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Antworten auf häufig gestellte Fragen zur HIV-Infektion und AIDS

Stand: 24.09.2018

Wie lange überlebt HIV außerhalb des Körpers?

HIV kann, je nach Umgebungsbedingungen, auch außerhalb des Körpers seine Infektiosität noch tagelang behalten. Für die Frage der An­ste­ckung­smöglichkeiten ist dies im Alltag aber meist wenig relevant, da in der Regel keine geeignete Eintrittspforte für das Virus mehr besteht. Dies gilt auch für Blut oder Sperma an Gegenständen. Sobald potentiell infektiöse Kör­per­flüs­sig­keit­en angetrocknet sind, besteht in der Regel keine Möglichkeit einer In­fek­ti­onsübertragung mehr. Wenn Ejakulat allerdings in Scheide, Darm oder Mund aufgenommen wird, kann darin enthaltenes Virus natürlich eine In­fek­ti­on verursachen. Auch wenn angetrocknetes Blut wieder in Lösung gebracht wird (z.B. bei Wiederverwendung einer gebrauchten Spritze) und aktiv in den Körper eingebracht (z.B. injiziert) wird, besteht ein Infektionsrisiko. Der blosse Hautkontakt, auch der flüchtige Kontakt mit verletzter Haut, erlaubt kein Eindringen des Virus in den Körper. Die Botschaft, dass HIV außerhalb des Körpers schnell "abstirbt", ist also eine der Realität nicht ganz gerecht werdende Vereinfachung eines etwas komplizierteren Sachverhaltes, zumal Viren ja keine Lebewesen mit eigenem Stoffwechsel sind. Viren "sterben" daher nicht, sondern können höchstens inaktiviert werden bzw. ihre In­fek­ti­onsfähigkeit verlieren.

Stand: 26.11.2013

Wie lange ist die Zeitdauer zwischen Infektion und Nachweisbarkeit von Antikörpern?

Die Zeitdauer zwischen Infektion und Nachweisbarkeit von Anti­körpern kann individuell variieren. Wir gehen auf Grundlage der vorliegenden Daten und Untersuchungen davon aus, dass bei Ver­wendung eines modernen Su­ch­testes der 4. Generation in aller Regel spätestens sechs Wochen nach einer Infektion das Test­er­gebnis reaktiv wird. Wird die Blutprobe gemäß der Em­pfehlungen der DVV* in einem Bestätigungstest (Immunoblot oder Nu­kle­in­säu­re­amplifikations­test (NAT)) weiter untersucht, kann damit schon zu diesem Zeitpunkt sicher festgestellt werden, ob eine HIV-Infektion vorliegt. Früher wurde als maximaler Zeitraum bis zum be­stätigten Nachweis einer HIV-Infektion ein Zeitraum von 12 Wochen an­ge­geben, da man auf die Bildung von Antikörpern für die Diag­nostik angewiesen war. Dieser Zeitraum hat sich durch die Ver­besserung der Testverfahren und insbesondere durch die Mög­lich­keit, den direkten Nachweis von Virusmaterial (p24-Antigen) im Suchtest der 4. Generation durchzuführen, von 12 auf 6 Wochen verkürzt.

Etwa 10-11 Tage liegen im Durchschnitt zwischen der Infektion mit dem Virus und dem frühest möglichen Nachweis einer messbaren Virusvermehrung im Blut mittels sensitiver NAT (z.B. PCR-Test). Der Nachweis von viralem p24-Antigen benötigt im Durchschnitt 16-18 Tage, und ca. 22 Tage vergehen in der Regel bis zur Nach­weis­bar­keit von Antikörpern. Wie schnell es vom Zeit­punkt des Eindringens des Virus in den Körper an gerechnet zu einer starken Vermehrung des Virus und zur Antikörperbildung kommt, ist von ver­schiedenen Faktoren abhängig und kann, wie bereits angemerkt, von In­di­vi­du­um zu In­di­vi­du­um unterschiedlich sein.

In Deutschland sind einige „HIV-Schnellteste“ zugelassen. Das Wort Schnell­test darf aber nicht so verstanden werden, dass eine In­fek­tion früher als mit einem normalen Test diagnostiziert werden kann. Mit Schnelltesten kann ein Testergebnis innerhalb kurzer Zeit (ca. 15 Minuten) erhalten werden. Diese Teste sind aber weniger genau als die üblichen in Labors durch­ge­führten ELISA-Suchteste (mehr falsch positive Ergebnisse) und bedürfen daher bei positivem Testergebnis einer Bestätigung im Labor. Schnellteste erkennen frische In­fek­ti­onen eher etwas später als die etwas emp­find­lich­eren Laborteste, insbesondere wenn die Teste mit Vollblut, Kapillar­blut oder Oral­flüs­sig­keit durchgeführt werden. Der Zeitraum bis eine Infektion mit einem Schnelltestergebnis sicher ausgeschlossen werden kann ist daher mit 12 Wochen länger als bei Durchführung einer optimalen Labor­diagnostik (6 Wochen).

*Nachweis einer Infektion mit Humanem Immundefizienzvirus (HIV): Serologisches Screening mit nachfolgender Bestätigungsdiagnostik durch Antikörper-basierte Testsysteme und/oder durch HIV-Nukleinsäure-Nachweis

Stellung­nahme zur HIV-Stufen­diagnostik, Bundes­gesund­heits­blatt (14.7.2015)

Stand: 27.07.2015

Welche Sensitivität und Spezifität weisen die Testsysteme zum Nachweis einer HIV-Infektion auf?

Die Spezifität eines durch Western-Blot bestätigten positiven ELISA-Er­geb­nis­ses dürfte bei 100% liegen, sofern die Beurteilung des Western-Blots korrekt erfolgt. Neben der Interpretation des Western-Blot-Er­geb­nis­ses ist eine weitere Fehlerquelle die Probenverwechslung, welche beim Einsender und beim Labor erfolgen kann. Die Wahr­schein­lich­keit einer solchen Proben­ver­wechslung dürfte deutlich höher sein als die Wahrscheinlichkeit eines gleich­zeitig falsch positiven Western-Blots und falsch positiven Elisa-Er­geb­nis­ses. Zur weiteren Erhöhung der Ergebnissicherheit sollte daher bei erstmals positivem HIV-Test aus einer zweiten Blutentnahme die Bestimmung wiederholt werden. Wenn so vor­ge­gangen wird, sind falsch positive Er­geb­nis­se nach menschlichem Ermessen auszuschließen.

Zur Sensitivität ist anzumerken, dass ein Elisa richtig positiv ausfallen kann, ohne dass im Western-Blot (bereits) alle für eine positive Befundung er­for­der­lich­en Banden nachweisbar sind. In einem solchen Falle ist das Western-Blot-Ergebnis in der Regel nicht eindeutig interpretierbar und das Un­ter­su­chungs­labor würde eine erneute Un­ter­su­chung empfehlen.

Stand: 26.11.2013

Kann ich mich, statt zu einem Arzt oder zu einem Gesundheitsamt zu gehen, auch mit einem 'HIV-Selbsttest' auf eine HIV-Infektion untersuchen?

Ab Veröffentlichung der Verordnung zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung im Bundesgesetzblatt (voraussichtlich Ende September 2018) können HIV-Schnelltests zur Eigenanwendung, so genannte "HIV-Selbsttests" oder "HIV-Heimtests", in Deutschland legal vertrieben werden. Die in Deutschland verfügbaren Tests verfügen über eine CE-Markierung als Zeichen dafür, dass sie für den Zweck der Anwendung durch Laien geprüft und in der EU zugelassen sind. Weitere Informationen zu den in Deutschland vertriebenen HIV-Selbsttesten sind in Kürze auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts abrufbar. Vom Erwerb von im Internet vertriebenen Selbsttests, die für den Vertrieb in der EU nicht zugelassen sind, wird abgeraten, da unklar ist, ob diese Tests die notwendigen Qualitätsanforderungen erfüllen.

Selbsttests können in Apotheken, Drogeriemärkten, über lokale AIDS-Hilfen, über die Deutsche AIDS-Hilfe und über Online-Bestellung erworben werden. Weitere Informationen zur Durchführung solcher Selbsttests und zu Beratungsangeboten finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen AIDS-Hilfe.

Neben dem HIV-Selbsttest, bei dem die Untersuchung und Ablesung des Ergebnisses durch den Anwender selbst erfolgt, gibt es an einigen Orten bereits die Möglichkeit eines "Einsendetests". Dabei erhält der Anwender ein Probenentnahmeset. Mit diesem Probenentnahmeset kann zu Hause eine Blutprobe selbst entnommen werden. Diese wird dann per Post an ein Labor geschickt und mit den üblichen Labortests untersucht. Das Ergebnis kann, je nach System, telefonisch oder per SMS übermittelt werden. Eine schrittweise Ausweitung dieser Einsendetests auf das ganze Bundesgebiet ist für die kommenden Monate geplant (weitere Informationen zu Einsendetests sind auf den Internetseiten der Deutschen AIDS-Hilfe und des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin erhältlich).

Stand: 24.09.2018

Bei welcher Art von Kontakten kann HIV übertragen werden? Wie verläuft eine HIV-Infektion?

Allgemeines Informationsmaterial zu Übertragungswegen und Krankheitsverlauf können Sie über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. erhalten.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
51101 Köln
Fax: 0221/ 8992 257
E-Mail: order@bzga.de
Internet: www.bzga.de
Persönliche anonyme Telefonberatung der BZgA: 0221/ 89 20 31

Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
Postfach 610149
10921 Berlin
Fax: 030/ 6904 1300
Internet: www.aidshilfe.de

Stand: 26.11.2013

Wie sicher ist ein negatives HIV-Testergebnis 4 - 6 - 8 - 12 Wochen nach einem möglichen Infektionsrisiko? Muss ich mich noch mal testen lassen?

Ein HIV-Test ist prinzipiell nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich ein In­fek­ti­ons­risiko bestanden hat, d.h. in erster Linie (im Hinblick auf sexuelle Risiken) nach einem ungeschützten Anal- oder Vaginal­verkehr mit einer Person, von der nicht bekannt ist, ob sie HIV-infiziert ist oder von der bekannt ist, dass sie HIV-infiziert ist. Oralverkehr beinhaltet ein deutlich geringeres, aber nicht völlig aus­zuschließendes Übertragungsrisiko, in erster Linie wenn es zur Aufnahme von Sperma oder Vaginalsekret in den Mund kommt.

Falls eine HIV-Infektion übertragen wird, lässt sich im Durchschnitt nach 11 Tagen mit sehr empfindlichen Messmethoden erstmals Virus im Blut nach­wei­sen, kombinierte Antikörper-Antigen-Suchteste fallen nach spä­tes­tens 6 Wochen positiv aus, reine Antikörper-Suchteste und Schnellteste nach spätestens 12 Wochen.

In den meisten deutschen Diagnostiklaboren werden kombinierte Antikörper-Antigen-Suchteste eingesetzt. Mit diesen kann in der Regel nach spätestens sechs Wochen festgestellt werden, ob eine HIV-Infektion vorliegt, wenn die Blutprobe gemäß der Empfehlungen der DVV* in einer Zweistufendiagnostik untersucht worden ist.

Früher wurde als maximaler Zeitraum bis zum bestätigten Nachweis einer HIV-Infektion ein Zeitraum von 12 Wochen angegeben. Dieser Zeitraum hat sich durch die Verbesserung der Testverfahren und durch die Möglichkeit, auch den direkten Nachweis von Virusmaterial zur Bestätigung eines re­ak­tiv­en Suchtestes durchzuführen deutlich verkürzt. In der Fachliteratur publizierte Fälle, in denen der Nachweis von Infektionen erst nach längeren Zeiträumen (8-12 Wochen oder länger) möglich war, sind meist älteren Datums und die Un­ter­su­chungen erfolgten mit weniger sensitiven Testsystemen. In wenigen Einzelfällen, wenn z.B. die Antikörperbildung bei einem Menschen durch andere Erkrankungen oder Behandlungen schwer gestört ist, kann der Nach­weis von Antikörpern eventuell verzögert sein. Bei Verwendung von Such­testen der 4. Generation, die über eine Antigenkomponente verfügen, würde aber in diesen Fällen ein Nachweis über die Antigenkomponente des Tests möglich sein.

Eine Nachuntersuchung länger als 6 Wochen nach dem möglichen In­fek­ti­ons­er­eig­nis ist daher nur bei Verwendung von Schnelltesten sowie in Aus­nahme­fällen sinnvoll, z.B. aus versicherungsrechtlichen Gründen bei beruflichen Expositionen.

Bei negativem oder nicht durchgeführtem Suchtest sollte eine PCR-Un­ter­su­chung (direkter Nachweis von viraler Nukleinsäure im Blut), die bei einer Infektion meist ein bis zwei Wochen früher positiv ausfällt als der Antikörper-Suchtest, nur bei einem begründeten Verdacht auf Infektion (Pa­ti­ent mit gesicherter oder sehr wahrscheinlicher Exposition vor 1–3 Wochen und/oder Symptomatik eines akuten retroviralen Syndroms) durchgeführt werden. Die Viruslast sollte in diesen Fällen in der Regel über 100.000 Kopien/ml liegen. Das positive PCR-Ergebnis soll durch die Untersuchung einer zweiten Probe und einer serologischen Verlaufsbeobachtung bestätigt werden. Ein negatives PCR-Ergebnis zu diesem Zeitpunkt kann eine HIV-Infektion nicht aus­schlie­ßen, da das Risiko für ein falsch-negatives Ergebnis im Vergleich zu serologischen Nachweismethoden größer ist.

*Nachweis einer Infektion mit Humanem Immundefizienzvirus (HIV): Serologisches Screening mit nachfolgender Bestätigungsdiagnostik durch Antikörper-basierte Testsysteme und/oder durch HIV-Nukleinsäure-Nachweis

Stellung­nahme zur HIV-Stufen­diagnostik, Bundes­gesund­heits­blatt (14.7.2015)

Stand: 27.07.2015

Gibt es das HI-Virus und ist es für AIDS verantwortlich?

Seit vielen Jahren gibt es kleine Gruppen sog. AIDS-Kritiker, die einen Zu­sam­men­hang zwischen HIV und AIDS leugnen oder sogar die Existenz von HIV in Frage stellen. Die wissenschaftliche Aus­ei­nan­der­set­zung mit den von diesen Personengruppen vertretenen Thesen hat bereits Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre stattgefunden - mit dem Ergebnis, dass die vorgebrachten Einwände und Argumente wissenschaftlich haltlos sind.

Sie finden hier

sowie

eine Stellungnahme zu Hypothesen der sogenannten Perth-Gruppe ("HIV existiert gar nicht") (PDF, 43 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Stand: 26.11.2013

Wie hoch ist die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV bei verschiedenen Sexualpraktiken?

Zur Frage der Infektionswahrscheinlichkeit bei bestimmten Risikokontakten liegen Daten unterschiedlicher Qualität vor. Am schwierigsten einzuschätzen, obgleich am häufigsten, ist das Übertragungsrisiko bei sexueller Exposition. Extrapolationen von Infektionswahrscheinlichkeiten, die in Langzeitstudien bei diskordanten Paaren oder in Seroinzidenzstudien in den USA erhoben wer­den, können nicht ohne weiteres verallgemeinert oder auf deutsche Ver­hält­nisse übertragen werden. Bei der Abschätzung von Infektionsrisiken muss mit hoher inter- und intraindividueller Heterogenität von In­fek­ti­ons­wahr­schein­lich­keiten/Kontakt gerechnet werden, da die Infektiosität HIV-positiver Personen durch Faktoren wie begleitende virale und bakterielle STDs, aber vermutlich auch durch antiretrovirale Therapien verändert werden und auch die Sus­zep­ti­bi­li­tät des exponierten Partners eine erhebliche Bandbreite aufweisen kann. Unterschiede bei den Faktoren, die die Übertragungswahrscheinlichkeit be­ein­flussen, spielen für die Dynamik der HIV-Epidemie eine größere Rolle als Unterschiede im Sexualverhalten.

Orale Übertragung von HIV

Die Übertragung von HIV durch orale Aufnahme virushaltiger Kör­per­flüs­sig­keiten (Muttermilch, Samenflüssigkeit) ist möglich, während ansonsten orale Kontakte (Küssen, Beißen, Zahnbehandlungen) oder Aerosole (Husten) kein erkennbares Übertragungsrisiko darstellen. Dieses Phänomen wird auf vi­rus­in­aktivierende Eigenschaften des Speichels, insbesondere seine Hypo­to­ni­zi­tät zurückgeführt.

Die Hypotonizität ist besonders effektiv bei der Verhinderung einer zell­ge­bund­enen Virusübertragung (10.000-fache Hemmung infizierter Zellen in vitro) und zeigt nur wenig Effekte auf zellfreies Virus (3-5- fache Hemmung in vitro). Der hypotone Speichel, der zur Lyse von Zellen führt, kann jedoch durch isotone Flüssigkeiten wie Muttermilch und Samenflüssigkeit weitgehend neutralisiert werden. Dazu sind bereits relativ kleine Flüssigkeitsmengen (ca. 0,5 ml oder mehr) ausreichend. Auch eine Blutung in den Mund, bei der entsprechende Mengen Blut dem Speichel beigemischt werden, könnte so die über­tra­gungs­hemmenden Eigenschaften des Speichels neutralisieren. Bei einer diffusen Blutung in den Mund dürfte jedoch die hemmende Wirkung von Speichel auf Grund der besseren Durchmischung von Blut und Speichel größer sein als bei der oralen Aufnahme von Sperma oder Muttermilch.

Durch die Spülung mit hypotonem Speichel unterscheiden sich die oralen Schleimhäute deutlich von den genitalen Schleimhäuten und der Rek­tum­schleim­haut. Dass orale Kontakte epidemiologisch eine so geringe Rolle für die Ausbreitung von HIV spielen ist damit ein indirekter Hinweis auf eine grössere Bedeutung der zellgebundenen Virusübertragung verglichen mit der Übertragung durch zellfreies Virus. Für die Prävention ist wichtig, dass der Schutz durch die Hypotonizität des Speichels durch Aufnahme virushaltiger isotoner Flüssigkeiten ausgehebelt werden kann.

Baron S, Poast J, Richardson CJ, Nguyen D, Cloyd M (2000): Oral transmission of human immunodeficiency virus by infected seminal fluid and milk: a novel mechanism. JID 181: 498-504

Weitere Informationen

Risiken und Wege der HIV-Übertragung (Bundesgesundheitsblatt 43/2000) (PDF, 185 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Zunahme von sexuellem Risikoverhalten und sexuell übertragbaren Infektionen bei homosexuellen Männern (Bundesgesundheitsblatt 45/2002) (PDF, 128 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Stand: 26.11.2013

Können bei erfolgreicher antiretroviraler Therapie (ART) Kondome bei sexuellen Kontakten weggelassen werden?

Nach sorgfältiger Durchsicht der relevanten publizierten Untersuchungen nimmt das Robert Koch-Institut folgendermaßen Stellung zu der Frage, unter welchen Bedingungen Kondome weggelassen werden können:

Zur Übertragbarkeit von HIV bei stabiler Absenkung der Viruslast unter 50 Kopien/ml liegen abgeschlossene Studien für hetero- und homosexuelle Partnerschaften vor. Alle vorliegenden Studien zeigen, dass die Infektiosität unter wirksamer antiretroviraler Behandlung (Viruslast im Plasma niedriger als 50 Viruskopien/ml) drastisch reduziert wird. Sobald eine stabile Absenkung der Viruslast erfolgt war, wurden keine Übertragungen mehr beobachtet. Auch gleichzeitig vorliegende Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern wie Chlamydien, Gonokokken, Humanen Papillomviren (HPV) und genito-anale Herpesvirus­infektionen haben nach den vorliegenden Beobachtungen bei abgesenkter Viruslast nicht zu einem höheren HIV-Übertragungsrisiko geführt.

Um zu entscheiden, ob gefahrlos auf Kondome verzichtet werden kann, sollte der Kontext der sexuellen Kontakte berücksichtigt werden. Der größte Unsicherheitsfaktor bezüglich der Wirksamkeit einer Therapie zur Verhinderung einer HIV-Übertragung ist die "Therapietreue" der behandelten Person, d.h. ob diese die Medikamente tatsächlich regelmäßig einnimmt und der Therapieerfolg kontrolliert wird. Wenn über mehrere Tage keine Medikamenten­einnahme erfolgt, muss mit einer rasch wieder ansteigenden Infektiosität gerechnet werden.

Darüber hinaus wird nicht-monogam lebenden Personen unabhängig vom Vorliegen einer HIV-Diagnose oder der Höhe der Viruslast die Benutzung von Kondomen empfohlen, um das Risiko einer Übertragung weiterer sexuell übertragbarer Infektionen soweit wie möglich zu reduzieren.

Stand: 26.02.2017

Was versteht man unter PrEP?

PrEP steht für HIV-Prä­ex­positions­prophylaxe. Es ist eine Möglichkeit, eine HIV-Infektion zu verhindern, indem man regelmäßig Pillen einnimmt. Die PrEP wird von Personen genommen, die kein HIV haben, um zu verhindern, dass sie HIV bekommen. Die PrEP-Pille enthält zwei antiretrovirale Medikamente - die gleiche Art von Medikamenten, die von Personen zur Behandlung eingenommen werden, die bereits HIV haben. Präexpositions­prophylaxe (PrEP) ist eine HIV-Präventionsstrategie, die antiretrovirale Medikamente zur Senkung des HIV-Infektions­risikos bei Personen einsetzt, die ein Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren. Es werden verschiedene Arten des Medikamenten­einsatzes erprobt: Vaginalgel, Vaginalring, rektales Gel, Depotinjektionen oder orale Tabletten. Derzeit sind nur orale Tabletten für die Verwendung als HIV-PrEP zugelassen, die aus zwei verschiedenen antiretro­viralen Medikamenten bestehen (Emtricitabin und Tenofovir). Die Wirksamkeit der oralen Tabletten ist in klinischen Studien klar gezeigt worden. Die Nebenwirkungen sind begrenzt.

Stand: 24.09.2018

Wie funktioniert PrEP?

Wenn das HI-Virus in den Körper gelangt, muss es sich in bestimmten Zellen vermehren. Die PrEP verhindert, dass das HI-Virus in diese Zellen eindringen und sich vermehren kann. Dies verhindert, dass sich HIV im Körper festsetzt. Bei der oralen Tabletteneinnahme werden im Blut und in den Schleimhäuten des männlichen Genitaltrakts und des Enddarms relativ rasch sehr hohe Medikamentenspiegel erreicht, die eine Vermehrung von HIV an diesen Eintrittsstellen verhindern. Deshalb kann sich keine Infektion etablieren. In den Schleimhäuten des weiblichen Genitaltrakts (Vagina und Gebärmuttermund) werden die Medikamente schneller abgebaut, weshalb es etwas länger dauert, bis ein Schutz erreicht wird: Die Aufrechterhaltung der Schutzwirkung hängt bei Frauen stärker als bei Männern von der regelmäßigen täglichen Einnahme der Tabletten ab.

Stand: 24.09.2018

Wie wird eine PrEP eingenommen?

Im Allgemeinen gibt es zwei mögliche Therapien: täglich und ereignisgesteuert. Bei der täglichen PrEP sollten Sie jeden Tag eine Tablette einnehmen. Ereignisgesteuerte PrEP bedeutet, dass Sie eine doppelte Dosis (zwei Tabletten) PrEP 2-24 h vor dem Geschlechts­verkehr einnehmen müssen; nach dem Sex muss man zwei getrennte Dosen an mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Die ereignisgesteuerte PrEP ist für den Schutz bei Expositionen über die Schleimhäute des weiblichen Genitaltraktes nicht geeignet! Falls Sie die PrEP anders als täglich einnehmen wollen, sollten Sie sich dazu ausführlich durch den verschreibenden Arzt beraten lassen.

Stand: 24.09.2018

Wie sicher ist PrEP? Wie häufig versagt PrEP?

Die kurze Antwort ist: Die PrEP ist hoch wirksam, solange die Medikamente eingenommen werden. Studien auf der ganzen Welt haben gezeigt, dass die tägliche orale PrEP sehr effektiv ist. Die iPREX-Studie hat gezeigt, dass die tägliche Einnahme besser vor einer HIV-Infektion geschützt hat als eine ereignisgesteuerte. Die ereignisgesteuerte Einnahme kann jedoch ebenfalls gut funktionieren, wenn die Ereignisse häufig sind und es nicht zu langen und unregelmäßigen Pausen kommt oder wenn es sich um zeitlich klar begrenzte und vorhersehbare Ereignisse handelt. Entscheidend für den Erfolg der PrEP ist, dass die Medikamentenspiegel am Ort und zum Zeitpunkt des Eintritts des Virus in den Körper hoch genug sind, um vor HIV zu schützen.

Die PrEP kann versagen, wenn wegen unregelmäßiger Medikamenten­einnahme die Medikamenten­konzentration im Blut und Körpergewebe zu niedrig wird oder wenn das übertragene Virus bereits resistent gegen die beiden in der PrEP-Pille enthaltenen Medikamente ist.

Nach bisherigen Erfahrungen ist der häufigste Grund für ein "PrEP-Versagen" die Nicht-Einnahme oder zu seltene Einnahme der PrEP-Medikamente. Bislang sind nur sehr wenige Fälle bekannt geworden, in denen eine Infektion mit einem Virus erfolgte, das gegen die Medikamente resistent war.

Die meisten Menschen, die PrEP einnehmen, haben keine Nebenwirkungen. Wenn Menschen Nebenwirkungen bekommen, verschwinden diese oft innerhalb weniger Wochen von selbst. Wie andere retrovirale Medikamente können die PrEP-Medikamente (Tenofovir und Emtricitabin) verschiedene kurzfristige Nebenwirkungen haben, wie Übelkeit, Müdigkeit, Magen-Darm-Symptome und Kopfschmerzen. Diese Nebenwirkungen treten in der Regel in einem von zehn Fällen in der ersten Anwendungswoche auf. Darüber hinaus sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und Knochenmineraldichte vorsichtig sein und dies entsprechend beobachten lassen.

Stand: 24.09.2018

Schützt PrEP auch vor anderen sexuell übertragenen Erregern und vor Schwangerschaft?

Die PrEP schützt nur vor HIV. Die PrEP-Medikamente sind zwar auch gegen das Hepatitis B-Virus wirksam, es gibt aber eine hochwirksame Schutzimpfung für Hepatitis B, die bevorzugt für den Hepatitis B-Schutz eingesetzt werden sollte. Die PrEP schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Erregern und verhütet auch keine Schwangerschaft. Der fehlende Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist der Grund, warum weiterhin zum Kondomgebrauch geraten wird. PrEP-Gebraucher sollten zudem regelmäßig (z.B. alle 3-6 Monate) auf die wichtigsten dieser Infektionen (v.a. Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien) untersucht werden. Diese Infektionen können oft vorliegen, ohne Beschwerden zu verursachen. Deshalb sollte regelmäßig darauf getestet werden, um vorliegende Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Natürlich können auch noch andere Infektionen sexuell übertragen werden. Wenn Symptome auftreten, sollte daher ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden, der/die dann die notwendigen Untersuchungen zur Abklärung der Ursache veranlassen kann.

Stand: 24.09.2018

Wie erkenne ich Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern und was kann ich tun, um die Übertragungs­wahrschein­lichkeit zu verringern?

Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen, auf die geachtet werden sollte, sind die Syphilis, die Gonorrhö (Tripper) und die Chlamydieninfektion.

Syphilis: Eine Syphilis verläuft in mehreren Stadien. Kurz nach einer Infektion bildet sich innerhalb weniger Tage am Eintrittsort des Erregers (z.B. am Penis, in der Vagina, am Muttermund, auf der Enddarmschleimhaut, an den Lippen, auf der Mundschleimhaut) ein meist schmerzloses Geschwür (Primärulkus). Das Sekret dieses Primärulkus enthält Syphiliserreger in hoher Konzentration und ist hoch ansteckend. Durch Kontakt von Schleimhaut mit diesem Sekret des Primärulkus kann die Infektion übertragen werden. Wenn sich das Primärulkus an einer nicht einsehbaren Stelle (z.B. im Enddarm) befindet, fällt es nicht auf und kann unbemerkt bleiben.

Die zweite Phase der Erkrankung macht sich meist durch Haut- und Schleimhaut­läsionen bemerkbar, die ausgesprochen vielgestaltig sein können und leicht mit anderen Erkrankungen (z.B. allergischen Hautauschlägen) verwechselt werden können. Ein relativ häufiges und typisches Symptom sind rote Flecken auf den Handinnenflächen und Fußsohlen. In diesem Stadium kann ebenfalls eine Ansteckung durch Kontakte mit nässenden Haut- und Schleimhaut­läsionen erfolgen.

Die meisten Symptome einer Syphilis verschwinden üblicherweise nach einiger Zeit von selbst wieder. Eine sichere Diagnose ist durch Bluttests möglich.

Gonorrhö und Chlamydien: Gonorrhö und Chlamydien­infektionen verursachen lokale Schleimhaut­infektionen in der Harnröhre, der Scheide, im Enddarm und im Rachen. Die Infektion in der männlichen Harnröhre verursacht meist Symptome (Brennen und Ausfluss), die zum Arztbesuch führen. An den anderen Lokalisationen verursacht eine Infektion meist nur geringe oder gar keine Symptome, sodass Infektionen oft unbemerkt bleiben. Infektionen im Rachen können sich manchmal als (einseitige) Angina, im Enddarm als Jucken und Ausfluss bemerkbar machen. Erreger, die - z.B. im Rachen - keine Beschwerden verursachen, verschwinden in der Regel nach einigen Wochen oder Monaten von selbst.

Übertragungen können zwischen allen Lokalisationen erfolgen: von der Harnröhre in die Scheide (und umgekehrt), von der Harnröhre/ aus der Scheide in den Rachen (und umgekehrt) bei Oralverkehr, aus der Harnröhre in den Enddarm (und umgekehrt) bei Analverkehr, und von einem Rachen in den anderen (bei intensivem Küssen). Die Verwendung von Spucke als Gleitmittel kann Erreger aus dem Rachen in die Scheide oder den Darm verschleppen. Bei gemeinsamer Verwendung von Sextoys oder in Gruppensex­situationen können Erreger (z.B. auf Dildos oder auf nicht gewechselten Kondomen) auch direkt aus einem Enddarm oder einer Scheide in eine andere Person übertragen werden.

Neben der Verwendung von Kondomen können Übertragungs­möglichkeiten dadurch verringert werden, dass Spucke nicht als Gleitmittel verwendet wird. Durch regelmäßiges Spülen/Gurgeln mit alkoholischem Mundwasser kann die Zahl der Erreger im Rachen deutlich reduziert werden. Wahrscheinlich vermindert sich dadurch auch die Möglichkeit einer Übertragung von Erregern aus dem Rachen an andere Lokalisationen. Sextoys sollten nicht ohne gründliche Reinigung nacheinander in Körperöffnungen unterschiedlicher Personen eingeführt werden. In Gruppensex­situationen sollte für jeden neuen Partner auch ein neues Kondom verwendet werden.

Wenn Symptome wie Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Jucken im Genitalbereich auftreten, sollten Sie einen Arzt aufzusuchen und sich testen und ggf. behandeln lassen.

Stand: 24.09.2018

Brauche ich noch Kondome, wenn ich PrEP nehme?

Die Einnahme einer PrEP schützt genauso wirksam wie die Verwendung von Kondomen vor einer HIV-Infektion. Durch die zusätzliche Verwendung von Kondomen zusammen mit der PrEP wird der HIV-Schutz noch weiter verstärkt und das Risiko für andere sexuell übertragbare Infektionen oder eine ungewollte Schwangerschaft wird vermindert.

Stand: 24.09.2018

Was ist sicherer: PrEP oder Kondome?

Beide Optionen bieten einen vergleichbaren Schutz vor HIV, sofern sie sachgerecht angewendet werden. PrEP-Medikamente können Nebenwirkungen haben, bei Verwendung von Kondomen können in seltenen Fällen Kontaktallergien auf Latex auftreten. Häufiger sind Probleme der Aufrecht­erhaltung einer Erektion bei Verwendung von Kondomen. Dafür bieten Kondome einen zusätzlichen Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Erregern, den die PrEP nicht bieten kann. Durch die empfohlenen regel­mäßigen Begleit­untersuchungen auf sexuell übertragbare Infektionen werden diese bei PrEP-Gebrauchern aber häufig früher entdeckt und behandelt als bei Menschen, die ausschließlich Kondome verwenden (leider schützen Kondome nicht vor allen Übertragungs­möglichkeiten, die es für diese Erreger gibt).

Stand: 24.09.2018

Wozu braucht man PrEP? Es gibt doch Kondome!

Kondome sind ein wirksames Mittel gegen HIV, aber sie sind nicht perfekt.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen Kondome nicht oder nicht immer konsequent benutzen:

  • Kondome sind im entscheidenden Moment gerade nicht griffbereit.
  • Man nimmt an oder weiß, dass der Sexpartner den gleichen HIV-Status hat (und dabei kann man sich täuschen).
  • Unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen tut man Dinge, die man unter normalen Umständen nicht tun würde.
  • Manche Männer haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu halten, wenn sie versuchen, ein Kondom aufzuziehen.
  • Die Verwendung eines Kondoms kann für manche eine Barriere für die erwünschte emotionale Intimität mit dem Partner darstellen.
  • Bei Verwendung von Kondomen kann man keine Kinder zeugen.
  • Die Verwendung von Kondomen erfordert oft eine Aushandlung zwischen den Partnern. Das kann schwierig sein und gelingt nicht immer.
  • Der Wunsch, Kondome zu benutzen, kann vom Partner als ein Zeichen von Misstrauen interpretiert werden.

PrEP könnte in diesen Fällen einen anderen Weg bieten, sich vor HIV zu schützen.

Warum würde jemand, der kein HIV hat, jeden Tag eine Pille nehmen? Eine Pille jeden Tag zu nehmen, um zu verhindern, dass etwas mit dem Körper passiert, ist kein neues oder fremdes Konzept. Millionen von Frauen nehmen täglich eine Pille ein, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Stellen Sie sich PrEP wie die Antibabypille vor, doch anstatt eine Schwangerschaft zu verhindern, reduziert die PrEP das Risiko für HIV.

Stand: 24.09.2018

Für wen ist PrEP sinnvoll?

PrEP ist für Personen gedacht, die nicht bereits mit HIV infiziert sind, aber ein hohes Risiko für eine HIV-Infektion haben. PrEP kann von Menschen (homo- oder heterosexuell) verwendet werden, die viele unterschiedliche Sexpartner haben oder häufig ohne Kondom Sex haben. Die PrEP kann auch von Menschen verwendet werden, deren Sexualpartner mit HIV infiziert ist und deren Infektion noch nicht mit Medikamenten behandelt wird, oder um den Zeitraum, bis diese Behandlung voll wirksam ist, zu überbrücken. Auch Personen, die sich Drogen injizieren und keinen ausreichenden Zugang zu sterilem Injektionsbesteck haben, können sich durch Einnahme einer PrEP vor HIV schützen.

Stand: 24.09.2018

Wie bekomme ich die PrEP?

In Deutschland können PrEP-Medikamente derzeit von jedem Arzt auf Privatrezept verschrieben werden. Das Gesundheitsministerium arbeitet derzeit an einem Gesetz, das eine Verschreibung auf Kassenrezept erlauben würde. Dieses Gesetz wird frühestens in Frühjahr 2019 in Kraft treten.
Seit Oktober 2017 gibt es die Möglichkeit, die sogenannte Blister-PrEP für rund 50 Euro pro 28 Tabletten* in ausgewählten Apotheken in mehreren deutschen Städten zu bekommen (weitere Informationen: https://www.aidshilfe.de/hiv-prep/bezug-kosten).
Weitere PrEP-Medikamente sind ab etwa 70 Euro für eine Monatspackung* auf Rezept in jeder Apotheke in Deutschland zu bekommen.
(* Preisstand 08/2018)

Stand: 24.09.2018

Welche Untersuchungen sollten vor und während einer PrEP durchgeführt werden?

Vor Beginn der Einnahme von PrEP-Medikamenten muss soweit wie möglich sichergestellt sein, dass noch keine HIV-Infektion vorliegt und dass keine anderen Probleme vorliegen, die zu erhöhten Risiken bei der Einnahme von PrEP-Medikamenten führen. Dafür sollten ein HIV-Labortest (der eine HIV-Infektion nach spätestens 6 Wochen sicher erkennt) und ein Test auf Hepatitis B durchgeführt sowie die Nierenwerte gemessen werden. Ein erneuter HIV-Test 4 Wochen nach PrEP-Beginn soll sicherstellen, dass zu PrEP-Beginn noch keine frische HIV-Infektion bestand, die noch nicht im Test nachgewiesen werden konnte.

Während der PrEP-Einnahme werden folgende Untersuchungen empfohlen:

Vor PrEP-Be­ginn4 Wo nach Prep-Be­ginnWäh­rend der PrEP-Ein­nah­me6 Wo nach Ende der PrEP
HIV-Testxxalle 3 Monatex
Syphilis-Testxalle 3-6 Monate
Hep. B-Testx
Hep. C-Testxalle 6-12 Monate
Ab­striche auf Gono­kokken und Chla­my­dienalle 3-6 Monate
Nieren­funk­tions­test (Krea­ti­nin im Serum)xalle 6-12 Monate

Stand: 24.09.2018

Wozu brauche ich regelmäßige HIV-Tests, wenn ich die PrEP nehme?

Wenn die PrEP nicht richtig durchgeführt wird, kann es zu einer HIV-Infektion kommen. Wird die Infektion dann nicht schnell festgestellt, kann HIV gegen das PrEP-Medikament resistent (unempfindlich) werden. Das Medikament kann dann zur Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr eingesetzt werden. Wichtig ist daher, unmittelbar vor dem Start der PrEP, vier Wochen nach Beginn der PrEP sowie im weiteren Verlauf mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchführen zu lassen.

Stand: 24.09.2018

Was sollte ich bedenken, wenn ich mit der PrEP wieder aufhören möchte?

Nach Ende der PrEP-Medikamenten­einnahme sollte überprüft werden, dass tatsächlich keine HIV-Infektion stattgefunden hat. Dazu sollte ca. 6 Wochen nach PrEP-Ende ein HIV-Test durchgeführt werden.

Stand: 24.09.2018

Was ist der Unterschied zwischen PEP und PrEP?

PEP (HIV-Postexpositions­prophylaxe) wird bis zu 28 Tage nach dem Geschlechts­verkehr oder einer anderen Exposition (z.B. Nadelstich­verletzung im Krankenhaus) eingenommen, wenn man davon ausgeht, dass dabei ein HIV-Infektions­risiko bestanden hat. Der Hauptunterschied zwischen PEP (Postexpositions­prophylaxe) und PrEP (Präexpositions­prophylaxe) besteht darin, dass PEP nach dem Risiko eingenommen wird, wenn jemand glaubt, dass er HIV ausgesetzt war, und PrEP wird vor dem Risiko fortlaufend eingenommen. Für die PEP wird üblicherweise eine Kombination von drei Medikamenten verschrieben, die über einen Zeitraum von 28 Tagen eingenommen werden. Für die PrEP wird eine Kombination von zwei Medikamenten verschrieben. Weitere Informationen über PEP finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen AIDS-Gesellschaft. Wenn Sie erwägen, eine PrEP zu beginnen, wird dringend empfohlen, dass Sie dies mit einem Arzt besprechen, der sich damit auskennt.

Stand: 24.09.2018

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