an Herpes zoster und etwa 5% von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Die jährliche Erkrankungsrate liegt im Alter von 50 Jahren bei ca. 6 pro 1.000 Personen und steigt bis zum Alter von 90 Jahren auf 13 Fälle pro 1.000 Personen an.

Stand: 05.05.2014

Gibt es eine Impfung gegen Herpes zoster?

Ein Impfstoff gegen Herpes zoster ist für Personen ab 50 Jahre zugelassen und seit Ende 2013 in Deutschland verfügbar. In klinischen Studien reduzierte der Impfstoff bei gesunden Personen ab 50 Jahren das Risiko, an Herpes zoster zu erkranken, um etwa 50%. Dabei nahm die Wirksamkeit des Impfstoffs mit zunehmendem Alter ab. Geimpfte Personen, die an Herpes zoster erkrankten, litten zudem weniger häufig unter der Postherpetischen Neuralgie als Ungeimpfte.

Der derzeit verfügbare Lebendimpfstoff ist nicht für Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet. Das heißt Patienten, die an einer Immunschwächekrankheit leiden oder mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem beeinträchtigen (z.B. nach einer Organtransplantation), können nicht mit dem derzeit zugelassenen Herpes-zoster-Impfstoff geimpft werden.

Stand: 05.05.2014

Gibt es eine Impf­emp­feh­lung gegen Herpes zoster?

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Lebend­impfstoff wird von der Stän­di­gen Impf­kom­mission (STIKO) derzeit nicht als Standard­impfung empfohlen (Epidemiologisches Bulletin 34/17 und Bulletin 36/17).

Eine Abwä­gung des indivi­duellen Risikos hin­sicht­lich einer Herpes-zoster-Er­kran­kung mit dem möglichen Nutzen einer Impfung kann im Einzel­fall zu einer Impf­ent­scheidung führen. Da die Impfung derzeit nicht in die aktuelle Schutz­impfungs­richtlinie (SI-RL) auf­ge­nommen und damit keine Pflicht­leistung der Ge­setz­lichen Kranken­kassen ist, ist die Kosten­erstattung vor der Impfung zu klären.

Stand: 07.09.2017

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