Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Impfung bei Kindern und Jugendlichen (Stand: 17.11.2022)

Welchen Kindern und Jugendlichen wird die COVID-19-Schutzimpfung besonders empfohlen?

Die STIKO empfiehlt vorerkrankten Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren eine Grundimmunisierung mit einem zugelassenen Kinderimpfstoff, vorzugsweise mit 3 Impfstoffdosen Comirnaty (je 3 µg). Kindern, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO, die Impfserie um eine Dosis zu reduzieren.

Gesunde Kinder mit Kontakt zu Risikopersonen können nach individueller Risikoeinschätzung in Absprache mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt ebenfalls eine vollständige Grundimmunisierung erhalten.

Gesunden 5- bis 11-jährigen Kindern wird im Sinne einer Basisimmunisierung nur eine Impfstoffdosis empfohlen, präferenziell mit Comirnaty 10 µg, monovalenter Wildtyp-Impfstoff (6- bis 11-jährige Kinder jedoch können auch mit Spikevax geimpft werden). Eine vollständige Grundimmunisierung der COVID-19-Impfung kann aber auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Gesunde 5-11-jährige Kinder, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z. B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie), können eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen erhalten. Die STIKO rät dazu, nach individueller Abwägung und unter Berücksichtigung des Wunsches der Eltern zu entscheiden, ob eine Impfung mit dem Ziel des Infektionsschutzes durchgeführt werden sollte, da aktuelle Daten zeigen, dass die Impfung nur für einen kurzen Zeitraum vor der Übertragung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 schützt und dieser Infektionsschutz nicht verlässlich ist.

Kindern im Alter von 5-11 Jahren, die infolge einer Grunderkrankung (gemäß bestehender STIKO-Empfehlung) selbst ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben, wird von der STIKO die COVID-19-Impfung als Grundimmunisierung mit 2 Impfungen sowie bis zu 2 Auffrischimpfungen vorzugsweise mit Comirnaty 10 µg, monovalenter Wildtyp-Impfstoff, empfohlen. Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren können laut Zulassung zur Grundimmunisierung auch mit Spikevax geimpft werden.

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren eine COVID-19-Impfung bestehend aus Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen und eine Auffrischimpfung vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff.
12- bis 17-Jährigen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, gemäß bestehender STIKO-Empfehlung, wird eine weitere Auffrischimpfung empfohlen (4. Impfung).
Außerdem besteht eine berufliche Impfindikation für Jugendliche, die arbeitsbedingt entweder ein erhöhtes Expositionsrisiko aufweisen oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben.

Eine erste Auffrischimpfung ist für die genannten Personengruppen empfohlen, wenn sie zuvor 2 immunologische Ereignisse hatten (Impfungen oder Infektionen). Die Auffrischimpfung soll mit einem Mindestabstand von 6 Monaten zum letzten Ereignis durchgeführt werden. In begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf 4 Monate reduziert werden.

Stand: 17.11.2022

Sollten sich Kinder, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, noch impfen lassen?

Ja. Die STIKO empfiehlt für Kinder, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, die Impfserie um eine Dosis zu reduzieren.

Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren sollten somit zwei Impfstoffdosen Comirnaty zur Grundimmunisierung erhalten (bzw. eine Impfstoffdosis Spikevax).

Allen 5-11-jährigen Kindern empfiehlt die STIKO eine COVID-19-Impfung, unabhängig davon, ob sie bereits wissentlich mit SARS-CoV-2 infiziert waren oder nicht. Kinder, die eine Infektion durchgemacht haben, sollten die erste Impfstoffdosis frühestens 3 Monate nach Infektion erhalten. Für die Impfung mit Comirnaty (10 μg, zugelassen 5-11 J) und Spikevax (50 μg, zugelassen 6-11 J) nach Infektion bestehen keine Sicherheitsbedenken.

Kinder zwischen 5 und 11 Jahren mit einem erhöhten COVID-19 Risiko aufgrund von Vorerkrankungen sollen somit nach der Infektion 2 Impfstoffdosen erhalten: eine Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung und eine weitere Impfstoffdosis mit dem zugelassenen monovalenten Wildtyp-Impfstoff als Auffrischimpfung. Kinder mit Vorerkrankungen sollen darüber hinaus eine weitere Auffrischimpfung erhalten, wenn sie bislang drei immunologische Ereignisse hatten. Als immunologisches Ereignis werden eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Impfstoffdosis gegen COVID-19 gezählt. Die Auffrischimpfungen sollen mit einem Mindestabstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis oder SARS-CoV-2-Infektion durchgeführt werden. In begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf 4 Monate reduziert werden.

Kindern zwischen 5 und 11 Jahren ohne Vorerkrankungen, empfiehlt die STIKO die Impfung mit zunächst einer COVID-19-Impfstoffdosis. Daten zum Infektionsgeschehen weisen darauf hin, dass über 80 % der 5-11-jährigen Kinder in Deutschland bereits in Kontakt mit SARS-CoV-2 gekommen sind. Eine durchgemachte Infektion (symptomatisch oder asymptomatisch) alleine reicht jedoch nicht aus, um spätere COVID-19 Erkrankungen mit bekannten oder neuen Virusvarianten zu verhindern. Erst zusammen mit der empfohlenen Impfstoffdosis führt die bereits durchgemachte Infektion nach Ansicht der STIKO zum Aufbau einer Basisimmunität. Diese Basisimmunität dient als Grundlage, um den Schutz vor COVID-19 in Zukunft schnell durch eine weitere Impfung optimieren zu können. Das könnte notwendig werden, falls neue Infektionswellen und/oder neue Virusvarianten auftreten.

Für Jugendliche ab 12 Jahren empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung vorzugsweise mit einem der zugelassenen und verfügbaren Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoffe.

Stand: 17.11.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Säuglingen und Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) bei Säuglingen und Kindern ab dem Alter von 6 Monaten Impfreaktionen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Kleinkinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren werden als besonders sensibel für Effekte von Arzneimittelnebenwirkungen angesehen.

Die Sicherheit der beiden mRNA-Kinderimpfstoffe wurde in den Zulassungsstudien untersucht. Seltene unerwünschte Ereignisse nach der Impfung konnten nicht erfasst werden, da in den Zulassungsstudien nur eine begrenzte Anzahl Kinder dieser Altersgruppe eingeschlossen wurden. Insgesamt waren die Impfreaktionen in dieser Altersgruppe etwas milder als bei den 5- bis 11-Jährigen Kindern. Sie traten nach allen Impfstoffdosen gleichhäufig auf.

Für Comirnaty waren die häufigsten berichteten Lokalreaktionen Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle. Zu den häufigsten systemischen Reaktionen gehörten Fieber und Müdigkeit, sowie zusätzlich bei den 6 bis 23 Monate alten Kindern Gereiztheit und Appetitverlust und bei den 2 bis 4 Jahre alten Kindern Durchfall.

Nach Impfung mit Spikevax traten als Lokalreaktionen am häufigsten Schmerzen an der Einstichstelle auf. Bei den 6 bis 23 Monate alten Kindern traten ebenfalls häufig Schwellung und Rötung an der Einstichstelle sowie Schwellung und Empfindlichkeit der Achselhöhle (oder Leiste) auf. Als häufigste systemische Reaktionen wurden Reizbarkeit/Weinen, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit beobachtet.

In der Altersgruppe der 12- bis 29-Jährigen wurden nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Myo- und Perikarditiden beobachtet. Diese unerwünschten Impfereignisse waren bei Jungen und Männern häufiger als bei Mädchen und Frauen. Nach der Impfung mit Spikevax war das Risiko größer als nach der Impfung mit Comirnaty. Aktuelle Daten für die Anwendung bei den 5- bis 11-Jährigen weisen auf ein geringeres Myokarditis-/Perikarditis-Risiko hin. Für Kinder unter 5 Jahren liegen diesbezüglich noch keine Daten vor. Daten zur Anwendung von Spikevax sind nicht in belastbaren Umfang vorhanden.

Stand: 17.11.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis einschließlich 17 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Comirnaty beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bei Kindern und Jugendlichen Impfreaktionen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Insgesamt sind die Impfreaktionen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vergleichbar. Lokalreaktionen (Schmerzen an der Einstichstelle, Rötung, Schwellung) traten nach den beiden Impfstoffdosen etwa gleichhäufig auf, während systemische Impfreaktionen (Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerz, Schüttelfrost, Übelkeit, Durchfall, Gelenk- und Muskelschmerzen) nach der zweiten Impfstoffdosis häufiger auftraten. Lokalreaktionen sowie systemische Reaktionen traten zwischen dem 1. und 7. Tag nach Impfung auf und hielten nur wenige Tage an.

Insgesamt gilt der mRNA-Impfstoff Comirnaty als „reaktogen“, das heißt er löst häufig eine spürbare körperliche Reaktion aus. Die Beschwerden nach der Impfung vergehen meist nach wenigen Tagen von selbst und zeigen, dass das Immunsystem auf die Impfstoffe reagiert und einen Impfschutz aufbaut. Wirkliche unerwünschte Nebenwirkungen (wie eine Herzmuskelentzündung) sind sehr selten und können sogar wahrscheinlicher nach der COVID-19-Infektion auftreten.

Zu den häufigsten Impfreaktionen nach der Impfung mit Comirnaty zählten auf Basis der Zulassungsstudien bei Kindern und Jugendlichen Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen. Die Reaktionen waren größtenteils mild bis moderat. Gelegentlich (zwischen 0,1 % und 1 %) traten Lymphknotenschwellungen auf, die auf den Impfstoff zurückgeführt wurden. Die Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten (Antipyretika) gaben 14% der 5- bis 11-Jährigen nach der ersten Impfstoffdosis und 20% nach der zweiten Impfstoffdosis an; bei den 12- bis 15-Jährigen gaben dies 37% nach der ersten Impfstoffdosis und 51% nach der zweiten Impfstoffdosis an; bei den 16- bis 25-Jährigen waren es 32% nach der ersten Impfstoffdosis und 46% nach der zweiten Impfstoffdosis. Anaphylaktische Rektionen wurden weder bei den 5- bis 11-Jährigen und 12- bis 15-Jährigen noch bei den 16- bis 25-Jährigen beobachtet. Genauere Häufigkeitsangaben zu möglichen Impfreaktionen und Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden oder finden sich in den entsprechenden Abschnitten zum Impfstoff der 9. Aktualisierung, 15. Aktualisierung bzw. 20. Aktualisierung.

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 12 Jahren eine Auffrischimpfung, vorzugsweise einen der zugelassenen und verfügbaren Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoffe von BioNTech. Der angepasste Impfstoff von Moderna ist bisher erst ab dem Alter von 30 zugelassen.

Auch wenn die Datenlage zur Sicherheit der Auffrischimpfung in dieser Altersgruppe noch limitiert ist, kann davon ausgegangen werden, dass Impfreaktionen wie nach der 2. Impfstoffdosis bzw. der Auffrischimpfung bei 18-25-Jährigen auftreten.

Die Omikron-adaptierten Impfstoffe verwenden dieselbe mRNA-Plattform wie die bisher erhältlichen Wildtyp-mRNA-Impfstoffe. Da der Unterschied in nur wenigen abgeänderten Nukleotiden (Bausteinen der mRNA) besteht und die Immunantwort auch bei den adaptierten Impfstoffen aus einer Auseinandersetzung mit dem Spikeprotein von SARS-CoV-2 resultiert, schätzt die STIKO die neuen bivalenten Impfstoffe trotz der begrenzten klinischen Studiendaten als sicher und gut verträglich ein.

Seltene Nebenwirkung: Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung (Myokarditis und Perikarditis)

Seit Einführung der COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) ist bekannt, dass nach Verabreichung dieser Impfstoffe in seltenen Fällen Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Personen auftreten. Die Symptomatik tritt typischerweise innerhalb von wenigen Tagen nach der Impfung auf und ist nach der 2. Impfstoffdosis häufiger als nach der 1. Impfstoffdosis. Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach mRNA-Impfung wurden bei Jungen und jungen Männern deutlich häufiger beobachtet als bei Mädchen und Frauen. Die Verläufe waren zumeist mild, es fehlten jedoch Daten zum Langzeitverlauf. Nach der Impfung mit Spikevax war das Risiko größer als mit Comirnaty.

Aus den Sicherheitsdaten zu Comirnaty, die aktuell vorliegen, lässt sich ableiten, dass das Risiko für das Auftreten einer Myokarditis bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren wesentlich geringer ist als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Stand: 17.11.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern im Alter von 6 bis einschließlich 11 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Spikevax beobachtet?

Die STIKO geht davon aus, dass Spikevax in dieser Altersgruppe in der Regel gut vertragen wird und keine Sicherheitsbedenken bestehen.

Sicherheitsdaten zu Spikevax (50 µg, zugelassen im Alter von 6 bis 11 Jahren) bei 6- bis 11-jährigen Kindern sind bislang nur der Zulassungsstudie zu entnehmen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren nach Verabreichung der Grundimmunisierung mit Spikevax Schmerzen an der Injektionsstelle (mehr als 90 %), starke Müdigkeit (ca. 65 %), Kopfschmerzen (ca. 54 %), Gliederschmerzen (ca. 30 %), Schüttelfrost (30 %), Übelkeit/Erbrechen (24 %), Fieber (24 %) sowie Rötung und Schwellung der Einstichstelle (ca. 20 %). Schwere Nebenwirkungen wie zum Beispiel Myokarditiden, Perikarditisfälle oder schwere Hypersensitivitätsreaktionen traten in der Zulassungsstudie nicht auf.

Nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen traten in der Altersgruppe der 12- bis 29-Jährigen Myo- und Perikarditiden auf. Nach der Impfung mit Spikevax war das Risiko größer als mit Comirnaty. Aktuelle Daten für die Anwendung bei den 5- bis 11-Jährigen weisen auf ein geringeres Myokarditis-/Perikarditis-Risiko hin. Jedoch ist die Datenlage zum Myokarditisrisiko nach Anwendung von Spikevax für Kinder im Alter von 6-11 Jahren weiterhin ungenügend. Neben den Daten aus den Zulassungsstudien sind keine weiteren Daten publiziert. Dementsprechend empfiehlt die STIKO, die Impfung der 5- bis 11-jährigen Kinder weiterhin vorzugsweise mit Comirnaty durchzuführen. Die Verwendung von Spikevax bleibt alternativ möglich. Siehe auch Welchen Kindern und Jugendlichen wird die COVID-19-Schutzimpfung besonders empfohlen?.

Stand: 17.11.2022

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahren nach einer COVID-19-Impfung mit Nuvaxovid beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung mit Nuvaxovid (Novavax) bei Kindern und Jugendlichen Impfreaktionen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Sicherheitsdaten zu Nuvaxovid bei 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen sind bislang nur der Zulassungsstudie zu entnehmen. Die Impfreaktionen in dieser Altersgruppe waren vergleichbar mit denen bei Erwachsenen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Druckempfindlichkeit (71%) und Schmerzen (67%) an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen (63%), Myalgie (57%), Müdigkeit (54%), Unwohlsein (43%), Übelkeit oder Erbrechen (23%), Gelenkschmerzen (19%), Schwellung an der Injektionsstelle (19%), Fieber (17%) und Rötung an der Injektionsstelle (17%). In der Regel klangen die Beschwerden nach weniger als 2 Tagen nach Impfung wieder ab.

Seit Einführung der Impfung wurden in sehr seltenen Fällen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myo- und Perikarditis) nach Anwendung von Nuvaxovid beobachtet. Für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren liegen noch keine Daten aus der Überwachung des Impfstoffs nach dessen Einführung (Postmarketing-Surveillance) zum Auftreten von Myo- und Perikarditiden nach Impfung mit Nuvaxovid vor. Die Sicherheit des Impfstoffs wird in allen Altersgruppen nach der Zulassung kontinuierlich genau beobachtet, sodass weitere mögliche Signale bewertet und die Empfehlung ggf. angepasst werden kann.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob zur Vervollständigung der Impfserie bei Personen, die nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myo- oder Perikarditis entwickelt hatten, nachfolgend Nuvaxovid ohne Gefahr einer erneuten oder sich verschlimmernden Myo- oder Perikarditis eingesetzt werden kann. Tritt nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff oder Nuvaxovid eine Myo- oder Perikarditis auf, sollte in der Regel auf die Verabreichung weiterer Impfstoffdosen dieser Impfstoffe verzichtet werden.

Stand: 18.08.2022

Wie wirksam ist die COVID-19 Impfung für Säuglinge und Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren?

Die Wirksamkeit der Impfstoffe Comirnaty (BioNTech/Pfizer) mit drei Impfstoffdosen (á 3 μg) und Spikevax (Moderna) mit zwei Impfstoffdosen (á 25 μg) wurde in den Zulassungsstudien getestet.

Nach Auswertung der Daten geht die STIKO davon aus, dass die beiden mRNA-Impfstoffe bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren einen ähnlich guten Schutz vor COVID-19 vermittelt wie in den älteren Altersgruppen. Die Datenlage ist jedoch limitiert und in den Zulassungsstudien konnte die Wirksamkeit gegenüber schweren COVID-19 Verläufen nicht bestimmt werden, da im Studienzeitraum weder bei der Gruppe der Geimpften noch bei den Vergleichsgruppen Fälle aufgetreten sind.

Der Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen ist deutlich geringer und vermutlich - wie in anderen Altersgruppen - nur von kurzer Dauer. Auch wenn in den Zulassungsstudien grundsätzlich eine gute Wirksamkeit gegenüber COVID-19 festgestellt wurde, ist diese mit Unsicherheit behaftet, da nur eine begrenzte Anzahl Kinder in die Zulassungsstudie eingeschlossen wurde und der Studienzeitraum sehr kurz war.

Stand: 17.11.2022

Wie wirksam ist die COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahre?

Die COVID-19 Impfung bietet auch Kindern und Jugendlichen einen Schutz vor schweren COVID-19 Verläufen.

Für die Impfung mit Comirnaty 30 µg bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren konnte eine Wirksamkeit gegenüber einer COVID-19-Erkrankung von bis zu 100 % in klinischen Studien nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass die Wirksamkeit in Bezug auf eine schwere COVID-19-Erkrankung ähnlich hoch ist.

Zur Wirksamkeit des Impfstoffes gegenüber der Omikron-Variante gibt es in der Altersklasse erste Erkenntnisse aus einer Fall-Kontroll-Studie mit 12- bis 16-Jährigen. Die Ergebnisse weisen auf einen guten Schutz vor Infektionen und der COVID-19-Erkrankung in einem Zeitraum von bis zu 3 Monaten nach Verabreichung der 2. Impfstoffdosis hin. Ähnlich wie bei Erwachsenen ist der Schutz vor der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante geringer und die Wirksamkeit reduziert sich ab dem Zeitpunkt von 3 Monate nach 2. Impfstoffdosis kontinuierlich. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass gerade während der Zirkulation der Omikron-Variante der Schutz der Impfung vor Übertragung unsicher ist und - wenn überhaupt - nur von kurzer Dauer.

Mit der empfohlenen Auffrischimpfung (3. Impfung) wird der Impfschutz insbesondere vor schweren Erkrankungen wieder verbessert. Diese ist derzeit für 12- bis 17-Jährige empfohlen sowie für 5- bis 11-Jährige, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben. Für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren mit Immundefizienz ist auch eine 2. Auffrischimpfung empfohlen. Für die Auffrischimpfungen bei Jugendlichen ab 12 Jahren sollen laut STIKO-Empfehlung die Omikron-angepassten Impfstoffe von BioNTech verwendet werden.

Der bei Kindern von 5 bis 11-Jahren eingesetzte Impfstoff Comirnaty 10 µg hat in dieser Altersgruppe nach vollständiger Impfung mit etwa 90 % eine sehr hohe Wirksamkeit zur Verhinderung symptomatischer COVID-19-Erkrankungen. Für die Impfung mit Spikevax ist die Wirksamkeit ähnlich hoch. Daten zeigen, dass die Schutzwirkung vor der Omikron-Variante nach Impfung mit Comirnaty 10 µg gegenüber Infektionen insbesondere in dieser Altersgruppe jedoch deutlich reduziert ist. Für Spikevax liegen bisher keine Daten hinsichtlich der Omikron-Variante vor.

Der Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) bietet für 12- bis 17-Jährige Kinder und Jugendliche nach derzeitigem Kenntnisstand einen guten Schutz. In der klinischen Zulassungsstudie aus dem Jahr 2021 zeigte eine zweimalige Impfung mit Nuvaxovid bei 12- bis 17- Jährigen eine Wirksamkeit von rund 80 % gegenüber einer milden bis schweren COVID-19-Erkrankung unter der zu dem damaligen Zeitpunkt vorherrschenden Delta-Variante. Daten zur klinischen Wirksamkeit vor der Omikron-Variante liegen bisher auch für diese Altersgruppe nicht vor.

Stand: 17.11.2022

Welche Erkenntnisse bestehen zu Long-COVID und PIMS bei Kindern und Jugendlichen?

Die STIKO hat für ihre Empfehlung der COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche die Evidenz zur Epidemiologie und Krankheitslast von COVID-19 wiederholt umfassend aufgearbeitet. Auch wenn COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen in der Regel nicht schwer verläuft, kann es in seltenen Fällen in Folge der Erkrankung zu schwerwiegenden Krankheitsmanifestationen kommen. So bestehen mit Long-COVID und dem sogenannten Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) zwei Krankheitsbilder, deren Langzeitprognosen noch nicht endgültig bekannt sind.

Als Long-COVID werden gesundheitliche Beschwerden definiert, die nach der akuten Krankheitsphase einer SARS-CoV-2-Infektion über mehr als 4 Wochen fortbestehen oder neu auftreten. Als Post-COVID-Syndrom werden Beschwerden bezeichnet, die länger als 12 Wochen nach Beginn der SARS-CoV-2-Infektion vorhanden sind und nicht anderweitig erklärt werden können. Somit umfasst Long-COVID sowohl im Anschluss an eine akute COVID-19-Erkrankung 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das Post-COVID-19-Syndrom.

Die Pathogenese (Krankheitsentstehung) von Long-COVID ist bisher nicht geklärt. Die Langzeitsymptome treten auch nach mildem Erkrankungsverlauf auf. Unter Personen, die schwer an COVID-19 erkrankt waren, ist der Anteil mit Long-COVID jedoch höher.

Die Symptomatik ist sehr variabel und kann über Wochen bis Monate anhalten. Zu den häufigsten Symptomen gehören anhaltende Erschöpfungszustände (Fatigue), Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen und depressive Verstimmung.

Bisher wurden größtenteils Studien zu Long-COVID bei Erwachsenen publiziert. Die Datenlage zu Long-COVID bei Kindern ist begrenzt und publizierte Studien inkl. der systematischen Reviews weisen zum Teil erhebliche methodische Mängel auf (z. B. kleine Studienpopulation, das Fehlen einer Kontrollgruppe, einer Falldefinition oder einer gesicherten SARS-CoV-2-Labordiagnose). Daher kann die Häufigkeit von Long-COVID bei Kindern derzeit noch nicht verlässlich erfasst werden.

Einige Symptome von Long-COVID wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen und depressive Verstimmung sind zudem sehr unspezifisch und treten auch infolge von psychosozialen Belastungen während der Pandemie auf, zum Beispiel durch Ängste, Schulschließungen oder Isolation, unabhängig von SARS-CoV-2-Infektionen.

Weitere Studien sind wichtig, die Kontrollgruppen von Kindern und Jugendlichen einschließen, die keine SARS-CoV-2-Infektion hatten. In den drei vorliegenden Studien mit Kontrollgruppe sind Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion nicht häufiger von Spätfolgen betroffen als Kinder ohne SARS-CoV-2-Infektion. Insgesamt scheint Long-COVID für die Altersgruppe der Kinder eine geringere Bedeutung zu haben, als für Jugendliche und Erwachsene.

PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) ist ein schweres entzündliches Krankheitsbild, das in seltenen Fällen bei Kindern und Jugendlichen i.d.R. 3-4 Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 (auch nach asymptomatischer Infektion) beobachtet wurde. In vielen Fällen geht PIMS mit Schocksymptomatik und i.d.R. vorübergehender Herz-Kreislauf-Insuffizienz einher. Die Ursache der Entstehung der Erkrankung (Pathogenese) ist noch unklar. Das Krankheitsbild wird jedoch von den behandelnden Ärzt:innen zunehmend besser verstanden und ist inzwischen gut behandelbar.

Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) definiert PIMS als Fälle, bei denen neben Fieber, erhöhte systemische Entzündungsparameter, mindestens zwei Organbeteiligungen und eine aktuelle oder stattgehabte SARS-CoV-2-Infektion oder ein SARS-CoV-2-Kontakt nachzuweisen waren, sowie andere infektiologische Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Zwischen Mai 2020 und Oktober 2022 wurden insgesamt 909 Kinder und Jugendliche gemeldet, die diese Falldefinition erfüllten. Der Erkrankungsverlauf war trotz des schweren Krankheitsbildes meist günstig, tödliche PIMS-Verläufe wurden in Deutschland bisher nicht gemeldet.

Das Risiko eines Infizierten an einem PIMS zu erkranken, ist stark abhängig von der SARS-CoV-2 Variante. Im Vergleich zu der Wuhan- und Alpha-Variante von 2020 ist das Risiko unter Delta etwa fünfmal geringer und unter Omikron 15- bis 20-fach reduziert. Dieser Effekt ist in allen Altersgruppen gleich und nicht abhängig von der Impfquote. Bezogen auf das absolute PIMS-Risiko von 1:4.000 unter der Wuhan und Alpha Variante ergibt sich für die aktuell zirkulierenden Varianten demnach ein PIMS Risiko von etwa 1:60.000 bis 1:80.000. Zu beachten ist allerdings, dass sich dieses Risiko auf immunnaive Kinder und Jugendliche bezieht, die es praktisch nicht mehr gibt. Das reale Risiko dürfte daher noch einmal geringer sein.

Stand: 17.11.2022

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.