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Ausbrüche von Infektionskrankheiten

Von einem Krankheitsausbruch spricht man im Allgemeinen, wenn die Anzahl von Personen mit einer bestimmten Infektions­krankheit in einer bestimmten Region und/oder einem bestimmten Zeitraum die erwartete Anzahl dieser Erkrankungen übersteigt. Wie viele Erkrankungen in einer bestimmten Region oder in einem bestimmten Zeitraum "normaler­weise" zu erwarten sind, kann über die regel­mäßige Erfassung und Überwachung (Surveillance) von meldepflichtigen Infektions­krankheiten ermittelt werden. Erkrankungen können einem Krankheits­ausbruch zugeordnet werden, wenn zum Beispiel mehrere Personen gemeinsam an einer Veranstaltung mit Verköstigung teilgenommen oder in einem Restaurant gegessen haben und anschließend etwa zeitgleich erkrankt sind.

Seit 2001 wurde die Erfassung von Ausbrüchen in Deutschland zunehmend in den regulären Übermittlungsweg der Meldedaten vom Gesundheitsamt zum Robert Koch-Institut (RKI) integriert. Das Infektionsschutz­gesetz (IfSG) sieht in § 6 vor, dass z.B. Lebensmittel­vergiftungen oder infektiöse Gastro­enteritiden gemeldet werden, wenn bei zwei oder mehr Personen mit einer gleichartigen Erkrankung eine gemeinsame Ursache wahrscheinlich ist oder vermutet wird. Damit stehen Ausbruchs­daten im Rahmen der Überwachung meldepflichtiger Krank­heiten bundesweit zur Verfügung.

Dem RKI werden jährlich ca. 10.000 Ausbrüche übermittelt. Bei der Mehrzahl der übermittelten Ausbrüche sind weniger als fünf Personen betroffen. Hin und wieder kommt es auch zu besonderen Ausbruchsgeschehen – in Deutschland waren das in den vergangenen Jahren beispielsweise die Influenza A(H1N1)-Pandemie 2009, der EHEC-Ausbruch 2011 vorwiegend in Norddeutschland, der mehr als 50 Todesopfer forderte, und der Norovirus-Ausbruch in ostdeutschen Schulen 2012.

Stand: 25.04.2018

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