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RKI zu humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza (Vogelgrippe)

Stand: 24.2.2021

Unter „Vogelgrippe“ (aviäre Influenza) versteht man in erster Linie eine Erkrankung durch Influenza A-Viren bei Vögeln. Diese Viren können unter Umständen auch Erkrankungen bei Menschen hervorrufen, was ebenfalls als Vogelgrippe bezeichnet wird. Aviäre Influenzaviren können nicht so leicht von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Wenn eine solche Infektion jedoch stattfindet, kann die Krankheit bisweilen sehr schwer verlaufen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit 2003 weltweit über 2.300 humane Erkrankungen mit aviärer Influenza (Vogelgrippe) identifiziert. Bis 2012 waren dies in den allermeisten Fällen für Vögel hoch pathogene Influenza A(H5N1)-Viren in Asien und Ägypten (regelmäßige Berichte seit 2003). Bislang erkrankten rund 850 Menschen an A(H5N1), rund 450 davon starben. Seit 2013 wurden außerdem mehr als 1.500 humane Fälle mit Infektion durch aviäre Influenza A(H7N9)-Viren in China berichtet, darunter mindestens 600 Todesfälle (siehe Internettext „RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit aviärer Influenza A(H7N9)“, Link siehe unten). Seit 2014 wurden ebenfalls in China einzelne Fälle von humanen Erkrankungen mit A(H5N6) registriert, einige mit Todesfolge. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt humane Infektionen mit aviären Influenza A(H9N2)-Viren in China berichtet, wobei die Krankheitsverläufe in den meisten Fällen sehr mild waren.

In Deutschland sind bislang keine Erkrankungen beim Menschen mit aviären Influenzaviren aufgetreten. Allerdings zirkulieren hierzulande immer wieder verschiedene H5-Viren bei Wildvögeln und Geflügel, darunter seit 2016 das für Vögel hoch pathogene Influenzavirus A(H5N8). Im Januar 2018 wurde in Deutschland erstmals A(H5N6) bei einer Wildente nachgewiesen, im März 2018 wurde das Influenza A(H5N6)-Virus erstmals in einem kleinen Geflügelbestand nachgewiesen. Seit Herbst 2020 gab es erneut eine Reihe von A(H5)-Nachweisen bei Wildvögeln und in Hausgeflügel insbesondere in Nordeuropa. Nach bisherigen Untersuchungen handelt es sich in allen Fällen nicht um das derzeit in Südostasien auftretende A(H5N6)-Virus, das zu einzelnen humanen Erkrankungen geführt hat. Allerdings wurde im Februar 2021 gemeldet, dass sich in Russland im Dezember 2020 sieben Arbeiter in einem Geflügelbetrieb mit hoch pathogener aviärer Influenza A(H5N8) infiziert haben. Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden nicht beobachtet und die Erkrankung verlief bei diesen Fällen mild. Weitere Untersuchungen wurden eingeleitet, Folgefälle sind nicht bekannt. Umfangreiche Informationen zu Vorkommen und Präventionsmaßnahmen bietet das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auf seiner Internetseite (Link siehe unten).

Es gibt derzeit weltweit keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit aviären Influenzaviren (weitere Informationen im "Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2018/19", ab Seite 107, und zur Risikoeinschätzung der WHO, Links siehe unten). Nach bisherigen Erfahrungen scheint es nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen (siehe auch die Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur zoonotischen Influenza, Link siehe unten). Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte daher einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden. Wenn ein Kontakt mit Wildvögeln oder infiziertem Geflügel z.B. aus beruflichen Gründen aber nicht vermieden werden kann, sollten adäquate Schutzmaßnahmen getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung auf den Menschen zu minimieren.

Das Robert Koch-Institut hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hoch pathogene) aviäre Influenza A(H5) veröffentlicht. Danach sind besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Personen empfohlen, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs durch hoch pathogene aviäre Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln hatten oder haben können. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht. Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle mit aviärer Influenzavirusinfektion beim Menschen sind meldepflichtig und müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden (Link siehe unten).

Stand: 24.02.2021

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