Grundimmunisierung
Die Grundimmunisierung besteht i.d.R. aus 2 Impfstoffdosen (mit Ausnahmen bei Kindern). Die STIKO empfiehlt zur Grundimmunisierung folgende COVID-19 Impfstoffe:
- Comirnaty (3 µg) im Abstand von 0-3-8 Wochen (3 Impfstoffdosen)
- Comirnaty (10 µg) Comirnaty (30 µg)
- Comirnaty Original/Omicron BA.4/5
- Comirnaty XBB.1.5
- Spikevax (25 µg)
- Spikevax (50 µg)
- Spikevax (100 µg)
- Nuvaxovid
- Valneva
- JCOVDEN; 2. Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff oder Nuvaxovid
Siehe hierzu auch Tabelle C der aktuellen Impfempfehlung. Bei der Grundimmunisierung sollte ein Mindestabstand von 3 Wochen (entsprechend der Fachinformation des jeweils verwendeten Impfstoffs) eingehalten werden.
Der empfohlene Abstand zur vorherigen Impfung ist abhängig von der Personengruppe, der Impfhistorie sowie der Impfstoffdosis. Sollte der empfohlene Abstand überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt und muss nicht neu begonnen werden.
Eine begonnene Impfserie sollte i. d. R. mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: Nach der ersten Dosis JCOVDEN sollte die Impfserie heterolog mit einem mRNA-Impfstoff oder Nuvaxovid abgeschlossen werden. Bei Personen im Alter unter 30 Jahren und Schwangeren, die bereits eine Impfstoffdosis Spikevax erhalten haben, sollten ausstehende Impfungen mit Comirnaty erfolgen. Darüber hinaus kann, wenn der für die erste Impfstoffdosis verwendete mRNA-Impfstoff nicht verfügbar ist, unter Berücksichtigung der Alterseinschränkung und bei Nichtschwangeren auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden. Besteht nach Verabreichung der ersten mRNA-Impfstoffdosis eine produktspezifische medizinische Kontraindikation gegen eine Fortführung der Impfserie mit mRNA-Impfstoffen, wie zum Beispiel eine anaphylaktische Reaktion, kann unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlung die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid oder Valneva vervollständigt werden.
Auffrischimpfung
Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahre eine Basisimmunität, bestehend aus 2 Impfungen (Grundimmunisierung) und einer zusätzlichen Auffrischimpfung, wenn noch keine Infektion stattgefunden hat. Bei der Auffrischimpfung sollte i.d.R. ein Abstand von mindestens 6 Monaten zur vorherigen Impfung oder Infektion eingehalten werden.
Für bestimmte Personengruppen sind darüber hinaus weitere Auffrischimpfungen empfohlen (u.a. für Personen ab dem Alter von 6 Monaten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf, Personen ab 60 Jahren, BewohnerInnen von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegendes Personal), die mit einem Mindestabstand von i.d.R. 12 Monaten zur letzten Impfung oder letzten bekannten Infektion verabreicht werden sollten. Dafür soll i.d.R. ein für die jeweilige Altersgruppe zugelassener Varianten-adaptierter Impfstoff verwendet werden. Auch Nuvaxovid kann bei ≥18-Jährigen bei individuellem Wunsch nach entsprechender Beratung für die Auffrischimpfung verwendet werden, ist jedoch nach Einschätzung der STIKO in der Schutzwirkung unterlegen. In Ausnahmefällen ist auch die Anwendung bei 12-17-Jährigen laut STIKO möglich (off-label use).
Anwendung
Die Impfstoffe sollen ausschließlich intramuskulär (i. m.) verabreicht werden. Dies gilt auch für Patient:innen, die Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmer) einnehmen. Für diese sollen sehr feine Injektionskanülen (z.B. 23 oder 25 Gauge) verwendet und die Einstichstelle soll nach der Impfung mindestens 2 Minuten lang fest komprimiert werden.
Bei COVID-19-Impfungen ist eine Aspiration bei der intramuskulären Applikation zur weiteren Erhöhung der Impfstoffsicherheit sinnvoll.
Im Allgemeinen wird eine Nachbeobachtungszeit nach der Impfung gegen COVID-19 von mindestens 15 Minuten empfohlen. Längere Nachbeobachtungszeiten von 15-30 Minuten sollten vorsichtshalber bei bestimmten Risikopersonen eingehalten werden, z. B. bei Personen mit Gerinnungshemmung oder einer Impfkomplikation in der Anamnese. Eine Impfkomplikation ist eine über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehende unerwünschte Reaktion.
Stand: 27.10.2023