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COVID-19-Impfempfehlung (Stand 31.3.2022)

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Die COVID-19-Impfung schützt vor COVID-19:

Die COVID-19-Impfung ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor COVID-19 aufzubauen:

Die COVID-19-Impfung trägt bedeutend zur Eindämmung der Pandemie bei! Darüber hinaus sind Abstand halten, Maske tragen und Lüften weitere wichtige Maßnahmen, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu reduzieren. Effektive und sichere Impfungen werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Dafür muss jedoch ein großer Anteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität in vergleichsweise kurzer Zeit ausgebildet. Die STIKO bewertet in ihren Empfehlungen fortlaufend, wie ein optimaler Einsatz der Impfstoffe in der Bevölkerung aussehen sollte, um die größtmöglichen Effekte bei der Eindämmung der Pandemie und den individuellen Schutz vor schwerer Erkrankung zu gewährleisten.

Stand: 29.10.2021

Welche Neuerungen ergeben sich durch die 19. Aktualisierung der STIKO-Impfempfehlung?

In der 19. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung empfiehlt die STIKO Personen, die mit einem nicht in der EU zugelassenen inaktivierten Ganzvirusimpfstoff (CoronaVac von Sinovac, Covilo von Sinopharm und Covaxin von Bharat Biotech International Ltd.) oder mit dem Vektor-basierten Impfstoff Sputnik V von Gamaleja grundimmunisiert wurden, zur Optimierung ihres Impfschutzes eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach den bestehenden STIKO-Empfehlungen.

Um bestmöglich gegen eine SARS-CoV-2 Infektion geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO Personen, die vollständig (2-malig) mit einem oben genannten, nicht in der EU zugelassenen, inaktivierten Ganzvirusimpfstoff oder mit dem Vektor-basierten Impfstoff Sputnik V grundimmunisiert sind und ggf. bereits eine Auffrischimpfung erhalten haben, eine 1-malige Impfung mit einem mRNA-Impfstoff im Mindestabstand von 3 Monaten zur letzten Impfung (s. FAQ „Wie sollen Personen geimpft werden, die mit den nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen Sinovac, Sinopharm, Bharat Biotech International Ltd. oder Sputnik V geimpft wurden?“). Ist nach abgeschlossener Grundimmunisierung mit einem der oben genannten nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion aufgetreten, soll die mRNA-Impfung frühestens 3 Monate später verabreicht werden.

Auf Grund der unzureichenden Evidenzlage zur heterologe Grundimmunisierung und um einen guten Impfschutz sicherzustellen, sollen Personen, die bisher nur eine Impfstoffdosis mit einem der oben genannten Impfstoffe erhalten haben, eine neue Impfserie mit Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung gemäß STIKO-Empfehlungen bekommen. Die neue Impfserie soll im Mindestabstand von 4 Wochen zur vorangegangenen COVID-19-Impfung erfolgen.

Aktuelle Daten zeigen, dass nach der Grundimmunisierung mit inaktivierten Ganzvirusimpfstoffen, die bisher nicht in der EU zugelassen sind, eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff zu einem guten Schutz führt. Dieser ist vergleichbar mit dem Schutz, der nach einer 3-maligen mRNA-Impfung vorliegt. Für Sputnik V fehlen entsprechende Daten. Es wurde jedoch gezeigt, dass durch ein heterologes Impfschema von Vektor-basierter Grundimmunisierung, gefolgt von einer Auffrischimpfung mit mRNA-Impfstoffen eine gute Immunantwort erzielt werden kann. Aufgrund des analogen Wirkmechanismus von Vektor-basierten Impfstoffen wird ein ähnlich guter Impfschutz nach mRNA-Auffrischimpfung bei Personen angenommen, die zur Grundimmunisierung Sputnik V erhielten, wie bei Personen, die eine Grundimmunisierung mit den EU-zugelassenen Impfstoffen Vaxzevria oder COVID-19 Vaccine Janssen bekommen haben. Für Personen, die einen anderen in der EU nicht zugelassenen Impfstoff erhalten haben, gilt weiterhin die Empfehlung einer erneuten Impfserie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff.

Stand: 31.03.2022

Warum empfiehlt die STIKO allen Personen ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung?

Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung in einem Zeitfenster von 3 bis 6 Monaten nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung (s. 17. Aktualisierung). Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollen möglichst frühzeitig ihre Auffrischimpfung bekommen, damit während der derzeit laufenden Infektionswelle symptomatische SARS-CoV-2-Infektionen und Erkrankungen soweit wie möglich reduziert werden. Bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO einen eher größeren Impfabstand von bis zu 6 Monaten, da dadurch aus immunologischen Gründen ein besserer Langzeitschutz erzielt werden kann.

Die STIKO empfiehlt allen Personen im Alter ≥18 Jahren eine COVID-19-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem vollendeten 3. Monat nach Abschluss der Grundimmunisierung. Dies gilt auch für Schwangere ab dem 2. Trimenon. Auf Grund des höheren Risikos für einen schweren Verlauf von COVID-19 und auf Grund der Tatsache, dass bei älteren Personen und bei Personen mit Immundefizienz der Impfschutz meist schneller abnimmt, sollen ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen unbedingt bevorzugt berücksichtigt werden.

Die STIKO empfiehlt die generelle Auffrischimpfung aller Personen ab 12 Jahren, da der Schutz vor einer Infektion über die Zeit deutlich abnimmt. Mit zunehmendem Zeitabstand zur Grundimmunisierung können sich auch Geimpfte mit SARS-CoV-2 infizieren und dann das Virus ohne eigene Symptome oder im Rahmen einer milden Erkrankung weitergeben. Eine Auffrischimpfung kann die SARS-CoV-2-Übertragung von infizierten Geimpften auf andere Personen deutlich reduzieren. Zudem lässt die Auffrischimpfung einen längerfristigen robusten Impfschutz erwarten. Eine Grundimmunisierung mit einer Auffrischimpfung zu kombinieren, ist bei anderen Impfungen mit Totimpfstoffen bereits ein etabliertes Vorgehen und ist aus immunologischer Sicht absolut sinnvoll.

Die STIKO empfiehlt in der 16. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung eine Verkürzung des Impfabstands zwischen Grundimmunisierung bzw. Infektion und Auffrischimpfung auf einen Zeitraum ab 3 Monate. Grund dafür ist die aktuelle Verbreitung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2. Aktuelle Daten deuten nach abgeschlossener Grundimmunisierung auf einen deutlich verringerten Impfschutz gegenüber der Omikron-Variante hin. Dieser nimmt bereits 3 bis 4 Monaten nach Grundimmunisierung deutlich ab. Nach Verabreichung einer Auffrischimpfung steigt die Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen Infektion und schweren Erkrankung mit der Omikron-Variante jedoch wieder deutlich an. Die STIKO weist darauf hin, dass auf Grund der eingeschränkten Datenlage aktuell keine Aussagen über die Schutzdauer nach Auffrischimpfung unter der Omikron-Variante getroffen werden können. Durch die Verkürzung des Impfabstands soll der Schutz vor schweren Verläufen von COVID-19 in der Bevölkerung verbessert und die Transmission der sich ausbreitenden Omikron-Variante vermindert werden.

Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen mindestens 3 Monaten nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.

Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von mindestens 3 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Mit der 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung empfiehlt die STIKO eine 2. Auffrischimpfung für Menschen ab 70 Jahren, BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem PatientInnen- und BewohnerInnenkontakt). Weitere Informationen in der FAQ „Warum wird bestimmten Bevölkerungsgruppen eine 2. Auffrischimpfung empfohlen?“.

Stand: 15.02.2022

Warum wird bestimmten Personengruppen eine 2. Auffrischimpfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt in der 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung gesundheitlich besonders gefährdeten bzw. exponierten Personengruppen eine 2. Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach abgeschlossener Grundimmunisierung und 1. Auffrischimpfung. Demnach sollen folgende Personengruppen eine 2. Auffrischimpfung erhalten:

  • Menschen ab 70 Jahren
  • BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren
  • Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem Kontakt zu PatientInnen und BewohnerInnen).

Ziel der 2. Auffrischimpfung für besonders vulnerable Personengruppen ist die Verhinderung von schweren COVID-19-Krankheitsverläufen und -Todesfällen. Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach 1. Auffrischimpfung gegen symptomatische Infektionen mit der zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt. Dies ist insbesondere für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, da diese das höchste Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf nach einer Infektion haben. Auf Grund ihres Alters und der Immunschwäche kann davon ausgegangen werden, dass ihr Impfschutz generell geringer ausfällt als bei jüngeren und immungesunden Menschen; auch schwere Omikron-Infektionen können in diesen Personengruppen weniger effektiv verhindert werden. Durch die 2. Auffrischimpfung soll ihr individueller Schutz verbessert werden. Auch BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe sollen unabhängig von ihrem Alter eine 2. Auffrischimpfung erhalten, da sie durch eine erhöhte Ausbruchsgefahr in der Einrichtung zusätzlich gefährdet sind.

Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen soll durch die 2. Auffrischimpfung individuell besser geschützt werden, da es durch den vermehrten Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat. Ein weiteres Ziel ist dabei die Aufrechterhaltung der medizinischen und pflegerischen Versorgung durch Verringerung von Isolation und Quarantänemaßnahmen.

Die 2. Auffrischimpfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen soll die 2. Auffrischimpfung frühestens nach 6 Monaten erhalten. In begründeten Einzelfällen kann die 2. Auffrischimpfung auch bereits nach frühestens 3 Monaten erwogen werden.

Für Personen ohne besondere gesundheitliche Gefährdung gilt, dass sie nach erfolgter 1. Auffrischimpfung immer noch gut vor einem schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung geschützt sind.

Stand: 15.02.2022

Warum sollten mit Janssen geimpfte Personen im Rahmen der Grundimmunisierung eine zweite Impfstoffdosis bekommen?

Bisher war die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen in der Europäischen Union mit einer Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung zugelassen. Daten deuten jedoch darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht (s. FAQ „Wie verhält es sich mit der Wirksamkeit und Impfdurchbrüchen beim Janssen Impfstoff (COVID-19 Vaccine Janssen)?“) und dass der Impfschutz nach einer 1-maligen Impfstoffdosis schneller abnimmt als nach einer 2-maligen Impfung. Laut aktueller COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung und Coronavirus-Einreiseverordnung vom 14.01.2022 liegt ein vollständiger Impfschutz auch bei COVID-19 Vaccine Janssen erst nach Erhalt von zwei Impfstoffdosen vor (s. auch FAQ „Wer gilt laut rechtlichen Verordnungen als vollständig geimpft bzw. genesen?“). Die STIKO empfiehlt Personen, die eine Grundimmunisierung mit einer Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung. Unabhängig vom Alter soll diesen Personen eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs (für Personen unter 30 Jahren Comirnaty, für Personen ab 30 Jahren Comirnaty oder Spikevax), ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung angeboten werden. Im Dezember 2021 wurde eine 2. Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen als Zweitimpfung im Abstand von mindestens 2 Monaten zur 1. Impfstoffdosis von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. Die STIKO empfiehlt jedoch weiterhin allen Personen ab 18 Jahre, die eine 1. Impfstoffdosis der COVID-19-Vaccine Janssen erhalten haben, eine 2. Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff (heterologes Impfschema). Im Vergleich zur 2-maligen Gabe der COVID-19 Vaccine Janssen (homologes Impfschema) verspricht dieses Impfschema eine höhere Wirksamkeit (s. 17. Aktualisierung).

Die Empfehlungen zur Durchführung der Grundimmunisierung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sind in der FAQ "Wie sollten Personen geimpft werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten?" beschrieben.

Die STIKO empfiehlt darüber hinaus auch weiterhin eine 3. Impfstoffdosis (Auffrischimpfung) im Abstand von mindestens 3 Monaten zur 2. Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff. Für Personen von 18 bis unter 30 Jahren wird Comirnaty und für Personen ab 30 Jahren Comirnaty oder Spikevax (in der für die Auffrischimpfung reduzierten Dosierung von 50µg) empfohlen.

Stand: 20.01.2022

Wem empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung mit Nuvaxovid?

Die STIKO empfiehlt neben den bisherigen COVID-19-Impfstoffen den Impfstoff Nuvaxovid von Novavax zur Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren. Hierbei sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen zu geben.

Des Weiteren gilt:

  • Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Eine Impfung mit Nuvaxovid kann jedoch in Einzelfällen nach ausführlicher Aufklärung erwogen werden, wenn bei einer Schwangeren oder Stillenden eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation für mRNA-Impfstoffe besteht (siehe FAQ Welche medizinischen Gründe (Kontraindikationen) sprechen gegen die COVID-19-Impfung?). Eine akzidentielle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.
  • Die STIKO empfiehlt die Anwendung des Impfstoffes Nuvaxovid bei Kindern und Jugendlichen <18 Jahren aufgrund fehlender Daten nicht. Der Impfstoff ist in dieser Altersgruppe darüber hinaus noch nicht zugelassen.
  • Immundefiziente Patienten, die eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegenüber COVID-19-Impfstoffen aufweisen oder die auf die bisher verfügbaren Impfstoffe keine messbare Immunantwort gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben, können mit Nuvaxovid geimpft werden.
  • Ungeimpfte Personen mit einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion können eine Impfstoffdosis Nuvaxovid zur Vervollständigung der Grundimmunisierung erhalten.
  • Besteht nach Verabreichung eines COVID-19-Impfstoffs eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen eine Fortführung der Impfserie mit dem verwendeten COVID-19-Impfstoff, kann die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid vervollständigt werden.
  • Obwohl Nuvaxovid bisher nicht zur Auffrischimpfung zugelassen ist, kann Nuvaxovid bei produktspezifischen, medizinischen Kontraindikationen gegenüber mRNA-Impfstoffen zur Auffrischimpfung verwendet werden.

Stand: 15.02.2022

Braucht man nach einer Grundimmunisierung mit Nuvaxovid (Novavax) eine Auffrischung und mit welchem Impfstoff sollte diese erfolgen?

Die STIKO empfiehlt die Auffrischimpfung für alle Personen ab 12 Jahre, deren Grundimmunisierung i.d.R. mind. 3 Monate her ist (siehe auch Warum empfiehlt die STIKO allen Personen ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung?). Das heißt, eine Auffrischimpfung ist auch für Personen empfohlen, die mit 2 Impfstoffdosen Nuvaxovid grundimmunisiert wurden.

Zurzeit ist die Verwendung von Nuvaxovid von den Zulassungsbehörden aber nur zur Grundimmunisierung zugelassen. Daher empfiehlt die STIKO für die Auffrischimpfung(en) zum jetzigen Zeitpunkt die COVID-19-Impfstoffe Comirnaty oder Spikevax im Abstand von mind. 3 Monaten zur Grundimmunisierung. Es ist zu erwarten, dass der Hersteller für Nuvaxovid auch eine Zulassung für eine Anwendung als Auffrischimpfung beantragen wird. Die STIKO wird die Daten dann evaluieren und die Empfehlungen zu den möglichen Impfstoffen für die Auffrischimpfung ggf. anpassen.

Die Verwendung des COVID-19-Impfstoffs Nuvaxovid zur Auffrischimpfung ist derzeit in Ausnahmefällen bereits möglich. Dazu gehört das Vorliegen von produktspezifischen medizinischen Kontraindikationen gegen die Verwendung von Comirnaty bzw. Spikevax.

Stand: 25.02.2022

Wie werden die Impfempfehlungen erarbeitet?

Seit Mitte Mai 2020 gibt es eine STIKO-Arbeitsgruppe zur COVID-19-Impfung. Neben der Bewertung der neuen Impfstoffe bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit war ein Schwerpunkt ihrer Arbeit zunächst die Priorisierung beim Impfen. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit galt es Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko und Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf bzw. hohen Sterblichkeitsrisiko zu identifizieren.

Mittlerweile wurde die Empfehlung der STIKO zur COVID-19-Impfung mehrere Male überarbeitet und aktualisiert. Das ist notwendig, weil laufend neue Erkenntnisse zu dem Virus, der Erkrankung und den Impfungen dazu gewonnen werden und sich die epidemiologische Lage immer wieder verändert. Auch mathematische Modellierungen, welche direkten und indirekten Auswirkungen eine Empfehlung auf z.B. die Anzahl von Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfälle in verschiedenen Altersgruppen haben kann, werden berücksichtigt sowie die Impfbereitschaft und -akzeptanz in der Bevölkerung.

Die STIKO hat den Anspruch, ihre Empfehlungen auf Grundlage der besten verfügbaren Evidenz auszusprechen. Damit das gelingen kann, werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse sorgfältig aufbereitet und den Mitgliedern der STIKO verfügbar gemacht. Diese bewerten die Evidenz und fassen aufgrund dessen einen Beschluss. Danach erhalten zuständige Fachkreise (u.a. Fachgesellschaften) die Möglichkeit zu dem Beschluss Stellung zu beziehen. Diese Stellungnahmen werden wiederum von der STIKO in einem weiteren Schritt diskutiert und ggf. in der Empfehlung berücksichtigt. Am Ende steht eine (aktualisierte) Empfehlung zu den COVID-19-Impfungen im Sinne einer "Living Guideline".

Mit diesem Prozess der laufenden Berücksichtigung neuer Evidenzlagen und resultierenden Aktualisierungen der bestehenden Empfehlung stellt die STIKO sicher, dass das Impfen gegen COVID-19 stets auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht (www.rki.de/covid-19-impfempfehlung).

Stand: 29.09.2021

Worauf sollten Personen achten, die bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden?

Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach Impfung auftreten und anhalten, sollten Patient:innen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Ärzt:innen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie in Kombination mit einer Thrombopenie achten, wenn sich Patient:innen vorstellen, die kürzlich mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca geimpft wurden. Dies gilt insbesondere, wenn Patient:innen über später als drei Tage nach der Impfung beginnende und dann anhaltende Kopfschmerzen klagen oder punktförmige Hautblutungen auftreten. Weitere Informationen und Hinweise zur Diagnostik und Therapie findet man in der Stellungnahme zu AstraZeneca der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH).

Grund für diese Hinweise sind spezielle Thrombosen bei Geimpften, die nach der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) aufgetreten sind. Aufgefallen sind vor allem Hirnvenenthrombosen, sogenannte Sinusvenenthrombosen (SVT), mit Thrombozytopenie. Bei allen bekannten Fällen traten die Symptome 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf.

Sinusvenenthrombosen kommen auch unabhängig von der Impfung in der Allgemeinbevölkerung vor. Bei Frauen im Alter von 20-59 Jahren liegt die Hintergrundinzidenz bei 2,4/100.000. D.h. pro Jahr erkranken in der Allgemeinbevölkerung etwa 2 von 100.000 Frauen. Bei Männern der gleichen Altersgruppe ist die Hintergrundinzidenz niedriger (1,03/100.000). Vergleicht man die Zahl der beobachteten Fälle mit den erwarteten Fällen (observed versus expected Analyse) so ergibt sich jedoch ein deutliches Signal für eine Risikoerhöhung hinsichtlich des Auftretens einer SVT nach Vaxzevria-Impfung von AstraZeneca. Nach aktueller Datenlage ist etwa 1 von 100.000 geimpften Frauen im Alter von 18-59 Jahren an einer SVT mit Thrombozytopenie erkrankt. Es handelt sich hier also um ein seltenes, schwerwiegendes Ereignis. Es muss weiterhin betont werden, dass diese Zahlen mit einer deutlichen Unsicherheit behaftet sind. Eine genaue Abschätzung des Risikos wird erst in den nächsten Wochen möglich, wenn weitere Studien zur Assoziation und Häufigkeit durchgeführt werden.

Bisher wurden diese Nebenwirkungen überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet, aber auch Männer und Ältere waren betroffen. Inwieweit die vermehrte Anwendung des Impfstoffs bei jüngeren Frauen eine Rolle für die beobachtete Geschlechts- und Altersverteilung spielt, ist noch unklar. Das Paul-Ehrlich-Institut und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) führen weitere Untersuchungen durch.

Stand: 01.04.2021

Warum empfiehlt die STIKO für bereits mit der 1. Impfstoffdosis Vaxzevria (AstraZeneca) geimpfte Personen unabhängig vom Alter ein heterologes Impfschema (2. Impfstoffdosis mit mRNA-Impfstoff)?

Unter dem heterologen Impfschema versteht man eine Grundimmunisierung mit Impfstoffen verschiedener Technologien. Für alle Personen, unabhängig von ihrem Alter, die bereits eine 1. Impfstoffdosis Vaxzevria (Vax) erhalten haben, empfiehlt die STIKO die Fortsetzung der Impfserie mit einer Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs (Comirnaty [Com] von BioNTech/Pfizer, Spikevax von Moderna). Zwischen den Impfstoffdosen wird ein Abstand von mindestens 4 Wochen empfohlen.

Um die verfügbaren Impfstoffkontingente sinnvoll zu nutzen, ist die Anwendung der heterologen Vax/mRNA-Impfung aufgrund des kürzeren Impfabstands vor allem für diejenigen Menschen relevant, die gerade erst mit Vaxzevria geimpft wurden oder deren Vaxzevria-Impfung noch bevorsteht. Wenn der Termin für die 2. Impfstoffdosis Vaxzevria in Kürze ansteht, kann dieser durchaus akzeptiert werden, da eine zweimalige Vaxzevria-Impfung (homologes Vax/Vax-Schema) ebenfalls sehr gut vor schweren Infektionen mit der Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus schützt.

Die umgekehrte Reihenfolge der Impfstoffe ist keinesfalls empfohlen, da auf Basis immunologischer Befunde der erreichte Impfschutz nicht besser ist als nach 2 Impfstoffdosen Vaxzevria. Es gilt zu beachten, dass die STIKO empfiehlt, den Impfstoff Vaxzevria für Personen ≥60 Jahre zu verwenden. Grund sind seltene Fälle von Thrombose mit Thrombozytopenie Syndrom (TTS).

Wesentliche Gründe für die Ausweitung der Empfehlung des heterologen Impfschemas (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) auf alle Altersgruppen sind

(1) eine erhöhte Immunogenität und damit die Erwartung einer verbesserten Schutzwirkung
Studien zeigen, dass die erzielte Immunantwort nach heterologem Vax/mRNA Impfschema deutlich stärker und vermutlich aufgrund der deutlich höheren Antikörperkonzentrationen auch dauerhafter ist als die Immunantwort nach einer homologen Vax/Vax Impfserie.

(2) eine vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitrahmen im Vergleich zum homologen Impfschema von Vaxzevria.
Der zeitnahe Abschluss einer Impfserie ist vor dem Hintergrund der aufkommenden Delta-Variante in Deutschland besonders wichtig, da Studien belegen, dass der Impfschutz nach abgeschlossener Grundimmunisierung den Schutz einer einzigen Impfstoffdosis deutlich übertrifft (siehe FAQ "Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?"). Über 60-Jährige, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf aufweisen, können durch die heterologe Impfung deutlich schneller (optimal) geschützt werden (≥ 4 Wochen bei Vax/mRNA vs. 9-12 Wochen bei Vax/Vax).

Studienergebnisse zeigen, dass das heterologe Impfschema im Vergleich zum homologen Impfschema bei einem Impfabstand von 28 Tagen kurzfristig etwas reaktogener ist. Die Impfreaktionen sind jedoch im Allgemeinen nicht schwer und dauern im Regelfall nur wenige Tage an.

Weitere Hintergrundinformationen und Studienergebnisse zum heterologen Impfschema sind der wissenschaftlichen Begründung zur STIKO-Empfehlung zu entnehmen: 8. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung

Stand: 09.07.2021

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