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Fragen zur COVID-19-Impfempfehlung (Stand 13.4.2021)

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Die COVID-19-Impfung schützt vor COVID-19:

Die COVID-19-Impfung ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor COVID-19 aufzubauen:

Die COVID-19-Impfung trägt bedeutend zur Eindämmung der Pandemie bei:

  • Abstand halten und Maske tragen, Lüften – diese Maßnahmen sind ein wichtiger Baustein, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu reduzieren. Die Impfung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Sie hilft dem Immunsystem, wenn es mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommt, den Erreger zu bekämpfen.
  • Um die Pandemie zu bewältigen, sollten alle verfügbaren Bausteine zum Einsatz kommen.
  • Effektive und sichere Impfungen werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern.
  • Zunächst muss jedoch ein großer Anteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität in vergleichsweise kurzer Zeit ausgebildet.
  • Die STIKO bewertet in ihren Empfehlungen fortlaufend, wie ein optimaler Einsatz der Impfstoffe in der Bevölkerung aussehen sollte, um die größtmöglichen Effekte bei der Eindämmung der Pandemie und den individuellen Schutz vor schwerer Erkrankung zu gewährleisten.

Stand: 13.04.2021

Welche wichtigen Punkte und Neuerungen ergeben sich durch die 4. Aktualisierung der STIKO-Empfehlung im April 2021?

Die STIKO-Empfehlung basiert stets auf den derzeit besten verfügbaren, wissenschaftlichen Erkenntnissen. Neues Wissen wird fortlaufend bewertet und die Empfehlungen werden dementsprechend angepasst und aktualisiert.

Neue Empfehlung vom 01. April 2021 im Überblick:

  1. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19. Für die Impfung soll einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer, COVID-19-Vaccine von Moderna) oder einer der beiden zugelassenen Vektor- Impfstoffe (COVID-19 Vaccine Vaxzevria von AstraZeneca, COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson) verwendet werden. Eine begonnene Impfserie muss gegenwärtig mit demselben Produkt abgeschlossen werden; eine Ausnahme gilt bei der Impfung von Personen <60 Jahren, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine AstraZeneca erhalten haben (siehe unten). Die Impfstoffe werden hinsichtlich des Individualschutzes und der Bekämpfung der Pandemie als gleich geeignet beurteilt. Direkte Vergleichsstudien zwischen den verschiedenen Impfstoffen sind nur sehr begrenzt verfügbar. Die beiden mRNA-Impfstoffe und der Vektor-basierte Impfstoff von Janssen können in allen Altersgruppen eingesetzt werden, für die sie zugelassen sind. Für den Vektor-basierten COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca empfiehlt die STIKO eine Verwendung für alle Personen im Alter von ≥60 Jahren. Der Einsatz des COVID-19-Impfstoffs Vaxzevria von AstraZeneca für eine erste oder zweite Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich.
  2. Die COVID-19-Empfehlung der STIKO setzt sich aus der allgemeinen Impfempfehlung und einer Empfehlung zur Priorisierung zusammen. Es handelt sich während der Pandemie um eine Indikationsimpfempfehlung im Rahmen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Nach Zulassung des ersten COVID-19-Impfstoffs Ende 2020 wurde das bundesweite Impfprogramm mit der Impfung der Personengruppen der 1. Stufe mit dem höchsten Risiko begonnen. Bei zunehmender, aber weiterhin limitierter Impfstoffverfügbarkeit sollen Personengruppen der 2. Stufe geimpft werden, zu der nun auch Personen mit dialysepflichtiger, chronischer Nierenerkrankung gehören. Es folgen Menschen in der jeweils nachfolgenden Stufe.
  3. Die STIKO empfiehlt die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson. Dieser kann für alle Altersgruppen eingesetzt werden. Für alle Altersgruppen wurde eine Effektivität des Impfstoffs von etwa 65% gegen eine laborbestätigte COVID-19-Erkrankung ermittelt. Für den COVID-19-Impfstoff Janssen ist bisher nur eine Impfstoffdosis erforderlich, die intramuskulär (i.m.) zu applizieren ist. Die häufigsten lokalen Reaktionen waren Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 49%; Vergleichsgruppe: 17%). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 38%; Placebo: 22%) sowie Kopfschmerzen (Impfung: 39%, Vergleichsgruppe: 24%) die häufigsten Ereignisse.
  4. Die Entscheidung, den Impfstoff von AstraZeneca nun für ausschließlich ≥60-jährige Personen zu empfehlen, beruht auf intensiven Analysen der aktuellen, jedoch derzeit begrenzten Datenlage sowie der Berücksichtigung der gegenwärtigen pandemischen Lage. Nach der Impfung mit dem COVID-19 -Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca sind seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien bei Geimpften aufgetreten. Die Symptome traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf. Diese schweren, teilweise tödlich verlaufenden Nebenwirkungen wurden überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet. Es waren aber auch Männer und Ältere betroffen. Basierend auf der momentanen Datenlage empfiehlt die STIKO im Regelfall die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca nur Menschen im Alter von ≥60 Jahre, da in dieser Altersgruppe das Risiko schwer an COVID-19 zu erkranken und vielleicht zu sterben deutlich zunimmt und die Nutzen-Risiko-Abwägung eindeutig zu Gunsten der Impfung ausfällt. Obwohl deutlich mehr Frauen betroffen waren schränkt die STIKO nach Risiko-Nutzen-Abwägung ihre Empfehlung für beide Geschlechter ein; dies zumal alternative Impfstoffe ohne dieses Sicherheitssignal verfügbar sind. Der Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich.
  5. Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, gibt es noch keine wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit einer gemischten Impfserie. Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO für Personen <60 Jahre anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Weiterhin empfiehlt die STIKO eine Studie, die immunologische Effekte nach dem heterologen Impfschema untersucht.
  6. Für mit dem Vaxzevria-Impfstoff Geimpfte empfiehlt die STIKO eine Aufklärung darüber, bei Symptomen wie stark anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen verfahren werden soll. Treten diese Symptome mehrere Tage nach Impfung auf und halten an, soll umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Ärzt:innen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie in Kombination mit einer Thrombopenie achten, wenn sich Patient:innen vorstellen, die kürzlich mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca geimpft wurden. Dies gilt insbesondere, wenn Patient:innen über später als drei Tage nach der Impfung beginnende und dann anhaltende Kopfschmerzen klagen oder punktförmige Hautblutungen auftreten.
  7. Für eine vollständige Impfserie der beiden mRNA-Impfstoffe und des Vektor-basierten AstraZeneca-Impfstoffs sind zwei intramuskulär (i.m.) zu applizierende Impfstoffdosen notwendig. Unter Berücksichtigung der erfolgten Zulassungen und der vorliegenden Wirksamkeitsdaten empfiehlt die STIKO für die mRNA-Impfstoffe einen Abstand von 6 Wochen zwischen den beiden Impfstoffdosen. Für den Vektor-basierten Impfstoff AstraZeneca empfiehlt die STIKO die Impfstoffdosen im Abstand von 12 Wochen zu verabreichen.
  8. Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ist anzunehmen, dass die Virusausscheidung bei nach vollständiger Impfung Infizierten stark reduziert ist und damit das Risiko der Transmission vermindert ist. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach Kontakt mit dem Virus (Exposition) trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei das Virus SARS-CoV-2 ausscheiden (nachgewiesen durch PCR-Testung). Deshalb sollten auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen weiterhin eingehalten werden.
  9. Für Personen mit bekannten allergischen Erkrankungen ist bei der Impfung mit mRNA-Impfstoffen kein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen anzunehmen, sofern keine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der jeweiligen Vakzine (z. B. Polyethylenglykol im Falle der COVID-19 mRNA-Impfstoffe) vorliegt. Für das Vorgehen bei positiver Allergieanamnese vor COVID-19-Impfungen verweist die STIKO auf folgendes Flussdiagramm: Vorgehen bei positiver Allergieanamnese vor COVID-19-Impfung (mRNA–Impfstoffe) (PDF, 86 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

 

Die STIKO-Empfehlung basiert auf dem aktuellen Wissensstand und berücksichtigt daher nur die Impfstoffe, die bereits in Deutschland zugelassen sind und eingesetzt werden oder demnächst in Deutschland zum Einsatz kommen werden. Die Empfehlung wird im Sinne einer „Living Guideline“ fortlaufend durch die STIKO aktualisiert. Dies geschieht, sobald zusätzliche Impfstoffe in Deutschland zugelassen und verfügbar sind oder neue relevante Erkenntnisse mit Einfluss auf diese Empfehlung bekannt werden.  Die aktualisierte STIKO-Empfehlung mit wissenschaftlicher Begründung zur COVID-19-Impfung wird demnächst im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Aktuell ist die Empfehlung mit Hinweisen zur praktischen Umsetzung hier zu finden.

Stand: 01.04.2021

Wie werden neue Erkenntnisse oder neue Impfstoffe in der STIKO-Empfehlung berücksichtigt?

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Diese STIKO-Empfehlung basiert auf dem aktuellen Wissensstand und berücksichtigt daher nur die Impfstoffe, die zum Einsatz kommen werden. Die Empfehlung wird fortlaufend durch die STIKO aktualisiert werden, im Sinne einer „Living Guideline“. Dies geschieht, sobald zusätzliche Impfstoffe in Deutschland zugelassen und verfügbar sind oder neue relevante Erkenntnisse mit Einfluss auf diese Empfehlung bekannt werden. Die Publikation jeder Aktualisierung erfolgt ebenfalls im Epidemiologischen Bulletin und wird auf der RKI-Webpage bekannt gegeben.

Stand: 29.01.2021

Muss die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung veröffentlichen, damit mit dem Impfen begonnen werden kann?

Nein, grundsätzlich kann ein Impfstoff in Deutschland verwendet werden, sobald er von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) oder der Nationalen Zulassungsbehörde (Paul-Ehrlich-Institut) zugelassen ist. Die STIKO-Impfempfehlungen geben demgegenüber an, welche Impfungen für wen sinnvoll sind, um sich vor gefährlichen Infektionskrankheiten wie COVID-19 zu schützen.

Stand: 17.12.2020

Wie wurde die Impfempfehlung erarbeitet?

Seit Mitte Mai gibt es eine STIKO-Arbeitsgruppe zur COVID-19-Impfung. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Priorisierung beim Impfen. Denn bei eingeschränkter Verfügbarkeit kann der Impfstoff nur bestimmten Gruppen vorrangig zur Verfügung gestellt werden. Das sind Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko (z.B. medizinisches Personal) oder Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf (z.B. Patient:innen mit Grunderkrankungen) und einem hohen Sterblichkeitsrisiko sein (siehe auch "Für wen wird die COVID-19-Impfung empfohlen?").

Die Impfempfehlung wurde mit Hilfe eines Modells erarbeitet („mathematische Modellierung“): Das Modell stellt dar, mit welcher Impfstrategie und der Priorisierung welcher Gruppen am ehesten ein möglichst großer Schutz der Bevölkerung erreicht werden kann. Dabei werden verschiedene Annahmen berücksichtigt, z.B. welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden; wie viel Impfstoff verfügbar ist; und ob sich die Wirksamkeit des Impfstoffs in bestimmten Altersgruppen unterscheidet. Bei mehreren Impfstoffen mit möglicherweise unterschiedlicher Wirksamkeit, wird ihr gezielter Einsatz im Modell verglichen. In den vergangenen Monaten sind verschiedene COVID-19-Impfstoffe zugelassen worden und es werden voraussichtlich weitere zugelassen werden. Die Erkenntnisse zu Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe werden in aktuellen klinischen Studien gewonnen und laufend in den Impfempfehlungen der STIKO berücksichtigt (siehe aktuelle STIKO Empfehlung).

Stand: 29.01.2021

Warum war die STIKO so schnell in der Lage eine Impfempfehlung auszusprechen?

Häufig liegt zwischen Zulassung des Impfstoffs und der STIKO-Empfehlung eine gewisse Zeit. Für COVID-19 ergibt sich eine besondere Situation: Die Zulassungsbehörden haben bereits in der Entwicklungsphase eines neuen Impfstoffs nach und nach Daten vom Impfstoffhersteller übermittelt bekommen (Rolling Review) und entscheiden dann über eine Zulassung. Die STIKO hat zeitgleich und ebenfalls nach und nach die Daten der Impfstoffhersteller bewertet. Ziel dieser unabhängigen Arbeitsweise war es, zeitnah zur Zulassung des Impfstoffs eine wissenschaftliche Impfempfehlung der STIKO zu veröffentlichen (siehe auch: Impfempfehlungen der STIKO, Wie arbeitet die STIKO? Wie entstehen Impfempfehlungen der STIKO?). Die STIKO passt sich an besondere Situationen wie die der Corona-Pandemie an und konnte schnellere Empfehlungen abgeben, weil sie Vorüberlegungen für verschiedene Szenarien angestellt hat (siehe auch "Wie wurde die Impfempfehlung erarbeitet?").

Es ist davon auszugehen, dass die Empfehlung im Laufe des nächsten Jahres immer wieder überprüft und ggf. angepasst werden muss. Dies wird notwendig, wenn neue Erkenntnisse zu Erregereigenschaften von SARS-CoV-2 vorliegen, weitere COVID-19-Impfstoffe zugelassen werden, weitere Daten zur Impfstoffwirksamkeit und -sicherheit nach der Zulassung und Markteinführung (Postmarketing-Surveillance) verfügbar werden und sich der Gesamtzustand bzw. die epidemiologische Situation verändert.

Von der Zulassung zur Empfehlung Quelle: RKI

Stand: 17.12.2020

Warum empfiehlt die STIKO bei der Verabreichung des Vaxzevria (AstraZeneca) -Impfstoffs einen Impfabstand von 12 Wochen zwischen den beiden Impfstoffdosen?

Am 19.01.2021 hat die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) den COVID-19-Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca zugelassen. Es handelt sich dabei um einen Vektor-basierten Impfstoff und für einen optimalen Impfschutz ist die Verabreichung von zwei Impfstoffdosen notwendig. In der Zulassung wurde ein Abstand von 4 bis 12 Wochen zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis festgelegt.

Die STIKO hat den gesetzlichen Auftrag, Empfehlungen für den besten Einsatz zugelassener Impfstoff zu entwickeln und auszusprechen. In Bezug auf den optimalen Einsatz des Impfstoffs Vaxzevria (AstraZeneca) hat die STIKO intensiv die Daten aus den Zulassungsstudien geprüft.

In den Studien konnte gezeigt werden, dass der Abstand zwischen den beiden Impfstoffdosen die Effektivität der Impfung beeinflusst und ein verlängertes Dosisintervall einen positiven Effekt auf die Höhe des Impfschutzes hat.

Die Wirksamkeit einer 2-maligen Impfung, die im Abstand von 4-8 Wochen erfolgte, betrug 50,4% (95% KI 29,2-65,3), während die Effektivität bei einem Abstand von 8-12 Wochen 72,1% (95% KI 53,0-83,4) betrug und bei einem Impfintervall von >12 Wochen 75,4% (46,7-88,7).

Diese Ergebnisse werden durch Immunogenitätsdaten unterstützt, die zeigen, dass bei Verabreichung der Standarddosis eine Verlängerung des Dosisintervalls zu höheren Antikörperspiegeln führt und höhere GMT-Werten erreicht werden (<6 Wochen: 22.222 (95% KI 20.360 - 24.225) vs. 9-11 Wochen: 34.754 (95% KI 30.287 - 39.879).

Während die Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis zum Ende des von der Zulassung gedeckten Zeitintervalls die Wirksamkeit nach der 2. Dosis erhöhen soll, ist die Wirksamkeit der 1. Dosis ausreichend, um das Intervall bis zu 12 Wochen abzudecken. Wie auch bei anderen Impfungen, tritt die Wirkung dieses Impfstoffs in der Regel etwa 10-14 Tage nach der ersten Impfstoffgabe ein. Bereits nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis besteht somit ein relevanter Schutz, der ohne einen Wirkverlust über mehrere Wochen anhält und somit die Gabe der 2. Dosis zu einem möglichst späten - noch von der Zulassung gedeckten Zeitpunktes - ermöglicht.

Aus diesen Gründen hat die STIKO entschieden, für die Verabreichung des Vektor-basierten Impfstoffs Vaxzevria (AstraZeneca) einen Abstand von 12 Wochen zwischen den beiden Impfstoffdosen zu empfehlen.

Stand: 01.04.2021

Was bedeutete die neue STIKO-Empfehlung zu AstraZeneca für bereits einmalig Geimpfte <60 Jahren?

Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, gibt es noch keine wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit einer gemischten Impfserie. Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO für Personen <60 Jahre anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Hintergrund hierfür ist, dass der von einer 1-maligen AstraZeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach 12 Wochen abzunehmen beginnt.

Generell ist eine Entscheidung nach ärztlichem Ermessen für die erste oder zweite Impfstoffdosis mit der COVID-19 Vaccine Vaxzevria von AstraZeneca, die bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung getroffen wird, unabhängig vom Alter möglich. Bislang liegen keine Daten zum Risiko der Zweitimpfung vor.

Stand: 01.04.2021

Warum ist der AstraZeneca-Impfstoff nur noch für Personen ≥60 Jahre empfohlen?

Seit dem 01.04.21 empfiehlt die STIKO die Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca nur noch Personen im Alter von ≥60 Jahre.

Der Grund für diese Altersbeschränkung liegt in den seltenen Fällen von Thrombosen in Kombination mit Thrombopenien, die nach der Impfung bei wenigen Geimpften aufgetreten sind.

Diese schweren, teilweise tödlich verlaufenden Nebenwirkungen wurden überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet. Es waren aber auch Männer und Ältere betroffen. (siehe FAQ "Worauf sollten Personen <60 Jahre achten, die bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden?")

Die STIKO schränkt ihre Empfehlung deshalb nach einer Risiko-Nutzen-Abwägung für beide Geschlechter ein.

In der Altersgruppe der ≥60-jährigen nimmt das Risiko einer schweren bzw. tödlichen COVID-19-Erkrankung zu, sodass die Nutzen-Risiko-Abwägung hier eindeutig zu Gunsten der Impfung ausfällt:

Die Impfung mit AstraZeneca verhindert effektiv eine (schwere) COVID-19-Erkrankung in einer Bevölkerungsgruppe, die – verglichen mit Erkrankten der Altersgruppe 18-bis-60 Jahre - ein mehr als 60-mal höheres Risiko hat an COVID-19 zu versterben (Quelle: RKI-Meldedaten). Gleichzeitig traten 89% der gemeldeten thromboembolischen Ereignisse bei <60-Jährigen und damit nicht in dieser von COVID-19 besonders gefährdeten Altersgruppe ≥60 Jahre auf.

Die STIKO empfiehlt Personen ≥60 Jahre daher weiterhin die Impfung mit der COVID-19 Vaccine AstraZeneca. In der älteren Altersgruppe wird der Impfstoff im Allgemeinen besser vertragen und führt zu weniger häufigen und weniger schweren Impfreaktionen.

Darüber hinaus ist unabhängig vom Alter eine Entscheidung nach ärztlichem Ermessen für die erste oder zweite Impfstoffdosis mit Vaxzevria von AstraZeneca möglich, die bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung getroffen wird. Bislang liegen keine Daten zum Risiko bei Zweitimpfung vor.

Stand: 01.04.2021

Worauf sollten Personen achten, die bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden?

Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach Impfung auftreten und anhalten, sollten Patient:innen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Ärzt:innen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie in Kombination mit einer Thrombopenie achten, wenn sich Patient:innen vorstellen, die kürzlich mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca geimpft wurden. Dies gilt insbesondere, wenn Patient:innen über später als drei Tage nach der Impfung beginnende und dann anhaltende Kopfschmerzen klagen oder punktförmige Hautblutungen auftreten. Weitere Informationen und Hinweise zur Diagnostik und Therapie findet man in der Stellungnahme zu AstraZeneca der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH).

Grund für diese Hinweise sind spezielle Thrombosen bei Geimpften, die nach der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) aufgetreten sind (siehe FAQ "Warum ist die Impfung nur noch für Personen ≥60 Jahre empfohlen?"). Aufgefallen sind vor allem Hirnvenenthrombosen, sogenannte Sinusvenenthrombosen (SVT), mit Thrombozytopenie. Bei allen bekannten Fällen traten die Symptome 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf.

Sinusvenenthrombosen kommen auch unabhängig von der Impfung in der Allgemeinbevölkerung vor. Bei Frauen im Alter von 20-59 Jahren liegt die Hintergrundinzidenz bei 2,4/100.000. D.h. pro Jahr erkranken in der Allgemeinbevölkerung etwa 2 von 100.000 Frauen. Bei Männern der gleichen Altersgruppe ist die Hintergrundinzidenz niedriger (1,03/100.000). Vergleicht man die Zahl der beobachteten Fälle mit den erwarteten Fällen (observed versus expected Analyse) so ergibt sich jedoch ein deutliches Signal für eine Risikoerhöhung hinsichtlich des Auftretens einer SVT nach Vaxzevria-Impfung von AstraZeneca. Nach aktueller Datenlage ist etwa 1 von 100.000 geimpften Frauen im Alter von 18-59 Jahren an einer SVT mit Thrombozytopenie erkrankt. Es handelt sich hier also um ein seltenes, schwerwiegendes Ereignis. Es muss weiterhin betont werden, dass diese Zahlen mit einer deutlichen Unsicherheit behaftet sind. Eine genaue Abschätzung des Risikos wird erst in den nächsten Wochen möglich, wenn weitere Studien zur Assoziation und Häufigkeit durchgeführt werden.

Bisher wurden diese Nebenwirkungen überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet, aber auch Männer und Ältere waren betroffen (siehe FAQ "Warum ist die Impfung nur noch für Personen ≥60 empfohlen?"). Inwieweit die vermehrte Anwendung des Impfstoffs bei jüngeren Frauen eine Rolle für die beobachtete Geschlechts- und Altersverteilung spielt, ist noch unklar. Das Paul-Ehrlich-Institut und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) führen weitere Untersuchungen durch.

Stand: 01.04.2021

Warum empfiehlt die STIKO für bereits einmal mit Vaxzervria (AstraZeneca) geimpfte Personen im Alter von <60 Jahren ein heterologes Impfschema (2. Dosis mit mRNA-Impfstoff anstatt Vaxzevria)?

Auf Basis der aktuellen Daten besteht nach der Impfung mit dem Vaxzevria-Impfstoff von AstraZeneca bei Personen im Alter von <60 Jahren ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von seltenen Fällen von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien. Die STIKO empfiehlt daher für Personen <60 Jahre, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine Vaxzevria von AstraZeneca erhalten haben, anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung. Dieses Impfschema, das zwei Impfstoffe verschiedener Technologien kombiniert, wird als heterologes Impfschema bezeichnet. Die Immunantwort aller bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe richten sich gegen das gleiche Antigen, das sogenannte Spike-Protein.

Daher wird die Kombination dieser Impfstoffe als immunologisch plausibel bewertet. Es gibt mehrere internationale Studien, die das heterologe Impfschema untersuchen und Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit erheben. Die Ergebnisse werden jedoch erst in den nächsten Monaten erwartet. Ob das heterologe Impfschema eine vergleichbare Immunantwort auslöst oder vielleicht sogar zu einem besseren Impfschutz führt, werden die Ergebnisse zeigen.

Aus den Zulassungsstudien zum AstraZeneca-Impfstoff Vaxzevria ist bekannt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs mit dem Abstand zur Erstimpfung ansteigt und im Abstand von 12 Wochen die beste Wirksamkeit erreicht wird. Danach nimmt der Impfschutz wieder ab und man sollte daher mit einer Auffrischimpfung die Immunantwort erneut hervorrufen.

Da die beiden verfügbaren COVID-19-mRNA-Impfstoffe weder nach der ersten noch nach der zweiten Impfdosis mit dem Auftreten einer erhöhten Anzahl thrombotischer Ereignisse assoziiert waren und alle drei Impfstoffe eine Immunantwort gegen das gleiche Virusantigen (Spike-Protein) auslösen, betrachtet die STIKO eine heterologe Impfung von Personen <60 Jahren nicht nur als wirksam, sondern auch als sicherer als die zweimalige Gabe der COVID-19 Vaccine AstraZeneca.

Stand: 07.04.2021

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