Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zum Einsatz von Cookies

Mit dem Klick auf "Erlauben" erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihren Aufenthalt auf der Seite anonymisiert aufzeichnen. Die Auswertungen enthalten keine personenbezogenen Daten und werden ausschließlich zur Analyse, Pflege und Verbesserung unseres Internetauftritts eingesetzt. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Hygiene beim Einsatz von Computern und Geräten mit Touchscreen im Bereich der Patienten­versorgung

Was ist beim Einsatz von Computern, Laptops und Geräten mit Touchscreen im Bereich der Patientenversorgung in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu berücksichtigen?

Desinfektion von Tastaturen und Touchscreens

Der Einsatz von Computern und Geräten, die per Touchscreen bedient werden, ist in Einrichtungen des Gesundheitswesens auch in der patientennahen Umgebung Alltag. Da Tastaturen und Touchscreens Flächen darstellen, die oft mit der Hand berührt werden, stellen sie eine mögliche Route zur Transmission von Erregern dar [1-4] und sollten daher im Hygieneplan berücksichtigt werden [5].

Ob diese Geräte unter das Medizinprodukte­gesetz und andere Vorschriften des Medizin­produkterechts fallen, hängt i.d.R. davon ab, ob sie als Medizinprodukte in den Verkehr gebracht wurden. Handelt es sich laut Hersteller um ein Medizinprodukt, so müssen dem Produkt Informationen beigefügt werden, die eine sichere und ordnungsgemäße Anwendung und ggf. Aufbereitung des Produkts möglich machen. In dieser Gebrauchsanweisung müssen auch Angaben zur Art und Häufigkeit der Instandhaltungs­maßnahmen enthalten sein.

Daher ist es sinnvoll,

  • zunächst eine Risikobewertung vorzunehmen, inwieweit Computertastaturen bzw. Touchscreens im Rahmen der konkreten Anwendung ein Vektor für die Weiterverbreitung von nosokomialen Erregern sein können,
  • danach geeignete Desinfektions­mittel bzw. -verfahren unter Berücksichtigung der Herstellerangaben des Gerätes zu definieren und
  • im Hygieneplan den notwendigen Umfang von Reinigungs- und Desinfektions­maßnahmen festzulegen.

Die sachgerechte Umsetzung dieser allgemeinen Maßnahmen der Infektionsprävention obliegt den Leitern der jeweiligen Einrichtungen, bzw. des von diesen damit beauftragten Hygienefachpersonals, sowie dem ärztlichen- und Pflegepersonal.

Da bei herkömmlichen Tastaturen die Desinfektion schwer durchführbar ist und zu Beschädigungen führen kann, kann in Risikobereichen bzw. bei Notwendigkeit der regelmäßigen Desinfektion die Anschaffung spezieller, desinfizierbarer Tastaturen erforderlich werden. Es kann also hier nur empfohlen werden, Geräte mit einer entsprechenden Konstruktion anzuschaffen.

Touchscreens, wie sie z.B. an Tablets, aber auch an den Bedienoberflächen verschiedener Geräte vorzufinden sind, sind von Herstellerseite oft nicht für eine routinemäßige Desinfektion geeignet. Eine effiziente Desinfektion kann hier zu Schädigungen oder langfristig zum Funktionsverlust führen. Es gibt in der Literatur erste Berichte zur Anwendung von Einmalhüllen (6), hier sollten auch ökologische Aspekte in die Abwägung einbezogen werden. Einige Hersteller von Desinfektionsmitteln bieten außerdem spezielle Produkte zur Desinfektion von Touchscreens an. Hier sind ebenfalls die Hinweise der jeweiligen Hersteller der Touchscreens zur Wirksamkeit und insbesondere zur Materialverträglichkeit zu beachten.

Stellen Lüftungen von Computern bzw. Laptops in Risiko­bereichen eine Gefahr dar?

Viele Erreger nosokomialer Infektionen können in der unbelebten Umwelt über längere Zeiträume überdauern. Die Frage, ob es in Risikobereichen zu einer Anreicherung dieser Erreger und damit zu einem erhöhten Infektionsrisiko führt, wurde in einer Arbeit aus 2010 genauer untersucht [7]. Hier wurde keine relevante Anreicherung festgestellt, was einerseits auf die Trockenheit des Luftstroms und andererseits auf das Nichtvorhandensein eines Nährsubstrats zurückgeführt wird. Von einer Vermehrung der Erreger und einer Dissemination im Gerät selbst kann nicht ausgegangen werden [8].

Literatur:

  1. Rutala WA, White MS, Gergen MF et al.: Bacterial contamination of keyboards: efficacy and functional impact of disinfectants. Infect Control Hosp Epidemiol 2006;27(4):372-7
  2. Fellowes C, Kerstein R, Clark J et al.: MRSA on tourniquets and keyboards. J Hosp Infect 2006;64(1):86-8
  3. Simmons N: Computer keyboards and the spread of MRSA. J Hosp Infect 2006;64(1):88
  4. Brady RR, Verran J, Damani NN et al.: Review of mobile communication devices as potential reservoirs of nosocomial pathogens. J Hosp Infect 2009;71(4):295-300
  5. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2004;47(1):51-61
  6. Hammon M, Kunz B, Dinzl V et al.: Practicability of hygienic wrapping of touchscreen operated mobile devices in a clinical setting. PLoS One 2014;9(9):e106445-e
  7. Siegmund K, Hübner N, Heidecke C-D et al.: Are laptop ventilation-blowers a potential source of nosocomial infections for patients? GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinar 2010;5(2):Doc07
  8. Blazek M: Stellen Patientenarbeits­platzcomputer eine Quelle oder ein Übertragungsmedium für exogene, nosokomiale Infektionserreger dar? Inauguraldissertation im Fachbereich Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität Giessen 2005

Stand: 05.04.2019

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.