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Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?

15.7.2021: Die Übersicht zur Nationalen Teststrategie (Stand: 14.07.2021) wurde aufgrund der neuen Testverordnung angepasst, die am 1.7.2021 in Kraft getreten ist.
Die Änderungen gegenüber der Version vom 31.3.2021 beziehen sich auf die Berücksichtigung der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV; 24.6.2021) sowie der Aktualisierung der Testkriterien (Infografik/Flussschema) vom 16.4.2021.

Information zum Reiseverkehr finden Sie hier: www.rki.de/covid-19-reisende

Warum testen wir?

Testen ist essenzieller Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie: Es ist Grundlage für die zeitnahe Erkennung und Behandlung von Infektionen, für die Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor Überlastung unseres Gesundheitssystems. Testen dient zudem der Erfassung der Zahl und Verteilung von infizierten Personen in Deutschland und trägt damit zu einem aktuelleren und besseren Lagebild bei.

Testen entbindet nicht von der Einhaltung der AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, Lüften) sowie notwendigen Hygienevorkehrungen und Symptom-Monitoring in Einrichtungen.

Einige Personen können, trotz vollständiger Impfung, nach Kontakt mit SARS-CoV-2 PCR-positiv werden bzw. asymptomatisch infiziert werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Bei diesen Personen ist die Viruslast im Vergleich zu ungeimpften Personen meist signifikant reduziert und die Virusausscheidung verkürzt, die Transmissionswahrscheinlichkeit daher reduziert, aber nicht komplett ausgeschlossen. Daher sind auch nach einer vollständigen Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (AHA+L-Regeln) weiterhin einzuhalten.

Welche Tests kommen zum Einsatz?

In Deutschland wird umfassend auf Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Hierzu wurde die Testkapazität zum Nachweis der Erbsubstanz des Virus (PCR-Testung) seit März 2020 kontinuierlich erweitert, inzwischen können wöchentlich über zwei Millionen PCR-Tests durchgeführt werden.

Im Oktober 2020 wurde die Nationale Teststrategie um den Einsatz von Tests erweitert, die Eiweiße des Virus nachweisen. Diese Antigen-Tests sind je nach ihrem Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter Point-of-Care Test (PoC-Antigen-Test), Einzeltest) oder als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen geeignet. Diese Antigentests mit Probengewinnung durch geschultes Personal tragen zum weiteren Ausbau der Testkapazität bei und bilden die Grundlage zu den Bürgertestungen. Mit der Aktualisierung der TestV von Ende Juni 2021 sind unter bestimmten Bedingungen und bei Überwachung der Durchführung von sachkundigen Mitarbeitenden eines Leistungserbringers (u.a. Testzentren, Arztpraxen, medizinische Labore) auch Antigentests zur überwachten Eigenanwendung möglich. In bestimmten Konstellationen können diese Tests auch ohne Überwachung erfolgen, etwa wenn medizinisch geschultes Personal im Rahmen von präventiven Reihentestungen diese Tests zur eigenen Testung einsetzt.

Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests (Schnell- und Selbsttests) im Vergleich mit Nukleinsäure-basierten Amplikationsverfahren ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen. Damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis anzeigt, ist im Vergleich eine größere Virusmenge notwendig (niedrigere Sensitivität). Das bedeutet, dass ein negatives Antigen-Testergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht ausschließt. Deshalb sollten diese Tests nur bei Personen angewendet werden, bei denen ein falsch negatives Ergebnis nicht zu schwerwiegenden Konsequenzen führt (etwa ein nicht erkannter Eintrag einer Infektion bei Aufnahme in einem Krankenhaus). Außerdem ist ein Antigen-Test weniger spezifisch als ein PCR-Test. Demzufolge kann es im Gegensatz zum im Fachlabor durchgeführten PCR-Test vorkommen, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, auch wenn die Person gar nicht infiziert ist. Deshalb sollte ein positives Ergebnis im Antigen-Test grundsätzlich mittels PCR bestätigt werden. Vor einem Einsatz von Antigen-Schnelltests sollte daher auch die Vortestwahrscheinlichkeit beachtet werden, die von der Verbreitung der Infektion in der Bevölkerung mitbestimmt wird.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt eine Marktübersicht der Antigen-Tests bereit, die Gegenstand des Anspruchs nach §1 Satz 1 Coronavirus-Testverordnung sind. Die Marktübersicht wird fortlaufend aktualisiert (https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html).

Während eine Zulassung von Impfstoffen für Kinder ab dem 12. Lebensjahr nunmehr erfolgt ist, werden Impfkampagnen für jüngere Kinder vermutlich erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein. Es ist zu erwarten, dass aufgrund der voranschreitenden Impfungen in der Bevölkerung Infektionen mit SARS-CoV-2 in den kommenden Monaten gehäuft in der Gruppe der Kinder <12 Jahre auftreten werden. Gerade jüngere Kinder (vor allem in KiTas) können Abstands- und Hygieneregeln in Betreuungseinrichtungen nicht oder nur bedingt umsetzen. Auch wenn das Infektionsrisiko bei ausreichend hoher Durchimpfung der älteren Kontaktpersonen sinkt, bleibt dennoch weiterhin eine Gruppe empfänglicher Personen bestehen, die eine fortbestehende Zirkulation von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung ermöglicht. Diese Situation stellt ein Risiko für Personen (z.B. Eltern, Großeltern) dar, die z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder die keinen ausreichenden Immunschutz gegen SARS-CoV-2 aufbauen (z. B. wegen einer Immunsuppression). Zusätzlich erhöht ein fortbestehendes Infektionsgeschehen mit regelmäßiger Exposition geimpfter Personen die Gefahr der Selektion neu entstehender Mutationen, die dem Immunschutz nach Impfung ausweichen können (ein sogenanntes „immune escape“). Unter Berücksichtigung des oft asymptomatischen Verlaufes einer SARS-CoV-2 Infektion bei Kindern können daher KiTas und Schulen Transmissionsereignisse begünstigen. Durch Verwendung von alternativen Untersuchungsmaterialien, wie z.B. Speichel, kann im Vergleich zu Nasenabstrichen für Antigentests, vor allem bei sehr jungen Kindern, die Akzeptanz der Testung gesteigert werden. Eine Surveillance auf Basis einer Selbst-Entnahme von Speichel durch Lutschen an einem Teststäbchen („Lolli-Pool-PCR“) hat sich auch für sehr junge Kinder (sogar bei Kindern ab 18 Monaten) als einfach durchführbar erwiesen. Regelmäßiges, systematisches und hochsensitives Testen mittels Pool-PCR-Methode kann hier, zusätzlich zu bestehenden Hygienekonzepten, einen weiteren Beitrag leisten, um das Infektionsgeschehen in KiTas und Schulen überwachen zu können und das Risiko für Übertragungen signifikant zu reduzieren. Aufgrund der zwar ausreichend vorhandenen, aber dennoch begrenzten PCR-Testkapazitäten ist es empfehlenswert, diese, in Abhängigkeit der Kapazitäten für Diagnostik von symptomatischen Personen, prioritär für regelmäßige (2x wöchentliche) Lolli-Pool-PCR-Screenings der Gruppe der KiTa- und Schulkinder <12 Jahren zu nutzen.

Die Antigen-Schnelltests für die professionelle Anwendung müssen von eingewiesenen Personen angewendet werden, die die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen. Entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen müssen dabei berücksichtigt werden. Der Hersteller eines In-vitro-Diagnostikums legt im Rahmen der Gebrauchsinformationen fest, für welche Anwendung sein Test vorgesehen ist. Ein Abweichen von dieser Zweckbestimmung kann für die Einrichtungen und Anwendenden mit haftungsrechtlichen Risiken verbunden sein.

In Bezug auf das anwendende Personal sehen Gebrauchsinformationen z.B. die Anwendung durch „medizinisches Fachpersonal“, „Fachanwender in medizinischen Laboren und geschultes Laborpersonal“, „geschultes klinisches Laborpersonal und Personen, die in der Versorgung vor Ort geschult und qualifiziert sind“ vor oder sprechen von „professioneller in-vitro-diagnostischer Verwendung“. Die genannten Begriffe sind nicht legal definiert und es gibt keine rechtssichere Zuordnung zu bestimmten Berufen. Daher muss die betroffene Einrichtung als medizinprodukterechtliche Betreiberin in einer Einzelfallbetrachtung prüfen, ob eine bestimmte Mitarbeiterin oder ein bestimmter Mitarbeiter die Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit einer entsprechenden Einweisung für die Anwendung des betreffenden Tests (nach Gebrauchsinformation) ausreichend qualifiziert ist.

Bei einer entsprechenden Eignung stehen weder das Berufsrecht noch das Betreiberrecht einer weiten Auslegung, die auch z.B. Pflegehilfskräfte mit umfassen kann, entgegen. Vorsorglich sollte der Vorgang der Einweisung dokumentiert werden.

Tests zur Eigenanwendung (Laien-Selbsttest) müssen so hergestellt sein, dass das Medizinprodukt (inkl. Gebrauchsinformationen, Kennzeichnung etc.) hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit ausreichend gebrauchstauglich zur Eigenanwendung durch Laien ist und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt werden kann. Dies umfasst die gesamte Anwendung des Tests und schließt auch die Berücksichtigung einer entsprechend gebrauchstauglichen bzw. zuverlässigen Probenahme und Ergebnisdarstellung ein. In Studien konnte gezeigt werden, dass bei richtiger Anleitung, die Probenentnahme und daraus resultierende Antigentestergebnisse durch Privatpersonen vergleichbar mit der Entnahme durch medizinisches Personal war. Seriöse Selbsttests verfügen auf der Außenseite der Verpackung über einen gut leserlichen Aufdruck über die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte oder die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle.

Antigentests können nur hohe Viruslasten nachweisen. Das Ergebnis ist daher stark vom Zeitpunkt der Probennahme, der Qualität der Probe (z.B. Nasenabstrich) und der sachgerechten Durchführung des Tests abhängig. Insbesondere bei unbekanntem Infektionszeitpunkt (etwa bei asymptomatischen Personen) und in den ersten 7 Tagen nach Infektion ändern sich die Viruslasten in den oberen Atemwegen sehr rasch. So kann ein negatives Ergebnis am Tag 4 nach Infektion bereits einen Tag später aufgrund der fortgeschrittenen Virusvermehrung im Naso-Pharynx bei einer erneuten Beprobung und Untersuchung in der neuen Probe positiv ausfallen. Unter pragmatischen Gesichtspunkten hat das Ergebnis daher im Inland nur eine "Gültigkeit" von maximal 24 Stunden. Bei serieller (wiederholter) Beprobung steigt die Wahrscheinlichkeit der Früherkennung einer übertragungsrelevanten Infektion.

Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus; insbesondere, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie z. B. in der frühen Inkubationsphase oder ab der zweiten Woche nach Symptombeginn bzw. in der späten Phase der Infektion. Dies ist bei der Definition von Einsatzgebieten und bei der Interpretation negativer Ergebnisse zu berücksichtigen, insbesondere in Situationen, bei denen ein falsch negatives Ergebnis gravierende Konsequenzen nach sich ziehen könnte (z. B. Eintrag einer nicht erkannten Infektion in ein Altenpflegeheim; Kohortierungsentscheidungen in Ausbruchsgeschehen).

Weitergehende Informationen zu PCR- und Antigen-Test auf SARS-CoV-2 finden Sie unter www.rki.de/covid-19-diagnostik

und zum Arbeitsschutz auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Nationale Teststrategie

Für die Übernahme der Kosten durch die Gesetzliche Krankenversicherung bzw. den Bundeshaushalt hat der Bundesgesetzgeber eine Rechtsgrundlage geschaffen. Die auf dieser Grundlage vom Bundesministerium für Gesundheit erlassene Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (TestV) regelt den Anspruch auf Testungen, wenn diese nicht bereits im Rahmen der Krankenbehandlung oder nach § 26 Krankenhausfinanzierungsgesetz übernommen werden. Die Kosten aufgrund der TestV werden im Jahr 2021 vollständig durch den Bund übernommen.

Für eine Aufzählung der betroffenen spezifischen Einrichtungen und Personengruppen, zum Umfang der erstattungsfähigen Testungen bei asymptomatischen Personen sowie zur bestätigenden Diagnostik und Virusvariantendiagnostik ist die TestV verbindlich.

Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?

Bei der Anwendung von Tests im Rahmen von Testkonzepten ist ein zielgerichtetes Vorgehen essenziell. Zur Sicherstellung auch weiterhin ausreichender PCR-Testkapazität für die Versorgung von symptomatischen COVID-19-Fällen und zum Schutz vulnerabler Gruppen sollte sichergestellt werden, dass die Personengruppen, die in der Nationalen Teststrategie genannt sind, bei begrenzter Kapazität entsprechend priorisiert werden.

In Deutschland werden die folgenden Personengruppen in der Nationalen Teststrategie berücksichtigt:

1. Symptomatische Personen

Ein PCR-Test sollte z.B. durchgeführt werden

  • wenn die Patientin oder der Patient symptomatisch ist (mit COVID-19 vereinbare Symptome, auch niederschwellige Testung), unabhängig von vorausgegangener Impfung oder Infektion
    wenn die Patientin oder der Patient Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2/COVID-19-Fall hatte (Exposition; dieser Verdachtsfall ist meldepflichtig)
    Getestet wird bei leichten respiratorischen Symptomen, insbesondere (jedoch nicht ausschließlich):

    • wer zu einer Risikogruppe zählt,
    • wer in der Pflege, einer Arztpraxis oder im Krankenhaus arbeitet,
    • wer exponiert war, d.h. sich z.B. mit mehreren Personen ohne Wahrung von Abstand in einem geschlossenen und schlecht gelüfteten Raum aufgehalten hat,
    • wer engen Kontakt zu vielen Menschen oder zu Risikopatienten hatte oder haben wird.

Ob ein Test bei symptomatischen Personen durchgeführt wird, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Das RKI hat dazu eine Orientierungshilfe erstellt: www.rki.de/covid-19-flussschema

Bei Verfügbarkeit können auch labor-basierte Antigen-Tests zum Einsatz kommen. Bei weiterhin bestehendem, begründetem Krankheitsverdacht sollte auch ein negatives PCR-Testergebnis ggf. durch einen zweiten Test bestätigt werden. Bei Hinweisen auf einen schon länger bestehenden Krankheitsverlauf sollte die eingeschränkte Aussagekraft eines Nasen-Rachenabstrichs berücksichtigt werden.

2. Asymptomatische Personen im Gesundheitswesen, anderen vulnerablen Bereichen und bei Kontaktpersonen (mit Kriterien der Exposition oder Disposition)

Trotz fortschreitender Durchimpfungsraten bedürfen Bereiche mit vulnerablen Gruppen weiterhin eines besonderen Schutzes. Ältere Personen bauen nicht immer einen belastbaren und andauernden Immunschutz auf, Vorerkrankte können nicht in allen Fällen geimpft werden. Insofern sollen Testkonzepte z.B. in Altenheimen und im Gesundheitswesen weiter aufrechterhalten werden. Dabei soll vorrangig auf Antigentests zurückgegriffen und PCR-Teste zur Bestätigung eingesetzt werden.

Kontaktpersonen: Asymptomatische Kontaktpersonen bestätigter SARS-CoV-2-Infektion können ebenfalls mit einem PCR-Test getestet werden, wenn der Test von einem behandelnden Arzt/ einer behandelnden Ärztin oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst als notwendig erachtet wird. Kontaktpersonen sind zum Beispiel Mitglieder desselben Haushalts, Personen mit Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2 Infektion oder Personen, die über die Corona-Warn-App eine Warnung mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ erhalten haben. Nur im Ausnahmefall sollten Antigen-Tests bei Kontaktpersonen angewendet werden, z.B. bei begrenzter PCR-Kapazität oder in dringenden Fällen zur Überbrückung der Wartezeit auf das Ergebnis einer gleichzeitig eingeleiteten PCR-Untersuchung. Testungen während der Inkubationszeit der Infektion sollten im Einzelfall wiederholt werden.

Weitere Informationen zum Kontaktpersonenmanagement: www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen

Bei bestätigter SARS-CoV-2-Infektion in Einrichtungen:

Bei Ausbrüchen oder zur Erkennung von Ausbrüchen in Einrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünften, wie z.B.

  • Schulen, Kindertagesstätten
  • Asylbewerberheimen, Erstaufnahmeeinrichtungen, Notunterkünften
  • Justizvollzugsanstalten
    oder in folgenden Einrichtungen:
  • Krankenhäusern
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationären Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Einrichtungen für ambulante Operationen
  • Dialysezentren
  • ambulante Pflege
  • ambulante Dienste der Eingliederungshilfe
  • Tageskliniken
  • ambulante Hospizdienste und Palliativversorgung
  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Heilberufe nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 9 IfSG

ist umfangreicher zu testen, um besonders vulnerable Gruppen zu schützen. In oben genannten Einrichtungen sollten daher bei Ausbrüchen oder zur Erkennung von Ausbrüchen Bewohner, Betreute, Patienten, ggf. Besucher und das gesamte Personal zeitnah mittels PCR getestet werden. Bei PCR-Kapazitätsmangel oder zur sofortigen Entscheidung hinsichtlich der Einleitung einer Kohorten-Isolierung können Antigen-Schnelltests durchgeführt werden. Bei Verfügbarkeit können auch labor-basierte Antigen-Tests zum Einsatz kommen.

Personal in folgenden Einrichtungen ohne COVID-19-Fall:

  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationären Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Einrichtungen für ambulante Operationen
  • Dialysezentren
  • ambulante Pflege
  • ambulante Dienste der Eingliederungshilfe
  • ambulante Hospizdienste und Palliativversorgung
  • Tageskliniken
  • Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gemäß § 51 Absatz 1 SGB IX
  • Obdachlosenunterkünfte
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern. Rettungsdienste

Es wird empfohlen, Mitarbeiter, die Patienten und Bewohner oder möglicherweise auch COVID-19-Patienten betreuen, in Abhängigkeit vom jeweiligen Testkonzept der Einrichtung bzw. des Unternehmens regelmäßig zu testen. Regelmäßige vorsorgliche (Reihen-)Testungen von Personal im Rahmen z.B. von betriebsärztlichen Untersuchungen sind möglich. Werden hierzu Antigentests verwendet, sollte ein Test mit einer sehr hohen Spezifität zum Einsatz kommen. Qualifizierte Angestellte können sich auch eigenverantwortlich selbst testen. Das BfArM führt eine Liste der in Deutschland erstattungsfähigen Antigen-Tests sowie eine Liste der vom BfArM beschiedenen Sonderzulassungen von Antigen-Tests zur Eigenanwendung (Selbsttests).

Jeder positive Antigentest muss mittels PCR bestätigt werden. Die Kosten für die Nachtestung mittels PCR sind im Rahmen der Krankenbehandlung – sofern die nachgetesteten Personen Symptome aufweisen – und TestV gedeckt. Dies gilt auch für das Nachtesten der Personen, deren Probe sich in einem positiv getesteten PCR-Pool befindet, z.B. in Bildungseinrichtungen.

Patienten, Bewohner, Betreute in folgenden Einrichtungen ohne COVID-19-Fall:

  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationären Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Einrichtungen für ambulante Operationen
  • Dialysezentren
  • ambulante Pflege
  • ambulante Dienste der Eingliederungshilfe
  • ambulante Hospizdienste und Palliativversorgung
  • Tageskliniken
  • Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gemäß § 51 Absatz 1 SGB IX
  • stationäre Einrichtungen und ambulante Dienste der Eingliederungshilfe
  • Obdachlosenunterkünfte
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern

Patienten, Bewohner und Betreute der oben genannten Einrichtungen sollten vor (Wieder-) Aufnahme sowie vor ambulanten Operationen aufgrund der höheren Sensitivität vorzugsweise mit einem PCR-Test getestet werden. Nach der Aufnahme ist empfohlen, diese Personen in gewissem Abstand abhängig vom Testkonzept der Einrichtung des Unternehmens mit PoC-Antigen-Test zu testen. Das sollte in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde stichprobenartig und anlassbezogen erfolgen, insbesondere im Fall einer erhöhten regionalen Inzidenz.

Asymptomatische Besucher von Personen in folgenden Einrichtungen ohne COVID-19-Fall:

  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationären Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Obdachlosenunterkünfte
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern
  • stationäre Einrichtungen und ambulante Dienste der Eingliederungshilfe

In Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde ist ein Antigen-Schnelltest unmittelbar vor Besuch der Einrichtung empfohlen. Ein negatives Testergebnis gilt nur für den Besuchstag.

Personal in Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Praxen anderer medizinischer Heilberufe nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 9 IfSG und Rettungsdiensten ohne COVID-19-Fall

Personal in diesen Einrichtungen soll vermehrt getestet werden, um die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus durch asymptomatische Träger in Praxen mit hoher Patienten-Fluktuation zu verhindern.

3. Präventive Testungen bei asymptomatischen Personen in weiteren Lebensbereichen

Vor dem Hintergrund gestiegener Antigentestkapazitäten und im Sinne eines niedrigschwelligen breiten Testangebots mit dem Ziel, möglichst früh auch asymptomatische Infektionen zu erkennen, wurde die Teststrategie im März 2021um präventive Testungen in weiteren Lebensbereichen erweitert:
Mit der im März 2021 erfolgten Änderung der TestV wurde die Möglichkeit für jede Bürgerin und jeden Bürger geschaffen, sich – ohne Vorliegen von Symptomen – mindestens einmal pro Woche durch einen PoC-Antigen-Test kostenfrei testen zu lassen.

Präventive Testungen in Bildungseinrichtungen

Die Ausgestaltung von Testkonzepten für KiTas und Schulen liegt in der Zuständigkeit der Länder.
Unterstützend hat das RKI Empfehlungen u.a. für eine Teststrategie sowie Präventionsmaßnahmen für Schulen entwickelt, diese sind hier abrufbar:

Präventive Testungen in Unternehmen

Wenn Zusammenkünfte mit Menschen oder enge Kontakte am Arbeitsplatz nicht vermeidbar sind oder z.B. keine Lüftungsmöglichkeiten existieren, können regelmäßige Testungen dazu beitragen, Infektionen am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und eine Weiterverbreitung zu vermeiden. Sie können die AHA + L-Maßnahmen jedoch nicht ersetzen. Aufgrund der schnell an- und absteigenden Viruslasten wird eine Testung an mindestens zwei, besser drei Tagen (z.B. Mo, Mi, Fr) pro Woche empfohlen.

Kostenlose Schnelltestangebote für alle asymptomatischen Personen (BÜRGERTEST)

Seit der am 08. März 2021 in Kraft getretenen Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweise des Coronavirus SARS-CoV-2 haben alle asymptomatischen Personen mindestens einmal in der Woche einen Anspruch auf kostenlose Testung mittels Antigen-Schnelltest. Die Kosten übernimmt der Bund. Die Länder haben umfangreiche Testmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Über das Ergebnis der Testung ist ein COVID-19-Testzertifikat auszustellen, der im Rahmen der getroffenen Schutzmaßnahmen der Länder entsprechend berücksichtigt werden kann. Zur Sicherstellung der Anerkennung in anderen EU-Staaten sollte der Nachweis die von der EU gemeinsam beschlossenen standardisierten Daten enthalten: https://ec.europa.eu/health/sites/health/files/preparedness_response/docs/covid-19_rat_common-list_en.pdf

Das Testergebnis einer Bürgertestung ist ab 1. August 2021 auf Wunsch der getesteten Person an die Corona-Warn-App zu übermitteln.

Tests zur Eigenanwendung durch Laien (Laien-Selbsttests)

Die kostenlosen Schnelltestangebote werden flankiert durch die am Markt zur Verfügung stehenden Selbsttests. Bei der Anwendung von Antigentests durch Laien ist es essenziell, dass der Anwender/die Anwenderin den Test korrekt durchführt, das Testergebnis richtig interpretiert und sachgerechte Schlussfolgerungen daraus ziehen kann.

Ein positives Antigen-Selbsttestergebnis stellt zunächst einen Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion dar (sogenannter Vortest). Es ist noch keine Diagnose einer SARS-CoV-2 Infektion. Die Diagnose wird erst durch den nachfolgenden PCR-Test sowie die ärztliche Beurteilung gestellt. Bei einem positiven Selbsttest besteht keine Meldepflicht. Nur die nachfolgend mittels PCR-bestätigten Fälle werden über das Gesundheitsamt an das RKI gemeldet und fließen in die Meldestatistik ein. Bei einem positiven Selbsttestergebnis werden hohe Anforderungen an das daraus resultierende selbstverantwortliche Handeln gestellt. Es ist erforderlich, dass sich die positiv getestete Person in Absonderung begibt (d.h. Kontakte konsequent reduziert) und sich telefonisch mit dem Hausarzt/der Hausärztin oder einem geeigneten Testzentrum in Verbindung setzt. Dort wird eine PCR-Testung in die Wege geleitet und ggf. Hinweise zum weiteren Vorgehen gegeben.
Hinweise stehen auch unter www.zusammengegencorona.de zur Verfügung bzw. können unter der Telefonnummer 116117 erfragt werden.
Das Bundesministerium für Gesundheit beobachtet die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse fortlaufend und wird im Falle von neuen Entwicklungen die Teststrategie entsprechend anpassen. Die Überwachung der Verbreitung von Virusvarianten mittels Sequenzierungen erfolgt im Rahmen der CoronaSurV .

Stand: 15.07.2021

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