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Konsiliarlabor (KL) Listeria

Die Listeriose ist eine seltene Infektionskrankheit, die in der Regel durch den Verzehr von Listerien-kontaminierten Lebensmitteln wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse, Fisch, Fischerzeugnisse, Milch und Milchprodukte oder pflanzlichen Lebensmitteln verursacht wird. Der Erreger, Listeria monocytogenes, kann sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Die Inkubationszeit der Erkrankung kann mit 3 - 70 Tagen sehr variabel sein. Bei der Listeriose einer Schwangeren bzw. ihres Kindes erfolgt die Infektion im Laufe der Schwangerschaft (transplazentar), während der Geburt bei Durchtritt durch den Geburtskanal oder durch postnatalen Kontakt.

In den Jahren 2001 bis 2018 wurden für Deutschland insgesamt 8157 Listeriosen nach IfSG übermittelt, pro Jahr im Durchschnitt 453 Fälle; das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Inzidenz von 0,6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Darunter befanden sich 551 Fälle von Neugeborenen-Listeriose (7%). Mit Ausnahme der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren, bei denen 83% der Erkrankungsfälle auf Frauen (zumeist schwangerschafts­assoziierte Listeriosen) entfielen, waren mehr als die Hälfte der Patienten männlich: 59% der 40- bis 59-Jährigen und 60% der Personen ≥ 60 Jahren. Die durchschnittliche jährliche Inzidenz der Erkrankungen hat seit 2001 vor allem bei Personen ≥ 60 Jahren zugenommen. Neben älteren Menschen betrifft die Listeriose in Deutschland insbesondere Personen mit verminderter Immunabwehr, zumeist verursacht durch schwere Grunderkrankungen (z.B. Tumore, Patienten unter hochdosierter Cortison-Therapie) sowie Schwangere und deren Neugeborene. Als klinische Symptomatik werden insbesondere Meningitiden, Septikämien und Fieber erfasst und 7% der Fälle wurden als verstorben gemeldet (Quelle: Survstat). Die Inkubationszeit beträgt für Septikämien 1-12 Tage (Median 2 Tage), für neuroinvasive Manifestationen 1-14 Tage (Median 9 Tage) und für schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen auch deutlich länger (17-67 Tage, Median 28 Tage) (Quelle: Goulet et al., 2013, BMC Infect. Dis. 13:11).

Ein Drittel der Erkrankungsfälle sind sporadische Listeriosen, während zwei Drittel aller Fälle im Kontext lebensmittelbedingter Ausbrüche stehen. Da die Erkrankungsfälle meist räumlich und zeitlich verteilt sind, lassen sich solche Ausbrüche und die ursächlichen Lebensmittel in der Regel nur durch molekulare Typisierung der Listerien-Isolate entdecken. Aus diesem Grund bittet das KL Listeria um Einsendung der aus humanen Erkrankungen isolierten Stämme zum Zweck der Subtypisierung, insbesondere mittels Genoserotypisierung und Genomsequenzierung. Stämme können an das KL Listeria eingesandt werden. Für die Einsendung der Stammisolate ist ein vollständig ausgefüllter Begleitschein erforderlich (s. unter weitere Informationen). Die Typisierungen sind für die Einsender kostenlos.

Stand: 29.04.2020

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