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Daten zu Anti­biotika­resistenz und Anti­biotika­ver­brauch für 2017 abrufbar

Das Robert Koch-Institut hat am 10.9.2018 wichtige Daten zur Antibiotika-Resistenz des Jahres 2017 veröffentlicht. Die beiden Überwachungssysteme Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) und Antibiotikaverbrauchs-Surveillance (AVS) liefern entscheidende Referenzdaten und Informationen zur Resistenzentwicklung und zum Antibiotikaverbrauch für 2017. Ohne diese Daten können eingeleitete Maßnahmen zur Verbesserung der Antibiotika-Resistenz nicht überprüft und Defizite nicht erkannt werden. Die wichtigsten Grundsätze zur Eindämmung von Resistenzen sind die Vermeidung von Infektionen durch gute Hygiene und der Einsatz von Antibiotika nur dann, wenn es notwendig und sinnvoll ist. Mit dem Auf- und Ausbau der Surveillancesysteme setzt das Robert Koch-Institut ein wichtiges Ziel der Deutschen Antibiotika-Resistenz-Strategie (DART2020) um.

Die Daten sind auf den Internetseiten https://ars.rki.de und https://avs.rki.de frei zugänglich und dort in interaktiven Datenbanken abrufbar. Die Datenbasis in ARS umfasst den Zeitraum von 2008 bis 2017. Für das Jahr 2017 liegen Daten aus mehr als 500 Krankenhäusern und mehr als 18.000 Arztpraxen vor. AVS ist seit 2015 im Routinebetrieb. Hier stehen für 2017 Daten aus mehr als 180 Krankenhäusern zur Verfügung.

Bei der Resistenzsituation gibt es seit Jahren unterschiedliche Trends bei den verschiedenen Bakterien. Der rückläufige Trend bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) setzt sich fort und liegt 2017 bei Blutkulturen erstmalig unter 10%. Bei Vancomycin-resistenten Enterokokken (Enterococcus faecium) liegt der Resistenzanteil 2017 in Blutkulturen bei über 16%, im Vorjahr war der Anteil der resistent getesteten Isolate noch unter 12%.

Die Resistenz gegenüber Cephalosporinen der 3. Generation liegt für alle klinischen Materialien bei Escherichia (E.) coli im ambulanten Bereich bei 8% und im stationären Bereich bei 12%. Bei Klebsiella (K.) pneumoniae ist der Unterschied zwischen dem ambulanten und stationären Bereich mit 9% und 14% ebenso zu beobachten. Cephalosporine der 3. Generation sind eine wichtige Gruppe von Breitspektrum-Antibiotika, wie die Penicilline gehören sie zur Gruppe der Betalactam-Antibiotika. Bei derBewertung der Resistenzsituation im zeitlichen Verlauf wurde eine Zunahme der Resistenz in Blutkulturen gegenüber Cephalosporinen der 3. Generation sowohl bei E. coli als auch bei K. pneumoniae beobachtet. Die Resistenz gegenüber Carbapenemen (das sind ebenfalls Betalactam-Antibiotika mit breitem Wirkungsspektrum) liegt sowohl bei E. coli als auch bei K. pneumoniae weiterhin unterhalb von 1%.

Die ersten Erfahrungen mit der Antibiotikaverbrauchs-Surveillance stellen RKI-Wissenschaftler in Kürze in einer Veröffentlichung im Journal of Antimicrobial Chemotherapy vor. Dort werden auch Analysen zum Antibiotikaverbrauch aus den Jahren 2015 und 2016 gezeigt. Die Auswertung der Daten erfolgte in Anlehnung an die Einteilung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO ordnet Antibiotika in Abhängigkeit vom Risiko zur Resistenzbildung in die sogenannte Watch group oder in die Reserve group mit entsprechenden Anwendungsempfehlungen ein. Hier zeigen sich erwartungsgemäß deutliche Unterschiede im Verbrauch der Antibiotikagruppen und einzelner Antibiotika in Abhängigkeit von den Versorgungsstufen und -bereichen eines Krankenhauses. Insgesamt wurden 81% der Antibiotika der Reservegruppe auf Intensivstationen verabreicht. Die am häufigsten eingesetzten Antibiotika auf Intensivstationen waren Carbapeneme und Piperacillin/Betalaktamase–Inhibitoren (Piperacillin gehört zur Gruppe der Penicilline). In den medizinischen Abteilungen war der Antibiotikaverbrauch gleichmäßiger verteilt, dort wurden vor allem Fluorchinolone, Makrolide, Cephalosporine der 3. Generation und Piperacillin/Betalaktamase–Inhibitoren verwendet. In den chirurgischen Abteilungen sind die Cephalosporine der 2. Generation gefolgt von den Fluorchinolonen die meist eingesetzten Antibiotika.

Die Daten zu Antibiotika-Verbrauch und Antibiotika-Resistenz werden im RKI auf Krankenhausebene auch in einem integrierten Ansatz in Bezug zueinander ausgewertet. Das Projekt ARVIA (ARS und AVS Integrierte Analyse) wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert, mit dem Ziel, Krankenhäuser in ihren Aktivitäten für einen rationalen Antibiotika-Verbrauch zu unterstützen. Weitere Informationen zum ARVIA-Projekt: https://ars.rki.de/Content/ARVIA/Main.aspx

Stand: 10.09.2018

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