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GrippeWeb-Wochenbericht

Kalenderwoche 31 (1.8. – 7.8.2022), Datenstand: 9.8.2022

Zusammenfassung der 31. KW 2022

Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzte Rate von Personen mit einer neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankung (ARE, mit Fieber oder ohne Fieber) ist in der 31. Kalenderwoche (KW) (1.8. – 7.8.2022) im Vergleich zur Vorwoche gesunken (3,4 %; Vorwoche: 4,0 %). Die ARE-Rate ist sowohl bei den Kindern (0 bis 14 Jahre) als auch bei den Erwachsenen (ab 15 Jahre) gesunken. Die Rate der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI, definiert als ARE mit Fieber) ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gesunken (1,0 %; Vorwoche: 1,3 %). Trotz des Rückgangs der Gesamt-ARE-Rate und der Gesamt-ILI-Rate liegen die Werte weiterhin höher als in den Vorjahren zu dieser Zeit.

Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Raten für die 31. KW 2022 beruhen auf den Angaben von 5.671 GrippeWeb-Teilnehmern und -Teilnehmerinnen, von diesen meldeten 182 eine ARE und 52 eine ILI (Datenstand: 9.8.2022). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben.

Akute Atemwegserkrankungen (ARE)

Abbildung (1)

Abbildung (1): Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten (gesamt, in Prozent; Linien) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (Anteil der durch PCR-Untersuchung bestätigten Fälle in Prozent der Bevölkerung; sandfarbene Fläche), die aus den Meldedaten nach IfSG berechnet wurde, dargestellt ab der 31. KW 2022 (Stand Meldedaten: 10.8.2022). In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert die 53. KW (Jahreswechsel).
Quelle: RKI


Abbildung 1 zeigt die Gesamt-ARE-Rate in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (zum Vergleich) ab der 31. KW 2022.

Mit einer ARE-Rate von 3,4 % (entsprechend 3.400 ARE-Fällen pro 100.000 Einwohner) hatten – bezogen auf die Bevölkerung in Deutschland – in der 31. KW etwa 2,8 Millionen Personen eine neu aufgetretene akute Atemwegserkrankung (mit oder ohne Fieber), unabhängig von einem Arztbesuch. Die Gesamt-ARE-Rate liegt weiterhin über den durchschnittlichen Werten der vorpandemischen Jahre (2011 bis 2019; bitte beachten: in Abbildung 1 sind nicht alle Vorsaisons abgebildet). In den Jahren vor der Pandemie erreichte die ARE-Rate in der 31. KW üblicherweise die niedrigsten Jahreswerte und lag im Durchschnitt bei 2,4 % (Spannweite 1,7 % – 3,0 %). Mit dem Rückgang seit der 29. KW hat sich die ARE-Rate jedoch weiter dem rückläufigen Trend aus den Vorjahren zu dieser Zeit angenähert.

Die COVID-19-Rate wurde aus den nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Fällen mit SARS-CoV-2-Nachweis berechnet (sandfarbene Fläche in Abbildung 1; Stand der IfSG-Meldedaten: 10.8.2022). Zum Größenvergleich wurde die COVID-19-Rate in der gleichen Abbildung wie die Gesamt-ARE-Rate dargestellt. Mit einer wöchentlichen, übermittelten COVID-19-Rate von ca. 0,4 % in der Bevölkerung (vergleichbar mit der 7-Tages-Inzidenz) oder, anders formuliert, mit ca. 400 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohner, entspricht das – auf die Bevölkerung in Deutschland bezogen – einer Gesamtzahl von ca. 300.000 neuen, übermittelten COVID-19-Fällen in der 31. KW 2022.

Der Verlauf der Gesamt-ARE-Rate seit dem Jahreswechsel ist vermutlich maßgeblich von der COVID-19-Rate mit beeinflusst. Der seit der 17. KW 2022 für diese Jahreszeit ungewöhnliche, steigende Trend der ARE-Rate hat sich seit der 29. KW nicht fortgesetzt. Die ARE-Rate hat damit in der 28. KW 2022 einen vorläufigen dritten Gipfel erreicht. Auch die seit der 22. KW 2022 angestiegene COVID-19-Rate ist seit der 29. KW 2022 wieder leicht rückläufig (bitte beachten: in Abbildung 1 ist nur die COVID-19-Rate für die 31. KW 2022 abgebildet).

Grippeähnliche Erkrankungen (ILI)

Abbildung (2)

Abbildung (2): Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ILI-Raten (gesamt, in Prozent) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (Anteil der durch PCR-Untersuchung bestätigten Fälle in Prozent der Bevölkerung; sandfarbene Fläche), die aus den Meldedaten nach IfSG berechnet wurde, dargestellt ab der 31. KW 2022 (Stand Meldedaten: 10.8.2022). In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert die 53. KW (Jahreswechsel).
Quelle: RKI


Abbildung 2 zeigt die Rate der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI, Untergruppe der ARE) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (zum Vergleich) ab der 31. KW 2022.

Die Gesamt-ILI-Rate ist im Vergleich zur Vorwoche gesunken (1,0 %; Vorwoche: 1,3 %). Die aktuelle ILI-Rate entspricht mit 1.000 ILI-Fällen pro 100.000 Einwohner ca. 800.000 neu aufgetretenen grippeähnlichen Erkrankungen (Fieber mit Husten oder Halsschmerzen) in der Gesamtbevölkerung.

Die Gesamt-ILI-Rate zeigt seit dem bisherigen Höhepunkt der Saison 2021/22 in der 25. KW mit 2,2 % auch mit der 31. KW einen deutlich rückläufigen Trend. Trotz des Rückgangs liegt die Gesamt-ILI-Rate jedoch weiterhin über den Werten der vorpandemischen Jahre zu dieser Zeit (Abbildung 2, nicht alle Vorsaisons abgebildet). Auch bei der ILI-Rate scheint sich der aktuelle Rückgang der Zahlen an die rückläufige Tendenz der Vorjahre zu dieser Zeit anzugleichen. .

Akute Atemwegserkrankungen (ARE) nach Altersgruppen

Abbildung (3)

Abbildung (3): Links: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten für Kinder (0 bis 14 Jahre) und Erwachsene (ab 15 Jahre) in den Saisons 2020/21 bis 2022/23. In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert den Jahreswechsel. Rechts: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten in fünf Altersgruppen von der 31. KW 2020 bis zur 31. KW 2022. Die beiden jüngsten Altersgruppen gehören zur Altersgruppe der Kinder (0 bis 14 Jahre), die anderen drei Altersgruppen zur Altersgruppe der Erwachsenen (ab 15 Jahre). Die schwarzen, senkrechten Striche markieren den jeweiligen Jahreswechsel.
Quelle: RKI


Abbildung 3 zeigt die nach Kindern (0 bis 14 Jahre) und Erwachsenen (ab 15 Jahre) getrennt analysierten ARE-Raten im Vergleich der Saisons 2020/21 bis 2022/23 (linke Seite) und die nach fünf Altersgruppen getrennt analysierten ARE-Raten seit der 31. KW 2020 (rechte Seite).

Die ARE-Rate ist in der 31. KW 2022 im Vergleich zur Vorwoche bei den Kindern bis 14 Jahren auf 5,2 % (Vorwoche: 5,6 %) und bei den Erwachsenen ab 15 Jahren auf 3,1 % (Vorwoche: 3,7 %) gesunken (Abbildung 3, links). Im Jahr 2022 lag die bisherige ARE-Rate der Kinder deutlich höher (zwischen 7,1 % und 11,4 % mit Ausnahme einzelner Wochen) als in den beiden Vorjahren (bitte beachten: in Abbildung 3 ist die Saison 2019/2020 nicht mehr abgebildet). Seit der 28. KW 2022 hat sich die ARE-Rate der Kinder jedoch wieder den Werten der beiden Vorjahre angeglichen und hat in der 31. KW den Wert des Vorjahres erreicht. Die ARE-Rate der Erwachsenen schwankt seit der 3. KW 2022 zwischen 3,1 % und 4,9 %. Der zuletzt beobachtete leichte Anstieg der ARE-Rate der Erwachsenen seit der 19. KW 2022 hat sich seit der 29. KW 2022 nicht fortgesetzt. Die ARE-Rate bei den Erwachsenen ist nicht so stark zurückgegangen wie die der Kinder und liegt damit weiterhin etwas höher als in beiden Vorjahren.

Bei Betrachtung der ARE-Raten in den fünf verschiedenen Altersgruppen ist seit der 27. KW ein deutlicher Rückgang der ARE-Rate von 9,5 % auf 3,8 % bei den 5- bis 14-jährigen Kindern (orangene Linie; Abbildung 3, rechts) zu beobachten. Dies könnte mit den Schulferien, die in der 31. KW 2022 in allen Bundesländern sind, zusammen-hängen. Auch in den anderen Altersgruppen sind die ARE-Raten gesunken. Bei den ab 60-Jährigen ist die ARE-Rate stabil geblieben bei 2,4 %.

Grippeähnliche Erkrankungen (ILI) nach Altersgruppen

Abbildung (4)

Abbildung (4): Links: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ILI-Raten für Kinder (0 bis 14 Jahre) und Erwachsene (ab 15 Jahre) in den Saisons 2020/21 bis 2022/23. In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert den Jahreswechsel. Rechts: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ILI-Raten in fünf Altersgruppen von der 31. KW 2020 bis zur 31. KW 2022. Die beiden jüngsten Altersgruppen gehören zur Altersgruppe der Kinder (0 bis 14 Jahre), die anderen drei Altersgruppen zur Altersgruppe der Erwachsenen (ab 15 Jahre). Die schwarzen, senkrechten Striche markieren den jeweiligen Jahreswechsel.
Quelle: RKI

Abbildung 4 zeigt die nach Kindern (0 bis 14 Jahre) und Erwachsenen (ab 15 Jahre) getrennt analysierten ILI-Raten im Saisonvergleich der Saisons 2020/21 bis 2022/23 (linke Seite) und die nach fünf Altersgruppen getrennt analysierten ILI-Raten seit der 31. KW 2020 (rechte Seite).

Die ILI-Rate der Kinder ist in der 31. KW 2022 im Vergleich zur Vorwoche gesunken (1,8 %; Vorwoche: 2,5 %). Die ILI-Rate der Erwachsenen ist im Vergleich zur Vorwoche nur leicht gesunken von 1,1 % auf 0,9 % (Abbildung 4, links). Seit etwa der 26. KW 2022 zeigte sich in den meisten Altersgruppen ein Rückgang der ILI-Raten (Abbildung 4, rechts). Bei der ältesten Altersgruppe der ab 60-Jährigen ist die ILI-Raten seit der 26. KW insgesamt eher stabil geblieben und liegt in der 31. KW bei 0,9 %.

Durch Nachmeldungen der GrippeWeb-Teilnehmenden, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen in den ARE- und ILI-Raten ergeben.

Daten aus der Arbeitsgemeinschaft Influenza

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die Meldungen von Haus- und Kinderarztpraxen auswertet, berichtet, dass im ambulanten Bereich in der 31. KW 2022 bundesweit weniger Arztbesuche wegen ARE registriert wurden als in der Vorwoche. Die Zahl der Arztbesuche liegt noch deutlich über dem Niveau der Vorjahre um diese Zeit. Im Nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren wurden in der 31. KW in insgesamt 28 (47 %) der 59 eingesandten Sentinelproben Atemwegsviren identifiziert. In den eingesandten Sentinelproben wurden SARS-CoV-2 (31 %), Parainfluenzaviren (12 %) und Rhinoviren (7 %) nachgewiesen. Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) insgesamt nur leicht gesunken, nachdem es in der Vorwoche zu einem deutlichen Rückgang der Werte gekommen war.

Die im Vergleich mit den Vorjahren aktuell noch deutlich höhere ARE-Aktivität ist auf die Ko-Zirkulation verschiedener Atemwegserreger zurückzuführen. Es werden SARS-CoV-2 hauptsächlich bei Erwachsenen und Parainfluenza- sowie Rhinoviren bei Kindern nachgewiesen. In den letzten Wochen wurde sporadisch RSV in Sentinelproben identifiziert. Diese und weitere Informationen sind abrufbar im aktuellen ARE-Wochenbericht der AGI unter: ARE-Wochenbericht der AGI.

Stand: 12.08.2022

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