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ZIG 4 implementiert SARS-CoV-2 Echtzeit-PCR-Diagnostik in regionalen Laboren in Namibia im Rahmen des Namibia Twinning-Projekts (Dezember 2020 und Mai 2021)

Praktisches Training im neu eingerichteten SARS-CoV-2-PCR-Labor in Katima Mulilo in der nordöstlichen Region Sambesi in Namibia. © ZIG 4/RKIPraktisches Training im neu eingerichteten SARS-CoV-2-PCR-Labor in Katima Mulilo in der nordöstlichen Region Sambesi in Namibia. © ZIG 4/RKI

Die Identifizierung von SARS-CoV-2-infizierten Personen ist entscheidend, um eine angemessene Behandlung von COVID-19-Patienten einzuleiten und die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern. In Ländern wie Namibia existieren jedoch abgelegene Gebiete, in denen die rechtzeitige Diagnose von SARS-CoV-2-Verdachtsfällen eine enorme Herausforderung darstellt, da die diagnostischen Kapazitäten vor Ort begrenzt sind und der Probentransport über weite Strecken zum Zentrallabor in Windhoek lange Verzögerungen verursacht. Als im Rahmen des GHPP-finanzierten Namibia-Twinning-Projekts TwiNit im Oktober 2020 ein Intra-Action-Review (IAR) der namibischen COVID-19-Maßnahmen durchgeführt wurde, wurden diese langen Durchlaufzeiten, aber auch die begrenzten Testkapazitäten des Landes angesprochen. Für den Laborbereich ergab sich daraus die Empfehlung, die diagnostischen Laborkapazitäten für COVID-19-Tests in den regionalen Labors, insbesondere an den Einreisepunkten (PoE), zu stärken. Diese Empfehlung wurde in mehreren Schritten umgesetzt:

1) Das Ministerium für Gesundheit und Soziales (MoHSS) identifizierte gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Pathologie (NIP) drei Pilotstandorte für die Implementierung erweiterter molekularer Testkapazitäten für die COVID-19-Diagnostik: i) Katima Mulilo in der Zambesi-Region als PoE mit vielen Reisenden nach Sambia, Botsuana und Simbabwe (und 1.250 km Entfernung über die Straße zum zentralen NIP-Labor in Windhoek) und einer wichtigen transkontinentalen Verbindung für Handelsgüter; ii) Walvis Bay in der Erongo-Region, Namibias wichtigster Containerhafen an der Atlantikküste mit kommerzieller Bedeutung für die gesamte südliche Region Afrikas, und iii) Keetmanshoop in der Kharas-Region als Zentrum für den gesamten Süden Namibias mit PoE aus Südafrika und Botswana.

2) Die ausgewählten Laborstandorte an lokalen Krankenhäusern wurden während einer Mission Anfang Dezember 2020 und einer Folgemission Anfang Mai 2021 durch ein Team mit Teilnehmern von MoHSS, NIP, University of Namibia (UNAM) und ZIG 4 bewertet. Gemeinsam mit den lokalen Leitern und Mitarbeitenden der jeweiligen Labore entwickelte die Gruppe Pläne für die Implementierung eines Real-Time-PCR-Workflows, der einen flexiblen Einsatz von PCR-Assays (auch über die COVID-19-Pandemie hinaus) ermöglicht und lange Verzögerungen durch den Probentransport nach Windhoek vermeidet.

3) Das RKI beschaffte mit Mitteln aus den COVID-19-Maßnahmen des Bundesministeriums für Gesundheit die notwendigen Laborgeräte, Verbrauchsmaterialien und Reagenzien, um einen Real-Time-PCR-Workflow in den Laboren zu etablieren.

4) Das NIP wurde beauftragt, die Laborstandorte gemäß der während der Bewertungsmissionen entwickelten Bedürfnisse und Pläne vorzubereiten.

5) Während der Folgemission im Mai 2021 wurde mit Unterstützung der UNAM die SARS-CoV-2-Echtzeit-PCR-Diagnostik in Katima Mulilo eingeführt, das Personal geschult und das Labor mit Material für die ersten Testwochen ausgestattet.

In einem weiteren Folgeeinsatz werden die beiden verbleibenden Laborstandorte in Walvis Bay und in Keetmanshoop ausgestattet und das Personal durch das RKI-Team geschult, sobald die Vorarbeiten durch das NIP abgeschlossen sind.

Dieser Ansatz wird es Namibia ermöglichen, Proben direkt vor Ort auf SARS-CoV-2 zu analysieren, wodurch lange Transportzeiten vermieden werden und die gesamten labordiagnostischen Kapazitäten erhöht werden können. Die Installation der Real-Time-PCR-Labore in den regionalen Standorten und die Schulung des Personals werden die diagnostischen Kapazitäten in Namibia weit über die aktuelle Pandemie hinaus nachhaltig verbessern und sind ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit zwischen dem RKI und dem namibischen Gesundheitsministerium, um die Implementierung eines Namibia Institute of Public Health zu unterstützen.

Gesundheitsministerin Kalumbi Shangula besucht das SARS-CoV-2-Training in Katima Mulilo während einer Tour durch die Sambesi-Region. © ZIG 4/RKIGesundheitsministerin Kalumbi Shangula besucht das SARS-CoV-2-Training in Katima Mulilo während einer Tour durch die Sambesi-Region. © ZIG 4/RKI

Stand: 28.07.2021

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