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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Mpox/Affenpocken

Stand: 6.12.2022

Ausführliche FAQ zur Impfung gegen Mpox/Affenpocken sind unter www.rki.de/affenpocken-impfung-faq zu finden. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Warum heißen Affenpocken jetzt Mpox?

Seit dem 28.11.2022 empfiehlt die WHO, die englische Bezeichnung „Monkeypox“ in „Mpox“ zu ändern (siehe Mitteilung der WHO). Hintergrund ist nach Angaben der WHO, dass die Bezeichnung „Monkeypox“ als rassistisch und stigmatisierend wahrgenommen werden kann und verschiedene Stellen die WHO gebeten haben, die Erkrankung umzubenennen. Das RKI schließt sich der Empfehlung an. Der Verständlichkeit halber werden zunächst beide Begriffe (Mpox/Affenpocken) verwendet und in den unten genannten FAQ angepasst. Der Überarbeitungsstand ändert sich dadurch nicht.

Stand: 06.12.2022

Was sind Mpox/Affenpocken?

Affenpocken (Mpox) sind eine Zoonose, d.h. eine von infizierten Tieren auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind vor allem bei engem Kontakt ebenfalls möglich. Die Erkrankung wird ausgelöst durch das Orthopoxvirus simiae (auch Monkeypox virus, MPXV, genannt) aus der Gattung Orthopoxvirus. Das Virus ist verwandt mit den klassischen Pockenviren (Variola, Smallpox) und den ebenfalls als Zoonose bekannten Kuhpockenviren (siehe auch Was ist der Unterschied zwischen klassischen Pocken, Mpox/Affenpocken, Kuhpocken und Windpocken?).

Die Erkrankung verläuft bei den meisten Menschen mild und heilt in der Regel von alleine ab. Es können aber auch schwere Verläufe und selten Todesfälle auftreten (insbesondere bei Kindern oder Personen mit geschwächtem Immunsystem).

Stand: 06.12.2022

Wo kamen Mpox/Affenpocken vor 2022 vor?

Mpox-/Affenpockenviren sind bei Nagetieren in West- und Zentralafrika verbreitet (Affen sind wie der Mensch Fehlwirte; siehe auch die Informationen zu Mpox/Affenpocken bei Tieren auf der Webseite des Friedrich-Loeffler-Instituts). Beim Menschen wurden die Viren erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo bei einem 9 Monate alten Jungen identifiziert. Seitdem wurden humane Fälle von Mpox/Affenpocken insbesondere in west- und zentralafrikanischen Ländern gemeldet, darunter in Nigeria, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo und weiteren Ländern der Region. Zentralafrikanische Virusvarianten (die sog. Klade I) sind dabei deutlich virulenter (krankmachender) als die westafrikanischen Virusvarianten (Klade II). Ob Fälle diagnostiziert werden, hängt erheblich von der Verfügbarkeit von Labordiagnostik ab.

Im Frühjahr 2003 kam es zum ersten Nachweis von Mpox/Affenpocken beim Menschen außerhalb des afrikanischen Kontinents. Als Ursache wurde der Import von Nagetieren, die mit Affenpockenviren der Klade II infiziert waren, aus Ghana in die USA identifiziert. In den USA erfolgte die Übertragung der Erkrankung durch infizierte Präriehunde (bei denen es sich ebenfalls um Nagetiere handelt) auf Tierhändler und -besitzer (siehe Epid Bull 31/2003). Es gab weder Mensch-zu-Mensch-Übertragungen noch Todesfälle, trotz zweier schwerer Krankheitsverläufe.

Seitdem wurden außerhalb afrikanischen Kontinents bis zum Frühjahr 2022 nur einzelne, insbesondere aus Nigeria importierte Fälle nachgewiesen; nach Informationen der WHO beispielsweise in Großbritannien (2018, 2019, 2021, 2022), in den USA (2021), Singapur (2019) und Israel (2018). Seit Mai 2022 wurden in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas Fälle ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete registriert, darunter auch in Deutschland (siehe „Was ist über den aktuellen weltweiten Mpox-/Affenpocken-Ausbruch bekannt?").

Stand: 06.12.2022

Was ist über den aktuellen weltweiten Mpox-/Affenpocken-Ausbruch bekannt?

Seit Mai 2022 werden Fälle in zahlreichen Ländern registriert, in denen die Erkrankung vorher nicht vorgekommen ist, darunter auch in Deutschland. Das Besondere an diesen Fällen ist, dass die Betroffenen zuvor nicht – wie sonst bei Erkrankungsfällen in der Vergangenheit – in Länder gereist waren, in denen das Virus endemisch ist, und dass viele Übertragungen offenbar im Rahmen von sexuellen Aktivitäten erfolgt sind.

Eine Einschätzung der internationalen Situation/Risikobewertungen und internationale Fallzahlen sind auf den Internetseiten der WHO und des ECDC zu finden.

Stand: 06.12.2022

Wie ist die Situation in Deutschland?

Aktuelle Fallzahlen in Deutschland und eine Situationseinschätzung des RKI sind unter www.rki.de/affenpocken-deutschland abrufbar. Auf der Übersichtsseite www.rki.de/affenpocken sind alle Informationen und Empfehlungen des RKI zu finden, u.a. zu Hygienemaßnahmen, Kontaktpersonenmanagement und Isolation von Erkrankten. Unter www.rki.de/affenpocken-impfung sind Informationen zur Impfung gegen Mpox/Affenpocken abrufbar.

Das RKI beobachtet die Situation weiter sehr genau und passt seine Einschätzung dem aktuellen Kenntnisstand an.

Stand: 06.12.2022

Was macht das RKI?

Die Fachkolleginnen und -kollegen des RKI analysieren fortlaufend verschiedene Datenquellen (u.a. Meldedaten, Studien), um Entwicklungen zu erfassen und das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland einschätzen zu können. Das RKI gibt auch umfassende Empfehlungen, u.a. zum Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten, zum Kontaktpersonenmanagement, zu Hygienemaßnahmen und zur Diagnostik. Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/affenpocken abrufbar und werden regelmäßig aktualisiert.

Das Konsiliarlabor für Pocken im RKI untersucht Proben von Verdachtsfällen, unterstützt Labore in Deutschland und anderen Ländern bei der Diagnostik und führt eigene Studien zur Infektiosität von Mpox-/Affenpockenviren durch. Das RKI arbeitet auch eng mit weiteren, für die Bewältigung des aktuellen Ausbruchs relevanten Behörden und Einrichtungen zusammen – auf nationaler Ebene (u.a. Landesbehörden, Friedrich-Loeffler-Institut, BZgA, Deutsche Aidshilfe) und internationaler Ebene (u.a. WHO, ECDC) - und ist an Fortbildungen für die Fachöffentlichkeit beteiligt.

Stand: 06.12.2022

Was bedeutet die "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite"?

Die WHO hat den internationalen Mpox-/Affenpocken-Ausbruch am 23.7.2022 zur "Gesundheitlichen Notlage mit internationaler Tragweite" (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) erklärt und Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen (siehe Mitteilung der WHO). Zu den von der WHO empfohlenen Maßnahmen gehören u.a. Isolation und Behandlung von Erkrankten, Kontaktpersonennachverfolgung, Impfung von Personen mit einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko, begleitet von zielgerichteter Risikokommunikation unter Einbindung relevanter Akteure und Communities.

Auf die Vorbereitungen und Maßnahmen in Deutschland hat diese Erklärung der WHO keine direkten Auswirkungen, da die Empfehlungen zum damaligen Zeitpunkt bereits umgesetzt waren.

Stand: 06.12.2022

Welche Symptome verursachen Mpox/Affenpocken, wie schwer verlaufen die Erkrankungen?

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken (Variola) verlaufen Mpox/Affenpocken in der Regel deutlich milder, die Erkrankung heilt in der Regel von alleine und die meisten Menschen erholen sich innerhalb einiger Wochen. Insgesamt ist die Prognose daher als günstig zu bewerten, allerdings können bei einigen Betroffenen (insbesondere bei Kindern oder Personen mit geschwächtem Immunsystem) auch schwere Verläufe auftreten.

Die Erkrankung wird häufig – aber nicht immer – von allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollenen Lymphknoten, Frösteln oder Abgeschlagenheit eingeleitet oder begleitet. Einige Menschen haben jedoch keine allgemeinen Krankheitssymptome. Charakteristisch sind die teils sehr schmerzhaften Hautveränderungen, welche die Stadien vom Fleck bis zur Pustel (Macula, Papula, Vesikula und Pustula) durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Beispielbilder solcher Läsionen sind unter www.rki.de/affenpocken-bilder zu finden. Der Ausschlag kann – wie oft im aktuellen Ausbruch zu sehen - im Genital- oder Analbereich, aber auch anderen Stellen wie an den Händen, Füßen, der Brust oder dem Gesicht auftreten. Die Haut- und Schleimhautveränderungen können auch im Mund und an den Augen gefunden werden. Die Hautveränderungen halten in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und heilen ohne Behandlung von selbst ab, wobei es allerdings zu Narbenbildung kommen kann. Komplikationen durch bakterielle Superinfektion der Hautläsionen sind möglich. Eine Manipulation der Hautläsionen, z B. das Aufkratzen oder Aufstechen kann sowohl das Risiko von Superinfektionen als auch der Übertragbarkeit erhöhen.

Zu den Komplikationen insbesondere in endemischen Ländern gehören Hirnentzündung, bakterielle Hautinfektionen, Flüssigkeitsverlust, Bindehaut-, Hornhaut- und Lungenentzündung. Schwere Krankheitsfolgen sind in der Regel entstellende Narben und bleibende Hornhautschäden bis hin zum Sehverlust und Tod.

In Zentral- und Westafrika haben in den letzten Jahren nach Angaben der WHO etwa 3 - 6 % der gemeldeten Fälle zum Tod geführt. Angesichts einer wahrscheinlichen Untererfassung von Fällen mit milderen Verläufen dürfte die tatsächliche Letalität darunter gelegen haben. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der virulenteren zentralafrikanischen Virusvariante (Klade I) infiziert waren, beobachtete man in früheren Ausbrüchen eine Fallsterblichkeit von bis zu 11%. Die westafrikanische Variante (Klade II) scheint mit einer deutlich geringeren Fallsterblichkeit einherzugehen.

Im aktuellen Ausbruch sind weltweit nur sehr wenige Todesfälle (unter 0,1%) verzeichnet worden (siehe Angaben der WHO).

Stand: 06.12.2022

Wie werden Mpox/Affenpocken übertragen?

Im aktuellen Ausbruch wird die Übertragung von Mensch zu Mensch vor allem bei engen Kontakten beobachtet, insbesondere im Rahmen sexueller Aktivitäten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch den direkten Kontakt mit den typischen Haut- bzw. Schleimhautveränderungen, den sog. Pockenläsionen. In den Pockenläsionen befinden sich besonders hohe Viruskonzentrationen. Sowohl Bläscheninhalt als auch Schorf sind infektiös.

Die Eintrittspforte für das Virus sind häufig kleine Hautverletzungen sowie insbesondere alle Schleimhäute (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus), und möglicherweise auch der Respirationstrakt. Infizierte sind ansteckend, solange die Läsionen nicht vollständig abgeheilt sind (in der Regel zwei bis vier Wochen lang). Es ist zu beachten, dass Läsionen auf Schleimhäuten von außen meist nicht sichtbar sind.

Eine Übertragung über kontaminierte Gegenstände wie z.B. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder in speziellen Fällen durch Oberflächen, die durch den Kontakt mit infektiösem Schorf oder Pockenbläscheninhalt einer infizierten Person mit dem Virus kontaminiert wurden, wurde bisher vor allem in Endemiegebieten beschrieben. Bisher liegen keine Hinweise dafür vor, dass dieser Übertragungsweg im aktuellen Ausbruch eine größere Bedeutung hätte.

Mpox-/Affenpockenviren sind - in geringerer Konzentration als in den Hautveränderungen - auch in Rachenabstrichen nachweisbar. Auch können Viren ausgehend von Pockenläsionen im Mund in den Speichel gelangen. Eine Übertragung durch große respiratorische Tröpfchen bei nahem Kontakt von Angesicht zu Angesicht, z. B. bei einem Gespräch, ist deshalb vorstellbar. Zweifelsfrei belegt sind solche Tröpfchenübertragungen bislang nicht. Eine Übertragung über ausgeatmete Aerosole über größere Distanzen erscheint demgegenüber unwahrscheinlich und bisher finden sich dafür keine Hinweise. Es gib bislang auch keine Hinweise, dass Affenpockenviren vor Symptombeginn übertragen werden können.

Ob die Viren zusätzlich zum reinen Hautkontakt auch auf direktem sexuellen Übertragungsweg (z.B. durch Kontakt mit Samenflüssigkeit oder Vaginalsekret) verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich (siehe "Sind Affenpocken eine sexuell übertragbare Krankheit?" und Flyer von RKI und BZgA unter www.rki.de/affenpocken-flyer).

In Endemiegebieten kann es auch zur Übertragung vom Tier auf den Menschen kommen. Hier sind nicht Affen, sondern vermutlich Nagetiere das Reservoir (Affen können aber auch ähnlich wie der Mensch als Fehlwirte infiziert sein). Die Übertragung kann hier z.B. durch Kontakte zu infizierten Tieren (Bisse, Sekrete und Exkrete, enger Umgang, Tierkörper bei der Jagd, Kontakt zu Material, das mit Viren kontaminiert ist) oder durch die Handhabung vom Fleisch infizierter Tiere kommen.

In Endemiegebieten sind auch Übertragungen bei infizierten Schwangeren über die Plazenta auf den Fötus oder von infizierten Eltern auf Kinder während oder nach der Geburt durch Hautkontakt beschrieben worden.

Stand: 06.12.2022

Wie lange ist die Inkubationszeit?

In der Literatur wird die Inkubationszeit von Mpox/Affenpocken von 3 bzw. 4 Tagen (untere Grenze) bis maximal 21 Tage angegeben. Im aktuellen Ausbruch wurden auch kürzere Inkubationszeiten von ein bis drei Tagen beobachtet, der Median lag bei 7 Tagen (siehe: Kurze Inkubationszeiten bei Affenpockenfällen in Deutschland während des aktuellen Ausbruchsgeschehens, Epid Bull 37/2022).

Stand: 06.12.2022

Wie kann man das Übertragungsrisiko verringern?

Um das Risiko, an Mpox/Affenpocken zu erkranken, zu senken, sollte Hautkontakt minimiert und insbesondere keine Ausschläge oder Wunden berührt werden. Bei sexuellen Kontakten ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung deutlich erhöht. Personen können ihr Risiko senken, wenn sie die Zahl der Sexpartner und/oder Sexpartnerinnen reduzieren. Orte, an denen wenig oder gar keine Kleidung getragen wird und Körperkontakte stattfinden wie Darkrooms, Saunen oder Sex-Clubs bergen ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko. Kondome können das Infektionsrisiko verringern, indem sie den direkten Kontakt mit Schleimhautveränderungen, insbesondere im Anus oder in der Vagina, verhindern (siehe FAQ „Schützen Kondome vor einer Infektion mit Affenpocken?“).

Personen mit Mpox-/Affenpocken-Infektion sollten auf jeglichen Sex (oral, anal, vaginal) verzichten, solange ein Übertragungsrisiko besteht. Darüber hinaus sollten Personen nach einer Infektion nach Abheilen aller Läsionen für acht Wochen Kondome beim Sex benutzen, da das Virus auch noch eine Zeitlang in der Samenflüssigkeit vorhanden sein könnte.

Stand: 06.12.2022

Sind Mpox/Affenpocken eine sexuell-übertragbare Krankheit?

Mpox/Affenpocken können durch engen körperlichen Kontakt von einer Person zur anderen übertragen werden (siehe auch "Wie werden Mpox/Affenpocken übertragen?"). Das schließt sexuelle Kontakte mit ein: Unter anderem kann direkter Hautkontakt mit Läsionen während sexueller Aktivitäten zu einer Ansteckung führen.

Ausschläge treten häufig am Anus bzw. im Rektum, an den Genitalien oder im Mund auf, was wahrscheinlich zur Übertragung bei sexuellem Kontakt beiträgt.

Vermehrungsfähige Affenpockenviren wurden auch in Samenflüssigkeit nachgewiesen und sind dort möglicherweise auch nach Abheilen der Hautläsionen weiter vorhanden. Ob Mpox/Affenpocken durch Samenflüssigkeit oder Vaginalsekret verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich. Vorsichtshalber sollten Personen, die an Mpox/Affenpocken erkrankt waren, auch nach Abheilen aller Läsionen acht Wochen lang beim Sex ein Kondom verwenden.

Mpox-/Affenpockenausschläge können einigen sexuell-übertragbaren Krankheiten ähneln, einschließlich Herpes und Syphilis.

Siehe auch "Besteht für Männer, die Sex mit Männern haben, ein höheres Risiko, sich mit Mpox/Affenpocken anzustecken?"

Stand: 06.12.2022

Schützen Kondome vor einer Infektion mit Mpox/Affenpocken?

Kondome können das Infektionsrisiko verringern, indem sie den direkten Kontakt mit Schleimhautveränderungen, insbesondere im Anus oder in der Vagina verhindern. Es gibt zudem Hinweise, dass auch in der Samenflüssigkeit vermehrungsfähiges Virus vorkommen kann. Deswegen sollten Personen mit einer Mpox/Affenpocken-Infektion auch nach Abheilen aller Läsionen acht Wochen lang beim Sex ein Kondom verwenden.

Allerdings kann jede Berührung von Hautveränderungen einer infizierten Person zu einer Übertragung führen, unabhängig davon, an welcher Stelle des Körpers sie sich befinden, sofern man sie mit der eigenen Haut berührt. Insofern können Kondome das Risiko einer Ansteckung zwar verringern, aber nicht ausschließen.

Stand: 06.12.2022

Besteht für Männer, die Sex mit Männern haben, ein höheres Risiko, sich mit Mpox/Affenpocken anzustecken?

Im aktuellen Ausbruch sind Mpox-/Affenpockeninfektionen weit überwiegend bei Männern aufgetreten, die selbst sexuelle Kontakte mit mehreren anderen Männern (MSM) angegeben hatten. Aber: Das Risiko ist nicht auf Menschen beschränkt, die sexuell aktiv sind oder auf Männer, die Sex mit Männern haben. Mpox/Affenpocken werden durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Jede Person, die engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren.

Jede Person, die Symptome hat, die Mpox/Affenpocken sein könnten, sollte daher enge körperliche Kontakte vermeiden und sofort einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Dazu gehören insbesondere Menschen, die Verbindungen zu Gruppen haben, in denen gehäuft Fälle gemeldet wurden.

Vor dem Hintergrund aktuell sinkender Fallzahlen schätzt das ECDC das Gesamtrisiko für MSM als moderat und für die breitere Bevölkerung als gering ein.

Stand: 06.12.2022

Was ist bei Veranstaltungen zu beachten?

Vor dem Hintergrund des aktuellen Mpox/Affenpocken-Ausbruchs gibt das RKI Empfehlungen für Organisatoren von Veranstaltungen und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, abrufbar unter www.rki.de/affenpocken-hinweise-veranstaltungen. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften zum Thema Mpox/Affenpocken und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Stand: 06.12.2022

Ab wann beginnt die Isolation und wie sollten sich Infizierte verhalten, um eine Übertragung zu verhindern?

Wie sollte man sich nach engem Kontakt zu einem Infizierten verhalten?

Betroffene, die engen Kontakt zu einer an Mpox/Affenpocken erkrankten Person hatten, sollten sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden (https://tools.rki.de/plztool/), sich für 21 Tage beobachten, Kontakte meiden und zeitnah die Möglichkeit einer postexpositionellen Impfung prüfen (auch hierzu kann das Gesundheitsamt beraten). Die Impfung sollte innerhalb weniger Tage nach dem Kontakt erfolgen, siehe hierzu www.rki.de/affenpocken-impfung.

Wenn man nach engem Kontakt Symptome (auch unspezifische) entwickelt, sollte man den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden, auf sexuelle Kontakte verzichten und den Hausarzt/die Hausärztin oder ggf. eine HIV-Schwerpunktpraxis vorab telefonisch, unter Angabe des Verdachtes auf Kontakt zu Mpox/Affenpocken, kontaktieren (siehe "Welche Symptome verursachen Affenpocken, wie schwer verlaufen die Erkrankungen?" und den Info-Flyer von RKI und BZgA unter www.rki.de/affenpocken-flyer). Sollte eine telefonische Kontaktaufnahme nicht möglich sein, sollten Mitarbeitende in der Arztpraxis sofort bei Eintreffen über den Verdacht auf Mpox/Affenpocken in Kenntnis gesetzt werden.

Das RKI gibt detaillierte Empfehlungen zu Einteilung und Management von Kontaktpersonen zu an Mpox/Affenpocken erkrankten Personen (www.rki.de/affenpocken-kontaktpersonen). Siehe auch Flyer für Patientinnen/Patienten und Haushaltsangehörige zu häuslicher Isolierung bei bestätigter Affenpocken-Infektion.

Stand: 06.12.2022

Wie lassen sich (Verdachts-)Fälle erkennen, welche Hygienemaßnahmen müssen in Praxen oder Kliniken ergriffen werden?

Siehe hierzu das RKI-Flussschema "Affenpocken: Verdachtsabklärung und Maßnahmen – Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte" (www.rki.de/affenpocken-flussschema) und die Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch Affenpockenviren in Einrichtungen des Gesundheitswesens (www.rki.de/affenpocken-hygiene).

Stand: 25.05.2022

Wie werden Mpox/Affenpocken diagnostiziert?

Aufgrund der seit Mai 2022 aus verschiedenen Ländern berichteten Fälle ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern angaben (MSM), sollten Mpox/Affenpocken auch bei Personen ohne bekannte Reisehistorie mit unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen (in Abgrenzung von Windpocken, Syphilis etc.) in die erweiterten Überlegungen zur möglichen Diagnose einbezogen werden.

Weitere abzugrenzende Diagnosen beinhalten im exanthematischen Stadium Windpocken, Zoster, Scharlach, Herpes Simplex und andere Pockenvirus-Infektionen, im Stadium vor den Hautveränderungen Influenza, Malaria, Typhus abdominalis, Syphilis, Leptospirose und viral-hämorrhagische Fieber.

Das Mpox-/Affenpockenvirus gehört in Deutschland zur Risikogruppe 3, d.h. der Umgang mit Proben, die bekannterweise vermehrungsfähiges Virus enthalten, ist nur in Laboren ab der Biologischen Schutzstufe 3 möglich (z.B. im Konsiliarlabor für Pockenviren des RKI). Der Virusnachweis erfolgt aus nässenden Hautveränderungen, Bläschenflüssigkeit, Pustelinhalt, Krusten oder auch Abstrichen von Hautveränderungen und weiterem Probenmaterial während der akuten Krankheitsphase mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). Die Virusanzucht oder der Nachweis von Viruspartikeln und sogenannten Einschlusskörperchen ist elektronenmikroskopisch möglich. Ein Nachweis von Mpox-/Affenpockenvirus-spezifischen Antikörpern aus dem Blut (Serum) ist nicht ohne weiteres möglich, da die Orthopockenviren, die den Menschen infizieren können, sehr ähnliche Immunantworten auslösen (Kreuzreaktivität). Der Antikörpernachweis kann jedoch bei fehlendem Direktnachweis des Virus hilfreich sein.

Stand: 06.12.2022

Gibt es eine Impfung gegen Mpox/Affenpocken?

Ja. In der EU ist seit 2013 ein regulärer Pocken-Impfstoff zugelassen (Imvanex), der auch zum Schutz vor Mpox/Affenpocken eingesetzt werden kann (für Menschen ab 18 Jahren). Umfassende Informationen, darunter die Impfempfehlung der STIKO und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) gegen Affenpocken, sind unter www.rki.de/affenpocken-impfung zu finden.

Stand: 06.12.2022

Wie werden Mpox/Affenpocken behandelt?

Die Krankheit ist selbstlimitierend, die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen.

Die Therapie ist in erster Linie symptomatisch und unterstützend, wichtig ist das Verhindern bakterieller Superinfektionen. Ein zur spezifischen Behandlung von Orthopockenvirus-Infektionen entwickeltes Arzneimittel wurde kürzlich in der EU auch zur Behandlung der Affenpocken zugelassen (Tecovirimat) und ist in Deutschland in begrenzter Menge verfügbar. Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) gibt Hinweise zur Therapie von Affenpocken und steht für Beratungen zum klinischen Management und zur Therapie zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme wird insbesondere bei hoher Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf angeraten. Für das zuständige Kompetenz- und Behandlungszentrum siehe www.rki.de/stakob.

Stand: 06.12.2022

Wie werden Mpox-/Affenpocken-Fälle in Deutschland erfasst?

Um Erkrankungen durch Mpox/Affenpocken zu erfassen und deren Weiterverbreitung zu verhindern, werden diagnostizierte Fälle systematisch erfasst (siehe Falldefinition/Referenzdefinition des RKI). Es besteht eine Arzt-Meldepflicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 IfSG und eine Labor-Meldepflicht gemäß § 7.2 IfSG. Sobald eine Infektion labordiagnostisch bestätigt ist, müssen der Arzt/die Ärztin und/oder das Labor den Fall gemäß Infektionsschutzgesetz innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Gesundheitsamt melden. Von dort muss der Fall spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden. Das RKI weist unter www.rki.de/affenpocken-deutschland wöchentlich die Fälle aus, die der Referenzdefinition entsprechen und von den Landesstellen gemäß IfSG übermittelt worden sind. Zwischen Diagnose/bisweilen auch Kommunikation des Falls durch die lokalen Behörden und Erscheinen des Falls in der RKI-Statistik können durch den Meldeweg bedingt einige Tage liegen.

Stand: 06.12.2022

Warum ist es wichtig, den aktuellen Ausbruch einzudämmen?

Infektionen mit Mpox/Affenpocken sollten so weit wie möglich verhindert werden – einerseits, um Krankheitsfälle und ggf. auch schwere Verläufe zu vermeiden, andererseits, um zu verhindern, dass sich Mpox/Affenpocken als Infektionskrankheit in Deutschland etablieren. Außerdem besteht immer ein gewisses Risiko, dass sich das Virus verändert und möglicherweise auch krankmachender werden könnte. Siehe auch "Gibt es eine Impfung gegen Mpox/Affenpocken?", "Ab wann beginnt die Isolation und wie sollten sich Infizierte verhalten, um eine Übertragung zu verhindern?" und "Wie sollte man sich nach engem Kontakt zu einem Infizierten verhalten?".

Stand: 06.12.2022

Was ist der Unterschied zwischen klassischen Pocken, Mpox/Affenpocken, Kuhpocken und Windpocken?

Die klassischen (Menschen-)Pocken wurden durch das Variola Virus ausgelöst, das ebenfalls zu den Orthopocken-Viren gehört. Die klassischen Pocken waren eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die ausschließlich Menschen betraf. Die Erkrankung wurde nach erfolgreichen Impfkampagnen von der WHO im Jahre 1980 als ausgerottet erklärt. Seit dieser Zeit wurde die Impfung nur in sehr seltenen Sonderfällen angewendet.

Das Mpox-/Affenpocken-Virus gehört ebenfalls zu den Orthopocken-Viren. Der Verlauf von Mpox/Affenpocken beim Menschen ist meist deutlich milder als die schwere Form der klassischen Pocken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei engem Kontakt möglich. Aufgrund des hohen Verwandtschaftsgrades der Viren bietet der klassische Pockenimpfstoff auch einen Schutz gegen Mpox/Affenpocken.

Das Kuhpockenvirus (Cowpox Virus, CPXV) ist ein seit Langem bekannter weiterer Vertreter der Orthopocken-Viren. Mpox/Affen- und Kuhpocken können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und gehören damit zu den Zoonosen. Kuhpocken kommen bei einer Reihe von Wirtstieren vor, wobei kleine Nagetiere das natürliche Erregerreservoir bilden. In den letzten Jahren wurden vereinzelte Fälle von Kuhpocken auch bei Menschen in Deutschland registriert, insbesondere durch den Kontakt mit Schmuseratten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bei Kuhpocken bislang noch nicht beobachtet.

Der Erreger der Windpocken (Varizellen) gehört hingegen zu den Herpesviren und ist nicht mit klassischen (Menschen-)Pocken, Mpox/Affenpocken oder Kuhpocken verwandt. Sie sind eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, an der vornehmlich Kinder erkranken. Daher werden Kinder häufig prophylaktisch gegen Windpocken geimpft. Die Hautbläschen von Windpocken und den Orthopockeninfektionen können nicht immer sicher voneinander unterschieden werden; mit labordiagnostischen Methoden ist eine eindeutige Abgrenzung aber möglich.

Stand: 06.12.2022

Was ist über Mpox/Affenpocken bei heimischen Haus- und Nutzieren bekannt, könnten sie sich infizieren oder gar zu Tierreservoiren werden?

Informationen, u.a. FAQ, bietet das für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Loeffler-Institut. Im aktuellen Ausbruchsgeschehen sind keine Infektionen von Haus- oder Nutztieren bekannt geworden.

Stand: 06.12.2022

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