Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zum Einsatz von Cookies

Mit dem Klick auf "Erlauben" erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihren Aufenthalt auf der Seite anonymisiert aufzeichnen. Die Auswertungen enthalten keine personenbezogenen Daten und werden ausschließlich zur Analyse, Pflege und Verbesserung unseres Internetauftritts eingesetzt. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Dengue und zur Impfung

Stand: 7.5.2019

Was ist Dengue?

Dengue ist eine von Stechmücken (insb. der Gattung Aedes aegypti, gelegentlich auch Aedes albopictus) übertragene virale Erkrankung, die in den Tropen und Subtropen aller Kontinente auftritt. Drei Milliarden Menschen leben in Dengue-Risikogebieten. Es wird geschätzt, dass jährlich weltweit ca. 400 Millionen mit dem Virus infiziert werden, von denen ca. 25% mit klinischen Symptomen erkranken [1]. Die meisten Menschen erkranken ohne Symptome oder entwickeln eine milde fieberhafte Erkrankung. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten tritt eine schwere Verlaufsform auf, die sich 3-7 Tage nach Auftreten der ersten Symptome mit starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, schneller Atmung, blutenden Schleimhäuten, Bluterbrechen, Erschöpfung oder Unruhe ankündigen kann [2]. In besonders schweren Fällen kann es zu einer Schocksymptomatik kommen.

[1] Wilder-Smith A, Ooi EE, Horstick O, Wills B. Dengue. Lancet. 2019;393(10169):350-63.
[2] L'Azou M, Moureau A, Sarti E, Nealon J, Zambrano B, Wartel TA, et al. Symptomatic Dengue in Children in 10 Asian and Latin American Countries. N Engl J Med--New England Journal of Medicine. 2016;374(12):1155-66.

Stand: 07.05.2019

Wie häufig erkranken Reisende an Dengue?

Das Risiko für Reisende, an Dengue zu erkranken, ist von mehreren Faktoren abhängig, z.B. Reiseland (siehe WHO zur Dengue-Situation), Reisedauer, Saison, durchgeführte Mückenschutz-Maßnahmen, aktuelle Dengue-Aktivität vor Ort (z.B. Ausbruch) oder eine bereits in der Vergangenheit durchgemachte Denguevirus-Infektion. In einer niederländischen Studie aus dem Jahre 2011 mit 1.207 Reisenden wurde bei 1,2% eine Serokonversion (d.h. Kontakt mit dem Virus, entweder mit oder ohne klinische Erkrankung) festgestellt [1], eine schwere Form des Denguefiebers war nicht aufgetreten.

In Deutschland werden pro Jahr 600-800 Fälle von reise­assoziiertem Denguefieber gemeldet. Die Hauptinfektions­länder für deutsche Patienten sind beliebte Reiseländer in Süd- und Südost-Asien, sowie Süd- und Mittelamerika. Schwere Verläufe werden in Deutschland nur sehr selten gemeldet (Survnet-Daten des RKI: Von > 4000 gemeldeten Dengue­infektionen bei Reiserück­kehrern von 2013-2018 erfüllen nur 0,3% die Kriterien einer schweren Dengue-Erkrankung – keiner der Fälle wurde als verstorben übermittelt).

[1] Baaten GG, Sonder GJ, Zaaijer HL, van Gool T, Kint JA, van den Hoek A. Travel-related dengue virus infection, The Netherlands, 2006-2007. Emerg Infect Dis. 2011;17(5):821-8.

Stand: 07.05.2019

Ist man nach durchgemachter Infektion lebenslang immun gegen Dengue?

Es existieren vier verschiedene Serotypen (Untergruppen) des Virus. Nach durchgemachter Infektion mit einem Serotyp besteht eine vermutlich lebenslange Immunität für den infizierenden Serotyp und eine ca. 1-2 Jahre andauernde Kreuzimmunität für die anderen Serotypen [1], sodass man maximal bis zu 4-mal am Denguefieber erkranken kann. Bei einer Zweitinfektion besteht im Vergleich zu einer Erstinfektion ein geringfügig erhöhtes Risiko, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln: In Endemieländern erleiden ca. 0,5-2% bei einer Zweitinfektionen eine schwere Verlaufsform (bei Reisenden vermutlich seltener) [1]. Verantwortlich hierfür wird das sog. "antibody-dependent enhancement" gemacht, bei dem nicht-neutralisierende Antikörper, die bei der Erstinfektion gebildet werden, bei Infektion mit einem anderen Dengue Serotyp (Zweitinfektion) zu einer Infektionsverstärkung führen können.

[1] Wichmann O, Vannice K, Asturias EJ, et al. Live-attenuated tetravalent dengue vaccines: The needs and challenges of post-licensure evaluation of vaccine safety and effectiveness. Vaccine. 2017.

Stand: 07.05.2019

Für wen ist der Dengue-Impfstoff Dengvaxia® zugelassen?

Bei Dengvaxia® handelt es sich um einen attenuierten Lebendimpfstoff, der gegen alle vier Denguevirus-Serotypen gerichtet ist. Seit Oktober 2018 ist der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) auch für den Europäischen Markt zugelassen. Die Zulassung ist jedoch beschränkt auf Personen im Alter von 9 bis 45 Jahren, die in einem Endemiegebiet leben und zuvor bereits eine laborbestätigte Dengue-Infektion durchgemacht haben. Als Endemiegebiete fallen in das Zuständigkeitsgebiet der EMA die französischen Übersee-Departements und Übersee-Körperschaften wie z.B. La Réunion, Guadeloupe, Mayotte oder Französisch-Polynesien. Für Menschen, die in Endemiegebieten außerhalb der europäischen Union leben, gelten die Zulassungs­bestimmungen des jeweiligen Landes. Dengvaxia® hat in der Zulassung keine Indikation für die Anwendung bei Reisenden (die Anwendung wäre also ein Off-label-Gebrauch) und hat auch für die Praxis aufgrund des Impfschemas Limitationen (drei Impfdosen nach dem Schema 0-6-12 Monate). Zudem ist der Kreis der Personen begrenzt, die schon eine laborbestätigte Erstinfektion durchgemacht haben.

Stand: 07.05.2019

Wie wirksam und sicher ist der Impfstoff?

Die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs wurde in zwei großen Studien untersucht, an denen insgesamt über 31.000 Kinder zwischen 2 und 16 Jahren in Südostasien und Lateinamerika teilnahmen. Die Wirksamkeit des Impfstoffs lag in der Studie, die in Lateinamerika durchgeführt wurde, bei knapp 66% Prozent [1]. Die Wirksamkeit variierte je nach Serotyp, Alter und Dengue-Serostatus zum Zeitpunkt der Impfung (d.h. ob jemand schon vor Impfung eine Wildvirus-Infektion durchgemacht hat). Insgesamt war die Impfung gut verträglich. Verglichen mit den seronegativen Kontrollen (d.h. keine nachgewiesene frühere Dengueinfektion, keine Dengue-Impfung) hatten seronegative Impflinge (d.h. keine nachgewiesene frühere Dengueinfektion, aber Dengueimpfung) ein leicht aber signifikant erhöhtes Risiko für eine schwere Dengue-Erkrankung. Bei Personen, die früher schon einmal eine Dengue-Infektion gehabt haben und dann eine Impfung erhielten, war dieses Phänomen nicht nachweisbar. Auch die Wirksamkeit des Impfstoffs war bei ihnen höher. Daher sollte dieser Impfstoff nur Personen verabreicht werden, die zuvor bereits eine laborbestätigte Dengue-Infektion durchgemacht haben.

[1] Hadinegoro SR, Arredondo-Garcia JL, Capeding MR, Deseda C, Chotpitayasunondh T, Dietze R, et al. Efficacy and Long-Term Safety of a Dengue Vaccine in Regions of Endemic Disease. The New England Journal of Medicine. 2015;373(13):1195-206.

Stand: 07.05.2019

Wie können sich Reisende vor einer Dengueinfektion schützen?

Die wichtigste Maßnahme für Reisende, um sich vor der Erkrankung zu schützen, ist der konsequente Mückenschutz des ganzen Körpers, der Repellentien für die Haut und die Imprägnierung von Kleidung einschließt. Dieser Schutz ist vor allem am Tag anzuwenden, da die Dengue-übertragenden Mücken tagaktiv sind, aber auch nachts, wenn das Licht an ist.

Stand: 07.05.2019

Gibt es noch weitere Dengue-Impfstoffe?

Mehrere Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung, davon werden aktuell zwei Impfstoffe in Phase-3-Zulassungsstudien überprüft [1, 2].

[1] Torresi J, Ebert G, Pellegrini M. Vaccines licensed and in clinical trials for the prevention of dengue. Hum Vaccin Immunother. 2017;13(5):1059-72.
[2] Saez-Llorens X, Tricou V, Yu D, Rivera L, Jimeno J, Villarreal AC, et al. Immunogenicity and safety of one versus two doses of tetravalent dengue vaccine in healthy children aged 2-17 years in Asia and Latin America: 18-month interim data from a phase 2, randomised, placebo-controlled study. Lancet Infect Dis. 2018;18(2):162-70.

Stand: 07.05.2019

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.