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RKI-Epidemiologen unterstützen im Rahmen der Flüchtlingshilfe in Bangladesch

Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts waren zwischen März und Juni 2018 in Bangladesch im Einsatz. Während ihrer vier- bis achtwöchigen Einsätze haben sie dabei geholfen, Infektionskrankheiten in den Rohingya-Flüchtlingslagern zu überwachen und einen Diphtherie-Ausbruch einzudämmen.

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Blick auf das Jamtoli-Flüchtlingslager in Ukhia auf dem Weg zur Befragung eines Cholera-Verdachtsfalles. (Quelle: Stefanie Böhm/RKI) Blick auf das Jamtoli-Flüchtlingslager in Ukhia auf dem Weg zur Befragung eines Cholera-Verdachtsfalles. Quelle: Stefanie Böhm/RKI

Seit August 2017 sind über 600.000 Rohingyas vor Gewalt und Verfolgung in Myanmar über die Grenze nach Bangladesch in den Distrikt Cox's Bazar geflüchtet. Dort lebten bereits etwa 300.000 Rohingyas, die in früheren Vertreibungswellen aus Myanmar geflohen waren. Vorbestehende Siedlungen und Lager haben sich mit dem neuen Zustrom erweitert und neue spontane Siedlungen gebildet, die nun schnell wachsen. Ein Teil der Neuankömmlinge wurde in die lokalen Gastgemeinden aufgenommen. In diesem Kontext begann im November 2017 ein Diphtherie-Ausbruch. Geografisch hat sich der Ausbruch mit mittlerweile mehr als 7.000 Verdachtsfällen zusehends auf die diversen südlich der Stadt Cox’s Bazar gelegenen Flüchtlingslager ausgedehnt und ebenfalls zu Diphtherie-Fällen unter der einheimischen Bevölkerung geführt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Organisationen arbeiten zusammen, um den Diphtherie-Ausbruch zu stoppen und auch zukünftigen Ausbrüchen von Infektionskrankheiten vorzubeugen. Mit dem Beginn der Monsunzeit im Juni wurde ein erhöhtes Auftreten von Infektionskrankheiten befürchtet.

Im Dezember 2017 hatte das Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) der WHO Experten zur Unterstützung der Aktivitäten in Cox’s Bazar aufgerufen, im März 2018 erfolgte ein zweiter Aufruf. Das RKI hat daraufhin insgesamt vier Kollegen aus der Abteilung für Infektionsepidemiologie (Abt. 3) nach Bangladesch entsandt: Stefanie Böhm, Nadine Zeitlmann, Andreas Reich und Gerhard Falkenhorst.

Die Hauptaufgaben der RKI-Wissenschaftler vor Ort bestanden darin, die Kontaktpersonennachverfolgung für Diphtherie zu koordinieren und die Überwachung von Infektionskrankheiten mit einem web-basierten Early Warning, Alert and Response System (EWARS) zu betreuen und weiterzuentwickeln. Dies beinhaltete die regelmäßige Analyse der dort gesammelten Daten einschließlich der Verifizierung und Bewertung auftretender Signale. Weitere Arbeitsfelder waren die Mitarbeit bei der Erstellung eines Preparedness-Plans für Cholera und die Koordination der Mortalitätserfassung in den Flüchtlingslagern. Darüber hinaus waren zwei der RKI-Kollegen mit der Leitung der Aktivitäten des Teams Epidemiologie innerhalb des WHO Distriktbüros in Cox’s Bazar betraut.

Durch ihre Einsätze haben die RKI-Mitarbeiter einen erfolgreichen Beitrag dafür geleistet, den Diphtherie-Ausbruch weiter einzudämmen und das Gebiet auf die erhöhten Risiken für Ausbrüche von Infektionskrankheiten während und nach der Monsunzeit vorzubereiten.

Stand: 27.07.2018

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