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COVID-19-Impfempfehlung (Stand 3.12.2021)

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Die COVID-19-Impfung schützt vor COVID-19:

Die COVID-19-Impfung ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor COVID-19 aufzubauen:

Die COVID-19-Impfung trägt bedeutend zur Eindämmung der Pandemie bei! Darüber hinaus sind Abstand halten, Maske tragen und Lüften weitere wichtige Maßnahmen, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu reduzieren. Effektive und sichere Impfungen werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Dafür muss jedoch ein großer Anteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität in vergleichsweise kurzer Zeit ausgebildet. Die STIKO bewertet in ihren Empfehlungen fortlaufend, wie ein optimaler Einsatz der Impfstoffe in der Bevölkerung aussehen sollte, um die größtmöglichen Effekte bei der Eindämmung der Pandemie und den individuellen Schutz vor schwerer Erkrankung zu gewährleisten.

Stand: 29.10.2021

Welche Neuerungen ergeben sich durch die 14. Aktualisierung der STIKO-Impfempfehlung?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischimpfung.

Die STIKO bekräftigt jedoch ihre Empfehlung folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten:

  • Personen mit Immundefizienz,
  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren,
  • Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen,
  • Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen

Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden.

Die Auffrischimpfungen soll in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden. Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. Wurde bei der Grundimmunisierung ein mRNA-Impfstoff verwendet, soll möglichst der gleiche mRNA-Impfstoff für die Auffrischimpfung benutzt werden. Für Personen <30 Jahren wird ausschließlich der Einsatz von Comirnaty empfohlen. Hingegen sind für Personen im Alter ≥30 Jahren beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax) gleichermaßen geeignet.

Die Empfehlung zur Auffrischimpfung gilt auch für:

  • Schwangere ab dem 2. Trimenon
  • Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben: Auffrischimpfung in der Regel 6 Monate nach der vorangegangenen Impfung
  • Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben: Auffrischimpfung im Abstand von 6 Monaten zur Infektion
  • In Einzelfällen bei beruflicher Indikation (z. B. Tätigkeit im Seniorenheim oder Krankenhaus) bei Jugendlichen

Ziel der Ausweitung der bestehenden Empfehlung zur Auffrischimpfung ist neben der Aufrechterhaltung des Individualschutzes die Reduktion der Übertragung von SARS-CoV-2 in der deutschen Bevölkerung, um Infektionswellen abzuschwächen und zusätzliche schwere Erkrankungs- und Todesfälle zu verhindern.

Weitere Informationen gibt es in den FAQ Warum empfiehlt die STIKO, dass ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen bevorzugt berücksichtigt werden?, Warum ist die Auffrischimpfung ab 18 Jahren für alle sinnvoll? und Warum empfiehlt die STIKO die Auffrischimpfung in der Regel 6 Monate nach der Grundimmunisierung durchzuführen?

Die aktualisierte Empfehlung finden Sie hier.

Stand: 29.11.2021

Wem empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischimpfung.

Die STIKO bekräftigt jedoch ihre Empfehlung folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten (siehe FAQ Warum empfiehlt die STIKO, dass ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen prioritär berücksichtigt werden?):

  • Personen mit Immundefizienz,
  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren,
  • BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen. Aufgrund des erhöhten Ausbruchspotentials sind hier auch Bewohnende und Betreute im Alter von <70 Jahren eingeschlossen.
  • Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden.

Die Empfehlung zur Auffrischimpfung gilt auch für Schwangere ab dem 2. Trimenon.

Die Zulassung der Auffrischimpfung gilt ab 18 Jahren. Eine Auffrischimpfung kann in Einzelfällen bei beruflicher Indikation (z. B. Tätigkeit im Seniorenheim oder Krankenhaus) auch bei Jugendlichen erwogen werden.

Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen in der Regel 6 Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.

Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von 6 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Stand: 29.11.2021

Warum ist die Auffrischimpfung ab 18 Jahren für alle sinnvoll?

Die STIKO empfiehlt allen Personen im Alter ≥18 Jahren eine COVID-19-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Alle Erwachsenen können und sollten sich mittelfristig ein drittes Mal impfen lassen.

Generell gilt, dass gerade jüngere und gesunde Personen auch 6 Monate nach der Grundimmunisierung noch einen sehr guten Impfschutz vor einer schwerwiegenden Verlaufsform von COVID-19 haben. Allerdings nimmt der Schutz vor einer Infektion deutlich über die Zeit ab. Zudem lässt die Auffrischimpfung einen längerfristigen robusten Impfschutz erwarten. Eine Grundimmunisierung mit einer Auffrischimpfung zu kombinieren, ist bei anderen Impfungen mit Totimpfstoffen bereits ein etabliertes Vorgehen und ist aus immunologischer Sicht absolut sinnvoll.

Die Motivation in der aktuellen Situation auch jüngeren und gesunden Personen bereits nach 6 Monaten eine Auffrischimpfung zu empfehlen, besteht also neben der Aufrechterhaltung des Individualschutzes darin, die Übertragung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung zu reduzieren, um Infektionswellen abzuschwächen. Ein guter Individualschutz und eine reduzierte Transmission tragen dazu bei, schwere Erkrankungs- und Todesfälle zu verhindern. Somit entlasten Auffrischimpfungen mittelfristig das Gesundheitssystem in Deutschland und sind insbesondere mit Blick auf mögliche nachfolgende Infektionswellen besonders wichtig.

Stand: 29.11.2021

Warum empfiehlt die STIKO die Auffrischimpfung in der Regel 6 Monate nach der Grundimmunisierung durchzuführen?

Die STIKO empfiehlt, dass eine Auffrischimpfung in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen soll. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden.

Folgende Aspekte wurden dabei berücksichtigt:

  • Für einen guten Impfschutz ist bei immungesunden Personen aus immunologischer Sicht die Auffrischimpfung frühestens in einem Abstand von etwa 4 Monaten zur abgeschlossenen Grundimmunisierung sinnvoll.
  • Immungesunde Personen sind auch mindestens 6 Monate nach dem Abschluss der Grundimmunisierung noch gut vor schweren COVID-19-Erkrankungen geschützt.
  • Bei älteren Personen oder Personen mit Immundefizienz nimmt der Impfschutz meist schneller ab, daher sollten diese Gruppen auch prioritär geimpft werden.
  • Mit zunehmendem Zeitabstand zur Grundimmunisierung können sich auch Geimpfte mit SARS-CoV-2 infizieren und dann das Virus ohne eigene Symptome oder im Rahmen einer milden Erkrankung weitergeben. Eine Auffrischimpfung kann die SARS-CoV-2-Übertragung von infizierten Geimpften auf andere Personen deutlich reduzieren.

Der Abstand von 6 Monaten dient als Richtschnur. Wenn die Impfkapazitäten es zulassen kann der Impfabstand auch verkürzt werden. Insbesondere gefährdete Personen sollten prioritär geimpft werden.

Stand: 29.11.2021

Warum empfiehlt die STIKO, dass ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen bevorzugt berücksichtigt werden ?

Ältere und vorerkrankte Personen haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 sollten daher bei den Auffrischimpfungen bevorzugt berücksichtig werden. So fällt im höheren Alter die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und lässt mit der Zeit nach. Impfdurchbrüche treten vermehrt auf und es kommt häufiger zu schweren Krankheitsverläufen. Daher gilt es, diese Personen möglichst rasch gut zu schützen, auch um dadurch eine Entlastung der medizinischen Versorgungsstrukturen zu erreichen. Studien zeigen positive Effekte von Auffrischimpfungen mit einem deutlich verbesserten Impfschutz gegenüber SARS-CoV-2-Infektionen, schweren COVID-19-Erkrankungsverläufen, Hospitalisierungen und Tod in allen untersuchten Altersgruppen mit Auffrischimpfung im Vergleich zu Personen mit einer ≥ 5 Monate zurückliegenden Grundimmunisierung ohne Auffrischimpfung.

Die STIKO bekräftigt ihre bisherige Empfehlung, folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten: Personen mit Immundefizienz, Personen im Alter von ≥ 70 Jahren sowie Bewohner:innen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen, Pflegepersonal und andere Tätige in der Pflege sowie Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patient:innenkontakt.

Mittelfristig sollten alle Personen ≥ 18 Jahre eine Auffrischimpfung erhalten. Dies dient der Aufrechterhaltung des Individualschutzes sowie der Reduktion der Transmission von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung. Allerdings wird der gewünschte epidemiologische Effekt einer reduzierten Transmission erst bei hohen Impfquoten bei Auffrischimpfungen deutlich wirksam werden.

Mehr Informationen siehe auch „Welche Neuerungen bzw. Änderungen ergeben sich durch die 14. Aktualisierung der STIKO-Empfehlung im November 2021?“.

Stand: 29.11.2021

Warum sollten mit Janssen geimpfte Personen im Rahmen der Grundimmunisierung eine zweite Impfstoffdosis bekommen?

Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht (s. FAQ „Wie verhält es sich mit der Wirksamkeit und Impfdurchbrüchen beim Janssen Impfstoff (COVID-19 Vaccine Janssen)?“) und dass der Impfschutz nach einer 1-maligen Impfstoffdosis schneller abnimmt als nach einer 2-maligen Impfung. Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO Personen, die eine Grundimmunisierung mit einer Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung. Unabhängig vom Alter soll diesen Personen eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs (für Personen unter 30 Jahren Comirnaty, für Personen ab 30 Jahren Comirnaty oder Spikevax), ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung angeboten werden.

Wenn ≥ 4 Wochen nach der COVID-19-Vaccine Janssen-Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion aufgetreten ist, wird derzeit für die Grundimmunisierung keine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen (siehe FAQ "Wie sollten Personen geimpft werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten?"). Tritt die Infektion < 4 Wochen nach der Impfung auf, ist bei PCR-bestätigter Infektion zur Optimierung der Grundimmunisierung eine weitere Impfstoffdosis nach 6 Monaten empfohlen; bei serologischem Nachweis ist eine weitere Impfstoffdosis im Abstand von 4 Wochen zur Labordiagnose empfohlen.

Die STIKO empfiehlt darüber hinaus allen Personen ≥ 18 Jahre in der Regel 6 Monate nach erfolgter Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Für Personen von 18 bis unter 30 Jahren wird Comirnaty und für Personen ab 30 Jahren Comirnaty oder Spikevax (in der für die Auffrischimpfung reduzierten Dosierung von 50µg) empfohlen.

Stand: 03.12.2021

Wie werden die Impfempfehlungen erarbeitet?

Seit Mitte Mai 2020 gibt es eine STIKO-Arbeitsgruppe zur COVID-19-Impfung. Neben der Bewertung der neuen Impfstoffe bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit war ein Schwerpunkt ihrer Arbeit zunächst die Priorisierung beim Impfen. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit galt es Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko und Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf bzw. hohen Sterblichkeitsrisiko zu identifizieren.

Mittlerweile wurde die Empfehlung der STIKO zur COVID-19-Impfung mehrere Male überarbeitet und aktualisiert. Das ist notwendig, weil laufend neue Erkenntnisse zu dem Virus, der Erkrankung und den Impfungen dazu gewonnen werden und sich die epidemiologische Lage immer wieder verändert. Auch mathematische Modellierungen, welche direkten und indirekten Auswirkungen eine Empfehlung auf z.B. die Anzahl von Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfälle in verschiedenen Altersgruppen haben kann, werden berücksichtigt sowie die Impfbereitschaft und -akzeptanz in der Bevölkerung.

Die STIKO hat den Anspruch, ihre Empfehlungen auf Grundlage der besten verfügbaren Evidenz auszusprechen. Damit das gelingen kann, werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse sorgfältig aufbereitet und den Mitgliedern der STIKO verfügbar gemacht. Diese bewerten die Evidenz und fassen aufgrund dessen einen Beschluss. Danach erhalten zuständige Fachkreise (u.a. Fachgesellschaften) die Möglichkeit zu dem Beschluss Stellung zu beziehen. Diese Stellungnahmen werden wiederum von der STIKO in einem weiteren Schritt diskutiert und ggf. in der Empfehlung berücksichtigt. Am Ende steht eine (aktualisierte) Empfehlung zu den COVID-19-Impfungen im Sinne einer "Living Guideline".

Mit diesem Prozess der laufenden Berücksichtigung neuer Evidenzlagen und resultierenden Aktualisierungen der bestehenden Empfehlung stellt die STIKO sicher, dass das Impfen gegen COVID-19 stets auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht (www.rki.de/covid-19-impfempfehlung).

Stand: 29.09.2021

Worauf sollten Personen achten, die bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden?

Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach Impfung auftreten und anhalten, sollten Patient:innen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Ärzt:innen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie in Kombination mit einer Thrombopenie achten, wenn sich Patient:innen vorstellen, die kürzlich mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca geimpft wurden. Dies gilt insbesondere, wenn Patient:innen über später als drei Tage nach der Impfung beginnende und dann anhaltende Kopfschmerzen klagen oder punktförmige Hautblutungen auftreten. Weitere Informationen und Hinweise zur Diagnostik und Therapie findet man in der Stellungnahme zu AstraZeneca der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH).

Grund für diese Hinweise sind spezielle Thrombosen bei Geimpften, die nach der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) aufgetreten sind. Aufgefallen sind vor allem Hirnvenenthrombosen, sogenannte Sinusvenenthrombosen (SVT), mit Thrombozytopenie. Bei allen bekannten Fällen traten die Symptome 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf.

Sinusvenenthrombosen kommen auch unabhängig von der Impfung in der Allgemeinbevölkerung vor. Bei Frauen im Alter von 20-59 Jahren liegt die Hintergrundinzidenz bei 2,4/100.000. D.h. pro Jahr erkranken in der Allgemeinbevölkerung etwa 2 von 100.000 Frauen. Bei Männern der gleichen Altersgruppe ist die Hintergrundinzidenz niedriger (1,03/100.000). Vergleicht man die Zahl der beobachteten Fälle mit den erwarteten Fällen (observed versus expected Analyse) so ergibt sich jedoch ein deutliches Signal für eine Risikoerhöhung hinsichtlich des Auftretens einer SVT nach Vaxzevria-Impfung von AstraZeneca. Nach aktueller Datenlage ist etwa 1 von 100.000 geimpften Frauen im Alter von 18-59 Jahren an einer SVT mit Thrombozytopenie erkrankt. Es handelt sich hier also um ein seltenes, schwerwiegendes Ereignis. Es muss weiterhin betont werden, dass diese Zahlen mit einer deutlichen Unsicherheit behaftet sind. Eine genaue Abschätzung des Risikos wird erst in den nächsten Wochen möglich, wenn weitere Studien zur Assoziation und Häufigkeit durchgeführt werden.

Bisher wurden diese Nebenwirkungen überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet, aber auch Männer und Ältere waren betroffen. Inwieweit die vermehrte Anwendung des Impfstoffs bei jüngeren Frauen eine Rolle für die beobachtete Geschlechts- und Altersverteilung spielt, ist noch unklar. Das Paul-Ehrlich-Institut und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) führen weitere Untersuchungen durch.

Stand: 01.04.2021

Warum empfiehlt die STIKO für bereits mit der 1. Impfstoffdosis Vaxzevria (AstraZeneca) geimpfte Personen unabhängig vom Alter ein heterologes Impfschema (2. Impfstoffdosis mit mRNA-Impfstoff)?

Unter dem heterologen Impfschema versteht man eine Grundimmunisierung mit Impfstoffen verschiedener Technologien. Für alle Personen, unabhängig von ihrem Alter, die bereits eine 1. Impfstoffdosis Vaxzevria (Vax) erhalten haben, empfiehlt die STIKO die Fortsetzung der Impfserie mit einer Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs (Comirnaty [Com] von BioNTech/Pfizer, Spikevax von Moderna). Zwischen den Impfstoffdosen wird ein Abstand von mindestens 4 Wochen empfohlen.

Um die verfügbaren Impfstoffkontingente sinnvoll zu nutzen, ist die Anwendung der heterologen Vax/mRNA-Impfung aufgrund des kürzeren Impfabstands vor allem für diejenigen Menschen relevant, die gerade erst mit Vaxzevria geimpft wurden oder deren Vaxzevria-Impfung noch bevorsteht. Wenn der Termin für die 2. Impfstoffdosis Vaxzevria in Kürze ansteht, kann dieser durchaus akzeptiert werden, da eine zweimalige Vaxzevria-Impfung (homologes Vax/Vax-Schema) ebenfalls sehr gut vor schweren Infektionen mit der Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus schützt.

Die umgekehrte Reihenfolge der Impfstoffe ist keinesfalls empfohlen, da auf Basis immunologischer Befunde der erreichte Impfschutz nicht besser ist als nach 2 Impfstoffdosen Vaxzevria. Es gilt zu beachten, dass die STIKO empfiehlt, den Impfstoff Vaxzevria für Personen ≥60 Jahre zu verwenden. Grund sind seltene Fälle von Thrombose mit Thrombozytopenie Syndrom (TTS).

Wesentliche Gründe für die Ausweitung der Empfehlung des heterologen Impfschemas (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) auf alle Altersgruppen sind

(1) eine erhöhte Immunogenität und damit die Erwartung einer verbesserten Schutzwirkung
Studien zeigen, dass die erzielte Immunantwort nach heterologem Vax/mRNA Impfschema deutlich stärker und vermutlich aufgrund der deutlich höheren Antikörperkonzentrationen auch dauerhafter ist als die Immunantwort nach einer homologen Vax/Vax Impfserie.

(2) eine vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitrahmen im Vergleich zum homologen Impfschema von Vaxzevria.
Der zeitnahe Abschluss einer Impfserie ist vor dem Hintergrund der aufkommenden Delta-Variante in Deutschland besonders wichtig, da Studien belegen, dass der Impfschutz nach abgeschlossener Grundimmunisierung den Schutz einer einzigen Impfstoffdosis deutlich übertrifft (siehe FAQ "Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?"). Über 60-Jährige, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf aufweisen, können durch die heterologe Impfung deutlich schneller (optimal) geschützt werden (≥ 4 Wochen bei Vax/mRNA vs. 9-12 Wochen bei Vax/Vax).

Studienergebnisse zeigen, dass das heterologe Impfschema im Vergleich zum homologen Impfschema bei einem Impfabstand von 28 Tagen kurzfristig etwas reaktogener ist. Die Impfreaktionen sind jedoch im Allgemeinen nicht schwer und dauern im Regelfall nur wenige Tage an.

Weitere Hintergrundinformationen und Studienergebnisse zum heterologen Impfschema sind der wissenschaftlichen Begründung zur STIKO-Empfehlung zu entnehmen: 8. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung

Stand: 09.07.2021

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