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Mission zur Unterstützung der COVID-19-Response in Namibia (Twinning-Project) (18. Oktober bis 01. November 2020)

Im Januar 2020 initiierten das Namibia Ministry of Health & Social Services (MoHSS) und das Robert Koch-Institut (RKI) ein gemeinsames Twinning-Project mit dem langfristigen Ziel der Gründung eines Namibia Institute of Public Health. Das Twinning-Project (TwiNit) wird vom deutschen Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Global Health Protection Programme (GHPP) gefördert.

Missions-Teilnehmer kurz vor Abflug am Flughafen Frankfurt, 17.10.2020.Missions-Teilnehmer kurz vor Abflug am Flughafen Frankfurt, 17.10.2020.

Da der Projektstart mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie zusammenfiel, liegt der Schwerpunkt der neu etablierten Zusammenarbeit auf der gemeinsamen Bekämpfung von COVID-19. Im Rahmen einer gemeinsamen Mission des RKI und der Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG) wurden bereits in der ersten Märzwoche 2020 Schulungen zur Labordiagnostik von SARS-CoV-2 vor Ort durchgeführt, um schnellstmöglich lokale Kapazitäten aufzubauen. Die Teilnehmenden stammten vom Namibia Institute of Pathology (NIP), der University of Namibia (UNAM) und dem Central Veterinary Laboratory (CVL). Bereits in der Folgewoche wurden die ersten COVID-19-Fälle in Namibia nachgewiesen. Aufgrund der von beiden Landesregierungen ergriffenen Public Health-Maßnahmen, wie dem Lockdown und den Reisebeschränkungen, unterstützte das RKI die namibische COVID-19-Response durch Bereitstellung dringend benötigter Laborausrüstung, Reagenzien, Verbrauchsmaterialien, persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie von IT-Geräten für das namibische Lagezentrum (PHEOC) und beriet die namibischen Partner auf technischer Ebene der Response.

Ende August 2020, als die Infektionsraten von SARS-CoV-2 in Namibia drastisch anstiegen, richtete RKI-Präsident Prof. Dr. Wieler ein offizielles Schreiben an das namibische Gesundheitsministerium (MoHSS), in dem er zusätzliche Unterstützung durch das RKI anbot. Dieses Angebot wurde von Namibia angenommen, so dass im September ein offizielles Unterstützungsgesuch des MoHSS folgte. Daraufhin begann das RKI umgehend mit der Planung für eine weitere Mission nach Namibia, die vom 18. Oktober bis 1. November 2020 durchgeführt wurde. Das RKI stellte zehn Fachleute aus vier Fachgebieten - ZIG 1, ZIG 3, ZIG 4 und FG 38/PAE - mit verschiedenen technischen Fachkenntnissen zur Verfügung. Medizinische Notfallteams (Emergency Medical Teams - EMTs), die sich aus 13 Mitarbeitenden der humanitären Organisationen I.S.A.R. Germany, humedica und CADUS zusammensetzten, schlossen sich der Mission an. Deren Einsatz wurde vom National Focal Point der EMTs in Deutschland koordiniert, der am RKI bei ZIG 3 angesiedelt ist. Darüber hinaus begleitete auch ein Wissenschaftler des Global Outbreak and Response Networks (GOARN) der WHO die Mission.

Links: Go.Data Schulung von Public Health-Mitarbeitern der regionalen und nationalen Ebene in Windhoek, 26.10.2020; Rechts: SARS-CoV-2 Serologie-Schulung von Labor-Mitarbeitern in Windhoek, 28.10.2020 (Quelle: RKI)Links: Go.Data Schulung von Public Health-Mitarbeitern der regionalen und nationalen Ebene in Windhoek, 26.10.2020; Rechts: SARS-CoV-2 Serologie-Schulung von Labor-Mitarbeitern in Windhoek, 28.10.2020 Quelle: RKI

In den ersten drei Tagen vor Ort wurde gemeinsam mit dem MoHSS und anderen Partnern eine Begutachtung der COVID-19-Response auf nationaler Ebene durchgeführt. Dies bot Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur gemeinsamen Analyse der laufenden Aktivitäten. Die Schwerpunkte lagen auf

  1. der Koordinierung, Planung und Monitoring auf Länderebene,
  2. der Surveillance, Fallmanagement und Kontaktpersonennachverfolgung,
  3. der klinischen Behandlung von COVID-19-Patienten,
  4. der Infektionsprävention und -kontrolle und
  5. dem nationalen Laborsystem.

Dieser gemeinsam durchgeführte Evaluierunsgsprozess zeigte deutlich auf, dass das MoHSS sowohl das nationale Lagezentrum aktiviert als auch das „Incidence Management System“ bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie etabliert hatte. Der Gesamtansatz der Strategie war umfassend, wobei vor allem der Auf- und Ausbau von Testkapazitäten, die Isolierung von Infizierten, die Behandlung von Erkrankten und die Ermittlung von Kontaktpersonen gestärkt wurden. Wichtige Dokumente und Richtlinien wurden entweder entwickelt oder an die Situation angepasst. Das Team war beeindruckt von dem Engagement der namibischen Kolleginnen und Kollegen.

Gemeinsam mit dem Team des nationalen Lagezentrums wurden drei Expertentreffen abgehalten, bei denen unter anderem Erfahrungen ausgetauscht, der Arbeitsplan des namibische Lagezentrums weiterentwickelt und überarbeitet sowie Kommunikationsstrukturen für Notfallsituationen entworfen wurden. Es ist geplant die begonnene Arbeit bis Ende dieses Jahres in regelmäßigen Videokonferenzen fortzusetzen.

Teams zur Kontaktpersonennachverfolgung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene wurden durch interaktive Präsentationen, Übungen und Rollenspiele geschult, um sowohl vorhandenes Wissen aufzufrischen als auch Fähigkeiten und Kompetenzen auszubauen. Namibische SOPs und andere Leitfäden wurden geprüft und diskutiert.
In Zusammenarbeit mit dem Go.Data-Team der WHO/GOARN und anderen Partnern wurde die Implementierung von Go.Data, einer Software zur Untersuchung von Ausbrüchen und zur Kontaktpersonennachverfolgung, mittels erster Schulungen in Windhoek eingeleitet. Diese sehr angewandten Schulungen deckten auch weitergehende Aspekte der Surveillance, der Kontaktpersonennachverfolgung, der Behandlung von COVID-19-Patienten und des Labors ab. Des Weiteren wurde die Einführung von Go.Data in Namibia auf nationaler und regionaler Ebene diskutiert und mit der Planung begonnen. Direkt im Anschluss an die Mission, begann das Go.Data-Team mit einem Pilotprojekt zur Einführung von Go.Data in der Sambesi-Region im Norden Namibias.
Die Einrichtung eines serologischen Labors für COVID-19 in der UNAM wurde unterstützt und Schulungen zur COVID-19-Serologie durchführt, welche von Laborpersonal der UNAM, NIP und CVL besucht wurden. Im neu -eingeerrichteten Serologie-Labor sollen zukünftig Proben für geplante sero-epidemiologischen Studien untersucht werden.

Das medizinische Notfallteam teilte sich in zwei Unterteams auf und reiste zu sechs Krankenhäusern in verschiedenen Regionen Namibias. Nach anfänglichen Vorstellungsrunden und Situationsbeurteilungen in den besuchten Krankenhäusern führten die Teams Schulungen zur klinischen Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten durch, die unter anderem die Beatmung solcher Patienten und Durchführung von Blutgasanalysen umfassten. Darüber hinaus schulten sie die Krankenhausmitarbeiter in Infektionsprävention und -kontrolle, einschließlich Handhygiene und Verwendung der PSA.

Fünf Blutgasanalysegeräte wurden als Dauerleihgabe übergeben. Sie dürften die Behandlung schwer kranker COVID-19-Patienten im Windhoeker Katutura-Hospital und in den Krankenhäusern von Oshakati, Rundu und Walvis Bay deutlich verbessern.
Am Ende der erfolgreichen Mission wurden der Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula und der Staatsekretär Ben Nangombe über alle Aktivitäten und Ergebnisse informiert. Sie bedankten sich bei den Missionsteilnehmern in einer eigens organisierten offiziellen Zeremonie. Die deutsche Botschaft in Windhoek und das MoHSS veröffentlichten eine Pressemitteilung, um die nationalen Medien und die Öffentlichkeit über unsere Mission in Namibia zu informieren.

Wir möchten allen Kollegen des namibischen MoHSS, der WHO, GOARN, I.S.A.R. Germany, humedica, CADUS, der namibischen Botschaft in Berlin, der deutschen Botschaft in Windhoek und dem Robert Koch-Institut herzlich danken, da sie den Erfolg dieser Mission erst möglich gemacht haben.

Stand: 15.12.2020

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