Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

COVID-19-Impfempfehlung (Stand 17.11.2022)

Welche Neuerungen ergeben sich durch die 23. Aktualisierung der STIKO-Impfempfehlung?

Neue Impfempfehlung für Kinder im Alter 6 Monate bis 5 Jahre (Kleinkinder):

Für immungesunde Kleinkinder ohne Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO derzeit keine COVID-19-Impfung, weil schwere Verläufe in dieser Altersgruppe glücklicherweise selten sind und der weitaus größte Teil der Infektionen bei gesunden Kindern mild oder asymptomatisch abläuft.

Für Kleinkinder mit relevanten Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO die vollständige Grundimmunisierung mit einem für diese Altersgruppe zugelassenen mRNA-Impfstoff. Dasselbe gilt auch für Frühgeborene, die das 2 Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Zu den relevanten Vorerkrankungen zählt die STIKO:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des BMI)
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung <80 %) und Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Nierenerkrankungen
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Trisomie 21
  • Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen

Für die Impfung soll vorzugsweise der Impfstoff Comirnaty mit 3 Impfstoffdosen (je 3 μg) im Abstand von 3 und 8 Wochen verwendet werden. Alternativ kann der Impfstoff Spikevax verwendet werden, mit 2 Impfstofdosen (je 25 μg). Dieser ist jedoch in der für Kleinkinder vorgeschriebenen Dosierung bis auf Weiteres in Deutschland nicht verfügbar. Zudem weist die STIKO auf die weiterhin unzureichende Datenlage zum Myokarditisrisiko nach Spikevax hin, weshalb zunächst vorzugsweise Comirnaty verwendet werden soll.

Bei Kleinkindern, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben (PCR-Nachweis oder spezifische Serologie) empfiehlt die STIKO, die Impfserie um eine Dosis zu reduzieren (d.h. zwei Impfstoffdosen Comirnaty bzw. eine Impfstoffdosis Spikevax).

Bei Kleinkindern mit Immundefizienz, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall entschieden werden, ob zwei Impfstoffdosen Comirnaty bzw. eine Impfstoffdosis Spikevax zur Grundimmunisierung ausreichen oder ob eine vollständige Impfserie verabreicht werden soll. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab (siehe dazu Kapitel 8 der 23. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung).

Kleinkinder mit Kontakt zu Risikopersonen können nach individueller Risikoeinschätzung in Absprache mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt ebenfalls eine vollständige Grundimmunisierung erhalten. Als Risikopersonen gelten, nach Ansicht der STIKO, Angehörige und andere Kontaktpersonen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf tragen, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen ein begründeter Verdacht besteht, dass die Impfung nicht zu einem ausreichenden Schutz führt.

Anpassung der Empfehlung für die Altersgruppe 5 bis 11 Jahre (Kinder):

Nach erneuter Datenanalyse und Bewertung beschließt die STIKO, die bisherige COVID-19-Impfempfehlung für die Impfung von 5- bis 11-jährigen Kindern wie folgt anzupassen:

  • Kinder mit Kontakt zu Risikopersonen können nach individueller Risikoeinschätzung in Absprache mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt eine vollständige Grundimmunisierung erhalten.

Die STIKO relativiert damit ihre Impfempfehlung mit der Indikation des Schutzes Angehöriger und Kontaktpersonen. Aktuelle Daten zeigen, dass die Impfung nur für einen kurzen Zeitraum vor der Übertragung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 schützt und dieser Infektionsschutz nicht verlässlich ist.

Daher rät die STIKO dazu, nach individueller Abwägung und unter Berücksichtigung des Wunsches der Eltern zu entscheiden, ob eine Impfung mit dem Ziel des Infektionsschutzes durchgeführt werden sollte.

Die sonstigen Empfehlungen für die Altersgruppe der 5- bis 11-Jährigen bleiben bestehen:

  • Kindern mit Vorerkrankungen werden weiterhin eine vollständige Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen sowie bis zu 2 Auffrischimpfungen unter Berücksichtigung der bisher durchgemachten SARS-CoV-2 Infektionen empfohlen.
  • Gesunden Kindern wird zum Aufbau einer Basisimmunität weiterhin eine einzelne COVID-19-Impfstoffdosis empfohlen, unabhängig von durchgemachten SARS-CoV-2-Infektionen. Die Vervollständigung der Grundimmunisierung bzw. eine Auffrischimpfung hält die STIKO vor dem Hintergrund der hohen Seroprävalenz und dem überwiegend milden Krankheitsverlauf in dieser Altersgruppe aktuell nicht für notwendig.
  • Besteht im Alter von 5 bis 11 Jahren eine Indikation für die Durchführung einer Auffrischimpfung (Indikationen siehe 21. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung), sollen weiterhin die für diese Altersgruppe empfohlenen und zugelassenen monovalenten Wildtyp-Impfstoffe verwendet werden.

Stand: 17.11.2022

Warum empfiehlt die STIKO allen Personen ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung?

Die STIKO empfiehlt die generelle Auffrischimpfung aller Personen ab 12 Jahren, primär um schwere COVID-19-Verläufe, Hospitalisierungen und Tod zu verhindern. Eine Auffrischimpfung schützt auch nach mindestens 6 Monaten noch gut vor einer schweren Infektion. Außerdem können sich auch Geimpfte mit zunehmendem Zeitabstand zur Grundimmunisierung mit SARS-CoV-2 infizieren und dann das Virus ohne eigene Symptome oder im Rahmen einer milden Erkrankung weitergeben. Eine Auffrischimpfung kann die SARS-CoV-2-Übertragung von infizierten Geimpften auf andere Personen für eine gewisse Zeit reduzieren. Zudem lässt die Auffrischimpfung einen längerfristigen robusten Impfschutz erwarten. Eine Grundimmunisierung mit einer Auffrischimpfung, zu kombinieren, ist bei anderen Impfungen mit Totimpfstoffen bereits ein etabliertes Vorgehen und ist aus immunologischer Sicht absolut sinnvoll.

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab einem Alter von ≥ 12 Jahren eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, wenn sie 2 immunologische Ereignisse hatten (z.B. 2 Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung). Als immunologisches Ereignis wird eine COVID-19-Impfung bzw. eine SARS-CoV-2-Infektion gezählt, sofern entsprechende Abstände der geltenden STIKO-Empfehlung eingehalten werden. Eine tabellarische Übersicht bietet Tabelle 7 in der aktuellen COVID-19-Impfempfehlung. Die Auffrischimpfung soll vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff und einem Mindestabstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis oder SARS-CoV-2-Infektion durchgeführt werden. In begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf 4 Monate reduziert werden.

Stand: 07.10.2022

Welchen Personengruppen wird eine (weitere) Auffrischimpfung empfohlen und warum?

Die STIKO empfiehlt eine Auffrischimpfung (3. Ereignis) nach der Grundimmunisierung grundsätzlich für alle Personen ab 12 Jahren sowie für Kinder ab 5 Jahren, die infolge einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19 Verläufe haben:

  • Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren sollten die Auffrischimpfung mit einem für die Altersgruppe zugelassenen monovalenten Wildtyp-Impfstoff erhalten;
  • Ab dem Alter von 12 Jahren sollte vorzugsweise ein Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff verwendet werden; eingesetzt werden können „Comirnaty Original/Omicron BA.1“ oder „Comirnaty Original/Omicron BA.4/BA.5“ eingesetzt werden;
  • Ab dem Alter von 30 Jahren kann alternativ auch mit „Spikevax bivalent Original /Omicron BA.1“ geimpft werden.

Für folgende Personengruppen wird eine weitere Auffrischimpfung (4. Ereignis) empfohlen, vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff:

  • Personen ab dem Alter von 60 Jahren
  • Personen im Alter ab 12 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, insbesondere Immundefizienz
  • Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem PatientInnen- bzw. BewohnerInnenkontakt
  • BewohnerInnen in Einrichtungen der Pflege
  • Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, insbesondere Immundefizienz wird ebenfalls eine weitere Auffrischimpfung (4. Ereignis) empfohlen. Dabei sollen weiterhin die für diese Altersgruppe empfohlenen und zugelassenen monovalenten Wildtyp-Impfstoffe verwendet werden.

Bei besonders gefährdeten Personen (z.B. Hochbetagte, Personen mit Immundefizienz) kann es sinnvoll sein – abhängig von den bisherigen Antigenkontakten (Impfungen und Infektionen) – nach dem 4. Ereignis (z.B. 2. Auffrischimpfung) noch eine weitere (d.h. eine 5.) Impfstoffdosis zu verabreichen. Die Indikation sollte unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands und des individuellen Erkrankungsrisikos mit ärztlicher Beratung getroffen werden.

Die STIKO geht davon aus, dass besonders Personen, die während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle noch keine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, von einer Auffrischimpfung mit einem Omikron-adaptierten Impfstoff profitieren, da diese Personen eine weniger breite Immunantwort hinsichtlich varianter Spikeproteine von Omikron besitzen dürften.

Auffrischimpfungen sollen frühestens 6 Monate nach der letzten Impfstoffdosis oder SARS-CoV-2-Infektion mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. In begründeten Einzelfällen kann die (weitere) Auffrischimpfung auch bereits nach frühestens 4 Monaten erwogen werden. Nur bei Patient:innen mit Immundefizienz und daraus resultierender relevanter Einschränkung der Impfantwort empfiehlt die STIKO einen Abstand von mindestens 3 Monaten.

Primäres Ziel der COVID-19-Impfung ist weiterhin die Verhinderung von schweren COVID-19-Verläufen und Todesfällen. Entscheidender als die Wahl des konkreten Impfstoffs ist dafür, nach Ansicht der STIKO, die generelle Inanspruchnahme und Umsetzung der COVID-19-Impfempfehlungen, insbesondere der Auffrischimpfungen. Auch die bisherigen monovalenten mRNA-Impfstoffe können weiterhin eingesetzt werden, da sie unverändert vor schweren COVID-19-Krankheitsverläufen schützen, auch durch Omikron-Varianten. Entsprechend sollen Personen, die vor Kurzem ihre indizierten Auffrischimpfungen erhalten haben, keine gesonderte Extra-Impfdosis mit einem angepassten Impfstoff erhalten.

Immungesunde Personen im Alter < 60 Jahren, die bereits 3 immunologische Ereignisse (davon mind. 1 Impfstoffdosis) hatten und während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, würden nach derzeitigem Kenntnisstand von einer weiteren Impfung (auch mit Omikron-adaptierten Impfstoff) nicht nennenswert profitieren.

Bei älteren Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf kann die Schutzwirkung durch eine weitere Auffrischimpfung weiter optimiert werden und damit ihr individueller Schutz verbessert werden.

Auch BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe sollen unabhängig von ihrem Alter eine weitere Auffrischimpfung nach 3 immunologischen Ereignissen erhalten, da sie durch eine erhöhte Ausbruchsgefahr in der Einrichtung zusätzlich gefährdet sind. 

Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen soll durch die weitere Auffrischimpfung individuell besser geschützt werden, da es durch den vermehrten Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat. Ein weiteres Ziel ist dabei die Aufrechterhaltung der medizinischen und pflegerischen Versorgung durch Verringerung von Isolation und Quarantänemaßnahmen.

Stand: 06.10.2022

Für wen kann eine 5. COVID-19-Impfung sinnvoll sein?

Der Schutz, den uns COVID-19-Impfungen geben, lässt mit der Zeit nach. Das liegt einerseits am Auftreten neuer Virusvarianten, die für unser Immunsystem bisher nicht bekannt sind und andererseits daran, dass die Antikörperantwort mit der Zeit nachlässt (siehe FAQ: Wie wirksam sind die COVID-19-Impfstoffe?).

Daher empfiehlt die STIKO inzwischen allen Personengruppen ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung (3. Impfung) sowie bei Personen mit besonderem Risiko für schwere Verläufe bzw. mit besonders hohem Infektionsrisiko eine weitere Auffrischimpfung (4. Impfung). Hierbei sollte wenn möglich ein Omikron-angepasster bivalenter mRNA-Impfstoff verwendet werden (mehr Information in FAQ: Welchen Personengruppen wird eine (weitere) Auffrischimpfung empfohlen und warum?).

Auffrischimpfungen sollten in einem Mindestabstand von 6 Monaten zur vorangegangenen Impfung oder Infektion gegeben werden. In begründeten Fällen kann der Abstand auf 4 Monate verkürzt werden.

Bei Personen mit besonderen Risiken können behandelnde ÄrztInnen weitere Impfstoffdosen verabreichen, über die von der STIKO empfohlene Anzahl an Impfstoffdosen hinaus (z. B. als 5. Impfung): Das kann laut STIKO-Empfehlung bei besonders gefährdeten Personen sinnvoll sein (z. B. Hochbetagte, BewohnerInnen von Altenpflegeheimen, Menschen mit Immundefizienz).

Eine Liste der besonderen Indikationen für eine COVID-19-Impfung (z. B. aufgrund eines erhöhten Infektionsrisikos oder des Risikos für einen schweren Verlauf) findet sich in der aktuellen COVID-19-Impfempfehlung, Tabelle 3. Die Tabelle bezieht sich nicht explizit auf die 5. Impfung und ist somit nicht ausschlaggebend für die Abwägung zur Indikation.

Personen mit besonderen Risiken sollten ihre Ärztin / ihren Arzt aufsuchen und sich beraten lassen. Die behandelnden ÄrztInnen entscheiden dann individuell, unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands und der Gefährdung, ob eine Indikation für weitere Impfungen vorliegt.

Bei der Indikationsstellung sollte, nach Ansicht der STIKO, Folgendes berücksichtigt werden:

  1. Anzahl der bisherigen Kontakte mit SARS-CoV-2 (Infektionen und Impfungen)
  2. der individuelle Gesundheitszustand der PatientInnen sowie der Gesundheitszustand von engen Kontaktpersonen im Umfeld
  3. das individuelle Erkrankungsrisiko/ Risiko für schweren Verlauf
  4. der aktuelle Infektionsdruck in der Bevölkerung

Stand: 26.10.2022

Wem empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung mit einem proteinbasierten Impfstoff (Nuvaxovid und Valneva)?

Die STIKO empfiehlt die beiden proteinbasierten COVID-19-Impfstoffe zur Grundimmunisierung:

  • Nuvaxovid von Novavax  für Personen ab 12 Jahren, hierbei sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen zu geben.
  • Valneva für Personen ≥ 18 bis 50 Jahren mit zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 4 Wochen

Des Weiteren gilt:

  • Die Anwendung von Nuvaxovid und Valneva während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Eine Impfung mit Nuvaxovid und Valneva kann jedoch in Einzelfällen nach ausführlicher Aufklärung erwogen werden, wenn bei einer Schwangeren oder Stillenden eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation für mRNA-Impfstoffe besteht (siehe FAQ Welche medizinischen Gründe (Kontraindikationen) sprechen gegen die COVID-19-Impfung?). Eine akzidentielle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.
  • Die STIKO empfiehlt die Anwendung des Impfstoffes Nuvaxovid bei Kindern <12 Jahren und des Impfstoffes Valneva bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren aufgrund fehlender Daten nicht. Die Impfstoffe sind in den genannten Altersgruppen darüber hinaus noch nicht zugelassen.
  • Immundefiziente Patient:innen, die eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegenüber COVID-19-Impfstoffen aufweisen oder die auf die bisher verfügbaren Impfstoffe keine messbare Immunantwort gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben, können mit Nuvaxovid und Valneva geimpft werden.
  • Ungeimpfte Personen mit einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion können eine Impfstoffdosis Nuvaxovid oder Valneva zur Vervollständigung der Grundimmunisierung erhalten.
  • Besteht nach Verabreichung eines COVID-19-Impfstoffs eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen eine Fortführung der Impfserie mit dem verwendeten COVID-19-Impfstoff, kann die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid oder Valneva vervollständigt werden.
  • Bei einer produktspezifischen, medizinischen Kontraindikation gegenüber mRNA-Impfstoffen kann Nuvaxovid zur Auffrischimpfung verwendet werden.

Stand: 06.10.2022

Wie werden die Impfempfehlungen erarbeitet?

Im August 2022 wurde entsprechend der bestehenden STIKO-Geschäftsordnung eine Pandemie-Arbeitsgruppe (PAIKO-AG) innerhalb der STIKO eingerichtet. In der PAIKO-AG sitzen neben Mitgliedern der STIKO auch einige externe Expert:innen. Die PAIKO-AG soll bereits in der Phase der Diskussion und Beratung zu einer neuen Impfempfehlung eine kontinuierliche Kommunikation mit dem Bundesministerium für Gesundheit gewährleisten, die als ständiger Gast in der PAIKO-AG sitzen. Äußerungen zu Impfungen und Impfempfehlungen zu COVID-19 erfolgen in Abstimmung mit der PAIKO-AG. Zugleich bleibt die Unabhängigkeit der STIKO unberührt.

Die Empfehlung der STIKO zur COVID-19-Impfung wurde bereits einige Male überarbeitet und aktualisiert. Das ist notwendig, weil laufend neue Erkenntnisse zu dem Virus, der Erkrankung und den Impfungen dazu gewonnen werden und sich die epidemiologische Lage immer wieder verändert. Auch mathematische Modellierungen, welche direkten und indirekten Auswirkungen eine Empfehlung auf z.B. die Anzahl von Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfälle in verschiedenen Altersgruppen haben kann, werden berücksichtigt sowie die Impfbereitschaft und -akzeptanz in der Bevölkerung.

Die STIKO hat den Anspruch, ihre Empfehlungen auf Grundlage der besten verfügbaren Evidenz auszusprechen. Damit das gelingen kann, werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse sorgfältig aufbereitet und den Mitgliedern der STIKO verfügbar gemacht. Diese bewerten die Evidenz und fassen aufgrund dessen einen Beschluss. Danach erhalten zuständige Fachkreise (u.a. Fachgesellschaften) die Möglichkeit zu dem Beschluss Stellung zu beziehen. Diese Stellungnahmen werden wiederum von der STIKO in einem weiteren Schritt diskutiert und ggf. in der Empfehlung berücksichtigt. Am Ende steht eine (aktualisierte) Empfehlung zu den COVID-19-Impfungen im Sinne einer "Living Guideline".

Mit diesem Prozess der laufenden Berücksichtigung neuer Evidenzlagen und resultierenden Aktualisierungen der bestehenden Empfehlung stellt die STIKO sicher, dass das Impfen gegen COVID-19 stets auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht (www.rki.de/covid-19-impfempfehlung).

Stand: 06.10.2022

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.