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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Affenpocken

Stand: 29.6.2022

Ausführliche FAQ zur Impfung gegen Affenpocken sind unter www.rki.de/affenpocken-impfung-faq zu finden. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften zum Thema Affenpocken und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch sind nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls möglich, vor allem bei engem Kontakt. Affenpocken werden ausgelöst durch das Affenpockenvirus Orthopoxvirus simiae (auch Monkeypox virus, MPXV, genannt) aus der Gattung Orthopoxvirus. Das Virus ist verwandt mit den klassischen humanen Pockenviren (Variola, Smallpox) und den ebenfalls als Zoonose bekannten Kuhpockenviren.

Stand: 21.06.2022

Wo kommen Affenpocken vor?

Affenpockenviren sind in West- und Zentralafrika bei Nagetieren verbreitet (Affen sind Fehlwirte; siehe auch die Informationen zu Affenpocken bei Tieren auf der Webseite des Friedrich-Loeffler-Instituts) - vermutlich beschreibt dies das Endemiegebiet der Krankheit beim Menschen. Affenpocken beim Menschen wurden erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo bei einem 9 Monate alten Jungen identifiziert. Seitdem wurden humane Fälle von Affenpocken insbesondere in west- und zentralafrikanischen Ländern gemeldet, darunter in Nigeria, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo und weiteren Ländern der Region. Zentralafrikanische Virusvarianten sind dabei deutlich virulenter (krankmachender) als die westafrikanischen Virusvarianten. Ob Fälle diagnostiziert werden, hängt erheblich von der Verfügbarkeit von Labordiagnostik ab. Außerhalb des afrikanischen Kontinents wurden bis zum Frühjahr 2022 nur einzelne, insbesondere aus Nigeria importierte Fälle von Affenpocken nachgewiesen; nach Informationen der WHO zuletzt beispielsweise in Großbritannien (2022 und 2018), in den USA (2021), Singapur (2019) und Israel (2018). Seit Mai 2022 wurden in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas Fälle ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete registriert, darunter auch in Deutschland (siehe „Was ist über den aktuellen Affenpocken-Ausbruch in mehreren Ländern weltweit bekannt, wie ist die Situation in Deutschland?").

Im Frühjahr 2003 kam es zum ersten Nachweis von Affenpocken beim Menschen außerhalb des afrikanischen Kontinents. Als Ursache wurde der Import von Nagetieren aus Ghana in die USA identifiziert, die Übertragung der Erkrankung erfolgte über infizierte Präriehunde auf Tierhändler und -besitzer (siehe Epid Bull 31/2003). Es gab weder Mensch-zu-Mensch-Übertragungen noch Todesfälle, vermutlich weil es sich um eine niedriger virulente westafrikanische Virusvariante handelte.

Stand: 09.06.2022

Was ist über den aktuellen Affenpocken-Ausbruch in mehreren Ländern weltweit bekannt, wie ist die Situation in Deutschland?

Seit Mai 2022 werden in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas Fälle von Affenpocken registriert, darunter auch in Deutschland. Das Besondere an diesen Fällen ist, dass die Betroffenen zuvor nicht – wie sonst bei Erkrankungsfällen in der Vergangenheit – in afrikanische Länder gereist waren, in denen das Virus endemisch ist, und dass viele Übertragungen offenbar im Rahmen von sexuellen Aktivitäten erfolgt sind. Informationen des RKI, Fallzahlen in Deutschland und eine Einschätzung der Situation sind hier abrufbar. Das RKI beobachtet die Situation weiter sehr genau und passt seine Einschätzung dem aktuellen Kenntnisstand an. Unter www.rki.de/affenpocken sind alle Empfehlungen des RKI zu finden, u.a. zu Hygienemaßnahmen, Kontaktpersonenmanagement und Isolation von Erkrankten. Unter www.rki.de/affenpocken-impfung sind Informationen zur Impfung gegen Affenpocken abrufbar.

Eine Einschätzung der  internationalen Situation/Risikobewertungen und internationale Fallzahlen sind auf den Internetseiten der WHO und des ECDC zu finden.

Stand: 21.06.2022

Was macht das RKI?

Das RKI beobachtet die den aktuellen Affenpocken-Ausbruch sehr genau. Die Fachkolleginnen und -kollegen analysieren fortlaufend verschiedene Datenquellen (u.a. Meldedaten, Studien), um Entwicklungen zu erfassen und das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland einschätzen zu können. Das RKI gibt auch umfassende Empfehlungen, u.a. zum Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten, zum Kontaktpersonenmanagement, zu Hygienemaßnahmen und zur Diagnostik. Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/affenpocken abrufbar und werden regelmäßig aktualisiert.

Das Konsiliarlabor für Pocken im RKI untersucht Proben von Verdachtsfällen, unterstützt Labore in Deutschland und anderen Ländern bei der Diagnostik von Affenpocken und führt eigene Studien zur Infektiosität von Affenpocken. Das RKI arbeitet auch eng mit weiteren, für die Bewältigung des aktuellen Ausbruchs relevanten Behörden und Einrichtungen zusammen – auf nationaler Ebene (u.a. Landesbehörden, Friedrich-Loeffler-Institut, BZgA, Deutsche Aidshilfe) und internationaler Ebene (u.a. WHO, ECDC) - und ist an Fortbildungen für die Fachöffentlichkeit beteiligt.

Stand: 09.06.2022

Welche Symptome verursachen Affenpocken, wie schwer verlaufen die Erkrankungen?

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken (Variola) verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder; die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Insgesamt ist die Prognose daher als günstig zu bewerten, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten.

Die Erkrankung wird häufig – aber nicht immer – von allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Frösteln oder Abgeschlagenheit eingeleitet oder begleitet. Einige Menschen haben jedoch keine allgemeinen Krankheitssymptome. Charakteristisch sind die teils sehr schmerzhaften Hautveränderungen, welche die Stadien vom Fleck bis zur Pustel (Macula, Papula, Vesikula und Pustula) durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Beispielbilder solcher Läsionen sind unter www.rki.de/affenpocken-bilder zu finden. Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Die Haut- und Schleimhautveränderungen können auch im Mund und an den Augen gefunden werden. Bei den aktuell (seit Mai 2022) gemeldeten Fällen wurde auch ein Beginn bzw. die Beschränkung der Effloreszenzen im Urogenital- und Anal-Bereich berichtet. Die Hautveränderungen halten in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und heilen ohne Behandlung von selbst ab, wobei es allerdings zu Narbenbildung kommen kann. Komplikationen durch bakterielle Superinfektion der Hautläsionen sind möglich.

Zu den Komplikationen in endemischen Ländern gehören Hirnentzündung, bakterielle Hautinfektionen, Flüssigkeitsverlust, Bindehaut-, Hornhaut- und Lungenentzündung. Über Verläufe bei immungeschwächten Patienten liegen nur wenige Informationen vor. Nach Angaben des ECDC hatten beim Ausbruch in Nigeria im Jahr 2017 Patienten mit gleichzeitiger HIV-Infektion im Vergleich zu HIV-negativen Personen einen schwereren Krankheitsverlauf mit mehr Hautläsionen und damit verbundenen Genitalgeschwüren. Schwere Krankheitsfolgen sind in der Regel entstellende Narben und bleibende Hornhautschäden bis hin zum Sehverlust.

In Zentral- und Westafrika haben in den letzten Jahren nach Angaben der WHO etwa 3 - 6 % der gemeldeten Fälle zum Tod geführt. Angesichts der Untererfassung (insbesondere bei milderen Verläufen) dürfte die Gesamtletalität darunter gelegen haben. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der virulenteren zentralafrikanischen Virusvariante infiziert sind, beobachtete man in früheren Ausbrüchen eine Fallsterblichkeit von bis zu 11%. Die westafrikanische Variante scheint mit einer deutlich geringeren Fallsterblichkeit einherzugehen.

Stand: 29.06.2022

Wie werden Affenpocken übertragen?

Zur Übertragung vom Tier auf den Menschen in Endemiegebieten kann es durch Kontakte zu infizierten Tieren (Bisse, Sekrete und Exkrete, enger Umgang, Tierkörper bei der Jagd, Kontakt zu Material, das mit Viren kontaminiert ist) und durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere kommen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei engem Kontakt möglich. Sie kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und den typischen Hautveränderungen (Pockenläsionen, z.B. Bläscheninhalt, Schorf) der Affenpocken-Infizierten stattfinden, unter anderem auch im Rahmen sexueller Aktivitäten. In den Hautveränderungen befinden sich besonders hohe Viruskonzentrationen. Eine Übertragung durch Tröpfchen ist jedoch bereits beim Auftreten unspezifischer Symptome (wie z.B. Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen) und noch vor Entwicklung der Hautläsionen bei Face-to-Face-Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich (siehe "Welche Symptome verursachen Affenpocken, wie schwer verlaufen die Erkrankungen?").

Auch über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr, die durch den Kontakt mit einer infizierten Person mit dem Virus kontaminiert wurden, können andere sich infizieren. Geschwüre, Läsionen oder Wunden im Mund können ebenfalls ansteckend sein, d.h. das Virus kann dann auch über den Speichel solcher Infizierten übertragen werden. Eine Übertragung über Aerosole ist nach aktuellem Kenntnisstand unwahrscheinlich. Ob Affenpocken durch direkte sexuelle Übertragungswege (z.B. durch Samenflüssigkeit oder Vaginalsekret) verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich (siehe "Sind Affenpocken eine sexuell übertragbare Krankheit?" und Affenpocken-Flyer von RKI und BZgA unter www.rki.de/affenpocken-flyer).

Die Eintrittspforte sind häufig kleinste Hautverletzungen sowie alle Schleimhäute (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus), möglicherweise auch der Respirationstrakt. Es sind auch Übertragungen bei Schwangeren über die Plazenta auf den Fötus oder von infizierten Eltern auf Kinder während oder nach der Geburt durch Hautkontakt beschrieben worden.

Infizierte sind ansteckend, solange sie Symptome haben (in der Regel zwei bis vier Wochen lang). Menschen, die in engem Kontakt mit einer ansteckenden Person stehen, wie z.B. Sexualpartner und Haushaltsmitglieder, ggf. Angehörige des Gesundheitswesens, sind daher einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt und können Kontaktpersonen sein. Obwohl die Übertragbarkeit eher beschränkt ist, kann es zu einer begrenzten Ausbreitung kommen.

Stand: 29.06.2022

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit beträgt etwa 5-21 Tage.

Stand: 24.05.2022

Wie lassen sich (Verdachts-)Fälle erkennen, welche Hygienemaßnahmen müssen in Praxen oder Kliniken ergriffen werden?

Siehe hierzu das RKI-Flussschema "Affenpocken: Verdachtsabklärung und Maßnahmen – Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte" (www.rki.de/affenpocken-flussschema) und die Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch Affenpockenviren in Einrichtungen des Gesundheitswesens (www.rki.de/affenpocken-hygiene).

Stand: 25.05.2022

Wie werden Affenpocken-Fälle in Deutschland erfasst?

Um Affenpocken-Erkrankungen zu erfassen und deren Weiterverbreitung zu verhindern, sollten diagnostizierte Fälle systematisch erfasst werden (siehe Falldefinition/Referenzdefinition des RKI). Es besteht daher Arzt-Meldepflicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 IfSG und die Labor-Meldepflicht gemäß § 7.2 IfSG. Sobald eine Affenpocken-Infektion labordiagnostisch bestätigt ist, müssen der Arzt/die Ärztin und/oder das Labor den Fall gemäß Infektionsschutzgesetz innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Gesundheitsamt melden. Von dort muss der Fall spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden. Das RKI weist unter www.rki.de/affenpocken-deutschland die Fälle aus, die der Referenzdefinition entsprechen und von den Landesstellen gemäß IfSG übermittelt worden sind. Zwischen Diagnose/bisweilen auch Kommunikation des Falls durch die lokalen Behörden und Erscheinen des Falls in der RKI-Statistik können durch den Meldeweg bedingt einige Tage liegen.

Stand: 09.06.2022

Sind Affenpocken eine sexuell-übertragbare Krankheit?

Affenpocken können durch engen körperlichen Kontakt von einer Person zur anderen übertragen werden (siehe auch "Wie werden Affenpocken übertragen?"). Das schließt sexuelle Kontakte mit ein: Unter anderem kann direkter Hautkontakt mit Läsionen während sexueller Aktivitäten zu einer Ansteckung führen.

Affenpockenausschläge treten manchmal an den Genitalien und im Mund auf, was wahrscheinlich zur Übertragung bei sexuellem Kontakt beiträgt. Mund-zu-Haut-Kontakt könnte daher auch zu einer Übertragung führen, wenn Haut- oder Mundläsionen vorhanden sind. Ob Affenpocken durch Samenflüsigkeit oder Vaginalsekret verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich.

Affenpockenausschläge können einigen sexuell-übertragbaren Krankheiten ähneln, einschließlich Herpes und Syphilis.

Das Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren, ist jedoch nicht auf sexuell aktive Menschen oder Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren. Jeder, der Symptome hat, die auf Affenpocken hindeuten, sollte enge körperliche Kontakte vermeiden und sich sofort von medizinischem Fachpersonal beraten lassen.

Stand: 09.06.2022

Besteht für Männer, die Sex mit Männern haben, ein höheres Risiko, sich mit Affenpocken anzustecken?

Affenpocken werden durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Das Risiko ist nicht auf Menschen beschränkt, die sexuell aktiv sind oder auf Männer, die Sex mit Männern haben. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren. Jeder, der Symptome hat, die Affenpocken sein könnten, sollte enge körperliche Kontakte vermeiden und sofort einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Dazu gehören insbesondere Menschen, die Verbindungen zu Gruppen haben, in denen Fälle gemeldet wurden. Dass Affenpockenfälle derzeit insbesondere (aber nicht ausschließlich) bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), diagnostiziert werden, und das Auftreten der Läsionen im Uro- und Anogenitalbereich in einigen Fällen deuten darauf hin, dass die Übertragung während des Geschlechtsverkehrs erfolgte. Basierend auf der epidemiologischen Bewertung des ECDC wird die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung des Affenpockenvirus bei Personen mit mehreren Sexualpartnern (einschließlich einiger MSM-Gruppen) in der EU/im EWR als hoch angesehen. Da die Erkrankung in der Regel von allein ausheilt, wird das Gesamtrisiko für Personen mit mehreren Sexualpartnern (einschließlich einiger MSM-Gruppen) als moderat und für die breitere Bevölkerung als gering eingeschätzt.

Stand: 21.06.2022

Was ist bei Veranstaltungen zu beachten?

Vor dem Hintergrund des aktuellen Affenpocken-Ausbruchs gibt das RKI Empfehlungen für Organisatoren von (Sommer-)Veranstaltungen und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, abrufbar unter www.rki.de/affenpocken-hinweise-veranstaltungen. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften zum Thema Affenpocken und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Stand: 29.06.2022

Wie sollten sich Infizierte verhalten, wie kann man eine Übertragung verhindern?

Siehe hierzu Flyer für Patientinnen/Patienten und Haushaltsangehörige zu häuslicher Isolierung bei bestätigter Affenpocken-Infektion und den Affenpocken-Flyer der BZgA und des RKI unter www.rki.de/affenpocken-flyer. Infizierte sollten u.a. jede Art von engem Kontakt, auch geschützten sexuellen Kontakt, mit anderen Menschen vermeiden, bis der Ausschlag abgeklungen ist und der letzte Schorf abgefallen ist. Dieser Prozess kann bis zu vier Wochen dauern. Wenn die Betroffenen mit anderen Personen zusammenleben, sollten sie, solange sie den Ausschlag haben, möglichst in einem Zimmer bleiben, idealerweise mit Zugang zu einem eigenen Badezimmer. Bettzeug und Haushaltsgegenstände sollten nicht mit anderen Personen geteilt werden. Das Affenpockenvirus ist in der Lage, über lange Zeiträume (Tage bis Monate) auf Oberflächen oder Stoffen zu überleben.

Stand: 29.06.2022

Wie sollte man sich nach engem Kontakt zu einem Infizierten verhalten?

Wenn innerhalb der Inkubationszeit enger Kontakt mit einer/einem Infizierten stattfand, sollte das lokale Gesundheitsamt kontaktiert werden (https://tools.rki.de/plztool/). Bei Entwicklung von (auch unspezifischen) Symptomen (siehe Welche Symptome verursachen Affenpocken, wie schwer verlaufen die Erkrankungen? und den Affenpocken-Flyer von RKI und BZgA unter www.rki.de/affenpocken-flyer) sollte der Kontakt zu anderen Menschen direkt vermieden, und der Hausarzt oder ggf. eine HIV-Schwerpunktpraxis vorab telefonisch, unter Angabe des Verdachtes auf Kontakt zu Affenpocken, kontaktiert werden. Sollte eine telefonische Kontaktaufnahme nicht möglich sein, sollten Mitarbeitenden in der Arztpraxis sofort bei Eintreffen über den Verdacht in Kenntnis gesetzt werden.

Es gibt die Möglichkeit einer Impfung gegen Affenpocken, siehe hierzu www.rki.de/affenpocken-impfung.

Das RKI gibt detaillierte Empfehlungen zu Einteilung und Management von Kontaktpersonen zu an Affenpocken erkrankten Personen (www.rki.de/affenpocken-kontaktpersonen). Siehe auch Flyer für Patientinnen/Patienten und Haushaltsangehörige zu häuslicher Isolierung bei bestätigter Affenpocken-Infektion.

Stand: 29.06.2022

Wie werden Affenpocken diagnostiziert?

Die Labordiagnostik ist indiziert bei Verdacht auf eine Infektion durch zoonotische Pockenviren aufgrund einer entsprechenden Symptomatik in Verbindung mit Tierkontakten bzw. einem Aufenthalt in Endemiegebieten (Zentral- und Westafrika) oder engem Kontakt zu nachweislich mit Affenpocken infizierten Menschen. Aufgrund der seit Mai 2022 aus verschiedenen Ländern berichteten Affenpockenfälle ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete, unter anderem bei Männern, die Sex mit Männern angaben (MSM), sollten Affenpocken auch bei Personen ohne bekannte Reiseanamnese in Endemiegebiete mit unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen (in Abgrenzung von Windpocken, Syphilis etc.) in die erweiterten Überlegungen zur möglichen Diagnose einbezogen werden.

Weitere abzugrenzende Diagnosen beinhalten im exanthematischen Stadium Windpocken, Zoster, Scharlach, Herpes Simplex und andere Pockenvirus-Infektionen, im Stadium vor den Hautveränderungen Influenza, Malaria, Typhus abdominalis, Syphilis, Leptospirose und viral-hämorrhagische Fieber.

Das Affenpockenvirus gehört in Deutschland zur Risikogruppe 3, d.h. der Umgang mit vermehrungsfähigem Virus ist nur in Laboren ab der Biologischen Schutzstufe 3 möglich (z.B. im Konsiliarlabor für Pockenviren des RKI). Der Virusnachweis erfolgt aus nässenden Hautveränderungen, Bläschenflüssigkeit, Pustelinhalt, Krusten oder auch Abstrichen von Hautveränderungen und weiterem Probenmaterial während der akuten Krankheitsphase mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). Die Virusanzucht oder der Nachweis von Viruspartikeln und sogenannten Einschlusskörperchen ist elektronenmikroskopisch möglich. Ein Nachweis von Affenpockenvirus-spezifischen Antikörpern aus dem Blut (Serum) ist nicht ohne weiteres möglich, da die Orthopockenviren, die den Menschen infizieren können, sehr ähnliche Immunantworten auslösen (Kreuzreaktivität). Der Antikörpernachweis kann jedoch bei fehlendem Direktnachweis des Virus hilfreich sein.

Stand: 09.06.2022

Gibt es eine Impfung gegen Affenpocken?

Ja. In der EU ist seit 2013 ein regulärer Pocken-Impfstoff zugelassen (Imvanex), der auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden kann (für Menschen ab 18 Jahren). Umfassende Informationen, darunter die Impfempfehlung der STIKO und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Impfung gegen Affenpocken, sind unter www.rki.de/affenpocken-impfung zu finden.

Stand: 21.06.2022

Wie werden Affenpocken behandelt?

Die Krankheit ist selbstlimitierend, die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen.

Die Therapie ist in erster Linie symptomatisch und unterstützend, wichtig ist das Verhindern bakterieller Superinfektionen. Ein zur Behandlung von Orthopockenvirus-Infektionen entwickeltes Arzneimittel wurde kürzlich in der EU auch zur Behandlung der Affenpocken zugelassen (Tecovirimat). Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) gibt Hinweise zur Therapie von Affenpocken und steht für Beratungen zum klinischen Management und zur Therapie zur Verfügung. Für das zuständige Kompetenz- und Behandlungszentrum siehe www.rki.de/stakob.

Stand: 27.05.2022

Wie gefährlich sind Affenpocken?

Insbesondere Neugeborene, Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit zugrunde liegenden Immunschwächen können schwer an den Affenpocken erkranken. Gesundheitspersonal ist aufgrund der längeren Virusexposition auch einem höheren Risiko ausgesetzt. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome von Affenpocken innerhalb weniger Wochen von selbst, bei einigen Personen können sie jedoch zu medizinischen Komplikationen und sogar zum Tod führen. Zu den Komplikationen schwerer Fälle von Affenpocken gehören Hautinfektionen, Lungenentzündung, Verwirrtheit und Augeninfektionen, die zu Sehverlust führen können. Nach Angaben der WHO haben etwa 3 - 6 % der gemeldeten Fälle in den letzten Jahren in Zentral- und Westafrika zum Tod geführt, häufig bei Kindern (hier Fallsterblichkeit bis zu 11 %) oder Personen mit anderen Gesundheitsproblemen. Es ist wichtig zu beachten, dass dies eine Überschätzung sein kann, da die Überwachung in endemischen Ländern begrenzt ist.

Stand: 21.06.2022

Besteht die Gefahr, dass es zu einem größeren Ausbruch in Deutschland kommt?

Affenpocken gelten normalerweise nicht als sehr ansteckend, da sie einen engen körperlichen Kontakt mit jemandem erfordern, der ansteckend ist (z. B. Haut an Haut, längerer Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt), um sich zwischen Menschen auszubreiten. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt. Das RKI beobachtet die Situation weiter sehr genau, aktuelle Informationen sind hier abrufbar. Um eine weitere Ausbreitung so gut wie möglich zu verhindern, müssen Fälle jetzt so rasch wie möglich identifiziert, die Betroffenen bestmöglich behandelt und engen Kontakten ggf. eine Impfung angeboten werden. Informationen zu Symptomen, Übertragungswegen und Schutzmöglichkeiten sind daher essentiell, sowohl für die Fachöffentlichkeit als auch für Bürger. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften zum Thema Affenpocken und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Stand: 29.06.2022

Warum ist es wichtig, den aktuellen Affenpocken-Ausbruch einzudämmen?

Eine weitere Verbreitung der Affenpocken sollte jetzt so gut wie möglich verhindert werden – einerseits, um Krankheitsfälle und ggf. auch schwere Verläufe in der aktuellen Situation zu vermeiden, andererseits, um zu verhindern, dass sich Affenpocken als Infektionskrankheit in Deutschland etablieren. Sollten dies passieren, wäre mittelfristig auch mit Fällen in besonders gefährdeten Gruppen (Schwangere, Kinder, Immunsupprimierte, ältere Menschen) zu rechnen. Außerdem besteht immer ein gewisses Risiko, dass sich das Virus verändert und möglicherweise auch krankmachender werden könnte. Siehe auch „Gibt es eine Impfung gegen Affenpocken?“, „Wie sollten sich Infizierte verhalten, wie kann man eine Übertragung verhindern?“ und „Wie sollte man sich nach engem Kontakt zu einem Infizierten verhalten?“.

Stand: 21.06.2022

Was ist der Unterschied zwischen klassischen humanen Pocken, Affenpocken, Kuhpocken und Windpocken?

Die klassischen (Menschen-)Pocken wurden durch das Variola Virus ausgelöst, das ebenfalls zu den Orthopocken-Viren gehört. Die klassischen Pocken waren eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die ausschließlich Menschen betraf. Die Erkrankung wurde nach erfolgreichen Impfkampagnen von der WHO im Jahre 1980 als ausgerottet erklärt. Seit dieser Zeit wurde die Impfung nur in sehr seltenen Sonderfällen angewendet.

Das Affenpocken-Virus gehört ebenfalls zu den Orthopocken-Viren. Der Verlauf der Affenpocken beim Menschen ist meist deutlich milder als die schwere Form der klassischen Pocken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei engem Kontakt möglich. Aufgrund des hohen Verwandtschaftsgrades der Viren bietet der klassische Pockenimpfstoff auch einen Schutz gegen Affenpocken.

Das Kuhpockenvirus (Cowpox Virus, CPXV) ist ein seit Langem bekannter weiterer Vertreter der Orthopocken-Viren. Affen- und Kuhpocken können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und gehören damit zu den Zoonosen. Kuhpocken kommen bei einer Reihe von Wirtstieren vor, wobei kleine Nagetiere das natürliche Erregerreservoir bilden. In den letzten Jahren wurden vereinzelte Fälle von Kuhpocken auch bei Menschen in Deutschland registriert, insbesondere durch den Kontakt mit Schmuseratten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bei Kuhpocken bislang noch nicht beobachtet.

Der Erreger der Windpocken (Varizellen) gehört hingegen zu den Herpesviren und ist nicht mit klassischen (Menschen-)Pocken, Affenpocken oder Kuhpocken verwandt. Sie sind eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, an der vornehmlich Kinder erkranken. Daher werden Kinder dagegen häufig prophylaktisch geimpft. Die Hautbläschen von Windpocken und den Orthopockeninfektionen können nicht immer sicher voneinander unterschieden werden; mit labordiagnostischen Methoden ist eine eindeutige Abgrenzung aber möglich.

Stand: 21.06.2022

Was ist über Affenpocken bei heimischen Haus- und Nutzieren bekannt, könnten sie sich infizieren oder gar zu Tierreservoiren werden?

Informationen, u.a. FAQ, bietet das für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Loeffler-Institut.

Stand: 25.05.2022

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