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Intravenöse Übertragbarkeit von beta-Amyloid-Pathologien

Schon lange gehen Wissenschaftler von einem Zusammenhang zwischen der Ablagerung bestimmter Proteine in Gehirn – dem so genannten beta-Amyloid – und der Alzheimer-Erkrankung aus. Inzwischen wird angenommen, dass die Ausbreitung der beta-Amyloid-Pathologien im betroffenen Hirngewebe über Prion-ähnliche Mechanismen erfolgt. Klassische Prion-Erkrankungen, wie z.B. Scrapie, sind zumindest im Tierexperiment ohne weiteres über Blut- oder Blutprodukte übertragbar. Ob beta-Amyloid-Pathologien durch intravenöse Injektion von beta-Amyloid-Seeds („Seed“ steht für Keim, gemeint sind beta-Amyloid-Moleküle, die die fehlerhafte Faltung des Proteins weitergeben können) übertragbar sind, war hingegen bisher nicht bekannt.

Wissenschaftler des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene im Robert Koch-Institut, der Charité Berlin und des Universitätsklinikums des Saarlandes unter der Federführung von Dr. Michael Baier (RKI) haben nun erstmals gezeigt, dass die Injektion von beta-Amyloid-Seeds in die Blutbahn von Mäusen eine besonderen Form der beta-Amyloid-Pathologie hervorruft. Es handelt sich hierbei um vaskuläre beta-Amyloid-Ablagerungen (auch als cerebrale Amyloidangiopathie (CAA) bezeichnet) vor allem im Bereich des Cortex und des Thalamus. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „Acta Neuropathologica Communications“ veröffentlicht (Link siehe unten).

Bisher gibt es keine Hinweise, dass beta-Amyloid Pathologien wie z.B. die CAA von Mensch zu Mensch über Blut oder Blutprodukte übertragbar wären. Die Befunde der RKI-Wissenschaftler verdeutlichen jedoch, dass weitere Forschungsaktivitäten notwendig sind, um eventuelle Risiken in diesem Zusammenhang besser zu verstehen und um diese gegebenenfalls zu minimieren zu können.

Stand: 12.03.2018

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