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Fragen zur STIKO-Impfempfehlung (Stand 13.1.2021)

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Eine Impfung gegen COVID-19 trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei.

COVID-19 ist eine Erkrankung, die durch die Infektion mit SARS-CoV-2 auftreten kann. Der Krankheitsverlauf variiert hinsichtlich Symptomatik und Schwere: es können asymptomatische, symptomarme oder schwere Infektionen mit Pneumonie und weiteren Organbeteiligungen auftreten, die zum Lungen- und Multiorganversagen bis zum Tod führen können. Ein Teil der COVID-19-PatientInnen hat sich auch Wochen oder Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht wieder erholt und leidet weiterhin unter schweren Allgemeinsymptomen. Daten aus England deuten darauf hin, dass etwa 40% der hospitalisierten Erkrankten längerfristige Unterstützung benötigen und bei etwa 10% der nicht hospitalisierten, mild Erkrankten Symptome länger als 4 Wochen andauern.

Da das Virus auch durch asymptomatische Personen übertragen werden kann und generell sehr leicht übertragbar ist, breitet sich SARS-CoV-2 schnell aus. Weltweit wurden bis Anfang Januar über 85 Mio. COVID-19-Fälle und mehr als 1,8 Mio. Todesfälle berichtet.

Allein in Deutschland sind bisher über 1,8 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt und mehr als 38.000 Menschen daran gestorben. Durch eine Impfung kann das Infektions- und Erkrankungsrisiko sehr stark reduziert werden.

Beide Impfstoffe, die in der EU und somit in Deutschland am 21.12.2020 (BioNTech) bzw. 06.01.2021 (Moderna) zugelassen wurden, waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den COVID-19-geimpften TeilnehmerInnen um 95% bzw. 95% geringer war als bei den Placebo-geimpften TeilnehmerInnen. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, d.h. wie lange der Impfschutz besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Zudem ist noch nicht geklärt, in welchem Maße die Transmission (Erregerübertragung) durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird. Trotzdem bietet die Impfung einen sehr guten individuellen Schutz vor der Erkrankung. Wie bei jeder Impfung können auch nach einer COVID-19-Impfung Impfreaktionen auftreten, weitere Informationen dazu finden Sie unter "Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?" und "Ist die Impfung sicher?" und auf der Internetseite zusammengegencorona.de. Der Nutzen einer Impfung überwiegt jedoch bei weitem die Risiken.

Effektive und sichere Impfungen können einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten und werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Zunächst muss jedoch ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität ausgebildet und das Risiko schwerer COVID-19 Erkrankungen sehr stark reduziert.

Stand: 08.01.2021

Wem soll ein COVID-19-Impfstoff zuerst angeboten werden?

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit kann die Impfung zunächst nur bestimmten Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben oder die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben. Dies sind nach aktuellem Kenntnisstand folgende Personengruppen:

  • BewohnerInnen von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von ≥ 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z.B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-PatientInnen)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z.B. in der Hämatoonkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den BewohnerInnen.

Bei zunehmender, aber weiterhin begrenzter Impfstoffverfügbarkeit sollen weitere von der STIKO definierte Personengruppen mit besonderen Risiken vorrangig geimpft werden. Die STIKO-Empfehlung setzt sich aus der allgemeinen Impfempfehlung und einer Empfehlung zur Priorisierung zusammen. Die Priorisierungsempfehlung hat nur solange Gültigkeit, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Mittelfristig ist es das Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen COVID-19 anbieten zu können.

Stand: 17.12.2020

Warum werden in der STIKO-Empfehlung ältere und hochaltrige Personen vor vielen anderen vulnerablen Gruppen priorisiert?

Ein wichtiges Impfziel der STIKO-Empfehlung ist es, schwere COVID-19-Erkrankungen und -Todesfälle zu verhindern. Der wesentlichste Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das zunehmende Alter. Im Vergleich dazu ist die Risikoerhöhung durch Vorerkrankungen nur gering ausgeprägt. Eine Ausnahme bildet die Trisomie 21. Hinzu kommt, dass die meisten Vorerkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger werden. Daher werden viele betroffene Personen bereits durch die Altersindikation erfasst. Für jüngere Menschen (<60 Jahre) ist auch bei Vorliegen einer Vorerkrankung die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 schwer zu erkranken oder zu sterben, deutlich niedriger als bei älteren Menschen, unabhängig von Vorerkrankungen. Es wurden verschiedene Impfstrategien mathematisch modelliert, um herauszufinden wie die größte Anzahl an COVID-19-Hospitalisierungen und -Todesfällen verhindert werden können. Dies ist der Fall, wenn zunächst Menschen im Alter ≥ 80 Jahre und BewohnerInnen von Alten- und Pflegeheimen die Impfung angeboten wird.

Stand: 17.12.2020

Warum wird Personal in hausärztlichen und kinderärztlichen Praxen in der STIKO-Empfehlung hoch und nicht besonders hoch priorisiert?

Personal in hausärztlichen und kinderärztlichen Praxen hat eine zentrale Rolle in der Bewältigung der Pandemie – es muss unbedingt geschützt werden. Diese Personen haben ein hohes Infektionsrisiko und werden daher in der Kategorie "hohe Priorität" eingestuft. Ein hohes Expositionsrisiko besteht besonders aufgrund der Betreuung von bislang unerkannten SARS-CoV-2-PatientInnen. Im Vergleich dazu besteht jedoch bei aerosolgenerierenden Tätigkeiten an schwerkranken COVID-19-PatientInnen, wie z.B. bei der Intubation oder Absaugung intensivmedizinisch Versorgter, ein noch höheres Infektionsrisiko. Das hat die STIKO bei ihrer Priorisierung berücksichtigt. Daher sollen bei anfangs sehr geringen verfügbaren Impfstoffmengen zunächst die Gruppen mit dem allerhöchsten Expositionsrisiko innerhalb des medizinischen Personals geschützt werden, bei weiterer Impfstoffverfügbarkeit so zeitnah wie möglich gefolgt von der Gruppe des hoch priorisierten Personals.

Stand: 17.12.2020

Wie sind HausärztInnen (im Hinblick auf die COVID-19-Impfung) zu priorisieren, die Pflegeheime und palliative oder onkologische PatientInnen versorgen?

Viele hausärztliche Praxen betreuen PatientInnen in Senioren- und Altenpflegeheimen oder onkologische PatientInnen zwischen den Chemotherapiezyklen. Die Priorisierung der STIKO von Personal in medizinischen Einrichtungen orientiert sich an Tätigkeitsbereichen und an den dort versorgten Personengruppen, auch um eine starre Einteilung, in der sich die tägliche Praxis nicht widerspiegelt, zu vermeiden. Aufgrund des besonders engen Kontakts zu vulnerablen Gruppen werden Einrichtungen, die schwer immunsupprimierte/onkologische/transplantierte PatientInnen betreuen, in Stufe 1 eingeordnet. Unter medizinischen Einrichtungen sind Krankenhäuser, Arztpraxen, ambulante Pflegedienste, etc. subsummiert. Personal in Arztpraxen, das engen Kontakt zu vulnerablen Gruppen hat (also z.B. viele onkologische PatientInnen betreuen oder Altenpflegeheime versorgen), soll in Stufe 1 eine Impfung angeboten bekommen. Die Beurteilung, welche Personen im konkreten Einzelfall an ihrem Arbeitsplatz ein besonders hohes Expositionsrisiko oder eine besondere Nähe zu vulnerablen Gruppen haben, sollte im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durch die ArbeitgeberInnen unter Einbeziehung der BetriebsärztInnen erfolgen.

Stand: 13.01.2021

Wird dem impfenden Personal ebenfalls eine COVID-19-Impfung angeboten?

Für die Umsetzung der STIKO-Empfehlung sind die Bundesländer bzw. die von ihnen beauftragten Stellen verantwortlich. Die meisten Bundesländer bieten dem impfenden Personal eine COVID-19-Impfung an. Das umfasst neben den ÄrztInnen auch alle weiteren Personen, die direkten Kontakt zu den PatientInnen haben.

Die STIKO unterscheidet in ihrer Empfehlung zur Priorisierung zwischen mobilen Impfteams (Stufe 1) und Personal in Impfzentren (Stufe 3). Personal der mobilen Teams hat fast ausschließlich Kontakt zu hoch betagten Personen in Alten- und Pflegeheimen, wechselt von einem Impfort zum nächsten und findet unterschiedliche Gegebenheiten vor, an die es sich anpassen muss. Daher sind Kontaktzeiten möglicherweise länger, Räume nicht immer gut gelüftet, etc. Das Personal in Impfzentren hat dagegen vergleichsweise kurze Kontaktzeiten mit den zu impfenden Personen in einem festen Setting mit immer gleichen Abläufen und unter kontrollierten Bedingungen. Daher wird das Risiko von Personal in Impfzentren als geringer eingeschätzt als das der mobilen Impfteams (siehe STIKO-Impfempfehlung).

Stand: 11.01.2021

Warum müssen Hausärztinnen und Hausärzte erst einmal keine Atteste für eine Impfberechtigung ausstellen?

Die von der STIKO empfohlene Priorisierung von vorrangig zu impfenden Personengruppen sieht vor, dass in der ersten Phase sehr limitierter Impfstoffmengen vor allem Menschen über 80 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten/Pflegeheimen und besonderes Gesundheitspersonal geimpft werden sollte. Damit entfiele für die erste Phase die Notwendigkeit, dass Hausärztinnen und Hausärzte eine Impfberechtigung ausstellen, da es entweder nur eines Altersnachweises oder Arbeitgebernachweises bedarf.

Das Alter als Impfindikation deckt bereits viele Vorerkrankungen ab, die von der Hausärztin bzw. vom Hausarzt nicht noch einmal bestätigt werden müssen. Die Frage, in welchen Fällen eine ärztliche Bescheinigung über die Impfberechtigung erforderlich sein kann, ist Gegenstand der aktuellen Abstimmung des Entwurfs der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Stand: 15.12.2020

Welche Neuerungen und Aktualisierungen gibt es in der aktuellen STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung?

Die STIKO hat am 08.01.2021 die Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung veröffentlicht.

In der Aktualisierung gibt es im Wesentlichen folgende Neuerungen und Aktualisierungen:

  1. Aufnahme des (neu zugelassenen) mRNA-Impfstoff
    Für die Impfung gegen COVID-19 soll einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe verwendet werden. Eine begonnene Impfserie soll mit demselben Produkt abgeschlossen werden. Die beiden mRNA-Impfstoffe (Comirnaty, COVID-19-Impfstoff Moderna) werden als gleichwertig beurteilt (siehe FAQ: "Sind die mRNA-Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer gleichwertig?").
  2. Einzelfallentscheidungen
    Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden. Deshalb sind Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft z.B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann.
  3. Impfschema: Abstand zwischen 1. und 2. Impfung
    Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraumes (derzeit maximal 42 Tage) erfolgen. Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie jedoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden (siehe FAQ: "Warum sollte der Abstand zwischen erster und zweiter Impfstoffdosis nicht verlängert werden?").
  4. Schwangerschaft und Stillzeit
    Zur Anwendung der mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor, daher empfiehlt die STIKO die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.
    Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.
    Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Stand: 08.01.2021

Wie werden neue Erkenntnisse oder neue Impfstoffe in der STIKO-Empfehlung berücksichtigt?

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Diese STIKO-Empfehlung basiert auf dem aktuellen Wissensstand und berücksichtigt daher nur die Impfstoffe, die demnächst zum Einsatz kommen werden. Die Empfehlung wird fortlaufend durch die STIKO aktualisiert werden, im Sinne einer „Living Guideline“. Dies geschieht, sobald zusätzliche Impfstoffe in Deutschland zugelassen und verfügbar sind oder neue relevante Erkenntnisse mit Einfluss auf diese Empfehlung bekannt werden. Die Publikation jeder Aktualisierung erfolgt ebenfalls im Epidemiologischen Bulletin und wird auf der RKI-Webpage bekannt gegeben.

Stand: 08.01.2021

Muss die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung veröffentlichen, damit mit dem Impfen begonnen werden kann?

Nein, grundsätzlich kann ein Impfstoff in Deutschland verwendet werden, sobald er von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) oder der Nationalen Zulassungsbehörde (Paul-Ehrlich-Institut) zugelassen ist. Die STIKO-Impfempfehlungen geben demgegenüber an, welche Impfungen für wen sinnvoll sind, um sich vor gefährlichen Infektionskrankheiten wie COVID-19 zu schützen.

Stand: 17.12.2020

Warum war die STIKO so schnell in der Lage eine Impfempfehlung auszusprechen?

Häufig liegt zwischen Zulassung des Impfstoffs und der STIKO-Empfehlung eine gewisse Zeit. Für COVID-19 ergibt sich eine besondere Situation: Die Zulassungsbehörden haben bereits in der Entwicklungsphase eines neuen Impfstoffs nach und nach Daten vom Impfstoffhersteller übermittelt bekommen (Rolling Review) und entscheiden dann über eine Zulassung. Die STIKO hat zeitgleich und ebenfalls nach und nach die Daten der Impfstoffhersteller bewertet. Ziel dieser unabhängigen Arbeitsweise war es, zeitnah zur Zulassung des Impfstoffs eine wissenschaftliche Impfempfehlung der STIKO zu veröffentlichen (siehe auch: Impfempfehlungen der STIKO, Wie arbeitet die STIKO? Wie entstehen Impfempfehlungen der STIKO?). Die STIKO passt sich an besondere Situationen wie die der Corona-Pandemie an und konnte schnellere Empfehlungen abgeben, weil sie Vorüberlegungen für verschiedene Szenarien angestellt hat (siehe auch "Wie wurde die Impfempfehlung erarbeitet?").

Es ist davon auszugehen, dass die Empfehlung im Laufe des nächsten Jahres immer wieder überprüft und ggf. angepasst werden muss. Dies wird notwendig, wenn neue Erkenntnisse zu Erregereigenschaften von SARS-CoV-2 vorliegen, weitere COVID-19-Impfstoffe zugelassen werden, weitere Daten zur Impfstoffwirksamkeit und -sicherheit nach der Zulassung und Markteinführung (Postmarketing-Surveillance) verfügbar werden und sich der Gesamtzustand bzw. die epidemiologische Situation verändert.

Von der Zulassung zur Empfehlung Quelle: RKI

Stand: 17.12.2020

Wie wurde die Impfempfehlung erarbeitet?

Seit Mitte Mai gibt es eine STIKO-Arbeitsgruppe zur COVID-19-Impfung. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Priorisierung beim Impfen. Denn bei eingeschränkter Verfügbarkeit kann der Impfstoff nur bestimmten Gruppen vorrangig zur Verfügung gestellt werden. Das sind Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko (z.B. medizinisches Personal) oder Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf (z.B. Patienten mit Grunderkrankungen) und einem hohen Sterblichkeitsrisiko sein (siehe auch "Für wen wird die COVID-19-Impfung empfohlen?").

Die Impfempfehlung wurde mit Hilfe eines Modells erarbeitet („mathematische Modellierung“): Das Modell darstellt dar, mit welcher Impfstrategie und der Priorisierung welcher Gruppen am ehesten ein möglichst großer Schutz der Bevölkerung erreicht werden kann. Dabei werden verschiedene Annahmen berücksichtigt, z.B. welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden; wie viel Impfstoff verfügbar ist; und ob sich die Wirksamkeit des Impfstoffs in bestimmten Altersgruppen unterscheidet. Sollten mehrere Impfstoffe mit möglicherweise unterschiedlicher Wirksamkeit zur Verfügung stehen, wird ihr gezielter Einsatz im Modell verglichen. In den kommenden Monaten werden Impfstoffe zugelassen, die verschiedene Bevölkerungsgruppen (z.B. ältere und jüngere Personen) unterschiedlich gut schützen. Diese Erkenntnisse werden in aktuellen klinischen Studien gewonnen und laufend in den Impfempfehlungen der STIKO berücksichtigt.

Stand: 17.12.2020

Wie geht die STIKO bei der Erarbeitung der Impfempfehlung vor?

Das Vorgehen der STIKO bei der Erarbeitung der COVID-19-Impfempfehlung unterscheidet sich nicht von ihrem bisherigen Vorgehen

  • Die STIKO bewertet die Krankheitslast in Deutschland.
  • Die STIKO bewertet die Sicherheit und Wirksamkeit der einzelnen COVID-19-Impfstoffe.
  • Die STIKO führt eine Nutzen-Risiko-Bewertung für die breite Anwendung der Impfung in der Bevölkerung durch.

Weitere Informationen zur Arbeitsweise der STIKO sowie den einzelnen Schritten bei der Erarbeitung einer Impfempfehlung finden Sie hier.

Arbeitsweise der STIKO - Fragenkatalog Quelle: RKI

Stand: 02.10.2020

Was bedeutete das gemeinsame Positionspapier der STIKO, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrats?

Das gemeinsame Positionspapier der STIKO, Leopoldina und des Deutschen Ethikrats diente der STIKO als Leitfaden für die Entwicklung der eigenständigen detaillierten COVID-19-Impfempfehlung dienen (siehe auch "Wem soll ein COVID-19-Impfstoff zuerst angeboten werden?" und die Impfempfehlung der STIKO).

Weiterhin diente das gemeinsame Positionspapier Politiker*innen sowie anderen Verantwortlichen zur Vorbereitung, welche Strukturen etabliert sein sollten, um die Empfehlung umsetzen zu können. Ferner sollte das Dokument die Bevölkerung bereits vorinformieren und dadurch zur Transparenz bei der Entscheidungsfindung beitragen.

Zum Positionspapier der STIKO, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrats.

Stand: 17.12.2020

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