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Stellungnahme des Robert Koch-Instituts zum BARMER-Arzneimittelreport 2019

In ihrem Arzneimittelreport 2019 hat die BARMER unter anderem Impfquoten bei Kindern untersucht und kommt zu dem Schluss, dass es bei Kindern in Deutschland noch große Impflücken gibt und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission offenbar nur unzureichend umgesetzt werden.

Damit bestätigt der Report die schon in den Berichten des RKI festgestellten Defizite beim Impfschutz der Kinder in Deutschland, wie sie zum Beispiel auch im Epidemiologischen Bulletin Nr 1/2018 und 18/2019 publiziert wurden.

Der BARMER-Bericht nimmt für sich in Anspruch, die „tatsächlichen Impfquoten“ berechnet zu haben und „erstmals ein realistischeres Bild der tatsächlichen Masern-Impfquote“ zu vermitteln. Für den Impfstatus der BARMER Versicherten mag dies zutreffen. Mit den BARMER-Daten werden jedoch nur rund 11% der gesetzlich Versicherten in Deutschland abgebildet und es bleibt offen, wie repräsentativ dieses Versichertenklientel für Deutschland ist.

Das RKI nutzt für seine kontinuierlichen Auswertungen unter anderem Sekundärdaten zu allen gesetzlich Versicherten, die ihm von allen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zur Verfügung gestellt werden, sowie Impfdaten, die nach dem Infektionsschutzgesetz von den Bundesländern aus den Schuleingangsuntersuchungen übermittelt werden.

Während die von der BARMER festgestellten Masernimpflücken bei 2-Jährigen sogar etwas niedriger ausfallen als nach KV-Daten des RKI, weisen die BARMER-Daten auf größere Lücken im Masernimpfschutz bei den 6-Jährigen hin, als dies in den Schuleingangsuntersuchungen festgestellt wurde.

Die genannten Auswertungen beziehen sich auf unterschiedliche Datenquellen, die unterschiedliche Populationen abbilden und sind jeweils mit unterschiedlichen Methoden erstellt worden. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass die Auswertungen nicht zu genau gleichen Ergebnissen führen.

In den jährlichen Veröffentlichungen des RKI zu den Impfdaten aus den Schuleingangsuntersuchungen ist die Methodik beschrieben und es wird auf eine potenzielle Überschätzung der Impfquoten hingewiesen, wenn als Bezugsgröße nur Kinder mit vorgelegtem Impfpass gewertet werden (s. Epid Bull 18/2019, S. 158). Würde man hierbei alle Kinder ohne vorgelegten Impfpass als ungeimpft ansehen, ergäbe sich z.B. hinsichtlich der 2maligen Masernimpfung zum Schuleingang eine Impfquote von 81,4%. Die BARMER-Daten liegen mit 88,8%% damit zwischen diesem „worst-case“ und dem vom RKI zum Schuleingang berichteten Wert von 92,8%. Auch die KV-Daten des RKI zeigen bei den 6-Jährigen einen Wert in diesem Bereich (Epid Bull 16/2016, S. 134).

FAZIT:

Die BARMER hat eine gründliche Auswertung der Daten zum Impfschutz ihrer Versicherten vorgenommen. Sie kommt dabei bezüglich des Masernimpfschutzes bei Kindern in Deutschland zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie das RKI regelmäßig in seinen jährlichen Berichten zum Impfschutz.

Stand: 08.08.2019

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