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Zielgruppeneinstiege

Sentinelprojekte der Pilot-Gesundheitsämter aus Deutschland in Zusammenarbeit mit dem RKI


1. Sentinelprojekt der Pilot-Gesundheitsämter (2003 bis 2005)

Es diente der Entwicklung von Instrumenten zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung der Surveillance meldepflichtiger Krankheiten in Deutschland. An dem Projekt nahm eine für Deutschland repräsentative Auswahl von 44 Gesundheitsämtern aus allen Bundesländern teil.

Pilot-Gesundheitsämter der ersten Projektphase

Übersichtskarte der am Sentinel teilnehmende Pilot-GesundheitsämterAm Sentinel teilnehmende Pilot-Gesundheitsämter

Ziele des 1. Sentinels

  • Kontinuierliche Verbesserung des infektionsepidemiologischen Überwachungssystems auf Ebene der Gesundheitsämter sowie der meldepflichtigen Labore und Ärzte.
  • Entwicklung und Evaluation von Methoden und Instrumente zur Verbesserung der Datenqualität.
  • Entwicklung von Erfassungsinstrumenten und Methoden für den Aufbau eines einheitlichen Surveillancesystems innerhalb der Europäischen Union

Teilprojekte

  • Verbesserung der Meldecompliance von Ärzten, besonders der Qualität und Quantität der Meldungen durch vereinfachte Meldeformulare, regelmäßige Fax-Infobriefe der Gesundheitsämter an die Ärzte sowie Mousepads für die Ärzte mit einer Liste der nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtigen Krankheiten und Einschub für die Adresse des zuständigen Gesundheitsamtes.
  • Unterstützung bei Ausbruchsuntersuchungen mit Hilfe von standardisierten Erhebungsbögen.
  • Semiquantitative Analyse des Arbeitsflusses im Meldewesen und kontinuierliche Verbesserung des Meldesystems auf der Ebene der Gesundheitsämter.
  • Bewertung der Meldungen von Masernfällen mit Hilfe von Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Pilot-Gesundheitsämter (Capture-Recapture).

Betreuung des Projektes

Abteilung für Infektionsepidemiologie, Fachgebiet Surveillance

Publikation zur 1. Projektphase

Epidemiologisches Bulletin 36 / 2005 (PDF, 256 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

2. Sentinelprojekt der Pilot-Gesundheitsämter (ab Juli 2006)

Das Nachfolgeprojekt beschäftigt sich mit der Umsetzung der Revision der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese ist im Mai 2005 verabschiedet worden und am 15. Juni 2007 in Kraft getreten.

Die Neufassung der IGV stellt einen Meilenstein in der internationalen Surveillance von Infektionskrankheiten dar. Aufgrund eines vorgegebenen Bewertungsalgorithmus zur Einschätzung eines Ereignisses von internationaler Tragweite sind sie von allen Mitgliedsstaaten der WHO gleichermaßen gut anzuwenden. Sie sollen die nationalen Überwachungskapazitäten stärken und die internationale Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten fördern. Die Gesundheitsvorschriften sind bei biologischen wie auch chemischen und atomaren Ereignissen anzuwenden, die eine Gefahr für die internationale öffentliche Gesundheit darstellen können. Die Implementierung erfordert jedoch gesetzliche, administrative, fachliche und technische Voraussetzungen auf allen Ebenen des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Die zweite Projektphase knüpft an die erste Phase des Sentinels der Pilotgesundheitsämter an, indem es bereits erarbeitete Instrumente weiter unterstützt und die Entwicklung noch unvollendeter Instrumente zu einem Abschluss bringt. Geplant ist zum Beispiel die abschließende Entwicklung eines Ausbruchserfassungsbogens, die in der ersten Projektphase begonnen wurde. Ferner sollen die Faxinfobriefe der Gesundheitsämter an die niedergelassenen Ärzte weiter thematisch unterstützt werden, denn es hat sich gezeigt, dass durch diese eine signifikante Verbesserung des Meldeverhaltens erreicht werden kann.

Darüber hinaus ist eine Bewertung der bestehenden Strukturen des deutschen infektionsepidemiologischen Surveillancesystems hinsichtlich der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) der WHO geplant. Dazu soll in Arbeitsgruppen über verschiedene Komponenten des deutschen Surveillancesystems diskutiert werden, die einer Optimierung bedürfen. Die Ergebnisse gehen in die Entwicklung einer Fragebogens ein, der sämtlichen Gesundheitsämtern deutschlandweit zugehen soll.

Zudem werden weitere Instrumente diskutiert und entwickelt, die den Gesundheitsämtern bei ihren Tätigkeiten im Infektionsschutz hilfreich sein könnten.

Das Projekt ist Teil eines kontinuierlichen Prozesses zur Qualitätsverbesserung der infektionsepidemiologischen Meldevorgänge in Deutschland. Das Projekt startete im Juli 2006.

Konzept des Projektes

Sentinel der Pilotgesundheitsämter „IGV-Sentinel“ - Konzept der zweiten Projektphase (PDF, 124 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Teilnehmende Gesundheitsämter

Eine Vielzahl der bereits am ersten Sentinelprojekt beteiligten Gesundheitsämter nimmt auch am zweiten Projekt teil, insgesamt sind es 46 Gesundheitsämter. Die Auswahl der Pilotgesundheitsämter erfolgte aus Gründen der Repräsentativität nach strukturellen und demographischen Kriterien der Gesundheitsämter und Bundesländer.

Pilot-Gesundheitsämter der 2. Projektphase

Übersichtskarte der am Sentinel teilnehmende Pilot-Gesundheitsämter (Projektphase 2). Quelle: RKIAm Sentinel teilnehmende Pilot-Gesundheitsämter (Projektphase 2)

Publikation zur 2. Projektphase

Epidemiologisches Bulletin 50 / 2006 (PDF, 146 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Ansprechpartner für das IGV-Projekt

Wissenschaftliche Koordinatorin: Dorothea Matysiak-Klose

Projektadministration: Inge Mücke

Leiter der Arbeitsgruppe: Tim Eckmanns

Stand: 03.01.2007

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