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Neue Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Zur großen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS des Robert Koch-Instituts ist die erste thematisch breit angelegte Veröffentlichung der Basisergebnisse soeben erschienen. Mehr als 40 Beiträge im Bundesgesundheitsblatt (Ausgabe Mai/Juni 2007) zeichnen auf gut 380 Seiten erstmals ein umfassendes Bild von der Gesundheit der Heranwachsenden aller Altersstufen und schließen lange bestehende Informationslücken. Für zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit sind fundierte Informationen notwendig. Diese liegen mit der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie nun zum ersten Mal vor. "Eine einzigartige Datensammlung" seien die Studienergebnisse, meint der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesärztekammer, Peter Scriba, im Editorial des Bundesgesundheitsblatts. Im September 2006 waren erste Studiendaten zu ausgewählten Themen auf einem Symposium vorgestellt worden.

Das Krankheitsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen wird geprägt durch das Zusammenwirken von Risikofaktoren und Schutzfaktoren und durch eine Verschiebung von akuten zu chronischen Krankheiten und von somatischen zu psychischen Störungen. "Dies lässt die These einer „neuen Morbidität“ entstehen, die vorrangig von Störungen der Entwicklung, der Emotionalität und des Sozialverhaltens bestimmt ist", betont die Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth, im Robert Koch-Institut Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung. So findet man im Bereich der psychischen Gesundheit bei 11,5 % der Mädchen (M) und 17,8 % der Jungen (J) Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Probleme. Die häufigsten Problembereiche sind Verhaltensprobleme (M=11,9 %, J=17,6 %), emotionale Probleme (M=9,7 %, J=8,6 %) und Hyperaktivitätsprobleme (M=4,8 %, J=10,8 %).

Die am schwersten wiegende Erkenntnis ist, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien nicht nur in einzelnen Bereichen von Gesundheit und Lebensqualität schlechtere Ergebnisse aufweisen, sondern in durchweg allen. In dieser Gruppe findet man eine Häufung von Risikofaktoren, eine Häufung von Unfällen, Krankheit, Übergewicht, Umweltbelastungen, eine schlechtere gesundheitliche Versorgung und häufigere psychische Auffälligkeiten. Kindern aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status haben weniger personale, soziale und familiären Ressourcen. "Zwischen diesen Schutzfaktoren und dem gesundheitlichen Risikoverhalten sind deutliche Zusammenhänge zu erkennen", sagt Bärbel-Maria Kurth. Zum Beispiel rauchen Hauptschüler fünfmal häufiger als die Gleichaltrigen auf dem Gymnasium.

Am KiGGS nahmen 17.641 Jungen und Mädchen von 0 bis 17 Jahren an 167 Orten teil. Auf der Basis von Befragungen und medizinischen Untersuchungen, einschließlich Laborbefunden, entstand ein einzigartiger Pool von Informationen. Auch der Sozialstatus der Kinder wurde über die Bildung und die berufliche Stellung der Eltern sowie das Haushaltsnettoeinkommen abgebildet. Erstmals ist es auch gelungen, Personen mit Migrationshintergrund entsprechend ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung an einem bundesweiten Gesundheitssurvey zu beteiligen und repräsentative Daten für diese Gruppe der Kinder und Jugendlichen zu erheben.

Stand: 16.05.2007

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