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Elimination der Masern und Röteln

Die Elimination der Masern und Röteln wird von der WHO definiert als eine Unterbrechung einer endemischen Masern- oder Rötelntransmission über einen Zeitraum von mindestens 36 Monaten nach dem letzten Auftreten eines endemischen Falles in einer geografischen Region. Eine endemische Transmission bezeichnet das Auftreten einer kontinuierlichen Infektionskette der Masern- oder Röteln in Deutschland über eine Zeitraum von 12 Monaten oder länger. Als Indikator für einen Fortschritt hinsichtlich der Erreichung der Elimination gilt eine Masern- oder Rötelninzidenz von unter 1 Fall pro 1.000.000 Einwohner.

Die Masern- und Rötelnelimination wird weltweit von allen WHO-Regionen angestrebt und ist auch in Deutschland seit vielen Jahren erklärtes Ziel des Bundes und der Länder. Bereits im Juni 1998 hat die Gesundheits­minister­konferenz der Länder (GMK) zu einem verstärkten Engagement aufgerufen, die Masern­erkrankungen in Deutschland entscheidend zu reduzieren. Die Verpflichtung Deutschlands, die Masern-Elimination bis 2015 zu erreichen und sich vorrangig mit diesem Thema zu befassen, wurde in einem Beschluss vom Juni 2011 von der GMK bestätigt. Ein "Interventionsprogramm Masern, Mumps, Röteln (MMR)" von Bund und Ländern aus dem Jahr 1999 sah langfristig eine Senkung der Maserninzidenz durch konsequente Impfungen gemäß STIKO-Empfehlungen vor .

Als Voraussetzung für eine schnelle Unterbrechung von Infektionsketten und damit die Erreichung der Masern­elimination gilt eine Immunität von mehr als 95 % in der Bevölkerung. Als Indikator für die Immunität werden von der WHO die Impfquoten der Standardimpfungen vorgeschlagen. Für Deutschland bieten sich hier die Impfquoten der 24 Monate alten Kinder (Daten der KV-Impfsurveillance) und die Daten der Schuleingangs­untersuchungen der Länder an. In Deutschland sollte die zweimalige MMR-Impfung bei Kindern im Alter von 24 Monaten abgeschlossen sein. Eine regelmäßige Datenerhebung zu Impfquoten gegen Masern bei den Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, findet in Deutschland nicht statt. Obwohl die Impfungen gegen Masern und Röteln in Deutschland zu einem drastischen Rückgang der Masern- und Rötelnerkrankungen geführt haben, wurde die Elimination beider Infektionen durch ungenügende Impfquoten bisher noch nicht erreicht.

Im Nationalen Impfplan Deutschlands, der 2012 von den Bundes­ländern publiziert wurde, wurde das Ziel der Elimination der Masern und Röteln noch einmal bestätigt und hervorgehoben, dass insbesondere die Akzeptanz der zweiten Masernimpfung erhöht werden müsse. Als Fortschreibung und Kon­kre­ti­sie­rung des Na­ti­o­nalen Impf­plans wurde der Nationale Aktionsplan 2015-2020 zur Eli­mi­na­tion der Masern und Röteln in Deutschland durch eine inter­diszi­plinäre Arbeits­gruppe erstellt, im Rahmen einer Nationalen Konferenz diskutiert und im Juni 2015 von der Gesundheits­minister­konferenz nach­drück­lich unterstützt. Der Plan nimmt eine Bestandsaufnahme vor und erneuert na­ti­o­nale strategische und operationali­sierbare Ziele.

Um den Stand der Eliminierungn der Masern und Röteln in Deutschland syste­ma­tisch analysieren und darüber berichten zu können, berief das Bundes­minis­terium für Gesund­heit 2012 die Nationale Verifizierungs­kommission zur Elimination der Masern und Röteln. Ihre Geschäftsstelle ist am Robert Koch-Institut angesiedelt. Die Kommission be­wer­tet unter anderem Daten zur Masern/Röteln-Epidemiologie sowie zur Immunität in der Bevölkerung in Hinblick auf die Erreichung der Eli­mi­na­tions­ziele und teilt ihre Erkenntnisse jährlich der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) und dem Bundes­minis­terium für Gesundheit (BMG) mit. Ihre Berichte sind auf der Homepage des Robert Koch-Institutes zu finden (Link siehe unten).

Stand: 03.01.2019

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