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Impfung bei Kindern und Jugendlichen (Stand: 18.8.2022)

Welchen Kindern und Jugendlichen wird die COVID-19-Schutzimpfung besonders empfohlen?

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren eine COVID-19-Impfung bestehend aus Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen und eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty 30 µg (BioNTech/Pfizer). 12- bis 17-Jährigen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung gemäß bestehender STIKO-Empfehlung wird eine weitere Auffrischimpfung empfohlen.

Kindern im Alter von 5-11 Jahren, die infolge einer Grunderkrankung (gemäß bestehender STIKO-Empfehlung) ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben, wird von der STIKO die COVID-19-Impfung als Grundimmunisierung mit 2 Impfungen sowie 2 Auffrischimpfungen vorzugsweise mit Comirnaty 10 µg empfohlen. Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren können laut Zulassung zur Grundimmunisierung auch mit Spikevax geimpft werden.

Eine erste Auffrischimpfung ist für die genannten Personengruppen empfohlen, wenn sie zuvor 2 immunologische Ereignisse hatten (z.B. eine abgeschlossene Grundimmunisierung oder eine Impfung plus eine Infektion). Die STIKO empfiehlt eine weitere Auffrischimpfung derzeit nur für die genannten Risikogruppen, wenn sie zuvor 3 immunologische Ereignisse hatten (z.B. Grundimmunisierung und eine Auffrischimpfung, Grundimmunisierung und Infektion). Als ein immunologisches Ereignis wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 oder eine Impfstoffdosis gegen COVID-19 gezählt, sofern die entsprechenden Abstände gegeben sind (siehe Tabelle 7, 21. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung). Die (weitere) Auffrischimpfung soll mit einem Mindestabstand von 6 Monaten zum letzten Ereignis durchgeführt werden. In begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf 4 Monate reduziert werden.

Für 5- bis 11-jährige Kinder, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z. B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie), empfiehlt die STIKO derzeit eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen.

Die STIKO empfiehlt gesunden 5- bis 11-jährigen Kindern im Sinne einer Basisimmunisierung vorerst nur eine Impfstoffdosis präferenziell mit Comirnaty 10 µg; 6- bis 11-jährige Kinder jedoch können auch mit Spikevax geimpft werden. Eine vollständige Grundimmunisierung der COVID-19-Impfung kann aber auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Außerdem besteht eine berufliche Impfindikation für Jugendliche, die arbeitsbedingt entweder ein erhöhtes Expositionsrisiko aufweisen oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben.

Für alle Kinder wird die Frage der Notwendigkeit einer Vervollständigung der Grundimmunisierung bzw. einer Auffrischimpfung im Spätsommer 2022 bzw. bei Wiederanstieg der Infektionszahlen erneut bewertet.

Stand: 18.08.2022

Sollten sich Kinder, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, noch impfen lassen?

Ja. Die STIKO empfiehlt die COVID-19-Impfung allen 5- bis 11-jährigen Kindern, unabhängig davon, ob sie bereits wissentlich mit SARS-CoV-2 infiziert waren oder nicht. Kinder, die die Infektion durchgemacht haben, sollten die erste Impfstoffdosis frühestens 3 Monaten nach Infektion erhalten. Für alle Kinder wird die Frage der Notwendigkeit einer Vervollständigung der Grundimmunisierung bzw. einer Auffrischimpfung im Spätsommer oder bei Wiederanstieg der Infektionszahlen erneut bewertet.

Für die Impfung mit Comirnaty (10 μg, zugelassen 5-11 Jahre) und Spikevax (50 μg, zugelassen 6-11 Jahre) nach Infektion bestehen keine Sicherheitsbedenken.

Kinder mit Vorerkrankungen, die mit einem erhöhtem COVID-19-Risiko einhergehen, sollen nach der Infektion 2 Impfstoffdosen erhalten: eine Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung und eine weitere Impfstoffdosis als Auffrischimpfung. Kinder mit Vorerkrankungen sollen eine weitere Auffrischimpfung erhalten, wenn sie bislang drei immunologische Ereignisse hatten. Als immunologisches Ereignis werden eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Impfstoffdosis gegen COVID-19 gezählt. Die Auffrischimpfungen sollen mit einem Mindestabstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis oder SARS-CoV-2-Infektion durchgeführt werden. In begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf 4 Monate reduziert werden.

Kindern ohne Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO die Impfung mit zunächst einer COVID-19-Impfstoffdosis. Daten zum Infektionsgeschehen weisen darauf hin, dass über 80 % der 5- bis 11-jährigen Kinder in Deutschland bereits in Kontakt mit SARS-CoV-2 gekommen sind. Eine durchgemachte Infektion (symptomatisch oder asymptomatisch) alleine reicht jedoch nicht aus, um spätere COVID-19-Erkrankungen mit bekannten oder neuen Virusvarianten zu verhindern. Erst zusammen mit der empfohlenen Impfstoffdosis führt die bereits durchgemachte Infektion nach Ansicht der STIKO zum Aufbau einer Basisimmunität. Diese Basisimmunität dient als Grundlage, um den Schutz vor COVID-19 in Zukunft schnell durch eine weitere Impfung optimieren zu können. Das könnte notwendig werden, falls neue Infektionswellen und/oder neue Virusvarianten auftreten.

Stand: 18.08.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis einschließlich 17 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Comirnaty beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bei Kindern und Jugendlichen Impfreaktionen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Insgesamt sind die Impfreaktionen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vergleichbar. Lokalreaktionen (Schmerzen an der Einstichstelle, Rötung, Schwellung) traten nach den beiden Impfstoffdosen etwa gleichhäufig auf, während systemische Impfreaktionen (Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerz, Schüttelfrost, Übelkeit, Durchfall, Gelenk- und Muskelschmerzen) nach der zweiten Impfstoffdosis häufiger auftraten. Lokalreaktionen sowie systemische Reaktionen traten zwischen dem 1. und 7. Tag nach Impfung auf und hielten nur wenige Tage an.

Insgesamt gilt der mRNA-Impfstoff Comirnaty als „reaktogen“, das heißt er löst häufig eine stärkere körperliche Reaktion aus. Die Beschwerden nach der Impfung vergehen jedoch nach wenigen Tagen von selbst und zeigen, dass das Immunsystem auf die Impfstoffe reagiert und einen Impfschutz aufbaut. Wirkliche unerwünschte Nebenwirkungen (wie eine Herzmuskelentzündung) sind sehr selten und können auch nach der COVID-19-Infektion auftreten.

Zu den häufigsten Impfreaktionen nach der Impfung mit Comirnaty zählten auf Basis der Zulassungsstudien bei Kindern und Jugendlichen Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen. Die Reaktionen waren größtenteils mild bis moderat. Gelegentlich (zwischen 0,1 % und 1 %) traten Lymphknotenschwellungen auf, die auf den Impfstoff zurückgeführt wurden. Die Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten (Antipyretika) gaben 14% der 5- bis 11-Jährigen nach der ersten Impfstoffdosis und 20% nach der zweiten Impfstoffdosis an; bei den 12- bis 15-Jährigen gaben dies 37% nach der ersten Impfstoffdosis und 51% nach der zweiten Impfstoffdosis an; bei den 16- bis 25-Jährigen waren es 32% nach der ersten Impfstoffdosis und 46% nach der zweiten Impfstoffdosis. Anaphylaktische Rektionen wurden weder bei den 5- bis 11-Jährigen und 12- bis 15-Jährigen noch bei den 16- bis 25-Jährigen beobachtet. Genauere Häufigkeitsangaben zu möglichen Impfreaktionen und Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden oder finden sich in den entsprechenden Abschnitten zum Impfstoff der 9. Aktualisierung, 15. Aktualisierung bzw. 20. Aktualisierung.

Die STIKO empfiehlt in ihrer 17. Aktualisierung allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty. Auch wenn die Datenlage zur Sicherheit der Auffrischimpfung in dieser Altersgruppe noch limitiert ist, kann davon ausgegangen werden, dass Impfreaktionen wie nach der 2. Impfstoffdosis bzw. der Auffrischimpfung bei 18-25-Jährigen auftreten.

Seltene Nebenwirkung: Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung (Myokarditis und Perikarditis)

Seit Einführung der COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) ist bekannt, dass nach Verabreichung dieser Impfstoffe in seltenen Fällen Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Personen auftreten. Die Symptomatik tritt typischerweise innerhalb von wenigen Tagen nach der Impfung auf und ist nach der 2. Impfstoffdosis häufiger als nach der 1. Impfstoffdosis. Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach mRNA-Impfung wurden bei Jungen und jungen Männern deutlich häufiger beobachtet als bei Mädchen und Frauen. Die Verläufe waren zumeist mild, es fehlten jedoch Daten zum Langzeitverlauf. Da Myo- und Perikarditiden im Alter von unter 30 Jahren nach Spikevax häufiger vorkommen als nach der Impfung mit Comirnaty, empfiehlt die STIKO seit Anfang November (s. 13. Aktualisierung) für die Impfung von Personen im Alter von 12 bis 29 Jahren ausschließlich Comirnaty einzusetzen. Alleine in den USA und Kanada wurden bei den 12-17-Jährigen bereits über 12 Millionen Impfstoffdosen verabreicht. Bisher wurden in dieser Altersgruppe keine weiteren schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse nach der COVID-19-Impfung nachgewiesen.

Trotz der aktuell noch limitierten Datenlage zur Sicherheit der Auffrischimpfung bei 12- bis 17-Jährigen wird das Risiko für schwere Impfnebenwirkungen jedoch als sehr gering eingeschätzt (s. 17. Aktualisierung).

Bei Kindern von 5 bis 11 Jahren wurden in den Zulassungsstudien und auch danach bisher nur sehr selten schwere Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen beobachtet. Allerdings gibt es global keine hinreichende Datenlage, um das Risiko für eine Herzmuskelentzündung vollständig abzuschätzen. Berichte aus verschiedenen Ländern deuten jedoch daraufhin, dass das Risiko für 5- bis 11-jährige Kinder deutlich geringer ausfällt als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Studien mit Erwachsenen zeigen, dass das Myokarditisrisiko bei einem verlängerten Impfabstand von ≥ 56 Tagen zwischen 1. und 2. mRNA-Impfstoffdosis zusätzlich sinkt (s. 20. Aktualisierung).

Stand: 24.05.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern im Alter von 6 bis einschließlich 11 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Spikevax beobachtet?

Sicherheitsdaten zu Spikevax (50 µg, zugelassen im Alter von 6 bis 11 Jahren) bei 6- bis 11-jährigen Kindern sind bislang nur der Zulassungsstudie zu entnehmen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren nach Verabreichung der Grundimmunisierung mit Spikevax Schmerzen an der Injektionsstelle (mehr als 90 %), starke Müdigkeit (ca. 65 %), Kopfschmerzen (ca. 54 %), Gliederschmerzen (ca. 30 %), Schüttelfrost (30 %), Übelkeit/Erbrechen (24 %), Fieber (24 %) sowie Rötung und Schwellung der Einstichstelle (ca. 20 %). Schwere Nebenwirkungen wie zum Beispiel Myokarditiden, Perikarditisfälle oder schwere Hypersensitivitätsreaktionen traten in der Zulassungsstudie nicht auf.

Die STIKO geht folglich davon aus, dass auch Spikevax in dieser Altersgruppe in der Regel gut vertragen wird und keine Sicherheitsbedenken bestehen. Da Daten zum Myokarditisrisiko bislang nur aus der Zulassungsstudie vorliegen, zu Comirnaty jedoch bereits Daten aus dem Anwendungsbereich existieren und diese kein Risiko zeigen, empfiehlt die STIKO Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren vorzugsweise mit Comirnaty zu impfen. Die Verwendung von Spikevax ist für 6- bis 11-jährige Kinder alternativ ebenfalls möglich (s. „Welchen Kindern und Jugendlichen wird die COVID-19-Schutzimpfung besonders empfohlen?“).

Stand: 24.05.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Nuvaxovid beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung mit Nuvaxovid (Novavax) bei Kindern und Jugendlichen Impfreaktionen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Sicherheitsdaten zu Nuvaxovid bei 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen sind bislang nur der Zulassungsstudie zu entnehmen. Die Impfreaktionen in dieser Altersgruppe waren vergleichbar mit denen bei Erwachsenen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Druckempfindlichkeit (71%) und Schmerzen (67%) an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen (63%), Myalgie (57%), Müdigkeit (54%), Unwohlsein (43%), Übelkeit oder Erbrechen (23%), Gelenkschmerzen (19%), Schwellung an der Injektionsstelle (19%), Fieber (17%) und Rötung an der Injektionsstelle (17%). In der Regel klangen die Beschwerden nach weniger als 2 Tagen nach Impfung wieder ab.

Seit Einführung der Impfung wurden in sehr seltenen Fällen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myo- und Perikarditis) nach Anwendung von Nuvaxovid beobachtet. Für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren liegen noch keine Daten aus der Überwachung des Impfstoffs nach dessen Einführung (Postmarketing-Surveillance) zum Auftreten von Myo- und Perikarditiden nach Impfung mit Nuvaxovid vor. Die Sicherheit des Impfstoffs wird in allen Altersgruppen nach der Zulassung kontinuierlich genau beobachtet, sodass weitere mögliche Signale bewertet und die Empfehlung ggf. angepasst werden kann.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob zur Vervollständigung der Impfserie bei Personen, die nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myo- oder Perikarditis entwickelt hatten, nachfolgend Nuvaxovid ohne Gefahr einer erneuten oder sich verschlimmernden Myo- oder Perikarditis eingesetzt werden kann. Tritt nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff oder Nuvaxovid eine Myo- oder Perikarditis auf, sollte in der Regel auf die Verabreichung weiterer Impfstoffdosen dieser Impfstoffe verzichtet werden.

Stand: 18.08.2022

Wie wirksam ist die COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche?

Für die Impfung mit Comirnaty 30 µg bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren konnte eine Wirksamkeit gegenüber einer COVID-19-Erkrankung von bis zu 100 % in klinischen Studien nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass die Wirksamkeit in Bezug auf eine schwere COVID-19-Erkrankung ähnlich hoch ist.

Zur Wirksamkeit des Impfstoffes gegenüber der Omikron-Variante gibt es in der Altersklasse erste Erkenntnisse aus einer Fall-Kontroll-Studie mit 12- bis 16-Jährigen. Die Ergebnisse weisen auf einen guten Schutz vor Infektionen und der COVID-19-Erkrankung in einem Zeitraum von bis zu 3 Monaten nach Verabreichung der 2. Impfstoffdosis hin. Ähnlich wie bei Erwachsenen ist der Schutz vor der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante geringer und die Wirksamkeit reduziert sich ab dem Zeitpunkt von 3 Monate nach 2. Impfstoffdosis kontinuierlich.

Mit der empfohlenen Auffrischimpfung (3. Impfung) wird der Impfschutz insbesondere vor schweren Erkrankungen wieder verbessert und auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von SARS-CoV-2-Infektionen reduziert. Diese ist derzeit für 12- bis 17-Jährige empfohlen sowie für 5- bis 11-Jährige, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben. Für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren mit Immundefizienz ist auch eine 2. Auffrischimpfung empfohlen.

Der bei Kindern von 5 bis 11-Jahren eingesetzte Impfstoff Comirnaty 10 µg hat in dieser Altersgruppe nach vollständiger Impfung mit etwa 90 % eine sehr hohe Wirksamkeit zur Verhinderung symptomatischer COVID-19-Erkrankungen. Für die Impfung mit Spikevax ist die Wirksamkeit ähnlich hoch. Daten zeigen, dass die Schutzwirkung vor der Omikron-Variante nach Impfung mit Comirnaty 10 µg gegenüber Infektionen insbesondere in dieser Altersgruppe jedoch deutlich reduziert ist. Für Spikevax liegen bisher keine Daten hinsichtlich der Omikron-Variante vor.

Der Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) bietet für 12- bis 17-Jährige Kinder und Jugendliche nach derzeitigem Kenntnisstand einen guten Schutz. In der klinischen Zulassungsstudie aus dem Jahr 2021 zeigte eine zweimalige Impfung mit Nuvaxovid bei 12- bis 17- Jährigen eine Wirksamkeit von rund 80 % gegenüber einer milden bis schweren COVID-19-Erkrankung unter der zu dem damaligen Zeitpunkt vorherrschenden Delta-Variante. Daten zur klinischen Wirksamkeit vor der Omikron-Variante liegen bisher auch für diese Altersgruppe nicht vor.

Stand: 18.08.2022

Welche Erkenntnisse bestehen zu Long-COVID und PIMS bei Kindern und Jugendlichen?

Die STIKO hat für ihre Empfehlung der COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche die Evidenz zur Epidemiologie und Krankheitslast der COVID-19-wiederholt umfassend aufgearbeitet. Auch wenn COVID-19 in der Regel bei Kindern und Jugendlichen keine schwere Erkrankung ist, kann es in Einzelfällen in Folge der Erkrankung zu schwerwiegenden Krankheitsmanifestationen kommen. So bestehen mit Long-COVID und dem sogenannten Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) zwei Krankheitsbilder, deren Langzeitprognosen noch nicht endgültig bekannt sind.

Es handelt sich bei Long-COVID nicht um ein einheitliches Krankheitsbild, weshalb die Epidemiologie schwer zu erfassen ist. Als Long-COVID bzw. Post-COVID-19-Syndrom werden Krankheitszeichen und Symptome beschrieben, die mehr als 12 Wochen nach Krankheitsbeginn bestehen bzw. mehr als 12 Wochen nach Infektion auftreten, deren Pathogenese bisher nicht geklärt ist und für die keine andere Erklärung als die Folge einer SARS-CoV-2-Infektion festzustellen ist. Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Long-COVID schwere Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die Lebensqualität, das soziale Leben und das Familienleben haben kann. Häufige Symptome sind anhaltende Erschöpfungszustände (Fatigue), Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung und Herzrhythmusstörungen. Insgesamt ist die Symptomatik variabel und der Zeitraum variiert zwischen Wochen und Monaten. Bisher wurden größtenteils Studien zu Long-COVID bei Erwachsenen publiziert, wohingegen die Datenlage bei Kindern noch sehr limitiert ist. Die Häufigkeit von Long-COVID kann derzeit bei Kindern noch nicht verlässlich erfasst werden. Einige Symptome von Long-COVID wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen und depressive Verstimmung sind sehr unspezifisch und treten auch infolge von psychosozialen Belastungen während der Pandemie zum Beispiel durch Ängste, Schulschließungen oder Isolation, unabhängig von SARS-CoV-2-Infektionen auf. Daher sind Studien wichtig, die eine Kontrollgruppe von Kindern und Jugendlichen einschließen, die keine SARS-CoV-2-Infektion hatten. In den drei vorliegenden Studien mit Kontrollgruppe sind Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion nicht häufiger von Spätfolgen betroffen als Kinder ohne SARS-CoV-2-Infektion.

Die bisherigen wissenschaftlichen Studien zu Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen haben erhebliche Einschränkungen. Es ist unklar, ob und in welcher Häufigkeit Long-COVID bei Kindern vorkommt. Insgesamt scheint Long-COVID für diese Altersgruppe eine geringere Bedeutung zu haben als für Jugendliche und Erwachsene.

PIMS ist ein schweres entzündliches Krankheitsbild, das in seltenen Fällen bei Kindern und Jugendlichen i.d.R. 3-4 Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 (auch asymptomatisch) beobachtet wurde. In vielen Fällen geht PIMS mit Schocksymptomatik und i.d.R. vorübergehender Herz-Kreislauf-Insuffizienz einher. Die Ursache der Entstehung der Erkrankung ist unklar und auch zur Häufigkeit gibt es derzeit keine verlässlichen Daten. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) definiert PIMS als Fälle, bei denen neben Fieber, erhöhte systemische Entzündungsparameter, mindestens zwei Organbeteiligungen und eine aktuelle oder stattgehabte SARS-CoV-2-Infektion oder ein SARS-CoV-2-Kontakt nachzuweisen waren, sowie andere infektiologische Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Das zunächst neue Krankheitsbild wird von den behandelnden Ärzt:innen zunehmend besser verstanden und ist inzwischen gut behandelbar. PIMS-TS trat bisher bei ca. 3/10.000 Kindern und Jugendlichen mit SARS-CoV-2-Infektion auf und ist damit sehr selten. Bei dem Großteil der Erkrankten lagen keine Vorerkrankungen vor. Die in Deutschland gemeldeten Fälle wurden vor allem in den ersten beiden Wellen der Pandemie nach Infektionen mit der Virusvariante Alpha festgestellt. Die Hälfte der erkrankten Kinder musste intensivmedizinisch behandelt werden. Die Häufigkeit von PIMS bei Kindern und Jugendlichen nach SARS-CoV-2-Omikron-Infektion kann noch nicht abschließend beurteilt werden, allerdings weisen die Register-Daten eindeutig darauf hin, dass diese niedriger ist als unter der zuvor dominanten Delta-Variante. PIMS-TS ist in der Regel gut behandelbar und hat eine gute Prognose. Todesfälle sind in Deutschland nicht berichtet worden.

Stand: 24.05.2022

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