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Warum empfiehlt die STIKO für bereits mit der 1. Impfstoffdosis Vaxzevria (AstraZeneca) geimpfte Personen im Alter von <60 Jahren ein heterologes Impfschema (2. Impfstoffdosis mit mRNA-Impfstoff)?

Nach der Standardvorgehensweise der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Entwicklung von Impfempfehlungen gibt die Kommission ihre Empfehlungen auf Basis der bestverfügbaren wissenschaftlichen Evidenz. Es gibt jedoch Fragestellungen, bei denen die Evidenzlage aufgrund noch fehlender Studienergebnisse nicht endgültig geklärt ist und eine Entscheidung auf Basis von Expert:innenmeinung getroffen werden muss. Dies trifft aktuell für die Empfehlung der STIKO zum weiteren Vorgehen nach der 1. Vaxzevria-Impfstoffdosis von AstraZenca bei <60-Jährigen zu.

Was empfiehlt die STIKO?
Die STIKO empfiehlt ein heterologes Impfschema, bei dem innerhalb einer Impfserie Impfstoffe verschiedener Technologien (Vektor- und mRNA-Impfstoff) zur Anwendung kommen. Das heißt, Personen <60 Jahren, die bereits eine 1. Dosis Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, soll nun anstelle der 2. Impfstoffdosis Vaxzevria (AstraZeneca) 9-12 Wochen nach der Erstimpfung eine Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten werden. Durch die 2. Impfstoffdosis wird die Impfserie vervollständigt. Aus den Zulassungsstudien zum Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) ist bekannt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs mit dem Abstand zur 1. Impfstoffdosis ansteigt und nach 12 Wochen die beste Wirksamkeit erreicht wird. Nach diesem Zeitpunkt nimmt der Impfschutz ab und eine Vervollständigung des Impfschemas mit einer zweiten Impfstoffdosis sollte erfolgen. Ob das auch für das heterologe Impfschema zutrifft, ist noch nicht geklärt.

Die STIKO betrachtet eine heterologe Impfung von Personen <60 Jahren nicht nur als wirksam, sondern auch als sicherer als die zweimalige Gabe der COVID-19-Vaccine Vaxzevria (AstraZeneca). Denn beide verfügbaren COVID-19-mRNA-Impfstoffe waren weder nach der 1. noch nach der 2. Impfstoffdosis mit einer erhöhten Anzahl thromboembolischer Ereignisse assoziiert. Sollten Studienergebnisse darauf hinweisen, dass durch das heterologe Impfen der erzielte Impfschutz hinter dem des homologen Impfschemas zurückbleibt, wird die STIKO die Impfempfehlung prüfen und ggf. weiterreichende Empfehlungen aussprechen.

Welche Überlegungen liegen dem heterologen Impfschema zugrunde?
Die Anwendung eines heterologen Impfschemas ist nichts gänzlich Neues. Andere Länder empfehlen in einigen Situationen ebenfalls ein heterologes Impfschema. So wird in den USA empfohlen, einen anderen Impfstoff für die 2. Impfstoffdosis zu verwenden, wenn der Impfstoff nicht vorrätig oder der Impfstoff der 1. Impfstoffdosis unbekannt ist.

Bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen richtet sich die Immunantwort gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein. Daher wird eine robuste Impfantwort auch bei Einsatz eines heterologen Impfschemas aus immunologischer Sicht als plausibel bewertet. Es gibt mehrere nationale und internationale Studien, die verschiedene heterologe Impfschemata untersuchen und Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit erheben. In einer groß angelegten Studie der Universität Oxford (https://comcovstudy.org.uk/home) werden verschiedene Impfstoffkombinationen in unterschiedlichen Impfabständen untersucht. Die ersten Ergebnisse sind jedoch erst in den nächsten Monaten zu erwarten. Ob das heterologe Impfschema eine vergleichbare Immunantwort auslöst oder vielleicht sogar zu einem besseren Impfschutz führt, werden die Ergebnisse zeigen. Expert:innen vermuten, dass durch die Kombination verschiedener Impftechnologien beide Mechanismen der Immunabwehr (humorale und zell-basierte Immunabwehr) angesprochen werden und die daraus resultierende Immunantwort der der homologen Impfung überlegen ist; dies ist gestützt durch die Ergebnisse tierexperimenteller Studien.

Stand: 12.05.2021

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