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Wirksamkeit (Stand: 1.6.2021)

Wie wirksam sind die mRNA-COVID-19-Impfstoffe?

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die COVID-19-mRNA-Impfstoffe (Comirnaty (BioNTech/Pfizer), COVID-19 Vaccine Moderna) eine hohe Wirksamkeit von etwa 95%. Was bedeutet das?

Für einen ausreichenden Impfschutz muss der Impfstoff zweimal verabreicht werden. Der in den klinischen Prüfungen dargestellte Impfschutz wurde ab dem Zeitpunkt 7 Tage (Comirnaty von BioNTech/Pfizer) bzw. 14 Tage (COVID-19 Vaccine Moderna) nach der 2. Impfung berechnet. Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war bei den gegen COVID-19 geimpften Personen um etwa 95% geringer als bei den nicht geimpften Personen. Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden also 20 von 1000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 1 von 1000 geimpften Personen. Wenn eine mit einem COVID-19-Impfstoff geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Schutz setzt auch nicht sofort nach der Impfung ein, und einige geimpfte Personen bleiben ungeschützt.

Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ist anzunehmen, dass die Virusausscheidung bei Personen, die sich trotz einer abgeschlossenen Impfserie mit SARS-CoV-2 infiziert haben, nach vollständiger Impfung stark reduziert ist und damit das Transmissionsrisiko vermindert ist (siehe "Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?"). Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach entsprechender Exposition trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei SARS-CoV-2 ausscheiden (nachgewiesen durch PCR-Testung). Die STIKO empfiehlt daher auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltag mit Maske, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten.

Stand: 07.04.2021

Wie wirksam ist der Vektor-basierte Impfstoff COVID-19 Vaxzevria (AstraZeneca)?

Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der der Vektor-basierte Impfstoff Vaxzervia von AstraZeneca unter Einhaltung des empfohlenen Abstands von 12 Wochen zwischen beiden Impfungen eine Wirksamkeit von bis zu 80% in allen Altersgruppen. Was bedeutet das?

Für einen ausreichenden Impfschutz soll der AstraZeneca-Impfstoff Vaxzervia 2-mal im Abstand von 12 Wochen verabreicht werden. Der Impfschutz wurde in den klinischen Studien 15 Tage nach Verabreichung der zweiten Dosis auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war bei den gegen COVID-19 geimpften Personen um bis zu 80% geringer als bei den nicht geimpften Personen. Die Wirksamkeit in Bezug auf die Verhinderung einer schweren COVID-19-Erkrankung wurde in einer Kohortenstudie untersucht, wobei nur Aussagen über die Effektivität nach der 1. Dosis getroffen werden können. Demnach liegt die Wirksamkeit der Impfung Vaxzervia von AstraZeneca zur Verhinderung einer Hospitalisierung bei etwa 95%. Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden nachfolgend noch 20 von 1000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 4 von 1000 geimpften Personen. Wenn also eine mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erkranken.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Schutz setzt auch nicht sofort nach der Impfung ein, und einige geimpfte Personen bleiben ungeschützt.

Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ist anzunehmen, dass die Virusausscheidung bei Personen, die sich trotz einer abgeschlossenen Impfserie mit SARS-CoV-2 infiziert haben, nach vollständiger Impfung stark reduziert ist und damit das Transmissionsrisiko vermindert ist (siehe "Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?"). Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach entsprechender Exposition trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei SARS-CoV-2 ausscheiden (nachgewiesen durch PCR-Testung). Die STIKO empfiehlt daher auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltag mit Maske, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten.

Stand: 07.04.2021

Wie wirksam ist der Vektor-basierte Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International?

Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Vektor-basierte Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International nach der empfohlenen einmaligen Impfdosis eine Wirksamkeit von etwa 65% in allen Altersgruppen. Die Wirksamkeit gegen Hospitalisierung liegt bei etwa 100%. Was bedeutet das?

Für einen ausreichenden Impfschutz braucht es bislang eine Dosis des Janssen-Impfstoffs. Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war bei den gegen COVID-19 geimpften Personen um 65% geringer als bei den nicht geimpften Personen. Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1.000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden nachfolgend noch 20 von 1.000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 7 von 1.000 geimpften Personen. Wenn also eine mit dem Impfstoff von Janssen-Cilag International geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erkranken bzw. nicht schwer erkranken.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Schutz setzt auch nicht sofort nach der Impfung ein und einige geimpfte Personen bleiben ungeschützt.

Die Impfung hat gemäß einer Interimanalyse der Zulassungsstudie eine Wirksamkeit von 74% gegen asymptomatische Infektionen. Damit kann man indirekt schlussfolgern, dass die Transmission vermindert ist. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass einige Menschen nach Exposition trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv getestet werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Daher ist es trotz Impfung notwendig sich und seine Umgebung zu schützen, indem die AHA + A + L-Regeln beachtet werden.

Stand: 27.05.2021

Kann es trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die COVID-19-Impfstoffe eine gute Wirksamkeit (siehe "Wie wirksam sind die mRNA-COVID-19-Impfstoffe?", "Wie wirksam ist der Vektor-basierte Impfstoff COVID-19 Vaxzevria (AstraZeneca)?" und "Wie wirksam ist der Vektor-basierte Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International?"). Es kann jedoch auch trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen, da die Impfung keinen 100%igen Schutz bietet.

Zu einer Erkrankung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde, die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt 5-6 Tage) oder
  • wenn eine Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt ist, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet werden konnte. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10-14 Tage nach Applikation der 1. Impfstoffdosis ein.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger stellt aber kein Versagen der COVID-19-Impfung dar. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen, die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder COVID-Infektion verwechselt werden sollten.

Für weitere Möglichkeiten, sich zusätzlich zur Impfung vor einer COVID-19-Erkrankung zu schützen, siehe die Frage "Wie kann man sich anderweitig vor COVID-19 schützen?".

Stand: 28.01.2021

Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?

Menschen, die eine Impfung gegen COVID-19 erhalten, sollten vollständig geimpft werden, d.h. 2 Impfstoffdosen im empfohlenen Abstand erhalten (3-6 Wochen Comirnaty von BioNTech/Pfizer, 4-6 Wochen COVID-19 Vaccine Moderna, 9-12 Wochen COVID-19 Vaccine AstraZeneca), damit eine starke Immunantwort induziert werden kann. Ziel ist es ein Immunescape der Viren, d.h. ein Umgehen der Immunantwort, und damit die Selektion von Escapemutanten, d.h. ein Entstehen von Virusmutanten mit neuen Fähigkeiten, zu verhindern. Die zeitgerecht verabreichte zweite Impfstoffdosis verringert die Wahrscheinlichkeit eines Immunescape wesentlich.

Aktuell ist davon auszugehen, dass die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die neuen Linien wirksam sind. Für die sich derzeit in Europa stark ausbreitende Linie B.1.1.7 sind die Auswirkungen auf die Effektivität der Impfstoffe als gering bis mäßig einzuschätzen. Die COVID-19-Impfstoffe induzieren neutralisierende Antikörper sowie eine T-Zell-Immunität gegen viele unterschiedliche Bereiche (Epitope) des Spike-Proteins des SARS-CoV-2-Virus. Es wird hier also eine polyklonale Immunantwort induziert. Hierdurch haben einzelne Mutationen in der Regel keinen sehr großen Einfluss auf die Wirksamkeit der Impfstoffe. Da alle verfügbaren COVID-19-Impfstoffe für das Spike-Protein kodieren, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Mutationen auf deren Wirksamkeit prinzipiell ähnlich sind. Sollte die Wirksamkeit der Impfstoffe jedoch durch weitere Mutationen der hier zirkulierenden Viren erheblich absinken, wäre es den Impfstoffherstellern möglich, die verfügbaren Impfstoffe innerhalb weniger Wochen entsprechend anzupassen.

Folgendes ist im Einzelnen bisher bekannt:

  • Seit Herbst 2020 sind in verschiedenen Weltregionen Virusvarianten aufgetreten, die sich durch eine besonders rasche Ausbreitung auszeichnen (s. Übersicht und Empfehlungen zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC) & Berichte zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland).
  • Unter diesen dominiert in Europa derzeit (Stand Feb. 2021) die Linie B.1.1.7 (mehrere Zehntausend Fälle); dagegen sind bislang kaum Infektionen mit den Linien Linie B.1.351 (ca. 350 Fälle) bzw. P.1 (ca. 30 Fälle) nachgewiesen worden.
  • Für die Linie B.1.1.7 zeigten sich in verschieden Studien bislang nur geringe bis mäßige Auswirkungen auf die Effektivität der Impfstoffe. Dies betrifft sowohl den Vektor-basierten Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca), als auch die mRNA-Impfstoffe Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bzw. die COVID-19 Vaccine Moderna.
  • Die bislang in Europa nur sehr selten nachgewiesenen Linien B.1.351 bzw. P.1 tragen weitere Mutationen (z.B. auch in der wichtigen Rezeptorbindestelle), die vermutlich die Wirksamkeit der Impfstoffe deutlicher reduzieren. Zwei (in Europa derzeit noch nicht zugelassene) Impfstoffe zeigten in unterschiedlichen Weltregionen etwas variierende Wirksamkeiten. Dies könnte auch durch die zirkulierenden Varianten beeinflusst und ein Hinweis auf eine etwas geringere klinische Wirksamkeit der Impfstoffe gegenüber diesen Varianten sein. Inwieweit auch andere Faktoren zu den beobachteten Unterschieden in der klinischen Wirksamkeit beigetragen haben, muss erst noch wissenschaftlich untersucht werden. Es gibt erste Hinweise, dass COVID-19-Erkrankungen trotz Impfungen bei Infektionen mit den Linien B.1.351 bzw. P.1 auftreten zwar können, jedoch der klinische Verlauf der COVID-19 Erkrankung insgesamt eher milde verläuft und die Impfstoffe eine deutliche Schutzwirkung in Bezug auf schwere Verläufe haben. Die Schutzwirkung gegen Erreger der Linie B.1.351 für den Vektor-basierten Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) lag in einer südafrikanischen Studie bei nur 10% für milde Infektionen, die nicht im Krankenhaus behandelt worden sind.

Stand: 19.02.2021

Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?

Daten aus Zulassungsstudien wie auch aus Untersuchungen im Rahmen der breiten Anwendung (sog. Beobachtungsstudien) belegen, dass die in Deutschland zur Anwendung kommenden COVID-19-Impfstoffe SARS-CoV-2-Infektionen (symptomatisch und asymptomatisch) in einem erheblichen Maße verhindern. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist bereits niedrig, aber nicht Null (für Definition „vollständig geimpft“ siehe FAQ zum Impfschema).
In welchem Maß die Impfung darüber hinaus die Übertragung des Virus weiter reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden. Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ist davon auszugehen, dass die Viruslast bei Personen, die trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infiziert werden, stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt ist.
In der Summe ist daher das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Dieses Risiko muss durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen zusätzlich reduziert werden. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten.

Aus Public-Health-Sicht erscheint durch die Impfung das Risiko einer Virusübertragung in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Diese Einschätzungen beruhen auf folgender Evidenz (für eine ausführliche Darstellung siehe auch: Wie gut schützt die COVID-19-Impfung vor SARS-CoV-2-Infektionen und -Transmission? Systematischer Review und Evidenzsynthese):

  • Die Impfung hat eine hohe Schutzwirkung (mindestens 80%) gegen schweres COVID-19, unabhängig vom verwendeten Impfstoff (Comirnaty von BioNTech/Pfizer, COVID-19-Vaccine von Moderna, Vaxzevria von AstraZeneca).
  • Die derzeitige Datenlage (zusammengefasst in der „Wissenschaftlichen Begründung der STIKO-Empfehlung“) zeigt darüber hinaus, dass die Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff wie auch mit mRNA-Impfstoffen zu einer deutlichen Reduktion der SARS-CoV-2-Infektionen (symptomatisch + asymptomatisch) führt (Vaxzevria von AstraZeneca bereits nach der 1. Dosis ca. 65%; Comirnaty von BioNTech/Pfizer nach der 2. Dosis ca. 90%).
  • Weitere Daten belegen, dass selbst bei Menschen, die trotz Impfung PCR-positiv werden, die Viruslast signifikant reduziert wird (Ct Shift) und weniger lange anhält (verkürztes Shedding).

Stand: 12.05.2021

Wie sind Erkrankungen nach COVID-19-Impfung („Impfdurchbrüche“) in Senior:innenheimen zu erklären?

In letzter Zeit wurde wiederholt über Ausbrüche von SARS-CoV-2-Infektionen in Senior:innen- und Pflegeheimen unter bereits geimpften Bewohner:innen berichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die COVID-19-Impfungen nicht schützen.

Untersuchungen von Ausbrüchen in Senior:innenheimen haben gezeigt, dass in der Regel geimpfte Personen nur leichte Symptome der COVID-19-Erkrankung aufwiesen oder häufig gänzlich symptomlos blieben (siehe auch FAQ: Kann es trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?). Hier wiesen nur positive Labortests auf eine mögliche Infektion hin. Positive PCR-Tests können also trotz Impfung vorkommen. Sie beweisen bei fehlenden Symptomen die gute Wirksamkeit der Impfung unter Personen, die häufig besonders schwer erkranken würden.

Durch die verstärkten Testungen (insbesondere im Rahmen von Screenings) können auch symptomlose Infektionen diagnostiziert werden. Hier liegt dann keine Erkrankung vor, die Infizierten gelten jedoch - trotz der reduzierten Viruslast - weiterhin noch als ansteckungsfähig, so dass auch hier durch Isolationsmaßnahmen eine Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindert werden soll. Screenings mittels Antigen-Tests oder PCR bleiben wichtig, um auch SARS-CoV-2-Überträger unter den Geimpften zu identifizieren. Es ist übrigens nicht davon auszugehen, dass die COVID-19-Impfung selbst positive Antigentests (Schnelltests) hervorruft (siehe FAQ: Hat die Impfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen einen Einfluss auf das Ergebnis von Antigentestungen?). Zu bedenken ist ferner auch, dass Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten werden können. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger stellt aber kein Versagen der COVID-19-Impfung dar; eine SARS-CoV-2-Infektion muss durch einen PCR-Test bestätigt werden. Zudem kann der Impfstoff kurz nach der Impfung leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen (siehe FAQ: Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?), die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder COVID-19-Erkrankung verwechselt werden sollten.

Sehr alte Menschen sind am meisten gefährdet, an COVID-19 schwer zu erkranken und auch zu versterben. Das Risiko für einen schweren und auch tödlichen Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion steigt mit steigendem Alter rapide an. In der derzeitigen pandemischen Situation, in der SARS-CoV-2 weltweit noch stark zirkuliert, ist es wichtig, dass insbesondere ältere Menschen so gut wie möglich vor COVID-19 geschützt werden.

Generell sind auch Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung zu erwarten, da zunächst vor allem alte Menschen mit zum Teil schweren Vorerkrankungen geimpft werden. Ein kausaler Zusammenhang ist dies aber nicht. Es gibt bislang keine Hinweise, dass die Sicherheit der Impfstoffe bei Senior:innen beeinträchtigt ist. Die Impfstoffe gelten auch in dieser Personengruppe als sicher und tragen nicht zu einer Erhöhung der Sterblichkeit bei. Es wird jedoch auch nach der Zulassung der Impfstoffe kontinuierlich weiter untersucht, ob Todesfälle durch die Impfung verursacht werden.

Mehr Informationen und konkrete Zahlen finden sich in den Sicherheitsberichten des PEI.

Stand: 05.03.2021

Wie wirksam sind die COVID-19-Impfstoffe nach der ersten Impfstoffdosis?

Für einen vollständigen Impfschutz sind für die mRNA-Impfstoffe (Moderna, BioNTech) und den Vektor-basierten Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca zwei Impfstoffdosen empfohlen (FAQ: Wer gilt als geschützt?).

Wann tritt die Wirkung der Impfung ein?

Wie auch bei anderen Impfungen, tritt die Wirkung der COVID-19-Impfstoffe in der Regel etwa 10-14 Tage nach der ersten Impfstoffgabe ein.

Wie gut schützt die erste Impfstoffdosis?

Bereits nach der ersten Impfstoffdosis bieten die COVID-19-Impfstoffe einen relevanten Schutz vor COVID-19. In einem Systematischen Review wurde die Wirksamkeit der COVID-19-Impfung zur Verhinderung von SARS-CoV-2-Infektionen (symptomatisch und asymptomatisch) nach der ersten Impfstoffdosis untersucht. Dabei wurden Studien zu mRNA-Impfstoffen und zum Vektor-basierten Impfstoff Vaxzevria berücksichtigt. Die Wirksamkeit lag, unabhängig vom verwendeten Impfstoff, zwischen ca. 60 und 70 %. Zum Vergleich: Nach der zweiten Impfstoffdosis lag die Wirksamkeit zur Verhinderung von Infektionen (symptomatisch und asymptomatisch) zwischen ca. 80 und 90 %.

Sowohl mRNA-Impfstoffe als auch der Vektor-basierte Impfstoff Vaxzevria bieten bereits nach einer Impfstoffdosis einen Schutz von etwa 80 % vor einer schweren COVID-19-Erkrankung (Hospitalisierung) (siehe 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung).

Wie lange hält die Wirkung an?

Der Schutz durch die erste Impfstoffdosis hält zunächst ohne einen Wirkverlust über mehrere Wochen an. Die Wirksamkeit der Impfung nach einer Impfstoffdosis scheint nach einer gewissen Zeit abzunehmen. So zeigen Daten einer Kohortenstudie in Schottland für den Impfstoff Comirnaty (BioNTech) eine Abnahme der Wirksamkeit gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung (Hospitalisierung) nach nur einer Impfstoffdosis von etwa 85 % (28-34 Tage nach Impfung) auf etwa 60 % (> 42 Tage nach Impfung). Es ist zu vermuten, dass die gebildeten Antikörper nach der ersten Impfung auf einem niedrigeren Ausgangsniveau liegen und ein Rückgang der Antikörper entsprechend schneller zu einem abnehmenden Schutz führt – der Schutz also weniger lang anhält – als nach zwei Impfungen.

Stand: 28.05.2021

Was ist bei einer bestehenden Immundefizienz und der Impfung gegen COVID-19 hinsichtlich der Impfstoffwirksamkeit zu beachten?

Die mRNA-Impfstoffe bewirken die Vervielfältigung kleiner Eiweißeinheiten im Zytoplasma (Spike-Proteine), die aber selbst nicht replikationsfähig sind. Die Vektorviren bei den Impfstoffen Vaxzevria (AstraZeneca) und COVID-19-Vaccine Janssen (Janssen-Cilag International) wurden so verändert, dass sie nicht vermehrungsfähig sind.

In Bezug auf die Wirksamkeit von Impfungen bei Immundefizienz ist durch die Erfahrung mit seit Jahrzehnten eingesetzten Totimpfstoffen bekannt, dass sie möglicherweise im Vergleich zu gesunden Personen vermindert sein kann. Dabei hängt das Ausmaß dieser Verminderung der Wirksamkeit vor allem von der Grunderkrankung, der eingesetzten Medikation und nicht zuletzt dem Alter der zu impfenden Person ab (Immunoseneszenz). Da in den Zulassungsstudien bislang keine Patient:innen mit Immundefizienz eingeschlossen waren, ist bei allen bisher zugelassenen Impfstoffen derzeit nichts Abschließendes bekannt. Auf Grund einer allgemeinen Nutzen-Risiko-Abwägung kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Nutzen der Impfung für immundefiziente Personen das Risiko in der Regel bei Weitem überwiegt.

Immunsupprimierende oder immunmodulierende Therapien sollten während der COVID-19-Pandemie auch bei einer Impfung unbedingt weitergeführt werden. Empfehlenswert für die bestmögliche Impfwirksamkeit ist gleichwohl eine möglichst geringe Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung, d.h., dass der Impfzeitpunkt zum Beispiel in die Mitte der Verabreichungsintervalle der immunsupprimierenden oder immunmodulierenden Medikation gelegt werden sollte. Bei geplanter antineoplastischer Therapie („Chemotherapie“) sollte die Impfung mindestens 2 Wochen vor deren Beginn erfolgen, um eine suffiziente Immunantwort zu ermöglichen.

Für weitere Details zum Impfen bei Immundefizienz siehe hier.

Stand: 01.06.2021

Hat die Einnahme von Antipyretika/Antiphlogistika wie Paracetamol oder Ibuprofen einen Einfluss auf die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen?

Die Datenlage zu den COVID-19-Impfstoffen ist aktuell nicht ausreichend, um eine sichere Aussage hinsichtlich eines Einflusses der genannten Medikamente auf die Wirksamkeit (Immunogenität) der Impfstoffe treffen zu können. So kann die Auswirkung der Gabe von Paracetamol an einzelne Proband:innen in den Zulassungsstudien von AstraZeneca und ihre Auswirkung auf die nachfolgende Immunität derzeit nicht beurteilt werden, da dem RKI keine Daten dazu vorliegen. Ebenso verhält es sich mit der in einigen Veröffentlichungen erwähnten Zeitangabe, fiebersenkende Medikamente nicht innerhalb von 6-8 Stunden nach Impfung zu geben.

Darüber hinaus ist für die COVID-19-Impfstoffe gegenwärtig noch kein serologisches Schutzkorrelat definiert, sodass nicht eingeschätzt werden kann, inwieweit ein evtl. niedrigerer Antikörperspiegel im Hinblick auf einen verminderten Schutz von klinischer Relevanz ist. Ebenso können Unterschiede zwischen den eingesetzten Medikamenten und deren Dosis derzeit nicht valide bewertet werden.

Expert:innen gehen aufgrund der Erkenntnisse aus Studien mit anderen Impfstoffen davon aus, dass eine prophylaktische Gabe von fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten nicht empfehlenswert ist. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand gibt es jedoch keine Evidenz, dass die Gabe dieser Medikamente beim Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen nach der Impfung den Impferfolg signifikant beeinflussen könnte.

Stand: 15.04.2021

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